Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
FORMING STATION AND METHOD FOR PRODUCING A MULTILAYERED SCATTERED PARTICLE MAT FOR PRESSING INTO MATERIAL BOARDS AND A SCATTERED PARTICLE MAT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/207450
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a forming station for producing a multilayered scattered particle mat for pressing in a press in the course of the production of material boards, comprising a scattering installation (1) for producing a scattered particle mat (80) on a continuously circulating forming belt (70), wherein at least one first scattering head (30) for the oriented scattering of a layer of coarse chips (5) and a second scattering head (31) for the scattering of a layer of fine chips (6) are arranged in the scattering installation (1), in the direction of production (P). The invention essentially comprises that a preliminary press (20) for compacting the at least one layer of coarse chips (5) is arranged upstream of the second scattering head (31) in the direction of production (P). The invention also relates to a method for producing a multilayered scattered particle mat and to a scattered particle mat for pressing in a press in the course of the production of material boards.

Inventors:
VON HAAS, Gernot (Heilbronner Straße 20, Eppingen, 75031, DE)
Application Number:
EP2017/062816
Publication Date:
December 07, 2017
Filing Date:
May 27, 2017
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
DIEFFENBACHER GMBH MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (Heilbronner Straße 20, Eppingen, 75031, DE)
International Classes:
B27N3/14; B27N3/18; B27N1/00
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Formstation zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte zur

Verpressung in einer Presse im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten, umfassend eine Streuanlage (1 ) zur Herstellung einer Streugutmatte (80) auf einem endlos umlaufenden Formband (70),

wobei in der Streuanlage (1 ) in Produktionsrichtung (P) zumindest

- ein erster Streukopf (30) zur orientierten Streuung einer Schicht aus

Grobspänen (5) und

- ein zweiter Streukopf (31 ) zur Streuung einer Schicht aus Feinspänen (6) angeordnet ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

in Produktionsrichtung (P) vor dem zweiten Streukopf (31 ) eine Vorpresse (20) zur Verdichtung der zumindest einen Schicht aus Grobspänen (5) angeordnet ist.

2. Formstation nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Streuköpfe (30, 31 ) über dem Formband (70) angeordnet sind.

3. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Vorpresse (20) ein oberes endlos umlaufendes Band (21 ) angeordnet ist.

4. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als unteres Gegenband das Formband (70) und/oder ein endlos umlaufendes Band der Vorpresse (20) angeordnet ist.

5. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein geschlossenes Band (21 ) angeordnet ist.

6. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorpresse (21 ) einer Länge von mehr als 2 m, bevorzugt mehr als 10 m, besonders bevorzugt von nicht mehr als 15 m angeordnet ist.

7. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein klassierender Streukopf (30, 31 , 32) angeordnet ist.

8. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Streukopf (31 , 32) für die Feinspäne (6) eine

Windstreukammer und/oder ein Rollensieb angeordnet ist.

9. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Produktionsrichtung (P) vor dem ersten Streukopf (30) zur orientierten Streuung ein weiterer Streukopf (32) zur Streuung von

Feinspänen (6) und/oder weitere Streuköpfe (30) zur orientierten Streuung angeordnet sind.

10. Formstation nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Streukopf (30) zur Streuung der orientierten Schicht aus Grobspänen (5) geeignet ist eine höhere Schicht herzustellen als der Streukopf (31 ) zur Streuung der Feinspäne (6).

1 1 . Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte zur Verpressung in einer Presse im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten,

umfassend eine Streuanlage (1 ) zur Herstellung einer Streugutmatte (80) auf einem endlos umlaufenden Formband (70),

wobei in der Streuanlage (1 ) in Produktionsrichtung (P)

mittels eines ersten Streukopfes (30) Grobspäne (5) orientiert zu einer Schicht gestreut werden und

mittels eines zweiten Streukopfes (31 ) Feinspäne (6) orientiert, klassiert und/oder unorientiert als eine weitere Schicht auf die Grobspäne (5) gestreut werden, dadurch gekennzeichnet, dass

in Produktionsrichtung (P) vor dem zweiten Streukopf (31 ) die zumindest eine Schicht der Grobspäne (5) mit einer Vorpresse (20) verdichtet werden.

12. Verfahren nach dem vorhergehenden Verfahrensanspruch, dadurch

gekennzeichnet, dass der Kontakt der Grobspäne (5) mit der Vorpresse mindestens 5 Sekunden andauert und/oder entlang einer Presstrecke durchgeführt wird, die eine Länge von mehr als 2 m, bevorzugt mehr als 10 m, besonders bevorzugt von nicht mehr als 15 m aufweist.

