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Title:
HIGH-VOLTAGE SYSTEM FOR A MOTOR VEHICLE AND METHOD FOR DIAGNOSING A HIGH-VOLTAGE SYSTEM FOR A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/128046
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a high-voltage system (1) for a motor vehicle (26), comprising a high-voltage battery (2) that supplies at least one load (4), in particular an inverter (5), by means of lines (3), wherein at least one switching means (8, 9, 11) is provided in order to disconnect the high-voltage supply, a capacitor (7) connected in parallel with the load (4), and a discharge circuit (12) for discharging the capacitor (7), said discharge circuit having a discharge resistor (13) and a discharge switching means (14) that closes the discharge circuit, wherein a diagnostic device having a measuring device (16) for measuring a voltage course that describes the voltage course at the capacitor (7), in particular during the discharge process (17), and a control device (15) for evaluating said voltage course in regard to a malfunction of the high-voltage system (1) is provided.

Inventors:
WOLF, Norbert (Rehsteig 15, Lenting, 85101, DE)
Application Number:
EP2011/001775
Publication Date:
October 20, 2011
Filing Date:
April 09, 2011
Export Citation:
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Assignee:
AUDI AG (85045 Ingolstadt, DE)
WOLF, Norbert (Rehsteig 15, Lenting, 85101, DE)
International Classes:
G01R31/28; G01R31/36; H02J7/34; B60L3/00
Attorney, Agent or Firm:
BRANDT, Kai et al. (Patentabteilung, Ingolstadt, 85045, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E

1. Hochvoltsystem (1) für ein Kraftfahrzeug (26), umfassend eine wenigstens eine Last (4), insbesondere einen Wechselrichter (5), über Leitungen (3) versorgende Hochvoltbatterie (2), wobei wenigstens ein Schaltmittel (8, 9, 11) zur Trennung der Hochspannungsversorgung vorgesehen ist, einen der Last (4) parallel geschalteten Kondensator (7) und eine Entladeschaltung (12) zur Entladung des Kondensators (7) mit einem Entladewiderstand (13) und einem den Entladekreis schließenden Entladeschaltmittel (14),

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Diagnoseeinrichtung mit einer Messeinrichtung (16) zur Messung eines den Spannungsverlauf an dem Kondensator (7), insbesondere während des Entladevorgangs (17), beschreibenden Spannungsverlaufs und einer Steuereinrichtung (15) zur Auswertung dieses Spannungsverlaufs im Hinblick auf eine Fehlfunktion des Hochvoltsystems (1) vorgesehen ist.

2. Hochvoltsystem nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuereinrichtung (15) zur Detektion einer Fehlfunktion bei Überschreitung eines Zeitschwellwerts durch die bis zum Erreichen einer unterhalb der Ausgangsspannung (18) der Hochvoltbatterie (2) liegenden Grenzspannung (19) nach Schließen des Entladeschaltmitteis (14) vergehende Zeit ausgebildet ist.

3. Hochvoltsystem nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuereinrichtung (15) zum kurzzeitigen Unterbrechen des Entladevorgangs (17) für einen vorbestimmten Zeitraum (22) durch Ansteuern des Entladeschaltmitteis (14) und zur Detektion einer Fehlfunktion bei Messung einer außerhalb eines Schwellbereichs (24) um die zum Zeitpunkt der Unterbrechung vorliegende Spannung (23) liegenden Spannung ausgebildet ist.

4. Hochvoltsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Speichereinrichtung (25) zur Speicherung der Zahl von Fehlfunktionen, insbesondere der Zahl bezogen auf die Art der Fehlfunktion, vorgesehen ist.

5. Hochvoltsystem nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuereinrichtung (15) zur Ausgabe einer Fehlermeldung bei Überschreitung eines Sicherheitsgrenzwerts durch die oder eine Zahl von Fehlfunktionen ausgebildet ist.

6. Hochvoltsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Diagnoseeinrichtung zur Durchführung einer Auswertung bei jeder Trennung der Hochspannungsversorgung ausgebildet ist, insbesondere bei jedem Deaktivieren der Zündung.

7. Hochvoltsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die oder eine Steuereinrichtung (15) zur Auswertung des Spannungsverlaufs im Hinblick auf wenigstens eine weitere Funktion des Hochvoltsystems (2) und/oder des Kraftfahrzeugs (26) ausgebildet ist.

