| P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Mehrschichtige Schutzdecke gegen Einwirkung von Hagelschlag, insbesondere für Fahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass sie durch zwei äußere Schichten gebildet ist, von denen zumindest eine Schicht wasserdurchlässig ist, und zwischen denen sich eine Schicht von Superabsorber befindet, wobei die Decke mit Mitteln zum Anbringen an das Fahrzeug versehen ist. 2. Hagelschutzdecke nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass als Superabsorber ein Copolymer aus Acrylsäure und Natriumacrylat benutzt ist. 3. Hagelschutzdecke nach Anspruch 1oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beide äußeren Schichten durch ein Saugmaterial, z.B. durch eine Textilie gebildet sind. 4. Hagelschutzdecke nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel zum Anbringen an das Fahrzeug Klebebänder dienen, die zumindest im Bereich des Umfangs einer Seite der Decke angebracht sind. |
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Schutzdecke gegen Hagelschlag, die insbesondere für Kraftfahrzeuge bestimmt ist. Die Schutzdecke ist aus mehreren Schichten zusammengestellt und dient zur einmaligen Benutzung.
Bisheriger Stand der Technik
Ein Augenblick ist im Gedächtnis mancher Fahrer geblieben, wo ein heftiger Regen in Hagelschlag überging, und sie aus dem Inneren des Wagens oder aus dem Fenster verfolgten, wie die Hagelschloßen das Äußere ihres Fahrzeugs kaputt machten.
Es wurden verschiedene Decken zum schnellen Überdecken von Fahrzeugen im Fall einer Gefahr entworfen. Ihrer Bauweise nach können sie in drei Gruppen eingeteilt werden: Einer Gruppe gehören Luftmatratzen an, von denen eine in der Schrift AT 802997 beschrieben wird. Diese Matratzen können ihre Aufgabe erfolgreich erfüllen, nachteilig ist jedoch die ziemlich komplizierte Handhabung bei ihrer Anbringung an das Fahrzeug, sowie deren Entlüftung und Falten nach der Benutzung.
Eine andere Lösung stellen die durch biegsame Platten gebildeten Abdeckungen dar. So eine Lösung wurde zum Gegenstand der Schrift FR 2863228. Ein beträchtliches Volumen der Platten ist da zum Nachteil, weil die Platten im gefalteten Zustand einen wesentlichen Teil des Kofferraums in Anspruch nehmen. Analogisch dazu ist eine Abdeckung nach US 5664825, die durch eine Vielzahl von parallelen elastischen Stangen von kreisförmigem Querschnitt gebildet ist, welche durch zwei Textilien verbunden sind.
In die dritte Gruppe können mehrschichtige Decken eingeordnet werden, die zwischen zwei wasserdichten Folien eine anschlagdämpfende Schicht haben, z.B. aus Schaumgummi - s. z.B. WO 9215467 oder aus freien Plastikkörpern - s. AT 410428. In der US-Patentanmeldung Nr. 2008174144 wird eine Decke beschrieben, die aus einer Polymerschicht und einer anliegenden Metallschicht besteht. In der DE 202006011760 wird ein aus Schichten zusammengestellter Schutz gegen Hagelschlag entworfen, wobei eine der Schichten aus einem verhältnismäßig harten Material, eine aus einem anschlagdämpfenden Material und eine aus einem Material besteht, das an der Karosserie haftet. Auch bei dieser Lösung wird das Volumen der gefalteten Decke als Nachteil empfunden.
Man kann feststellen, dass bisher kein Hagelschutzmittel auf dem Markt erschienen ist, das zum Massenartikel geworden ist.
Als Superabsorber werden Polymers bezeichnet, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeiten, meist Wasser bzw. destilliertes Wasser aufzusaugen. Chemisch handelt es sich bei einem Superabsorber um ein Copolymer aus Acrylsäure und Natriumacrylat. Superabsorber dieser Gruppe sind unter der Bezeichnung „FAVOR" bekannt. Die in Anspruch genommene Eigenschaft der Superabsorber besteht darin, dass sie Wasser in enormen Mengen mit großer Geschwindigkeit an sich anbinden. In der Schrift WO 91/02552 wird z.B. angegeben, dass 1 g von „FAVOR" eine Menge von 6 g Wasser innerhalb von 5 s und bis 37 g Wasser innerhalb von 120 s absorbieren kann. Der expandierte Superabsorber „FAVOR" zeichnet sich durch eine noch höhere Absorbierungsgeschwindigkeit aus. Innerhalb von 5 s saugt er Wasser auf, deren Masse 13mal größer ist als seine eigene Masse. Diese Eigenschaft wird normalerweise bei Babywindeln und Damenbinden genutzt. In diesen Fällen sind die Masse des absorbierten Wassers und die Absorbierungsgeschwindigkeit maßgebend, nebensächlich bleibt die Tatsache, dass auch das Volumen des Superabsorbers im Kontakt mit Wasser analogisch und entsprechend schnell wächst.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine zur einmaligen Benutzung bestimmte Schutzdecke zu entwerfen, die zum Schutz der Fahrzeuge gegen Hagelschlag dienen soll und die ohne Weiteres als Autozubehör mitgefahren werden kann.