13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden

Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht der Grobspäne auf ein % bis auf 1/15 der ursprünglichen Streuhöhe verdichtet wird.

14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden

Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass geknickte Grobspäne (K) oder gerollte Grobspäne (R ) im Zuge der Vorpressung durchgebrochen werden.

15. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden

Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer zweiten

Vorpresse vor der Presse die Streugutmatte, insbesondere die oben liegende Schicht aus Feinspänen, verdichtet wird.

16. Streugutmatte zur Herstellung von Werkstoffplatten mit zumindest einer

orientierten Schicht aus Grobspänen und einer Schicht aus Feinspänen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schicht aus Grobspänen durchgebrochene

Grobspäne angeordnet sind, wobei die Bruchkanten nebeneinanderliegen.

Description:
Formstation und Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Streuqutmatte zur Verpressung zu Werkstoffplatten und eine Streugutmatte

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Formstation zur Herstellung einer

mehrschichtigen Streugutmatte aus Streugut zur Verpressung in einer Presse zu

Werkstoffplatten nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte aus Streugut zur Verpressung in einer Presse zu

Werkstoffplatten nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 1.

Weiter bezieht sich die Erfindung auf eine Streugutmatte_nach dem Patentanspruch 16.

Bei der Herstellung von Werkstoffplatten aus streufähigen Materialien wird ein

Gemisch aus Partikeln oder faserigen Stoffen und einem Bindemittel zu einer

Streugutmatte auf einem Form- oder Förderband gestreut, wobei die Streugutmatte anschließend einer ggf. nötigen Vorbehandlung und schließlich einer Verpressung zugeführt wird. Die Verpressung kann dabei kontinuierlich oder diskontinuierlich mittels Druck und/oder Wärme erfolgen. Bei den üblichen Werkstoffplatten, die hierbei hergestellt werden, handelt es sich in der Regel um MDF-Platten, bestehend aus mitteldichten Fasern, um Spanplatten aus relativ kleinen Spänen oder um OSB-Platten aus orientiert gestreuten Grobspänen oder besser ausgedrückt groben respektive großflächigen Schnitzeln. Die Streuung erfolgt je nach Bedarf in einer oder mehreren Lagen, wobei die Notwendigkeit für mehrere Lagen üblicherweise bei dickeren Platten oder bei Mehrschichtplatten auftritt. Aber auch bei der Dünnplattenherstellung können unterschiedliche Lagen gewünscht sein, besonders wenn speziell differenzierte

Anforderungen zwischen der Mittelschicht und den Deckschichten bestehen.

Unterschieden werden in den Streustationen zwei Streumöglichkeiten; die direkte Streuung nach dem Streugutbunker, wobei mittels Leitblechen das Streugut direkt auf ein Formband geführt wird oder die indirekte Streuung über so genannte

Streuwalzensysteme. Bei der indirekten Streuung fällt das aus dem Streugutbunker ausgetragene Streugut auf so genannte Streuwalzen, die das Streugut aufteilen und nötigenfalls auch sortieren. Die hierbei verwendeten Streuanordnungen sind in ihrer Vielfalt bereits hinreichend in der Patentliteratur beschrieben, wobei entweder eine mittige Aufgabe des Streugutes auf die Streuwalzen durchgeführt wird oder das Streugut an einem Ende der Streuwalzen aufgegeben wird. Dabei wird ein Teil der Späne weitertransportiert während ein anderer Teil durch die Streuwalzen hindurch solange auf das Formband fällt, bis nur noch ungeeignetes Streumaterial übrig bleibt und aus dem Herstellungsprozess entfernt werden muss. Beide Prinzipien haben sich bei der Produktion bewährt und werden mit Erfolg eingesetzt.

Entsprechende Offenbarungen finden sich in: DE 10 2007 049 947 A1 ,

DE 102 06 595 A1 und der EP 2 598 298 B1.

Jede Streuung an Streugut, hier Späne oder Schnitzel, mit einem gewissen Feinanteil des Streugutes, bringt Probleme bei Herstellung hochgenauer

Flächengewichtsverteilungen mit sich. Insbesondere bei einem hohen Durchsatz an Streugut und bei einer orientierten Streuung entstehen Streunester oder andere Flächengewichtsungenauigkeiten in einer gestreuten Streugutmatte, die die spätere Qualität der Werkstoffplatte verschlechtern.

