HEILIG, Andreas (Ulmenstrasse 5, Graben-Neudorf, 76676, DE)
| Ansprüche 1 . Hohlprofilelement (1 ) für einen Tür- oder Fensterrahmen (6) mit wenigs- tens einer in Längsrichtung durchlaufenden Kammer (2) zur Aufnahme eines Aussteifungselements (3) und/oder eines Dämmstoffelements, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) in die Kammer (2) eingeschoben und dort durch Einbringen eines das Dämmstoffelement bildenden Dämmschaums (4) festgelegt ist, um dem Hohlprofilelement (1 ) Steifigkeit zu verleihen. 2. Hohlprofilelement (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) sich im Wesentlichen in Längsrichtung des Hohlprofilelements und parallel zur Rahmenebene des Tür- oder Fenster- rahmens (6) erstreckt. 3. Hohlprofilelement (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) ein einzelnes Profilteil umfasst, welches vorzugsweise möglichst weit vom Flächenschwerpunkt des Tür- oder Fensterrahmens (6) entfernt angeordnet ist. 4. Hohlprofilelement (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) wenigstens zwei Profilteile (3.1 , 3.2) umfasst, welche vorzugsweise möglichst weit entfernt beiderseits des Flächenschwerpunkts des Tür- oder Fensterrahmens (6) entfernt angeordnet sind. 5. Hohlprofilelement (1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilteile (3.1 , 3,2) thermisch im Wesentlichen voneinander getrennt sind, vorzugsweise durch physikalische Trennung oder durch Vorsehen wenigstens eines nur schlecht Wärme leitenden Verbindungselements. 6. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Profilteil (3.1 , 3.2) wenigstens einen Schenkel quer zur Längsrichtung des Hohlprofilelements aufweist und dabei vorzugsweise L-förmig ausgebildet ist. 7. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilteile (3.1 , 3.2) in getrennte Kammern (2.1 , 2.2) des Hohlprofilelements eingeschoben und dort jeweils durch Einbringen des Dämmschaums (4) festgelegt sind. 8. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) innenseitig und/oder außenseitig umschäumt ist. 9. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) vor dem Umschäumen an dem Hohlprofilelementkörper fixiert wurde, vorzugsweise durch Verschrauben, Verkleben oder Verklemmen. 10. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmschaum (4) eine Druckfestigkeit von wenigstens 0,3 N/mm2 aufweist. 1 1. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmschaum (4) ein Mehrkomponentenschaum ist, vorzugsweise ein Polyurethanschaum. 12. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der vorhergehenden An- Sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (4) in Metall ausgebildet ist, vorzugsweise in Stahl. 13. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (3) in Kunststoff ausgebildet ist, vorzugsweise faserverstärktem Kunststoff. 14. Hohlprofilelement (1 ) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 1 3, ' dadurch gekennzeichnet, dass das Dämmstoffelement nach dem Einbringen des Dämmschaums (4) in die Kammer (2) des Hohlprofilelements (1 ) eine für die Reaktion von Schaumsystemen typische Volumenexpansion erfährt, welche vorzugsweise mit einer etwa 40-fachen Volumenvergrößerung des Dämmstoffelements verbunden ist. 15. Rahmen (6) für eine Tür oder ein Fenster, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen aus Hohlprofilelementen (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche zusammengefügt ist. 16. Rahmen (6) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschäumen der Aussteifungselemente (3) gemeinsam für den ganzen Rahmen nach dem Zusammenfügen der Hohlprofilelemente (1) erfolgt ist. |
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hohlprofilelement nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 für einen Tür- oder Fensterrahmen mit wenigstens einer in Längsrichtung durchlaufenden Kammer zur Aufnahme eines Aussteifungselements und/oder eines Dämmstoffelements.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung einen Rahmen für eine Tür oder ein Fenster gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 15.
