Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
IMPROVED OXIDATION PROCESS FOR PRODUCING POLYCARBOXYLATES FROM POLYSACCHARIDES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1996/029351
Kind Code:
A1
Abstract:
A process for producing polycarboxylic acids or their salts from polysaccharides by oxidation with gaseous nitrogen dioxide/dinitrogen tetroxide with the conversion of at least a part of the primary alcohol groups of the polysaccharides into carboxyl groups and possibly the at least partial neutralisation of the carboxylic acid groups produced is to be optimised. This has essentially been achieved in that nitrogen dioxide/dinitrogen tetroxide is taken at a charging temperature in the region of the boiling point of nitrogen dioxide at the prevailing pressure to a temperature 50 �C thereabove, which is at least partially absorbed by the polysaccharide, and then primary alcohol groups are oxidised to carboxyl groups at a temperature at least 10 �C above the charging temperature.

Inventors:
M�ller
Thomas, Engelskirchen
Konrad, Fischer
Herbert, Noack
Wolf-eckart
Application Number:
PCT/EP1996/001065
Publication Date:
September 26, 1996
Filing Date:
March 13, 1996
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
Henkel, Kommanditgesellschaft Auf Aktien M�ller
Thomas, Engelskirchen
Konrad, Fischer
Herbert, Noack
Wolf-eckart
International Classes:
C08B15/04; C08B31/18; C08B37/00; C11D3/22; C11D3/37; (IPC1-7): C08B31/18; C08B15/04; C08B37/00
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung von Polycarbonsäuren oder deren Salzen aus Polysacchariden durch Oxidation mit gasförmigem Stickstoffdioxid/Di stickstofftetroxid unter Umwandlung zumindest eines Teils der primären Alkoholgruppen der Polysaccharide in Carboxylgruppen sowie gegebenen¬ falls wenigstens anteilsweiser Neutralisation der entstehenden Car¬ bonsäuregruppen, dadurch gekennzeichnet, daß man bei einer Beladungs¬ temperatur im Bereich vom Siedepunkt des Stickstoffdioxids unter dem jeweiligen Druck bis zu einer 50 °C darüber liegenden Temperatur Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid zuführt, welches zumindest an¬ teilsweise vom Polysaccharid absorbiert wird, und anschließend bei einer Oxidationstemperatur, die mindestens 10 °C über der Beladungs¬ temperatur liegt, primäre Alkoholgruppen zu Carboxylgruppen oxidiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oxidati¬ onstemperatur 10 °C bis 40 °C, insbesondere 15 °C bis 30 °C über der Beladungstemperatur liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Zufuhr von Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid beendet, wenn der gewünschte Umwandlungsgrad der primären Alkoholgruppen in Carboxyl¬ gruppen zu 60 % bis 85 %, insbesondere zu 65 % bis 80 % erreicht ist, und die Temperatur um mindestens 10 °C über die Oxidationstemperatur erhöht.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Tempe¬ ratur um 15 °C bis 80 °C, insbesondere um 20 °C bis 50 °C erhöht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens 15 %, insbesondere 25 % bis 100 % der primären Al¬ koholgruppen der Polysaccharide in Carboxylgruppen umwandelt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxidation in einer Wirbelschicht, deren Wirbelmittel ein Stickstoffdioxidhaltiges Gas ist, durchführt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man als zu oxidierendes Polysaccharid Stärke, insbesondere Kar¬ toffelstärke, Weizenstärke, Maisstärke und/oder Tapiokastärke, ein¬ setzt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man es über einen solchen Zeitraum führt, daß das Oxidationspro¬ dukt im statistischen Mittel zu wenigstens 15 Mol% aus oxidierten Anhydroglucoseeinheiten der Formel I besteht.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß oxidierte An¬ hydroglucoseeinheiten der Formel I vorzugsweise zu wenigstens 25 Mol%, insbesondere zu wenigstens 35 Mol% im Molekül enthalten sind.
10. Verwendung von Wirbelschichtreaktoren in einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.
Description:
Verbessertes Oxidationsverfahreπ zur Herstellung von Polvcarboxylaten aus Polvsacchariden

Die Erfindung betrifft ein vereinfachtes Verfahren zur Herstellung von Polycarboxylaten durch selektive Oxidation von Polysacchariden mit gas¬ förmigem Stickstoffdioxid.

Zur Herstellung von Polycarboxylaten durch oxidative Behandlung von Poly¬ sacchariden, beispielsweise Cellulose, Stärke und Dextrinen, besteht um¬ fangreiches Wissen. Verwiesen wird beispielsweise auf Houben-Weyl "Metho¬ den der organischen Chemie", Thie e-Verlag, Stuttgart (1987) Bd. E 20, Makromolekulare Stoffe, hier das Unterkapitel "Polysaccharid-Derivate" bearbeitet von Dr. K. Engelskirchen, a.a.O. Seite 2042 ff, insbesondere Seite 2124 ff (Oxidationsprodukte der Cellulose) und Seite 2166 ff (Oxi- dierte Stärken). Verwiesen sei weiter auf die Veröffentlichung "Cellulose Chemistry and Its Applications" (1983), John Wiley & Sons, Chichester, GB, dort insbesondere T.P.Nevell, "Oxidation of Cellulose" (Kapitel 10) sowie die umfangreiche dort zitierte Literatur, a.a.O Seite 262 bis 265.

