ZHENG, Qinghua (Sudetenstraße 51, Taufkirchen, 82024, DE)
BAUER, Markus (Dr-Karl-Schuster-Str. 1, Freising, 85354, DE)
ZHENG, Qinghua (Sudetenstraße 51, Taufkirchen, 82024, DE)
| Ansprüche 1. Fahrwegträger mit wenigstens einer Gleitfläche (14, 19, 34) für Magnetschwebefahrzeuge (4), die wenigstens eine zum Absetzen auf der Gleitfläche (14, 19, 34) bestimmte Gleitkufe (8) aufweisen, wobei die Gleitfläche (14, 19, 34) mit einer reibungsarmen mehrlagigen Beschichtung mit zumindest einer auf der Gleitfläche (14, 19, 34) angeordneten keramischen Lage (15, 22, 35, 36) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine nichtkeramische Lage (17, 23, 37), hergestellt in einem thermischen Spritzverfahren, auf der keramischen Lage (15, 22, 35, 36) angeordnet ist. 2. Fahrwegträger nach Anspruch 1 , bei dem die nichtkeramische Lage (17, 23, 37) ein Polymer aufweist. 3. Fahrwegträger nach Anspruch 2, bei dem die nichtkeramische Lage (17, 23, 37) Polyethylen und/oder Polypolyetherketon und/oder Polyetheretherketon aufweist. 4. Fahrwegträger nach Anspruch 3, bei dem das Polyethylen ein ultrahochmo- lekulares Polyethylen mit einer mittleren Molmasse von mehr als 1000 kg/mol, vorzugsweise von mehr als 3000 kg/mol, ist. 5. Fahrwegträger nach Anspruch 2, bei dem die nichtkeramische Lage (17, 23, 37) ein Epoxydharz aufweist. 6. Fahrwegträger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die nichtkeramische Lage (17, 23, 37) zumindest einen Gleitmittelzusatz enthält. 7. Fahrwegträger nach Anspruch 6, bei dem der Gleitmittelzusatz Graphit oder Polytetrafluorethylen ist. 8. Fahrwegträger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem die nichtkeramische Lage (17, 23, 37) zusätzlich Kohlefasern aufweist. 9. Fahrwegträger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die zumindest eine keramische Lage (15, 22, 35, 36) Aluminiumoxid oder Aluminiumoxid und Titanoxid aufweist und in einem thermischen Spritzverfahren hergestellt ist. 10. Fahrwegträger nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem das thermische Spritzverfahren zum Aufbringen der nichtkeramischen Lage (17, 23, 37) und/oder das thermische Spritzverfahren zum Aufbringen der keramischen Lage (15, 22, 35, 36) ein Flammspritzverfahren ist. 11. Verfahren zum Beschichten wenigstens einer Gleitfläche (14, 19, 34) eines Fahrwegträgers (1 ) für Magnetschwebefahrzeuge (4), aufweisend die folgenden Schritte: a. ) Aufbringen zumindest einer keramischen Lage (15, 22, 35, 36) auf zumindest der Gleitfläche (14, 9, 34) des Fahrwerkträgers durch ein thermisches Spritzverfahren, und b. ) Aufbringen einer nichtkeramischen Lage (17, 23, 37) auf die zumindest eine keramische Lage (15, 22, 35, 36) durch ein thermisches Spritzverfahren, insbesondere durch Flammspritzen. 12. Verfahren nach Anspruch 11 , bei dem zum Aufbringen der nichtkeramischen Lage (17, 23, 37) die mit der zumindest einen keramischen Lage (15, 22, 35, 36) vorbeschichtete Gleitfläche ( 4, 19, 34) vorgewärmt wird. 13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem die mit der zumindest einen keramischen Lage (15, 22, 35, 36) vorbeschichtete Gleitfläche (14, 19, 34) durch das thermische Spritzverfahren zum Aufbringen der keramischen Lage (15, 22, 35, 36) vorgewärmt wird. |
Die Erfindung betrifft einen Fahrwegträger für Magnetschwebefahrzeuge mit we- nigstens einer Gleitfläche nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , und ein Verfahren zum Beschichten der Gleitfläche eines solchen Fahrwegträgers nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 1.