Es sind aus dem Stand der Technik unterschiedliche Streukopfvarianten für

Streumaschinen bekannt. Bei einer Spanstreuung für Spanplatten wird das Streugut mittels einer Separiervorrichtung, meist ein Walzenstreukopf oder ein Windsichter, nach Größe und/oder Dichte sortiert und nacheinander auf einem Formband abgelegt. Dabei wird in der Regel das feine Streugut zuerst auf dem Formband abgelegt, anschließend wird das gröbere Streugut über das Feingut gestreut. Damit erhält man eine Streugutmatte, die eine feine Deckschicht und eine zweite gröbere Schicht enthält. Je nach Verfahren oder Streumaschinenanordnung und -ausführung werden nun nochmals eine grobe Schicht und/oder nochmals eine feine Schicht aufgestreut. Es ergibt sich somit eine Mittelschicht aus gleichartigem gröberem Streugut und zwei Deckschichten aus feinem Streugut. Im Gegensatz hierzu arbeiten Anlagen für die Herstellung von orientiert gestreuten Spanplatten (OSB) normalerweise genau entgegengesetzt, denn hier werden die langen Späne vorzugsweise längs orientiert auf dem Formband als Deckschicht abgelegt und die kürzeren und gebrochenen Späne werden in die Mittelschicht quer orientiert gestreut.

Mit der EP 2 598 298 B1 ist eine entsprechende Vorrichtung und ein Verfahren bekannt geworden, in dem Grobspäne in einem Kombinationsstreukopf nach deren Eintritt zuerst aufgeteilt werden und nach ihrer Klassierung unterschiedlichen

Streuarten zugeführt werden. Hierbei ist vorgesehen, dass das grobe Material der äußeren Schicht zugeführt wird und das feinere Material der mittleren/inneren Schicht. Diese Anwendung hat sich grundsätzlich bewährt, bietet aber noch Raum für

Verbesserungen.

Die nach diesem Stand der Technik hergestellten OSB bzw. Grobspanplatten sind aufgrund ihrer äußeren Erscheinung beliebt, da es ein willkürliches Oberflächenmuster mit einer Unruhe ergibt, die beispielsweise als Trennwände oder Sichtschutz für Baustellen gerne Anwendung finden. Auch werden diese gerne bei Lagerräumen oder ähnlichen Bauwerken aufgrund ihrer Steifigkeit als Wandverschalungen benutzt.

Grobspanplatten können allerdings auch als Ersatz für teure Furnier- oder

Sperrholzplatten dienen. Insbesondere ist zwischenzeitlich auch gewünscht, dass diese Grobspanplatten beschichtungsfähig sein sollen um diese in bekannten

Kaschierprozessen zu veredeln. Die nach dem genannten Stand der Technik bekannten Grobspanplatten sind aber nicht oder nur bedingt beschichtungsfähig.

Insbesondere hat sich als nachteilig erwiesen, dass für die Herstellung einer oberen, insbesondere beschichtungsfähigen Deckschicht aus Feinspänen, viel Material verwendet werden muss, da durch die Schicht aus Grobspänen zuviel Feinmaterial hindurchrieselt bis die Streugutmatte in der Presse verpresst werden kann.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Formstation, ein Verfahren zur

Herstellung einer verpressbaren Streugutmatte und eine verbesserte Streugutmatte zur Verpressung in einer Presse zu schaffen.

Die Erfindung geht dabei von einer Formstation zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte zur Verpressung in einer Presse im Zuge der Herstellung von

Werkstoffplatten, umfassend eine Streuanlage zur Herstellung einer Streugutmatte auf einem endlos umlaufenden Formband aus, wobei in der Streuanlage in

Produktionsrichtung zumindest ein erster Streukopf zur orientierten Streuung einer Schicht aus Grobspänen und ein zweiter Streukopf zur Streuung einer Schicht aus Feinspänen angeordnet ist. Die Lösung der Aufgabe für eine Formstation besteht darin, dass in

Produktionsrichtung vor dem zweiten Streukopf eine Vorpresse zur Verdichtung der zumindest einen Schicht aus Grobspänen angeordnet ist.

Bevorzugt sind dabei die Streuköpfe über dem Formband angeordnet sind und Streuen direkt auf dieses oder auf eine bereits auf dem Formband liegende Schicht ab.

