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Title:
FUEL DELIVERY DEVICE FOR CRYOGENIC FUELS, METHOD FOR OPERATING A FUEL DELIVERY DEVICE FOR CRYOGENIC FUELS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/091702
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a fuel delivery device for cryogenic fuels, comprising a predelivery pump (1) and a high-pressure pump (2), wherein the high-pressure pump (2) has a pump head (3) in which there is formed a compression chamber (4) which is delimited by a piston (5) which is movable in reciprocating fashion. According to the invention, a cold-running valve (6) is integrated into the high-pressure pump (2), preferably into the pump head (3) of the high-pressure pump (2), by means of which cold-running valve the compression chamber (4) and/or a low-pressure chamber (7) of the high-pressure pump (2) are/is connectable to a tank (8) for storing the cryogenic fuel. The invention also relates to a method for operating a fuel delivery device for cryogenic fuels.

Inventors:
ZEHNDER, Frank (Nelkenweg 19, Denkendorf, 73770, DE)
SCHNITTGER, Dirk (Baederwiesen 18/1, Ludwigsburg, 71640, DE)
BEITER, Andreas (Panoramastr. 48, Rangendingen, 72414, DE)
HOWEY, Friedrich (Georg-Elser-Str. 3, Ditzingen, 71254, DE)
VIERECK, Markus (Hegaustr. 19, Stuttgart, 70469, DE)
Application Number:
EP2018/077975
Publication Date:
May 16, 2019
Filing Date:
October 15, 2018
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
F02M21/02; F02D19/02; F02D41/00; F04B15/06; F04B39/06
Foreign References:
DE102014000170B32015-04-02
US20160222961A12016-08-04
EP2784295A12014-10-01
US5127230A1992-07-07
DE3741145A11989-06-15
DE102016014928A12017-07-20
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Claims:
Ansprüche

1. Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe, umfassend eine Vorförderpumpe (1) und eine Hochdruckpumpe (2), wobei die Hochdruckpumpe (2) einen Pumpenkopf (3) aufweist, in dem ein Kompressionsraum (4) ausgebildet ist, der durch einen hin und her beweglichen Kolben (5) begrenzt wird,

dadurch gekennzeichnet, dass in die Hochdruckpumpe (2), vorzugsweise in den Pumpenkopf (3) der Hochdruckpumpe (2), ein Kaltfahrventil (6) integriert ist, über welches der Kompressionsraum (4) und/oder ein Niederdruckraum (7) der Hochdruckpumpe (2) mit einem Tank (8) zur Bevorratung des kryogenen Kraftstoffs verbindbar ist bzw. sind.

2. Kraftstofffördereinrichtung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckpumpe (2) außerhalb des Tanks (8) angeordnet ist, während vorzugsweise die Vorförderpumpe (1) im Tank (8) angeordnet ist.

3. Kraftstofffördereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdruckraum (7) über eine Zulaufleitung (9) mit dem Tank (8) und/oder mit der vorzugsweise im Tank (8) angeordneten Vorförderpumpe (1) verbunden ist.

4. Kraftstofffördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kaltfahrventil (6) über eine Rücklaufleitung (10) mit dem Tank (8) verbunden ist, wobei vorzugsweise die Rücklaufleitung (10) in einen Bereich des Tanks (8) mündet, in dem der kryogene Kraftstoff als Gasphase (11) vorliegt.

5. Kraftstofffördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdruckraum (7) über ein Saugventil (12) mit dem Kompressionsraum (4) verbindbar ist.

6. Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe, bei dem der kryogene Kraftstoff mittels einer Vorförderpumpe (1) aus einem

Tank (8) zur Bevorratung des kryogenen Kraftstoffs einer Hochdruckpumpe (2) zugeführt wird,

dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckpumpe (2) vor Förderbeginn mit kryo- genem Kraftstoff aus dem Tank (8) gespült und dabei zugleich gekühlt wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass zum Spülen und Kühlen der Hochdruckpumpe (2) ein vorzugsweise in die Hochdruckpumpe (2), weiterhin vorzugsweise in einen Pumpenkopf (3) der Hochdruckpumpe (2), integriertes Kaltfahrventil (6) verwendet wird, mittels dessen über eine Rücklaufleitung (10) eine Verbindung eines Kompressionsraums (4) und/oder eines Niederdruckraums (7) der Hochdruckpumpe (2) mit dem Tank (8) herstellbar ist.