Hohlprofilelemente der eingangs genannten Art weisen nach dem Stand der Technik regelmäßig wenigstens eine in Längsrichtung des Profils durchlaufende Kammer auf, die zur Aufnahme eines Aussteifungselements und/oder eines Dämmstoffelements dient. Insbesondere können dabei die Aussteifungselemente nach Art U-förmiger Metallprofile ausgebildet sein, welche in die genannte Kammer eingeschoben werden. Zu Zwecken der Wärmedämmung kann weiterhin zusammen mit dem Aussteifungselement, insbesondere innerhalb eines U-förmigen metallischen Aussteifungsprofils, ein Dämmstoffelement angeordnet sein, welches gegebenenfalls zusammen mit dem Aussteifungsprofil oder auch nachträglich in die Hohlprofilkammer eingeschoben wird. Bei dem Dämmstoffelement handelt es sich in der Regel um ein vorgefertigtes Halbzeug, z. B. ein bereits geschäumtes (expandiertes) Schaumprofil.
In nachteiliger Weise fungiert dabei insbesondere der mittlere Schenkel des genannten U-förmigen Aussteifungsprofils als Wärmebrücke, was sich negativ auf die thermischen Eigenschaften des Hohlprofilelements bzw. eines daraus hergestellten Tür- oder Fens- terrahmens auswirkt. Verallgemeinert fungieren diejenigen Partien des Aussteifungsprofils, welche besonders viele Isothermenlinien zwischen Zonen unterschiedlicher Temperatur (in der Regel „Innen-" und „Außenklima") schneiden, als derartige Wärmebrücke.
Um das Einschieben der Aussteifungselemente zu ermöglichen, ist es zudem notwendig, rings um das Aussteifungselement einen Abstand von typischerweise 0,5 bis 1 ,0 mm zu den Wänden der Aufnahmekammer vorzusehen. Im Falle der Lastaufnahme erfolgt die aussteifende Wirkung erst nach Aufbrauchen oder Austreiben der Einschiebe-
BESTATIGUNGSKOPIE luft, d. h. der Luft zwischen Kammerwand und Aussteifungselement, was regelmäßig ein aufwändiges Verschrauben der Aussteifungselemente erforderlich macht.
In der Vergangenheit wurden daher modifizierte Aussteifungsprofile vorgeschlagen, die auch als so genannter Thermostahl bekannt sind. Dazu wird das U-förmige Aussteifungselement im Bereich des mittleren Schenkels getrennt und an der Trennstelle mittels eines relativ schlecht Wärme leitenden Materials wieder verbunden, beispielsweise durch Vergießen mit Polyurethan, so dass sich ein möglichst schubstarrer, formschlüssiger Verbund aus zwei jeweils L-förmigen Stahlschenkeln ergibt. Dieser Verbund kann analog zu dem weiter oben beschriebenen U-förmigen Aussteifungselement in die Profilkammer eingeschoben werden.
Bei der vorstehend beschriebenen Lösung ist als nachteilig anzusehen, dass die Verwendung derartiger Thermostähle relativ hohe Herstellungskosten bedingt. Wenn zu- dem das Einbringen des erwähnten Dämmstoffelements unterbleibt, kann es in der relativ großen Kammer zum Entstehen von Konvektionsströmungen kommen, welche sich ihrerseits ebenfalls nachteilig auf die thermischen Eigenschaften der Anordnung auswirken. Außerdem bestehen auch hier die weiter oben erwähnten Nachteile ineffizienter Lagerung aufgrund vorhandener Einschiebeluft.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hohlprofilelement der eingangs genannten Art dahingehend weiter zu entwickeln, dass trotz reduzierter Fertigungskosten eine Verbesserung der thermischen Eigenschaften erreicht wird, wobei die mit dem Vorsehen von Einschiebeluft verbundenen Nachteile vermieden werden sollen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Hohlprofilelement mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1.
