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Patent Searching and Data


Title:
HYDRAULIC DRIVE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/033361
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a hydraulic drive - having a differential cylinder (1), which has a cylinder piston (3) and a piston rod (4), which is connected to the cylinder piston (3), wherein the cylinder piston (3) is arranged in a displaceable manner in a cylinder chamber (2) in order to extend and retract the piston rod (4), and - the cylinder chamber (2) is separated by the cylinder piston (3) into a piston side (2.1), on the one hand, and a ring side (2.2) with the piston rod (4), on the other hand, each with a variable volume; wherein - the piston side (2.1) and the ring side (2.2) are separated from one another by the piston (3) and are connected to one another in a fluid-conducting manner via a short-circuit line (9), and - the short-circuit line (9) contains a switching valve (10) for optionally shutting off the short-circuit line (9) in a fluid-tight manner; - having a hydraulic pump (5), which is connected to the differential cylinder (1) via hydraulic lines (7, 8), in order to deliver a hydraulic fluid optionally to the piston side (2.1) or the ring side (2.2) and thus to displace the cylinder piston (3) in alternating fashion in the cylinder chamber (2); wherein - the switching valve (10) can be switched into its blocking position at least indirectly in dependence on the pressure on the piston side (2.1) of the cylinder chamber (2); The invention is characterized in that - the short-circuit line (9) contains a single switching valve (10), by means of which the short-circuit line (9) can be shut off.

Inventors:
JUNGINGER, Magnus (An der Hirschsteige 7, Königsbronn, 89551, DE)
Application Number:
EP2017/069008
Publication Date:
February 22, 2018
Filing Date:
July 27, 2017
Export Citation:
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Assignee:
VOITH PATENT GMBH (St. Pöltener Str. 43, Heidenheim, 89522, DE)
International Classes:
F15B7/00
Foreign References:
JP2006256180A2006-09-28
EP2036711A12009-03-18
US7254945B12007-08-14
US20100193714A12010-08-05
EP0867567A21998-09-30
DE102014016296A12016-05-12
DE102014218887B32016-01-28
Other References:
ALAN HITCHCOX: "Regenerative circuits made easy", HYDRAULICS AND PNEUMATICS, PENTON MEDIA, CLEVELAND, OH, US, vol. 65, no. 11, 1 November 2012 (2012-11-01), pages 16 - 17, XP001579703, ISSN: 0018-814X
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Claims:
Patentansprüche

1 . Hydraulischer Antrieb

1 .1 mit einem Differenziaizylinder (1 ), der einen Zylinderkolben (3) und eine am Zylinderkolben (3) angeschlossene Kolbenstangen (4) aufweist, wobei der Zylinderkolben (3) verschiebbar in einem Zylinderraum (2) angeordnet ist, um die Kolbenstange (4) aus- und einzufahren, und

1 .2 der Zylinderraum (2) durch den Zylinderkolben (3) in eine Kolbenseite (2.1 ) einerseits und einer Ringseite (2.2) mit der Kolbenstange (4) andererseits jeweils mit veränderbarem Volumen getrennt wird; wobei

1 .3 die Kolbenseite (2.1 ) und die Ringseite (2.2) durch den Kolben (3)

voneinander getrennt und über eine Kurzschlussleitung (9) fluidleitend miteinander verbunden sind, und

1 .4 in der Kurzschlussleitung (9) ein Schaltventil (10) zum wahlweisen

fluiddichten Absperren der Kurzschlussleitung (9) vorgesehen ist;

1 .5 mit einer Hydraulikpumpe (5), die an dem Differenziaizylinder (1 ) über Hydraulikleitungen (7, 8) angeschlossen ist, um wahlweise ein

Hydraulikfluid auf die Kolbenseite (2.1 ) oder die Ringseite (2.2) zu fördern und dadurch den Zylinderkolben (3) im Zylinderraum (2) wechselseitig zu verschieben; wobei

1 .6 das Schaltventil (10) zumindest mittelbar in Abhängigkeit des Druckes auf der Kolbenseite (2.1 ) des Zylinderraumes (2) in seine Sperrstellung schaltbar ist;

dadurch gekennzeichnet, dass

1 .7 in der Kurzschlussleitung (9) ein einziges Schaltventil (10) vorgesehen ist, mittels welchem die Kurzschlussleitung (9) absperrbar ist.

