MEIER, Manfred (Fasanenweg 6, Neuenburg, 79395, DE)
GERWIG, Harald (Röttlerweg 1, Kandern, 79400, DE)
MEIER, Manfred (Fasanenweg 6, Neuenburg, 79395, DE)
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Möbelkomponente (9) zur Polsterung oder als Bauelement mit einer äusseren Umhüllung (3,4), die durch Zugabe eines Kunststoffs erzeugt ist, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Umhüllung (3,4) erzeugt ist: aa) durch Aufsprühen des Kunststoffs in eine Kavität (10,20) einer Form (M); oder ab) durch Einbringen des Kunststoffs in eine Kavität (10,20) einer Form (M) und anschliessende Verteilung des Kunststoffs in der geschlossenen Form (M) durch planmässiges Rotieren der Form (M); und b) die Umhüllung (3,4) äusserlich eine definierte Oberflächenstruktur hat, die ein Spiegelbild einer gezielt geschaffenen Oberflächenstruktur der Kavität (10,20) darstellt.
2. Möbelkomponente (9) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (3,4) die Möbelkomponente (9) vollständig oder nur partiell und in gleichmässiger oder gezielt bereichsweise unterschiedlicher Dicke umgibt.
3. Möbelkomponente (9) nach zumindest einem der Ansprüche 1 und
2, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelkomponente (9) mit Luft und/oder einem Füllstoff (6), insbesondere ein Weichschaum oder ein Granulat, gefüllt ist und zumindest eine biegesteife Einlage (5) enthalten kann.
4. Möbelkomponente (9) nach zumindest einem der Ansprüche 1 und
2, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelkomponente (9) eine biegesteife Einlage (5) enthält, vorzugsweise eine Platte, z.B. aus Holzwerkstoff, welche zumindest auf einer Oberfläche mit der Umhüllung (3,4) versehen ist.
5. Möbelkomponente (9) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelkomponente (9) mit einer Luftfüllung und/oder dem Füllstoff (6) in der Umhüllung (3,4) oder der Einlage (5) ein Ventil aufweist.
6. Möbelkomponente (9) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (3,4) und der Füllstoff aus Po- lyurethan besteht, wobei die Umhüllung (3,4) auch aus Polyurethan-Gel sein kann.
7. Möbelkomponente (9) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Möbelkomponente (9), welche luftgefüllt ist und/oder einen Füllstoff (6), vorzugsweise in Form eines Weichschaums oder eines Granulats, enthält, zur Polsterung an einem Sitz- oder Liegemöbel für dessen Sitz, Rückenlehne, Armstützen oder Kopfstütze dient; und b) die Möbelkomponente (9), welche nur aus einer von der Umhüllung (3,4) umgebenen Einlage (5) besteht, als Tischplatte, Plattenmaterial für Korpusmöbel oder Sitzschale dient.
8. Verfahren zur Herstellung der Möbelkomponente (9) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Umhüllung (3,4) durch Aufsprühen eines Kunststoffs, z.B. Polyurethan, in die Kavität (10,20) einer Form (M) erzeugt wird; oder b) die Umhüllung (3,4) durch Einbringen des Kunststoffs in eine Kavität (10,20) einer Form (M) und anschliessende Verteilung des Kunststoffs in der geschlossenen Form (M) durch planmässiges Rotieren der Form (M) erzeugt wird; mit dem Ergebnis, dass c) die Umhüllung (3,4) äusserlich eine definierte Oberflächenstruktur hat, die ein Spiegelbild einer gezielt geschaffenen Oberflächenstruktur der Kavität (10,20) darstellt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Form (M) eine erste und eine zweite Formhälfte (1 ,2) umfasst; b) die Umhüllung (3,4) in die Kavitäten (10,20) beider Formhälften (1 ,2) eingebracht wird; c) der gemeinsam von den Kavitäten (10,20) zu bildende Hohlraum: ca) luftgefüllt bleibt; oder cb) mit einem Füllstoff (6), vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, aufgefüllt wird; oder cc) mit einem Füllstoff (6), vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, aufgefüllt und vakuumiert wird, wobei das Vakuumieren unter Einwirkung eines Abdrucks zur Abformung auf die herzustellende Möbelkomponente (9) geschehen kann; und d) . zumindest in eine der Formhälften (1 ,2) vor oder nach dem Eintrag der Um- hüllung (3,4) eine Einlage (5) eingefügt werden kann.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Härte der herzustellenden Möbelkomponente (9) durch den Druck der Luftfüllung im gemeinsam von den Kavitäten (10,20) gebildeten Hohlraum bzw. die Intensität des Vakuumierens der Füllung an Füllstoff (6), vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, einstellbar ist.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Form (M) zumindest eine erste Formhälfte (1) hat; b) die Umhüllung (3) in die Kavität (10) der zumindest einen Formhälfte (1) eingebracht wird; und c) in den von der Kavität (10) gebildeten Hohlraum mit der darin befindlichen Umhüllung (3) eine Einlage (5) eingefügt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Wandstärke der Umhüllung (3) an der Möbelkomponente (9) sich bereichsweise unterschiedlich dick erzeugen lässt; nämlich: a) beim Verfahren mittels Aufsprühen durch bereichsweise gezielten unterschiedlichen Auftrag des Kunststoffs; bzw. b) beim Verfahren mittels planmässigem Rotieren durch Gestaltung der Form (M) und/oder Positionierung der Form (M) während des Rotierens in einer Vorrichtung und/oder Gestaltung des z.B. robotergesteuerten Rotationsverlaufs. |
Möbelkomponente zur Polsterung oder als Bauelement und Herstellungsverfahren
Anwendungsgebiet der Erfindung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Möbelkomponente zur Polsterung - z.B. für einen Stuhl auf dessen Sitz sowie Rücken- und Armlehnen - oder als Bauelement, insbesondere als Tischplatte oder Wand für ein Korpusmöbel. Eine zugehörige Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren.