Erfindungsgemäß ist demnach ein Hohlprofilelement für einen Tür- oder Fensterrahmen mit wenigstens einer in Längsrichtung durchlaufenden Kammer zur Aufnahme eines Aussteifungselements und/oder eines Dämmstoffelements dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement in die Kammer eingeschoben und dort durch Einbringen eines des Dämmstoffelement bildenden Dämmschaums festgelegt ist, um dem Hohlprofilelement Steifigkeit zu verleihen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen, deren Wortlaut hiermit durch ausdrückliche Bezugnahme in die Beschreibung aufgenommen wird, um unnötige Textwiederholungen zu vermeiden. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird also auf die Verwendung von Thermostäh- len und das optionale Einbringen zusätzlicher diskreter Dämmstoffelemente verzichtet, sondern ein Aussteifungselement wird in die Hohlprofilkammer eingeschoben und dort mittels eines Dämmschaums festgelegt, so dass das Hohlprofilelement anschließend eine gewünschte Steifigkeit aufweißt. Der eingebrachte Dämmschaum dient also sowohl als Dämmstoffelement zur Verbesserung der thermischen Eigenschaften des Hohlprofilelements als auch zum Festlegen des Aussteifungselements, um die gewünschte Steifigkeit zu erreichen. Durch seine Expansionsfähigkeit vermeidet der Dämmschaum zugleich die beschriebene Einschiebeluft-Problematik, so dass aufwän- dige Verschraubungsmaßnahmen entfallen.
In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn es sich bei dem Dämmschaum um einen Mehrkomponentenschaum, beispielsweise einen Polyurethan-Schaum handelt, der in fluider Form in die Hohlprofilkammer eingebracht wird.
Vorzugsweise besitzt der Dämmschaum bzw. dass Dämmschaum-Material eine Rohdichte von etwa 50 kg/m 3 und einen Druckfestigkeitswert von etwa 0,3 N/mm 2 , um hinreichende Steifigkeiten zu ermöglichen.
Die Anordnung des Aussteifungselements und dessen Festlegung durch Dämmschaum erfolgt vorzugsweise optimal bezüglich der neutralen Achse des Hohlprofileiements, z. B. in einem möglichst großen Abstand, um die so genannten Steinerschen Anteile des Trägheitsmoments möglichst umfassend zu nutzen.
Analog zu den vorbekannten Thermostählen sieht eine besondere Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vor, dass das Aussteifungselement wenigstens zwei Profilteile umfasst, welche thermisch im Wesentlichen voneinander getrennt sind. Diese thermische Trennung lässt sich vorzugsweise durch echte physikalische Trennung der beiden Profilteile oder alternativ durch Vorsehen wenigstens eines nur schlecht Wärme leiten- den Verbindungselements zwischen den Profilteilen realisieren. Im Zuge einer höchst bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung sind die beiden Profilteile echt physikalisch getrennt, und der Zwischenraum zwischen den beiden Profilteilen wird beim Einbringen des Dämmschaum von diesem ausgefüllt, um das Entstehen jeglicher Wärmebrücken zwischen den Profilteilen zu vermeiden.
Eine andere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht demgegenüber vor, dass das Aussteifungselement nur ein einzelnes Profilteil umfasst, welches bevorzugt L- förmig ausgebildet und vorzugsweise möglichst weit vom Flächenschwerpunkt des Türoder Fensterrahmens entfernt angeordnet ist. Durch eine möglichst große Entfernung vom Flächenschwerpunkt des Tür- oder Fensterrahmens werden verstärkt die Steiner- schen Anteile zwecks Erhöhung des Massenträgheitsmoments (I) bzw. der Steifigkeit der Anordnung wirksam. Dabei ist zu beachten, dass die beschriebene Anordnung besonders vorteilhaft ist, wenn die Biegesteifigkeit (E*l) des Aussteifungselements nicht wesentlich größer ist als die Biegesteifigkeit der Hohlprofile. Andernfalls könnte ein Aussteifungselement mit hoher Eigen-Biegesteifigkeit (z. B. ein Stahlprofil in einem PVC-Profil (Unterschied der E-Module Faktor 100)) den statisch relevanten Schwerpunkt des Materialverbundes wesentlich in Richtung des eigenen Schwerpunktes verlagern und somit die Vorteile der Steinerschen Ante.ile der Aussteifung relativieren.