8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet, dass zum Spülen und Kühlen der Hochdruckpumpe (2) die Vorförderpumpe (1) in Betrieb genommen wird, mittels welcher kryogener Kraftstoff aus dem Tank (8) angesaugt und über eine Zulaufleitung (9) der Hochdruckpumpe (2) zu- geführt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kaltfahrventil (6) über den Vorförderdruck der Vorförderpumpe (1) geschaltet wird, wobei vorzugsweise der Vorförderdruck angeho- ben wird, beispielsweise auf 10 bar.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kaltfahrventil (6) elektrisch oder elektromagnetisch betätigt wird.

Description:
Beschreibung

Titel:

Kraftstofffördereinrichtung für krvogene Kraftstoffe, Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung für krvogene Kraftstoffe

Die Erfindung betrifft eine Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 6.

Bei dem kryogenen Kraftstoff kann es sich insbesondere um Erdgas („Natural Gas" = NG) handeln, das an Bord eines Kraftfahrzeugs zum Betreiben einer Brennkraftmaschine in flüssiger Form („Liquefied Natural Gas" = LNG) in einem speziell dafür ausgelegten Tank bevorratet wird.

Stand der Technik

Die Bevorratung kryogener Kraftstoffe an Bord eines Kraftfahrzeugs erfolgt in der Regel in sogenannten Kryotanks. Hierbei handelt es sich um tiefkalte Speicher, die aus- reichend isoliert sind, um den kryogenen Kraftstoff in flüssiger Form zu speichern. Die ideale Speichertemperatur von Erdgas beträgt beispielsweise -160°C. Wasserstoff wird bei -253°C gelagert. Eine eigene Kühlung besitzen diese Tanks in der Regel nicht.

Die Entnahme des kryogenen Kraftstoffs aus dem Tank erfolgt üblicherweise mittels einer Kraftstofffördereinrichtung, die zumindest eine Hochdruckpumpe zum Verdichten des Kraftstoffs umfasst. Die Hochdruckpumpe kann dabei teilweise im Tank angeordnet sein. Beispielsweise kann der Pumpenkopf im Tank und der Antrieb der Pumpe außerhalb des Tanks angeordnet sein. Diese Anordnung besitzt den Vorteil, dass der Pumpenkopf gekühlt ist, so dass eine separate Kühlung für die Pumpe entfallen kann. Durch die teilweise Anordnung der Hochdruckpumpe im Tank erhöht sich jedoch der konstruktive Aufwand, da im Bereich der Durchführung die Isolierung des Tanks unterbrochen wird. Aus dem Stand der Technik sind daher auch Kraftstofffördersysteme für kryogene Kraftstoffe bekannt, bei denen die Hochdruckpumpe außerhalb des Tanks angeordnet und mittels einer im Tank angeordneten Vorförderpumpe mit Kraftstoff versorgbar ist. Zur Kühlung der Hochdruckpumpe kann dann eine separate Kühlung vorgesehen werden.

Aus der DE 10 2016 014 928 AI geht beispielhaft ein Kraftstoffsystem mit einem Tank zum Speichern von Flüssiggas sowie eine Pumpeinrichtung zum Fördern des Flüssiggases hervor, das darüber hinaus eine Kühleinrichtung umfasst, um die Temperatur des Flüssiggases in einem Bereich des Kraftstoffsystems zu verringern, welcher mit einer Saugseite der Pumpeinrichtung fluidisch gekoppelt ist.

Ausgehend von dem vorstehend genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine alternative Kühlung einer Hochdruckpumpe anzugeben, die einfach und kostengünstig umsetzbar ist.

Zur Lösung der Aufgabe werden die Kraftstofffördereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 6 vorgeschlagen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den jeweiligen Unteransprüchen zu entnehmen.