Stand der Technik
Möbelpolster im mittleren und unteren Preissegment weisen zumeist einen Kunstlederüberzug auf, unter dem sich ein zumeist damit verklebter Weichschaum befindet, der andererseits von einer Hartschale abgestützt wird. Die Herstellung derartiger Möbelpolster ist technologisch sehr aufwendig, insbeson- dere, wenn eine sehr hohe optische Qualität zu gewährleisten ist. überdies sind die so erzeugten Polster mit den die Langlebigkeit beeinträchtigenden Problemen durch die Weichmacherwanderung und Versprödung des Kunstleders behaftet. Ferner ist bekannt, Polster auf der Basis von Integralschaum herzustellen. Um eine zureichende Qualität der an der Oberfläche liegenden Haut zu er- reichen, ist es erforderlich, eine entsprechend hohe Schaumhärte zu wählen, wodurch die Weichheit des Polsters ungünstig beeinflusst wird.
Möbelplatten werden oberseitig üblicherweise mit einer kratzfesten, harten Be- schichtung - z.B. Melamin - versehen. Bei Tischplatten ist damit eine Kanten- abdeckung erforderlich. Bei Anwendung des Pulverbeschichtens kann zwar auf eine Kantenabdeckung verzichtet werden, da sich die Beschichtung unterbrechungslos bis über die Kanten ausführen lässt, jedoch sind derartige Oberflächen nicht so widerstandsfähig.
Aufgabe der Erfindung
In Relation zum vorbekannten Stand der Technik, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Möbelkomponente zur Verwendung als Polster oder Bauele-
ment zu schaffen, die verbesserte Gebrauchseigenschaften hat, insbesondere hinsichtlich softiger Haptik, sich durch lange Haltbarkeit auszeichnet und kosteneffizient in Serie herstellen lässt. Die Oberfläche muss eine solide Festigkeit - insbesondere Reissfestigkeit - sowohl für ein Polster als auch für ein Bauele- ment besitzen. Beim Polster kommt es ferner darauf an, eine angenehme Stauchhärte zu erzielen. Beim Bauelement ist eine schalldämmende Wirkung wünschenswert. Eine weitere Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung solcher Möbelkomponenten vorzuschlagen.
übersicht über die Erfindung
Die Möbelkomponente zur Polsterung oder als Bauelement hat eine äussere Umhüllung, die durch Zugabe eines Kunststoffs entsteht. In einer ersten Verfahrensvariante ist die Umhüllung durch Aufsprühen des Kunststoffs in eine Kavität einer Form erzeugt; in einer zweiten Verfahrensvariante durch Einbringen des Kunststoffs in eine Kavität einer Form und anschliessende Verteilung des Kunststoffs in der geschlossenen Form durch planmässiges Rotieren der Form. Die erhaltene Umhüllung besitzt äusserlich eine definierte Oberflächenstruktur, die ein Spiegelbild einer gezielt geschaffenen Oberflächenstruktur der Kavität darstellt.
Die nachfolgenden Merkmale beziehen sich auf spezielle Ausführungen der Erfindung: Die Umhüllung umgibt die Möbelkomponente vollständig oder nur partiell und in gleichmässiger oder gezielt bereichsweise unterschiedlicher Dicke. In einer Alternative ist die Möbelkomponente mit Luft und/oder einem Füllstoff, insbesondere ein Weichschaum oder ein Granulat, gefüllt und kann zumindest eine biegesteife Einlage enthalten. Alternativ enthält die Möbelkomponente eine biegesteife Einlage, vorzugsweise eine Platte, z.B. aus Holzwerkstoff, welche zumindest auf einer Oberfläche mit der Umhüllung versehen ist.
Besitzt die Möbelkomponente eine Luftfüllung und/oder enthält den Füllstoff, kann in der Umhüllung oder der Einlage ein Ventil sitzen. Die Umhüllung und der Füllstoff bestehen aus Polyurethan, wobei die Umhüllung auch Polyurethan- Gel sein kann.
Die Möbelkomponente, welche luftgefüllt ist und/oder einen Füllstoff, vorzugsweise in Form eines Weichschaums oder eines Granulats, enthält, dient zur Polsterung an einem Sitz- oder Liegemöbel für dessen Sitz, Rückenlehne, Arm- stützen oder Kopfstütze. Die Möbelkomponente, welche nur aus einer von der Umhüllung umgebenen Einlage besteht, wird als Tischplatte, Plattenmaterial für Korpusmöbel oder Sitzschale verwendet.
