| JP09049201 | PAVING CONCRETE BLOCK |
| JP01263302 | CONCRETE BLOCK AND INSTALLATION METHOD THEREOF |
| JP2002274922 | CONCRETE BLOCK FOR PAVEMENT |
STADT RIETBERG (Rathausstrasse 31, Rietberg, 33397, DE)
KONINKLIJKE PHILIPS ELECTRONICS N.V. (Groenewoudseweg 1, BA Eindhoven, NL-5621, NL)
| Leitsystem aus Betonwerksteinen Ansprüche : 1. LeitSystem für insbesondere sehbehinderte Menschen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betonwerkstein (1) die für eine Aufnahme wenigstens eines LED-Beleuchtungssystems (5) erforderliche Aussparung (4) durch einen geeigneten Formkörper in einem Herstellwerk erhält oder dass ein LED-Beleuchtungskörper im Zuge der Herstellung des Betonwerksteins eingebracht wird. 2. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Setzen eines Betonwerksteins (1) in einem Verkehrsraum die Aussparung (4) des Werksteins (1) mit einem flexiblen oder starren LED-Beleuchtungssystem (5) versehen wird. 3. Leitsystem nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein LED-Beleuchtungssystem (5) in einer Aussparung eines Betonwerksteins (1) vergossen wird. 4. Leitsystem nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die LED-Beleuchtungssysteme durch Solarmodule gespeist werden . 5. Leitsystem nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das LED-Beleuchtungssystem als kontinuierliches Lichtband ausgebildet ist . 6. Leitsystem nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die LED-Beleuchtungssysteme an eine Straßenbeleuchtung gekoppelt sind . |
Beschreibung :
Die Erfindung betrifft ein Leitsystem aus Betonwerksteinen, das geeignet ist, auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehbehinderten Menschen eine optimale Orientierung in einem Verkehrsraum zu verschaffen.
Sehbehinderte und blinde Menschen benötigen zur Orientierung die drei Grundinformationen Gehe, Achtung und Stopp. Diese Informationen können durch Mauern, Kanten, Borde oder durch Grenzlinien zwischen kontrastreichen Bodenbelägen wie
zwischen Platten- und Pflasterbelag mit einem Langstock taktil erfasst werden. An schwierigen Stellen sollten diese Funktionen durch besondere kontrastreich gestaltete
Bodenindikatoren übernommen werden.
Gehe! wird normalerweise signalisiert durch die Gehwegfläche markierende Kanten, Mauern oder Borden, die als sog. innere oder äußere Leitlinie fungieren. Wenn das Umfeld keine klar ertastbaren und zusammenhängenden vorhandenen
Orientierungshilfen zur Führung bietet, da zum Beispiel Geschäftsauslagen im Wege stehen, bei großen Plätzen oder häufig auch an Knotenpunkten, sollten dort besonders
ausgebildete Leitstreifen zur Führung eingebaut werden.
Achtung! kann ein Hinweis, eine Verzweigung, aber auch eine Warnung bedeuten. Diese Information wird durch
Aufmerksamkeitsfelder oder -streifen aus Noppenplatten oder Auffangstreifen aus Rippenplatten regelmäßig signalisiert.
Stopp! wird zumeist durch eine Bordsteinkante oder eine Stufe angezeigt .
BESTÄTIGUNGSKOPIE Für motorisch eingeschränkte Menschen können die für
sehbehinderte und blinde Menschen als Orientierungshilfen wichtigen Stufen oder Borde jedoch ein Hindernis darstellen, da diese Menschen einen möglichst geringen Höhenunterschied zwischen den einzelnen Verkehrsflächen benötigen.
Viele Sehbehinderte orientieren sich hauptsächlich optisch, insbesondere auch dann, wenn sie gleichzeitig zur
Nahfeldsicherung einen Langstock benutzen. Da aber bei sehbehinderten Menschen häufig auch das
Farberkennungsvermögen eingeschränkt ist, kann allein eine farbliche Abweichung, z. B. von rot nach grau, die
Anforderungen an den optischen Kontrast nicht erfüllen.