8. Hochvoltsystem nach Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Messeinrichtung (16) den Spannungsverlauf in einem Elektromotor (6) des Kraftfahrzeugs (26) misst und/oder die Steuereinrichtung (15) zur Regelung des Elektromotors (6) des Kraftfahrzeugs (26) in Abhängigkeit des Spannungsverlaufs ausgebildet ist. Hochvoltsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen an einem Batterieausgang vorgesehenen Vor- schaltwiderstand (10) zur kontrollierten Ladung der Kapazität (7).

Verfahren zur Diagnose eines Hochvoltsystems für ein Kraftfahrzeug, insbesondere einem Hochvoltsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend eine wenigstens eine Last, insbesondere einen Wechselrichter, über Leitungen versorgende Hochvoltbatterie, wobei wenigstens ein Schaltmittel zur Trennung der Hochspannungsversorgung vorgesehen ist, einen der Last parallel geschalteten Kondensator und die Entladeschaltung zur Entladung des Kondensators mit einem Entladewiderstand und einem den Entladekreis schließenden Entladeschaltmittel, dadurch gekennzeichnet,

dass ein den Spannungsverlauf an dem Kondensator, insbesondere während des Entladevorgangs, beschreibender Spannungsverlauf gemessen und im Hinblick auf eine Fehlfunktion des Hochvoltsystems ausgewertet wird.

Verfahren nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei Überschreitung eines Zeitschwellwerts durch die bis zum Erreichen einer unterhalb der Ausgangsspannung der Hochvoltbatterie liegenden Grenzspannung nach Schließen des Entladeschaltmittels vergehende Zeit eine Fehlfunktion detektiert wird.

Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Entladevorgang für einen vorbestimmten Zeitraum durch Ansteuern des Entladeschaltmittels unterbrochen wird und bei Messung einer außerhalb eines Schwellbereichs um die zum Zeitpunkt der Unterbrechung vorliegende Spannung liegenden Spannung eine Fehlfunktion detektiert wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,

dadurch gekennzeichnet,

dass erst bei Überschreitung eines Sicherheitsgrenzwerts für die Zahl der Fehlfunktionen, insbesondere die Zahl von Fehlfunktionen einer Art, eine Fehlermeldung erzeugt wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei jeder Trennung der Hochspannungsversorgung die Messung und die Auswertung durchgeführt werden.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Spannungsverlauf auch im Hinblick auf wenigstens eine weitere Funktion des Hochvoltsystems und/oder Kraftfahrzeugs, insbesondere bezüglich der Regelung eines Elektromotors des Kraftfahrzeugs, ausgewertet wird.

16. Kraftfahrzeug (26), umfassend ein Hochvoltsystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.

Description:
Hochvoltsystem für ein Kraftfahrzeug und Verfahren zur Diagnose eines Hochvoltsystems für ein Kraftfahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Hochvoltsystem für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine wenigstens eine Last, insbesondere einen Wechselrichter, über Leitungen versorgende Hochvoltbatterie, wobei wenigstens ein Schaltmittel zur Trennung der Hochspannungsversorgung vorgesehen ist, einen der Last parallel geschalteten Kondensator und eine Entladeschaltung zur Entladung des Kondensators mit einem Entladewiderstand und einem den Entladekreis schließenden Entladeschaltmittel, sowie ein Verfahren zur Diagnose eines solchen Hochvoltsystems.

Insbesondere in Hybridfahrzeugen oder Elektrofahrzeugen ist es heutzutage üblich, auch Hochvoltbatterien zu verwenden. Solche Hochvoltbatterien können Spannungen von größer als 60V, beispielsweise bis zu 300V, verwenden. Beispielsweise sind Kraftfahrzeuge mit einem Elektromotor bekannt, bei denen der Gleichstrom der Hochvoltbatterie zunächst über einen Wechselrichter, insbesondere einen Pulswechselrichter, in eine Wechselspannung umgewandelt wird, die zum Betrieb der entsprechenden Hochvoltsysteme im Kraftfahrzeug dient, wobei grundsätzlich selbstverständlich auch andere Lasten vorgesehen sein können. Dabei wird üblicherweise ein der Last, insbesondere also dem Wechselrichter, parallel geschalteter Kondensator (sogenannte Zwischenkreiskapazität) verwendet. Ein solcher Kondensator wird bei Einschalten der Hochspannungsversorgung, wozu üblicherweise wenigstens ein Schaltmittel in der Hochvoltbatterie verwendet wird, aufgeladen.