Grob zusammenfassend gilt: Eine Vielzahl von Oxidations itteln ist für die Oxidation von Polysacchariden, insbesondere von ausschließlich aus Glucose aufgebauten Polyglucosanen gebräuchlich. Genannt seien beispielsweise (Luft)-Sauerstoff, Wasserstoff-Peroxid, Natriumhypochlorit beziehungsweise -bromit, Periodsäure beziehungsweise Periodate, Blei(IV)-Acetat, Stick¬ stoffdioxid und Cer(IV)-Salze. Diese Oxidationsmittel reagieren sehr un¬ terschiedlich mit den Anhydroglucoseeinheiten, vgl. beispielsweise die Formelbilder in Houben-Weyl a.a.O. Seite 2124. So bewirken beispielsweise Per odate oder Blei(IV)-Acetat eine C-C Spaltung der Anhydroglucose-Ringe; man erhält aus Cellulose die sogenannte 2,3-Dialdehydcellulose und analog aus Stärke Dialdehydstärke. Bekannt ist außerdem, daß bei der Einwirkung von Stickstoffdioxid auf Cellulose die Oxidation der primären Alkohol¬ gruppe zur Carboxylgruppe die weitaus überwiegende Reaktion ist. Das

Oxidations ittel , in der Regel im Gleichgewicht mit Distickstofftetroxid vorliegend, kann dabei gasförmig oder gelöst in einem inerten organischen Lösungsmittel eingesetzt werden, vgl. auch hier Houben-Weyl a.a.O. Seite 2125 und die dort in diesem Zusammenhang genannte Primärliteratur. Auch von der Stärke ausgehend lassen sich entsprechend weitgehend selektive Oxidationen der primären Alkoholgruppe der Anhydroglucoseeinheiten zur Carboxylgruppe bewerkstelligen. So ist aus der US-amerikanischen Patent¬ schrift US 2472 590 die Oxidation von Stärke mit gasförmigem oder in Wasser beziehungsweise in verschiedenen organischen Lösungsmitteln ge¬ löstem Stickstoffdioxid bei Raumtemperatur und Normaldruck bekannt.

Unter diesen Bedingungen erhält man die annähernd vollständige Umwandlung der primären Alkoholgruppen der Polysaccharide in Carboxylgruppen erst nach sehr langen Reaktionszeiten, die unter Umständen bis zu mehreren Ta¬ gen betragen können. Außerdem werden bei den bekannten Verfahren hohe Stickstoffdioxidmengen, bezogen auf zu oxidierendes Polysaccharid, benö¬ tigt.

Aus der internationalen Patentanmeldung WO 93/16110 ist eine wesentliche Verbesserung der Herstellung derartiger Oxidationsprodukte von Polysac¬ chariden bekannt. Die dort offenbarte Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß Polycarboxylate aus Polysacchariden in einem einfachen Verfahren in hohen Ausbeuten zu gewinnen sind, wenn die Oxidationsreaktion mit Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid in Gegenwart von Sauerstoff bei er¬ höhten Temperaturen und vorzugsweise bei erhöhten Drucken durchgeführt wird. Die Formulierung "Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid" steht da¬ bei, wie auch bei der vorliegenden Erfindung, für das unter den jeweiligen Reaktionsbedingungen vorliegende Gleichgewichtsgemisch aus Stickstoffdi¬ oxid und seinem Dinieren Distickstofftetroxid.

Insbesondere wenn man die in diesem Dokument beschriebene Variante der suspensions- und lösungsmittelfreien Oxidation mit gasförmigem Stick- stoffdioxid/Distickstofftetroxid durchführt, wurde beobachtet, daß man beim Anfahren der Reaktion bei relativ tiefen Temperaturen bereits einen Verbrauch an Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid messen kann, ohne daß eine merkliche Oxidation stattfindet. Andererseits findet bei Verwendung

sehr hoher Temperaturen nach kurzer Zeit praktisch keine Oxidation mehr statt. Diese Phänomene lassen sich, ohne an diese Erklärung gebunden sein zu wollen, mit der Annahme eines der Oxidationsreaktion vorgelagerten Ad- sorptions- beziehungsweise Absorsptionsgleichgewichtes erklären, wobei unerheblich scheint, ob es sich dabei um chemisorptive oder physisorptive oder um eine Kombination beider Vorgänge handelt.

Auf diese Hypothese aufbauend wurde gefunden, daß man die Umsetzung von Polysacchariden mit Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid besonders scho¬ nend und in kürzeren Zeiten durchführen kann, wenn man die Gesamtreaktion mehrstufig derart führt, daß man in einer ersten Stufe bei niedriger Tem¬ peratur das Polysaccharid mit dem Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid in Kontakt bringt und dann in einer zweiten Stufe, gegebenenfalls ohne wei¬ teres Zuführen von Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid, das beladene Polysaccharid bei höherer Temperatur der eigentlichen Oxidation unter¬ wirft.

Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend ein Verfahren zur Herstellung von Polycarbonsäuren oder deren Salzen aus Polysacchariden durch Oxidation mit gasförmigem Stickstoffdioxid/DiStickstofftetroxid unter Umwandlung zumindest eines Teils der primären Alkoholgruppen der Polysaccharide in Carboxylgruppen sowie gegebenenfalls wenigstens anteilsweiser Neutralisa¬ tion der entstehenden Carbonsäuregruppen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man bei einer Beladungstemperatur im Bereich vom Siedepunkt des Stickstoffdioxids unter dem jeweiligen Druck bis zu einer 50 °C darüber liegenden Temperatur Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid zuführt, wel¬ ches zumindest anteilsweise vom Polysaccharid absorbiert wird, und an¬ schließend bei einer Oxidationstemperatur, die mindestens 10 °C, vorzugs¬ weise 10 °C bis 40 °C und insbesondere 15 °C bis 30 °C über der Bela¬ dungstemperatur liegt, gegebenenfalls ohne weitere Zufuhr von Stickstoff- dioxid/Distickstofftetroxid, primäre Alkoholgruppen zu Carboxylgruppen oxidiert. Falls der gewünschte Umwandlungsgrad der primären Alkoholgruppen in Carboxylgruppen nach einmaligem Durchlauf dieses Cyclus nicht erreicht ist, kann nach entsprechender Abkühlung des nur partiell oxidierten Poly- saccharids dieses erneut und gegebenenfalls noch mehrmals den genannten Schritten unterworfen werden. Der Umwandlungsgrad kann in einfacher Weise

durch die Bestimmung der Säurezahl des Oxidationsproduktes, wie bei¬ spielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO 93/16110 beschrie¬ ben, ermittelt werden.

Der Oxidationsschritt wird, wenn man unter Normaldruck arbeitet, vorzugs¬ weise bei Temperaturen im Bereich von 40 °C bis 80 °C, insbesondere von 45 °C bis 70 °C durchgeführt. Dabei kann Sauerstoff, allein oder im Ge¬ misch mit unter den Reaktionsbedingungen inertem Gas, anwesend sein, des¬ sen Zugabe einmalig bei Beginn der Oxidationsreaktion oder mehrfach, ge- wünschtenfalls kontinuierlich, während der Reaktion erfolgen kann. Bei letztgenannter Reaktionsführung kann die Oxidationsreaktion bekanntlich temperatur- oder druckabhängig über die Sauerstoffdosierung gesteuert werden. Vorzugsweise regelt man die Sauerstoffzugabe so, daß die Oxidati¬ onstemperatur im Bereich von 40 °C bis 80 °C bleibt.

Als inerte, das heißt bei den jeweils gewünschten Verfahrensbedingungen nicht reagierende Gase können Edelgase wie Helium oder Argon und Kohlen¬ dioxid, insbesondere aber Stickstoff, Stickstoffmonoxid und Distickstoff- monoxid, aber auch beliebige Mischungen derartiger Gase eingesetzt werden. Der Sauerstoffgehalt in der Gasmischung liegt dabei vorzugsweise im Be¬ reich von 1 Vol.-% bis 30 Vol.- , insbesondere von 3 Vol.-% bis 10 Vol.-%. Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beinhal¬ tet die Zuführung von Sauerstoff durch das Einleiten von Luft.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise in Form eines Wirbel- schicht-Oxidationsverfahrens ausgeführt, wobei das zu oxidierende Poly¬ saccharid in Pulverform eine Wirbelschicht bildet, die von einem zumindest zeitweise Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid enthaltenden Wirbelmittel durchströmt wird. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung von Wirbelschichtreaktoren in einem erfindungsgemäßen Verfah¬ ren. Unter Wirbelschicht soll dabei - ohne auf diese Art der Erzeugung beschränkt zu sein - die Erscheinung verstanden werden, die zu beobachten ist, wenn auf waagrechten, perforierten Böden lagerndes feinkörniges Schüttgut von unten von Gasen, als Wirbelmittel bezeichnet, durchströmt wird. Ein derartiges aus der internationalen Patentanmeldung WO 93/16110 bekanntes Verfahren kann erfindungsgemäß dahingehend abgewandelt werden,

daß man die Reaktortemperatur zum Beispiel durch innenliegende Wärmeaus¬ tauscher zu Beginn der Zugabe des Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxids bei der Beladungstemperatur im Bereich vom Siedepunkt des Stickstoffdi¬ oxids unter den jeweiligen Bedingungen bis zu einer 50 °C höheren Tempe¬ ratur hält, bis zumindest eine anteilsweise Absorption erfolgt ist, und anschließend die Temperatur um mindestens 10 °C, insbesondere um 10 °C bis 40 °C und bevorzugt um 15 °C bis 30 °C auf die Temperatur anhebt, bei der die eigentliche Oxidation stattfindet. Bevorzugt ist jedoch, daß man dem Wirbelschichtreaktor für die eigentliche Oxidationsreaktion (Oxidations- reaktor) einen weiteren Wirbelschichtreaktor vorschaltet, der zum Beispiel durch innenliegende Wärmeaustauscher auf entsprechend niedrigerer Tempe¬ ratur gehalten wird und in dem das zu oxidierende Polysaccharid mit Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid beladen wird (Beladungsreaktor). Nach der Beladung kann das Polysaccharid aus dem Beladungsreaktor entnom¬ men und in den Oxidationsreaktor überführt werden. Einfacher im Sinne ei¬ ner angenähert kontinuierlichen Prozeßführung ist jedoch, wenn nach Ent¬ nahme des oxidierten Produktes aus dem Oxidationsreaktor dieser mit unbeladenem Polysaccharid befüllt wird, das beladene Polysaccharid in dem Beladungsreaktor verbleibt und man die Temperatur- und Strömungsbedin¬ gungen der beiden Reaktoren so vertauscht, daß aus dem Beladungsreaktor der Phase N der Oxidationsreaktor der Phase N+l wird und aus dem Oxida¬ tionsreaktor der Phase N der Beladungsreaktor der Phase N+l. Durch den in der nächsten Phase vorzunehmenden Tausch im gleichen Sinne entspricht Phase N+2 der Phase N. Dieses quasi-kontinuierliche Verfahren wird durch die Fig. 1 und Fig. 2 illustriert: In der Phase N des Verfahrens (Fig. 1) entspricht Reaktor 1, dem Oxidationsreaktor und Reaktor 2 dem Beladungsre¬ aktor, wobei Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid als alleiniges Wirbel¬ mittel oder als Teil eines inertgashaltigen Wirbelmittels dem im oben an¬ geführten höheren Temperaturbereich (T ox ) gehaltenen Oxidationsreaktor zugeführt wird und nicht verbrauchtes Stickstoffdioxid/DiStickstoff- tetroxid nach Verlassen des Oxidationsreaktors in den auf der Beladungs¬ temperatur im Bereich vom Siedepunkt des Stickstoffdioxids bis 50 °C da¬ rüber (T|, e -|) gehaltenen Beladungsreaktor geführt wird. Gewünschtenfalls kann das Wirbelmittel nach Durchströmen des Oxidationsreaktors ohne Kreislaufführung die Vorrichtung verlassen, wobei Stickstoffdioxid/Di- stickstofftetroxid als alleiniges Wirbelmittel oder als Teil eines