Bevorzugt ist in der Vorpresse ein oberes endlos umlaufendes Band angeordnet. Es können aber auch eine oder eine Vielzahl an Druckwalzen angeordnet sein.

Bevorzugt ist als unteres Gegenband das Formband und/oder ein endlos umlaufendes Band der Vorpresse angeordnet.

Besonders bevorzugt ist ein geschlossenes Band in der Vorpresse angeordnet.

Besonders bevorzugt weist die Vorpresse eine Länge von mehr als 2 m, bevorzugt mehr als 10 m, besonders bevorzugt von nicht mehr als 15 m auf.

Bevorzugt ist in der Formstation ein klassierender Streukopf angeordnet.

In diesem Zusammenhang kann als Streukopf für die Feinspäne eine

Windstreukammer und/oder ein Rollensieb angeordnet sein.

Alternativ oder kumulativ sind in Produktionsrichtung vor dem ersten Streukopf zur orientierten Streuung ein weiterer Streukopf zur Streuung von Feinspänen und/oder weitere Streuköpfe zur orientierten Streuung angeordnet.

Besonders bevorzugt ist der Streukopf zur Streuung der orientierten Schicht aus Grobspänen geeignet eine höhere Schicht herzustellen als der Streukopf zur Streuung der Feinspäne.

Das Verfahren geht von einem Verfahren zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte zur Verpressung in einer Presse im Zuge der Herstellung von

Werkstoffplatten aus, umfassend eine Streuanlage zur Herstellung einer Streugutmatte auf einem endlos umlaufenden Formband, wobei in der Streuanlage in Produktionsrichtung mittels eines ersten Streukopfes Grobspäne orientiert zu einer Schicht gestreut werden und wobei mittels eines zweiten Streukopfes Feinspäne orientiert, klassiert und/oder unorientiert als eine weitere Schicht auf die Grobspäne gestreut werden.

Die Lösung für das erfindungsgemäße Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dass in Produktionsrichtung vor dem zweiten Streukopf die zumindest eine Schicht der Grobspäne mit einer Vorpresse verdichtet wird.

Bevorzugt wird dabei der Kontakt der Grobspäne mit der Vorpresse mindestens 5 Sekunden andauern und/oder entlang einer Presstrecke durchgeführt , die eine Länge von mehr als 2 m, bevorzugt mehr als 10 m, besonders bevorzugt von nicht mehr als 15 m aufweist.

Besonders bevorzugt wird die Schicht der Grobspäne auf ein % bis auf 1/15 der ursprünglichen Streuhöhe verdichtet.

Besonders bevorzugt werden geknickte Grobspäne oder gerollte Grobspäne im Zuge der Vorpressung durchgebrochen.

Bevorzugt kann weiterhin mit einer zweiten Vorpresse vor der Presse die

Streugutmatte, insbesondere die oben liegende Schicht aus Feinspänen, verdichtet werden.

Eine erfindungsgemäße Streugutmatte zur Herstellung von Werkstoffplatten mit zumindest einer orientierten Schicht aus Grobspänen und einer Schicht aus

Feinspänen, umfasst in der Schicht aus Grobspänen durchgebrochene Grobspäne, wobei die Bruchkanten nebeneinanderliegen. Dieses aneinanderliegen zeigt, dass die Grobspäne nicht im Zuge der Streuung sondern durch die Vorpresse durchgebrochen sind und somit auch das erfindungsgemäße Verfahren oder der erfindungsgemäße Formstrang Verwendung gefunden hat. Im Zuge dessen weist eine verpresste Werkstoff platte auch diese Eigenschaften der Streugutmatte auf. ln vorteilhafter Art und Weise ist es nun möglich beschichtungsfahige Werkstoffplatten basierend auf einer (teil-)orientiert gestreuten Streugutmatte zu fertigen und

insbesondere durch die optimierte Flächenseite auch einfacher zu veredeln.

Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt werden können, sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die erfindungsgemäße Streuanlage eignet sich vorzugsweise zum Einsatz in einem Fertigungswerk zur automatisierten Herstellung von Grobspanplatten und

insbesondere als zur Herstellung von sogenannten orientierten Werkstoff platten mit einer feinen Deckschicht. Erstere genügen dabei vorteilhaft den im Haus- und

Bodenbelagsbau anzutreffenden mechanischen Anforderungen wie insbesondere die der Biegefestigkeit einer Platte. Letztere entsprechen vorteilhaft den gemeinhin gestiegenen ästhetischen Anforderungen, wie bspw. im Möbelbau gefordert und sind überdies mit höherer Qualität beschichtungs- und somit veredelungsfähig.

