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Title:
HYDROPHOBIC FLUID AND USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/249484
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a hydrophobic fluid, characterised by a solvent-based solution of at least one aliphatic and/or aromatic hydrocarbon, with a chain length of C9 to C15 and at least one ether, ester, ketone and/or an alcohol, in particular a non-flammable alcohol, wherein the hydrophobic fluid also has a fluoropolymer, in particular a non-combustible fluoropolymer with a flash point > 60°C in a proportion of 0.1 to 30 wt.%.

Inventors:
RIEPE BERND (DE)
Application Number:
EP2020/065671
Publication Date:
December 17, 2020
Filing Date:
June 05, 2020
Export Citation:
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Assignee:
RIEPE BERND (DE)
International Classes:
B27D5/00
Foreign References:
DE102007002395A12008-07-17
US20190270219A12019-09-05
Attorney, Agent or Firm:
DANTZ, Jan et al. (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Hydrophobe Flüssigkeit gekennzeichnet durch eine Lösung auf Lösemittelbasis zumindest eines aliphatischen und/oder aromatischen Kohlenwasserstoffs, mit einer Kettenlänge von C9 bis C15 sowie zumindest einem Ether, Ester, Keton und/oder einem Alkohol, insbesondere einem nichtentzündlichen Alkohol, wobei die hydrophobe Flüssigkeit zudem ein Fluor- Polymer, insbesondere ein nicht-brennbares Fluorpolymer mit einem Flammpunkt > 60°C, in einem Anteil von 0,1 bis 30 Gew% aufweist.

2. Hydrophobe Flüssigkeit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Alkohol, insbesondere der nicht entzündliche Alkohol, in einem Anteil von 2 bis 17 Gew% vorliegt.

3. Hydrophobe Flüssigkeit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Ether ein Glykolether mit einem Flammpunkt > 60°C ist.

4. Hydrophobe Flüssigkeit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Ether, insbesondere der Glykolether, in einem Anteil von 2 bis 17 Gew% vorliegt.

5. Hydrophobe Flüssigkeit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Fluor-Polymer 2 bis 5, vorzugsweise 3 bis 4 Gew% beträgt.

6. Hydrophobe Flüssigkeit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der aliphatische Kohlenwasserstoff ein Isoparaffin ist.

7. Verwendung der hydrophoben Flüssigkeit nach einem der Ansprüche 1-6 zum Auftrag auf den Bereich einer Verbindung zwischen zwei Bauteilen, von denen mindestens eines aus einem Holz oder Holzwerkstoff besteht.

8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Flüssigkeit auf die einen Verbindungsbereich bildenden Nut und Feder zweier Bauteile aufgebracht wird. 9. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Flüssigkeit auf den mit einem Kantenband zu versehenden Kantenbereich einer Möbelplatte aufgebracht wird. 10. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich nach dem Auftrag der hydrophoben Flüssigkeit eine Nacharbeitbarkeit, insbesondere eine Färb- und/oder Lackauftragbarkeit, innerhalb von weniger als 20 Sekunden einstellt.

Description:
Hydrophobe Flüssigkeit und deren Verwendung

Die Erfindung betrifft eine hydrophobe Flüssigkeit und deren Verwendung.

Insbesondere im Verbindungsbereich zweier Bauteile, von denen zumindest eines aus einem Holz oder Holzwerkstoff besteht, wenn in die fertigungsbedingt vorhandene Fuge Feuchtigkeit oder Nässe dringt, die dazu führt, dass das Holz oder der Holzwerkstoff aufquillt.

Der Einfachheit halber wird im Folgenden lediglich Holz als feuchtigkeitsempfindliches Material erwähnt, da ein Holzwerkstoff insoweit vergleichbare Eigenschaften aufweist, nämlich die Feuchtigkeit aufzunehmen.

Beispielhaft sei bei der genannten Problematik auf Fußbodendielen oder dergleichen hingewiesen, die beispielsweise mittels einer Nut-Feder-Verbindung aneinander gehalten werden. Zwar ist schon versucht worden, diese Verbindungsbereiche mit einer hydrophoben Flüssigkeit zu beschichten, die sich allerdings allesamt als in Bezug auf eine dauerhafte Versiegelung ungenügend gezeigt haben.

Hierzu zählt beispielsweise das Aufbringen von Wachs, in flüssiger oder pastö- ser Form, was sowohl hinsichtlich der Standzeit dieser Beschichtung wie auch hinsichtlich ihres Auftrags problematisch ist, letzteres insbesondere dann, wenn die einzelnen Bauteile aus Holz in großen Stückzahlen hergestellt werden.

Eine andere hydrophobe Flüssigkeit ist bekannt geworden, die allerdings brennbar bzw. entflammbar ist und daher zumindest für den industriellen Einsatz nicht geeignet ist, da hier besondere Bedingungen zum Arbeitsschutz eingehalten werden müssen.