inertgashaltigen Wirbelmittels auch in den Beladungsreaktor von außen zu¬ geführt werden muß. Das den Beladungsreaktor verlassende, nur noch wenig oder kein Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid mehr enthaltende Wirbel¬ mittel kann, insbesondere wenn es zuvor durch den Oxidationsreaktor ge¬ strömt war, einer Anlage zur Reoxidation des Stickstoffdioxids unter an¬ schließender Rückführung in den Oxidationsreaktor oder einer Entsorgungs¬ einrichtung zugeführt werden. Nach Entfernen des Produktes aus Reaktor 1. und Einfüllen von neuem Polysaccharid in diesen Reaktor 1 gelangt man durch Absenken der Temperatur in Reaktor 1 auf T|, e -| sowie Anheben der Temperatur in Reaktor 2 auf T ox und Umschalten der Ventile 4, 5, 6, 2 un( - 8, wie in Fig. 2 dargestellt, zu Phase N+l, bei der in Reaktor 1 der Be¬ ladungsschritt und in Reaktor 2 der Oxidationsschritt erfolgt. Gewünsch¬ tenfalls können in die Rohrleitungen, welche die Reaktoren verbinden, Kondensatoren zur Entfernung des Reaktionswassers eingebaut werden, um insbesondere bei mehrfach hintereinander erfolgendem Umschalten der Reak¬ toren ein feuchtigkeitsbedingtes Zusammenbacken des Polysaccharids zu vermeiden.

Die bei dem beschriebenen Verfahren benötigten Zeiten hängen bei gegebenem Polysaccharid und Stickstoffdioxidgehalt im Wirbelmittel im wesentlichen von dem gewünschten Oxidationsgrad und der Temperatur ab. Als Richtwerte können die Angaben dienen, daß bei einer Temperatur T ox von 50 °C und Normalddruck unter Einsatz von 12 Molequivalenten Stickstoffdioxid pro Stunde, bezogen auf zu oxidierende Hydroxylgruppen, nach 30 Minuten 18 H bis 22 %, nach 60 Minuten 60 % bis 70 % und nach 1,5 Stunden 85 % bis 95 % der primären Alkoholgruppen in Carboxylgruppen umgewandelt werden. Norma¬ lerweise kann der Oxidationsschritt nach etwa 2 bis etwa 5 Stunden abge¬ schlossen sein. Der Beladungsschritt kann in einem Zeitraum von etwa 2 bis etwa 5 Stunden, insbesondere etwa 3 bis etwa 4 Stunden durchgeführt wer¬ den.

Eine Variante des in den Fig. 1 und 2 dargestellten Verfahrens ergibt sich durch Hinzufügen eines Nachbehandlungsschrittes in der Art, daß man die wie oben beschriebene, bis zum Ende geführte Reaktion nur so lange durch¬ führt, daß der gewünschte Oxidationsgrad, daß heißt der Umwandlungsgrad der primären Alkoholgruppen in Carboxylgruppen, nur zu höchstens 90 %,

