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Patent Searching and Data


Title:
HOT ROLLING MILL AND METHOD FOR HOT ROLLING A METAL STRIP OR SHEET
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/067315
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for hot rolling a metal strip (1) or sheet, in particular a steel strip or sheet, wherein 1.a) the slab or strip or sheet (1) in a first step 1.a is subjected to one or a plurality of forming operations in a hot rolling mill (2) to generate a uniform, fine, recrystallized austenite structure, and 2) the slab or strip or sheet (1) in a second step is then subjected to cooling to generate a fine-grained structure, characterized in that between at least two roll stands (3, 4, 5, 6) of the hot rolling mill (2), during implementation of step a), the slab or strip or sheet (1) is subjected to heating. The invention further relates to a hot rolling mill (2) for hot rolling a metal strip or sheet (1), in particular a steel strip or sheet, the hot rolling mill (2) comprising at least two roll stands (3, 4, 5, 6, 7) which are disposed consecutively in the rolling direction (W) and in each of which the slab or strip or sheet (1) can be subjected to a forming operation, in particular for carrying out the method according to the invention, characterized in that between at least two of the at least two roll stands (3, 4, 5, 6) a heater (8, 9, 10) is disposed for heating the rolling stock.

Inventors:
KLINKENBERG, Christian (Im Siepen 30 a, Herdecke, 58313, DE)
BILGEN, Christian (Becherstraße 16, Düsseldorf, 40476, DE)
ROSENTHAL, Dieter (Bergstraße 22a, Niederfischbach, 57572, DE)
KLEIN, Christoph (Kirbergstraße 28, Kreuztal-Eichen, 57223, DE)
Application Number:
EP2010/068691
Publication Date:
June 09, 2011
Filing Date:
December 02, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SMS SIEMAG AG (Eduard-Schloemann-Straße 4, Düsseldorf, 40237, DE)
KLINKENBERG, Christian (Im Siepen 30 a, Herdecke, 58313, DE)
BILGEN, Christian (Becherstraße 16, Düsseldorf, 40476, DE)
ROSENTHAL, Dieter (Bergstraße 22a, Niederfischbach, 57572, DE)
KLEIN, Christoph (Kirbergstraße 28, Kreuztal-Eichen, 57223, DE)
International Classes:
C21D8/02; B21B37/74; C21D8/04; C21D9/48; C21D9/60; C21D11/00
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hammerstr.2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zum Warmwalzen eines Metallbandes (1 ) oder -blechs, insbe- sondere eines Stahlbandes oder -blechs, wobei

1 .a) die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) in einem ersten Schritt 1 .a einer oder mehrerer Umformungen in einem Warmwalzwerk (2) zur Erzeugung eines gleichmäßigen, feinen, rekristallisierten Auste- nitgefüges unterzogen wird, und

2) die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) dann in einem zweiten Schritt zur Erzeugung eines feinkörnigen Gefüges einer Abkühlung unterzogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen mindestens zwei Walzgerüsten (3, 4, 5, 6) des Warmwalzwerks (2) bei der Durchführung des Schritts a) die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) einer Erhitzung unterzogen wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) in einem Schritt 1 .b zwischen den Schritten 1 .a) und 2) einer oder mehreren Umformungen des rekristallisierten, austenitischen Gefüges zur Erzeugung eines flachgestreckten, versetzungsreichen Austenitgefüges unterzogen wird

Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Erhitzung mittels Induktion erfolgt.

Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Erhitzung bis in den rekristallisierenden Temperaturbereich, insbesondere bis zur vollständigen Rekristallisation erfolgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass nach der Erhitzung gemäß Schritt 1 .a und vor der Durchführung des Zwischenschrittes 1 .b eine Kühlung der Bramme bzw. des Bandes oder Blechs (1 ) erfolgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass nach der Erhitzung des Bandes oder des Blechs (1 ) eine Zunderwäsche erfolgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Band oder Blech (1 ) vor der Erhitzung geschöpft wird, insbesondere der Bandanfang oder Blechanfang und/oder das Bandende oder das Blechende abgeschnitten werden.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Umformschritte, bestehend aus den Teilschritten 1 .a und vorzugsweise 1 .a zusammen mit 1 .b, gekoppelt sind, wobei alle beteiligten Gerüste nach dem Brammen bzw. Zwischenbandeinlauf gleichzeitig mit den Brammen bzw. mit dem Zwischenband im Eingriff.