Das Problem des Aufquellens ergibt sich auch bei einer Kantenbeschichtung von Möbelteilen aus Holz, wobei das aufgebrachte Kantenband aus einem

Kunststoff besteht, dessen Kontaktfläche im Sinne eines mittels einer Wärmequelle aktivierbaren Klebers ausgebildet ist, wobei als Wärmequelle vielfach eine Laserquelle zum Einsatz kommt. Der Vorteil einer solchen Kantenbeschichtung liegt darin, dass eine sehr schmale Fuge im Übergangsbereich zwischen der Platte aus Holz und dem Kantenband entsteht, die unter dem Begriff„Nullfuge“ bekannt ist. Nachteilig allerdings ist auch hierbei, dass trotz der geringen Fugenbreite

Feuchtigkeit eindringen kann, mit den vorgenannten Folgen. Die diesbezügliche Gefahr ist besonders groß bei solchen Produkten, da entsprechend verarbeitete Möbelplatten vielfach als Arbeitsplatten Verwendung finden, die in Gebrauch häufig mit Feuchtigkeit oder Nässe beaufschlagt werden.

Feuchtigkeit kann auch bei einer Kantenbeschichtung, bei der das Kantenband mittels Leim oder Kleber an der Platte befestigt ist, im Bereich der gebildeten Fuge eindringen, mit den vorbeschriebenen Folgen. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine hydrophobe Flüssigkeit zu entwickeln, die einen dauerhaften Schutz vor Nässe und Feuchtigkeit gewährleistet und die hinsichtlich der sicherheitstechnischen Vorschriften entspricht. Diese Aufgabe wird durch eine hydrophobe Flüssigkeit mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Verwendung der hydrophoben Flüssigkeit in der durch den Anspruch 1 definierten Zusammensetzung, nämlich eine Lösung auf Lösemittelbasis zumin- dest eines aliphatischen und/oder aromatischen Kohlenwasserstoffs, mit einer Kettenlänge von C9 bis C15 sowie zumindest einem Ether, Ester, Keton und/oder einem Alkohol, wobei die hydrophobe Flüssigkeit zudem ein nicht brennbares Fluor-Polymer in einem Anteil von 0,1 bis 30 Gew% aufweist, bietet gegenüber einer solchen nach dem Stand der Technik eine Vielzahl von Vortei- len, die sich sowohl hinsichtlich des industriellen Einsatzes wie auch hinsichtlich der Nutzung der damit behandelten Bauteile in bemerkenswerter weise ergeben.

So ist zunächst und insbesondere zu nennen, dass die neue hydrophobe Flüs- sigkeit durch den Einsatz von Fluor-Polymer mit einem Flammpunkt > 60°C nicht brennbar ist oder zumindest eine verringerte Brennbarkeit aufweist, so dass diese Flüssigkeit den entsprechenden Forderungen der Arbeitsschutzbestimmungen entspricht, was den Einsatz der Flüssigkeit bei der industriellen Herstellung der Bauteile ermöglicht. Somit wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Brennbarkeit des verwendeten Fluorpolymers anhand des

Flammpunkts festgelegt. Als Alkohol kann vorzugsweise ein nicht-entzündlicher Alkohol, insbesondere Glykolether mit einem Flammpunkt von mehr als 60°C verwendet werden

Der Auftrag der hydrophoben Flüssigkeit auf den Bereich, in dem zwei Bauteile miteinander verbunden sind, von denen zumindest einer aus einem Holz oder Holzwerkstoff besteht, der zum Aufquellen bei Eindringen von Feuchtigkeit oder Nässe neigt, führt zu einem dauerhaften Schutz, der es sogar ermöglicht solche Bauteile in Feuchträumen einzusetzen.

Hierzu zählen die bereits zum Stand der Technik genannten Nut/Feder- Verbindungen von zwei Bauteilen, die beispielsweise unter dem Begriff„Klick- Verbindung“ bekannt sind.

Auch die Benetzung einer erwähnten Null-Fuge, wie sie sich bei der Kantenbeschichtung einer Möbelplatte mittels eines durch Wärmebeaufschlagung kleb- fähigen Kantenbandes und dessen Anpressen an die Kante der Möbelplatte ergibt, gewährleistet eine Feuchtigkeitssperre.

Dies ergibt sich auch durch den Auftrag der erfindungsgemäßen hydrophoben Flüssigkeit auf eine gebildete Fuge nach einem Anbringen des Kantenbandes mittels Leim oder Kleber.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist der Einsatz von Isoparaffinen als aliphatische Kohlenwasserstoffe besonders vorteilhaft. Der Anteil an Fluor-Polymer beträgt im Übrigen bevorzugt 2 bis 5 Gew%, vorzugsweise 3 bis 4 Gew%, während der nicht entzündliche Alkohol und/oder der Ether, insbesondere der Glykolether, bevorzugt in einem Anteil von 2 bis 17 Gew% vorliegen kann. Besonders von Vorteil stellt sich durch die Verwendung der hydrophoben Flüssigkeit eine Nacharbeitbarkeit nach weniger als 20 Sekunden, ein. Dies betrifft insbesondere einen Lack- und/oder Farbauftrag z.B. auf den Verbindungsbe- reich oder das Kantenband. Somit ist die hydrophobe Flüssigkeit nach kürzester Zeit überlackierbar oder überstreichbar.

Dabei treten keine oder vernachlässigbare Vermischungseffekte der aufgetra- genen Farbe mit der hydrophoben Flüssigkeit auf, so dass der Bereich auf welchem der Farbauftrag erfolgt den Farbton der aufgetragenen Farbe annimmt. Gleiches gilt für den Lackauftrag und den damit verbundenen Glanz.

Somit kann die hydrophobe Flüssigkeit im Durchlaufverfahren bei der automati- sierten maschinellen Bearbeitung von Holz oder Holzwerkstoffen eingesetzt werden.