vorzugsweise nur zu 60 % bis 85 % und insbesondere nur zu 65 % bis 80 % erreicht wird, und das vollständige Erreichen des gewünschten Oxidations- grades erst in einem Nachoxidationsschritt, das heißt bei beendeter Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid-Zufuhr und im Vergleich zum Oxida¬ tionsschritt um mindestens 10 °C, vorzugsweise 15 °C bis 80 °C und insbe¬ sondere 20 °C bis 50 °C erhöhten Temperatur (T nacn ) erfolgt, wie dies in der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 44 26443.7 be¬ schrieben ist. Bei diesem Nachoxidationsschritt ist darauf zu achten, daß eine Temperaturobergrenze von 160 °C möglichst nicht überschritten wird, da bei höheren Temperaturen zunehmend Zersetzung beobachtet wurde. Diese Verfahrensvariante kann in der in Fig. 1 wiedergegebenen Vorrichtung da¬ durch ausgeführt werden, daß man bei höchstens 90-prozentigem Erreichen des gewünschten Oxidationsgrades die Zufuhr des Stickstoffdioxid/Distick- stofftetroxid in den Oxidationsreaktor unterbricht, das heißt ein ledig¬ lich aus Inertgas bestehendes Wirbelmittel einführt, und die Temperatur entsprechend, das heißt um mindestens 10 °C, auf T nac f, erhöht. Einfacher, insbesondere im Hinblick auf die gleichzeitig parallel stattfindende Be¬ ladung, kann wie in Fig. 3 dargestellt das Zuschalten eines weiteren Re¬ aktors (3) sein, in dem in Phase N der beschriebene Nachoxidationsschritt ausgeführt wird. Durch das Ventil 13 wird Inertgas als Wirbelmittel in den auf T nacn gehaltenen Reaktor 3 geführt, das nach Verlassen dieses Reaktors über das Ventil 14 einer Entsorgungseinrichtung zugeführt werden oder in den Beladungsreaktor geführt werden kann, um gegebenfalls im Nachoxidati¬ onsschritt desorbiertes Stickstoffdioxid nicht zu verlieren. In Phase N+l, wie in Fig. 4 dargestellt, wird nach Entfernen des Oxidationsgutes aus Reaktor 3 und Befüllen dieses Reaktors mit zu oxidierendem Polysaccharid unter entsprechendem Umschalten der Ventile und Anheben der Temperaturen in Reaktor l auf T nacn und in Reaktor 2 auf T ox sowie Senken der Tempera¬ tur in Reaktor 3 auf 1^] ^ π Reaktor 1 der Nachoxidationsschritt, in Re¬ aktor 2 der Oxidationsschritt und in Reaktor 3 der Beladungsschritt aus¬ geführt. Anschließendes analoges Vorgehen führt in Phase N+2 (Fig. 5) zum Beladungsschritt in Reaktor 1, Nachoxidationsschritt in Reaktor 2 und Oxidationsschritt in Reaktor 3. Die sich durch analoges Umschalten an¬ schließende Phase entspricht dann wieder Phase N. Als Richtwert für die Zeitdauer des Nachoxidationsschritts kann ein Zeitraum von etwa 30 Minuten bis etwa 60 Minuten angegeben werden.

Ein nach dieser Verfahrensvariante hergestelltes Polycarboxylat besitzt als weiteren Vorteil der Erfindung ein wesentlich niedrigeres exotherm¬ energetisches Potential als Produkte, die ohne den Nachoxidationsschritt hergestellt wurden. Dies wirkt sich günstig auf seine Lagerfähigkeit aus.

Eine weitere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geignete Vorrichtung ist in Fig. 6 dargestellt. Dabei handelt es sich im wesent¬ lichen um einen Wirbelbettreaktor (19) mit parallelem Wärmeaustauscher (20), der als Plattenwärmeaustauscher ausgebildet sein kann. Die durch Eintritt von stickstoffdioxidhaltigem Wirbelmittel gebildete Wirbelschicht 21 im Reaktor wird auf der Beladungstemperatur, bei Normaldruck oder einem nicht wesentlich von Normaldruck abweichenden Druck vorzugsweise im Be¬ reich von 40 °C bis 60 °C, gehalten, der Wärmeaustauscher weist Oxidati¬ onstemperatur, bei Normaldruck oder einem nicht wesentlich von Normaldruck abweichenden Druck vorzugsweise im Bereich von 80 °C bis 90 °C auf. Der Ausgang des Beladungsrektors .19 zum Wärmeaustauscher 20 liegt unterhalb der Oberkante der Polysaccharid-Wirbelschicht 21, so daß beladenes Poly¬ saccharid in den Wärmeaustauscher 20 fließt, von wo sie zurück in den Re¬ aktor 19 gelangt. Letzteres kann durch eine zwischengeschaltete Pumpe 22, die als Membranpumpe ausgebildet sein kann, erleichtert werden. Während bei einer Vorrichtung ohne Wärmeaustauscher, die ansonsten der beschrie¬ benen entspricht und die bei Oxidationstemperatur im Reaktor unter anson¬ sten gleichen Bedingungen betrieben wird, bis zur vollständigen Oxidation eine Reaktionszeit von etwa 3,5 Stunden erforderlich ist, reduziert sich die in der beschriebenen Vorrichtung benötigte Reaktionszeit auf etwa 1,5 Stunden bis etwa 2 Stunden.

Eine Variante dieses anhand von Fig. 6 beschriebenen Vorgehens ergibt sich durch die in Fig. 7 wiedergegebene Vorrichtung. In dieser bildet sich im auf Tbei gehaltenen Beladungsreaktor 23 mit Hilfe des von unten eintre¬ tenden stickstoffdioxidhaltigen Wirbelmittels eine Wirbelschicht aus Po¬ lysaccharid. Aus dieser gelangt kontinuierlich Material über den Stutzen 24 und eine gegebenenfalls durch ein Ventil absperrbare Rohrlei¬ tung, in die über ein Ventil 26 kontinuierlich Wirbelmittel strömt, welches gegebenenfalls Stickstoffdioxidhaltig sein kann, in den auf T ox gehaltenen Oxidationsreaktor 25, in dem sich ebenfalls eine Wirbelschicht

ausbildet. Aus dem Oxidationsreaktor 25 gelangt kontinuierlich zumindest partiell oxidiertes Polysaccharid über eine gegebenenfalls mittels eines Ventils absperrbare Rohrleitung in den Beladungsreaktor 23 zurück. Diese FeststoffZirkulation ermöglicht einen kontinuierlichen Wechsel zwischen Beladung und Oxidation bis zum gewünschten Oxidationsgrad. Das die Reak¬ toren 23 und 27 verlassende Wirbelmittel kann, wie oben beschrieben, im Kreis geführt werden.