Offenbarung der Erfindung

Die vorgeschlagene Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe umfasst eine Vorförderpumpe und eine Hochdruckpumpe, wobei die Hochdruckpumpe einen Pumpenkopf aufweist, in dem ein Kompressionsraum ausgebildet ist, der durch einen hin und her beweglichen Kolben begrenzt wird. Erfindungsgemäß ist in die Hochdruckpumpe, vorzugsweise in den Pumpenkopf der Hochdruckpumpe, ein Kaltfahrventil integriert, über welches der Kompressionsraum und/oder ein Niederdruckraum der Hochdruckpumpe mit einem Tank zur Bevorratung des kryogenen Kraftstoffs verbindbar ist bzw. sind. Über das Kaltfahrventil ist somit der Hochdruckpumpe kryogener Kraftstoff aus dem Tank, das heißt tiefkalter Kraftstoff, zuführbar, so dass auf diese Weise eine Kühlung der Hochdruckpumpe erreicht wird. Das Kaltfahrventil wird hierzu während einer„Kaltfahrt", das heißt vor Förderbeginn der Hochdruckpumpe aktiviert. Dadurch ist sichergestellt, dass auch nach längerer Standzeit der Hochdruckpumpe diese vor einer erneuten Inbetriebnahme soweit herunterkühlbar ist, dass eine weitgehende Befüllung mit flüssigem Kraftstoff sichergestellt ist. Denn die Kühlung verhindert, dass der zugeführte flüssige Kraftstoff verdampft und zu einem den Wirkungsgrad der Pumpe verringernden Gasanteil führt.

Durch Integration des Kaltfahrventils in den Pumpenkopf der Hochdruckpumpe kann der Kühlstrom durch den Kompressionsraum oder am Kompressionsraum vorbei geführt werden, so dass eine optimale Kühlung des Kompressionsraums erreicht wird. Auf diese Weise kann gezielt der Gasanteil im Kompressionsraum verringert werden. Das heißt, dass weitgehend nur flüssiger Kraftstoff verdichtet wird, was weniger Leistung der Hochdruckpumpe erfordert und somit den Energiebedarf senkt. Durch Integration des Kaltfahrventils in die Hochdruckpumpe ist ferner sichergestellt, dass der Bauraumbedarf der Kraftstofffördereinrichtung nicht steigt.

Der zur Kühlung der Hochdruckpumpe mittels des Kaltfahrventils erzeugbare Kühlstrom kann dem Kompressionsraum unmittelbar oder mittelbar über einen Niederdruckraum zugeführt werden. Die unmittelbare Zuführung ermöglicht eine sehr direkte und damit effektive Kühlung des Kompressionsraums, während die mittelbare Kühlung weitere Bereiche der Hochdruckpumpe in die Kühlung miteinbezieht. Beispielsweise kann es sich bei dem Niederdruckraum um einen Zulaufbereich der Hochdruckpumpe handeln, der somit ebenfalls gekühlt wird. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der kry- ogene Kraftstoff nicht bereits auf dem Weg zum Kompressionsraum verdampft. Um das Totvolumen des Kompressionsraum gering zu halten wird vorgeschlagen, dass das Kaltfahrventil unmittelbar am Kompressionsraum angeordnet ist.

Darüber hinaus kann zur Vermeidung eines zusätzlichen Totvolumens im Kompressionsraum der Kühlstrom auch nur dem Niederdruckraum zugeführt werden. Das heißt, dass während der Kaltfahrt kein kryogener Kraftstoff in den Kompressionsraum gelangt. Der Kompressionsraum wird demnach ausschließlich indirekt gekühlt. Die mit dem Kühlstrom beaufschlagten Bereiche sollten jedoch möglichst nah am Kompressionsraum liegen, um eine effektive indirekte Kühlung zu erzielen. Bevorzugt ist die Hochdruckpumpe außerhalb des Tanks angeordnet. Das heißt, dass die Hochdruckpumpe keine Kühlung durch den Tank erfährt. Die Kühlung wird stattdessen über den Kühlstrom bewirkt, der während der Kaltfahrt der Hochdruckpumpe über das geöffnete Kaltfahrventil zugeführt wird. Die Vorförderpumpe ist demgegenüber bevorzugt im Tank angeordnet, so dass kurze Leitungswege realisierbar sind.

