WENZELBURGER, Jürgen (Lerchenstrasse 3, Metzingen, 72555, DE)
WENZELBURGER, Karl-Heinz (Panoramastrasse 5, Riederich, 72585, DE)
WENZELBURGER, Jürgen (Lerchenstrasse 3, Metzingen, 72555, DE)
| Ansprüche 1. Führungsleiste (500; 700; 900) für ein Tiefbohrwerkzeug mit wenigstens einer Gleitfläche (540; 740; 940), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Bereich einer Kontaktzone (590; 790; 990) der Gleitfläche (540; 740; 940) wenigstens eine, vorzugsweise eine Mehrzahl von Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) angeordnet ist. 2. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) einen Winkel von kleiner oder gleich 45° oder größer 75° zu einer Längsrichtung (L) der Führungsleiste (500; 700; 900) aufweisen. 3. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) in die Begrenzungsflächen münden, die die Führungsleiste (500; 700; 900) in ihrer Breite (B) beschränken. 4. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) in die Begrenzungsflächen münden, die die Führungsleiste (500; 700; 900) in ihrer Länge (L) beschränken. 5. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) als geschlossene Taschen ausgeführt sind. 6. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) eine Länge (C) aufweisen, die annähernd ihrer Breite (A) entspricht. 7. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) jeweils eine Breite aufweisen, die maximal einem Fünftel der Breite (A) der Führungsleiste (500; 700; 900) entspricht. 8. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) eine polygonale und/oder bogenförmige und/oder eine unregelmäßige Gestalt aufweisen. 9. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Tiefe der Schmiernuten (501 , 502; 701 ; 901) zwischen 0,1 mm und 1 ,5 mm beträgt. 10. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Führungsleiste (500; 700; 900) wenigstens teilweise aus Hartmetall besteht. 11. Führungsleiste (500; 700; 900) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass die Führungsleiste (500; 700; 900) mit einer Hartstoffschicht versehen ist. |
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft eine Führungsleiste nach der Gattung des
unabhängigen Anspruchs 1.
Führungsleisten werden in einem Sitz an einem Bohrkopf eines
Tiefbohrwerkzeuges befestigt. Die Befestigung kann dabei lösbar oder wechselbar (z.B. durch Schrauben) oder auch stoffschlüssig (z.B. durch Löten oder Kleben) erfolgen. Eine Führungsleiste besitzt wenigstens eine Gleitfläche, welche dafür vorgesehen ist, mit der Bohrungswand
zusammenzuwirken. Die gebräuchlichsten Systeme beim Tiefbohren sind das Einiippen-Bohrsystem, das so genannte BTA-System (BTA = Boring and Trepanning Association), auch STS-System (STS = Single Tube System) genannt, und das Ejektor-System. Eine Übersicht gibt die VDI-Richtlinie VDI3210.
Bei diesen Tiefbohrsystemen wird üblicherweise ein Kühlschmierstoff eingesetzt, um einerseits Schneiden und Führungsleisten zu schmieren und zu kühlen und um andererseits die bei der Zerspanung entstehenden Späne
BESTÄTIGUNGSKOPIE aus der Bohrung zu spülen. Tiefbohrwerkzeuge werden hauptsächlich zur Herstellung von Bohrungen mit großer Bohrtiefe im Verhältnis zum
Bohrdurchmesser eingesetzt. Übliche Werte für die Bohrtiefe liegen im Bereich des 10-fachen bis 100-fachen des Bohrdurchmessers, können jedoch auch darüber oder darunter liegen.
Bei Tiefbohrwerkzeugen dienen Führungsleisten dazu, die entstehenden Schnittkräfte gegen die Bohrungswand abzustützen und das
Tiefbohrwerkzeug in der Bohrung zu führen. Damit können Bohrungen hergestellt werden, die sich durch eine besonders gute Geradheit
auszeichnen. Zusätzlich wird die Bohrungsoberfläche durch die darauf gleitenden Führungsleisten geglättet.
Führungsleisten werden üblicherweise aus Hartmetall hergestellt. Sie können auch aus anderen verschleißbeständigen Materialien wie Keramik oder CBN oder anderen dafür geeigneten Materialien hergestellt werden.