Bei einer ersten Verfahrensvariante zur Herstellung der vorgenannten Möbel- komponente wird die Umhüllung durch Aufsprühen eines Kunststoffs, z.B. Polyurethan, in die Kavität einer Form erzeugt. Bei einer zweiten Verfahrensvariante entsteht die Umhüllung durch Einbringen des Kunststoffs in eine Kavität einer Form und anschliessende Verteilung des Kunststoffs in der geschlossenen Form durch planmässiges Rotieren der Form. Im Ergebnis hat die erzeugte Umhüllung äusserlich eine definierte Oberflächenstruktur, die ein Spiegelbild einer gezielt geschaffenen Oberflächenstruktur der Kavität darstellt.
In einer Alternative umfasst bei beiden Herstellungsverfahren die Form eine erste und eine zweite Formhälfte. Die Umhüllung wird in die Kavitäten beider Formhälften eingebracht. Der gemeinsam von den Kavitäten zu bildende Hohlraum bleibt luftgefüllt oder wird mit einem Füllstoff, vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, aufgefüllt. Oder man füllt den Hohlraum mit einem Füllstoff, vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, auf und vakuumiert diesen, wobei das Vakuumieren unter Einwirkung eines Abdrucks zur Abfor- mung auf die herzustellende Möbelkomponente geschehen kann. Zumindest in eine der Formhälften kann vor oder nach dem Eintrag der Umhüllung eine Einlage eingefügt werden. Die Härte der herzustellenden Möbelkomponente ist durch den Druck der Luftfüllung im gemeinsam von den Kavitäten gebildeten Hohlraum bzw. die Intensität des Vakuumierens der Füllung an Füllstoff, vor- zugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, einstellbar.
Alternativ kann die Form beim Herstellungsverfahren mittels Aufsprühen nur eine erste Formhälfte haben, und die Umhüllung wird in die Kavität dieser einen
Formhälfte eingebracht. In den von der Kavität gebildeten Hohlraum mit der darin befindlichen Umhüllung wird eine Einlage eingefügt.
Die Wandstärke der Umhüllung an der Möbelkomponente lässt sich bereichs- weise unterschiedlich dick erzeugen. Beim Verfahren mittels Aufsprühen geschieht dies durch bereichsweise gezielten unterschiedlichen Auftrag des Kunststoffs; beim Verfahren mittels planmässigem Rotieren hingegen durch Gestaltung der Form und/oder Positionierung der Form während des Rotierens in einer Vorrichtung und/oder Gestaltung des z.B. robotergesteuerten Rotations- Verlaufs.
Das erfindungsgemässe Polster zeichnet sich durch eine weitgehend designfreie Oberflächenstruktur und hohen Sitzkomfort mit angenehmer Haptik aus. Die Polster lassen sich aufblasbar und in der Härte regulierbar gestalten. über- dies sind die Polster besonders für den Einsatz im Outdoor- und Reinraumbereich geeignet, da aufgrund der geschlossenen Aussenhaut das Eindringen von Feuchte sowie andererseits das Freisetzen von Partikeln aus dem Polster ausgeschlossen werden. Das erfindungsgemässe Bauelement, z.B. als Möbelplatte oder Sitzschale, bietet ebenfalls weitgehende Designfreiheit und besitzt eine angenehme Haptik mit Soft-Touch.
Kurzbeschreibung der beigefügten Zeichnungen
Es zeigen:
Figur 1A - eine offene zweiteilige Form, in Perspektivansicht;
Figur 1 B - die Anordnung gemäss Figur 1A, im Vertikalschnitt;
Figur 1C - die offene zweiteilige Form gemäss Figur 1 A, mit in beide Formhälften eingebrachter Haut, in Perspektivansicht;
Figur 1 D - die Anordnung gemäss Figur 1 C, im Vertikalschnitt;
Figur 1 E - die Anordnung gemäss Figur 1 C, geschlossen, im Vertikalschnitt;
Figur 1 F - die Anordnung gemäss Figur 1 E, im Vertikalschnitt;
Figur 1G - einen in der Anordnung gemäss Figur 1 E erzeugten kissenähnlichen, luftgefüllten Körper als Möbelkomponente, in Perspektiv-
ansicht;
Figur 2A - die offene Form gemäss Figur 1A mit einem Entlüftungskanal und einer Distanzkontur in der zweiten Formhälfte, in Perspektivansicht;
Figur 2B - die Anordnung gemäss Figur 2A, im Vertikalschnitt;
Figur 2C - die offene zweiteilige Form gemäss Figur 2A, mit in der ersten Formhälfte vollständig mit Haut überdeckten Oberfläche der Ka- vität und in der zweiten Formhälfte mit Haut überdeckten Randfläche, in Perspektivansicht;
Figur 2D - die Anordnung gemäss Figur 2C 1 im Vertikalschnitt;
Figur 2E - eine scheibenförmige Einlage, in Perspektivansicht;
Figur 2F - die Anordnung gemäss Figur 2C, mit in der zweiten Formhälfte eingesetzten Einlage gemäss Figur 2E, in Perspektivansicht;
Figur 2G - die Anordnung gemäss Figur 2F, im Vertikalschnitt;
Figur 2H - die Anordnung gemäss Figur 2F, geschlossen, im Vertikalschnitt;
Figur 2J - die Anordnung gemäss Figur 2H, nach Fertigstellung der Möbelkomponente wieder geöffnet, im Vertikalschnitt;
Figur 2K - eine in der Anordnung gemäss Figur 2H erzeugte kissenähnliche, luftgefüllte Möbelkomponente mit Einlage, in Perspektivansicht;
Figur 3A - die Anordnung gemäss Figur 1C, mit in die erste Formhälfte zusätzlich eingebrachtem Füllstoff und in der zweiten Formhälfte vorgesehenem Entlüftungskanal, in Perspektivansicht;
Figur 3B - die Anordnung gemäss Figur 3A, im Vertikalschnitt;
Figur 4A - die Anordnung gemäss Figur 2F, mit in die erste Formhälfte zusätzlich eingebrachtem Füllstoff und einem Durchgangsloch in der Einlage, in Perspektivansicht;
Figur 4B - die Anordnung gemäss Figur 4A, im Vertikalschnitt;
Figur 5A eine einteilige Form, in Perspektivansicht;
Figur 5B die Anordnung gemäss Figur 5A, im Vertikalschnitt;
Figur 5C die Anordnung gemäss Figur 5A, mit in die Form eingebrachter Haut, in Perspektivansicht;
Figur 5D die Anordnung gemäss Figur 5C, im Vertikalschnitt;
Figur 5E eine plattenförmige Einlage, in Perspektivansicht;
Figur 5F die Anordnung gemäss Figur 5C, mit in die Form eingesetzter Einlage gemäss Figur 5E, in Perspektivansicht;
Figur 5G die Anordnung gemäss Figur 5F, im Vertikalschnitt; und
Figur 5H eine in der Anordnung gemäss Figur 5F erzeugte plattenförmige Möbelkomponente, gewendet, in Perspektivansicht.