Gleitflächen auf Fahrwegsträgern für Magnetschwebefahrzeuge dienen in Notfäl- len, zum Beispiel bei Stromausfällen oder bei Beschädigung von Tragmagneten, zum sicheren Absetzen der Fahrzeuge auch bei hohen Geschwindigkeiten. Die Fahrzeuge weisen zu diesem Zweck entsprechende Gleitkufen auf. Werden die Gleitflächen mit einer die Reibung vermindernden Beschichtung versehen, kann die Fahrt des Magnetschwebefahrzeugs auf den Gleitflächen vorteilhaft bis zur nächsten Umsteigemöglichkeit für Passagiere oder bis zu einer nächsten Werkstatt fortgesetzt werden.
Die DE 10 2004 028 948 offenbart einen Fahrwegträger für eine Magnetschwebebahn mit einer Gleitfläche. Auf dieser Gleitfläche ist eine ein- oder mehrlagige Keramikschicht durch ein Flammspritzverfahren aufgebracht. Diese Schicht ist relativ dünn, weswegen sich die Rauhigkeit der Gleitflächen auch in der
Keramikschicht abzeichnet. Zum Glätten ist auf der Keramikschicht eine äußere Lage aus einem Harzsystem angeordnet, die durch ein Spritz- oder Rollverfahren nasschemisch auf die Keramikoberfläche aufgebracht wird. Dieses Auftragsverfahren hat sich für ein Harzsystem grundsätzlich bewährt. Allerdings ist nach dem nasschemischen Auftragen des Harzsystems in einem Spritz- oder Rollprozess eine zeitaufwändige Trocknung bei kontrollierten Klimabedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) erforderlich. Dieses verkompliziert die Herstellung der Fahrwerksträger und führt bei Vor-Ort Reparaturen von Fahrwegträgern mit beschädigten Beschichtungen der Gleitfläche zu Verzögerungen im Fahrbetrieb der Magnetschwebebahn.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Fahrwegträger mit einer beschichteten Gleitfläche zu schaffen, welcher effizient herstellbar ist. Es ist eine weiter Aufgabe, ein Verfahren zur Beschichtung einer Gleitfläche eines Fahrwegträgers anzugeben, das zur Herstellung eines Fahrwegträgers und zur Instandsetzung einer beschädigten Beschichtung eines Fahrwegträgers mit geringerem Zeitaufwand eingesetzt werden kann.
Die Erfindung löst diese Aufgaben durch einen Fahrwegträger mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 1 .
Der erfindungsgemäße Fahrwegträger für Magnetschwebefahrzeuge weist wenigstens eine Gleitfläche auf, auf der Magnetschwebefahrzeuge mit wenigstens einer Gleitkufe aufsetzen können. Die Gleitfläche ist mit einer reibungsarmen mehrlagigen Beschichtung mit zumindest einer auf der Gleitfläche angeordneten keramischen Lage versehen. Der Fahrwegsträger zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest eine nichtkeramische Lage, hergestellt in einem thermischen Spritzverfahren, auf der keramischen Lage angeordnet ist. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Beschichten wenigstens einer Gleitfläche eines Fahrwegträgers für Magnetschwebefahrzeuge weist die folgenden Schritte auf. Es wird zumindest eine keramische Lage auf der wenigstens einen Gleitfläche des Fahrwerkträgers durch ein thermisches Spritzverfahren aufgebracht. Anschließend wird eine nichtkeramische Lage auf die zumindest eine keramische Lage durch ein thermisches Spritzverfahren, insbesondere durch Flammspritzen, aufgebracht. Das thermische Spritzverfahren zum Aufbringen der nichtkeramische Lage ermöglicht eine Herstellung oder Reparatur von Fahrbahnträgern unter geringerem Zeitaufwand, da die mit einem nasschemischen Auftragungsverfahren verbundene Trockenzeit entfällt. Zudem vereinfacht sich die Auftragung, da auf die aufwändige Klimatisierung der Gleitfläche bei der Applikation und beim Trocknen der Beschichtung verzichtet werden kann.
In einer bevorzugten Ausgestaltung des Fahrwegträgers weist die nichtkerami- sche Lage ein Polymer auf, insbesondere Polyethylen und/oder
Polypolyetherketon und/oder Polyetheretherketon. Diese Materialien sind thermisch spritzfähig und tribologisch gut geeignet.