Optische Kontraste sollten daher in erster Linie hell-dunkel Kontraste sein, insbesondere Leuchtdichtekontraste. Dabei sind helle Informationen auf dunklem Grund grundsätzlich die besser erkennbaren.
Vor diesem Hintergrund erläutert die DIN 32984 sogenannte Bodenindikatoren mit einem hohen taktilen, akustischen und/oder optischen Kontrast wie bspw. in der Leuchtdichte oder in der Farbe zwischen angrenzenden Bodenbelägen.
Weiter benötigen sehbehinderte und blinde Menschen vielfach Leitlinien zur Längsführung, um sich orientieren zu können. Dies können vorhandene Orientierungshilfen wie Mauern,
Kanten, Borde oder auch taktil erfassbare Begleitpflanzungen wie Grünstreifen sein. Dort, wo bauseitig vorhandene
Orientierungshilfen nicht geschlossen sind, übernimmt ein zusammenhängendes Zusatzsystem in Form von Leitstreifen aus bspw. Rippenplatten die Funktion einer Leitlinie.
Leitstreifen sind in Laufrichtung aneinander gereihte
Bodenindikatoren mit einem Längsprofil, bspw. einem
Rippenprofil. Sie leiten sehbehinderte und blinde Menschen entlang bestimmter Strecken und haben auf Bahnsteigen und anderen Verkehrsanlagen zugleich eine Abgrenzungs- und
Warnfunktion. Dabei ist zu festen Hindernissen ein Mindestabstand von 60 cm einzuhalten. Die Breite derartiger Leitstreifen beträgt 30 cm.
Rippenplatten weisen eine Oberseite aus parallelen Rippen auf, die jedoch aufgrund ihrer Struktur im Gegensatz zu
Noppenplatten mit den Füßen nicht ertastbar sind. Daher ist es erforderlich, dass das Achsmaß zwischen den Rippen ausreichend groß bemessen ist, damit diese Platten mit einem Langstock sicher ertastbar sind. Rippenplatten sind so verlegt, dass ihre Rippen über das Niveau des Gehwegs hinausragen. Der in der DIN 32984 genannte Achsabstand von 20 mm ist aber schon aufgrund der unterschiedlichen am Markt befindlichen Langstockspitzen mittlerweile zu gering.
Achsabstände von 50 mm bis 60 mm sollten zweckmäßigerweise eingehalten werden. Die Rippe selber weist einen
trapezförmigen Querschnitt auf und sollte eine Höhe von 3 mm bis 5 mm sowie eine Fußbreite von 20 mm aufweisen.
Die in der DIN 32984 beschriebenen kleingliedrigen
Rillenplatten oder Sinusplatten entsprechen . ebenfalls nicht mehr den derzeitigen Bedürfnissen, da sie mit den heute üblichen Stockspitzen kaum ertastbar sind. Deshalb sollten sie nicht mehr eingesetzt werden. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein barrierefreies Leitsystem für sehbehinderte und alte Menschen zu schaffen, damit mit auch diesem Personenkreis bei schlechten
Sichtverhältnissen eine Orientierung im Verkehrsraum
problemlos ermöglicht ist.
Dieses wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an bekannte Leitsysteme aus Betonwerksteinen entsprechende flexible oder starre LED-Beleuchtungskörper angeordnet werden, wobei gem. des Anspruchs 1 darauf abgestellt ist, dass ein solcher Betonwerkstein die für eine Aufnahme wenigstens eines
LED-Beleuchtungssystems erforderliche Aussparung durch einen geeigneten Formkörper in einem Herstellwerk erhält .
Alternativ kann vorgesehen sein, dass ein LED-Beleuchtungskörper bereits im Zuge der Herstellung des Betonwerksteins eingebracht wird.
Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Leitsystems dar.