Bei solchen Spannungen, die größer als 60 V sind, ist grundsätzlich ein Sicherheitsaspekt zu beachten, da sie die Ursache für gefährliche Körperströme bei Berührung sein können. Im Übrigen gelten auch spezielle Schutzvorschriften hinsichtlich des Berührschutzes bei derartigen Spannungen. Es sind daher Vorrichtungen bekannt, um den Kondensator nach Trennung der Hochspannungsversorgung kontrolliert wieder entladen zu können. Solche Entladeschaltungen zur Entladung des Kondensators umfassen beispielsweise einen Entladewiderstand und ein den Entladekreis schließendes Entladeschaltmittel. Wird das Entladeschaltmittel geschlossen, so kann die Ladung des Kondensators über den Entladewiderstand kontrolliert abfließen, so dass nach Trennung der Hochspannungsversorgung keine Hochspannungen im Hochvoltsystem mehr verbleiben, die eine Gefahr bei Berühren darstellen könnten.

Ein solches Hochvoltsystem ist beispielsweise aus der DE 10 2008 012 418 A1 bekannt, worin ein Hochvoltsystem geschaffen werden soll, mittels dessen zuverlässig die Kontaktierung überprüft werden soll. Dafür wird dort jedoch zusätzliche Hardware zur Strommessung verwendet.

Wichtig in einem solchen Hochvoltsystem wäre es, vor allem die Funktionali- tat der Entladeschaltung diagnostizieren zu können, um das Risiko für Personen möglichst gering zu halten. Eine vollständige Diagnose der Funktionalität der Entladeschaltung ist jedoch im Stand der Technik ohne zusätzliche aufwendige Hardware noch nicht bekannt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Hochvoltsystem und ein Verfahren zur Diagnose eines Hochvoltsystems anzugeben, mit dem ohne großen Aufwand die Funktionalität der Entladeschaltung überwacht werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Hochvoltsystem der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass eine Diagnoseeinrichtung mit einer Messeinrichtung zur Messung eines den Spannungsverlauf an dem Kondensator beschreibenden Spannungsverlaufs und einer Steuereinrichtung zur Auswertung dieses Spannungsverlaufs im Hinblick auf eine Fehlfunktion des Hochvoltsystems vorgesehen ist. Es wird also vorgeschlagen, eine Diagnose dadurch vorzunehmen, dass der zeitliche Verlauf der Spannung am Kondensator selber bzw. ein anderer Spannungsverlauf, der den Spannungsverlauf an dem Kondensator nichts- destotrotz beschreibt, zu betrachten. Der Begriff „den Spannungsverlauf an dem Kondensator beschreibender Spannungsverlauf' umfasst also auch den Spannungsverlauf am Kondensator selber. Gerade während eines Entladevorgangs lassen sich charakteristische Größen des Spannungsverlaufs, insbesondere auch die Reaktion des Spannungsverlaufs auf durch die Steuereinrichtung vorgenommene Einflüsse, worauf im Folgenden noch näher eingegangen werden wird, leicht ermittelt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Hochvoltsystem mit einem an einem Batterieausgang vorgesehenen Vorschaltwiderstand zur kontrollierten Ladung der Kapazität verwendet wird.

Ein solcher Vorschaltwiderstand dient zum sogenannten„sanften" Einschalten des Hochvoltsystems. Über den Vorschaltwiderstand ist es nämlich möglich, eine kontrollierte Ladung von Zwischenkreiskapazitäten, also des Kondensators, vorzunehmen. Dabei sind beispielsweise Hochvoltbatterien denkbar, die drei Schaltmittel umfassen, von denen ein Schaltmittel der Leitung ohne Vorschaltwiderstand zugeordnet ist, wobei von den anderen beiden Schaltmitteln eines dem Vorschaltwiderstand zugeordnet ist, das andere den entsprechenden Pol der Batterie unmittelbar mit der Leitung verbinden kann. Dann wird seitens der Hochvoltbatterie zunächst das Schaltmittel an der Leitung ohne Vorschaltwiderstand und das dem Vorschaltwiderstand zugeordnete Schaltmittel geschlossen. Ist eine Mindestspannung erreicht, wird das dem Vorschaltwiderstand zugeordnete Schaltmittel wieder geöffnet und das die Leitung unmittelbar mit dem Pol der Batterie verbindende Schaltmittel geschlossen, so dass die Last dann direkt mit der Hochvoltbatterie verbunden ist.

