| 1. | Hydraulische Bremsanlage für Kraftfahrzeuge mit einem Hauptbremszylinder, einer Druckquelle, Radbremsen, die über mittels Ventileinrichtungen absperrbare hydraulische Leitungen sowohl mit dem Hauptbremszylinder als auch mit der Druckquelle verbindbar sind, sowie mit einem den im Hauptbremszylinder vom Fahrer des Fahrzeuges eingesteuerten Druck erfassenden Drucksensor, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventileinrichtungen als digital schaltbare 2/2Wegeventile (5,6,7) ausgebildet sind und daß in der von der Druckquelle (16) zu den Radbremsen ( 12, 13)führenden Leitung (22) ein Druckfolgeventil (15) eingefügt ist, das durch den im Hauptbremszylinder (1) eingesteuerten Druck schaltbar ist. |
| 2. | Hydraulische Bremsanlage nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum Druckfolgeventil (15) ein Schaltventil (24) geschaltet ist, das in einer Schaltstellung eine Verbindung zwischen der Druckquelle (16) und den Radbremsen (12,13) ermöglicht. |
| 3. | Hydraulische Bremsanlage nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltventil (24) als ein elektromagnetisch betätigbares, stromlos geschlossenes 2/2Wegeventil ausgebildet ist. |
| 4. | Hydraulische Bremsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei dem Hauptbremszylinder ein druckloser Druckmittelvorratsbehälter zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Radbremsen (12,13) über eine absperrbare hydraulische Leitung (23) mit dem Druckmittelvorratsbehälter (3) verbunden sind. |
| 5. | Hydraulische Bremsanlage nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß die zum Druckmittelvorratsbehälter (3) führende Leitung (23) mittels eines digital schaltbaren 2/2Wegeventils (8,9) absperrbar ist. |
| 6. | Hydraulische Bremsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den einer Fahrzeugachse zugeordneten Radbremsen (12,13) eine absperrbare Leitung (10) vorgesehen ist. |
| 7. | Hydraulische Bremsanlage nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, daß die Leitung (10) mittels eines digital schaltbaren 2/2Wegeventils (11) absperrbar ist. |
| 8. | Hydraulische Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Druckquelle durch ein Motor Pumpenaggregat gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugseite der Pumpe (17) an den Druckmittelvorratsbehälter (3) angeschlossen ist. |
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Bremsanlage fur Kraftfahrzeuge mit einem Hauptbremszylinder, einer Druckquelle, Radbremsen, die über mittels Ventileinrichtungen absperrbare hydraulische Leitungen sowohl mit dem Hauptbremszylinder als auch mit der Druckquelle verbindbar sind, sowie mit einem den im Hauptbremszylinder vom Fahrer des Fahrzeuges eingesteuerten Druck erfassenden Drucksensor.
Eine derartige Bremsanlage ist z. B. aus der DE - OS 31 24 755 bekannt. Bei der vorbekannten Bremsanlage sind die vorhin erwähnten Ventileinrichtungen als Mehrstellungs- ventile, vorzugsweise elektrisch betatigbare 4/4-Wegeventιle ausgeführt, die analog angesteuert werden, um sämtliche gewünschten Funktionen zu erfüllen. Außerdem ist jeder Radbremse ein Drucksensor zugeordnet, dessen Ausgangssignal in einer Steuerelektronik mit dem Ausgangssignal eines den im Hauptbremszylinder durcn den Fahrer eingestellten Druck erfassenden zweiten Drucksensors verglichen wird.
Als nachteilig ist bei der vorbekannten Bremsanlage die verhältnismäßig aufwendige Ansteuerung der Mehrstellungs- ventile anzusehen, die nur unter Verwendung einer komplexen Software realisierbar ist. Ein weiterer Nachteil wird in dem Einsatz der den Radbremsen zugeordneten Drucksensoren bei jeder statischen Bremsung gesehen.
ORIGINALUNTERLAGEN
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Maßnahmen vorzuschlagen, die eine Vereinfachung der Bremsanlage der eingangs genannten Gattung zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ventileinrichtungen als digital schaltbare 2/2-Wegeventile ausgebildet sind und daß in der von der Druckquelle zu den Radbremsen führenden Leitung ein Druckfolgeventil eingefügt ist, das durch den im Hauptbremszylinder eingesteuerten Druck schaltbar ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den Unteransprüchen 2 bis 8 zu entnehmen.
Die Erfindung wird in der nachfolgenden Beschreibung an einem Ausführungsbeispiel im Zusammenhang mit der beiliegen¬ den Zeichnung näher erläutert, wobei die einzige Figur ein hydraulisches Schaltbild der erfindungsgemäßen Bremsanlage zeigt.
