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Title:
HYDRAULIC SLEWING GEAR DRIVE AND MOBILE CONCRETE PUMP COMPRISING SUCH A SLEWING GEAR DRIVE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/041856
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a slewing gear drive (14) in particular for the distribution boom (2) of a mobile concrete pump (1) and to a concrete pump (1) comprising a pivotal distribution boom (2). The slewing gear drive (14) with a hydraulic motor (15) and a friction brake (16) for securing the slewing gear drive (14) when the hydraulic motor (15) is inactive has a functional unit (25), by means of which the flow of hydraulic oil pumped through the functional unit (25) by the inactive hydraulic motor (15) is limited to a specified volumetric flow rate in the event of slipping of the friction brake (16), wherein the functional unit (25) is connected to the hydraulic motor (15) via a changeover valve (24) arranged between the two supply lines for the hydraulic motor (15). In a mobile concrete pump (1) with a distribution boom (2) which can be pivoted in the azimuth direction relative to a substructure (3) by a slewing gear (10), the slewing gear (10) comprising a slewing gear drive (14) according to the invention.

Inventors:
STEGMEIER, Benjamin (Kammweg 4, Engstingen, 72829, DE)
ZIRBS, Roman (Franz-Hammer-Strasse 1, Weil der Stadt, 71263, DE)
Application Number:
EP2017/071695
Publication Date:
March 08, 2018
Filing Date:
August 30, 2017
Export Citation:
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Assignee:
PUTZMEISTER ENGINEERING GMBH (Max-Eyth-Straße 10, Aichtal, 72631, DE)
International Classes:
B66C23/86; E04G21/04
Domestic Patent References:
WO2009062484A12009-05-22
WO2014063490A12014-05-01
WO2015165344A12015-11-05
WO2009062484A12009-05-22
Foreign References:
DE102006040459A12007-03-08
Attorney, Agent or Firm:
GLAWE DELFS MOLLPARTNERSCHAFT MBB VON PATENT- UND RECHTSANWÄLTEN (Postfach 13 03 91, Hamburg, 20103, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Drehwerksantrieb (14), insbesondere für den Verteilermast (2) mobiler Betonpumpen (1), mit einem Hydraulikmotor (15) und einer Reibbremse (16) zum Festsetzen des Drehwerksantriebs (14) bei Inaktivität des Hydraulikmotors (15), dadurch gekennzeichnet, dass

der Drehwerksantrieb (14) eine Funktionseinheit (25) auf¬ weist, mit der im Falle eines Durchrutschens der Reib¬ bremse (16) der von dem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor (15) durch die Funktionseinheit (25) geförderte Hyd- raulikölstrom auf einen vorgegebenen Volumenstrom begrenzt wird, wobei die Funktionseinheit (25) über ein zwischen den beiden Zuleitungen zum Hydraulikmotor (15) angeordnetes Wechselventil (24) mit dem Hydraulikmotor (15) verbunden ist.

Drehwerksantrieb nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass

das von dem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor (15) im Überlastfall geförderte Hydrauliköl in einen Hydrauliköl¬ tank (22) gefördert wird, wobei die Funktionseinheit (25) im Strömungskanal zwischen Hydraulikmotor (15) und Hydrau¬ liköltank (22) angeordnet ist.

Drehwerksantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Funktionseinheit (25) eine steuerbare Sperreinrichtung (27) umfasst, mit der ein Durchfluss von Hydrauliköl durch die Funktionseinheit (25) wahlweise unterbunden werden kann .

Drehwerksantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionseinheit (25) ein Stromventil (26) zur Begren zung des durch die Funktionseinheit (25) geförderten Hyd- raulikölstroms umfasst.

Drehwerksantrieb nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Stromventil (26) einen konstanten unveränderbaren Querschnitt, einen, vorzugsweise manuell, einstellbaren Querschnitt oder einen aktiv steuerbaren Querschnitt auf¬ weist.

Drehwerksantrieb nach Anspruch 4 oder 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Stromventil (26) ein Drosselventil oder ein Blenden¬ ventil ist.

Drehwerksantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Funktionseinheit (25) ein gesteuertes Proportionalven til (28) zur Begrenzung des durch die Funktionseinheit (25) geförderten Hydraulikölstroms umfasst.

