DINTER, Ralf Martin (Bulmkerstr. 111 A, Gelsenkirchen, 45888, DE)
| Patentansprüche 1. Getriebe für industrielle Anwendungen oder Windkraftanlagen mit - zumindest einer Antriebswelle und zumindest einer Abtriebswelle, die durch eine jeweilige Öffnung an einem Getriebegehäuse treten, wobei die Antriebswelle und/oder die Abtriebswelle in einem Bereich der jeweiligen Öffnung einen magnetisch oder optisch codierten Abschnitt aufwei- sen/aufweist, dessen Codierung durch eine Einwirkung eines Drehmoments und/oder einer Kraft auf die Antriebswelle oder die Abtriebswelle änderbar ist, — zumindest einem mit der Antriebswelle verbundenen Zahnrad und zumindest einem mit der Abtriebswelle verbundenen Zahnrad, die mittelbar oder unmittelbar im Eingriff miteinander stehen, — zumindest einer in einem den magnetisch oder optisch codierten Abschnitt der Antriebswelle oder Abtriebswelle umgebenden Gehäusedeckel angeordneten Abtasteinrichtung zur berührungslosen Erfassung der magnetischen oder optischen Codierung der Antriebswelle oder Abtriebswelle, — einer mit der zumindest einen Abtasteinrichtung elektrisch verbundenen Auswerteeinrichtung zur Erfassung einer Getriebeüberlastung. 2. Getriebe nach Anspruch 1, bei dem die zumindest eine Abtasteinrichtung eine Mehrzahl von Magnetfeldsensoren umfaßt. 3. Getriebe nach Anspruch 2, bei dem der magnetisch codierte Abschnitt ein vorgegebenes ein- oder mehrdimensionales Magnetisierungsprofil aufweist, und bei dem ein aus dem vorgegebenen Magnetisierungsprofil resultierendes überlagertes Magnetfeld proportional zu einem auf die Antriebswelle oder die Abtriebswelle einwirkenden Drehmoment ist 4. Getriebe nach einem der Ansprüche 2 oder 3, bei dem die Magnetfeldsensoren elektrische Spulen umfassen. 5. Getriebe nach Anspruch 1, bei dem die Antriebswelle und/oder die Abtriebswelle einen ferromagnetischen Abschnitt aufweisen/aufweist, dessen Permeabilität die Codierung ist, und bei dem die zumindest eine Abtasteinrichtung eine Erregerspule zur Erzeugung eines magnetischen Flusses durch den ferromagnetischen Abschnitt und eine Mehrzahl von Meßspulen zur Erfassung eines durch die Permeabilität des ferromagnetischen Abschnitts beeinflußten magnetischen Flusses umfaßt. 5. Getriebe nach Anspruch 1, bei dem im optisch codierten Abschnitt ein optischer Deh- nungsmeßstreifen mit einer Vielzahl von Reflexionsstellen angeordnet ist, deren Abstand durch eine Einwirkung eines Drehmoments und/oder einer Kraft auf die Antriebswelle oder die Abtriebswelle änderbar ist, und bei dem die zumindest eine Abtasteinrichtung eine auf die Reflexionsstellen ausgerichte- te Lichtquelle und einen Lichtsensor zur Wellenlängeermittlung von durch die Reflexionsstellen reflektiertem Licht umfaßt. 6. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Abtasteinrichtung zur Erfassung von Biegemomenten und/oder Positionen ausgestaltet ist. 7. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem in den Gehäusedeckel ist ein Wellenlager integriert ist . 8. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der Gehäusedeckel zumindest eine Wellendichtung aufweist. 9. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die zumindest eine Abtasteinrichtung anstelle im Gehäusedeckel im Getriebegehäuse oder in einem mit dem Getriebegehäuse und/oder dem Getriebedeckel fest verbundenen Flansch angeordnet ist. 10. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem die Auswerteeinrichtung eine Speichereinheit zur Aufzeichnung eines Getriebebelastungsverlaufs aufweist. 11. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem den Getriebebelastungsverlauf repräsentierende Drehmoment- und/oder Kraftmeßwerte in der Speichereinheit als Lastkollektive speicherbar sind, die einen zeitlichen Anteil eines Meßwerts oder Meßwertebereichs während eines Getriebebetriebs wiedergeben. 12. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die Auswerteeinrichtung mit einer Regelungs- oder Steuerungseinrichtung eines das Getriebe antreibenden Motors oder eines vom Getriebe angetriebenen Generators verbunden ist. |
Getriebe für industrielle Anwendungen oder Windkraftanlagen Getrieben für industrielle Anwendungen, insbesondere Planetengetrieben, kommt in industriellen Verarbeitungs- und Fertigungsprozessen vielfach eine zentrale Bedeutung zu. An Industriegetriebe wird eine breite Palette von komplexen Anforderungen. Beispielsweise ist eine dieser Anforderungen eine zuverlässige Funktion, die über eine lange Nutzungsdauer bei minimalem Wartungsaufwand zu gewährleisten ist.