2. Hydraulischer Antrieb gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet,

dass das Schaltventil (10) als Wegeventil, insbesondere 3/2-Wegeventil, ausgeführt ist. Hydraulischer Antrieb gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wegeventil federvorgespannt ist, um durch Ansteuerung in Abhängigkeit des Druckes auf der Kolbenseite (2.1 ) entgegen einer Federkraft in die gesperrten Position bewegt zu werden und durch die Federkraft in einem unangesteuerten Zustand in die geöffnete Position bewegt zu werden.

Hydraulischer Antrieb gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikpumpe (5) zwei am Zylinderraum (2) über jeweils eine Hydraulikleitung (7, 8) angeschlossene Seiten aufweist und in jeder der beiden Hydraulikleitungen (7, 8) ein in Richtung des Zylinderraumes (2) öffnendes Rückschlagventil (15, 16) vorgesehen ist.

Hydraulischer Antrieb gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschlagventile (15, 16) neben einem Zulauf und einem Ablauf jeweils einen Steueranschluss zur Zwangsöffnung aufweisen, über welchen die Rückschlagventile (15, 16) entgegen ihrem über dem Zulauf und dem Ablauf wirkenden Differenzdruck geöffnet werden können.

Hydraulischer Antrieb gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueranschlüsse der Rückschlagventile (15, 16) kreuzweise mit den Zuläufen derart hydraulisch oder anders druckabhängig verschaltet sind, dass ein Druck oberhalb einer vorgegebenen Druckschwelle in jeweils einem Zulauf eines der Rückschlagventile (15, 16) das andere der

Rückschlagventile (15, 16) zwangsweise über den Steueranschluss öffnet.

Hydraulischer Antrieb gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydraulikfluidvorrat (6) vorgesehen ist, der jeweils über ein Fluidmengenausgleichsrückschlagventil (13, 14) auf beiden Seiten der Hydraulikpumpe (5) angeschlossen ist.

8. Hydraulischer Antrieb gemäß den Ansprüchen 4 und 7, dadurch

gekennzeichnet, dass jede der Hydraulikleitungen (7, 8) auf beiden Seiten der Hydraulikpumpe (5) über jeweils ein Druckbegrenzungsventil (15, 16) am Hydraulikfluidvorrat (6) angeschlossen ist.

9. Hydraulischer Antrieb gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch

gekennzeichnet, dass das Schaltventil (10) ferner in Abhängigkeit des Druckes der an der Ringseite (2.2) angeschlossenen Hydraulikleitung (8) in seine Sperrstellung schaltbar ist.

10. Hydraulischer Antrieb gemäß den Ansprüchen 4 und 9, dadurch

gekennzeichnet, dass das Schaltventil (10) in Abhängigkeit des Druckes zwischen der Hydraulikpumpe (5) und dem Rückschlagventil (16) in der an der Ringseite (2.2) angeschlossenen Hydraulikleitung (8) insbesondere hydraulisch in seine Sperrstellung schaltbar ist.

1 1 . Hydraulischer Antrieb gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch

gekennzeichnet, dass die Hydraulikpumpe (5) eine in ihrer Förderrichtung und insbesondre Drehrichtung umkehrbare Pumpe ist.

Description:
Heidenheim 1

Hydraulischer Antrieb

Die vorliegende Erfindung betrifft einen hydraulischen Antrieb, beispielsweise für eine hydraulische Presse oder eine andere Arbeits- oder Werkzeugmaschine, wobei der hydraulische Antrieb einen Zylinder mit einem Zylinderkolben und einer einseitig am Zylinderkolben angeschlossenen Kolbenstange aufweist - zur Ausbildung eines sogenannten Differenzialzylinders, sodass durch Verschieben des Zylinderkolbens in einem Zylinderraum und dadurch Einfahren und Ausfahren der Kolbenstange ein Pressenelement oder anderes Element angetrieben werden kann.