Drehwerksantrieb nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass

die Sperreinrichtung (27), das Stromventil (26) und/oder das Proportionalventil (28) der Funktionseinheit (25) hyd raulisch über Steuerleitungen (27 28 λ) oder elektromagnetisch ansteuerbar sind.

Mobile Betonpumpe (1) mit einem gegenüber einem Unterbau (3) über ein Drehwerk (10) in Azimutrichtung schwenkbaren Verteilermast (2),

dadurch gekennzeichnet, dass

das Drehwerk (10) einen Drehwerksantrieb (14) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 umfasst.

Description:
HYDRAULISCHER DREHWERKSANTRIEB UND MOBILE

BETONPUMPE MIT EINEM SOLCHEN DREHWERKSANTRIEB

Die Erfindung betrifft einen Drehwerksantrieb insbesondere für den Verteilermast einer mobilen Betonpumpe sowie eine Beton- pumpe mit schwenkbarem Verteilermast.

Arbeitsmaschinen mit einem auf einem Unterbau montierten Ausleger verfügen in der Regel über Antriebe und Aktuatoren zur Bewegung des Auslegers. Ein Beispiel für eine Arbeitsmaschine mit entsprechendem Ausleger sind mobile Betonpumpen, bei denen ein Ausleger mit einer daran entlanggeführten Förderleitung vorgesehen ist, durch die fließfähiger Beton gepumpt werden kann .

Für eine Schwenkbewegung des Auslegers gegenüber dem Unterbau der Arbeitsmaschine ist regelmäßig ein Drehantrieb vorgesehen, wobei es sich häufig um einen hydraulischen Drehantrieb handelt.

Ein hydraulischer Drehantrieb umfasst einen Hydraulikmotor, der bei entsprechend gesteuerter Versorgung mit druckbeauf ¬ schlagtem Hydrauliköl hydraulische Energie in eine Drehbewe- gung umwandeln kann, die - ggf. über ein Getriebe - in die ge ¬ wünschte Schwenkbewegung umgesetzt wird. Da ein entsprechender Hydraulikmotor in Ruhe grundsätzlich druckfrei geschaltet wird und somit praktisch keine Bremswirkung entfaltet, mit der der Ausleger in einer gewünschten Position gesichert werden könnte, umfasst der hydraulische Antrieb zur Sicherung des Drehantriebs in Ruhe weiterhin eine Reibbremse, mit der der Drehantrieb in seiner jeweiligen Position festgesetzt werden kann . In bestimmten außergewöhnlichen Betriebszuständen der Arbeitsmaschine oder durch äußere Einwirkung auf den Ausleger, bspw. durch Wind, kann es jedoch vorkommen, dass die Reibbremse be ¬ ginnt durchzurutschen. Dabei wird die grundsätzlich zur Siche- rung des Auslegers in einer Position genutzte Haftreibung zwischen den Komponenten der Reibbremse überwunden und die Komponenten der Reibbremse beginnen gegeneinander zu gleiten. Sobald das Gleiten einsetzt reduziert sich die Bremswirkung der Reibbremse auf die Gleitreibung, die im Allgemeinen geringer ist als die Haftreibung. In der Folge bewegt sich der Ausleger beim Durchrutschen der Reibbremse unkontrolliert, woraus er ¬ hebliche Risiken für die Arbeitsmaschine und in der Nähe be ¬ findliche Menschen resultieren.