Dabei ist der Vorschaltwiderstand üblicherweise kleiner als der Entladewiderstand; der Vorladewiderstand kann beispielsweise im Ohmbereich liegen, während der Entladewiderstand im Kiloohmbereich liegt. In solchen Fällen ist eine Diagnose der Entladeschaltung während des Ladevorganges nur schwer oder gar überhaupt nicht möglich, so dass die Diagnose erfindungsgemäß während des länger andauernden Entladungsvorgangs durchgeführt werden kann.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht also eine Diagnose der Funktionalität der Entladeschaltung, so dass beispielsweise festgestellt werden kann, ob eine Entladung des Kondensators überhaupt nicht mehr möglich ist oder ob die Entladung dauerhaft aktiviert ist, worauf im Folgenden noch näher eingegangen werden wird.

Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Hochvoltsystems ist es zudem, dass üblicherweise eine den Spannungsverlauf an dem Kondensator beschreibende Spannung häufig ohnehin bezüglich anderer Funktionen aufgenommen wird, das bedeutet, die entsprechende Messeinrichtung ist bereits vorgesehen. Wird nun noch die bereits vorhandene Steuereinrichtung, beispielsweise als allgemeine Steuereinrichtung für das Hochvoltsystem oder die Energieversorgung des Kraftfahrzeugs, zusätzlich dazu ausgebildet, die Auswertung des Spannungsverlaufs im Hinblick auf die Funktionalität der Entladeschaltung, also insbesondere während des Entladevorgangs, durchzuführen, so sind keinerlei zusätzliche Vorrichtungen notwendig - ohnehin vorhandene Hardware kann demnach für eine vorteilhafte weitere Funktionalität genutzt werden. Konkret kann also vorgesehen sein, dass die oder eine Steuereinrichtung zur Auswertung des Spannungsverlaufs im Hinblick auf wenigstens eine weitere Funktion des Hochvoltsystems und/oder des Kraftfahrzeugs ausgebildet ist, mithin eine ohnehin vorhandene Messeinrichtung verwendet wird. Zweckmäßigerweise kann die Messeinrichtung den Spannungsverlauf in einem Elektromotor des Kraftfahrzeugs messen und/oder die Steuereinrichtung zur Regelung des Elektromotors des Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit des Spannungsverlaufs ausgebildet sein. Während eine derartige Regelung eines Elektromotors durch die Messung von Spannungen innerhalb des E- lektromotors selber grundsätzlich bereits bekannt ist, schlägt die vorliegende Erfindung also vor, diese bereits vorhandene Mess- und Auswerteanordnung auch zur Diagnose der Entladeschaltung zu verwenden, wobei ausgenutzt wird, dass der Spannungsverlauf im Elektromotor mit dem Spannungsverlauf am Kondensator korrespondiert.

Bezüglich der Auswertung des Spannungsverlaufs beim Entladevorgang, also nach Trennung der Hochspannungsversorgung, kann vorgesehen sein, dass die Steuereinrichtung zur Detektion einer Fehlfunktion bei Überschreitung eines Zeitschwellwerts durch die bis zum Erreichen einer unterhalb der Ausgangsspannung der Hochvoltbatterie liegenden Grenzspannung nach Schließen des Entladeschaltmittels vergehende Zeit ausgebildet ist. Auf diese Weise können also Fehlerfälle einer ersten Art festgestellt werden, in denen eine Entladung des Kondensators nicht mehr oder nur zu langsam möglich ist. Bei korrekter Funktionalität der Entladeschaltung muss die nach dem Schließen des Entladeschaltmittels vergangene Zeit bis zum Erreichen einer Grenzspannung, beispielsweise von 60 V, kleiner als der Zeitschwellwert sein. Ein solcher Fehlerfall erster Art tritt beispielsweise auf, wenn das Entladeschaltmittel nicht mehr geschlossen werden kann. Es sei an dieser Stelle jedoch angemerkt, dass der Fehlerfall auch detektiert wird, wenn die Hochvoltbatterie nicht mehr von der Last getrennt werden kann, das bedeutet, die Schaltmittel der Hochvoltbatterie beispielsweise nicht mehr geöffnet werden können. Es muss daher, um sicherzustellen, dass der Fehler tatsächlich in der Entladeschaltung liegt, festgestellt werden, dass die Hochvoltbatterie bereits die Schaltmittel geöffnet hat. Dieser Zustand kann beispielsweise über ein Bussystem, insbesondere einen CAN-Bus, von der Hochvoltbatterie der Steuereinrichtung mitgeteilt werden. Ist es also auf diese Weise möglich, Fehlfunktionen in der Hochvoltbatterie auszuschließen, so kann der Fehler auf die Entladeschaltung lokalisiert werden.