In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird zum Aufbringen der nichtkeramischen Lage die mit der zumindest einen keramischen Lage vorbeschichtete Gleitfläche vorgewärmt. Auf diese Weise wird eine bessere Haftung der nichtkeramischen Lage erreicht. Dabei ist besonders bevorzugt, die mit der zumindest einen keramischen Lage vorbeschichtete Gleitfläche durch das thermische Spritzverfahren zum Aufbringen der keramischen Lage vorgewärmt wird. Auf diese Weise wird der Beschichtungsvorgang zeitlich und auch im Hinblick auf die einzusetzende Energie besonders effizient.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch eine Magnetschwebebahn mit einem Fahrwegträger und einem Fahrzeug;
Fig. 2 eine schematische, perspektivische Teilansicht eines Fahrwegträgers aus Beton, mit einer ebenfalls aus Beton bestehenden Gleitfläche; Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Teilansicht eines Fahrwegträgers aus
Beton mit einer beschichteten Gleitfläche aus Stahl; und
Fig. 4 eine der Fig. 2 entsprechende Teilansicht eines Fahrwegträgers aus
Beton in einem weiteren Ausführungsbeispiel. In Fig. 1 ist schematisch ein Querschnitt durch eine Magnetschwebebahn mit einem Antrieb in Form eines Langstator-Linearmotors dargestellt. Die Magnetschwebebahn enthält eine Vielzahl von Fahrwegträgern 1 , die in Richtung einer vorgegebenen Trasse hintereinander angeordnet sind und an den Unterseiten von Fahrwegplatten 2 angeordnete, mit Wicklungen versehene Statorpakete 3 tragen. Längs der Fahrwegträger 1 können Fahrzeuge 4 mit Tragmagneten 5 verkehren, die den Unterseiten der Statorpakete 2 gegenüber stehen und gleichzeitig das Erregerfeld für den Langstator-Linearmotor bereit stellen. An den Oberseiten deij Fahrweg platten 2 sind in Fahrtrichtung erstreckte Gleitflächen 6 vorgesehen, die z. B. als die Oberflächen von speziellen, an den Fahrwegplatten 2 befestigten Gleitleisten 7 ausgebildet sind. Die Gleitflächen 6 wirken mit an den Unterseiten der Fahrzeuge 4 befestigten Gleitkufen 8 zusammen, die im Stillstand der Fahrzeuge 4 auf den Gleitflächen 6 abgestützt sind, so dass zwi- sehen den Statorpaketen 3 und den Tragmagneten 5 vergleichsweise große Spalte 9 vorhanden sind. Als Material für die Oberfläche der Gleitkufen 8 kann beispielsweise eine mit Kohlenstofffasern verstärkte und mit SiC angereicherte Kohlenstoff-Keramik eingesetzt werden. Für eine Fahrt werden zunächst die Tragmagnete 5 aktiviert, um die Gleitkufen 8 von den Gleitflächen 6 abzuheben und in dem dadurch hergestellten Schwebezustand die Größe des Spalts 9 auf beispielsweise 10 mm einzustellen. Danach wird das Fahrzeug 4 in Bewegung gesetzt.
Magnetschwebebahnen dieser Art sind dem Fachmann allgemein bekannt (z. B. "Neue Verkehrstechnologien", Henschel Magnetfahrtechnik 6/86).
In Fig. 2 ist ein aus Beton hergestellter Fahrwegträger 1 1 angedeutet, der an seiner Oberseite mit einer einstückig mit ihm hergestellten Erhebung bzw. Leiste 12 versehen ist, die auf ihrer Oberseite eine Gleitfläche 14 für die Gleitkufen 8 des Magnetschwebefahrzeugs 4 nach Fig. 1 aufweist. Derartige Beton-Fahrwegträger 1 1 sind z. B. aus den Druckschriften ZEV-G1 as.Ann 105, 1989, S. 205 - 215 oder "Magnetbahn Transrapid, die neue Dimension des Reisens", Hestra Verlag Darmstadt 1989, S. 21 - 23 bekannt, die hiermit durch Referenz auf sie zum Gegenstand der vorliegenden Offenbarung gemacht werden.
Die Gleitflächen 14 sind mit einer mehrlagigen Beschichtung versehen. Die Be- schichtung weist zumindest eine keramische Lage und eine nichtkeramische La- ge auf. Beim Beispiel der Figur 2 besteht die Beschichtung aus genau zwei aufeinander angeordneten Lagen, einer keramischen Lage 15 und einer nichtkeramischen Lage 17. Die Zahl von zwei Lagen ist dabei jedoch nicht einschränkend. Es können beispielsweise auch mehrere keramische Lagen übereinander vorgese- hen sein, auf die abschließend eine nichtkeramische Lage aufgebracht ist. Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird die Oberfläche 14 der Leiste 12 als die Gleitfläche und die aus den aufgebrachten Lagen, hier der keramischen Lage 15 und der nichtkeramischen Lage 17, bestehende Schicht als Beschichtung der Gleitfläche 14 bezeichnet.