Die vorstehenden Überlegungen gelten entsprechend auch, wenn das Aussteifungselement wenigstens zwei Profilteile umfasst, wie im Rahmen einer anderen Weiterbildung des Erfindungsgegenstands vorgesehen.
Wie bereits erwähnt, kann das Profilteil bzw. können die Profilteile wenigstens einen Schenkel quer zur Längsrichtung des Hohlprofilelements (Querschenkel) aufweisen und kann bzw. können dabei vorzugsweise L-förmig ausgebildet sein. Bei Verwendung zweier Profilteile können diese derart in dem Hohlprofilelement angeordnet, dass ihre Querschenkel einander zugewandt sind. Die Querschenkel dienen vorzugsweise zur Sicherung der Profilteile gegen axiales Verrutschen während der Handhabung der Hohlprofile im Verlauf der Fensterelementherstellung. In diesem Sinne ist es grundsätzlich unerheblich, ob die Schenkel einander zugewandt angeordnet sind.
Das Hohlprofilelement kann getrennte Kammern zum Aufnehmen von Profilteilen auf- weisen, so dass im Zuge einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlprofilelements die Profilteile in getrennte Kammern des Hohlprofilelements eingeschoben um dort jeweils durch Einbringen des Dämmschaums festgelegt sind.
Das Aussteifungselement bzw. die einzelnen Profilteile können innenseitig und/oder außenseitig mit dem Dämmschaum umschäumt sein. In diesem Zusammenhang bezeichnet „innenseitig" eine dem Profilinneren zugewandte Seite der Profilteile, wohin- gehend „außenseitig" die jeweils andere Seite der Profilteile bezeichnet.
Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Hohlprofilelements ist es von Vorteil, wenn das Aussteifungselement bzw. die einzelnen Profilteile vor dem Umschäumen an dem Hohlprofilelementkörper fixiert werden. Dies kann beispielsweise durch Verschrauben, Verkleben, Verklemmen oder dergleichen erfolgen. Alternativ oder zusätzlich können innerhalb der Hohlprofilkammer vorspringende Strukturen (Stege) vorgesehen sein, welche einerseits für eine definierte Lage des Aussteifungselements bzw. der einzelnen Profilteile sorgen und welche andererseits bewirken, dass sich der Dämmschaum allseitig um das Aussteifungselement bzw. die Profilteile herum ausbreiten kann.
Wie aus dem Stand der Technik bekannt, kann das Aussteifungselement bzw. können die Profilteile in Metall ausgebildet sein, vorzugsweise in Stahl. Alternativ ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung jedoch auch möglich, das Aussteifungselement bzw. die einzelnen Profilteile in Kunststoff auszubilden, vorzugsweise in einem faserverstärkten Kunststoff, zum Beispiel GFK.
Zur Herstellung von Fenster- oder Türrahmen mit vorteilhaften thermischen Eigenschaften können erfindungsgemäße Hohlprofilelemente in an sich bekannter Weise zusammengefügt werden. Besonders vorteilhaft ist jedoch, wenn nach dem Zusammenfügen der Hohlprofilelemente das Umschäumen der Aussteifungselemente gemeinsam für den ganzen Rahmen erfolgt.
Entsprechende Verfahren hierzu sind in parallelen Patentanmeldungen der vorliegenden Anmelderin mit den amtlichen Aktenzeichen DE 10 2007 062 903.8 vom 21. Dezember 2007 und EP 08 022 090.8 vom 19. Dezember 2008 detailliert beschrieben, auf welche insoweit explizit Bezug genommen wird, um unnötige Textwiederholungen zu vermeiden.
Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung.
