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Title:
HUMIDITY-REGULATING COMPOSITE MATERIALS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/106096
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to humidity-regulating composite materials comprising a flat carrier material, a water-soluble hygroscopic substance, and a water-absorbent polymer which is polymerised on the carrier material in the presence of the hygroscopic substance. The invention also relates to a method for producing said materials, and to the use of the same for humidity regulation.

Inventors:
Lösch, Dennis (August-Croissant-Str. 23, Altrip, 67122, DE)
Bruhns, Stefan (Lameystr. 19, Mannheim, 68165, DE)
Application Number:
PCT/EP2006/061287
Publication Date:
October 12, 2006
Filing Date:
April 03, 2006
Export Citation:
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Assignee:
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, 67056, DE)
Lösch, Dennis (August-Croissant-Str. 23, Altrip, 67122, DE)
Bruhns, Stefan (Lameystr. 19, Mannheim, 68165, DE)
International Classes:
D06M15/263; A61F13/00; C08J7/04; D06M11/13; D06M11/48; D06M11/56; D06M11/64; D06M13/148; D06M15/11; D06M15/21; D06M15/285; D06M15/333; D06M15/356; D06N3/04
Attorney, Agent or Firm:
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, 67056, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Feuchtigkeitsregulierende Verbundstoffe, umfassend a) mindestens ein flächiges Trägermaterial, b) mindestens eine wasserlösliche hygroskopische Substanz und c) mindestens ein in Gegenwart der Substanz b) auf das Trägermaterial a) aufpolymerisiertes wasserabsorbierendes Polymer, wobei das Verhältnis von hygroskopischer Substanz b) zu Polymer c) zwischen 0,01 und 1 beträgt.
2. Verbundstoff gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial a) ein Gewebe und/oder Vlies ist.
3. Verbundstoff gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die relative Feuchte über einer übersättigten wässrigen Lösung der hygroskopischen Substanz b) im Gleichgewicht bei 2O0C mindestens 40% beträgt.
4. Verbundstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die hygroskopische Substanz b) ein anorganisches Salz ist.
5. Verbundstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer c) saure Gruppen enthält.
6. Verbundstoff gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die sauren Gruppen zu mindestens 25 mol% neutralisiert sind.
7. Verfahren zur Herstellung feuchtigkeitsregulierender Verbundstoffe, dadurch gekennzeichnet, dass eine Monomerlösung, enthaltend i) mindestens ein ethylenisch ungesättigtes Monomer, ii) mindestens eine wasserlösliche hygroskopische Substanz, iii) mindestens einen Vernetzer, iv) gegebenenfalls ein oder mehrere mit den unter i) genannten Monomeren copolymerisierbare ethylenisch und/oder allylisch ungesättigte Monomere und v) gegebenenfalls ein oder mehrere wasserlösliche Polymere, auf ein flächiges Trägermaterial aufgebracht und polymerisiert wird, wobei das Verhältnis von hygroskopischer Substanz ii) zu Monomer i) zwischen 0,01 und 1 beträgt.
8. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Monomer i) saure Gruppen enthält.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die sauren Gruppen zu mindestens 25 mol% neutralisiert sind.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die relative Feuchte über einer übersättigten wässrigen Lösung der hygroskopi sehen Substanz ii) im Gleichgewicht bei 200C mindestens 40% beträgt.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die hygroskopische Substanz ii) ein anorganisches Salz ist.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ein Gewebe und/oder Vlies ist.
13. Verwendung von Verbundstoffen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Feuchtigkeitsregulierung.
14. Sitzpolster oder Matratzen, enthaltend Verbundstoffe gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.
Description:
Feuchtigkeitsregulierende Verbundstoffe

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft feuchtigkeitsreglierende Verbundstoffe, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie deren Verwendung zur Feuchtigkeitsregulierung.

Weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind den Ansprüchen, der Beschreibung und den Beispielen zu entnehmen. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale des erfindungsgemäßen Gegenstandes nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.