Ein Vorteil des Leitsystems nach der Erfindung besteht in dem besonderen Verbund des LED-Beleuchtungssystems mit dem
Betonwerkstein, der als statisches Element der Lastabtragung gleiche Formen und Abmessungen wie die bisherigen
Beton-Leitsteine aufweisen und so diese in einfacher Weise ersetzen kann.
Hierdurch bleiben die Vorgaben durch Normen und Richtlinien für ein barrierefreies Bauen und die Vorgaben der
Blindenverbände bspw. hinsichtlich der Anordnung von Rippen eines Leitsteins unangetastet .
Darüber hinaus ist die Herstellung eines solchen Leitsystems einfach, da gegebenenfalls die einzelnen Elemente des
LED-Beleuchtungssystems vormontiert und als
LED-Beleuchtungskörper in die Aussparung des Betonwerksteins eingesetzt und vergossen werden können, alternativ, dass ein LED-Beleuchtungskörper im Zuge der Herstellung des
Betonwerksteins eingebracht wird und so mit diesem eine von vornherein untrennbare Einheit bildet . Unabhängig von der Erstellung können Feuchtigkeit oder mechanische Belastungen wie Verkehrslasten das Leitsystem nach der Erfindung nicht schwächen.
Das LED-Beleuchtungssystem umfasst eine Vielzahl von
lichtemittierenden Dioden, LEDs, die nebeneinander angeordnet sind. Die LEDs sind vorzugsweise so dicht nebeneinander angeordnet, dass die LEDs nahezu als kontinuierliches
Lichtband wahrgenommen werden. Alternativ oder in Ergänzung zu der dichten Anordnung der LEDs kann das
LED-Beleuchtungssystem Mittel umfassen, die das Licht der einzelnen LEDs streuen, so dass der Eindruck eines kontinuierlichen Lichtbandes entsteht. Beispiele für solche Mittel zu Lichtstreuung sind z.B. Streufolien, die zwischen den LEDs und der lichtemittierenden Oberfläche des
LED-Beleuchtungssystems oder auf der lichtemittierenden
Oberfläche des LED-Beleuchtungssystems angebracht sind.
Alternativ können die LEDs auch in ein transparentes Harz eingegossen werden, dem Iichtstreuende Partikel beigemischt wurden. Ein LED-Beleuchtungssystem, das als kontinuierliches Lichtband ausgebildet ist, hat den Vorteil, dass die
Leitlinienfunktion für sehbehinderte Personen gegenüber diskreten Lichtquellen verbessert ist .
Das Leitsystem nach der Erfindung wird anhand der Zeichnung weiter erläutert, deren einzige Figur 1 eine isometrische Darstellung eines Betonwerksteins mit einem adaptierten
LED-Beleuchtungssystem wiedergibt .
Fig. 1 zeigt einen als Leitstein ausgebildeten Betonwerkstein 1 eines Leitsystems . Bei dem dargestellten Betonwerkstein 1 sind in Laufrichtung aneinander gereihte Bodenindikatoren 2 mit einem Längsprofil in Form eines Rippenprofils angeordnet. Das mittlere Längsprofil 3 ist werksseitig mit einer
Aussparung 4 versehen worden, die der Aufnahme eines
LED-Beleuchtungskörpers oder LED-Beleuchtungssystems 5 dient. Nach Herstellung des Betonwerksteins 1 im Betonwerk unter Vorhersehen geeigneter Formkörper für das Erstellen der
Aussparung 4 wird entweder auf der Baustelle oder schon in einem Herstellwerk bspw. ein flexibles LED-Lichtband als LED-Beleuchtungssystem 5 in die Aussparung 4 eingebracht und dort vorzugsweise vergossen. Dieses LED-Lichtband ist so ausgebildet, dass es die Funktion einer mittleren Rippe des Betonwerksteins übernimmt .
Durch dieses LED-Lichtband wird insbesondere Sehbehinderten bei schlechter Witterung und nachts eine optimale Führung im Verkehrsraum ermöglicht.