Eine weitere Variante der kontinuierlich zirkulierenden Wirbelschicht er¬ gibt sich durch die Vorrichtung der Fig. 8. Hier gelangt durch das Wir¬ belmittel aus dem auf T| je -j gehaltenen Beladungsreaktor 29 oben ausgetra¬ genes beladenes Polysaccharid mit Hilfe eines Feststoffabscheiders 30 kontinuierlich in den auf T ox gehaltenen Oxidationsreaktor _31. Dort ver¬ bleibt es für eine gewisse Zeitdauer in der Wirbelschicht, die durch den an der Öffnung 32 eintretenden Wirbelmittelstrom erzeugt wird. Die gleiche Menge an Feststoff, die über den Feststoffabscheider 30 in die Wirbel¬ schicht des Oxidationsreaktors 32 gelangt, wird kontinuierlich durch den an Öffnung 33 eintretenden Wirbelmittelstrom zurück in den Beladungsreak¬ tor 29 geführt.

Eine völlig kontinuierliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfah¬ rens ist mit Hilfe der Vorrichtung der Fig. 9 möglich. Dabei handelt es sich im wesentlichen um einen Rohrreaktor 35 mit innenliegender Förder¬ spirale 36, der an Öffnung 37 mit dem zu oxidierenden Polysaccharid befüllt wird. Über Ventil 38 wird gegebenenfalls Inertgas enthaltendes Stickstoffdioxid/Distickstofftetroxid eingebracht. In der Rohrreaktor¬ strecke 39, die sich auf Tb e -| befindet, wird das Polysaccharid mit Stick¬ stoffdioxid beladen. Nach Durchlaufen der Beladungsstrecke 39 gelangt das beladene Polysaccharid in die mit Hilfe einer Heizvorrichtung 40 auf T ox beheizte Rohrreaktorstrecke 41 (Oxidationsstrecke), in der die Oxidati¬ onsreaktion stattfindet. Daran kann sich eine Rohrreaktorstrecke 42 (Nachoxidationsstrecke) anschließen, die auf T nacn gehalten wird. Das oxidierte Produkt verläßt durch Öffnung 43 den Reaktor und kann, gewünschtenfalls mit Hilfe eines Feststoffabscheiders, vom Gas getrennt werden.

Für das erfindungsgemäße Verfahren ist die Natur des eingesetzten Poly- saccharids weitgehend unkritisch. Voraussetzungen sind lediglich, daß es primäre Alkoholgruppen enthaltende Kohlenhydrateinheiten enthält und in einer Form vorliegt, welche die intensive Durchmischung mit dem gasförmi¬ gen Oxidationsmittel und gegebenenfalls die Ausbildung einer Wirbelschicht zuläßt, insbesondere in Pulverform. In Frage kommen native Polyglucane, insbesondere Stärke und/oder Cellulose, aber auch andere Polysaccharide, zum Beispiel Polygalactomannane wie Guaran und Carubin. Die Polysaccharide können auch in chemisch oder physikalisch modifizierter Form verwendet werden, sofern sie noch oxidierbare primäre Alkoholgruppen enthalten. We¬ gen der mit diesen besonders glatt ablaufenden Reaktion und aus wirt¬ schaftlichen Gründen sind Stärken unterschiedlicher Provenienz, insbeson¬ dere Kartoffelstärke, Weizenstärke, Maisstärke und/oder Tapiokastärke, wie sie als übliche Pulver im Handel sind, bevorzugt. Da Cellulose wegen ihrer Faserigkeit oft Probleme bei der Ausbildung einer Wirbelschicht bereitet, wird sie vorzugsweise in Form von Mikropulver eingesetzt.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere unter Einsatz der ge¬ nannten Polyglucane vorzugsweise über einen solchen Zeitraum geführt, daß das Oxidationsprodukt im statistischen Mittel zu wenigstens 15 Mol-% aus oxidierten Anhydroglucoseeinheiten der Formel I

besteht, was einem Carboxylgruppengehalt von mindestens 4 Gew.-% ent¬ spricht.

Durch ein erfindungsgemäßes Verfahren erhält man Polycarboxylate auf Polyglucan-Basis, welche die oxidierten Anhydroglucoseeinheiten insbeson¬ dere der Formel I vorzugsweise zu wenigstens 25 Mol-%, insbesondere zu wenigstens 35 Mol-% im Molekül enthalten, wobei als weiterer Vorteil keine wesentlichen Mengen anderer Oxidations-Folgeprodukte vorliegen. Die Ober¬ grenze des Gehaltes an Einheiten gemäß Formel I liegt bei 100 Mol-%,

insbesondere bei etwa 95 Mol-%. Bevorzugt werden durch das erfindungsgemäße Verfahren Polycarboxylate hergestellt, welche Einheiten gemäß Formel I im Bereich von 70 Mol-% bis 100 Mol-%, entsprechend einem Carboxylgruppengehalt von bis zu ca. 25 Gew.-%, aufweisen.

