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Patent Searching and Data


Title:
GLASS FIBER MAT AND PRODUCTS COMPRISING GLASS FIBER MATS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/107233
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a glass fiber mat comprising glass fibers of a first type, glass fibers of a second type, and a binding agent. The glass fibers of the first type are thereby characterized by a mean fiber diameter of less than 6 μm and compliance with the EC protocol "ECB/TM/27 Rev. 7" and the glass fibers of the second type are characterized by a mean fiber diameter of greater than 6 μm. The ratio between the weight proportion of the glass fibers of the first type and the weight proportion of the glass fibers of the second type is between 0.01 and 0.15. The weight per unit area of the glass fiber mat is between 25 g/m2 and 80 g/m2. For a CV floor coating comprising a wear layer and structural layer, the structural layer comprises such a glass fiber mat having an impregnation.

Inventors:
GRASSL THOMAS (US)
Application Number:
EP2012/000604
Publication Date:
August 16, 2012
Filing Date:
February 10, 2012
Export Citation:
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Assignee:
JOHNS MANVILLE EUROPE GMBH (DE)
GRASSL THOMAS (US)
International Classes:
D04H1/4218; D04H1/587; D04H1/645; D06N7/00; D21H13/40
Domestic Patent References:
WO2006087426A12006-08-24
Foreign References:
EP0267470A11988-05-18
US4138521A1979-02-06
US20080161177A12008-07-03
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
GRÄTTINGER MÖHRING VON POSCHINGER (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Glasfaservlies umfassend Glasfasern einer ersten Art,

Glasfasern einer zweiten Art und ein Bindemittel, mit den folgenden Merkmalen:

die Glasfasern der ersten Art zeichnen sich durch einen mittleren Faserdurchmesser von weniger als 6μτη sowie die

Einhaltung des EC Protocol "ECB/TM/27 rev. 7" aus;

die Glasfasern der zweiten Art zeichnen sich durch einen mittleren Faserdurchmesser von mehr als 6μπι aus;

das Verhältnis zwischen dem Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten

Art beträgt zwischen 0,01 und 0,15;

das Flächengewicht beträgt zwischen 25g/m2 und 80g/m2.

2. Glasfaservlies nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Harnstoffharz , bevorzugt eine Mischung aus Harnstoffharz und einer Polymerdispersion umfasst.

3. Glasfaservlies nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Polyacrylsäurebinder , bevorzugt eine Mischung aus Polyacrylsäurebinder und einer Polymerdispersion umfasst.

4. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch

gekennzeichnet, dass der mittlere Faserdurchmesser der

Glasfasern der ersten Art zwischen 0,5μτη und 6μχη, bevorzugt zwischen 0,6μπι und 3μπι, besonders bevorzugt zwischen 0,6μπι und 1 , 5μτη beträgt .

5. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch

gekennzeichnet, dass der mittlere Faserdurchmesser der

Glasfasern der zweiten Art zwischen 6μπι und 13μπι beträgt.

6. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, dass die Glasfasern der zweiten Art ein mittleres Längen- /Durchmesserverhältnis von zwischen 500 und 2000 aufweisen.

7. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch

gekennzeichnet, dass die Glasfasern der zweiten Art aus C- Glas, E-Glas und/oder T-Glas bestehen.

8. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch

gekennzeichnet, dass die Glasfasern der zweiten Art aus einem Gemisch mindestens zweier unterschiedlicher Glasfasertypen bestehen .

9. Glasfaservlies nach Anspruch 8, dadurch gekennze chnet, dass das Gemisch von Glasfasern zweiter Art sowohl aus C-Glas wie auch aus E-Glas bestehende Glasfasern umfasst, wobei

bevorzugt der Anteil von aus C-Glas bestehenden Glasfasern an dem Gemisch von Glasfasern zweiter Art größer ist als der Anteil von aus E-Glas bestehenden Glasfasern.

10. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch

gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen dem

Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem

Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art zwischen 0,03 und 0,08, bevorzugt zwischen 0,04 und 0,06 beträgt.

11. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch

gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen dem

Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem

Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art weniger als 0,055, bevorzugt weniger als 0,048 beträgt.

12. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Flächengewicht von zwischen 40g/m2 und 60g/m2 aufweist.

13. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewichtsanteil des Bindemittels zwischen 15% und 35%, bevorzugt zwischen 20% und 30% beträgt

14. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Porosität 1000 - 3000 l/mJs, vorzugsweise 1500 - 2500 l/m2s beträgt.

15. Glasfaservlies nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer zusätzlichen Imprägnierung versehen ist .

16. Glasfaservlies nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, das es sich bei dem Imprägniermittel um Plastisol handelt.

17. CV-Bodenbelag mit einer Nutzschicht und einer

Strukturschicht, wobei die Strukturschicht ein mit einer Imprägnierung versehenes Glasfaservlies nach Anspruch 15 ode Anspruch 16 umfasst .

18. Verwendung eines Glasfaservlieses nach einem der Ansprüche 1 bis 14 als Abdeckung für Innenraumelemente , insbesondere eines Kraftfahrzeugs, insbesondere als Deckenplatte oder sonstige Innenraumauskleidung .

19. Verwendung eines Glasfaservlieses nach einem der Ansprüche 1 bis 14 als Oberflächenbeschichtung einer Baustoffplatte , insbesondere einer mineralischen Decken- oder Wandplatte.

20. Verwendung eines Glasfaservlieses nach einem der Ansprüche 1 bis 14 als WandbeSchichtung .

Description:
Glasfaservlies sowie Glasfaservliese enthaltende Erzeugnisse

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Glasfaservlies. Sie betrifft des Weiteren Glasfaservliese enthaltende Erzeugnisse, insbesondere einen ein Glasfaservlies als Strukturschicht umfassenden CV-Bodenbelag .

Glasfaservliese sind in mannigfaltigen Ausführungen und für diverse Anwendungen bekannt. Ebenfalls bekannt sind übliche Verfahren zur Herstellung von Glasfaservliesen aus Glasfasern und Binder. Eine wesentliche Anwendung von Glasfaservliesen bildet die Verwendung als Trägermaterial in Bodenbelägen, namentlich in CV (Cushioned Vinyl ) -Bodenbelägen . Bei der Herstellung von CV- Bodenbelägen wird typischerweise das Glasfaservlies zunächst in einem ersten Schritt mit einer PVC- Paste (insbesondere Plastisol) imprägniert. Hierzu wird üblicherweise die PVC-Paste in einer vorgegebenen Schicht- dicke bzw. mit einem vorgegebenen Flächengewicht (z.B. ca. 400 g/m 2 ) mittels Rakel auf das Glasfaservlies aufgebracht. Anschließend wird auf das solchermaßen imprägnierte Glasfaservlies eine weitere Schicht der PVC- Paste aufgebracht, wobei das Flächengewicht dieser zweiten Schicht typischerweise in etwa in der gleichen Größenordnung wie die Imprägnierbeschichtung liegen kann. Anschließend erfolgt die Rückenbeschäumung , d.h. das Aufbringen einer elastisch nachgiebigen Beschich- tung auf die Rückseite des Glasfaservlieses. Die Nutzseite kann anschließend ein abschließendes Finishing erhalten, beispielsweise durch Beschichtung mittels Klarlack oder sonstige Spezialbeschichtungen. Die derartige Herstellung von CV-Bodenbelägen ist in der PVC- Industrie seit langem bekannt und wird in verschiedenen Varianten in großem Umfang angewandt.