9. Verfahren nach Anspruch 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass die einzelne Gerüste aufgefahren werden können.

10. Warmwalzwerk (2) zum Warmwalzen eines Metallbandes oder -blechs (1 ), insbesondere eines Stahlbandes oder -blechs, wobei das Warmwalzwerk (2) mindestens zwei in Walzrichtung (W) aufeinander folgend angeordnete Walzgerüste (3, 4, 5, 6, 7) aufweist, in denen jeweils die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) einer Umformung unterzogen werden kann, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwischen mindestens zwei der mindestens zwei Walzgerüste (3, 4, 5, 6) eine Heizung (8, 9, 10) zur Erwärmung des Walzgutes angeordnet ist.

1 1 . Warmwalzwerk nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Heizung (8, 9, 10) als Induktionsheizung, insbesondere als Induktionsheizung mit bis zu vier Induktorelementen ausgebildet ist.

12. Warmwalzwerk nach Anspruch 10 oder 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwischen zwei weiteren Walzgerüsten (6, 7) oder nach mindestens einem weiteren Walzgerüst (6) eine Kühlstrecke (1 1 ) für die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) angeordnet ist, insbesondere dass in Walzrichtung (W) unmittelbar hinter der Heizung (8, 9, 10) eine Kühlstrecke (1 1 ) für die Bramme bzw. das Band oder Blech (1 ) angeordnet ist.

13. Warmwalzwerk nach einem der Ansprüche 10 bis 12,

dadurch gekennzeichnet,

dass wenigstens ein Treiberrollenpaar in Walzrichtung (W) hinter der Heizung (8, 9, 10) angeordnet ist.

Warmwalzwerk nach einem der Ansprüche 10 bis 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest das in Walzrichtung (W) erste Walzgerüst (3), vorzugswei se ein Vorgerüst (F0), separate Antriebe für die obere und untere Arbeits walze (FOa, FOb) aufweist.

Description:
Warmwalzwerk und Verfahren zum Warmwalzen eines Metallbandes oder -blechs

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmwalzen eines Metallbandes oder Metallblechs, insbesondere eines Stahlbandes oder -blechs, wobei

1 .a) die Bramme bzw. das Band oder Blech in einem ersten Schritt einer oder mehrerer Umformungen in einem Warmwalzwerk zur Erzeugung eines gleichmäßigen, feinkörnigen Austenitgefüges unterzogen wird und

2) die Bramme bzw. das Band oder Blech dann in einem zweiten Schritt zur Erzeugung eines feinkörnigen Gefüges einer Abkühlung unterzogen wird.

Die Herstellung von Stahlband oder Stahlblech durch Warmwalzen ist im Stand der Technik hinlänglich beschrieben. Entsprechende Offenbarungen finden sich beispielsweise in dem Beitrag von P. Uranga, A. I. et al. „Improvement of Mi- crostructural Homogeneity in Themomechanical Processed Nb Steels by Thin Slab Casting" 43 rd Mechanical Working and Steel Processing Conference, Charlotte, ISS, Vol. 39, Seiten 51 1 bis 529; im Beitrag von C. Klinkenberg, et al. „Processing of Niobium Microalloyed API Grade Steel on a Thin Slab Plant", Materials Science Forum Vols. 500 bis 501 , 2005, Seiten 253 bis 260, und im Beitrag von S. V. Subramanian, et al.„Process modeling of microalloyed steel for near net shane casting" Proc. Of the Int. Conf. On Thermomechanical Processing:„Mechanics, Microstructure ed. by E. J. Palmiere et al., The University of Sheffield, Sheffield, 2003, Seiten 148 bis 156. Eine typische Anwendu ng des thermomechan ischen Verfah rens (TM- Verfahren) ist zur Erzeugung von warmgewalztem Stahlband und -blech aus mikrolegierten Stählen. Eine solche TM-Behandlung besteht in der Regel aus den folgenden Schritten:

In einem ersten Schritt 1 .a erfolgen eine oder mehrere Umformungen des austenitischen Ausgangsgefüges in rekristallisierenden Temperaturbereich zur Erzeugung eines gleichmäßigen, feinen, rekristallisierten Austenitgefüges. Dann können in einem Schritt 1 .b eine oder mehrere Umformungen des rekristallisierten, austenitischen Gefüges zur Erzeugung eines möglichst flachgestreckten, versetzungsreichen, nicht rekristallisierten Austenitgefüges (so genanntes Pan-Cake-Gefüge) erfolgen. Dieser erste Schritt wird auch als Konditionierung des Austenits bezeichnet. Schließlich erfolgt in einem zweiten Schritt die Abkühlung des Mittels des ersten Schritts konditionierten austenitischen Gefüges, zur Erzeugung eines feinkörnigen Gefüges im fertigen Warmband bzw. Warmblech bei der Phasenumwandlung. Das Gefüge des fertigen Warmbandes bzw. Warmblechs besteht aus der Kombination von Ferrit, Perlit, Bainit und Martensit, wobei der Gehalt dieser vier Gefügekomponenten jeweils zwischen 0 % und 100 % betragen kann.

Der vorgenannten Beschreibung des TM-Verfahrens folgend, kann auch auf den vorgenannten Schritt 1 .b der Umformung im nicht rekristallisierenden Temperaturbereich des Austenits verzichtet werden. In diesem Fall findet die Kondi- tionierung des Austenits vollständig im rekristallisierenden Temperaturbereich des Austenits statt.

Die Schwierigkeit beim thermo-mechanischen Warmwalzen besteht jedoch darin, dass zur Erzeugung des gleichmäßig fein rekristallisierten Austenitkorns im rekristallisierenden Bereich (obiger Schritt 1 .a) eine möglichst große Umformung aufgebracht werden muss. Ein fein rekristallisiertes Gefüge zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die ehemalige, ungleichmäßige Gussstruktur als auch einzelne grobe Körner oder Gefügebereiche vollständig in ein gleichmäßiges, fein rekristallisertes Gefüge mit kleiner Streuung um die mittlere Korngröße überführt werden. Häufig wird diese Bedingung nicht oder nicht vollständig erfüllt und führt zu einem unzureichend konditionierten Austenitgefüge.

Schließt sich im ersten Schritt der Warmwalzung 1 .a im rekristallisierenden Temperaturbereich des Austenits, ein Schritt 1 .b im nicht rekristallisierenden Temperaturbereich des Austenits an, verbleibt bei einem großen Verhältnis der Dicke des fertigen Warmbandes bzw. Warmblechs und der Dicke der Bramme oder des Zwischenbandes oft nur wenig Restumformung für die nachfolgenden Umformungen im genannten Schritt 1 .b der thermomechanischen Behandlung. Selbst beim Abschalten einzelner Gerüste genügt dieses mitunter nicht, um eventuell noch vorhandene Reste der Gussstruktur sowie einzelne grobe Körner oder Gefügebereiche in ein gleichmäßiges flaches Pan-Cake-Gefüge aus nicht rekristallisierten Austen itkörnern zu überführen. Auch in diesem Fall liegt ein unzureichend konditionierter Austen it vor. Unzureichend konditionierter Austenit führt in nachteiliger Weise im fertigen Warmband bzw. Warmblech zu einzelnen gröberen Körnern außerhalb der Normalverteilung um die mittlere Korngröße und/oder zu Gefügebereichen, deren Substruktur durch Kleinwinkelkorngrenzen gekennzeichnet ist. Derartige Gefügebereiche führen aber zu schlechteren mechanischen Eigenschaften des fertigen Bandes oder Blechs, insbesondere zu einer verminderten Zähigkeit.