Ausführungsbeispiel
Anhand der beiliegenden Zeichnungen erfolgt nachstehend die detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen zur erfindungsgemässen Möbelkompo- nente für den Einsatz als Polster oder Bauelement sowie zum Verfahren für die Herstellung solcher Möbelkomponenten.
Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, so wird auf deren Erwähnung in vorangehenden Figurenbeschreibungen Bezug genommen. Im Interesse der übersichtlichkeit wird auf die wiederholte Bezeichnung von Bauteilen in nachfolgenden Figuren zumeist verzichtet, sofern zeichnerisch eindeutig erkennbar ist, dass es sich um "wiederkehrende" Bauteile handelt.
Figuren 1A bis 1 G
Diese Figurenfolge veranschaulicht die Herstellung einer kissenähnlichen, luftgefüllten Möbelkomponente 9, die hier beispielhaft eine rundliche Gestalt hat.
l :.. H . ersteHungssc^
Es steht eine Form M mit einer ersten Formhälfte 1 und einer zweiten Formhälfte 2 zur Verfügung. In beiden Formhälften 1 ,2 ist jeweils eine Kavität 10,20 mit
einer Grundfläche 11 ,21 und einer Randfläche 12,22 vorhanden, die an einem zugehörigen Rand 13,23 endet. Die Kavitäten 10,20 sind so positioniert, dass sich bei geschlossener Form M ein gemeinsamer Hohlraum für die später zu erzeugende Möbelkomponente 9 ergibt. In der Ausgangssituation ist die Form M offen, um die Kavitäten 10,20 beschicken zu können.
2-. .. Herstelluηgsschritt : . (Figureη .. 1C . urιd . 1 . D)
Zur erleichterten Entnahme der fertigen Möbelkomponente 9 aus der Form M ist es vorteilhaft, die Flächen der Kavitäten 10,20 zuerst mit einem an sich be- kannten Trennmittel zu beschichten. Je nach gewünschter Oberflächenbeschaffenheit der fertigen Möbelkomponente 9 kann man als nächstes eine Lackschicht auf die Flächen der Kavitäten 10,20 aufbringen. Als Lackschicht eignet sich z.B. Polyurethan. Die Ergebnisse dieser anfänglichen Massnahmen sind zeichnerisch nicht dargestellt.
Die so vorbereiteten Flächen der Kavitäten 10,20 werden nun mit einer Haut 3,4 überzogen, wobei die Haut 3 für die Kavität 10 und die gleich beschaffene Haut 4 für die Kavität vorgesehen ist. Die Oberflächen beider Kavitäten 10,20, d.h. deren Grundflächen 11 ,21 und Randflächen 12,22 sind vollständig von den Häuten 3,4 überdeckt. Als Material für die Häute 3,4 kommt vorzugsweise ein Polyurethan in Betracht, das vorteilhaft durch Sprühen aufgetragen wird. Im Ergebnis erhält man in den beiden Formhälften 1,2 jeweils ein halbschalenförmi- ges Gebilde, das sich von den Grundflächen 11,21 bis zu den Rändern 13,23 erstreckt und dort mit den Hautkanten 33,43 endet.
. 3 ;.. Herste^
Nun wird die Form M geschlossen, so dass beide Formhälften 1 ,2 aufeinander liegen und die Hautkanten 33,43 zusammenstossen, welche aufgrund der momentanen Materialkonsistenz miteinander verkleben. Das in den beiden halb- schalenförmigen Gebilden vorhandene Luftvolumen wird in einem hohlen Innenraum 90 vereinigt und ist durch die Häute 3,4 gegenüber der äusseren Umgebung abgedichtet.