Wasserabsorbierende Polymere sind insbesondere Polymere aus (co)polymerisierten hydrophilen Monomeren, Pfropf(co)polymere von einem oder mehreren hydrophilen Monomeren auf einer geeigneten Pfropfgrundlage, vernetzte Cellulose- oder Stärke- ether, vernetzte Carboxymethylcellulose, teilweise vernetztes Polyalkylenoxid oder in wässrigen Flüssigkeiten quellbare Naturprodukte, wie beispielsweise Guarderivate. Solche Polymere werden als wässrige Lösungen absorbierende Produkte zur Herstellung von Windeln, Tampons, Damenbinden und anderen Hygieneartikeln, aber auch als wasserzurückhaltende Mittel im landwirtschaftlichen Gartenbau verwendet.

Die Herstellung wasserabsorbierender Polymere wird in der Monographie "Modem Superabsorbent Polymer Technology", F.L. Buchholz und A.T. Graham, Wiley-VCH, 1998, Seiten 69 bis 117, beschrieben.

WO-A-01/56625, EP-A-1 178 149 und US-5,962,068 beschreiben Verfahren zur Herstellung wasserabsorbierender Verbundstoffe, bei denen wasserabsorbierende PoIy- mere auf ein Trägermaterial aufpolymerisiert werden.

Die WO-A-00/64311 offenbart Verbundstoffe bei denen wasserabsorbierende Polymere auf ein Trägermaterial polymerisiert wurden. Die Verbundstoffe werden zur Feuchtigkeitsregulierung in Sitzpolstern verwendet.

JP-A- 05-105705 betrifft nichtzerfließende Trocken mittel, bestehend aus einem Trägermaterial und hygroskopischen Salzen, wobei die hygroskopischen Salze mittels wasserabsorbierender Polymere auf dem Trägermaterial fixiert werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die Bereitstellung feuchtigkeitsregulierender Verbundstoffe, die reversibel große Mengen Wasserdampf aufnehmen können.

Weiterhin bestand die Aufgabe, wasserdampfabsorbierende Verbundstoffe mit hoher mechanischer Stabilität zu finden.

Gelöst wurde die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch feuchtigkeitsregulierende Verbundstoffe, umfassend

a) mindestens ein flächiges Trägermaterial, b) mindestens eine wasserlösliche hygroskopische Substanz und c) mindestens ein in Gegenwart der Substanz b) auf das Trägermaterial a) aufpo- lymerisiertes wasserabsorbierendes Polymer,

wobei das Verhältnis von hygroskopischer Substanz b) zu Polymer c) zwischen 0,01 und 1 beträgt.

Das Verhältnis von hygroskopischer Substanz b) zu Polymer c) beträgt vorzugsweise weniger als 0,8, bevorzugt weniger als 0,6, besonders bevorzugt weniger als 0,5, ganz besonders bevorzugt weniger als 0,4, und mindestens 0,05, bevorzugt mindestens 0,1, besonders bevorzugt mindestens 0,15.

Die Trägermaterialien a) unterliegen keiner Beschränkung. Bevorzugte Trägermaterialien sind Gewebe und/oder Vliese, wie in der WO-A-01/56625 auf Seite 16, Zeile 40, bis Seite 20, Zeile 27, beschrieben werden.

Geeignete Trägermaterialien a) sind beispielsweise Gewebe oder Vliese aus syntheti- sehen polymeren Fasern. Die Fasern können aus jedem spinnbaren polymeren Material sein, beispielsweise Polyolefine, wie Polyethylen oder Polypropylen, Polyester, wie Polyethylenterephthalat, Polyamide, wie Nylon® 6 oder Nylon® 6,6, Polyacrylate, modifizierte Zellulosen, wie Zelluloseacetat. Weiterhin können auch Gemische obengenannter polymeren Materialien eingesetzt werden.

Gewebe sind Erzeugnisse aus gekreuzten Fäden, vorzugsweise rechtwinklig gekreuzten Fäden.