Es sind auch Führungsleisten bekannt, die aus einem Stahlkörper bestehen, in dem Elemente aus verschleißbeständigem Material befestigt sind, die dann ihrerseits mit der Bohrungswand in Kontakt treten. Darüber hinaus existieren Führungsleisten, deren Gleitfläche in mehrere Bereiche unterteilt ist, zwischen denen Vertiefungen angeordnet sein können.
Führungsleisten gleiten beim Bohrvorgang über die Bohrungswand. Dabei liegt gewöhnlich nur ein Teil ihrer Gleitfläche an der Bohrungswand an. Bei unzureichender Kühlung und/oder Schmierung durch den Kühlschmierstoff kann in dieser Kontaktzone die Reibung zwischen Führungsleiste und
Bohrungswand sehr hoch sein, wodurch sehr hohe Temperaturen auftreten können.
Ein allgemein bekanntes Problem, das durch die hohen Temperaturen verursacht wird, ist eine Rissbildung in den Führungsleisten. Diese tritt vorwiegend bei Führungsleisten aus Hartmetall auf. Die bei hohen
Temperaturen entstehenden Risse können sich bei fortschreitender
Belastung immer weiter ausdehnen. Dadurch kann es zu Ausbrüchen oder einem Bruch der Führungsleiste kommen, wodurch die Bohrungsoberfläche beschädigt werden kann. Diese Beschädigung kann dazu führen, dass das Werkstück nachgearbeitet werden muss oder nicht mehr verwendbar ist. Eine an den Führungsleisten auftretende Rissbildung ist deshalb unerwünscht und sollte weitestgehend vermieden werden.
In der DE 600 14 923 T2 ist eine Führungsleiste offenbart, die im Bereich der Gleitflächen eine flächige Absenkung oder Vertiefung aufweist, deren
Ausdehnung einen Winkel von 55° + 10° mit der Längsrichtung der
Führungsleiste einschließt. Diese Absenkung ist vergleichsweise breit und tief im Verhältnis zu den Abmessungen der Führungsleiste ausgeführt und soll ermöglichen, dass der Kühlschmierstoff durch diese Absenkung fließen kann. Dadurch soll eine besonders gute Kühlung der Gleitfläche bzw. Kontaktfläche erreicht werden, wodurch die Rissbildung reduziert werden soll.
Die Absenkung in dieser bekannten Führungsleiste ist vergleichsweise breit ausgebildet, die Gleitflächen sind am Rande angeordnet. Diese Ausbildung ermöglicht zwar einen optimalen Kühlmitteldurchtritt, gleichwohl wird eine ausreichende Schmierung im Bereich der Kontaktflächen nicht in vollem Umfange gewährleistet. Der Kühlschmierstoff wird in diesem Falle nämlich nur entlang den seitlichen Begrenzungsflächen zugeführt. An die
Kontaktflächen selbst kann Kühlschmierstoff jedoch nur schwer gelangen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Führungsleiste zu vermitteln, durch die eine wesentlich verbesserte Schmierung im Bereich der
Kontaktflächen und insbesondere im Bereich der Kontaktzonen, die mit der Bohrungswand in Kontakt stehen, erreicht wird, sodass die Gefahr einer Rissbildung verringert und hierdurch die Lebensdauer der Führungsleiste verlängert wird. Diese Aufgabe wird durch die im unabhängigen Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Offenbarung der Erfindung
Grundidee der Erfindung ist es, bei einer Führungsleiste Vertiefungen oder Schmierkanäle an ihrer Gleitfläche anzuordnen, so dass eine deutlich bessere Schmierung an der Kontaktzone zwischen Führungsleiste und Bohrungswand gewährleistet ist.
Durch die Anordnung der Schmierkanäle unmittelbar in der Gleitfläche wird eine deutlich höhere Lebensdauer gegenüber bisher bekannten
Führungsleisten erreicht. In Versuchen konnte festgestellt werden, dass die Lebensdauer erfindungsgemäßer Führungsleisten mehr als das Doppelte der Lebensdauer bekannter Führungsleisten betragen kann.