Entsprechend der vorab gegebenen Beschreibung des TM-Verfahrens kommt im oben genannten Schritt 1 .a des Verfahrens, der Verformung im rekristallisierenden Bereich des Austenits, entscheidende Bedeutung für die Eigenschaften des fertigen Stahlbandes oder -blechs zu . Der im Schritt 1 .a der thermo- mechanischen Behandlung erforderliche Umformgrad kann zwar zum Teil durch eine angehobene Einlauftemperatur ersetzt werden. Diese Möglichkeit ist aber begrenzt durch die maximale Ofentemperatur sowie durch die Abkühlung beim Walzenkontakt sowie durch thermische Abstrahlung zwischen den Gerüsten, wenn an diesem Schritt mehrere Gerüste beteiligt sind.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art vorzuschlagen, dass die genannten Nachteile vermeidet. Demgemäß soll eine kostengünstige Erzeugung von insbesondere thermo-mechanisch gewalztem Stahlband bzw. Stahlblech unter gleichzeitiger Verbesserung des Gefüges und der mechanischen Eigenschaften ermöglicht werden.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, Anlagenkonzepte zur Verfügung zu stellen, die in der Lage sind, das erfindungsgemäße Verfahren auszuführen und in ihrer Struktur und Einsatzvielfalt besonders einfach sind und überdies nur ein geringen Bauraum erfordern.

Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist verfahrensseitig dadurch gekennzeichnet, dass bei der Durchführung des oben genannten Schritts 1 .a die Bramme bzw. das Band zwischen mindestens zwei Walzgerüsten (3, 4, 5, 6) des Warmwalzwerks (2) bei der Durchführung des Schritts 1 .a einer Erhitzung unterzogen wird.

Vorzugsweise sind mindestens zwei Walzgerüste (F1 , F2) beteiligt.

Vorzugsweise wird die Umformung in allen beteiligten Gerüsten oberhalb von 1000°C, nämlich der bevorzugten Gerüsteinlauftemperatur, durchgeführt. Hierdurch wird vorteilhaft gewährleistet, dass durchgehend im rekristallisierenden Bereich gewalzt wird, demnach sämtliche Umformungen zu einem rekristalli- sierten Gefüge führen.

Vorzugsweise werden in allen beteiligten Gerüsten relative Stichabnahmen von bevorzugt >25% durchgeführt. Hierdurch wird vorteilhaft sichergestellt, dass durch die hohe, in das Material eingebrachte Versetzungsdichte sowie durch die hiermit verbundene Materialerwärmung aufgrund innerer Reibung ebenfalls durchgehend im rekristallisierenden Bereich gewalzt wird.

Vorzugsweise liegt am Ende des Schritts 1 .a ein vollständig rekristallisiertes, feinkörniges austenitisches Gefüge mit nur kleiner Streuung um die mittlere Korngröße vor. Ausgehend von einem Gussgefüge mit einem mittleren Korndurchmesser von üblicherweise 500 bis 2000 μιτι, bei dem die großen Körner insbesondere in der Brammenmitte auftreten, werden vorzugsweise rekristallisierte Gefüge mit einer Korngröße von 40 μιτι ± ca. 20 μιτι erzielt. Insbesondere bei mikrolegierten Stählen, vor allem API-Güten, lassen sich Korngrößen von 30 μιτι ± ca. 10 μιτι erhalten. Vorzugsweise liegen am Ende des Schritts 1 .a keine Reste der Gussstruktur vor.

Vorzugsweise sind am Ende des Schritts 1 .a ggf. zugegebene Mikrolegierungs- elemente zumindest nahezu vollständig in Lösung, insbesondere > 90% des jeweiligen Analysegehalts.

Als Erhitzung im erfindungsgemäßen Sinne werden alle gezielt durchgeführten Maßnahmen verstanden, bei denen Temperaturverluste zwischen den Gerüsten soweit kompensiert werden, dass bei gegebener Verformung, Zwischenge- rüstzeit und Ausgangskorngröße eine vollständige Rekristallisation und Elimi- nierung der Gusstruktur stattfindet.

Vorzugsweise wird die zur vollständigen Rekristallisation und Eliminierung der Gussstruktur erforderliche eingebrachte Energie durch eine geeignete Kombination von Umformenergie, thermischer Energie und Zwischengerüstzeit so eingebracht, dass eine vollständige Rekristallisation und Eliminierung der Gusstruktur stattfindet.