Vorzugsweise ist eine Zulaufleitung vorgesehen, über welche der Niederdruckraum der Hochdruckpumpe mit dem Tank und/oder mit der vorzugsweise im Tank angeordneten Vorförderpumpe verbunden ist. Der Kühlstrom wird somit über den Zulauf der Hochdruckpumpe zugeführt. Zugleich wird der Zulauf gekühlt.

Ferner wird vorgeschlagen, dass das Kaltfahrventil über eine Rücklaufleitung mit dem Tank verbunden ist. Die zum Kühlen benötigte Kraftstoffmenge kann somit über das Kaltfahrventil und die Rücklaufleitung zurück in den Tank geführt werden. Das heißt, dass ein Kühlkreis geschaffen wird, der sicherstellt, dass die zum Kühlen benötigte Kraftstoff menge dem System nicht verloren geht.

Die Rücklaufleitung mündet vorzugsweise in einen Bereich des Tanks, in dem der kry- ogene Kraftstoff als Gasphase vorliegt. Die zum Kühlen eingesetzte Kraftstoffmenge wird demnach in einen Gasphasenbereich des Tanks zurückgeführt. Da die Kühlmenge beim Kühlen der Hochdruckpumpe Wärme aufnimmt und diese in den Tank einträgt, kann durch Einleiten der erwärmten Kühlmenge in die Gasphase einer Erwärmung der Flüssigphase entgegengewirkt werden.

Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass der Niederdruckraum der Hochdruckpumpe über ein Saugventil mit dem Kompressionsraum verbindbar ist. Der Kühlstrom kann somit bei geöffnetem Saugventil über den Niederdruckraum in den Kompressionsraum geführt werden.

Das Kaltfahrventil kann ein elektrisch oder elektromagnetisch betätigbares Ventil sein, das aktiv ansteuerbar ist. Darüber hinaus kann das Kaltfahrventil ein druckgesteuertes Ventil sein, das durch eine Änderung, vorzugsweise Anhebung, des Vorförderdrucks schaltbar ist. Eine Anhebung des Vorförderdrucks kann beispielsweise durch eine Er- höhung der Drehzahl der Vorförderpumpe erreicht werden. Durch Verwendung eines einfachen druckgesteuerten Ventils entfallen sämtliche elektrischen bzw. elektromagnetischen Komponenten, wie beispielsweise Spule, Anker und Magnetgehäuse. Ferner entfällt eine elektrische Schnittstelle im Pumpenkopf. Die Ausführung der Kraftstofffördereinrichtung kann demnach weiter vereinfacht werden. Zugleich verringert sich der Wärmeeintrag in den Pumpenkopf, da Wärmequellen, wie beispielsweise bestromte Spulen, fehlen.

Zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe wird ferner ein Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung für kryogene Kraftstoffe angegeben. Bei dem Verfahren wird der kryogene Kraftstoff mittels einer Vorförderpumpe aus einem Tank zur Bevorratung des kryogenen Kraftstoffs einer Hochdruckpumpe zugeführt. Erfindungsgemäß wird die Hochdruckpumpe vor Förderbeginn mit kryogenem Kraftstoff aus dem Tank gespült und dabei zugleich gekühlt. Das heißt, dass in einfacher Weise eine Kühlung der Hochdruckpumpe erzielbar ist, die insbesondere nach längerer Standzeit und Erwärmung der Hochdruckpumpe eine effiziente Kühlung ermöglicht. Die Kühlung erfolgt dabei vor Inbetriebnahme der Hochdruckpumpe, das heißt in einem Kaltfahrbetrieb der Kraftstofffördereinrichtung, so dass mit Aufnahme des Förderbetriebs der Hochdruckpumpe eine Befüllung der Hochdruckpumpe mit flüssigem Kraftstoff sichergestellt ist. Denn durch die Kühlung wird ein etwaiger Gasanteil auf ein Minimum reduziert. In der Folge kann eine Erhöhung des Wirkungsgrads der Kraftstofffördereinrichtung erzielt werden.

Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz gelangende Hochdruckpumpe kann aufgrund der durch Spülen mit kryogenem Kraftstoff bewirkten Kühlung außerhalb des Tanks zur Bevorratung des kryogenen Kraftstoffs angeordnet werden. Auf diese Weise kann der konstruktive Aufwand zur Umsetzung der Kraftstofffördereinrichtung verringert werden. Ferner ist eine an der Hochdruckpumpe angeordnete separate Kühleinrichtung entbehrlich.

Ferner wird vorgeschlagen, dass zum Spülen und Kühlen der Hochdruckpumpe ein vorzugsweise in die Hochdruckpumpe, weiterhin vorzugsweise in einen Pumpenkopf der Hochdruckpumpe, integriertes Kaltfahrventil verwendet wird, mittels dessen über eine Rücklaufleitung eine Verbindung eines Kompressionsraums und/oder eines Nie- derdruckraums der Hochdruckpumpe mit dem Tank herstellbar ist. Da eine Rücklaufleitung in der Regel bereits vorhanden ist, wird zur Kühlung der Hochdruckpumpe lediglich ein Kaltfahrventil als zusätzliches Bauteil benötigt, so dass der konstruktive Aufwand zur Durchführung des Verfahrens gering ist. Wird das Kaltfahrventil in die Hochdruckpumpe integriert, bleibt der Bauraumbedarf der Kraftstofffördereinrichtung unverändert.

Bevorzugt wird zum Spülen und Kühlen der Hochdruckpumpe die Vorförderpumpe in Betrieb genommen, mittels welcher kryogener Kraftstoff aus dem Tank angesaugt und über eine Zulaufleitung der Hochdruckpumpe zugeführt wird. Der Kaltfahrbetrieb der Kraftstofffördereinrichtung kann demnach bereits durch Inbetriebnahme der Vorförderpumpe realisiert werden.

Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Kaltfahrventil über den Vorförderdruck der Vorförderpumpe geschaltet wird. Das heißt, dass ein einfaches druckgesteuertes Ventil als Kaltfahrventil verwendet wird, das zudem einfach in den Pumpenkopf zu integrieren ist. Zum Schalten des Kaltfahrventils wird vorzugsweise der Vorförderdruck der Vorförderpumpe angehoben, beispielsweise auf 10 bar. Zum Anheben des Vorförderdrucks kann insbesondere die Drehzahl der Vorförderpumpe erhöht werden.

Alternativ kann das Kaltfahrventil auch elektrisch oder elektromagnetisch betätigt werden. In diesem Fall ist das Kaltfahrventil aktiv ansteuerbar.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:

Fig. 1 eine schematischen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Kraftstofffördereinrichtung gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform,

Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt der Fig. 1,

Fig. 3 einen schematischen Längsschnitt durch eine Hochdruckpumpe einer erfindungsgemäßen Kraftstofffördereinrichtung gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform und Fig. 4 einen schematischen Längsschnitt durch eine Hochdruckpumpe einer erfindungsgemäßen Kraftstofffördereinrichtung gemäß einer dritten bevorzugten Ausführungsform.

Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen

Die in der Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Kraftstofffördereinrichtung umfasst eine Vorförderpumpe 1 und eine Hochdruckpumpe 2, wobei vorliegend die Vorförder- pumpe 1 im Bodenbereich eines Tanks 8 zur Bevorratung eines kryogenen Kraftstoffs angeordnet ist. Dort befindet sich eine Flüssigphase 13 des Kraftstoffs, die von einer Gasphase 11 des Kraftstoffs überdeckt wird. Die Anordnung der Vorförderpumpe 1 im Tank 8 besitzt den Vorteil, dass zur Verbindung der Vorförderpumpe 1 mit der Hochdruckpumpe 2 lediglich eine Zulaufleitung 9 aus dem Tank 8 herausgeführt werden muss. Die Vorförderpumpe 1 kann insbesondere als Seitenkanal- oder Kreiselpumpe ausgeführt sein.