Die Verbesserung wird durch die Anordnung von Schmiernuten in der
Gleitfläche der Führungsleisten erreicht, deren Ausdehnung in Breite und Tiefe klein ist verglichen mit der Breite und Dicke der Führungsleiste. Entlang dieser Schmiernuten kann Kühlschmierstoff an verschiedene Stellen der Gleitfläche zugeführt werden oder der Kühlschmierstoff kann sich in solchen Schmiemuten sammeln und damit zur Schmierung beitragen, wohingegen bei bekannten Führungsleisten nur an den seitlichen Begrenzungsflächen
Kühlschmierstoff eintreten und an die Kontaktzone geführt werden kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Ausführungsformen sind Gegenstand der auf Anspruch 1 rückbezogenen Unteransprüche. So ist gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen, dass die Schmiernuten einen Winkel von kleiner oder gleich 45° oder größer 75° zur Längsrichtung aufweisen. Aufgrund durchgeführter Versuche hat sich als besonders vorteilhaft eine Anordnung von mehreren parallelen Schmiemuten in einem Winkel von sowohl annähernd 90° als auch parallel zur Längsausdehnung der Führungsleiste erwiesen. Ferner konnten Verbesserungen auch mit Schmiernuten erzielt werden, die in einem Winkel von annähernd 30° zur Längsrichtung der Führungsleiste angeordnet waren. Die Schmiernuten können rein prinzipiell auf die unterschiedlichste Art und Weise in den
Führungsleisten angeordnet werden. Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Schmiernuten in die Begrenzungsflächen münden, die die Führungsleisten sowohl in ihrer Breite als auch in ihrer Länge begrenzen oder beschränken. Hierdurch wird eine kontinuierliche Kühlschmierstoffzufuhr gewährleistet. Eine wiederum andere Ausführungsform sieht vor, dass die Schmiernuten als geschlossene Taschen ausgeführt sind, d.h. hinsichtlich ihrer Länge und Breite in dem Bereich der Gleitfläche der Führungsleiste begrenzt sind. Die taschenförmige Ausbildung der Schmiernuten weist den Vorteil einer Reservoirbildung für den Kühlschmierstoff auf. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Länge und Breite der Schmiernuten im
Wesentlichen übereinstimmen, sodass die taschenförmigen Schmiernuten eine quadratische Grundfläche aufweisen. Darüber hinaus können auch kreisförmige oder ovale Grundflächen vorgesehen sein. Eine derartige Ausbildung der Schmiernuten ist insbesondere unter
Herstellungsgesichtspunkten vorteilhaft.
Im Hinblick einer optimalen Schmierung sind Schmiernuten vorteilhaft, deren Breite verglichen mit der Breite der Führungsleiste klein ist. Als vorteilhaft haben sich hierbei Schmiernuten erwiesen, deren Breite maximal einem Fünftel der Breite der Führungsleiste entspricht.
Die Schmiernuten selbst können rein prinzipiell die unterschiedlichste Gestalt aufweisen. Neben einer polygonalen kann auch eine bogenförmige oder eine beliebige unregelmäßige Gestalt vorgesehen sein. Auch Kombinationen dieser Formen sind möglich. Die Schmiernuten selbst weisen nur eine geringe Tiefe auf. Als vorteilhaft hat sich eine Tiefe der Schmiernuten erwiesen, die zwischen 0,1 mm und 1 ,5 mm beträgt.
Zur Erhöhung der Standzeit der Führungsleisten ist vorgesehen, dass sie wenigstens teilweise aus Hartmetall bestehen. Darüber hinaus kann auch vorgesehen sein, dass die Führungsleisten mit einer Hartstoffschicht beschichtet sind.
Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1a einen Bohrkopf des BTA-Bohrsystems mit drei auswechselbar
befestigten Führungsleisten;
Fig. 1b einen Bohrkopf des Ejektor-Bohrsystems mit zwei stoffschlüssig
befestigten Führungsleisten;
Fig. 2 einen Bohrkopf eines Einlippenbohrers mit zwei auswechselbar
befestigten Führungsleisten;
Fig. 3a eine Führungsleiste nach dem Stand der Technik;
Fig. 3b eine weitere Führungsleiste nach dem Stand der Technik in
mehrteiliger Ausführung und mit einer Absenkung zwischen den
Gleitflächen;
Fig. 4 die typische Kontaktzone einer Führungsleiste nach dem Stand der Technik;
Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Führungsleiste mit mehreren längs und quer verlaufenden Schmiernuten;
Fig. 6 eine Draufsicht der in Fig. 5 gezeigten Führungsleiste; Fig. 7 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Führungsleiste mit mehreren diagonal verlaufenden Schmiernuten;
Fig. 8 eine Draufsicht der in Fig. 7 gezeigten Führungsleiste;
Fig. 9 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Führungsleiste mit mehreren taschenartig geschlossenen Schmiernuten;
Fig. 10 eine Draufsicht der in Fig. 9 gezeigten Führungsleiste;
Fig. 11 einen Querschnitt einer Ausführungsform einer Schmiernut einer erfindungsgemäßen Führungsleiste;
Fig. 12 einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer Schmiernut einer erfindungsgemäßen Führungsleiste;
Fig. 13 einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer Schmiernut einer erfindungsgemäßen Führungsleiste.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
Figur 1a zeigt eine isometrische Ansicht eines Bohrkopfes 100 für das so genannte BTA-Bohrsystem, der mit drei auswechselbar befestigten
erfindungsgemäßen Führungsleisten 110 ausgestattet ist. Die
Führungsleisten 110 sind mit Schrauben 120 am Bohrkopf 100 befestigt, so dass sie nach Erreichen ihrer Lebensdauer gewendet oder gegen neue Führungsleisten 110 ausgetauscht werden können. Die Lebensdauer des Bohrkopfes 100 kann ein Mehrfaches der Lebensdauer der Führungsleisten 110 betragen.
Weiterhin sind am Bohrkopf 100 zwei mit Schrauben auswechselbar befestigte Schneidplatten 130, 132 angeordnet. Der Bohrkopf 100 weist zwei Öffnungen 140 auf, die mit einem inneren Kanal verbunden sind. Über diese Öffnungen 140 und den inneren Kanal werden die beim Bohren entstehenden Späne abgeführt. An einem Ende ist der Bohrkopf 100 mit einer Aufnahme 190 versehen, mittels derer er mit einer (nicht dargestellten) Bohrstange auf an sich bekannte Weise verbunden wird. Sowohl die Anzahl und Anordnung der Schneidplatten 130, 132 als auch der Öffnungen 140 und Kanäle und die Ausgestaltung der Aufnahme 190 für die Bohrstange sind für die vorliegende Erfindung unerheblich.
Figur 1b zeigt eine isometrische Ansicht eines Bohrkopfes 101 für das Ejektor-Bohrsystem, der mit zwei stoffschlüssig befestigten Führungsleisten 111 ausgestattet ist. Femer sind drei stoffschlüssig befestigte Schneidplatten 160, 161 , 162 am Bohrkopf 101 angeordnet. Die Lebensdauer eines solchen Bohrkopfes 101 ist üblicherweise erreicht, wenn entweder die
Führungsleisten 111 oder die Schneidplatten 160, 161 , 162 das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Der Bohrkopf 101 weist zwei Öffnungen 141 auf, die mit einem inneren Kanal verbunden sind. Über diese Öffnungen 141 und den inneren Kanal werden die beim Bohren entstehenden Späne abgeführt. An einem Ende ist der Bohrkopf 101 mit einer Aufnahme 191 versehen, mittels derer er mit einer (nicht dargestellten) Bohrstange verbunden wird. Sowohl die Anzahl und Anordnung der Schneidplatten 160, 161 , 162 sowie der Öffnungen und Kanäle als auch die Ausgestaltung der Aufnahme 191 für die Bohrstange sind für die vorliegende Erfindung unerheblich.
Figur 2 zeigt eine isometrische Ansicht eines Bohrkopfs 200 eines
Einlippenbohrers, der mit zwei auswechselbar befestigten Führungsleisten 210 ausgestattet ist. Die Führungsleisten 210 sind mit Schrauben 211 befestigt.