4 .:.. HeisteJJ . uπgsschπttχFigur . 1 G)
Nach einer benötigten Reaktionszeit ist eine zureichende Stabilität der Häute 3,4 sowie der miteinander verbundenen Hautkanten 33,43 erreicht, so dass man die Form M öffnen und die fertige Möbelkomponente 9 daraus entnehmen kann. Die erhaltene Möbelkomponente 9 ist mit Luft gefüllt und hat eine geschlossene, von den miteinander verbundenen flexiblen und elastischen Häuten 3,4 gebildete Umhüllung. Diese Möbelkomponente 9 eignet sich daher besonders zur Verwendung als Kissen, z.B. für ein Sitz- oder Liegemöbel. Die äussere Oberflächenstruktur der fertigen Möbelkomponente 9 ist ein Spiegelbild der Oberflächenbeschaffenheit der Kavitäten 10,20. Eine z.B. glatte, ledernarbige, noppenartige, rillen- oder netzförmige Oberfläche an der Möbelkomponente 9 lässt sich durch komplementäre Gestaltung in den Kavitäten 10,20 erzeugen. Ebenso kann man auf der Oberfläche an der Möbelkomponente 9 abgegrenzte Areale markieren. Durch unterschiedliche Dickengestaltung an den Häuten 3,4 - z.B. erzeugt durch veränderte Zeitdauer und/oder Intensität beim Aufsprühen der Häute 3,4 - erhält man an der Möbelkomponente 9 Zonen verschiedener Polstercharakteristik. In spezieller Ausgestaltung könnte in die fertige Möbelkomponente 9 ein Ventil eingesetzt sein, um durch Diffusion entwichene Luft in den Innenraum 90 nachzufüllen und/oder den darin vorhandenen Luftdruck zu erhöhen. Die öffnung zum Einsetzen des Ventils lässt sich vorteilhaft z.B. durch einen Entlüftungskanal 24 in einer der Formhälften 1 ,2 erzeugen (s. Figur 2B).
Figuren 2A bis 2K
Diese Figurenfolge veranschaulicht die Herstellung einer kissenähnlichen, luft- gefüllten Möbelkomponente 9, die an ihrer Basisfläche mit einer stabilisierenden, scheibenförmigen Einlage 5 versehen ist.
l :.. Heiste^
Die Ausgangssituation bildet eine zum Vorgängerbeispiel gemäss den Figuren 1A bis 1 F im Prinzip identische Form M in Offenstellung. In Abwandlung befinden sich an der Grundfläche 21 in der Kavität 20 der zweiten Formhälfte 2 die Mündung eines Entlüftungskanals 24, welche aus der Kavität 20 durch die zweite Formhälfte 2 nach aussen führt. Ferner ist auf der Grundfläche 21 eine Dis-
tanzkontur 25 vorgesehen, die z.B. aus systematisch über die Grundfläche 21 verteilten erhabenen Stegen oder Nocken besteht.
. 2 :.. MeCsMluπgsschrittlFiaureπ . 2C . und 2D) Es wird davon ausgegangen, dass vor dem Einbringen der Häute 3,4 die Oberflächen der Kavitäten 10,20 wiederum mit einem Trennmittel und einer darauf gespritzten Lackschicht versehen sind. Angesichts der herzustellenden Möbelkomponente 9 mit einer Einlage 5 wird man die Lackschicht in der Kavität 20 der zweiten Formhälfte 2 nur über die Randfläche 22 auftragen.
Die so präparierten Flächen der Kavitäten 10,20 werden nun mit der Haut 3,4 überzogen, wobei sich die Haut 3 über die gesamte Fläche der Kavität 10 erstreckt, während die Haut 4 nur über die Randfläche 22 überdeckt. Hierdurch entsteht in der ersten Formhälfte 1 ein halbschalenförmiges Gebilde, das sich von der Grundfläche 11 bis zum Rand 13 erstreckt und dort an der Hautkante 33 endet. In der zweiten Formhälfte 2 entsteht, entsprechend der Randfläche 22, ein im Ring geschlossenes Band, das sich vom Rand 23 mit der Hautkante 43 bis zur Innenkante 44 erstreckt, die am übergang zur Grundfläche 21 liegt.
3. .. HersteNu^
Die scheibenförmige Einlage 5, welche komplementär zur Grundfläche 21 der Kavität 20 der zweiten Formhälfte 2 dimensioniert ist, wird auf die Grundfläche 21 aufgelegt. Für die Einlage 5 kommt vorzugsweise eine biegesteife Kunststoffplatte in Betracht, die z.B. aus Polypropylen, Polyamid oder Polystyrol be- steht. Der Entlüftungskanal 24 sowie die Distanzkontur 25 erlauben das Abflies- sen der beim Einsetzen der Einlage 5 verdrängten Luft aus der weiterhin offenen Form M nach aussen. Die Innenkante 44 der Haut 4 verklebt dabei luftdicht mit dem Rand 54 der Einlage 5, so dass nun auch in der zweiten Formhälfte 2 ein halbschalenförmiges Gebilde entsteht, allerdings mit der Einlage 5 am Bo- den.
4 :.. Herstelluπgsschritt . (Figur 2H)
Beim Schliessen der Form M kommen beide Formhälften 1 ,2 aufeinander zu lie-
gen, die Hautkanten 33,43 stossen zusammen und verkleben miteinander. Das in den beiden Halbschalen befindliche Luftvolumen wird in einem hohlen Innenraum 90 vereinigt und ist durch die Häute 3,4 sowie die Einlage 5 gegenüber der äusseren Umgebung abgedichtet.