Figur 1 zeigt im Querschnitt ein Hohlprofilelement für einen Tür- oder Fensterrahmen vor dem Einbringen des Ausschleifungselement bzw. zweier Profilteile und vor dem Einbringen des Dämmschaums;
Figur 2 zeigt das Hohlprofilelement gemäß Figur 1 nach erfolgter Einbringung und Um- schäumung des Aussteifungselements;
Figur 3 zeigt eine grundsätzlich der Figur 1 entsprechende Darstellung eines weiteren Hohlprofilelements mit getrennten Kammern für die Profilteile;
Figur 4 zeigt das Hohlprofilelement gemäß Figur 3 nach erfolgtem Einbringen und Umschäumen der Profilteile;
Figur 5 ist eine perspektivische Darstellung der Ansicht in Figur 1 und zeigt die Herstellung des erfindungsgemäßen Hohlprofilelementes am losen Stab; Figuren 6a, b illustrieren in Abgrenzung zur Figur 5 ein Verfahren zur Herstellung eines Rahmens für eine Tür oder ein Fenster unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Hohlprofilelements, welches im Zuge der Rahmenherstellung geschaffen wird.
Die nachfolgende Beschreibung von Ausführungsbeispielen bezieht sich ohne Beschränkung der Allgemeinheit auf die Herstellung von Hohlprofilelementen für Fensterbzw. Tür-Blendrahmen. Jedoch ist der Einsatz der Erfindung auch bei der Herstellung von entsprechenden Flügelrahmen ohne weiteres möglich.
In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder gleichwirkende Elemente.
Bezug nehmend auf Figur 1 bezeichnet Bezugszeichen 1 ein Hohlprofilelement für ei- nen Tür- oder Fensterrahmen. Das Hohlprofilelement 1 weist neben einer Anzahl weiterer, nicht explizit bezeichneter Kammern wenigstens eine in Längsrichtung des Profils durchlaufende Kammer 2 auf, die zur Aufnahme eines Aussteifungselements und/oder eines Dämmstoffelements dient. In Figur 1 ist das Hohlprofilelement 1 vor dem Einschieben des genannten Aussteifungselements und vor dem Einbringen des genannten Dämmstoffelements dargestellt. Das Aussteifungselement ist als Ganzes mit den Bezugszeichen 3 bezeichnet und setzt sich aus zwei L-förmigen Profilteilen 3.1 , 3.2 zusammen, welche jedoch physikalisch voneinander getrennt sind. Das Dämmstoffelement wird mittels eines härtenden Dämmschaums gebildet, welcher in Figur 1 durch ein entsprechendes Gebinde 4 symbolisiert ist. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Dämmschaum um einen Mehrkomponentenschaum, höchst vorzugsweise einen Polyurethan-Schaum.
Die Pfeile in Figur 1 symbolisieren den jeweiligen Ort der Einbringung der Profilteile 3.1 , 3.2 bzw. des Dämmschaums 4 in die Kammer 2 des Hohlprofilelements 1. Dabei werden erfindungsgemäß zunächst die Profilteile 3.1 , 3.2, das heißt das Aussteifungselement 3 in die Kammer 2 eingeschoben, und anschließend werden die Profilteile 3.1 , 3.2 bzw. wird das Aussteifungselement 3 mit dem Dämmschaum 4 umschäumt, um das Aussteifungselement 3 in der Kammer 2 festzulegen und so dem Hohlprofilelement 1 die notwendige Steifigkeit zu verleihen. Zu diesem Zweck sollte der Dämmschaum min- destens einen Druckfestigkeitswert von 0,3 N/mm 2 aufweisen.
Die Profilteile 3.1 , 3.2 sind mit ihrem jeweils kürzeren Schenkel, der sich in Querrichtung des Hohlprofilelements 1 erstreckt und deshalb auch als Querschenkel bezeichnet wird, einander zugewandt angeordnet, wobei innerhalb der Kammer 2 zwischen den genannten Querschenkeln ein Abstand zwischen den Profilteilen 3.1 , 3.2 verbleibt, welcher mit dem Dämmschaum 4 ausfüllbar ist, wie in der nachfolgenden Figur 2 dargestellt.
Figur 2 zeigt das Hohlprofilelement gemäß Figur 1 nach dem Einschieben des Aussteifungselements 3 und dem Einbringen des Dämmschaums 4 in die Kammer 2. Die Profilteile 3.1 und 3.2 sind innenseitig und außenseitig von dem Dämmschaum 4 umgeben und voneinander beabstandet, wie weiter oben bereits erwähnt.