Insbesondere in Windkraftanlagen sind Getriebe während ihrer Einsatzdauer einer dynamischen Lastfolge von Dreh- und Biege- momenten sowie axialen und radialen Kräften ausgesetzt. Zur Auslegung von Getrieben werden nutzerseitig definierte Lastkollektive verwendet. Davon abweichende reale Belastungen können Nutzungsdauerverkürzungen und Unterbrechungen von Verarbeitungs-, Fertigungs- oder Energieerzeugungsprozessen verursachen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Getriebe zu schaffen, das eine zuverlässige Erkennung von drohenden Getriebeüberlastungen und eine Einleitung von Maß- nahmen zur deren Vermeidung ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Getriebe für industrielle Anwendungen oder Windkraftanlagen mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiter- bildungen der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Das erfindungsgemäße Getriebe umfaßt zumindest eine Antriebswelle und zumindest eine Abtriebswelle, die durch eine jewei- lige Öffnung an einem Getriebegehäuse treten. Die Antriebswelle bzw. die Abtriebswelle weisen in einem Bereich der jeweiligen Öffnung einen magnetisch oder optisch codierten Abschnitt auf. Dessen Codierung ist durch eine Einwirkung eines Drehmoments bzw. einer Kraft auf die Antriebswelle oder die Abtriebswelle änderbar. Außerdem sind zumindest ein mit der Antriebswelle verbundenes Zahnrad und zumindest ein mit der Abtriebswelle verbundenes Zahnrad vorgesehen, die mittelbar oder unmittelbar im Eingriff miteinander stehen. Darüber hin- aus umfaßt das erfindungsgemäße Getriebe zumindest eine Abtasteinrichtung zur berührungslosen Erfassung der magnetischen oder optischen Codierung der Antriebswelle oder Abtriebswelle. Die Abtasteinrichtung ist in einem den magnetisch oder optisch codierten Abschnitt der Antriebswelle oder Abtriebswelle umgebenden Gehäusedeckel angeordnet und elektrisch mit einer Auswerteeinrichtung zur Erfassung einer Getriebeüberlastung verbunden. Auf diese Weise ermöglicht die vorliegende Erfindung eine zuverlässige Erkennung von drohenden Getriebeüberlastungen und eine Einleitung von Maßnahmen zur deren Vermeidung. Insbesondere durch eine Anordnung der Abtasteinrichtung in einen Gehäusedeckel, der als integriertes Bauteil Meß-, Lager- und Dichtungsfunktionen übernehmen kann, ergibt sich ein verbesserter Schutz für Getriebemeßsen- sorik sowie eine Reduktion von Montageaufwänden und Ferti- gungskosten.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt Figur 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Getriebes,
Figur 2 eine perspektivische Darstellung eines Wellenabschnitts mit einer magnetischen Codierung, Figur 3 eine perspektivische Darstellung einer Abtasteinrichtung mit einer Erregerspule und mehreren Meßspulen,
Figur 4 eine perspektivische Darstellung eines Wellenabschnitts mit einer optischen Codierung,
Figur 5 eine perspektivische Darstellung einer in einem Ge- häusedeckel angeordneten Abtasteinrichtung,
Figur 6 eine perspektivische Darstellung einer in einem Gehäuse angeordneten Abtasteinrichtung, Figur 7 eine perspektivische Darstellung einer in einem
Flansch angeordneten Abtasteinrichtung.