Die in der Zeichnung dargestellte erfindungsgemäße Bremsan¬ lage weist zwei Bremskreise I und II auf, deren Aufbau völlig identisch ist, so daß die folgende Beschreibung eines Bremskreises ebenso auf den anderen zutrifft. Die gezeigt Bremsanlage besteht im wesentlichen aus einem mittels eines Bremspedals 2 betätigbaren Hauptbremszylinder, vorzugsweise einem Tandemhauptzylinder 1, einer hydraulischen Druckquelle 16, Radbremsen 12, 13 sowie einer nicht gezeigten elektronischen Steuereinheit. Die Zuordnung der Radbremsen 12, 13 den einzelnen Bremskreisen I und II ist beispielsweise derart getroffen, daß das erste, gezeigte Radbremsenpaar 12, 13 einer Fahrzeugachse und das andere, nicht gezeigte Radbremspaar der anderen Fahrzeugachse zugeordnet ist (Schwarz-Weiß-Aufteilung der Bremskreise). Denkbar ist allerdings auch eine diagonale Aufteilung. Die
nicht dargestellten Druckräume des Tandemhauptzylinders 1 stehen in Verbindung mit einem drucklosen Druckmittelvorratsbehälter 3.
In einer ersten hydraulischen Leitung 4, die den ersten Bremskreis I mit den Radbremsen 12, 13 verbindet, ist ein elektromagnetisch betätigbares 2/2-Wegeventil 5 eingefügt, das vorzugsweise als ein stromlos offenes (SO) Ventil ausgeführt ist, mit dessen Hilfe die Leitung 4 absperrbar ist. In einem die beiden Radbremsen 12, 13 verbindenden Leitungsabschnitt 10 ist ein zweites elektromagnetisch betätigbares, stromlos offenes 2/2-Wegeventil 11 eigefügt, das eine radindividuelle Regelung des in den Radbremsen 12,
13 eingesteuerten Druckes ermöglicht. Der im Tandemhauptzylinder 1 eingesteuerte hydraulische Druck wird mittels eines an die Leitung 4 angeschlossenen Drucksensors
14 sensiert.
Eine zweite hydraulische Leitung 22 verbindet die vorhin erwähnte hydraulische Druckquelle 16 mit den Radbremsen 12, 13. Die Druckquelle 16 besteht aus einer durch einen Elektromotor 18 angetriebenen Pumpe 17, deren Saugseite mit dem Druckmittelvorratsbehälter 3 verbunden ist, während an ihre Druckseite einerseits die Radbremsen 12, 13 und andererseits ein Druckspeicher 19 angeschlossen sind. Der Druckspeicher 19, dessen Druck mittels eines zweiten Drucksensors 20 überwacht und durch ein Druckbegrenzungs¬ ventil 21 begrenzt wird, steht mit dem Druckmittelvorrats¬ behälter 3 in Verbindung. In der zu den Radbremsen 12, 13 führenden Leitung 22 ist ein Druckfolgeventil 15 eingefügt, das durch den im Tandemhauptzylinder 1 eingesteuerten hydraulischen Druck betätigbar ist und dessen Aufgabe im nachfolgenden Text erläutert wird. Parallel zum Druckfolge¬ ventil 15 ist ein Schaltventil 24 geschaltet, das als elektromagnetisch betätigbares, vorzugsweise stromlos
geschlossenes 2/2-Wegeventil ausgebildet ist. Beim Umschalten des Schaltventils 24 wird eine hydraulische Verbindung zwischen der Druckquelle 16 und den Radbremsen 12, 13 freigegeben, so daß durch diese Maßnahme Fremdbremsungen ermöglicht werden, die unabhängig vom Fahrerwillen erfolgen. In den zu den einzelnen Radbremsen 12, 13 führenden Leitungsabschnitten 22a, 22b sind elektromagnetisch schaltbare, vorzugsweise stromlos geschlossene (SG) 2/2-Wegeventile 6, 7 eingefügt, deren Umschalten einen Druckaufbau in den Radbremsen 12, 13 ermöglicht. Um den in den Radbremsen 12, 13 herrschenden Druck wieder abbauen zu können sind schließlich elektromagetisch schaltbare, stromlos geschlossene (SG) 2/2- Wegeventile 8, 9 vorgesehen, die zwischen den Radbremsen 12, 13 und einer weiteren hydraulischen Leitung 23 geschaltet sind, die an den Druckmittelvorratsbehälter 3 angeschlossen ist.
Bei einer Betätigung des Tandemhauptzylinders 1 durch den Fahrer wird das sonst offene erste 2/2-Wegeventil 5 umgeschaltet, so daß die Radbremsen 12, 13 vom Tandemhauptzylinder 1 getrennt werden. Der vom Fahrer gewünschte Druckwert wird vom Drucksensor 14 der nicht gezeigten Steuerelektronik gemeldet, deren Steuersignal das
Motor-Pumpen-Aggregat 17,18 ansteuert, das bei gleichzeitigem Öffnen des Druckfolgeventils 15 durch die Wirkung des im Hauptzylinder 1 eingesteuerten Druckes sowie der (SG) 2/2-Wegeventile 6, 7 einen Druckaufbau in den Radbremsen 12, 13 bewirkt. Erreicht der vom Motor-Pumpen- Aggregat 17, 18 erzeugte Druck den vom Fahrer gewünschten Druckwert, so wird das Druckfolgeventil 15 geschlossen. Ein Abbau des in den Radbremsen 12, 13 eingesteuerten hydraulischen Druckes erfolgt (bei bereits geschlossenen 2/2-Wegeventilen 6, 7) durch Umschalten der stromlos geschlossenen 2/2-Wegeventile 8, 9, die in ihrer offenen Schaltstellung eine Verbindung zwischen den Radbremsen 12, 13 und dem drucklosen Druckmittelvorratsbehälter 3 herstellen.
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