Zur definierten Anordnung und zur allseitigen Umschäumung der Profilteile 3.1 , 3.2 innerhalb der Kammer 2 weist das Hohlprofilelement 1 ins Innere der Kammer 2 vorspringende Stege 5 auf, welche entsprechend der Geometrie der Profilteile 3.1 , 3.2 angeordnet sind.
Zusätzlich zu der bereits angesprochenen Fixierung der Profilteile 3.1 , 3.2 innerhalb der Kammer 2 durch die Wirkung der Stege 5 können die Profilteile vor dem Einbringen des Dämmschaums 4 auch durch weitere Maßnahmen, wie Verkleben, Verklemmen oder Verschrauben, beispielsweise in einfacher Weise mittels eines Akkuschraubers, an dem eigentlichen Profilkörper des Hohlprofilelements 1 fixiert werden.
Es sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorliegende Erfindung keinesfalls auf das Vorsehen zweier bzw. mehrerer Profilteile 3.1 , 3.2 beschränkt ist. Die beabsichtigte Schaffung eines hinreichend steifen und wärmetechnisch günstigen Hohlprofilelements 1 lässt sich auch durch Vorsehen bzw. Einschäu- men nur eines Profilteils 3.1 , 3.2 gemäß Figur 1 oder Figur 2 als Aussteifungselement 3 in der Kammer 2 erreichen. Zweckmäßigerweise ist dabei das eine Profilteil möglichst weit vom Flächenschwerpunkt der Gesamtanordnung entfernt angeordnet, welcher bei der Ausgestaltung gemäß den Figuren 1 und 2 etwa mit der (nicht gezeigten) vertikalen Mittellinie des Hohlprofilelements 1 zusammen fällt. Grundsätzlich ist eine derartige Anordnung der Profilteile auch im Falle eines Vorhandenseins mehrerer Profilteile 3.1 , 3.2 günstig, um bei der Aussteifung des Hohlprofilelements die so genannten Steiner- schen Anteile der Profilteile bzw. des Massenträgheitsmoments wirksam werden zu lassen.
Die Darstellung in den Figuren 3 und 4 entspricht weitestgehend derjenigen in Figuren 1 und 2, jedoch unter Bezugnahme auf eine Ausgestaltung des Hohlprofilelements 1 , bei der die in den Figuren 1 und 2 gezeigte Kammer 2 mittig unterteilt ist, so dass zwei in Qύerrichtung des Hohlprofilelements 1 nebeneinander angeordnete Kammern 2.1 , 2.2 vorhanden sind. In jede der Kammern 2.1 , 2.2 wird jeweils ein Profilteil 3.1 , 3.2 eingebracht, wie weiter oben detailliert beschrieben. Dabei können die Profilteile 3.1 , 3.2 unterschiedliche geometrische Ausgestaltungen und Abmessungen aufweisen, wie in Figur 3 und auch in der nachfolgenden Figur 4 gezeigt. Die vorliegende Erfindung ist hierauf jedoch keinesfalls beschränkt. So können auch beim Gegenstand der Figur 3 identische Profilteile 3.1 , 3.2 bzw. nur ein einzelnes Profilteil Verwendung finden. E- benso ist auch beim Gegenstand der Figuren 1 und 2 grundsätzlich eine mittige Unterteilung der Kammer 2 möglich.
Figur 4 zeigt das Hohlprofilelement 1 gemäß Figur 3 nach erfolgtem Einschieben der Profilteile 3.1 , 3.2, das heißt des Aussteifungselements 3 und nach anschließenden Einbringen des Dämmschaums 4, wie weiter oben ausführlich beschrieben.
Die Ausgestaltung gemäß Figur 5 entspricht im Wesentlichen derjenigen gemäß der Figuren 1 und 2. In Figur 5 ist jedoch durch die gewählte perspektivische Darstellung weiterhin noch die Läπgserstreckuπg des Hohlprofilelements 1 angedeutet. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es entsprechend möglich, auf diese Weise lange Profil- Einzelstreben mit Aussteifungselementen 3 zu versehen und in dieser Form mit dem Dämmschaum 4 auszuschäumen. Anschließend können die ausgesteiften Profil- Einzelstreben in der gewünschten Weise weiter verarbeitet werden.