Derartige hydraulische Antriebe sind beispielsweise aus DE 10 2014 016 296 A1 bekannt, wobei der dort gezeigte hydraulische Antrieb einen Eilgang und einen Lastgang ermöglicht. Im Eilgang wird Hydraulikfluid aus einer Ringseite mit der Kolbenstange auf die Kolbenseite des Differenzialzylinders geleitet, um dadurch den Zylinderkolben schneller im Zylinderraum verschieben zu können. Im Lastgang, bei welchem eine größere Kraft der Kolbenstange beispielsweise zum Antrieb eines Pressenstößels erforderlich ist, wird das Hydraulikfluid aus der Ringseite in einen Hydraulikfluidvorrat geleitet und ausschließlich mittels einer Pumpe aus dem Fluidvorrat gefördertes Hydraulikfluid in die Kolbenseite geleitet.

Obwohl bei dem genannten hydraulischen Antrieb bereits ein Umschalten zwischen dem Eilgang und dem Lastgang selbsttätig erfolgen kann, ist der Aufbau durch Hintereinanderschaltung verschiedener Schaltventile, durch welche das Hydraulikfluid aus der Ringseite beziehungsweise in die Kolbenseite des Zylinders strömt, kompliziert und durch die vorgesehenen langen Strömungswege des Hydraulikfluids sind die Strömungsverluste vergleichsweise groß.

DE 10 2014 218 887 B3 offenbart einen hydraulischen Antrieb mit zwei Gleichlaufzylindern, deren Kolbenstangen auf einer Seite der Zylinder mechanisch aneinander gekoppelt sind, sodass in einem Eilgang nur der erste Gleichlaufzylinder mittels der Hydraulikpumpe angetrieben wird und der zweite Gleichlaufzylinder mechanisch mitgeschleppt wird, und in einem Lastgang beide Gleichlaufzylinder mittels Fluid aus der Hydraulikpumpe hydraulisch angetrieben werden. Um das Mitschleppen des zweiten Gleichlaufzylinders zu ermöglichen, ist ein Kurzschluss mit einem Rückschlagventil zwischen dessen beiden Ringseiten vorgesehen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hydraulischen Antrieb anzugeben, bei welchem ein Differenziaizylinder in einem Lastgang und einem Eilgang betrieben werden kann, wobei eine sichere und vorteilhaft selbsttätige Umschaltung zwischen Lastgang und Eilgang erfolgt und wobei die Strömungsverluste minimiert sind. Der hydraulische Antrieb soll sich ferner durch einen kostengünstigen und einfachen Aufbau auszeichnen.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch einen hydraulischen Antrieb mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte und besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.

Der erfindungsgemäße hydraulische Antrieb weist einen Differenziaizylinder auf, der einen Zylinderkolben und eine am Zylinderkolben angeschlossene Kolbenstange umfasst. Aufgrund der Ausgestaltung des Zylinders als Differenziaizylinder ist nur auf einer Seite des Zylinderkolbens eine Kolbenstange vorgesehen, sodass der Zylinderraum, in welchem der Zylinderkolben verschiebbar angeordnet ist, um die Kolbenstange aus- und einzufahren, in eine Ringseite mit der Kolbenstange einerseits und eine Kolbenseite, die frei von einer Kolbenstange ist, andererseits durch den Zylinderkolben getrennt wird, wobei beide Seiten des Zylinderraumes aufgrund der Verschiebbarkeit des Zylinderkolbens jeweils ein veränderbares Volumen aufweisen. Die Kolbenseite und die Ringseite des Zylinderraumes sind über eine Kurzschlussleitung fluidleitend miteinander verbunden, sodass es möglich ist, in einem Eilgang Hydraulikfluid zumindest aus der Ringseite in die Kolbenseite strömen zu lassen, und zwar auf kurzem Wege ohne Zwischenschaltung einer Pumpe.