Die unmittelbar auf die aus Beton bestehende und z.B. durch Sandstrahlen vorbereitete Gleitfläche 14 des Fahrwegträgers 1 aufgebrachte keramische Lage 15 kann beispielsweise eine Aluminiumoxidschicht sein. Alternativ kann die keramische Lage 15 eine Mischung bestehend aus 50 bis 99,9 Massenprozent Alumini- umoxid und 50 bis 0,1 Massenprozent Titanoxid enthalten. Dabei bildet sich ein Material mit einer hohen Härte und einer vergleichsweise hohen Zähigkeit aus, das eine gute Haftung auf dem Beton erzielt und das die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der einzelnen Komponenten zumindest teilweise ausgleicht. Die keramische Lage 15 wird vorzugsweise in einem thermischen Spritzverfahren aufgebracht. Hier sind Plasma-, Lichtbogen- und Laserspritzen und insbesondere Flamm- und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen geeignet. Die Ausgangsmaterialien können dabei beispielsweise in Pulverform zugeführt werden. Die nichtkeramische Lage 17 wird ebenfalls in einem thermischen Spritzverfahren aufgebracht. Um eine Zersetzung der nichtkeramischen Ausgangsmaterialien zu verhindern, ist beispielsweise ein Flammspritzverfahren geeignet, bei dem die Ausgangsmaterialien mittels eines Schutzgasstroms in die Flamme eingebracht werden. Die nichtkeramische Lage 17 und somit die gesamte Beschichtung ist unmittelbar nach dem Aufbringen einsatzbereit.
Ein geeignetes Material für die nichtkeramische Lage 17 ist Polyethylen (PE) und insbesondere ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMW-PE). PE ist preisgünstig und hat reibungstechnisch (tribologisch) gute Eigenschaften. Alternative Materia- lien sind Polyetherketon, vorzugsweise Polyetheretherketon (PEEK) oder Mischungen von PE und PEEK. Auch modifiziertes Epoxydharz kann eingesetzt werden, bei dem ein als rieselfähiges Prepolymer vorliegendes Epoxidharz mit Graphitpartikeln und/oder Glaskugeln, die vorzugsweise hohl sind, versetzt ist. Als Schichtdicke ist eine Dicke im Bereich von 0,1 bis 0,2 mm gut geeignet.
Es können Zusatzstoffe, insbesondere zur Senkung der Reibung und damit des Verschleißes in der nichtkeramischen Lage 17 der Beschichtung enthalten sein. Derartige Zusatzstoffe sind bevorzugt Graphit oder Polytetrafluorethylen (PTFE).
Figur 3 zeigt einen Ausschnitt eines Fahrwegträgers in einem weiteren Ausführungsbeispiel. Hier handelt es sich um einen Fahrweg in Verbundbauweise, der eine Mehrzahl von hintereinander angeordneten, aus Beton hergestellten Fahrwegträgern 18 enthält, in deren obere Oberflächen aus Stahl gefertige, mit Gleitflächen 19 versehene Gleitleisten 20 eingelegt sind. Die Gleitflächen 19 stehen im Ausführungsbeispiel etwas über die Oberfläche des übrigen Fahrwegträgers 18 vor und können in an sich bekannter Weise mit einer Korrosionsschutzschicht versehen sein.
Wiederum ist auf die Gleitfläche 19 eine keramische Lage 22 aufgebracht, auf der eine riichtkerarnische Lage 23 angeordnet ist. Bezüglich der einsetzbaren Materialien für die Lagen 22 und 23 wird auf die entsprechenden Lagen 15 und 17 des Ausführungsbeispiels in Fig. 2 verwiesen.
Zur Illustration ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 die Rauhigkeit der keramische Lage 22 übertrieben stark dargestellt, so dass Rauheitsspitzen 24 und Rauheitstäler 25 erkennbar sind. Eine Ursache für die Rauhigkeit der keramische Lage 22 ist die sich abzeichnende Rauhigkeit eines rauen Untergrunds, wie z.B. bei der Leiste 12 aus Beton beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2. Aber auch bei der in diesem Ausführungsbeispiel eingesetzten aus Stahl gefertigten Gleitleiste 20 bildet die keramische Lage 22 eine raue Oberfläche, insbesondere wenn sie durch ein thermisches Spritzverfahren aufgebracht wird.