Vliese sind nicht gewebte Erzeugnisse aus Fasern, bei denen der Zusammenhalt im allgemeinen durch die den Fasern eigene Haftung gegeben ist. Vorzugsweise werden Vliese mechanisch verfestigt, beispielsweise durch Vernadeln, Vermaschen oder Ver- wirbeln mittels scharfer Wasser- oder Luftstrahlen. Vliese können auch adhäsiv oder kohäsiv verfestigt werden. Adhäsiv verfestigte Vliese sind beispielsweise erhältlich durch Verkleben der Fasern mit flüssigen Bindemiteln oder durch Schmelzen von Bin- defasern, die dem Vlies bei der Herstellung zugesetzt wurden. Kohäsiv verfestigte Vliese sind beispielsweise durch Anlösen der Fasern mit geeigneten Chemikalien und Anwendung von Druck erhältlich.

Die Trägermaterialien weisen zweckmäßigerweise ein Flächengewicht von 20 bis 200 g/m 2 , vorzugsweise von 30 bis 150 g/m 2 , besonders bevorzugt von 35 bis 125 g/m 2 , auf.

Die Dichte der Trägermaterialien beträgt üblicherweise 0,005 bis 0,2 g/cm 3 , vorzugsweise von 0,008 bis 0,16 g/cm 3 , besonders bevorzugt von 0,01 bis 0,14 g/cm 3 .

Hygroskopische Substanzen b) sind Stoffe, die in der Lage sind Wasserdampf zu ab- sorbieren, d.h., Wasserdampf aus der Luft kondensiert auf der hygroskopischen Substanz, wobei der Wassergehalt der hygroskopischen Substanz b) steigt. Hygroskopische Substanzen b) sind beispielsweise anorganische Salze, wie Natriumchlorid, Bleinitrat, Zinksulfat, Natriumperchlorat, Chromoxid oder Lithiumchlorid, oder zumindest teilkristalline organische Verbindungen, wie wasserlösliche Polyacrylsäuren. Hygro- skopische anorganische Salze sind bevorzugte hygroskopische Substanzen b). Ganz besonders bevorzugt ist Natriumchlorid.

Besonders vorteilhafte hygroskopische Substanzen b) sind Verbindungen, bei denen sich über einer gesättigten wässrigen Lösung bei 2O 0 C im Gleichgewicht eine relative Feuchte von weniger als 95%, vorzugsweise weniger als 90%, bevorzugt weniger als 85%, besonders bevorzugt weniger als 80%, und von mindestens 40%, vorzugsweise mindesten 45%, bevorzugt mindestens 50%, besonders bevorzugt mindestens 55%, ganz besonders bevorzugt mindesten 60%, einstellt.

Die relative Feuchte ist der Quotient aus Wasserdampfpartialdruck und Wasserdampfdruck multipliziert mit 100%.

Vorzugsweise liegt die hygroskopische Substanz b) im aufpolymerisiertem wasserabsorbierenden Polymer verteilt vor.

Bei der Verwendung der erfindungsgemäßen feuchtigkeitsregulierenden Verbundstoffe, beispielsweise in Sitzpolstern, werden relative Feuchten von über 90% als unangenehm empfunden, da bei hoher Luftfeuchtigkeit die Schweißbildung begünstigt wird. Relative Feuchten unter 40% sind aber auch nicht vorteilhaft, da derart niedrige relative Feuchten den Sitzkomfort nicht weiter erhöhen und nur die Desorption bereits aufgenommener Feuchtigkeit in Phasen der Nichtbenutzung erschweren.

Die erfindungsgemäßen feuchtigkeitsregulierenden Verbundstoffe können durch Polymerisation einer Monomerlösung, enthaltend

i) mindestens ein ethylenisch ungesättigtes Monomer, ii) mindestens eine hygroskopische Substanz,

iii) mindestens einen Vernetzer, iv) gegebenenfalls ein oder mehrere mit den unter i) genannten Monomeren copo- lymerisierbare ethylenisch und/oder allylisch ungesättigte Monomere und v) gegebenenfalls ein oder mehrere wasserlösliche Polymere,

welche auf ein Trägermaterial aufgebracht und polymerisiert wird, erhalten werden, wobei das Verhältnis von hygroskopischer Substanz ii) zu Monomer i) zwischen 0,01 und 1 beträgt.

Das Verhältnis von hygroskopischer Substanz ii) zu Monomer i) beträgt vorzugsweise weniger als 0,8, bevorzugt weniger als 0,6, besonders bevorzugt weniger als 0,5, ganz besonders bevorzugt weinger als 0,4, und mindestens 0,05, bevorzugt mindestens 0,1, besonders bevorzugt mindestens 0,15.