Darüber hinaus ist der Bohrkopf 200 mit einer mittels einer Schraube auswechselbar befestigten Schneidplatte 220 ausgestattet. Er weist zudem einen innen liegenden Kanal 230 zur Zufuhr von Kühlschmierstoff und eine außen liegende Nut 231 zur Abfuhr der beim Bohren entstehenden Späne und des Kühlschmierstoffs auf. Die Anzahl und Anordnung der
Schneidplatten 210 sowie die Anordnung des Kanals/der Kanäle sind für die vorliegende Erfindung unerheblich. Figur 3a zeigt eine isometrische Ansicht einer Führungsleiste 300 nach dem Stand der Technik. Die Führungsleiste 300 hat üblicherweise zwei ebene Seitenflächen 320, die die Längenausdehnung L begrenzen, zwei ebene Seitenflächen 310, die die Breite B begrenzen und eine ebene Bodenfläche 330 sowie eine gekrümmte Gleitfläche 340, die die Dicke H der
Führungsleiste 300 begrenzen. Mit der Bodenfläche 330 und den
Seitenflächen 310, 320 liegt die Führungsleiste 300 an einem
entsprechenden Sitz im Bohrkopf an, wodurch die Lage der Führungsleiste 300 im Bohrkopf definiert ist. Die Krümmung der Gleitfläche 340 ist vorteilhafterweise so ausgeführt, dass ihr Krümmungsradius kleiner oder annähernd gleich dem Radius der zu erzeugenden Bohrung ist. Die
Krümmungsachse der Gleitfläche ist vorzugsweise annähernd parallel zur Rotationsachse des Bohrkopfes ausgerichtet, die im Wesentlichen parallel zu den Längsseiten 310 und der Bodenfläche 330 verläuft.
Figur 3b zeigt eine isometrische Ansicht einer weiteren typischen
Führungsleiste gemäß dem Stand der Technik. Diese Führungsleiste 301 entspricht derjenigen der Figur 3a, mit dem Unterschied dass die
Führungsleiste 301 aus mehreren Teilen aufgebaut ist, die miteinander verbunden sind. Vorzugsweise werden solche Führungsleisten aus einem ersten Teil aus einem ersten kostengünstigen Werkstoff, beispielsweise Stahl, und mindestens einem weiteren Teil aus verschleißbeständigem Material, beispielsweise Hartmetall aufgebaut, die mittels einem
stoffschlüssigen Verbindungsverfahren, beispielsweise durch Löten, miteinander verbunden sind. Die in der Figur dargestellte Führungsleiste weist zwei Gleitflächen 341 , 342 auf, zwischen denen eine Vertiefung 350 angeordnet ist. Die Gleitflächen 341 , 342 werden dabei durch das
verschleißbeständige Material gebildet. Für die Krümmung der Gleitflächen 341, 342 gilt das oben in Verbindung mit Fig. 3a Gesagte entsprechend.
Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Gleitfläche 340 der in Fig. 3a
dargestellten Führungsleiste 300. Schraffiert dargestellt ist die typische Kontaktzone 390 an der Gleitfläche 340 einer Führungsleiste 300, an der beim Bohren mit Tieflochbohrern üblicherweise Verschleiß auftritt. Diese Kontaktzone 390 entspricht dem Teil der Gleitfläche 340 der Führungsleiste 300, der tatsächlich mit der (nicht dargestellten) Bohrungswand in Kontakt steht. In diesem Bereich kommt es durch Reibung zwischen Gleitfläche 340 und Bohrungswand zu Verschleiß, das heißt zu einem Materialabtrag an der Führungsleiste 300. In der Kontaktzone 390 liegt die Führungsleiste 300 direkt an der Bohrungswand an, wodurch nur sehr wenig Kühlschmierstoff zwischen Kontaktzone 390 und Bohrungswand gelangen kann. Mit zunehmendem Verschleiß wird die Fläche der Kontaktzone 390 größer und es können sich in dieser Zone Risse bilden, die durch anhaltende
Hitzeeinwirkung verursacht werden.
Üblicherweise tritt Verschleiß nur einseitig an Führungsleisten auf, sodass die Führungsleisten um 180° gewendet und erneut eingesetzt werden können.
Aus dem Stand der Technik bekannte Führungsleisten sind üblicherweise wenigstens in dem Bereich aus einem verschleißbeständigen Material hergestellt, an dem sie in Kontakt mit der Bohrungswand steht. Verbreitete Materialien für diesen Zweck sind zum Beispiel Hartmetall, Keramik oder CBN. Zur weiteren Erhöhung der Lebensdauer kann ferner vorgesehen sein, wenigstens die Gleitfläche(n) einer Führungsleiste mit einer Hartstoffschicht zu beschichten, die sowohl die Entstehung von Verschleiß und die
Übertragung von Wärme in die Führungsleiste reduziert als auch die Reibung zwischen Gleitfläche und Bohrungswand vermindert.