Ein unmittelbarer Kontakt der Gleitkufen 8 mit der rauen Oberfläche der keramischen Lage 22 würde dazu führen, dass endgültige und günstige Gleiteigenschaften erst nach einer gewissen Einlaufzeit und nach dem Abschleifen der Rauheitsspitzen 24 erhalten werden, was unerwünscht ist. Die riichtkerarnische Lage 23 füllt die Rauheitstäler 25 der keramischen Lage 22 und stellt so eine tribologisch vorteilhafte glatte Kontaktfläche für die Gleitkufen 8 bereit. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 weist die Gleitfläche 34 des Fahrwerkträgers eine dreilagige Beschichtung auf. Hier sind zwei keramische Lagen 35 und 36 übereinander vorgesehen, auf denen eine nichtkeramische Lage 37 angeordnet ist.
Die erste keramische Lage 35 hat dabei zum Beispiel eine Materialzusammensetzung wie die in Fig. 2 beschriebene keramische Lage 15. Die zweite keramische Lage 36 enthält dagegen eine Mischung, die mindestens 90 Massenprozent, vorzugsweise 95 Massenprozent, AI2O3 und maximal 10 Massenprozent, vor- zugsweise maximal 5 Massenprozent ΤΊΟ2 aufweist. Die zweite keramische Lage 36 kann darüber hinaus Zusatzstoffe, insbesondere Graphit oder PTFE, enthalten. Die zweite keramische Lage 36 weist durch die geänderte Materialzusammensetzung gegenüber der ersten inneren Lage 35 günstigere Verschleiß- und Gleiteigenschaften auf. Wie bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen dient die nichtkeramische Lage 37 wiederum zur Bereitstellung einer glatten Oberfläche der Beschichtung.
In allen Ausführungsbeispielen kann die nichtkeramische Lage 17, 23, 37 aus PE oder PEEK in einem (Schutzgas-) Flammspritzverfahren aufgebracht werden. Ei- ne gute Haftung wird dabei erreicht, wenn das Substrat, also die Gleitfläche 14, 19, 34 mit der oder den aufgebrachten keramischen Lagen 15, 22, 35, 36 vorgewärmt wird. Die Vorerwärmungstemperaturen sind von den Parametern des Flammspritzverfahrens abhängig und liegen sowohl für die Applikation der Keramikschichten als auch für die Flammbeschichtung mit Polymeren vorzugs- weise im Bereich von 100°C bis 150 Ό.
Wenn auch die keramischen Lage oder Lagen 15, 22, 35, 36 in einem thermischen Spritzverfahren, insbesondere dem Flammspritzverfahren, aufgebracht werden, führt das Aufbringen dieser Schichten bereits zu einer Erwärmung der Gleitflächen 14, 19, 34 und der aufgebrachten keramischen Lagen 15, 22, 35, 36 selbst. Diese Erwärmung kann vorteilhaft als Vorerwärmung für das Aufbringen der nichtkeramische Lage 17, 23, 37 ausgenutzt werden. Dabei kann über eine zeitliche Verzögerung zwischen dem Aufbringung der keramischen und der nichtkeramischen Lage die bevorzugte Vorerwärmungstemperatur eingestellt werden. Das beschriebene Verfahren zur Beschichtung der Gleitflächen eines Fahrwegs ist sowohl zur Herstellung von Fahrwegträgern als auch zur Instandsetzung einer beschädigten Beschichtung vor Ort einsetzbar. Im Folgenden wird das Verfahren anhand von zwei Beispielen nochmals näher erläutert.
Beispiel 1
Ein Fahrwegträger aus Beton, welcher bereits werksseitig mit einer Beschichtung, ausgeführt zum Beispiel gemäß der DE 103 14 068, versehen ist, wird derart be- schädigt, dass die Beschichtung zumindest abschnittsweise von der Gleitfläche des Fahrwegträgers abgetragen wurde.