Geeignete Monomere i) sind beispielsweise ethylenisch ungesättigte Carbonsäuren, wie Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und Itaconsäure, oder deren Derivate, wie Acrylamid, Methacrylamid, Acrylsäureester und Methacrylsäureester. Bevorzugt sind saure Gruppen enthaltende Monomere i). Besonders bevorzugte Monomere sind Acrylsäure und Methacrylsäure. Ganz besonders bevorzugt ist Acrylsäu- re.

Die Monomere i), insbesondere Acrylsäure, enthalten vorzugsweise bis zu 0,025 Gew.- % eines Hydrochinonhalbethers. Bevorzugte Hydrochinonhalbether sind Hydrochinon- monomethylether (MEHQ) und/oder Tocopherole.

Unter Tocopherol werden Verbindungen der folgenden Formel verstanden

wobei R 1 Wasserstoff oder Methyl, R 2 Wasserstoff oder Methyl, R 3 Wasserstoff oder Methyl und R 4 Wasserstoff oder ein Säurerest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen bedeutet.

Bevorzugte Reste für R 4 sind Acetyl, Ascorbyl, Succinyl, Nicotinyl und andere physio- logisch verträgliche Carbonsäuren. Die Carbonsäuren können Mono-, Di- oder Tricar- bonsäuren sein.

Bevorzugt ist alpha-Tocopherol mit R 1 = R 2 = R 3 = Methyl, insbesondere racemisches alpha-TocopheroI. R 4 ist besonders bevorzugt Wasserstoff oder Acetyl. Insbesondere bevorzugt ist RRR-alpha-Tocopherol.

Die Monomerlösung enthält bevorzugt höchstens 130 Gew.-ppm, besonders bevorzugt höchstens 70 Gew.-ppm, bevorzugt mindestens 10 Gew.-ppm, besonders bevorzugt mindestens 30 Gew.-ppm, insbesondere bevorzugt um 50 Gew.-ppm, Hydrochinonhal- bether, jeweils bezogen auf Acrylsäure, wobei Acrylsäuresalze rechnerisch als Acryl- säure mit berücksichtigt werden. Beispielsweise kann zur Herstellung der Monomerlö- sung eine Acrylsäure mit einem entsprechenen Gehalt an Hydrochinonhalbether verwendet werden.

Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren hygroskopischen Substanzen ii) wurden bereits oben als hygroskopische Substanzen b) beschrieben.

Die wasserabsorbierenden Polymere sind vernetzt, d.h. die Polymerisation wird in Gegenwart von Verbindungen mit mindestens zwei polymerisierbaren Gruppen, die in das Polymernetzwerk radikalisch einpolymerisiert werden können, durchgeführt. Geeignete Vernetzer iii) sind beispielsweise Ethylenglykoldimethacrylat, Diethylenglykoidiacrylat, Allylmethacrylat, Trimethyloipropantriacrylat, Triallylamin, Tetraallyloxyethan, wie in EP-A-O 530 438 beschrieben, Di- und Triacryiate, wie in EP-A-O 547 847, EP-A-O 559 476, EP-A-O 632 068, WO-A-93/21237, WO-A-03/104299, WO-A-03/104300, WO-A- 03/104301 und in DE-A-103 31 450 beschrieben, gemischte Acrylate, die neben Acry- latgruppen weitere ethyienisch ungesättigte Gruppen enthalten, wie in DE-A-103 314 56 und der älteren deutschen Anmeldung mit dem Aktenzeichen 10355401.7 beschrieben, oder Vernetzermischungen, wie beispielsweise in DE-A-19543 368, DE-A-19646 484, WO-A-90/15830 und WO-A-02/32962 beschrieben.