In der Kurzschlussleitung ist ein Schaltventil zum wahlweise fluiddichten Absperren der Kurzschlussleitung vorgesehen, um dadurch den hydraulischen Antrieb in einen Lastgang zu schalten.

Ferner ist eine Hydraulikpumpe vorgesehen, die an dem Differenzialzylinder über Hydraulikleitungen angeschlossen ist, um wahlweise ein Hydraulikfluid auf die Kolbenseite oder die Ringseite zu fördern und dadurch den Kolben im Zylinderraum wechselseitig zu verschieben.

Das Schaltventil ist mechanisch, hydraulisch und/oder elektrisch zumindest mittelbar in Abhängigkeit des Druckes auf der Kolbenseite des Zylinderraumes in seine Sperrschaltung schaltbar, insbesondere selbsttätig. Erfindungsgemäß ist in der Kurzschlussleitung ein einziges Schaltventil vorgesehen, mittels welchem die Kurzschlussleitung absperrbar ist.

Durch die erfindungsgemäße Lösung ist es möglich, die Strömungsverluste insbesondere im Eilgang auf ein Minimum zu reduzieren, da die Kurzschlussleitung vergleichsweise kurz ausgeführt werden kann und nur das einzige Schaltventil vom aus der Ringseite auf die Kolbenseite strömenden Hydraulikfluid durchströmt werden muss. Damit können besonders hohe Geschwindigkeiten, insbesondere beim Ausfahren des Kolbens erreicht werden.

Ferner werden durch die äußerst geringen Strömungsverluste Wärmeeinträge in das Hydraulikfluid beziehungsweise den hydraulischen Antrieb minimiert. Besonders vorteilhaft ist das Schaltventil als Wegeventil, insbesondere als 3/2- Wegeventil ausgeführt.

Günstig ist, wenn das Wegeventil federvorgespannt ist, um durch Ansteuerung in Abhängigkeit des Druckes auf der Kolbenseite entgegen einer Federkraft in die gesperrte Position bewegt zu werden und durch die Federkraft in einem unangesteuerten Zustand in die geöffnete Position bewegt zu werden.

Beispielsweise weist die Hydraulikpumpe zwei am Zylinderraum über jeweils eine Hydraulikleitung angeschlossene Seiten auf und in jeder der beiden Hydraulikleitungen ist ein in Richtung des Zylinderraumes öffnendes Rückschlagventil vorgesehen.

Bevorzugt weisen die beiden Rückschlagventile neben einem Zulauf und einem Ablauf jeweils einen Steueranschluss zu ihrer Zwangsöffnung auf. Über diese Zwangsöffnung kann jedes der Rückschlagventile entgegen seiner über dem Zulauf und dem Ablauf wirkenden Differenzkraft geöffnet werden. Die Differenzkraft ergibt sich durch den im Ablauf herrschenden Fluiddruck und den im Zulauf herrschenden Fluiddruck und in der Regel eine in Schließrichtung wirkende Federkraft des Rückschlagventils.

Die Steueranschlüsse zur Zwangsöffnung der Rückschlagventile können bevorzugt kreuzweise mit den Zuläufen derart hydraulisch oder auch anders druckabhängig verschaltet sein, dass ein Druck oberhalb einer vorgegeben Druckschwelle in jeweils einem Zulauf eines der Rückschlagventile das andere der Rückschlagventile zwangsweise über den Steueranschluss öffnet.

Bevorzugt ist ein Hydraulikfluidvorrat vorgesehen, der jeweils über ein Fluidmengenausgleichsrückschlagventil an beiden Seiten der Pumpe angeschlossen ist. Der Begriff Fluidmengenausgleichsrückschlagventil wird vorliegend gewählt, um diese Fluidmengenausgleichsrückschlagventile von den insbesondere mit Zwangsöffnung versehenen Rückschlagventilen zu unterscheiden.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist jede der Hydraulikleitungen auf beiden Seiten der Pumpe über jeweils ein Druckbegrenzungsventil am Hydraulikvorrat angeschlossen.