Im Falle daß das zu oxidierende Polysaccharid zur Agglomeration und zur in der Fließbetttechnik gefürchteten Kanalbildung neigt, kann sein Fließver¬ halten durch den Zusatz geringer Mengen von insbesondere festen Additiven, zu denen beispielsweise Magnesiumoxid, Calciumfluorid, Calciumphosphat, feinteilige Zeolithe oder Kieselgel, insbesondere das unter dem Namen Aerosil(R) vertriebene Siliziumdioxid gehören, signifikant verbessert werden. In dieser Hinsicht hohe Effekte werden bereits beim Einsatz nied¬ riger Additivmengen von vorzugsweise 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,25 Gew.- bis 1 Gew.-%, jeweils bezogen auf zu oxidierendes Polysaccha¬ rid, erreicht. Das eingesetzte Polysaccharid enthält vorzugsweise nicht mehr als 15 Gew.-%, insbesondere nicht mehr als 10 Gew.-% Wasser.

Im Anschluß an den Oxidations- und gegebenenfalls Nachoxidationsschritt ist es möglich, wenigstens einen Teil der Carboxylgruppen des Oxidations- produkts durch Behandeln mit einem basischen Reagenz zu neutralisieren, das heißt von der Säure- in die Salzfor zu überführen. Als Neutralisa¬ tionsmittel wird vorzugsweise eine wäßrige Lösung, die Alkalihydroxid, Ammoniumhydroxid und/oder organische Base enthält, verwendet. Auch direkt im Anschluß an die Oxidationsreaktion ist die Neutralisation möglich, beispielsweise durch Begasen des Reaktionsgefäßes mit Ammoniak. Die Salz¬ bildung ist auch unter reduzierenden Bedingungen, beispielsweise unter Verwendung von Natriumborhydrid, möglich. Vorzugsweise wird das Neutrali¬ sationsmittel in solchen Mengen eingesetzt, daß sämtliche Carboxylgruppen des Oxidationsprodukts in die Salzform überführt werden. Dabei ist sowohl die Zugabe des Oxidationsproduktes zum Neutralisationsmittel als auch die Zugabe des Neutralisationsmittels zum Oxidationsprodukt möglich. Die Salzbildung kann auch unter den Bedingungen der Anwendung beziehungsweise Weiterverarbeitung der Polycarboxylate in deren Säureform erfolgen, bei¬ spielsweise bei der Herstellung oder dem Einsatz von Wasch- oder Reini¬ gungsmitteln durch übliche alkalische Bestandteile derartiger Mittel.

Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polycarboxylate werden vorzugsweise als Builder oder Co-Builder in Wasch- oder Reini¬ gungsmitteln verwendet. In derartigen Mitteln werden sie vorzugsweise als Co-Builder in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 7 Gew.-%, bezogen jeweils auf das Gesamtgewicht des Mittels, die an¬ organischen Builder als Haupt-Builder enthalten, verwendet. Besonders be¬ vorzugt werden sie in letztgenannten Mitteln verwendet, die Zeolith-NaA, wie er beispielsweise im Zusammenhang mit Textilwaschmitteln in der deut¬ schen Patentschrift DE 24 12837 beschrieben ist, und/oder Schichtsili¬ kate, wie sie in der europäischen Patentanmeldung EP 164514 beschrieben sind, als Haupt-Builder und durch das erfindungsgemäße Verfahren herge¬ stellte Polycarbonsäuren oder deren Salze in Mengenverhältnissen von 2:1 bis 5:1 enthalten. Die Zusammensetzung der Wasch- und/oder Reinigungsmit¬ tel kann ansonsten im Rahmen bekannter Rezepturen praktisch beliebig ge¬ wählt werden.

Beispiele

Beispiel 1:

In einer der in Fig. 9 dargestellten Vorrichtung entsprechenden Apparatur wurde Stärke oxidiert. Dazu wurden 187,3 g Kartoffelstärke (Feuchtig¬ keitsgehalt 4 Gew.-%) mit 1,8 g des Fließhilfsmittels Aerosil( R ) 200 ge¬ mischt und so über die Öffnung 37 in den Reaktor 35 (Edelstahlröhr, Länge 105 cm, Innendurchmesser 1,6 cm) gefüllt, daß das über die Öffnung 38 eingeleitete 2O (in einer Menge von 120 1/h) zumindest teilweise absor¬ biert wurde. Die innenliegende Edelstahlspirale 36 rotierte mit 50 Umdre¬ hungen pro Minute, so daß die beladene Stärke den Ofen 40 (Heizstrecke ca. 50 cm, Temperatur 140 °C) innerhalb einer Verweilzeit in der Oxidations- strecke 41 von etwa 1 bis 2 Minuten passierte. Innerhalb von et¬ wa 25 Minuten war die gesamte Stärke durch die Apparatur gefördert worden. Das Produkt wurde mit wäßrigem Aceton nitrat- und nitritfrei gewaschen, durch Waschen mit Aceton entwässert und getrocknet. Man erhielt ein Oxi¬ dationsprodukt mit einer Säurezahl von 140.