Weiterhin kann, zweckmäßigerweise zusätzlich, vorgesehen sein, dass die Steuereinrichtung zum kurzzeitigen Unterbrechen des Entladevorgangs für einen vorbestimmten Zeitraum durch Ansteuern des Entladeschaltmittels und zur Detektion einer Fehlfunktion bei Messung einer außerhalb eines Schwellbereichs um die zum Zeitpunkt der Unterbrechung vorliegende Spannung liegenden Spannung ausgebildet ist. Auf diese Weise kann also ein Fehlerfall zweiter Art detektiert werden, nämlich, dass die Entladung dauerhaft aktiviert ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Entladeschaltmittel nicht mehr geöffnet werden kann. Dazu wird versucht, den Entladevorgang für einen kurzen, vorbestimmten Zeitraum zu unterbrechen, indem das Entladeschaltmittel entsprechend durch die Steuereinrichtung angesteuert wird. Die sich nach dem (gegebenenfalls vermeintlichen) Öffnen des Entladeschaltmittels einstellende Spannung darf sich innerhalb des Zeitraums nur in einem maximal zulässigen Schwellbereich ändern, damit von einer normalen Funktion auszugehen ist.

In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass eine Speichereinrichtung zur Speicherung der Zahl von Fehlfunktionen, insbesondere der Zahl bezogen auf die Art der Fehlfunktion, vorgesehen ist. Dabei wird üblicherweise vorgesehen sein, dass nur aufeinanderfolgende oder zumindest innerhalb einer gewissen Zeitspanne liegende Fehlfunktionen, insbesondere Fehlfunktionen einer Art, zusammengezählt werden. Ein solches Vorgehen ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinrichtung zur Ausgabe einer Fehlermeldung bei Überschreitung eines Sicherheitsgrenzwerts durch die oder eine Zahl von Fehlfunktionen ausgebildet ist. Auf diese Weise wird eine Entprellung der Diagnose erreicht, indem überprüft wird, ob die Fehlfunktion über mehrere Zyklen anliegt. Beispielsweise kann die Fehlermeldung erzeugt werden, wenn eine Fehlfunktion einer Art in drei aufeinanderfolgenden Zyklen, also drei Entladevorgängen, detektiert wurde. So wird eine Fehldiagnose vermieden, indem Fehlfunktionen zunächst intern gespeichert werden und nur nach einer Entprellung die Steuereinrichtung tatsächlich eine entsprechende Ausgabe einer Fehlermeldung veranlasst.

Zweckmäßigerweise kann vorgesehen sein, dass die Diagnoseeinrichtung zur Durchführung einer Auswertung bei jeder Trennung der Hochspannungsversorgung ausgebildet ist, insbesondere bei jedem Deaktivieren der Zündung. So wird kontinuierlich die Funktion der Entladeschaltung überprüft. Gekoppelt werden kann die Überprüfung beispielsweise an das Anliegen eines Signals an einer bestimmten Klemme, wenn der Zündschlüssel in eine andere Position bewegt wird oder dergleichen. Neben dem Hochvoltsystem betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Diagnose eines Hochvoltsystems für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für das erfindungsgemäße Hochvoltsystem, umfassend eine wenigstens eine Last, insbesondere einen Wechselrichter, über Leitungen versorgende Hochvoltbatterie, wobei wenigstens ein Schaltmittel zur Trennung der Hochspannungsversorgung vorgesehen ist, einen der Last parallel geschalteten Kondensator und die Entladeschaltung zur Entladung des Kondensators mit einem Entladewiderstand und einem den Entladekreis schließenden Entiade- schaltmittel, welches sich dadurch auszeichnet, dass ein den Spannungsverlauf an dem Kondensator beschreibender Spannungsverlauf, insbesondere während eines Entladevorgangs, gemessen und im Hinblick auf eine Fehlfunktion des Hochvoltsystems ausgewertet wird. Sämtliche Ausführungen bezüglich des erfindungsgemäßen Hochvoltsystems lassen sich analog auf das erfindungsgemäße Verfahren übertragen. Auch das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es also, vorteilhaft eine Diagnose der Funktionalität der Entladeschaltung durchzuführen, insbesondere unter Verwendung bereits vorhandener Vorrichtungen/Hardware. So kann vorgesehen sein, dass der Spannungsverlauf auch im Hinblick auf wenigstens eine weitere Funktion des Hochvoltsystems und/oder Kraftfahrzeugs, insbesondere bezüglich der Regelung eines Elektromotors des Kraftfahrzeugs, ausgewertet wird. Eine ohnehin vorhandene Messeinrichtung mit einer ohnehin vorhandenen Steuereinrichtung können folglich zur Realisierung einer Zusatzfunktion verwendet werden.