Aus der WO 2009/062484 AI (Dokument Dl) ist ein Hydrauliksteu- erkreis zur Steuerung eines Drehwerkantriebs bekannt, bei dem das aus der nicht angesteuerten Seite des Hydraulikmotors aus ¬ tretende Hydrauliköl über ein steuerbares Drosselventil ge ¬ führt wird. Im Normalzustand übt das Drosselventil keine Dros ¬ selfunktion aus, kann das durch das Ventil hindurchströmende Fluid bei Bedarf aber drosseln. Zur Steuerung des Drosselventils bzw. dessen Drosselfunktion ist eine Vorsteuerung vorgesehen, die bei Bedarf über ein Fußbremspedal überschrieben werden kann. Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, dass für ein automatisches Abbremsen des Drehwerkantriebs zwei steuerbare Drosselventile und eine zusätzliche Vorsteuerung erforderlich sind. Bei Ausfall der Vorsteuerung muss für ein Abbremsen zwingend ein Bediener zur Betätigung des Fußbremspedals bereit stehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Drehwerksan- trieb sowie eine Betonpumpe mit schwenkbarem Verteilermast zu schaffen, bei dem die genannten Nachteile reduziert sind. Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Drehwerksantrieb gemäß dem Hauptanspruch sowie eine Betonpumpe gemäß dem nebengeord ¬ neten Anspruch 9. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Demnach betrifft die Erfindung einen Drehwerksantrieb, insbe ¬ sondere für den Verteilermast mobiler Betonpumpen, mit einem Hydraulikmotor und einer Reibbremse zum Festsetzen des Drehwerksantriebs bei Inaktivität des Hydraulikmotors, wobei der Drehwerksantrieb weiterhin eine Funktionseinheit aufweist, mit der im Falle eines Durchrutschens der Reibbremse der von dem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor durch die Funktionseinheit geförderte Hydraulikölstrom auf einen vorgegebenen Volumenstrom begrenzt wird, wobei die Funktionseinheit über ein zwi ¬ schen den beiden Zuleitungen zum Hydraulikmotor angeordnetes Wechselventil mit dem Hydraulikmotor verbunden ist.

Die Erfindung betrifft weiterhin eine Betonpumpe mit einem ge ¬ genüber einem Unterbau über ein Drehwerk in Azimutrichtung schwenkbaren Verteilermast, wobei das Drehwerk einen erfindungsgemäßen Drehwerksantrieb umfasst.

Zunächst werden einige in Zusammenhang mit der Erfindung verwendete Begriff erläutert.

Als „mobile Betonpumpen mit Verteilermast" werden alle auf ei ¬ nem Lastkraftwagen oder vergleichbare Fahrzeuge aufgebaute Ma ¬ schinen zum Fördern von fließfähigem Beton durch Förderleitungen bezeichnet, bei denen die Förderleitungen wenigstens teil ¬ weise an einem Verteilermast geführt sind. Insbesondere han ¬ delt es sich bei mobilen Betonpumpen mit Verteilermast also um Autobetonpumpen und Fahrmischer mit Verteilmast (PUMI). Als „Verteilermast" ist eine kraftbetriebene, schwenkbare Vor ¬ richtung bestehend aus einem oder mehreren ausfahr- oder ausklappbaren Teilen mit einer Förderleitung zur Durchleitung von fließfähigem Beton bezeichnet. Der Verteilermast ist dabei auf einem „Unterbau" befestigt, der die Stützkonstruktion für den Verteilermast bildet. Um den Verteilermast gegenüber dem Un ¬ terbau in Azimutrichtung zu verschwenken, ist ein „Drehwerk" vorgesehen, mit dem der Verteilermast gegenüber dem Unterbau bspw. um +/- 360° geschwenkt werden kann. In der Regel umfasst das Drehwerk ein mit dem Verteilermast verbundenes, als „Dreh ¬ kranz" bezeichnetes verzahntes Drehlager, in dessen Verzahnung ein mit dem Unterbau verbundener Drehwerksantrieb eingreift.

Als „Überlastfall" ist nachfolgend ein außerordentlicher Be ¬ triebszustand bezeichnet, bei dem Belastungen auf den Vertei ¬ lermast einwirken, welche nicht vollständig durch die Reib ¬ bremse aufgenommen werden können, so dass es zu einer unerwünschten Bewegung des Verteilermastes kommt. Die zu einem Überlastfall führenden Belastungen können insbesondere aus auf den Verteilermast wirkenden Windkräften resultieren.

Ein Hydraulikmotor ist „inaktiv" bzw. „inaktiv geschaltet", wenn zwischen den Motoranschlüssen für das Hydrauliköl keine, eine Drehbewegung des Hydraulikmotors bewirkende Druckdiffe ¬ renz anliegt. Wird bei einem inaktiven Hydraulikmotor die Welle des Motors gedreht, wirkt der Hydraulikmotor in der Folge unmittelbar als Pumpe. Im Gegensatz dazu ist ein Hydrau ¬ likmotor „aktiv" bzw. „aktiv geschaltet", wenn aus einer