Zum Ermöglichen der vollständigen Rekristallisation des Austenits in allen am Schritt 1 .a beteiligten Gerüsten wird das Band oder Blech zwischen dem ersten und zweiten Gerüst oder nachfolgenden Gerüsten, einer Erhitzung unterzogen. Unter Erhitzung wird hierbei eine solche Erwärmung des Bandes 1 verstanden, dass eine gezielte Temperaturführung eingestellt werden kann. Dies kann auch eine Aufrechterhaltung der Temperatur des Bandes 1 auf einem gewünschten, gleichbleibenden Niveau (Kompensation des Temperaturverlusts zwischen den Gerüsten) oder aber eine verminderte Abkühlung des Bandes 1 mittels geeigneter Heizelemente umfassen. Anlagenseitig wird die Aufgabe durch ein Warmwalzwerk zum Warmwalzen eines Metallbandes oder -blechs gelöst, bei dem zwischen mindestens zwei der am Schritt 1 .a beteiligten Walzgerüste eine Heizung zur Erwärmung des Walzgutes angeordnet ist. Die Erhitzung erfolgt dabei bevorzugt mittels Induktion. Sie erfolgt bevorzugt bis in den rekristallisierenden Temperaturbereich hinein, insbesondere bis zur vollständigen Rekristallisation des Walzguts und bis zur vollständigen Eliminierung der Gussstruktur. Nach der Erhitzung gemäß obigem Schritt 1 .a und vor der Durchführung des optionalen Schritts 1 .b kann eine Kühlung der Bramme bzw. des Bandes oder Blechs erfolgen. Die Kühlung der Bramme bzw. des Bandes oder Blechs erfolgt dabei bevorzugt in den nicht rekristallisierenden Temperaturbereich hinein. Schließt sich der Umformung gemäß oben genanntem Schritt 1 .a eine Umformung gemäß oben genanntem Schritt 1 .b an, erfolgt nach der Umformung entsprechend 1 .a, eine Zwangskühlung, bevorzugt mit Wasser, in den n icht rekristallisierenden Temperaturbereich des Austenits hinein. Dieser Temperaturbereich variiert abhängig von der Stahlanalyse, dem Umformgrad und der Stichzwischenzeit. Hierzu wird nach der Umformung entsprechend Schritt 1 .a, optional ein Gerüst aufgefahren und vor und/oder hinter dem folgenden Gerüst das Zwischenband intensiv gekühlt, so dass die Einlauftemperatur für den Umformvorgang gemäß Schritt 1 .b bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur des verformten Austenits, vorzugsweise <1000°C, besonders bevorzugt <900°C, stattfindet. Schließlich erfolgt in einem zweiten Schritt die Abkühlung des Mittels des ersten Schritts konditionierten austenitischen Gefüges, zur Erzeugung eines feinkörnigen Gefüges im fertigen Warmband bzw. Warmblech.

Nach der Fertigstellung des Warmbandes oder -blechs zeigt dessen Gefüge vorzugsweise ausschließlich einen und/oder Kombinationen der Bestandteile Austenit, Ferrit, Perlit, Bainit und Martensit, wobei der Gehalt dieser Gefügekomponenten jeweils zwischen 0 % und 100 % betragen kann. Die Mikrostruktur zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass keine einzelnen groben Körner oder größere Gefügebereiche vorliegen, deren Korngrenzen und/oder Sub- struktur durch Kleinwinkelkorngrenzen gekennzeichnet sind.

Das Verfahren zeichnet sich ferner dadurch aus, dass vorzugsweise eine Dünnbramme als Ausgangsprodukt verwendet wird, die vorzugsweise eine Gießdicke von < 120 mm aufweist, und/oder dass diese Dünnbramme vorzugsweise direkt aus der Gießhitze heraus verarbeitet wird.

Anlagenseitig wird vorzugsweise als Walzanlage eine mehrgerüstige Konti- Straße verwendet und innerhalb dieser werden vorzugsweise die Verfahrensschritte 1 .a Walzen bei hoher Temperatur mit Unterstützung der Induktionshei- zung, optionales Kühlen und 1 .b Walzen bei niedriger Temperatur angewendet. Es wird hier also kein Vorgerüst bzw. Grobblechgerüst eingesetzt, wie dies aus dem Stand der Technik bekannt ist.