Eine bevorzugte alternative Vorgehensweise ist in den nachfolgenden Figuren 6a und 6b dargestellt. Diese beiden Figuren zeigen aufeinander folgende Verfahrensschritte zur Herstellung eines Rahmens 6 für eine Tür oder für ein Fenster, wobei Hohlprofilelemente 1 gemäß der vorliegenden Erfindung zum Einsatz kommen.
In Figur 6a ist schematisch dargestellt, wie zunächst die einzelnen Hohlprofilelementkörper 1 ' zur Bildung des genannten Tür- oder Fensterrahmens 6 passend auf Gehrung geschnitten werden. Anschließend werden jeweils die Aussteifungselemente 3 bzw. die Profilteile 3.1 , 3.2 eingeschoben, die weiter oben anhand der Figuren 1 , 3 und 5 detail- liert erläutert. Die mittlere Schnittansicht entlang der Linie A-A in Figur 6a zeigt den Zustand vor dem Einschieben der Profilteile 3.1 , 3.2.
Anschließend wird der Rahmen 6 gemäß Figur 6b durch Heizelementschweißen oder ein anderes vorbekanntes Verfahren gefertigt. Wie die mittlere Schnittansicht entlang der Linie A-A in Figur 6b zeigt, enthalten die zu dem Rahmen 6 zusammengefügten Hohlprofilelemente 1 nun bereits die Aussteifungselemente 3 bzw. die Profilteile 3.1 , 3.2, so dass lediglich noch das Einbringen des Dämmschaums 4 zu erfolgen hat. Dies geschieht gemäß Figur 6b vorzugsweise dergestalt, dass der Dämmschaum 4 durch eine (nicht gezeigte) Öffnung des Rahmens 6 in fluider Form in die innerhalb des Rah- mens 6 durchlaufende bzw. umlaufende Kammer 2 einfüllt wird, wobei die genannte zumindest eine Öffnung und/oder zumindest eine weitere Öffnung (nicht gezeigt) des Rahmens 6 ein Entweichen von Luft aus der Kammer 2 gestattet. Ein solches Verfahren zur Herstellung von Tür- oder Fensterrahmen aus Hohlprofilelementen ist in der bereits genannten weiteren Patentanmeldung der vorliegenden Anmelderin mit dem Aktenzeichen DE 10 2007 062 903.8 bzw. EP 08 022 090.8 detailliert beschrieben, so dass auf die dortigen Ausführungen insofern vollumfänglich Bezug genommen wird.
Es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass die vorliegende Erfindung keinesfalls auf die Verwendung zweier oder mehrerer Profilteile zur Realisierung der Aussteifungselemente 3 beschränkt ist.
Weiterhin kann zur Erleichterung des Einschiebens der Profilteile 3.1 , 3.2 vorgesehen sein, diese vorab durch Vorsehen eines nur schlecht Wärme leitenden, vorzugsweise axial nicht durchlaufenden Verbindungselements miteinander zu verbinden und damit relativ zueinander festzulegen, um sie in einfacher Weise in die Kammer 2 einschieben zu können.
Die Aussteifungselemente 3 bzw. Profilteile 3.1 und 3.2 bestehen vorzugsweise aus einem metallischen Werkstoff, höchst vorzugsweise aus Stahl. Alternativ ist jedoch auch die Verwendung von Kunststoff, vorzugsweise faserverstärktem Kunststoff möglich.
Mit Blick auf den Dämmschaum 4 wurde bereits die bevorzugte Verwendung von Polyu- rethan-Mehrkomponentenschaum angesprochen. Unbeschadet hiervon sollte der
Dämmschaum eine Druckfestigkeit von wenigstens 0,3 N/mm 2 aufweisen, um der ihm zugedachten Aussteifungsfunktion gerecht zu werden.
Next Patent: WINDING WITH A RECTANGULAR CROSS-SECTION AND METHOD FOR PRODUCING SAID TYPE OF WINDING