Geeignete Vernetzer iii) sind insbesondere N.N'-Methylenbisacrylamid und N 1 N'- Methylenbismethacrylamid, Ester ungesättigter Mono- oder Polycarbonsäuren von Polyolen, wie Diacrylat oder Triacrylat, beispielsweise Butandiol- oder Ethylenglykoldi- acrylat bzw. -methacrylat sowie Trimethyloipropantriacrylat und Allylverbindungen, wie Allyl(meth)acrylat, Triallylcyanurat, Maleinsäurediallylester, Polyallylester, Tetraallyloxyethan, Triallylamin, Tetraallylethylendiamin, Allylester der Phosphorsäure sowie Vi- nylphosphonsäurederivate, wie sie beispielsweise in EP-A-O 343 427 beschrieben sind. Weiterhin geeignete Vernetzer iii) sind Pentaerythritoldi-, Pentaerythritoltri- und Pentaerythritoltetraallylether, Polyethylenglykoldiallylether, Ethylenglykoldiallyiether, Glyzerindi- und Glyzerintriallylether, Polyailylether auf Basis Sorbitol, sowie ethoxylier- te Varianten davon. Im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbar sind Di(meth)acrylate von Polyethylenglykolen, wobei das eingesetzte Polyethylenglykol ein Molekulargewicht zwischen 300 und 1000 aufweist.

Besonders vorteilhafte Vernetzer iii) sind jedoch Di- und Triacrylate des 3- bis 20-fach ethoxylierten Glyzerins, des 3- bis 20-fach ethoxylierten Trimethylolpropans, des 3- bis 20-fach ethoxylierten Trimethylolethans, inbesondere Di- und Triacrylate des 2- bis 6- fach ethoxylierten Glyzerins oder Trimethylolpropans, des 3-fach propoxylierten Glyze- rins oder Trimethylolpropans, sowie des 3-fach gemischt ethoxylierten oder propoxylierten Glyzerins oder Trimethylolpropans, des 15-fach ethoxylierten Glyzerins oder Trimethylolpropans, sowie des mindestens 40-fach ethoxylierten Glyzerins, Trimethylolethans oder Trimethylolpropans.

Ganz besonders bevorzugte Vernetzer iii) sind die mit Acrylsäure oder Methacrylsäure zu Di- oder Triacrylaten veresterten mehrfach ethoxylierten und/oder propoxylierten Glyzerine wie sie beispielsweise in WO-A-03/104301 beschrieben sind. Besonders vorteilhaft sind Di- und/oder Triacrylate des 3- bis 10-fach ethoxylierten Glyzerins. Ganz besonders bevorzugt sind Di- oder Triacrylate des 1- bis 5- fach ethoxylierten und/oder propoxylierten Glyzerins. Am meisten bevorzugt sind die Triacrylate des 3- bis 5-fach ethoxylierten und/oder propoxylierten Glyzerins. Diese zeichnen sich durch besonders niedrige Restgehalte (typischerweise unter 10 Gew.-ppm) im wasserabor- bierenden Polymer aus und die wässrigen Extrakte der damit hergestellten wasserabsorbierenden Polymere weisen eine fast unveränderte Oberflächenspannung (typi- scherweise mindestens 0,068 N/m) im Vergleich zu Wasser gleicher Temperatur auf.

Mit den Monomeren i) copolymerisierbare ethylenisch ungesättigte Monomere iv) sind beispielsweise Acrylamid, Methacrylamid, Crotonsäureamid, Dimethylaminoethyl- methacrylat, Dimethylaminoethylacrylat, Dimethylaminopropylacrylat, Diethylaminopro- pylacrylat, Dimethylaminobutylacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat, Diethylami- noethylmethacrylat, Dimethylaminoneopentylacrylat und Dimethylaminoneopentyl- methacrylat.

Als wasserlösliche Polymere v) können Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Stärke, Stärkederivate, Polyglykole oder Polyacrylsäuren, vorzugsweise Polyvinylalkohol und Stärke, eingesetzt werden.

Hygroskopische Polymere, wie lösliche Polyacrylsäuren, können sowohl als hygroskopische Substanz ii) als auch als wasserlösliches Polymer v) eingesetzt werden.

Werden der Monomerlösung übliche Pfropfpolymerisationskatalysatoren, beispielsweise Eisensalze, zugesetzt, so werden die Polymere als Pfropfgrundlage für die Polymerisation dienen und die polymerisierenden Monomere auf die Polymeren aufgepfropft werden. Wird auf den Einsatz von Pfropfpolymerisationskatalysatoren verzichtet, so werden die Polymeren die Polymerisation weitgehend unverändert überstehen und als hygroskopische Substanz wirken.