. 5 :.. Herstelluπgsschritt :_(Figureri . 2J . und . 2K)
Nach einer definierten Reaktionszeit ist eine zureichende Stabilität der Häute 3,4 sowie der Verbindungen zwischen den Hautkanten 33,43 und der Innenkante 44 mit dem Rand 54 erreicht, so dass man die Form M öffnen und die fertige Möbelkomponente 9 daraus entnehmen kann. Die erhaltene Möbelkomponente 9 ist wiederum nur mit Luft gefüllt und hat eine geschlossene, von den miteinander verbundenen flexiblen und elastischen Häuten 3,4 sowie der stabileren Einlage 5 gebildete Umhüllung. Die erzeugte Möbelkomponente 9 mit der Einlage 5 eignet sich daher besonders zur Verwendung als Polster für ein Sitz- oder Liegemöbel, wobei die Einlage 5 eine feste Polsterplatte als Abdeckung bildet.
Alternativ könnte man die Haut 4 in der zweiten Formhälfte 2 über die gesamte Oberfläche der Kavität 20 vorsehen, d.h. einschliesslich der Grundfläche 21 , und dann die Einlage 5 auflegen, so dass letztere äusserlich von der Haut 4 überzogen ist. Hierbei wird dafür gesorgt, dass die Einlage 5 in der fertigen Möbelkomponente 9 in Position bleibt, was z.B. durch Verkleben zwischen der Einlage 5 und der Haut 4 gesichert werden kann. Möglich wäre auch, nur eine mehr oder weniger breite Randzone der Grundfläche 21 mit der Haut 4 zu überziehen und dann die Einlage 5 aufzulegen. In einer weiteren Variante wird vor dem Einbringen der Haut 4 in die zweite Formhälfte 2 zunächst die Einlage 5 auf der Grundfläche 21 aufgelegt und anschliessend die Haut 4 nur über die Randfläche 22 oder über die Randfläche 22 und einer Randzone der Grundfläche 21 oder über die Randfläche 22 und die gesamte Grundfläche 21 aufgebracht. Somit ist die Einlage 5 innerlich partiell oder gänzlich von der Haut 4 überzogen. Schliesslich ist ein beidseitiger, partieller oder vollständiger überzug der Einlage 5 mit Haut 4 denkbar. Für spezielle Verwendungen der Möbelkomponente 9 könnten in beiden Formhälften 1 ,2 Einlagen 5 vorgesehen sein und dabei die
zuvor beschriebenen unterschiedlichen Erstreckungen der Haut 4 in der Kavität 20 auch in der Kavität 10 der ersten Formhälfte 1 angebracht werden. Wie im Vorgängerbeispiel zu den Figuren 1A bis 1 G erwähnt, lässt sich die aus der Figurenfolge 2A bis 2K entstandene Möbelkomponente 9 ebenfalls mit einem Ventil versehen, das entweder im Bereich der Häute 3,4 oder einer Einlage 5 positioniert ist.
Figuren 3A und 3B
Dieses Figurenpaar veranschaulicht die Herstellung einer kissenähnlichen Mo- belkomponente 9, deren Innenraum 90 mit einem Füllstoff 6, z.B. einem Weichschaum aus Polyurethan, ausgefüllt ist und sich daher gut für Polsterzwecke eignet.
l :.. und 2, .. Herstellungsschritt Diese beiden Herstellungsschritte sind zur Beschreibung gemäss den Figuren 1A bis 1 D identisch.
3 :.. HersteJJuπgsschπtt ; . (F|guren . 3A . und . 3B)
Bei offener Form M wird in die mit Haut 3 ausgekleidete Kavität 10 die dosierte Menge eines Füllstoffs 6 gegeben und danach die Form M geschlossen. Während einer vorgesehenen Reaktionszeit quillt bzw. schäumt der Füllstoff 6 auf, gelangt dadurch auch in die Kavität 20 der zweiten Formhälfte 2, so dass die darin befindliche Luft verdrängt wird. Die Hautkanten 33,43 haben sich luftdicht miteinander verbunden und der zunehmende Luftdruck reisst die Haut 4 im Be- reich der in die Kavität 20 weisenden Mündung des Entlüftungskanals 24 auf, so dass hierüber die verdrängte Luft abströmen kann. Alternativ kann man bereits bei noch offener Form M, vorzugsweise vor dem Eintrag des Füllstoffs 6, die Haut 4 im Bereich des Entlüftungskanals 24 mechanisch durchstossen. Der weiter quellende Füllstoff 6 verschliesst das am Entlüftungskanal 24 entstande- ne Loch in der Haut 4 wieder pfropfenartig. Alternativ könnte man nach dem Einbringen der Häute 3,4 in die beiden Kavitäten 20,30 die Form M schliessen und den Füllstoff e mit Durchstossen der die Mündung des Entlüftungskanals 24 überdeckenden Haut 4 über den Entlüftungskanal 24 in die nun einen gemein-
samen Hohlraum ergebenden Kavitäten 20,30 einspritzen. über das so in die Haut 4 gestochene Loch und den Entlüftungskanal 24 kann die beim Aufquellen des Füllstoffs 6 verdrängte Luft und entstehende Gas entweichen. Nach dem öffnen der Form M lässt sich die fertige Möbelkomponente 9, deren Innenraum 90 vom Füllstoff 6 eingenommen wird, entnehmen. Aus ästhetischen Gründen und zur sicheren Abdichtung könnte das in der Haut 4 gegenüber dem Entlüftungskanal 24 aufgerissene Loch, welches vom aufschäumenden Füllstoff 6 verstopft ist, zusätzlich verklebt werden.