Das in Figur 1 beispielhaft dargestellte Getriebe umfaßt eine Antriebs- 101 und eine Abtriebswelle 102, die in einem Ge- triebegehäuse 103 gelagert sind. Die Antriebswelle 101 ist mit einem Sonnenrad 111 einer ersten Planetenstufe 104 verbunden, während die Abtriebswelle 102 mit einem mehrere Planetenräder 123 umfassen Planetenträger 122 einer zweiten Planetenstufe 105 verbunden ist. Die erste Planetenstufe 104 um- faßt außerdem einen Planetenträger 112, der mehrere mit einem feststehenden Hohlrad 114 kämmende Planetenräder 113 aufnimmt und mit einem Sonnenrad 121 der zweiten Planetenstufe 105 verbunden ist. Die zweite Planetenstufe 105 weist ebenfalls ein feststehendes Hohlrad 124 auf, das mit den Planetenrädern 123 der zweiten Planetenstufe 105 kämmt.
Das Getriebegehäuse 103 ist stirnseitig jeweils durch einen Gehäusedeckel 106 verschlossen. Die Gehäusedeckel 106 weisen Aufnahmen bzw. Führungselemente für Lager 107, 108 der An- triebs- 101 und Abtriebswelle 102 auf. Im Bereich des Lagers 108 der Abtriebswelle 102 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Drehmomentsensor 109 vorgesehen, der mit einer Auswerteeinrichtung 110 elektrisch verbunden ist. Anstelle oder zusätzlich zu einem Drehmomentsensor können auch Sensoren zur Erfassung von Kräften, Biegemomenten oder Positionen vorgesehen sein. Die Auswerteeinrichtung 110 dient insbesondere zur Erfassung einer Getriebeüberlastung. Zusätzlich könnte auch ein Drehmomentsensor im Bereich des Lagers 107 der Antriebs- welle 101 vorgesehen sein. Der Drehmomentsensor 109 umfaßt einen magnetisch oder optisch codierten Abschnitt der Antriebs- oder Abtriebswelle sowie eine Abtasteinrichtung zur berührungslosen Erfassung der magnetischen oder optischen Codierung der Antriebs- oder Abtriebswelle.
Die Auswerteeinrichtung 110 umfaßt eine Speichereinheit zur Aufzeichnung eines Getriebebelastungsverlaufs. Den Getriebebelastungsverlauf repräsentierende Drehmoment- oder Kraftmeß- werte werden in der Speichereinheit als Lastkollektive gespeichert. Die Lastkollektive geben dabei einen zeitlichen Anteil eines Meßwerts oder Meßwertebereichs während eines Getriebebetriebs wieder. Darüber hinaus weist die Auswerteeinrichtung 110 eine Bus-Schnittstelle auf und ist über ein Bus- System 130 entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform mit einer Regelungs- oder Steuerungseinrichtung 140 eines das Getriebe antreibenden Motors oder eines vom Getriebe angetriebenen Generators verbunden. In Figur 2 und 3 ist dargestellt, daß die Antriebs- oder Abtriebswelle 201, 301 in einem Bereich, in dem sie die durch eine jeweilige Öffnung am Getriebegehäuse tritt, einen magnetisch oder optisch codierten Abschnitt 202, 302 aufweist. Dessen Codierung ist durch eine Einwirkung eines Drehmoments oder einer Kraft auf die Antriebs- oder Abtriebswelle 201, 301 änderbar.