Die Erfindung versteht unter dem Unterschied zwischen den Grobspänen und den Feinspänen, welche auch Staub oder Fasern sein können, im Wesentlichen einen Korngrößenunterschied eines Faktors 10. Bevorzugt werden zur Herstellung einer Deckschicht Späne oder mitteldichten Fasern verwendet werden, insbesondere zur Herstellung einer Deckschicht geeignet zur nachfolgenden Veredelung mittels Folien, einem direkten oder einem indirekten Digitaldruck.

Weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben.

Darin zeigen schematisch:

Fig. 1 eine Formstation nach der Erfindung mit einem ersten Streukopf zur Herstellung einer orientierten Schicht aus Grobspänen und einem zweiten Streukopf zur Herstellung einer Schicht aus Feinspänen mit dazwischen angeordneter Vorpresse für die Grobspäne, Fig. 2 in einem Ausführungsbeispiel eine Streuanlage zur Herstellung einer mehrschichtigen Streugutmatte im Zuge der Herstellung einer OSB- Werkstoffplatte mit zwei außenliegenden Schichen aus Feinspänen, einer querorientierten Mittelschicht und zwei dazwischen angeordneten längs orientierten Schichten aus Grobspänen,

Fig. 3 einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Streugutmatte hergestellt auf einer Streuanlage nach den Figuren 1 oder 2 und vorgepressten Schichten aus Grobspänen und feinen Deckschichten und

Fig. 4 einen Schnitt durch eine Streugutmatte nach dem Stand der Technik mit

gerollten und geknickten Grobspänen in einer Grobspanschicht.

Bei der nachfolgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder vergleichbare Komponenten.

Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Formstation mit einem endlosen Formband 70, welches eine auf dem Formband mittels der Streuanlage 1 , respektive den Streuköpfen 30, 31 erstellte Streugutmatte 80 einer Presse 75 zur Verpressung zu Werkstoffplatten zuführt. Dabei wird in Produktionsrichtung P zuerst eine Schicht aus Grobspänen 5 mittels dem Streukopf 30 auf dem Formband 70 gestreut, wobei diese Schicht aus Grobspänen üblicherweise orientiert abgestreut wird. Anschließend wird die Schicht aus Grobspänen 5 mittels einer Vorpresse 20, bevorzugt mit einem endlos

umlaufenden Band 21 und dem Formband 70 als Gegenband verdichtet. Daraufhin wird mittels einem Streukopf 31 eine Deckschicht respektive eine dünne Schicht aus Feingut 6 auf die Schicht Grobgut 5 aufgestreut und diese dann der Presse zugeführt.

Figur 2 zeigt in einer weiteren Ausführungsform eine mögliche Streuanlage 1 zur Herstellung einer sogenannten Grobspan-Werkstoffplatte (OSB), basierend auf der Streuung zumindest einer orientiert gestreuten Schicht 10, 1 1 aus Grobgut 5 und auf den außenliegenden Seiten angeordneten Schichten mit Feingut zum Erhalt einer dichten Oberfläche. FeinOSB-Werkstoffplatten zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass in den inneren Schichten (10, 1 1 ) großflächige Späne (Grobspäne, OSB- Anteil) angeordnet sind, wohingegen auf den äußeren Flächenseiten 88 feines

Streugut, beispielsweise Späne, Fasern, Staub angeordnet sind, die eine

geschlossene und damit beschichtbare Oberfläche herstellen.

Die Streuköpfe 30 sind aber je nach Bedarf austauschbar und können in Ihrer Anzahl und darin angeordneten Streuvorrichtungen variieren, je nachdem wie der

Kundenwusch die zu produzierenden Werkstoffplatten, respektive die Herstellung von Streugutmatten 80, vorgibt. In diesem Ausführungsbeispiel werden mittels der

Streuköpfe 30 drei Schichten 1 1 , 10, 1 1 konsekutiv abgestreut, wobei die erste Schicht 1 1 längs orientiert zur Produktionsrichtung P gestreut wird, die zweite Schicht 10 quer orientiert und die dritte Schicht 1 wieder längsorientiert. Hierzu sind in den Streuköpfen Längsstreuvorrichtungen 40 und Querstreuvorrichtungen 50 angeordnet.