Bevorzugt ist das Schaltventil ferner in Abhängigkeit des Druckes der an der Ringseite des Zylinderraumes angeschlossenen Hydraulikleitung in seine Sperrstellung schaltbar. Dabei kann hierfür der Druck zwischen der Pumpe und dem Rückschlagventil herangezogen werden.

Bevorzugt ist die Pumpe eine in ihrer Förderrichtung und insbesondere in ihrer Drehrichtung umkehrbare Pumpe, beispielsweise zwei Zwei-Quadranten- Pumpen oder eine Vier-Quadranten-Pumpe.

Das Flächenverhältnis der wirksamen Kolbenfläche auf der Kolbenseite zur wirksamen Fläche auf der Ringseite beträgt bevorzugt zwischen 2,0 und 3,0, insbesondere zwischen 2,3 und 2,8, beispielsweise 2,5. Je kleiner das Flächenverhältnis ist, desto höher ist die Geschwindigkeitserhöhung bei der Umschaltung vom Lastgang zum Eilgang. Beispielsweise kann im Eilgang eine Geschwindigkeit des Kolbens von 200 mm/s oder mehr, insbesondere von 250 oder 270 mm/s erreicht werden. Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und den Figuren exemplarisch erläutert werden.

Es zeigen: Figur 1 eine schematische Darstellung einer möglichen erfindungsgemäßen Ausführungsform; Figur 2 eine weiterentwickelte Ausführungsform der Erfindung;

Figur 3 eine hinsichtlich der Betätigung des Schaltventils gegenüber der

Figur 2 geänderte Ausführungsform;

Figur 4 eine nochmals hinsichtlich der Ansteuerung des Schaltventils geänderte Ausführungsform der Erfindung.

In der Figur 1 ist eine exemplarische Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebs gezeigt, mit einem Differenzialzylinder 1 , der einen in einem Zylinderraum 2 verschiebbar gelagerten Zylinderkolben 3 aufweist. Der Zylinderkolben 3 trennt den Zylinderraum 2 in eine Kolbenseite 2.1 und eine Ringseite 2.2. Auf der Kolbenseite 2.1 wirkt eine vollkreisförmige Druckfläche auf den Zylinderkolben 3, auf der Ringseite 2.2 wirkt aufgrund der am Zylinderkolben 3 angeschlossenen Kolbenstange 4 eine ringförmige Druckfläche auf den Zylinderkolben 3.

Es ist eine Hydraulikpumpe 5 vorgesehen, die vorliegend in zwei entgegengesetzte Drehrichtungen betreibbar ist, sodass die Hydraulikpumpe 5 wahlweise ein Hydraulikfluid aus dem Hydraulikfluidvorrat 6 in jede der beiden Hydraulikleitungen 7 und 8 fördern kann, über welche die Hydraulikpumpe 5 am Differenzialzylinder 1 beziehungsweise dessen Zylinderraum 2 angeschlossen ist.

Über die erste Hydraulikleitung 7 kann mittels der Hydraulikpumpe 5 Hydraulikfluid auf die Kolbenseite 2.1 gefördert werden, um den Zylinderkolben aus dem Gehäuse des Differenzialzylinders 1 auszufahren, und über die zweite Hydraulikleitung 8 kann Hydraulikfluid mit der Hydraulikpumpe 5 auf die Ringseite 2.2 des Zylinderraumes 2 gefördert werden, um den Zylinderkolben 4 einzufahren. Der Zylinderkolben 3 trennt die Kolbenseite 2.1 fluiddicht von der Ringseite 2.2 ab. Jedoch ist eine Kurzschlussleitung 9 vorgesehen, über welche die Kolbenseite 2.1 fluidleitend mit der Ringseite 2.2 verbunden ist, um den Zylinderkolben 3 in einem Eilgang besonders schnell zu verfahren. Zum wahlweise Öffnen und Absperren der Kurzschlussleitung 9 ist ein Schaltventil 10 in der Kurzschlussleitung 9 vorgesehen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Schaltventil 10 in einer Abzweigung der Kurzschlussleitung 9 von der Hydraulikleitung 8 positioniert.