Druckdifferenz resultierende hydraulische Energie in mechani ¬ sche Energie in Form einer Drehbewegung umgewandelt wird. Die Drehrichtung des Hydraulikmotors kann dabei über die Richtung des anliegenden Druckgefälles gewählt werden. Ein „Wechselventil" ist ein Ventil mit zwei Eingängen und ei ¬ nem Ausgang, bei dem immer derjenige Eingang, an dem der höhere Druck anliegt, mit dem Ausgang fluidverbunden ist, wobei ein Austreten des durch den fraglichen Eingang eintretenden Fluids durch den anderen Eingang durch ein Sperrelement verhindert wird. Das Wechselventil kann bekanntermaßen als T-för- miges Wechselventil oder durch geeignete Schaltung zweier Rückschlagventile realisiert werden.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bei einer, aus einem Überlastfall resultierende Bewegung des Verteiler- masts um die Achse des Drehwerks der inaktiv geschaltete Hyd ¬ raulikmotor des Drehwerksantriebs zwingend mitrotiert, womit der Hydraulikmotor dann als Pumpe Hydrauliköl fördert.

Indem erfindungsgemäß vorgesehen ist, den Volumenstrom des durch den Hydraulikmotor im Überlastfall geförderten Hydrauliköls durch eine zusätzliche Funktionseinheit zu begrenzen, kann durch den Hydraulikmotor im Drehwerksantrieb ein zusätzliches Bremsmoment erzeugt werden, welches die aufgrund der Gleitreibung gegenüber der Haftreibung reduzierten Bremswir- kung der durchrutschenden Reibbremse unterstützt. Durch die Drosselung dieses Hydraulikölstroms lässt sich die maximale Rotationsgeschwindigkeit des Hydraulikmotors im Überlastfall festlegen, wodurch in der Folge auch die aus dem Stand der Technik unkontrollierte Bewegung eines Auslegers im Überlast- fall zumindest hinsichtlich der Geschwindigkeit der Drehbewe ¬ gung begrenzt werden kann. Auch wird in den meisten Fällen durch das vom Hydraulikmotor aufgebrachte zusätzliche Bremsmo ¬ ment die Rotationsbewegung derart abgebremst, dass die Reib ¬ bremse nach Auftreten eines Überlastfalls wieder in den Zu- stand der Haftreibung überführt werden kann und der Verteilermast so gestoppt wird. Ist der Verteilermast gestoppt, rotiert in der Folge zwar der Hydraulikmotor nicht mehr und kann somit auch kein Bremsmoment mehr aufbringen; dies ist jedoch unerheblich, da in diesem Fall die Reibbremse wieder im Zustand der Haftreibung ist und zur Sicherung der Position des Vertei- lermasts dann kein zusätzliches Bremsmoment durch den Hydrau- likmotor erforderlich ist.

Die Funktionseinheit ist über ein zwischen den beiden Zulei ¬ tungen zum Hydraulikmotor angeordnetes Wechselventil mit dem Hydraulikmotor verbunden. Das Wechselventil verbindet auf ein ¬ fache und zuverlässige Weise diejenige Zuleitung des Hydrau- likmotors mit der Funktionseinheit, in der bei einem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor der höhere Druck anliegt. Im Falle des Durchrutschens des Drehwerksantriebs bei inaktivem Hydrau ¬ likmotor also diejenige Zuleitung, deren Volumenstrom begrenzt werden soll, um den Drehwerksantrieb abzubremsen. Es ist be- vorzugt, wenn das von dem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor im Überlastfall geförderte Hydrauliköl in einen Tank gefördert wird, wobei die Funktionseinheit dann im Strömungskanal zwi ¬ schen Hydraulikmotor und Tank angeordnet ist. Dabei weist der Drehwerksantrieb vorzugsweise eine Nachsaugfunktion auf, über die eine ausreichende Versorgung des Hydraulikmotors mit Hyd ¬ rauliköl sichergestellt ist und ein Leerlaufen des Hydraulik ¬ motors verhindert wird.