Vorzugsweise sind die Umformschritte, bestehend aus den Teilschritten 1 .a und optional 1 .a plus 1 .b, gekoppelt, das heißt alle beteiligten Gerüste sind nach dem Brammen bzw. Zwischenbandeinlauf gleichzeitig im Eingriff. Hierbei werden die Walzgerüste im Tandembetrieb gefahren, somit in einer Betriebsweise, bei der die Brammen oder das Zwischenband gleichzeitig durch sämtliche Walzgerüste hindurchtritt. Einzelne Gerüste können hierbei aber auch aufgefahren werden und demnach nicht an der Umformarbeit teilnehmen.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist flexibel anwendbar ist, das heißt auch für das Herstellen dünner Enddicken. Hierbei wird das dritte Gerüst aktiv zur Walzung genutzt.

Zudem kann im Endlosbetrieb der gegossene Strang nicht durch Querteilen zu Brammen aufgeteilt werden, sondern vielmehr kontinuierlich, vorzugsweise durch einen Tunnelofen, dem Warmwalzwerk zugeführt, zu Warmband fertiggewalzt, gekühlt und erst vor dem Haspel quergeteilt und anschließend zu Coils aufgewickelt werden. Diese Fahrweise vermindert den Schrottanfall, da keine Kopf- und Fußenden am Band entstehen. Zusätzlich können auch dünnere Banddicken, vorzugsweise < 1 mm Dicke, erzeugt werden, da die Gefahr von Hochgehern (Cobbles) beim Einlaufen dünner Bänder in die letzten Gerüste des Warmwalzwerks auf das Anfahren beschränkt wird. Beim Endloswalzen ist die Einzugsgeschwindigkeit des ersten aktiven Gerüsts auf die Gießgeschwindigkeit reduziert, was zu erhöhten Temperaturverlusten vor und/oder während der Warmwalzung führen kann. Daher sind zur Walzung gemäß oben genann- tem Schritt 1 , höhere Walztemperaturen erforderlich, um Walzendtemperaturen in der Ferritphase und/oder im Zweiphasengebiet Austenit plus Ferrit zu vermeiden.

Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt auch das Herstellen von Stahlsorten mit reduziertem Austenit-Phasengebiet, beispielsweise mit Silizium-Gehalten > 1 ,0%. Hier sind zur Walzung gemäß oben genanntem Schritt 1 .a, vorzugsweise 1 .a und 1 .b, höhere Walztemperaturen erforderlich, um Walzendtemperaturen in der Ferritphase und/oder im Zweiphasengebiet Austenit plus Ferrit zu vermeiden.

Das Warmwalzwerk zum Warmwalzen eines Metallbandes oder -blechs, insbesondere eines Stahlbandes oder -blechs, gemäß der Erfindung, bei dem min- destens zwei in Walzrichtung aufeinander folgend angeordnete Walzgerüste vorliegen, in denen jeweils die Bramme bzw. das Band oder Blech einer Umformung unterzogen werden kann, zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen mindestens zwei der mindestens zwei Walzgerüste eine Heizung zur Erwärmung des Walzgutes angeordnet ist.

Die Heizung ist dabei bevorzugt als Induktionsheizung ausgebildet, insbesondere mit bis zu 4 Induktorelementen. Das Ziel ist bei der Projektierung der Induktorheizung regelmäßig eine möglichst kompakte Bauform mit hoher Leistungsdichte. Diese Leistungsdichte liegt vorzugsweise in einem Bereich von wenigs- tens 3.000 MW/m 2 , vorzugsweise bei wenigstens 4.000 MW/m 2 , bemessen an der Leistungsdichte, die tatsächlich im Band induziert wird. Als Induktorelement wird dabei dasjenige Bauelement bezeichnet, über das die Leistung in das Band eingebracht wird. Eine Mehrzahl von Induktorelementen kann somit eine Induktionsheizung bilden.