An das die Trägerschicht bildende Glasfaservlies werden dabei verschiedene Anforderungen gestellt, die teilweise in einem gewissen Konfliktverhältnis zueinander stehen. So soll das Glasfaservlies eine gute mechanische Festigkeit aufweisen, und zwar sowohl während der Verarbeitung als auch während der Nutzung des unter seiner Verwendung hergestellten, ausgelegten Bodenbelags. Sodann ist es wichtig, dass sowohl die PVC-Paste als auch die Rückenbeschäumung eine optimale mechanische Verbindung zu dem Glasfaservlies eingehen, damit eine Ablösung dieser Schichten von dem Glasfaservlies während der Benutzung des Bodenbelags vermieden wird. Auf der anderen Seite muss allerdings vermieden werden, dass PVC-Paste, die, wie dargelegt, mittels Rakel auf das Glasfaservlies aufgebracht wird, durch dieses hindurch dringt; denn ansonsten entstehen auf der Rückenseite des Glasfaservlieses, wo später die Rückenbeschäumung aufgebracht wird, mehr oder weniger ausgeprägte PVC- Klümpchen, die den Komfort beim Gehen auf dem CV- Bodenbelag substantiell beeinträchtigen. Weiterhin spielen wie üblich Kostenaspekte eine Rolle, und zwar sowohl was die Herstellung des Glasfaservlieses betrifft, als auch im Hinblick auf dessen Imprägnierung mit PVC-Paste, wobei der Verbrauch an PVC-Paste für die Imprägnierung maßgeblich von der Dicke und den Eigenschaften (Porenvolumen, Durchlässigkeit, Saugfähigkeit, Porengrößenverteilung) des Glasfaservlieses abhängt.

Die vorliegende Erfindung ist darauf gerichtet, ein Glasfaservlies bereitzustellen, das sich in hervorragender Weise für die Verwendung als Trägermaterial in einem CV-Bodenbelag eignet, indem es alle vorstehend dargelegten Anforderungen in praxisgerechter Weise erfüllt und insoweit in seinen Gesamteigenschaften dem Stand der Technik überlegen ist.

Gelöst wird diese Aufgabenstellung gemäß der vorliegenden Erfindung, wie im Anspruch 1 angegeben, durch ein Glasfasern einer ersten Art, Glasfasern einer zweiten Art und ein Bindemittel umfassendes Glasfaservlies, wobei die Glasfasern der ersten Art sich durch einen mittleren Faserdurchmesser von weniger als 6 μτη sowie die Einhaltung des EC Protocol "ECB/TM/27 rev. 7" und die Glasfasern der zweiten Art sich durch einen mittleren Faserdurchmesser von mehr als 6 μιτι auszeichnen, wobei weiterhin das Verhältnis zwischen dem Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art zwischen 0,01 und 0,15 beträgt und ferner das Flächengewicht des Glasfaservlieses zwischen 25 g/m 2 und 80 g/m 2 liegt.

Für das erfindungsgemäße Glasfaservlies ist somit, mit anderen Worten, eine spezifische Kombination synerge- tisch zusammenwirkender Merkmale dergestalt charakte- ristisch, dass es aus verschiedenen mittels eines Bindemittels miteinander verbundenen Glasfasern besteht, nämlich relativ dünnen, d.h. einen mittleren Faserdurchmesser von weniger als 6 μχη aufweisenden Glasfasern erster Art einerseits und relativ dicken, d.h.

einen mittleren Faserdurchmesser von mehr als 6 μπι aufweisenden Glasfasern zweiter Art andererseits, wobei der Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art an der Glasfaserzusammensetzung wesentlich geringer ist als der Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art, indem das Verhältnis zwischen den Gewichtsanteilen der Glasfasern der ersten Art und dem der Glasfasern der zweiten Art zwischen 0,01 und 0,15 liegt, wobei weiterhin die Glasfasern der ersten Art im Sinne der Kriterien nach dem EC Protocol "ECB/TM/27 rev . 7"