Die Hochdruckpumpe 2 der dargestellten Kraftstofffördereinrichtung ist als Einstempelpumpe ausgeführt. Sie weist einen Pumpenkopf 3 auf, in dem ein Kompressionsraum 4 ausgebildet ist, der von einem hin und her beweglichen Kolben 5 begrenzt wird. Der Kompressionsraum 4 ist über ein Saugventil 12 mit Kraftstoff aus einem Niederdruckraum 7 befüllbar, der dem Kompressionsraum 4 vorgelagert ist. Der Niederdruckraum 7 wird über die Vorförderpumpe 1 mit Kraftstoff aus dem Tank 8 versorgt. Die Zulaufleitung 9 mündet hierzu in den Niederdruckraum 7. Der im Kompressionsraum 4 verdichtete Kraftstoff wird anschließend über ein Auslassventil 15 einem Hochdruckkanal 14 zugeführt (siehe Fig. 2).

Ferner ist eine Rücklaufleitung 10 vorgesehen, über welche der Kompressionsraum 4 mit dem Tank 8 verbindbar ist. Die Verbindung ist über ein Kaltfahrventil 6 herstellbar, das in den Pumpenkopf 3 der Hochdruckpumpe 2 integriert und unmittelbar neben dem Kompressionsraum 4 angeordnet ist. Dadurch wird kein zusätzliches Totvolumen geschaffen bzw. das Totvolumen klein gehalten. Ist eine Verbindung des Kompressionsraums 4 mit dem Tank 8 über das Kaltfahrventil 6 hergestellt, kann die Hochdruckpumpe 2 mit kryogenem Kraftstoff gespült werden. Das Spülen erfolgt in einem Kaltfahrbe- trieb, das heißt vor dem eigentlichen Förderbeginn der Hochdruckpumpe 2. Durch das Spülen mit kryogenem bzw. tiefkaltem Kraftstoff wird eine Kühlung der Hochdruckpumpe 2 erreicht, so dass bei Förderbeginn eine Befüllung des Kompressionsraums 4 mit flüssigem Kraftstoff sichergestellt ist. Beim Spülen wird der Kraftstoff mit Hilfe der Vor- förderpumpe 1 im Kreis bewegt. Über die Vorförderpumpe 1 wird der Kraftstoff aus dem Tank 8 angesaugt und über die Zulaufleitung 9 dem Niederdruckraum 7 zugeführt. Über das geöffnete Saugventil 12 gelangt der Kraftstoff in den Kompressionsraum 4 und von dort über das geöffnete Kaltfahrventil 6 und die Rücklaufleitung 10 zurück in den Tank 8. Die Rücklaufleitung 10 mündet im Bereich der Gasphase 11 in den Tank 8, um die Erwärmung der Flüssigphase 14 so gering wie möglich zu halten.

Der Fig. 3 ist eine modifizierte Hochdruckpumpe 2 für eine erfindungsgemäße Kraftstofffördereinrichtung zu entnehmen. Der Spülkreis zum Kühlen der Hochdruckpumpe 2 führt bei dieser Ausführungsform nicht über den Kompressionsraum 4, sondern über den Niederdruckraum 7. Die Rücklaufleitung 10 bildet zudem mindestens eine Schleife 16 aus, über welche der Kühlstrom nahe an den Kompressionsraum 4 herangeführt werden kann, so dass dieser indirekt gekühlt wird. Diese Ausführungsform besitzt den Vorteil, dass der Kompressionsraum 4 nicht durch ein zusätzliches Totvolumen erweitert wird.

Die in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungen der Erfindung zeigen jeweils ein Kaltfahrventil 6, das elektrisch bzw. elektromagnetisch betätigbar ist. Wie beispielhaft in der Fig. 4 dargestellt, kann das Kaltfahrventil 6 aber auch ein einfaches druckgesteuertes Ventil sein. Zum Öffnen des Ventils wird der Vorförderdruck der Vorförderpumpe 1 kurzzeitig angehoben. Da keine elektrischen oder elektromagnetischen Komponenten Wärme in den Pumpenkopf eintragen, kann die Kühlung des Pumpenkopfes weiter optimiert werden. Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Ausführungsform ist ebenfalls mit einem druckgesteuerten Kaltfahrventil realisierbar.