Das Schaltventil 10 ist das einzige Ventil in der Kurzschlussleitung 9, sodass die Strömungsverluste minimiert sind.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Schaltventil 10 als 2/3-Wegeventil ausgeführt, das in Richtung seiner geöffneten Stellung durch eine Druckfeder vorgespannt ist und in Abhängigkeit des hydraulischen Druckes auf der Kolbenseite 2.1 des Zylinderraumes 2 gesperrt wird, sodass kein Hydraulikfluid mehr durch die Kurzschlussleitung 9 strömen kann. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist beispielsweise das Schaltventil 10 über eine druckleitende Verbindung 1 1 mit der ersten Hydraulikleitung 7 verbunden, um den Druck auf der Kolbenseite 2.1 unmittelbar zu erfassen. Gegebenenfalls kann eine weitere druckleitende Verbindung 12 des Schaltventils 10 mit der zweiten Hydraulikleitung 8 vorgesehen sein, um auch den Druck in dieser Leitung als Randbedingung zum Schalten des Schaltventils 10 zu berücksichtigen. Ferner ist es möglich, anstelle einer hydraulischen Verbindung eine elektrische Betätigung des Schaltventils 10 vorzusehen, insbesondere um dieses in seine gesperrte Stellung zu schalten. Der Hydraulikfluidvorrat 6 ist ferner zusätzlich zu seiner fluidleitenden Verbindung mit einer Saugseite der Hydraulikpumpe 5 über jeweils ein Fluidmengenausgleichsrückschlagventil 13, 14 mit jeweils einer der Hydraulikleitungen 7, 8 verbunden, um bei Bedarf zusätzliches Hydraulikfluid aus dem Hydraulikfluidvorrat 6 in eine der beiden Hydraulikleitungen 7, 8 zu speisen. Ferner kann wenigstens eines der beiden

Fluidmengenausgleichsrückschlagventile 13, 14 mit einer Zwangsöffnungsverbindung zu der jeweils anderen Hydraulikleitung 7, 8 versehen sein, beispielsweise um bei einem Druckanstieg in der zweiten Hydraulikleitung 8 das an der ersten Hydraulikleitung 7 angeschlossene Fluidmengenausgleichsrückschlagventil 14 zwangsweise zu öffnen, um dadurch überschüssiges Hydraulikfluid in den Hydraulikfluidvorrat 6 zu leiten.