Figur 5 zeigt eine isometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen
Führungsleiste 500 mit gleichem Aufbau wie die in Fig. 3a und 4 gezeigten Führungsleisten. Wie der Fig. 5 zu entnehmen ist, sind entlang der Gleitfläche 540 der Führungsleiste 500 mehrere Schmiernuten 501 , 502 angeordnet, die parallel zu den seitlichen Begrenzungsflächen 510, 520 der Gleitfläche 540 verlaufen und in diese münden. Figur 6 stellt eine Draufsicht auf die Gleitfläche der in Fig. 5 dargestellten Führungsleiste dar. Die typische Kontaktzone 590 ist als Strichlinie dargestellt. Die Schmiernuten 501 , 502 sind im Bereich der Kontaktzone 590 angeordnet. Entlang der Schmiernuten 501 , 502, die auch miteinander verbunden sind, kann beim Bohren Kühlschmierstoff in die Kontaktzone 590 gelangen, wodurch eine deutlich verbesserte Schmierung zwischen
Kontaktzone 590 und Bohrungswand erzielt wird. Die Reibung zwischen Führungsleiste 500 und Bohrungswand in der Kontaktzone 590 wird dadurch deutlich reduziert. In Versuchen wurde ermittelt, dass durch diese Anordnung von Schmiernuten 501 , 502 sowohl eine Rissbildung als auch der Verschleiß gegenüber Führungsleisten ohne Schmiernuten deutlich verringert wird. Derartige Führungsleisten besitzen dadurch eine deutlich höhere
Lebensdauer als aus dem Stand der Technik bekannte Führungsleisten.
Im Gegensatz zu der aus der DE 600 14 923 T2 bekannten Führungsleiste sind die hier vorgesehenen Schmierkanäle nicht zwischen den Gleitflächen angeordnet, sondern durchziehen diese, um in der Kontaktzone 590 eine bessere Schmierung zu gewährleisten. Bei den aus der DE 600 14 923 T2 bekannten Führungsleisten wird durch Anordnen einer Absenkung zwischen den Gleitflächen durch den hindurchfließenden Kühlschmierstoff eine
Kühlung der Führungsleiste erreicht. Demgegenüber sind bei der in Figur 5 und Figur 6 dargestellten Führungsleiste die Schmierkanäle 501 , 502 so angeordnet, dass sie die Kontaktzone gewissermaßen durchziehen und somit zu einer verbesserten Schmierung in der Kontaktzone 590 führen. Außerdem ist die Ausdehnung der Schmierkanäle 501 , 502 im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten sehr klein, da schon geringe Mengen an Kühlschmierstoff ausreichend sind, um die Schmierung zu verbessern, wohingegen zur Kühlung deutlich größere Mengen an Kühlschmierstoff nötig sind. Figur 7 zeigt eine isometrische Ansicht einer weiteren Führungsleiste 700 mit gleichem Aufbau wie die in Figur 3a und 4 dargestellten. Hier sind entlang der Gleitfläche 740 der Führungsleiste 700 mehrere Schmiernuten 701
angeordnet, die unter einem Winkel zu den seitlichen Begrenzungsflächen 710, 720 entlang der Gleitfläche 740 verlaufen und in die
Begrenzungsflächen 710, 720 münden.
Figur 8 zeigt eine Draufsicht auf die Gleitfläche 740 der in Figur 7
dargestellten Führungsleiste 700. Die Schmiernuten 701 sind unter dem Winkel w zu den seitlichen Begrenzungsflächen 710, 720 angeordnet. Die Kontaktzone 790 ist als Strichlinie dargestellt. Die Schmiernuten 701 ermöglichen eine optimale Schmierung im Bereich der Kontaktzone 790.
Figur 9 zeigt eine isometrische Ansicht einer weiteren Führungsleiste 900 mit gleichem Aufbau wie die in Figur 3a und 4 dargestellte. In der Gleitfläche 940 der Führungsleiste 900 sind mehrere taschenartige Schmiernuten 901 angeordnet, die entlang der Gleitfläche 940 verlaufen. Im Gegensatz zu den in Figur 5 bis Figur 8 dargestellten Ausführungsformen münden die
Schmiernuten 901 jedoch nicht in die seitlichen Begrenzungsflächen 910, 920, sondern sind in ihrer Ausdehnung allein auf die Gleitfläche 940 beschränkt. Diese Ausführung der Schmiernuten 901 wirkt als Reservoir, in dem sich Kühlschmierstoff sammeln kann, so dass stets eine geringe Menge Kühlschmierstoff vorhanden ist, die zur Schmierung in der Kontaktzone 990 beitragen kann.