Die Säuregruppen der bevorzugten Monomere i) sind üblicherweise teilweise neutralisiert, vorzugsweise zu 25 bis 95 mol-%, bevorzugt zu 40 bis 90 mol-%, besonders bevorzugt zu 50 bis 80 mol-%, ganz besonders bevorzugt zu 60 bis 80 mol-%, wobei die üblichen Neutralisationsmittel verwendet werden können, vorzugsweise Alkalimetall- hydroxide, Alkalimetalloxide, Alkalimetallcarbonate oder Alkalimetallhydrogencarbonate sowie deren Mischungen. Statt Alkalimetallsalzen können auch Ammoniumsalze verwendet werden. Natrium und Kalium sind als Alkalimetalle besonders bevorzugt, ganz besonders bevorzugt sind jedoch Natriumhydroxid, Natriumcarbonat oder Natrium- hydrogencarbonat sowie deren Mischungen. Üblicherweise wird die Neutralisation durch Einmischung des Neutralisationsmittels als wässrige Lösung, als Schmelze, oder bevorzugt auch als Feststoff erreicht. Beispielsweise kann Natriumhydroxid mit einem Wasseranteil deutlich unter 50 Gew.% als wachsartige Masse mit einem Schmelzpunkt oberhalb 23°C vorliegen. In diesem Fall ist eine Dosierung als Stückgut oder Schmelze bei erhöhter Temperatur möglich.

Die wässrige Monomerlösung wird auf das Trägermaterial aufgebracht, vorzugsweise aufgesprüht. Die geeigneten Trägermaterialien wurden bereits oben als Trägermaterial a) beschrieben.

Anschließend wird die Monomerlösung auf dem Trägermaterial polymerisiert und der Verbundstoff getrocknet. Die Polymerisation wird vorzugsweise durch UV-Strahlung und/oder thermisch induziert.

Die erfindungsgemäßen Verbundstoffe eignen sich vorzüglich zur Feuchtigkeitsregulie- rung, insbesondere in Matratzen und Sitzpolstern, beispielsweise in Autositzen.

Sitzpolster oder Matratzen, enthaltend die erfindungsgemäßen Verbundstoffe, erhöhen den Sitz- bzw. Liegekomfort, indem sie die relative Luftfeuchtigkeit auf ein angenehmes Maß regulieren und übermäßiges Schwitzen verhindern. Gleichzeitig können die erfin- dungsgemäßen Verbundstoffe die aufgenommene Feuchtigkeit in Phasen der Nichtbenutzung optimal wieder abgeben und sich schnell regenerieren. Aufgrund dieses ausgewogenen Eigenschaftsprofils ermöglichen die erfindungsgemäßen Verbundstoffe einen bisher unerreichten Sitz- bzw. Liegekomfort.

Methoden:

Bestimmung der Feuchtigkeitsaufnahme

Die Messungen werden bei einer Umgebungstemperatur von 23 + 2 0 C durchgeführt.

Die Verbundstoffe werden 30 Minuten bei einer relative Luftfeuchtigkeit von 50% im Klimaschrank zur Gleichgewichtseinstellung gelagert. Anschließend wird die relative

Luftfeuchtigkeit für 60 Minuten auf 90% erhöht (Absorptionsphase). Danach wird die relative Luftfeuchtigkeit wieder für 30 Minuten auf 50% gesenkt (Desorptionsphase).

Die Gewichtsänderung durch Absorption/Desorption wird kontinuierlich gemessen und ist die Gewichtszunahme, bezogen auf g aufgebrachter Substanz (wasserabsorbierendes Polymer und/oder Salz). Bezugspunkt für die Gewichtszunahme ist das Gewicht nach Gleichgewichtseinstellung nach 30 Minuten.

Beispiele

Beispiel 1

Auf ein Polyethylenterephthalt-Vlies mit einem Flächengewicht von 70 g/m 2 wurde eine Monomerlösung aufgesprüht und 2 Minuten mittels UV-Strahlung gehärtet. Anschlie- ß>end wurde für 5 Minuten bei 90 0 C in einem Gegenstromtrockner getrocknet.