(Biopersistence of Fibres; Intratracheal Instillation) nicht biopersistent sind und das Flächengewicht des Glasfaservlieses zwischen 25 g/m 2 und 80 g/m 2 liegt. Die Eigenschaften des entsprechenden Glasfaservlieses machen dieses insbesondere im Hinblick auf die weiter oben dargelegte Verwendung besonders geeignet, lassen allerdings auch eine mit signifikanten Vorteilen verbundene Verwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses in einer Reihe anderer Anwendungen, in denen vergleichbare Anforderungen an das Glasfaservlies gestellt werden, zu (s. unten) . Ein insoweit bedeutsamer, durchaus überraschender Aspekt in diesem Zusammenhang besteht darin, dass das erfindungsgemäße Glasfaservlies trotz seines relativ niedrigen Flächengewichts von zwischen 25 g/m 2 und 80 g/m 2 , das sogar noch unter dem typischen Flächengewicht von bekannten, für vergleichbare Anwendungen geeigneten und eingesetzten Glasfaservliesen, die keinerlei Mikrofasern enthalten, liegt, und somit trotz des insoweit gegenüber herkömmlichen Glasfaservliesen mit nur einer Art von Glasfasern reduzierten Anteils stärkerer Glasfasern keine signifikante Einbuße an mechanischen Eigenschaften wie insbesondere der Festigkeit aufweist, wobei zugleich jedoch das Risiko, dass (in der weiter oben dargelegten bevorzugten Anwendung) PVC-Paste das Glasfaservlies durchdringt und auf der Rückseite Klümpchen bildet, gegenüber dem bisher insoweit maßgeblichen Stand der Technik signifikant reduziert wird. Zugleich lässt sich in Anwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses, verglichen mit dem Stand der Technik, die Oberfläche des fertigen Bodenbelags verbessern, indem Unebenheiten auf der Nutzseite minimiert werden. Hervorzuheben ist weiterhin, dass sich in Anwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses der Bedarf an PVC-Paste, der zum Imprägnieren des Glasfaservlieses benötigt wird, reduzieren lässt, und zwar ohne dass hierdurch die Haftung zwischen dem Glasfaservlies und der Imprägnierung beeinträchtigt wird. Indem die Mikrofasern, d.h. die einen mittleren Faserdurchmesser von weniger als 6 μττι aufweisende Glasfasern der ersten Art weiterhin nicht biopersistent sind

(s.o.), sind das erfindungsgemäße Glasfaservlies und die unter seiner Verwendung hergestellten Erzeugnisse unter Gesundheitsaspekten unbedenklich; denn die insbesondere während der Verarbeitung (insb. an Schnittkanten) freigesetzten Glasfasern können im menschlichen Körper keinen Schaden anrichten, weil sie entweder nicht lungengängig sind (dies gilt für die Glasfasern der zweiten Art) oder aber im Körper durch Körperflüssigkeit aufgelöst werden (dies gilt für die Glasfasern der ersten Art) . Insoweit können zwar die Glasfasern der zweiten Art ebenfalls nicht-biopersistent sein, sie müssen dies jedoch nicht, was ein wichtiger Aspekt ist sowohl im Hinblick auf die Flexibilität, was das für die Glasfasern der zweiten Art verwendete Glas betrifft, als auch im Hinblick auf die Herstellungskosten.

Wenngleich die vorstehend eingehend erörterte Verwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses bei der Herstellung von Bodenbelägen im Vordergrund steht, was die besondere Eignung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses betrifft, so stellt dies keinesfalls die einzige mögliche Verwendung dar. Diverse der vorstehend dargelegten, das erfindungsgemäße Glasfaservlies auszeichnenden Aspekte machen dieses vielmehr auch für eine Reihe anderer Anwendungen mit besonderem Vorteil einsetzbar. Zu nennen ist hier insbesondere die (einer herkömmlichen Tapete entsprechende) Verwendung als überstreichbarer Decken- und Wandbelag, in der aufgrund der Eigenschaften des Glasfaservlieses mit sehr geringem (nachträglichem) Farbauftrag eine hervorragende Oberflächengüte erzielbar ist, wobei weiterhin die äußerst geringe Tendenz, dass Farbe durch das Vlies hindurchtritt, sich sehr günstig auswirkt auf die Haftung des Glasfaservlieses als Decken- bzw. Wandbelag auf dem betreffenden Untergrund. Dass mit einer sehr geringen Menge an Wand- bzw. Deckenfarbe eine sehr gute Oberflächenqualität erzielbar ist, ist dabei nicht nur ein ökonomischer Aspekt. Auch bleibt so das Gewicht des Decken- und Wandbelags samt Farbauftrag, d.h. des gestrichenen Decken- und Wandbelags relativ gering, was seinerseits der Haftung des Glasfaservlieses auf dem Untergrund entgegenkommt. In sehr ähnlicher Weise gelten diese vorteilhaften Gesichtspunkte bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses als