Es ist grundsätzlich möglich, dass auch bei aktiven Betrieb des Hydraulikmotors Hydrauliköl durch die Funktionseinheit strömt. Der durch die Funktionseinheit strömende begrenzte Vo ¬ lumenstrom muss dann bei der Ansteuerung des Hydraulikmotors ggf. ähnlich einem Leckverlust berücksichtigt werden. Insbe ¬ sondere wenn das von dem inaktiv geschalteten Hydraulikmotor geförderte Hydrauliköl in einen Tank gefördert wird, ist es aber bevorzugt, wenn die Funktionseinheit eine steuerbare

Sperreinrichtung umfasst, mit der ein Durchfluss von Hydrauli ¬ köl durch die Funktionseinheit wahlweise unterbunden werden kann. Durch eine geeignet gesteuerte Sperrung des Durchflusses durch die Funktionseinheit kann sichergestellt werden, dass der Hydraulikmotor bei aktiver Ansteuerung auf bekannte Art und Weise als Antrieb verwendet werden kann, ohne dass dabei Hydrauliköl durch die Funktionseinheit in den Tank abfließt. In anderen Worten soll im Falle eines aktiven geschalteten Hydraulikmotors der Durchfluss von Hydrauliköl durch die Funk ¬ tionseinheit unterbunden werden, während im Falle der Inakti- vität das Hydrauliköl durch die Funktionseinheit fließen kann. Zur Begrenzung des durch die Funktionseinheit geförderten Hyd- raulikölstroms kann die Funktionseinheit ein Stromventil um ¬ fassen. Das Stromventil kann einen konstanten unveränderbaren Querschnitt aufweisen, der allein durch die Konstruktion des Ventils festgelegt ist. Es ist aber auch möglich, dass der Querschnitt des Stromventils einstellbar ist. Ist eine manu ¬ elle Einstellbarkeit vorgesehen, kann der Querschnitt des Ven ¬ tils insbesondere vor der ersten Inbetriebnahme und/oder nach ¬ folgenden Wartungen eingestellt werden, bleibt während des Be ¬ triebs des Drehwerksantriebs aber konstant. Ist der Quer- schnitt des Stromventils aktiv steuerbar, kann der Querschnitt und somit der vorgegebene Volumenstroms während des Betriebs des Drehwerksantriebs planvoll verändert werden. Das Stromven ¬ til kann ein Drosselventil oder ein Blendenventil sein.

Alternativ oder zusätzlich zu einem Stromventil kann die Funk- tionseinheit auch ein gesteuertes Proportionalventil zur Be ¬ grenzung des Volumenstroms umfassen. Mit einem entsprechenden Proportionalventil kann der vorgegebene Volumenstrom während des Betriebs des Drehwerksantriebs planvoll verändert werden, bspw. in Abhängigkeit von im Bereich der Funktionseinheit herrschenden Drücken.

Die Sperreinrichtung, das Stromventil und/oder das Proportio ¬ nalventil der Funktionseinheit sind bevorzugt hydraulisch über Steuerleitungen oder elektrisch ansteuerbar. Vorzugsweise sind Steuerleitungen und/oder eine Steuerungseinrichtung vorgesehen, die zur vorstehend beschriebenen Ansteuerung der einzelnen Komponenten ausgebildet sind.

Zur Erläuterung der erfindungsgemäßen mobilen Betonpumpe wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen.

Die Erfindung kann insbesondere auch durch einfache Nachrüs ¬ tung bereits bestehender Drehwerksantriebe ausgeführt werden, wobei lediglich ein Wechselventil zwischen den Zuleitungen zum Hydraulikmotor des bestehenden Drehwerksantriebs eingesetzt werden muss. An diesem Wechselventil wird dann eine Funktions ¬ einheit angeschlossen, ohne dass weitere Veränderungen an dem Drehwerksantrieb erforderlich wären.

Die Erfindung wird nun anhand von vorteilhaften Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:

Figur 1: eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen mobilen Betonpumpen mit Verteilermast umfassend ein Drehwerk mit erfindungsgemäßem Drehwerksantrieb;

Figur 2 : einen Schaltplan einer ersten Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Drehwerksantriebs aus Figur

1;

Figur 3 : einen Schaltplan einer zweiten Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Drehwerksantriebs aus Figur

1;

Figur 4a, b: Schaltpläne dritter Ausführungsvarianten des erfindungsgemäßen Drehwerksantriebs aus Figur 1; und Figur 5a, b: Schaltpläne vierter Ausführungsvarianten des erfindungsgemäßen Drehwerksantriebs aus Figur 1.