Darstellung der Erfindung
Die erwähnte Aufgabe wird durch eine mehrschichtige Schutzdecke gegen Einwirkung von Hagelschlag, insbesondere für Fahrzeuge, gelöst, die durch zwei äußere Schichten gebildet ist, von denen zumindest eine Schicht wasserdurchlässig ist, und zwischen denen sich eine Schicht von Superabsorber befindet, wobei die Decke mit Mitteln zum Anbringen an das Fahrzeug versehen ist. Als vorteilhafter Superabsorber kann ein Copolymer aus Acrylsäure und Natriumacrylat benutzt werden.
In einer vorteilhaften Ausführung sind beide äußeren Schichten durch ein Saugmaterial, z.B. durch eine Textilie gebildet.
Als Mittel zum Anbringen an das Fahrzeug können Klebebänder dienen, die zumindest im Bereich des Umfangs einer Seite der Decke angebracht sind.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
Es wurde eine rechteckige Schutzdecke mit Abmessungen von 2 mal 3 m getestet, die aus drei Schichten zusammengestellt wurde. Die äußeren Schichten waren aus einem höchst wasseraufnehmenden Zellstoffmaterial mit einer Dicke von 0,2 mm und dazwischen eine Schicht von pulverisiertem Superabsorber FAVOR mit einer Dicke von 0,6 mm. Es ist evident, dass der Sicherheitsfaktor von der Menge/ Dicke des Superabsorbers abhängig ist.
Die Decke wurde auf dem Dach eines PKW Mazda 626 ausgebreitet und mit Wasser begossen. Nach dem Einweichen wuchs deren Dicke schnell: Nach 5 s betrug die Dicke 3,3 mm, die äußeren Schichten eingerechnet, nach 30 s schon 4,8 mm und nach 120 s 7,8 mm. Nach Ablauf von 5 s ließ man Eiskugeln von 25 bis 30 g aus einer Höhe von 35 m auf das bedeckte Dach fallen. Es zeigte sich, dass diese Eiskugeln schon nach 5 s ab Einweichen der Decke die Form und die Oberflächenbehandlung des Dachs nicht im Mindesten beschädigt haben.
Die Decke war mit selbstklebenden Streifen versehen, die im Bereich des Umfangs einer Seite der Decke und in ihrer Achse angebracht waren. Die Klebestreifen waren mit einer Schutzfolie überdeckt. Die Decke kann jedoch auch mit anderen Mitteln zur Befestigung an das zu schützende Objekt versehen werden, z.B. mit federnden, an den Enden mit Haken versehenen Strängen.
Die Schutzdecke wird vorteilhaft in verschiedenen Größen und Dicken produziert und in einer Folie vakuumverpackt.
Es steht offen, dass die erfindungsgemäße Decke außer PKW auch zum Schutz anderer beweglichen und unbeweglichen Objekte benutzt werden kann, wie von Bau- und landwirtschaftlichen Maschinen oder Glashäusern u.a. Die Entwicklung im Bereich der Superabsorber geht sehr schnell voran und es werden immer neue Stoffe mit noch besseren Eigenschaften entwickelt. Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung ist also nicht nur auf den Superabsorber FAVOR und die Zellstofffolie beschränkt, die in der Beschreibung und in den Ansprüchen angeführt sind.
Die erfindungsgemäße Decke wurde vor allem als Bestandteil der PKW- Ausrüstung entworfen. Im Fall einer Hagelschlaggefahr nimmt der Fahrer die Decke aus der Vakuumverpackung heraus, breitet sie teilweise aus, legt die Klebestreifen an einer der kürzeren Seiten frei und heftet damit die Decke an der vorderen oder hinteren Stoßstange. Dann überzieht er die Decke' über den Wagen und heftet sie an der anderen Stoßstange. Danach wird die Decke mit ihren längeren Seiten an den Schwellen bzw. Rädern angeklebt. Bevor der Hagelschlag kommt, saugt die Decke das Regenwasser auf, nimmt an Volumen und Masse zu und ist dadurch bereit, dem Hagelschlag zu widerstehen. Man kann die Decke auch im Voraus begießen, vorzugsweise auf den waagerechten und schrägen Flächen. Nachdem keine Gefahr mehr besteht, wird die Decke abgenommen und umweltfreundlich entsorgt.