Beispiel 2:

In einem Wirbelbettreaktor mit parallel geschaltetem Plattenwärmetauscher gemäß Fig. 6 wurden 1 kg trockene Stärke eingefüllt (Feuchtigkeitsgehalt 6 Gew.-%). Das Wirbelbett wurde auf 40 °C erwärmt, der Plattenwärmetauscher auf 80 °C. In die Apparatur wurde ein Gemisch aus Stickstoff und Stick¬ stoffdioxid im Volumenverhältnis von 1:1 eingebracht, je 150 1/h N2 und 150 1/h NO2. Die Apparatur war so ausgelegt, daß der Ausgang zum Wärme¬ tauscher unterhalb der Oberkante des Fließbetts lag und so immer Stärke in den Plattenwärmetauscher floß, von wo aus sie mittels einer Membranpumpe in das Wirbelbett zurückgepumpt wurde. Die Pumpgeschwindigkeit wurde so eingestellt, daß der Reaktorinhalt einmal alle 15 Minuten bis 30 Minuten umgepumpt wurde. Dabei wurde darauf geachtet, daß die Temperatur im Fließbett nie 60 °C überschritt und im Wärmetauscher 80-90 °C nicht über¬ schritten wurden. Nach einer Reaktionszeit von 2 Stunden und Aufarbeitung wie im Beispiel 1 erhielt man ein pulverförmiges Oxidationsprodukt mit einer Säurezahl von 285.

Beispiel 3:

In einer der in Fig. 3 dargestellten Vorrichtung entsprechenden Apparatur wurde Stärke oxidiert. Dazu wurden jeweils 1043 g Kartoffelstärke mit ei¬ nem Feuchtegehalt von 7 Gew.-% mit je 0,5 Gew.-% Aerosil( R ) 200 gemischt und in die beiden Reaktoren 1 und 2 gefüllt (Höhe 80 cm, Innendurchmesser 90 mm). Eine zur Fluidisierung geeignete Menge von Stickstoff wurde durch den Reaktor 1 geleitet und dessen Innentemperatur auf 48 °C gebracht.

Darauf wurde die Apparatur so umgeschaltet, daß der zugeführte Gasstrom zunächst durch den Reaktor 1, anschließend durch einen Kühler zum Auskon¬ densieren von Feuchtigkeit und danach durch den Reaktor 2 (Beladungsreak¬ tor) strömte. Dann wurde zusätzlich Stickstoffdioxid durch die Wirbel¬ schicht von Reaktor 1 geleitet. Die Gasmengen wurden über auf Luft ge¬ eichte Durchflußmesser so eingestellt, daß die Anzeigen jeweils 150 Norm¬ liter pro Stunde betrugen. Durch Thermostatisierung wurde die Innentempe¬ ratur im Reaktor 1 auf 50 °C eingestellt und dort gehalten. Die Innentem¬ peratur im Reaktor 2 wurde auf 30 °C gehalten.

Nach drei Stunden wurde die Apparatur so umgeschaltet, daß die Zufuhr von Stickstoffdioxid zum Reaktor 1 beendet wurde. Reaktor 2 wurde nun direkt drei Stunden mit dem oben erwähnten Gasgemisch (Stickstoff und Stick¬ stoffdioxid je 150 Normliter pro Stunde) beschickt. Die aus Reaktor 2 (nun Oxidationsreaktor) austretenden Gase wurden durch einen zuvor mit dem oben angegebenen Gemisch aus Kartoffelstärke und Aerosil( R ) 200 beschickten, die gleiche Größe wie Reaktor 1 oder 2 aufweisenden Reaktor 3 (Beladungs¬ reaktor) geleitet. Durch Thermostatisierung wurden die Innentemperaturen im Reaktor 2 (Oxidationsreaktor) auf 50° C und im Reaktor 3 (Beladungs¬ reaktor) auf 30° C gehalten.

Nach Abschalten des Stickstoffdioxidstromes durch Reaktor 1 wurde in die¬ sem die Innentemperatur innerhalb von 30 Minuten auf 80° C erhöht und 30 Minuten auf dieser Höhe gehalten. Der Stickstoffström durch Reaktor 1 (nun Nachoxidationsreaktor) betrug während dieser Phase 150 Normliter pro Stunde. Das dabei den Reaktor 1 verlassende Gasgemisch wurde, nach Aus¬ kondensieren von Feuchtigkeit, ebenfalls in den Reaktor 3 geleitet. An¬ schließend wurde Reaktor 1 auf Raumtemperatur abgekühlt, das Produkt ent¬ nommen und charakterisiert: Säurezahl 310. Reaktor 1 stand nun für eine erneute Beschickung mit dem oben angegebenen Gemisch aus Kartoffelstärke und Aerosil( R ) 200 zur Beladung zur Verfügung.

Nach beendigter Oxidationsphase im Reaktor 2 wurde Reaktor 3 als Oxidati¬ onsreaktor geschaltet und das Produkt aus Reaktor 2 der thermischen Nach¬ behandlung (Nachoxidationsphase) unterzogen. Die Säurezahl des Produktes aus Reaktor 2 betrug dann 367.

Das Produkt aus Reaktor 3 besaß nach Oxidationsphase und thermischer Nachbehandlung entsprechend der oben beschriebenen Vorgehensweise eine Säurezahl von 362.

Bezugszeichen1iste

I ι 2 ι 2 ι 11 Wirbelschichtreaktoren

4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,

11, 12, 13,14, 15, 16, Ventile

IZ, 18, 22, 26, 38

20 Wärmeaustauscher

21 Wirbelschicht

23, 29 Beladungsreaktoren

24 Stutzen

25. 31 Oxidationsreaktoren

30 Feststoffabscheider

32, 33 Öffnungen für Wirbelmittel

35 Rohrreaktor

36 Förderspirale

37 Öffnung für Polysaccharid-Befüllung

39 Beladungsstrecke

40 Heizvorrichtung

41 Oxidationsstrecke

42 Nachoxidationsstrecke

43 Öffnung für Polysaccharid-Entnahme