Bei der in Figur 1 dargestellten mobilen Betonpumpe 1 mit Verteilermast 2 handelt es sich um eine Autobetonpumpe, bei dem der Verteilermast 2 auf einem fahrbaren Unterbau 3 befestigt ist. Der Verteilermast 2 umfasst mehrere, durch Hydraulikzy ¬ linder 4 ausklappbare Teile 5, in denen eine (nur teilweise dargestellte) Förderleitung 6 für fließfähigen Beton geführt ist. Mit Hilfe einer am Unterbau 3 angeordneten Betonpumpe 7 kann fließfähiger Beton vom Aufgabetrichter 8 durch die Förderleitung 6 mit zum freien offenen Ende 9 der Förderleitung 6 gefördert werden.

Zum Verschwenken des Verteilermastes 2 gegenüber dem Unterbau 3 in Azimutrichtung ist ein Drehwerk 10 vorgesehen, welches in Figur 1 auch als isolierte Detaildarstellung gezeigt ist.

Mit dem Drehwerk 10 lässt sich der Verteilermast 2 gegenüber dem Unterbau 3 beliebig um +/- 360° verschwenken. Dazu umfasst das Drehwerk 10 einen Drehlager 11, welches im eingebauten Zustand zwischen Verteilermast 2 und Unterbau 3 angeordnet ist. Der Teil des Drehlagers 11, der mit dem Verteilermast 2 ver ¬ bunden ist, weist eine Außenverzahnung 12 auf, in dem ein Antriebsritzel 13 eines Drehwerksantriebs 14 eingreift. Wie nachfolgend noch näher ausgeführt, wird der Drehwerksantrieb 14 hydraulisch betrieben. Die Förderleitung 6 kann mittig durch das Drehlager 11 geführt sein (nicht dargestellt) .

In Figur 2 ist der Schaltplan einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsvariante des Drehwerksantriebs 14 aus Figur 1 dar ¬ gestellt. Der Drehwerksantrieb 14 umfasst einen Hydraulikmotor 15 und eine hydraulisch angesteuerte Reibbremse 16, die ihre Brems ¬ wirkung auf den Drehwerksantrieb 14 immer dann entfaltet, wenn sie druckentlastet ist. Nicht dargestellt ist ein evtl. zwi- sehen dem Hydraulikmotor 15 und dem Antriebsritzel 13 des Drehwerksantriebs 14 (vgl. Figur 1) vorgesehenes Getriebe.

Die Steuerung der Drehbewegung des Drehwerksantriebs 14 erfolgt über ein 4 /3-Wegeventil 17 mit Schwimm-Mittelstellung . Das 4 /3-Wegeventil 17 verfügt standardmäßig über einen Druck- anschluss P, einen Tankanschluss T und zwei Arbeitsanschlüsse A, B. Je nach Stellung des Wegeventils 17 sind die Arbeitsanschlüsse A, B druckentlastet, zum ggf. erforderlichen Nachsau ¬ gen von Hydrauliköl aber mit dem Trankanschluss T verbunden (vgl. in Figur 2 gezeigte Mittelstellung), oder zwischen den Arbeitsanschlüssen besteht eine Druckdifferenz im Wesentlichen entsprechend der Druckdifferenz zwischen Druckanschluss P und Tankanschluss T . Mit der durch das Ventil 17 ermöglichten Wählbarkeit, an welchem Arbeitsanschluss A, B der höhere Druck anliegt, lässt sich die Drehrichtung des Hydraulikmotors 15 einstellen.

Zwischen dem 4 /3-Wegeventil 17 und dem Hydraulikmotor 15 ist eine Ventileinheit 18 vorgesehen. Die Ventileinheit 18 umfasst eine an sich bekannte Anordnung aus Rückschlagventilen 19 und Überlastventilen 20 zur Vermeidung von Überdrücken am Hydrau- likmotor 15. Auf der dem 4 /3-Wegeventil 17 zugewandten Seite der Ventileinheit 18 ist weiterhin ein Wechselventil 21 vorge ¬ sehen, dass zwischen den von den Arbeitsauslässen A, B kommenden Leitungen angeordnet ist und über das überschüssiges Hyd ¬ rauliköl bei Inaktivität des Hydraulikmotors 15 frei in einen Hydrauliköltank 22 abfließen kann. Der Hydrauliköltank 22 kann dabei selbstverständlich der Tank sein, der mit dem Tankanschluss T des 4 /3-Wegeventils 17 verbunden ist. Um zu vermeiden, dass Hydrauliköl bei Aktivschaltung des Hyd ¬ raulikmotors 15 - auf einem der Arbeitsauslässe A, B des 4/3- Wegeventils 17 liegt also der durch den Druckanschluss P zuge ¬ führte Betriebsdruck an -in den Hydrauliköltank 22 strömt, ist zwischen Wechselventil 21 und Hydrauliköltank 22 ein 3/2-Wege- ventil 23 mit Steuerleitung 23 λ vorgesehen. Liegt Betriebs ¬ druck an einem der beiden Arbeitsausgänge A, B des 4/3-Wege- ventils 17 an, liegt dieser Druck auch in der Leitung zwischen Wechselventil 21 und 3/2-Wegeventil 23 und somit in der Steu- erleitung 23 λ an. Durch den Druck in der Steuerleitung 23 λ wird das 3/2-Wegeventil 23 verstellt, sodass ein Abfließen von Hydrauliköl über das 3/2-Wegeventil 23 verhindert wird.