Die Ausgestaltung der Figur 2 unterscheidet sich von jener der Figur 1 darin, dass in jeder der beiden Hydraulikleitungen 7, 8 ein Rückschlagventil 15, 16 vorgesehen ist, welches in Richtung des Zylinderraumes 2 öffnet. Die beiden Rückschlagventile 15, 16 sind kreuzweise mit einem Steueranschluss zur Zwangsöffnung versehen, siehe die Steuerleitungen 17 und 18. Über diese Steuerleitungen 17 und 18 wird das jeweilige Rückschlagventil 15, 16 dann zwangsweise geöffnet, wenn der Druck in der jeweils anderen Hydraulikleitung 7, 8 einen Grenzwert überschreitet. Ferner ist bei der Ausgestaltung gemäß der Figur 2 jede der beiden Hydraulikleitungen 7, 8 über ein Druckbegrenzungsventil 19, 20 am Hydraulikfluidvorrat 6 angeschlossen, um den maximal möglichen Druck in den Hydraulikleitungen 7, 8 zu begrenzen. Bei einem Ausfahren des Zylinderkolbens 4 im Eilgang dreht sich die Hydraulikpumpe 5 im Uhrzeigersinn. Hydraulikfluid, insbesondere Öl, fließt über das Rückschlagventil 15 in die Kolbenseite 2.1 des Zylinderraumes 2 im Differenzialzylinder 1 . Das Schaltventil 10 befindet sich in der Ausgangsstellung, wie dargestellt. Dadurch fließt der Volumenstrom des Hydraulikfluids, welcher aus der Ringseite 2.2 gedrückt wird, über die Kurzschlussleitung 9 in die Kolbenseite 2.1 . Die Ausfahrgeschwindigkeit des Zylinderkolbens 4 ist dadurch vergleichsweise hoch. Die Seite der Hydraulikpumpe 5, an welcher die zweite Hydraulikleitung 8 angeschlossen ist, kann über das Fluidmengenausgleichsrückschlagventil 13 mit Hydraulikfluid aus dem insbesondere vorgespannten Hydraulikfluidvorrat 6 versorgt werden. Ein Ausfahren des Zylinderkolbens 4 im Lastgang kann durch Antreiben der Hydraulikpumpe 5 in derselben Richtung, beispielsweise wiederum im Uhrzeigersinn erfolgen. Hydraulikfluid strömt wiederum über die erste Hydraulikleitung 7 mit dem Rückschlagventil 15 in die Ringseite 2.1 . Ab einem bestimmten Druck in der Ringseite 2.1 beziehungsweise in der ersten Hydraulikleitung 7 wird das Schaltventil 10 betätigt, dadurch wird das Hydraulikfluid aus der Ringseite 2.2 zurück zur Hydraulikpumpe 5 geleitet. Eine Differenzmenge wird über das Fluidmengenausgleichsrückschlagventil 13 nachgesaugt.

Beim Einfahren dreht sich die Hydraulikpumpe in die entgegengesetzte Richtung, beispielsweise gegen den Uhrzeigersinn. Zugleich kann das Schaltventil 10 elektrisch, mechanisch oder hydraulisch betätigt werden, um die Kurzschlussleitung 9 abzusperren. Hydraulikfluid strömt aus der Hydraulikpumpe 5 über die zweite Hydraulikleitung 8 mit dem Rückschlagventil 16 durch das Schaltventil 10 in die Ringseite 2.2 des Zylinderraumes 2. Durch den Druckanstieg auf dieser Seite des Zylinderraumes 2 beziehungsweise in der zweiten Hydraulikleitung 8 wird das Fluidmengenausgleichsrückschlagventil 14 geöffnet. Dadurch wird die überschüssige Hydraulikfluidmenge direkt in den Hydraulikfluidvorrat 6 geleitet.

In der Figur 3 ist eine Ausgestaltung ähnlich jener der Figuren 1 und 2 gezeigt. Hier erfolgt jedoch eine elektrische Betätigung des Schaltventils 10 in seine absperrende Stellung.

Bei der Ausgestaltung gemäß der Figur 4 ist das Schaltventil 10 innerhalb der Kurzschlussleitung 9, das heißt außerhalb der beiden Abzweigungen von den Hydraulikleitungen 7 und 8 positioniert. Insbesondere kann das Schaltventil 10 als Rückschlagventil, beispielsweise mit Zwangsbetätigung beziehungsweise Zwangsöffnung ausgeführt sein. Die Zwangsöffnung wird derart ausgeführt, dass das Schaltventil 10 oberhalb eines Druckwertes in der zweiten Hydraulikleitung 8 geschlossen wird, siehe die Steuerleitung 21 . In der zweiten Hydraulikleitung 8 ist ferner ein Druckbegrenzungsventil 22 vorgesehen, parallel zu einem zusätzlichen in Richtung des Zylinderraumes 2 öffnenden Rückschlagventils 23.

Die in den Figuren 2 bis 4 gezeigten Rückschlagventile 15, 16 arbeiten als Lasthalteventile, um einen sicheren Stopp des Zylinderkolbens 3 zu gewährleisten. Jedoch kommt die Erfindung auch ohne diese Ventile aus.