Zur Instandsetzung wird der Abschnitt des Fahrwegträgers, an dem der Schaden erfolgt ist, ohne vorherige Demontage, sandgestrahlt. Anschließend wird verblie- benes Strahlgut mittels Pressluft von der zu besc ichtenden Oberfläche entfernt. Auf derart vorbehandelte und aufgeraute und gereinigte Oberfläche wird durch Flammspritzen bzw. Flammpulververspritzen eine zähe und harte keramische Lage aus einem Gemisch von AI2O3 und ΤΊΟ2 aufgetragen. Die keramische Lage besteht aus 60 Massen prozent Al 2 0 3 und 40 Massenprozent ΤΊΟ2 und weist eine Stärke von 50 ± 5 pm auf. Auf die durch das Aufbringen der keramischen Lage noch vorgewärmte Gleitfläche mit der keramischen Lage wird eine nichtkeramische Lage als Deckschicht ebenfalls in einem Flammspritzverfahren aufgebracht. Diese Deckschicht bewirkt einerseits eine Glättung der Oberfläche und verfügt andererseits über abweisende Eigenschaften gegenüber Wasser und Verunreini- gungen. Die Deckschicht besteht aus ultrahochmolekularem Polyethylen (UHMW- PE) einer mittleren Schichtdicke von 150 + 15 μητι. Die Gesamtschichtdicke der Beschichtung beträgt somit 200 + 20 |jm.
Beispiel 2
In einem Verfahren zur werksseitigen Herstellung wird ein Fahrwegträger aus Beton zunächst durch Schleifen vorbehandelt. Im Anschluss werden drei Einzellagen, analog zu einer Anordnung gemäß Fig. 4, auf die Gleitfläche des Fahrwegträgers aufgebracht. Zunächst wird eine erste keramische Lage auf die Gleitfläche aufgetragen. Diese besteht aus 60 Massenprozent AI2O3 und 40 Massenprozent Ti0 2 , bei einer mittleren Schichtdicke von etwa 50 pm. Zeitgleich oder unmittelbar nach dem Auftrag der ersten keramischen Lage über die Länge und Breite der Gleitfläche des Fahrwerkträgers erfolgt das Auftragen einer zweiten keramischen Lage. Diese besteht aus 97 Masseprozenten Al 2 0 3 und 3 Masseprozenten ΤΊΟ2. Das Auftragen der ersten und zweiten keramischen Lagen erfolgt durch Flammspritzen, wobei mit Hilfe einer Brenngas- Sauerstoffflamme ein pulver-, schnür-, stab- oder drahtförmiger Beschichtungswerkstoff erhitzt wird und unter Zuführung zusätzlicher Druckluft mit hoher Geschwindigkeit auf einen Grundwerkstoff gespritzt wird. Im vorliegenden Fall wjrd eine Anordnung aus drei Brennern, die hintereinander mit Bezug auf die Gleitfläche angeordnet sind und mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit über die Gleitfläche verfahren werden, zum Auftragen der ersten und zweiten keramischen Lage und einer nichtkeramischen Lage als dritten Lage genutzt. Dem vorderen Brenner wird eine Beschichtungsmischung zum Aufbrin- gen der ersten keramischen Lage zugeführt und dem mittleren Brenner eine Beschichtungsmischung zum Aufbringen der zweiten keramischen Lage, was eine zeitgleiche Applikation beider Lagen 35 und 36 vorteilhaft ermöglicht.
Mit Hilfe des dritten hinteren Brenners der Brenneranordnung wird die nichtkera- mische Lage aufgebracht werden, sobald die vorherigen keramischen Lagen vollständig auf die Gleitfläche aufgebracht wurden. Die Betriebsparameter der ersten beiden Brenner, der Abstand der Brenner zueinander und die Vorschubgeschwindigkeit der Brennanordnung bestimmt dabei die Vorerwärmungstemperatur, bei der die Aufbringung der nichtkeramischen Lage erfolgt. Bei vorgegebenen Betriebsparametern der ersten beiden Brenner und vorgegebener Vorschubgeschwindigkeit kann insbesondere der Abstand der Brenner so gewählt werden, dass sich eine gewünschte Vorerwärmungstemperatur einstellt. Zur Aufbringung der nichtkeramischen Lage wird dem dritten Brenner, eventuell bei Zufuhr von Schutzgas, eine Polymermischung zugeführt. Diese Mischung enthält ein
Polyetherketon, vorzugsweise modifiziertes PEEK, sowie Zusatzstoffe wie
Polytetrafluorethylen, Graphit und vergleichsweise kurze Kohlenstofffasern. Die dritte äußere Lage weist eine Schichtdicke von etwa 150|jm auf.
Next Patent: SYSTEM FOR PROCESSING DATA RELATING TO BUILDINGS