Gleichzeitig wird der am 3/2-Wegeventil 23 anliegende Druck an die Reibbremse 16 weitergegeben, die dadurch gelöst wird. So- bald also Betriebsdruck an einem der beiden Arbeitsauslässe A, B des 4 /3-Wegeventils 17 anliegt, wird nicht nur der Hydrau ¬ likmotor 15 mit einer für den Betrieb erforderlichen Druckdifferenz beaufschlagt, sondern es wird gleichzeitig auch die Reibbremse 16 gelöst, sodass sich der Hydraulikmotor 15 auch tatsächlich drehen kann.

Sobald das 4 /3-Wegeventil 17 wieder in die Schwimm-Mittelstel- lung bewegt wird, liegt an dessen Arbeitsausgängen A, B kein Betriebsdruck mehr an. Der Hydraulikmotor 15 wird also inaktiv geschaltet. Gleichzeitig lässt auch der Druck in der von dem 3/2-Wegeventil 23 ausgehenden Leitung nach, wodurch zum einen die Reibbremse 16 anzieht, zum anderen das 3/2-Wegeventil 23 die Leitung zum Hydrauliköltank 22 wieder öffnet.

Erfindungsgemäß ist auf der dem Hydraulikmotor 15 zugewandten Seite der Ventileinheit 18 ein zweites, der Funktionseinheit 25 zugeordnetes Wechselventil 24 vorgesehen, welches zwischen den beiden Zuleitungen zum Hydraulikmotor 15 angeordnet ist und über das Hydrauliköl zur Funktionseinheit 25 und von dort aus in den Hydrauliköltank 22 gelangen kann.

Die Funktionseinheit 25 umfasst eine als Drosselventil mit un ¬ veränderlichem Querschnitt ausgebildetes Stromventil 26 zur Begrenzung des Volumenstroms durch die Funktionseinheit 25 und eine über eine Steuerleitung 27 λ steuerbare Sperreinrichtung 27, damit ein Durchfluss von Hydrauliköl durch die Funktions ¬ einheit 25 wahlweise unterbunden werden kann. Die Steuerlei ¬ tung 27 λ ist dabei mit der Zuleitung zur Reibbremse 16 verbun- den, sodass die Sperreinrichtung 27 in dem Fall, in dem die

Reibbremse 16 aufgrund von einer aktiven Schaltung des Hydrau ¬ likmotors 15 gelöst ist, den Durchfluss von durch die Funkti ¬ onseinheit 25 unterbindet, im Fall einer angezogenen Reib ¬ bremse 16 jedoch zulässt. In dem die Funktionseinheit 25 bei aktiver Schaltung des Hyd ¬ raulikmotors 15 sperrt, wird die Funktionsweise des Drehwerks ¬ antriebs 14 beim aktiven Drehen des Verteilermasts 2 gegenüber dem Unterbau 3 (vgl. Figur 1) nicht beeinträchtigt. Allerdings wird durch die Funktionseinheit 25 das Verhalten des Dreh- werksantriebs 14 im Überlastfall - also bei inaktivem Hydrau ¬ likmotor 15 und Durchrutschen der Reibbremse 16 - deutlich verbessert .