Oberflächenbeschichtung einer Baustoffplatte , insbesondere einer mineralischen Decken- oder Wandplatte, dergestalt, dass das Glasfaservlies werksseitig auf der vorgeformten Platte aufgebracht wird (insbesondere durch Kleben bzw. Auflaminieren) ; denn die spezifische Struktur des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses verhindert ein Durchdringen des Klebstoffes von der Rückseite her zu der frontseitigen Oberfläche, d.h. der Sichtseite, so dass die Oberflächengüte der Sichtseite und das Farbhaftvermögen nicht durch Klebstoffspuren beeinträchtigt wird. Und ebenfalls ist das erfindungsgemäße Glasfaservlies aufgrund seiner dargelegten günstigen Eigenschaften mit besonderem Vorteil als Abdeckung für Innenraumelemente , insbesondere eines Kraftfahrzeugs, insbesondere als Deckenplatte oder sonstige Innen- raumauskleidung einsetzbar.

Die vorstehend dargelegten besonderen Vorteile des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses sind besonders ausgeprägt, wenn der mittlere Faserdurchmesser der Glasfasern der ersten Art zwischen 0,5 μιη und 6 μτη, bevorzugt zwischen 0,6 μτη und 3,0 μιτι, besonders bevorzugt zwischen 0,6 μπι und 1,5 μτη beträgt.

Weiterhin ist gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung besonders günstig, wenn der mittlere Faserdurchmesser der Glasfasern der zweiten Art zwischen 6 μτη und 13 μπι beträgt. Namentlich in Kombination mit der vorstehend angegebenen bevorzugten Dimensionierung der Glasfasern der ersten Art ergeben sich besonders hervorragende Materialeigenschaften, die das entsprechende Glasfaservlies für die vorstehend dargelegten Anwendungen besonders attraktiv machen.

Besonders bevorzugt bestehen die Glasfasern der zweiten Art aus C-Glas und/oder E-Glas, wobei für verschiedene Anwendungen auch T-Glas für die Glasfasern der zweiten Art sehr geeignet ist. Besonders vorteilhaft ist dabei, wenn die Glasfasern der zweiten Art aus einem Gemisch mindestens zweier unterschiedlicher Glasfasertypen bestehen. Umfasst das Gemisch von Glasfasern zweiter Art in diesem Sinne sowohl aus C-Glas wie auch aus E-Glas bestehende Glasfasern, so ist bevorzugt der Anteil von aus C-Glas bestehenden Glasfasern an dem Gemisch von Glasfasern zweiter Art größer als die Anteile von aus E-Glas bestehenden Glasfasern, wobei der Anteil von aus C-Glas bestehenden Glasfasern an dem Gemisch aus Glasfasern zweiter Art im Rahmen der vorliegenden Erfindung sogar wesentlich größer sein kann als die Anteile von aus E-Glas bestehenden Glasfasern. Auch das vorstehend angegebene Verhältnis ist wiederum günstig im Hinblick auf die weiter oben dargelegten besonderen Eigenschaften des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses, wie sie insbesondere in Flooring-Anwendungen nützlich sind. Für andere Anwendungen können indessen durchaus auch andere Verhältnisse günstig sein, und zwar beispielsweise bis hin zu einem Anteil von 100 % von aus E-Glas bestehenden Glasfasern an den Fasern der zweiten Art.

Gemäß einem abermals anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung weisen die Glasfasern der zweiten Art besonders bevorzugt ein mittleres Längen- /Durchmesserverhältnis von zwischen 500 und 2000 auf. Diese

Proportion der Glasfasern der zweiten Art steht in spezifischer Beziehung zu deren besonderer Funktion innerhalb des Glasfaservlieses, insbesondere im Hinblick auf die mechanische Festigkeit (siehe oben) .