Ein magnetisch codierter Abschnitt 202 weist ein vorgegebenes ein- oder mehrdimensionales Magnetisierungsprofil auf. Dabei ist ein aus dem vorgegebenen Magnetisierungsprofil resultierendes überlagertes Magnetfeld proportional zu einem auf die Antriebs- oder Abtriebswelle 201 einwirkenden Drehmoment. Korrespondierend zum magnetisch codierten Abschnitt 202 ist eine Abtasteinrichtung vorgesehen, die eine Mehrzahl von Magnetfeldsensoren umfaßt, beispielsweise elektrische Spulen 203.
Die Antriebs- oder Abtriebswelle kann des weiteren einen fer- romagnetischen Abschnitt aufweisen, dessen Permeabilität der Codierung entspricht. Entsprechend der Darstellung in Figur 4 umfaßt die Abtasteinrichtung in diesem Fall eine zentral angeordnete Erregerspule 402 zur Erzeugung eines magnetischen Flusses durch den ferromagnetischen Abschnitt der Antriebs- oder Abtriebswelle 401 und eine Mehrzahl von Meßspulen 403 zur Erfassung eines durch die Permeabilität des ferromagnetischen Abschnitts beeinflußten magnetischen Flusses.
Figur 3 ist zu entnehmen, daß in einem optisch codierten Ab- schnitt 302 der Antriebs- oder Abtriebswelle 301 ein optischer Dehnungsmeßstreifen 321 mit einer Vielzahl von Reflexionsstellen angeordnet ist, deren Abstand durch eine Einwirkung eines Drehmoments oder einer Kraft auf die Antriebsoder die Abtriebswelle 301 änderbar ist. In diesem Fall um- faßt die Abtasteinrichtung eine auf die Reflexionsstellen ausgerichtete Lichtquelle 302 mit integriertem Lichtsensor zur Wellenlängeermittlung von durch die Reflexionsstellen reflektiertem Licht. Die in Figur 5 perspektivisch dargestellte Abtasteinrichtung 504 ist in einem den magnetisch oder optisch codierten Abschnitt der Antriebs- oder Abtriebswelle 501 umgebenden Gehäusedeckel 503 angeordnet, durch den das Getriebegehäuse 502 verschlossen ist. In den Gehäusedeckel 503 sind außerdem Wellenlager 505 und eine berührende oder berührungslose Wellendichtung 506 integriert. Auf diese Weise kann der Gehäusedeckel 503 Wälzlager oder Gleitlager führen bzw. deren Abstützkräfte aufnehmen.
Alternativ zu der in Figur 5 dargestellten Anordnung kann die Abtasteinrichtung 604 entsprechend Figur 6 in einem mit dem Getriebegehäuse 602 und dem Getriebedeckel 603 fest verbundenen Flansch 631 angeordnet sein, der den magnetisch oder op- tisch codierten Abschnitt der Antriebs- oder Abtriebswelle
601 umgibt. Der Flansch 631 kann das Getriebe mit berührenden oder berührungslosen Dichtungen 606 abdichten und Wälzlager bzw. Gleitlager 605 führen bzw. deren Abstützkräfte aufnehmen .
Entsprechend einer weiteren alternativen Anordnung kann die Abtasteinrichtung 704 entsprechend Figur 7 im Getriebegehäuse 702 fest eingebaut sein und dort den magnetisch oder optisch codierten Abschnitt der Antriebs- oder Abtriebswelle 701 um- geben. Dabei kann die Abtasteinrichtung beispielsweise auch in einem Bereich zwischen Gehäusedeckel 703 und Getriebegehäuse 702 angeordnet werden, das zusätzlich Wälzlager oder ein Gleitlager 705 führt oder deren Abstützkräfte aufnimmt. Die Anwendung der vorliegenden Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt.
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