Im Falle des Durchrutschens der Reibbremse 16 wird der Hydrau ¬ likmotor 15 in Rotation versetzt. Der Hydraulikmotor 15 wirkt dann als Pumpe für das Hydrauliköl und fördert das Hydrauliköl über das zweite Wechselventil 24 durch die Funktionseinheit 25, deren Sperrvorrichtung 27 in diesem Fall wie beschrieben geöffnet ist, in den Hydrauliköltank 22. Aufgrund des Stromventils 26 wird der von dem Hydraulikmotor 15 geförderte Volu- menstrom jedoch begrenzt, wodurch sich an dem Hydraulikmotor 15 ein zusätzliches Bremsmoment ergibt, welches der uner- wünschten Bewegung des Drehwerks im Überlastfall entgegenwirkt. Das beschriebene Bremsmoment ist dabei insbesondere Ab ¬ hängig von der Drosselwirkung des Stromventils 26.

Fördert der Hydraulikmotor 15 wie beschrieben Hydrauliköl durch die Funktionseinheit 25 in den Hydrauliköltank, wird gleichzeitig Hydrauliköl über den Tankanschluss T des 4/3- Wegeventils 17 nachgesaugt, sodass das die Hydraulikleitungen des Drehwerksantriebs durchgehend mit Hydrauliköl gefüllt sind . In den Figuren 3, 4a, b und 5a, b sind Varianten zu der in Figur 2 dargestellten ersten Ausführungsvariante des Drehwerks ¬ antriebs 14 gezeigt. Im Folgenden wird dabei lediglich auf die Unterschiede zu der Ausführungsvariante gemäß Figur 2 einge ¬ gangen und im Übrigen auf die vorstehenden Erläuterungen zu Figur 2 verwiesen. In den Figuren 3, 4a, b und 5a, b wurde weiterhin auf die Darstellung des 4 /3-Wegeventil 17 mit

Schwimm-Mittelstellung verzichtet und lediglich dessen Arbeitsauslässen A, B angedeutet.

Bei der zweiten Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Drehwerksantriebs 14 gemäß Figur 3, ist das Stromventil 26 zur Begrenzung des Volumenstroms durch die Funktionseinheit 25 als Drosselventil mit manuell einstellbarem Querschnitt ausgestal ¬ tet. Der Querschnitt des Stromventils 26 kann somit bspw. vor der ersten Inbetriebnahme und bei Wartungen des Drehantriebs 14 überprüft und ggf. neu eingestellt werden.

Bei den Ausführungsvarianten gemäß Figuren 4a, b erfolgt die Ansteuerung des 3/2-Wegeventil 23 (vgl. Figur 4a) oder des 3/2-Wegeventil 23 sowie der Sperreinrichtung 27 der Funktions ¬ einheit 25 (vgl. Figur 4b) anstelle von Steuerleitungen 23 27 λ (vgl. Figur 2) elektromagnetisch. Die Ansteuerung erfolgt dabei aufgrund von elektrischen Impulsen, die von einer nicht dargestellten Steuerungseinheit erzeugt werden. Durch eine elektromagnetische Ansteuerung des 3/2-Wegeventil 23 und/oder der Sperreinrichtung 27 der Funktionseinheit 25 ist es mög ¬ lich, die entsprechenden Komponenten im Vergleich zu der di- rekten Ansteuerung über Steuerleitungen 23 27 λ (vgl. Figur 2) bei Bedarf leicht zeitverzögert anzusteuern. Dadurch ist es bspw. möglich, die Reibbremse 16 erst zu lösen, wenn der Hydraulikmotor 15 bereits ein gewisses Antriebsdrehmoment auf ¬ bringt . Bei den Ausführungsvarianten gemäß Figuren 5a, b ist anstelle eines Stromventils 26 (vgl. Figuren 2, 3a, b, 4a, b) ein Pro ¬ portionalventil 28 vorgesehen, mit dem der Volumenstrom durch die Funktionseinheit 25 im laufenden Betrieb gesteuert oder geregelt werden kann. Die Ansteuerung des Proportionalventils 28 kann über die Steuerleitung 28 λ unmittelbar in Abhängigkeit des in der Leitung zwischen dem zweiten Wechselventil 24 und der Funktionseinheit 25 erfolgen (vgl. Figur 5a) . Es ist aber auch möglich, dass das Proportionalventil 28 elektromagnetisch von einer nicht dargestellten Steuerungseinheit angesteuert wird (vgl. Figur 5b) .