Wie bereits erwähnt, können beispielsweise zwei verschiedene Arten von Fehlfunktionen detektiert werden. So kann vorgesehen sein, dass bei Überschreitung eines Zeitschwellwerts durch die bis zum Erreichen einer unterhalb der Ausgangsspannung der Hochvoltbatterie liegenden Grenzspannung nach Schließen des Entladeschaltmittels vergehende Zeit eine Fehlfunktion detektiert wird. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Entladen nicht mehr oder nur zu langsam möglich ist. Alternativ, zweckmäßigerweise aber zusätzlich, kann vorgesehen sein, dass der Entladevorgang für einen vorbestimmten Zeitraum durch Ansteuern des Entladeschaltmittels unterbrochen wird und bei Messung einer außerhalb eines Schwellbereichs um die zum Zeitpunkt der Unterberechung vorliegende Spannung liegenden Spannung eine Fehlfunktion detektiert wird. Ein solcher Fall würde bedeuten, dass die Entladung dauerhaft aktiviert ist.

Analog dem Hochvoltsystem kann auch beim Verfahren vorgesehen sein, dass erst bei Überschreitung eines Sicherheitsgrenzwerts für die Zahl der Fehlfunktionen, insbesondere die Zahl von Fehlfunktionen einer Art, eine Fehlermeldung erzeugt wird. Dies kann beispielsweise dann geschehen, wenn bei drei aufeinanderfolgenden Zyklen eine Fehlfunktion der gleichen Art festgestellt wird. In diesem Zusammenhang wie auch grundsätzlich kann vorgesehen sein, dass bei jeder Trennung der Hochspannungsversorgung die Messung und die Auswertung durchgeführt werden.

Schließlich betrifft die Erfindung noch ein Kraftfahrzeug, das mit einem erfindungsgemäßen Hochvoltsystem ausgestattet ist. Auch hierauf lassen sich sämtliche bislang getätigten Ausführungen übertragen.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:

Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Hochvoltsystem,

Fig. 2 einen Spannungsverlauf während eines typischen Entladevorgangs,

Fig. 3 einen Spannungsverlauf während eines unterbrochenen Entladevorgangs, und

Fig. 4 ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug.

Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Hochvoltsystem 1. Es umfasst zunächst eine Hochvoltbatterie 2, die über Leitungen 3 an eine allgemein mit 4 bezeichnete Last angeschlossen werden können, hier konkret einen Puls- Wechselrichter 5, der einem Elektromotor 6 des Kraftfahrzeugs vorgeschaltet ist. Zudem enthält der gebildete Zwischenkreis einen Kondensator 7, also eine Zwischenkreiskapazität.

Wird die Hochspannungsversorgung eingeschaltet, beispielsweise durch Drehen eines Zündschlüssels oder dergleichen, so ist zunächst ein„sanftes" Einschalten vorgesehen, um den Kondensator 7 kontrolliert zu laden. Hierzu wird seitens der Hochvoltbatterie 2 zunächst das Schaltmittel 8 sowie das Schaltmittel 9, das einem Vorschaltwiderstand 10 zugeordnet ist, geschlossen. Ist eine Mindestspannung erreicht, wird das Schaltmittel 11 geschlossen und das Schaltmittel 9 wieder geöffnet, so dass die Last 4 direkt mit der Hochvoltbatterie 2 verbunden wird. Die Schaltmittel 8, 9 und 11 können beispielsweise als Schütze realisiert werden.