Zwischen zwei weiteren Walzgerüsten oder nach mindestens einem weiteren Walzgerüst kann zudem eine Kühlstrecke für die Bramme bzw. das Band oder Blech angeordnet sein. Sofern zum nachfolgenden Gerüst ein hinreichender Abstand vorhanden ist, kann auch gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, dass in Walzrichtung unmittelbar hinter der Heizung die Kühlstrecke für die Bramme bzw. das Band oder Blech angeordnet ist. Demgemäß stellt die Erfindung bevorzugt auf den Einbau einer Schnellaufheizung (Mikro-Booster), beispielsweise in Form von induktiven Heizelementen, zwischen einzelnen Gerüsten des Warmwalzwerks, ab. Damit wird es möglich, mit relativ niedriger Temperatur (gegebenenfalls auch im nicht rektristallisieren- den Temperaturbereich) mit der Bramme bzw. dem Band oder Blech in die Warmbandstraße einzulaufen. In den ersten Gerüsten (FO und eventuell auch F1 oder F2) wird bei behinderter Rekristallisation Verformungsenergie gespeichert. Zwischen dem ersten und dem zweiten Gerüst (zwischen FO und F1 ) oder auch zwischen dem zweiten und dem dritten Gerüst (zwischen F1 und F2) wird das Zwischenband mittels der vorgesehenen Heizelemente aufgeheizt, und zwar gezielt in den rekristallisierenden Temperaturbereich hinein.

Nach Umformung und vollständiger Rekristallisation, gemäß oben genanntem Schritt 1 .a, wird optional das Zwischenband mittels einer Zwischengerüstküh- lung in den nicht rekristallisierenden Temperaturbereich abgekühlt und entspre- chend des oben genannten Schritts 1 .b gewalzt.

So wird eine angepasste Temperaturfühlung zur Erzeugung eines optimal konditionierten austenitischen Gefüges während der thermomechanischen Behandlung erzielt.

Mit der vorgeschlagenen Lösung ergibt sich in vorteilhafterweise ein kostengünstiges thermo-mechanisches Warmwalzverfahren zur Erzeugung warmgewalzten Stahlbandes bzw. Stahlblechs mit einem verbesserten Gefüge und verbesserten mechanischen Eigenschaften. Die mit der Heizung gezielt mögliche Temperaturführung der Bramme bzw. des Bandes oder Blechs eröffnet unter anderem ein Einsparpotential bei Mikrolegierungselementen und Walzenergie. Zudem kann das erfindungsgemäße Verfahren problemlos durch nur geringfü- gige bauliche Änderungen an vorhandenen Warmbandstraßen und durch eine entsprechende Nachrüstung derselben angewendet werden.

Hierbei eröffnet sich ein weiterer besonderer Vorteil der Erfindung durch die besondere Flexibilität bei der Nachrüstung unter Neuprojektierung von Warm- bandstraßen aufgrund der geringen Baulänge der Einzelkomponenten und der Vielfalt an möglichen Einsatzaggregate in Kombination mit der Heizung zwischen wenigstens zwei Walzgerüsten. Insbesondere können Vorrichtungen zur Eliminierung oder zumindest Minimierung des Ski-Ups, Treiberrollenpaare, Kühlungen, Zunderwäscher, Scheren oder dergleichen an geeigneter Stelle in die Warmbandstraße implementiert werden, wodurch mit nur geringem Aufwand eine Vielzahl vorteilhafter Effekte bewirkt werden kann.

Somit kann die Erfindung nicht nur in vorhandenen Warmbandstraßen eingebaut werden, sondern es wird auch eine kostengünstige Auslegung einer neuen Fertigungsanlage für eine geringere Brammendicke und/oder mit schwächeren Walzgerüsten, insbesondere der Gerüste F0, F1 und F2, ermöglicht.

In den Figuren sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. In den Figuren zeigt:

Figur 1 schematisch ein Warmwalzwerk für die thermo-mechanische

Bearbeitung einer Bramme zur Herstellung eines Warmgewalzten Stahlbandes in einem ersten Ausführungsbeispiel, Figur 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung, in dem zwischen zwei Gerüsten einer schematisch dargestellten Warmbandstra- ße eine Induktionsheizung und ein Treiberrollenpaar angeordnet ist,