Figur 10 zeigt eine Draufsicht auf die Gleitfläche 940 der in Figur 9
dargestellten Führungsleiste 900. Die Kontaktzone 990 ist als Strichlinie dargestellt. Die Länge einer Schmiernut 901 ist mit C bezeichnet. Prinzipiell kann die Länge einer jeden Schmiernut 901 unterschiedlich zur Länge der anderen Schmiernuten 901 sein. Weitere Ausführungsformen von Schmiernuten können beispielsweise einen bogenförmigen oder polygonalen Verlauf in der Draufsicht auf die
Führungsleiste aufweisen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist jedoch nicht die Ausführungsform der Schmiernuten selbst, sondern die Anordnung der Schmiernuten im Bereich der Kontaktzone zwischen Führungsleiste und Bohrungswand. Die Darstellung der in Figur 5 bis Figur 10 dargestellten Schmiernuten ist aus diesem Grunde nicht einschränkend zu verstehen. Rein prinzipiell können an sich beliebige Ausbildungen und Gestalten der
Schmiernuten vorgesehen sein, wobei diese Schmiernuten immer im Bereich der Kontaktzone angeordnet sind und im Vergleich zu den
Begrenzungsflächen und zur Höhe oder Dicke der Führungsleisten kleine Ausdehnungen aufweisen.
In den Figuren 11 bis 13 sind verschiedene bevorzugte Ausführungsformen für den Querschnitt der Schmiernuten dargestellt. Die dargestellten
Ausführungsformen beziehen sich dabei auf die in Figur 6 mit X-X, in Figur 8 mit Y-Y und in Figur 10 mit Z-Z dargestellten Querschnitte.
Figur 11 zeigt einen im wesentlichen rechteckförmigen Querschnitt einer Schmiernut N.
Figur 12 zeigt einen im wesentlichen bogenförmigen Querschnitt einer Schmiernut NT.
Figur 13 zeigt einen im wesentlichen dreiecksförmigen Querschnitt einer Schmiernut N".
In Figur 11 bis Figur 13 ist jeweils die Breite der Schmiernut als A, deren Tiefe als T bezeichnet. Die Tiefe T beträgt vorzugsweise zwischen 0,1 und 1 ,5 mm. Die Schmiernuten N, Ν', N" können entweder durch ein Urformverfahren bei der Herstellung der Führungsleisten hergestellt werden, zum Beispiel durch Pressen und Sintern, oder sie können in einem gesonderten Arbeitsgang in die Gleitfläche eingebracht werden.
Die dargestellten Querschnittsformen sind hier nur beispielhaft dargestellt. Alle weiteren möglichen Querschnittsformen, auch unregelmäßige oder polygonförmige, sind im Prinzip möglich. Die Erfindung erfasst damit auch beliebige Ausgestaltungen der Schmiernuten.
In Versuchen wurde ermittelt, dass eine besonders deutliche Verbesserung der Lebensdauer der Führungsleisten erzielt werden konnte, wenn mehrere Schmiernuten in einem Winkel von sowohl annähernd 90° als auch parallel zur Längsausdehnung der Führungsleiste eingebracht wurden. Darüber hinaus konnten Verbesserungen auch mit Schmiernuten erzielt werden, die in einem Winkel von annähernd 30° zur Längsrichtung der Führungsleiste angeordnet waren.
Prinzipiell können Verbesserungen auch dadurch erzielt werden, dass Schmiernuten entsprechend Fig. 9 und Fig. 10 vorgesehen werden, deren Ausdehnung in Breite und Länge wenigstens annähernd gleich ist. Die Schmiernuten könnten dementsprechend beispielsweise in der Draufsicht entsprechend Figur 10 als kreisförmige oder quadratische Vertiefung ausgeführt werden, wobei die Querschnittsform vorzugsweise entsprechend Figur 11 bis Figur 13 ausgeführt sein kann.
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