Wird die Hochvoltbatterie 2 wieder von der Last 4 getrennt, also eine Trennung der Hochspannungsversorgung ausgelöst, beispielsweise durch wiederum ein entsprechendes Drehen eines Zündschlüssels, so werden die Schaltmittel 8 und 1 geöffnet, so dass die Last nicht mehr mit der Spannungsquelle Hochvoltbatterie 2 elektrisch verbunden ist. Dabei würde jedoch grundsätzlich eine Ladung auf den Kondensator 7 verbleiben, was aus Gründen des Personenschutzes vermieden werden soll.

Das Hochvoltsystem 1 umfasst daher ferner eine Entladeschaltung 12 mit einem Entladewiderstand 13 und einem Entladeschaltmittel 14, welches über eine Steuereinrichtung 15 angesteuert werden kann, beispielsweise, nachdem die Hochvoltbatterie 2 über einen Fahrzeugbus, beispielsweise einen CAN-Bus, mitgeteilt hat, dass die Schaltmittel 8 und 11 geöffnet wurden. Während der Entladewiderstand ein Widerstand im Kiloohmbereich ist, ist der Vorschaltwiderstand 10 ein Widerstand im Ohmbereich, das bedeutet im Übrigen, dass der Ladevorgang sehr schnell abläuft.

Aufgabe der Entladeschaltung 12 ist es, die nach dem Trennen der Hochspannungsversorgung am Kondensator 7 verbleibende Zwischenkreisspan- nung innerhalb kurzer Zeit auf einen Wert zu reduzieren, der kleiner als die Berührschutzspannung (60 V) ist. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Personengefährdung durch offene Leitungen mit gefährlicher Spannung eintreten kann. Hierzu wird das Entladeschaltmittel 14 geschlossen und die Ladungen des Kondensators 7 fließen über den Entladungswiderstand 13 ab.

Das erfindungsgemäße Hochvoltsystem 1 umfasst nun zusätzlich eine Diagnoseeinrichtung zur Detektion von Fehlfunktionen der Entladeschaltung 12, das bedeutet, es können verschiedene Fehlerfälle festgestellt werden, indem die Funktionalität der Entladeschaltung 12 nicht wie gewünscht gegeben ist.

Dazu ist nun eine Messeinrichtung 16 innerhalb des Elektromotors 6 vorgesehen, die dort anliegende Spannungen messen kann. Solche Messeinrichtungen 16 sind meist ohnehin vorgesehen, da die Steuereinrichtung 15 die Regelung des Elektromotors 6 über die dort anliegenden Spannungen bzw. Spannungsverläufe übernimmt. In diesem Ausführungsbeispiel wird nun ausgenutzt, dass die durch die Messeinrichtung 16 aufgenommene Spannungsverlauf mit dem Spannungsverlauf am Kondensator 7 korreliert. Daher wird die Spannung mit der Messeinrichtung 16 auch dann gemessen und der Steuereinrichtung 15 zugeführt, wenn gerade ein Entladevorgang über die Entladeschaltung 12 stattfindet, die Hochvoltversorgung also abgetrennt ist. Der sich ergebende, während des Entladevorgangs aufgenommene Spannungsverlauf wird von der Steuereinrichtung 5 im Hinblick auf Fehlfunktionen der Entladeschaltung 12 ausgewertet. Diese Auswertung, also Diagnose, erfolgt jedes mal, wenn die Hochspannungsversorgung getrennt wird, also beispielsweise anhand einer Deaktivierung der Zündung oder dergleichen detektiert werden kann und ja ohnehin detektiert wird, da die Steuereinrichtung 15 das Entladeschaltmittel 14 in diesem Fall ohnehin ansteuern muss. Jeder Entladezyklus wird also vermessen und ausgewertet.