In Figur 1 ist ein Warmwalzwerk 2 skizziert, in dem ein Band 1 gewalzt werden kann. Hierfür ist eine Anzahl Walzgerüste 3, 4, 5, 6, 7 (auch genannt: F0, F1 , F2, F3 und F4) vorhanden, mit denen das Band 1 einzeln in Walzrichtung W gefördert und dabei in bekannter Weise gewalzt werden kann. Das Band 1 wird beim Warmwalzen einer thermo-mechanischen Bearbeitung unterzogen, um ein warmgewalztes Stahlband zu erzeugen. Dargestellt ist nur der erste Schritt der thermo-mechanischen Behandlung. Hiernach wird das Band 1 einer Anzahl Umformungen unterzogen, die durch die einzelnen Walzgerüste 3, 4, 5, 6, 7 vorgenommen werden. Hierbei wird das austenitische Ausgangsgefüge ausreichend erhitzt, so dass es sich im rekristallisierenden Temperaturbereich befindet. Hierdurch wird in bekannter Weise die Erzeugung eines gleichmäßigen, feinen rekristallisierten Austenitgefüges erzielt. Nicht mehr dargestellt - diese Schritte schließen sich an den in der Figur 1 dargestellten Anlagenteil an - ist, dass in einem oben gananntem, optionalen Schritt 1 .b eine oder mehrere Umformungen des rekristallisierten austenitischen Gefüges im nicht rekristallisierenden Temperaturbereich zur Erzeugung eines so genannten Pan-Cake- Gefüges erfolgen kann. In einem weiteren Schritt 2 erfolgt eine Abkühlung des entsprechend Schritt 1 .a und optional 1 .b konditionierten austenitischen Gefüges. Damit kann bei der nachfolgenden Phasenumwandlung vom Austenit zum Ferrit ein feinkörniges Gefüge hergestellt werden. Wesentlich hierbei ist, dass im Zuge der Durchführung des genannten Schritts 1 .a, zwischen mindestens zwei Walzgerüsten, vorliegend zwischen dem Walzgerüsten 3 und 4, 4 und 5 sowie 5 und 6, im Warmwalzwerk 2 das Band 1 einer Erhitzung unterzogen wird. Unter Erhitzung wird hierbei eine solche Erwärmung des Bandes 1 verstanden, dass eine gezielte Temperaturführung eingestellt werden kann. Dies kann auch eine Aufrechterhaltung der Temperatur des Bandes 1 auf einem gewünschten, gleich bleibenden Niveau oder aber eine verminderte Abkühlung des Bandes 1 , mittels geeigneter Heizelemente, umfassen. Hierfür sind Induktions-Heizelemente 8, 9 und 10 vorgesehen, mit denen die Temperatur des Bandes 1 in kurzer Zeit auf die gewünschte Weise eingestellt werden kann, nämlich auf eine solche, bei der die vollständige Rekristallisation erfolgt. Hinter dem Walzgerüst 6 und vor dem Walzgerüst 7 ist indessen eine Kühlstrecke 1 1 angeordnet, mit der das Band 1 wiederum auf eine gewünschte Temperatur abgekühlt werden kann, nämlich auf eine Temperatur, die im nicht rekristallisierenden Bereich liegt.

Figur 2 zeigt einen Teil eines Warmwalzwerks 2 in einer zweiten Ausführungsform gemäß der Erfindung, bei dem das Metallband 1 durch einen als F0 bezeichnetes erstes Walzgerüst und ein als F1 bezeichnetes zweites Walzgerüst verläuft. Direkt nach Austritt aus dem Vorgerüst F0 läuft das Band 1 in eine In- duktionsheizung 8 und anschließend in ein Treiberrollenpaar 12 ein. Durch dieses Treiberrollenpaar 12 wird eine Minimalzugregelung auf das Band 1 aufgebracht und zudem auf dem Band 1 verbleibendes Wasser leicht abgequetscht. Ein solches Treiberrollenpaar 12 ist somit als Alternativlösung zu einem (nicht dargestellten) Looper zu sehen, in dem leichte Schwankungen im Bandzug oder in der Bandlänge aufgefangen werden können. Schließlich ist in Walzrichtung W hinter dem Walzgerüst F1 eine Kühlstrecke 1 1 angeordnet, über die das in der Heizvorrichtung 8 auf eine Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur aufgeheizte Band 1 in einen Temperaturbereich im nicht rekristallisierenden Bereich abgekühlt werden kann.