Figuren 4A und 4B
Dieses Figurenpaar veranschaulicht die Herstellung einer kissenähnlichen Möbelkomponente 9, die an ihrer Basisfläche eine stabilisierende, scheibenförmige Einlage 5 hat und deren Innenraum 90 mit einem Füllstoff 6, vorzugsweise ein Weichschaum aus Polyurethan, ausgefüllt ist und daher besonders für Polster- zwecke dienen kann.
1 : bis . 3 : . H e rste Il i u ngssch ritt
Diese drei beginnenden Herstellungsschritte sind zur Beschreibung gemäss den
Figuren 2A bis 2G identisch.
Bei offener Form M wird erneut in die mit Haut 3 ausgekleidete Kavität 10 die dosierte Menge eines Füllstoffs 6 gegeben und danach die Form M geschlossen. Während der Reaktionszeit schäumt der Füllstoff 6 auf, gelangt dadurch auch in die Kavität 20 der zweiten Formhälfte 2 und drängt die darin befindliche Luft durch das Durchgangsloch 55 in der Einlage 5 in den Entlüftungskanal 24 nach aussen. Die Hautkanten 33,43 haben sich luftdicht miteinander verklebt. Der weiter quellende Füllstoff 6 verschliesst das in der Einlage 5 vorhandene Durchgangsloch 55 pfropfenartig. Will man ein Durchgangsloch 55 in der Einla- ge 5 vermeiden, wird sich die vom aufschäumenden Füllstoff 6 verdrängte Luft, durch den entstehenden überdruck, den Weg über den Rand 54 der Einlage 5 hin zum Entlüftungskanal 24 suchen. Dieser Weg zum Entweichen steht der verdrängten Luft offen, da die Einlage 5 nach dem Einbringen der Haut 4 einge-
fügt wurde.
Nach dem öffnen der Form M lässt sich die fertige Möbelkomponente 9, welche eine integrierte Einlage 5 enthält und deren Innenraum 90 vom Füllstoff 6 einge- nommen wird, entnehmen. Alternativ kann man den Füllstoff 6 bei geschlossener Form M über den Entlüftungskanal 24 und das Durchgangsloch 55 einbringen. Ferner sind die zu den Figuren 2J und 2K vorbeschriebenen Varianten im Herstellungsablauf mit den fachgemässen Anpassungen anwendbar.
Figuren 5A bis 5H
Diese Figurenfolge veranschaulicht die Herstellung einer plattenförmigen, beschichteten Möbelkomponente 9, die hier beispielhaft einen rechteckigen Zuschnitt hat und in der Ebene planförmig ist .
l :. .HersteNuπg . sschritt : . (Figuren . 5A . und . 5B) .
Es steht eine einteilige Form M zur Verfügung, in der eine Kavität 10 mit einer Grundfläche 11 und einer Randfläche 12 vorhanden ist, die an einem zugehörigen Rand 13 endet. Die Kavität 10 stellt einen Hohlraum für die später zu erzeugenden Möbelkomponente 9 dar. In der Ausgangssituation ist die Form M gänz- lieh leer.
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Zur erleichterten Entnahme der fertigen Möbelkomponente 9 aus der Form M ist es wiederum vorteilhaft, die Flächen der Kavität 10 zuerst mit einem an sich be- kannten Trennmittel zu beschichten. Je nach geplanter Oberflächenbeschaffenheit der fertigen Möbelkomponente 9 kann man als nächstes eine Lackschicht auf die Flächen der Kavität 10 aufbringen. Die so vorbereiteten Flächen der Kavität 10 werden nun mit einer Haut 3 überzogen. Die Oberfläche der Kavität 10, d.h. deren Grundfläche 11 und Randfläche 12 sind vollständig von der Haut 3 überdeckt. Im Ergebnis erhält man in der Form M ein halbschalenförmiges Gebilde, das sich von der Grundfläche 11 bis zum Rand 13 erstreckt und dort mit der Hautkante 33 endet.
. 3 ... Herstellungsschritt ; . (F|guren . 5E bis 5G)
Die plattenförmige Einlage 5, welche komplementär zur Grundfläche 11 der Ka- vität 10 der Form M dimensioniert ist, wird auf die Grundfläche 11 aufgelegt. Für die Einlage 5 kommt z.B. eine biegesteife Kunststoff- oder Holzplatte in Be- tracht. In Analogie zum Entlüftungskanal 24 und der Distanzkontur 25 in der zweiten Formhälfte 2 gemäss Figur 2A ist es vorteilhaft, ebenfalls eine Entlüftung vorzusehen, so dass beim Einsetzen der Einlage 5 der Rückstau von Luftblasen zwischen Einlage 5 und Haut 3 vermieden wird.