Die konkrete Art der Auswertung soll nun im Hinblick auf die Figuren 2 und 3 näher erläutert werden. Fig. 2 zeigt einen typischen Spannungsverlauf während eines Entladevorgangs 17, wobei in den Graphen die Spannung gegen die Zeit aufgetragen ist. Die von der Hochvoltbatterie 2 gelieferte Spannung 18 bietet ersichtlich den Startpunkt; nach Schließen des Entladeschaltmittels 14 fällt üblicherweise die Spannung während des Entladevorgangs 17 ab. Zur Auswertung des gemessenen Spannungsverlaufs ist nun vorgesehen, die Zeit zu betrachten, die vergeht, bis eine unterhalb der Ausgangsspannung 18 der Hochvoltbatterie 2 liegende Grenzspannung 19 erreicht ist. Wird also zum Zeitpunkt 20 die Hochspannungsversorgung getrennt und das Entladeschaltmittel 14 geschlossen, und ist zum Zeitpunkt 21 die Grenzspannung 19 erreicht, so wird die Differenz der Zeiten 20 und 21 betrachtet. Überschreitet dieses Zeitdifferenz einen Zeitschwellwert, so liegt ein Fehlerfall vor. Auf diese Weise können Fehlerfälle erster Art detektiert werden, in denen ein Entladen gänzlich unmöglich ist oder zumindest zu langsam erfolgt. Ein derartiger Fehlerfall erster Art kann beispielsweise dann auftreten, wenn sich das Entladeschaltmittel 14 nicht mehr schließen lässt.

Grundsätzlich kann solch ein Fehlerfall erster Art auch dann auftreten, wenn die Schaltmittel 8 und 1 der Hochvoltbatterie 2 nicht mehr zu öffnen sind. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Hochvoltbatterie 2 über den CAN- Bus erst dann ein entsprechendes Signal sendet, wenn die Schaltmittel 8 und 11 geöffnet sind, so dass auf diese Weise sichergestellt werden kann, dass der Fehler nicht dort liegt und tatsächlich eine Diagnose der Entladeschaltung 12 stattfindet.

Fig. 3 zeigt, wie ein Fehlerfall zweiter Art festgestellt werden kann. Dazu ist vorgesehen, dass während des Entladevorgangs 17 die Steuereinrichtung 15 den Entladevorgang für einen vorbestimmten Zeitraum 22 unterbricht, indem sie das Entladeschaltmittel 14 so ansteuert, dass es für diesen vorbestimmten Zeitraum 22 geöffnet wird. Zum Beginn dieses Zeitraums 22 liegt nun eine bestimmte Spannung 23 vor. Die Steuereinrichtung 15 überprüft im Rahmen der Auswertung nun, ob die gemessene Spannung während des Zeitraums 22 innerhalb eines Schwellbereichs 24 um die Spannung 23 verbleibt. Wird eine Spannung außerhalb dieses Schwellbereichs, insbesondere niedriger als die untere Grenze des Schwellbereichs 24, gemessen, so liegt ein Fehlerfall zweiter Art vor. Ein solcher Fehlerfall kann bedeuten, dass die Entladung dauerhaft aktiviert ist. Er liegt beispielsweise dann vor, wenn das Entladeschaltmittel 14 immer geschlossen ist.

Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass selbstverständlich die Detekti- on beider Fehlerfälle während eines Entladevorgangs 17 realisiert werden kann, beispielsweise, indem einfach der Zeitraum 22 bei der Bestimmung des Zeitschwellwerts berücksichtigt wird.

Wird durch die Steuereinrichtung 15 eine Fehlfunktion festgestellt, so wird dies unter Kennzeichnung der Art der Fehlfunktion in einer internen Speichereinrichtung 25 (Fig. 1) gespeichert. Aufeinanderfolgende detektierte Fehlfunktionen werden in der Speichereinrichtung 25 aufaddiert. Erst dann, wenn eine Fehlfunktion einer bestimmten Art über mehrere Zyklen, im vorliegenden über drei Zyklen, vorliegt, wird tatsächlich eine Fehlermeldung von der Steuereinrichtung 15 gegeben. Diese Maßnahme dient der Entprellung der Fehlerdetektion. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass immer dann, wenn eine Fehlfunktion im darauffolgenden Zyklus nicht detektiert wird, der entsprechende Eintrag in der Speichereinrichtung 25 wieder gelöscht wird, es ist jedoch auch denkbar, dass immer vorbestimmte Zeitspannen berücksichtigt werden, in denen nur eine bestimmte Zahl von Fehlfunktionen einer bestimmten Art auftreten darf.

Fig. 4 zeigt schließlich die Prinzipskizze eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 26. Es umfasst ein erfindungsgemäßen Hochvoltsystem 1. Das Kraftfahrzeug 26 kann beispielsweise ein Hybridfahrzeug oder ein Elektrofahr- zeug sein.