Die Monomerlösung enthielt 33,6 Gew.-% Natriumacrylat, 8,5 Gew.-% Acrylsäure, 1,51 Gew.-% Polyethylenglykoldiacrylat (Diacrylat eines Polyethylenglykols mit einer mittleren Molmasse von 400), 0,22 Gew.-% 2-Hydroxy-1-[4-(hydroxyethoxy)phenyl]- 2- methyl-1-propanon und Wasser.

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat-Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer 160 g/m 2 betrug.

Anschließend wurde die Feuchtigkeitsaufnahme gemessen. Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Beispiel 2

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 1.

Die Monomerlösung enthielt 22,8 Gew.-% Natriumacrylat, 16,9 Gew.-% Acrylsäure, 1,51 Gew.-% Polyethylenglykoldiacrylat (Diacrylat eines Polyethylenglykols mit einer mittleren Molmasse von 400), 0,22 Gew.-% 2-Hydroxy-1-[4-(hydroxyethoxy)phenyl]- 2- methyl-1-propanon und Wasser.

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat-Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer 160 g/m 2 betrug.

Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Beispiel 3

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 1.

Die Monomerlösung enthielt 36,2 Gew.-% Natriumacrylat, 2,0 Gew.-% Acrylsäure, 1,30 Gew.-% Polyethylenglykoldiacrylat (Diacrylat eines Polyethylenglykols mit einer mittleren Molmasse von 400), 0,19 Gew.-% 2-Hydroxy-1-[4-(hydroxyethoxy)phenyl]- 2- methyt-1-propanon und Wasser.

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat- Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer 160 g/m 2 betrug.

Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Beispiel 4

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 1. Auf den Verbundstoff wurde nach der PoIy- merisation 17 g/m 2 Natriumchlorid als 25gew.-%ige wässrige Lösung aufgesprüht und getrocknet.

Der Verbundstoff war nicht mechanisch stabil. Das aufgesprühte Natriumchlorid löste sich leicht ab.

Beispiel 5

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 1. Die Monomerlösung enthielt 23,7 Gew.-% Natriumacrylat, 6,0 Gew.-% Acrylsäure, 1 ,06 Gew.-% Polyethylenglykoldiacrylat (Diac- rylat eines Polyethylenglykols mit einer mittleren Molmasse von 400), 0,15 Gew.-% 2- Hydroxy-1-[4-(hydroxyethoxy)phenyl]- 2-methyl-1-propanon, 7,4 Gew.-% Natriumchlorid und Wasser (hergestellt aus einer Monomerlösung gemäß Beispiel 1 und 42 Gew.- %, bezogen auf die Monomerlösung gemäß Beispiel 1 , einer 25 gew.-%igen wässrigen Kochsalzlösung).

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat-Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer/Natriumchlorid 160 g/m 2 betrug.

Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Beispiel 6

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 5. In der Monomerlösung wurde Polyethylengly- koldiacrylat durch 15fach ethoxiliertes Trimethylolpropantriacrylat ersetzt.

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat-Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer/Natriumchlorid 160 g/m 2 betrug.

Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Beispiel 7

Es wurde verfahren wie unter Beispiel 3. Die Monomerlösung enthielt 27,8 Gew.-% Natriumacrylat, 1 ,5 Gew.-% Acrylsäure, 1 ,00 Gew.-% Polyethylenglykoldiacrylat (Diac- rylat eines Polyethylenglykols mit einer mittleren Molmasse von 400), 0,15 Gew.-% 2- Hydroxy-1-[4-(hydroxyethoxy)phenyl]- 2-methyl-1-propanon, 5,8 Gew.-% Natriumchlorid und Wasser (hergestellt aus einer Monomerlösung gemäß Beispiel 3 und 30 Gew.- %, bezogen auf die Monomerlösung gemäß Beispiel 3, einer 25 gew.-%igen wässrigen Kochsalzlösung).

Die Menge an Monomerlösung wurde so gewählt, dass die Beladung des Polyethylen- terephthalat-Vlieses mit aufpolymerisiertem wasserabsorbierendem Polymer/Natriumchlorid 160 g/m 2 betrug.

Die Messergebnise sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1 : Feuchtigkeitsaufnahme