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Nach einer benötigten Reaktionszeit ist eine zureichende Stabilität der Haut 3 sowie der Verbindung zwischen dieser und der Einlage 5 erreicht, so dass man die fertige Möbelkomponente 9 aus der Form M entnehmen kann. An der erhaltenen Möbelkomponente 9 haftet die Haut 3 fest an der zuvor bestimmten Deckseite der Einlage 5 und umschliesst auch alle deren Aussenkanten. Diese Möbelkomponente 9 eignet sich daher besonders zur Verwendung als Platte, z.B. für einen Tisch oder ein Korpusmöbel. Die äussere Oberflächenstruktur der Haut 3 an der fertigen Möbelkomponente 9 ist ein Spiegelbild der Oberflächenbeschaffenheit der Kavität 10, daher sind auch hier die Gestaltungsmöglichkei- ten, wie zuvor zur Figur 1G beschrieben, anwendbar. Es lassen sich erhabene oder abgesenkte Flächenbereiche schaffen, z.B. als Mousepad oder Tastaturaufnahme auf einer Tischplattenoberseite.
Um die Einlage 5 allseits mit Haut 4 zu überziehen, kann man die zuvor in der Form M einseitig mit Haut 3 überzogene Möbelkomponente 9 nachträglich auf der noch unbeschichteten Fläche innerhalb oder ausserhalb der Form M mit einer Haut 4 versehen. Besonders vorteilhaft wäre, dem Material für diese Häute 3,4 eine mehr aufschäumende Eigenschaft zu verleihen, so dass die Häute 3,4 mehr softigen Charakter erhalten. Ausserdem werden durch das auf- schäumende Verhalten der Häute 3,4 eventuelle Hohlräume durch Unebenheiten und Massabweichungen an der Einlage 5 ausgefüllt.
Alternativ kann zum Anbringen einer quasi rück- oder unterseitigen Haut 4 an der Einlage 5 - analog zu den Vorgängerfiguren 1A bis 4B - auch eine Form M zum Einsatz kommen, die sich aus einer ersten und einer zweiten Formhälfte 1 ,2 zusammensetzt. Bei Verwendung von zwei Formhälften 1 ,2 würde man mit dem Auftrag der rück- oder unterseitigen Haut 4 zugleich Unebenheiten auf dieser Seite der Einlage 5 ausgleichen können. Zur Positionierung der bereits einseitig mit Haut 3 beschichteten Einlage 5 in der zweiten Formhälfte 2 könnten in der Einlage 5 vorhandene Konturen genutzt werden, z.B. die für eine Tischplatte vorgesehenen Aussparungen zum Anbringen der Tischbeine.
Als Möbelkomponente 9 kommen nicht nur ebene Gebilde in Betracht, wie eine planförmige Tischplatte, sondern auch unebene Körper, wie Sitzschalen oder gewölbte Tischplatten. In solchen Körpern lassen sich Durchbrüche anbringen - z.B. als Griffkontur oder zur Durchführung von Kabeln -, wobei die Oberflächen der Durchbrüche ebenfalls mit einer Haut 3,4 versehen werden können.
Anstelle des zuvor beschriebenen Verfahrens zur Erzeugung der Umhüllung 3,4 mittels Aufsprühen des Kunststoffs in die Form M, wird bei einem anderen Verfahren der Kunststoff in die Kavität 10,20 der Form M eingebracht und an- schliessend durch planmässiges Rotieren der geschlossenen Form M darin verteilt. Auch hierbei lässt sich eine Umhüllung 3,4 erzeugen, welche die Möbelkomponente 9 vollständig oder nur partiell und in gleichmässiger oder gezielt bereichsweise unterschiedlicher Dicke umgibt. Die erzeugte Umhüllung 3,4 hat äusserlich eine Oberflächenstruktur erhalten, welche ein Spiegelbild der Ober- flächenstruktur der Kavität 10,20 darstellt. Die Möbelkomponente 9 wird wiederum mit Luft und/oder einem Füllstoff 6, insbesondere ein Weichschaum oder ein Granulat, gefüllt und kann zumindest eine biegesteife Einlage 5 enthalten. Vorteilhaft ist in der Umhüllung 3,4 oder der Einlage 5 ein Ventil vorgesehen.
Der gemeinsam von den Kavitäten 10,20 gebildete Hohlraum bleibt in einer ersten Variante des Verfahrens luftgefüllt. Bei einer zweiten Verfahrensvariante wird der Hohlraum mit einem Füllstoff 6, vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, aufgefüllt. Eine dritte Verfahrensvariante sieht vor, den Hohlraum
mit einem Füllstoff 6, vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, aufzufüllen und zu vakuumieren, wobei das Vakuumieren unter Einwirkung eines Abdrucks zur Abformung auf die herzustellende Möbelkomponente 9 geschehen kann. Die Härte der herzustellenden Möbelkomponente 9 ist durch den Druck der Luftfüllung im gemeinsam von den Kavitäten 10,20 gebildeten Hohlraum bzw. die Intensität des Vakuumierens der Füllung an Füllstoff 6, vorzugsweise ein Weichschaum oder ein Granulat, einstellbar. Beim Verfahren mittels planmässigem Rotieren lässt sich die Wandstärke der Umhüllung 3 an der Möbelkomponente 9 durch Gestaltung der Form M und/oder Positionierung der Form M während des Rotierens in einer Vorrichtung und/oder Gestaltung des z.B. robotergesteuerten Rotationsverlaufs, bereichsweise unterschiedlich dick erzeugen.