Zusätzlich wird in vorliegendem Ausführungsbeispiel in Produktionsrichtung P vor- und nachgeordnet ein erster und letzter Streukopf 31 und 32 derart angeordnet das gegenüber der einen orientierten Schicht 10 und/oder 1 1 Feingut 6 abgelegt wird. In diesem Ausführungsbeispiel wird das Feingut 6 mittels einer Speichenstreuvorrichtung 60 abgestreut. Das Feingut 6 dieser beiden außenliegenden Streuköpfe 31 , 32 wird zur Herstellung einer feinen außenliegenden Deckschicht 12 verwendet, die in diesem Zusammenhang die Flächenseiten 88 der Streugutmatte 80 und damit die Oberflächen der späteren Werkstoffplatte bilden. Die Decksschichten 12 schließen die Schichten 10 der Streugutmatte 80 und damit die dazwischen angeordnete Mittelschicht 1 1 ein. Anstelle einer Speichenstreuvorrichtung 60 kann auch eine, bevorzugt klassierende, Walzenstreuvorrichtung oder beispielsweise eine Windstreukammer zur klassierenden Ablage des Feingutes 6 angeordnet sein. Das Feingut 6 für die Deckschicht ist bevorzugt Späne, Staub, Fasern oder dergleichen und signifikant kleiner als das Material für die orientiert gestreuten Schichten 10 und 1 1 aus Grobspänen 5.

Nichtsdestotrotz kann ein vernachlässigbarer Teil an vergleichsweise feinem Material in den anderen Schichten, meist prozessbedingt, vorhanden sein.

Wie oben bereits ausgeführt sind eine Vielzahl an Varianten in den Ausführungen der Streuköpfe 30, 31 , 32 möglich, so können auch hier optionale Klassiervorrichtungen 34 und Verteilvorrichtungen 35 in den einzelnen Streuköpfen 30, 31 , 32 angeordnet sein. In den besonderen kumulativ oder alternativ angeordneten Merkmalen der Erfindung ist es nun möglich in einzelnen oder sogar allen Streuköpfen 30 eine klassierende Streuung durchzuführen, so dass einzelne Streuvorrichtungen, wie die Längsstreuvorrichtung 40, die Querstreuvorrichtung 50 oder andere geeignete

Substitute in Produktionsrichtung P das Grobgut 5 oder das Feingut 6 klassiert in Fraktionen ablegen.

Nicht dargestellt ist die nach der Erfindung zwischen dem letzten Streukopf 31 rechts und dem vorletzten Streukopf 30 angeordnete Vorpresse 20 aus Gründen der

Übersichtlichkeit.

Figur 3 zeigt eine verbesserte Streugutmatte 80 mit vor der Aufstreuung von der oberen Deckschicht 12 vorgepressten Schichten 10 und 1 1. Dies vermeidet es, dass sehr lange Grobspäne/Schnitzel im Streugut zur Herstellung der Mittelschicht 1 1 oder der Schicht 10 durch die Deckschichten im Zuge der Verpressung in einer Hauptpresse an die Oberfläche durchstoßen.

Figur 4 zeigt im Wesentlichen eine Streugutmatte nach dem Stand der Technik, in welcher gerollte Grobspäne R oder geknickte Grobspäne K, in den Schichten vorhanden sind. Werden diese nun nicht vor dem Eintritt in die Hauptpresse und vor der Aufstreuung der oberen Deckschicht verdichtet und vorzugsweise durchgebrochen, können diese in der Hauptpresse zu unschönen Verschiebungen oder

Oberflächeneffekten führen. Werden aber beispielsweise die gekickten Grobspäne K bereits vorher endgültig durchgebrochen, ergibt sich ein homogenes Legebild wie nach Figur 3.

Bezugszeichenliste P1519:

I Streuanlage

5 Grobspäne

6 Feinspäne

10 Schicht

I I Mittelschicht

12 Deckschicht

20 Vorpresse

21 Band

30 Streukopf

31 Streukopf

32 Streukopf

34 Klassiervorrichtung

35 Verteilvorrichtung

40 Längsstreuvorrichtung

50 Querstreuvorrichtung

60 Speichenstreuvorrichtung

70 Formband

75 Presse

80 Streugutmatte

88 Flächenseite

P Produktionsrichtung

K Grobspäne geknickt

R Grobspäne gerollt Stand der Technik:

DE 10 2007 049 947 A1 DE 102 06 595 A1 EP 2 598 298 B1