Gemäß einer abermals anderen bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung beträgt - für typische Anwendungsfälle des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses - das Verhältnis zwischen dem Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art bevorzugt zwischen 0,03 und 0,08, besonders bevorzugt zwischen 0,04 und 0,06. Günstigerweise beträgt das besagte Verhältnis weniger als 0,055, idealerweise weniger als 0,048. Wiederum ergeben sich in diesem Falle ganz besonders vorteilhafte Eigenschaften des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses insbesondere im Hinblick auf dessen mögliche Verwendung als Träger- material in CV-Bodenbelägen mit hervorragenden Eigenschaften. In dieser Hinsicht ist es für typische Anwendungsfälle weiterhin günstig, wenn das Flächengewicht des Glasfaservlieses zwischen 40 g/m 2 und 60 g/m 2 liegt. Für spezifische Anwendungsfälle könne indessen mit hiervon abweichenden Werten, z.B. einem Verhältnis zwischen dem Gewichtsanteil der Glasfasern der ersten Art und dem Gewichtsanteil der Glasfasern der zweiten Art von weniger als 0,03, sehr gute Resultate erzielt werden .

Was das Bindemittel des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses betrifft, so besteht hier ein erheblicher

Spielraum, der insbesondere die spätere Verwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses berücksichtigen kann. Besonders vorteilhafte Bindemittel sind Harnstoffharze und Polyacrylsäure-Binder . Das Bindemittel kann aber auch Polyacrylsäure umfassen. Hervorragende Eigenschaften ergeben sich dann, wenn das Bindemittel eine Mischung aus Harnstoffharz und Polymerdispersion oder eine Mischung Polyacrylsäure-Binder und Polymerdispersion umfasst.

Ebenfalls ein erheblicher Spielraum besteht dahingehend, was den Gewichtsanteil des Bindemittels an dem Glasfaservlies angeht, wobei insoweit auch das jeweils verwendete spezifische Bindemittel sowie die Verwendung des Glasfaservlieses eine Rolle spielen können. Für die hier im Vordergrund stehende mögliche Verwendung als Trägermaterial eines CV-Bodenbelags ist ein Gewichtsan- teil des Bindemittels zwischen 15 % und 35 %, bevorzugt zwischen 20 % und 30 % des Gesamtgewichts des Glasfaservlieses von Vorteil.

Der Binder kann, je nach der bestimmungsgemäßer! späteren Verwendung des jeweiligen erfindungsgemäßen Glasfaservlieses, ein Additiv (oder mehrere Additive)

enthalten, das (die) bis zu 50% des Gesamtgewichts des Binders ausmachen kann (können) . Das Additiv (bzw. die Additive) kann (können) dabei die Eigenschaften des Binders im Hinblick auf die individuelle Bestimmung des Glasfaservlieses spezifisch modifizieren bzw. optimieren. Typische Additive sind beispielsweise Kaolin und Ti0 2 . Allerdings kann durch Additive nicht nur der Binder technisch optimiert werden; auch eignen sich Additive dazu, die Kosten zu senken, indem sie teures

Bindemittel "strecken" können.

Im Hinblick auf die weiter oben dargelegten Zusammenhänge ist es für typische Anwendungen vorteilhaft, wenn die Porosität des Glasfaservlieses innerhalb der Bandbreite von etwa 1000 l/m 2 s und etwa 3000 l/m s liegt, wobei eine Porosität zwischen etwa 1500 l/m s und etwa 2500 l/m 2 s besonders günstig ist. Die vorstehenden Werte für eine bevorzugte Porosität stellen auf die Messnorm DIN EN IS09237 ab, und zwar für einen

Differenzdruck von 100 Pa .

Die vorliegende Erfindung bezieht sich nach den vorstehenden Ausführungen nicht allein auf das unbehandelte Glasfaservlies. Vielmehr bezieht sich die Erfindung insbesondere auch auf ein zur späteren spezifischen Weiterverarbeitung vorbehandeltes, insbesondere mit einer zusätzlichen Imprägnierung versehenes Glasfaservlies, wobei es sich bei dem Imprägniermittel insbesondere um Plastisol oder ein sonstiges PVC-basiertes Mittel handeln kann. Weiterhin erstreckt sich die vorliegende Erfindung auch auf den fertigen, unter Verwendung des erfindungsgemäßen Glasfaservlieses

hergestellten CV-Bodenbelag , der eine Nutzschicht und eine Strukturschicht umfasst, wobei die Strukturschicht ein mit einer Imprägnierung versehenes erfindungsgemäßes Glasfaservlies (s.o.) umfasst.




 
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