| WO/2012/021588 | FULLY GROUTED CABLE BOLT |
| JP55073770 | ADHESIVE COMPOSITION |
| WO/2011/035353 | FRICTION BOLT |
TSUKAMOTO, Kenichi (Schmitzberg 41, Meerbusch, 40667, DE)
| Ansprüche 1. Zuganker (1) aus faserverstärktem Kunststoff, umfassend - einen aus faserverstärktem Kunststoff bestehenden Ankerstab (2), der zumindest auf einem Teilbereich ein Ankergewinde (6) aufweist, - eine aus faserverstärktem Kunststoff bestehende Ankerplatte (5) mit einer Ankerlochbohrung (15), durch die der Ankerstab (2) hindurchgeführt ist, und - eine aus faserverstärktem Kunststoff bestehende Ankermutter (3) mit einem Innengewinde, die auf das Ankergewinde (6) des Ankerstabs (2) aufschraubbar und gegen die Ankerplatte (5) abstützbar ist, wobei die Ankerplatte (5) mit einer gewölbten Anlagefläche (14) versehen ist, die mit einer der Ankermutter (3) zugeordneten komplementären Kontaktfläche (12) derart zusammenwirkt, dass der Ankerstab (2) in mindestens einer Richtung um einen Winkel (a) schräg zur Ankerplatte (5) kippbar ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Ankermutter (3) in eine Durchgangsbohrung (21) eines vorzugsweise aus faserverstärktem Kunststoff bestehenden Sitzrings (4) eingreift, wobei die Ankermutter (3) außenseitig einen konusformigen Bereich (8) aufweist, mit dem sie an einem komplementären Innenkonus (11) des Sitzrings (4) anliegt, und wobei in dem konusformigen Bereich (8) der Ankermutter (3) mindestens ein vorzugsweise achsparallel verlaufender Schlitz (9) vorgesehen ist, der die Mutterwandung zumindest über einen Teilbereich des konusformigen Bereichs (8) unterbricht, und dass die mit der gewölbten Anlagefläche (14) der Ankerplatte (5) zusammenwirkende komplementäre Kontaktfläche (12) an dem Sitzring (4) ausgebildet ist. 2. Zuganker (1 ) nach Anspruch 1, d ad u rch g eke n nze i c h net, dass der Außenkonus (8) der Ankermutter (3) im Innenkonus (11 ) des Sitzrings (4) selbstklemmend ist. 3. Zuganker (1 ) nach Anspruch 2, d ad u rch g eke n nze i c h net, dass das geschlitzte Konussegment (8) der Ankermutter (3) beim Anspannen des Zugankers (1) durch Eindringen in den Innenkonus (11) des Sitzrings (4) derart nach innen zusammengedrückt wird, dass das radiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab (2) und der Ankermutter (3) verringert wird. 4. Zuganker (1 ) nach Anspruch 3, d ad u rch g eke n nze i c h net, dass das geschlitzte Konussegment (8) der Ankermutter (3) beim Anspannen des Zugankers (1) durch den Innenkonus (11) des Sitzrings (4) soweit nach innen zusammendrückbar ist, dass das radiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab (2) und der Ankermutter (3) zumindest nahezu vollständig aufgehoben ist. 5. Zuganker (1 ) nach Anspruch 3 oder 4, d ad u rc h g e ke n n ze ic h n et , dass das geschlitzte Konussegment (8) der Ankermutter (3) durch den Innenkonus (11) des Sitzrings (4) soweit nach innen zusammendrückbar ist, dass das radiale Gewindespiel und das axiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab (2) und der Ankermutter (3) vollständig aufgehoben ist. 6. Zuganker (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d ad u rc h g eke n nze ic h n et , dass mindestens eine der Kontaktflächen der Konuspaarung (8, 11) zwischen der Ankermutter (3) und dem Sitzring (4) mit einer reibungsreduzierenden Beschichtung versehen ist. 7. Zuganker (1) nach einem der Ansprüche I bis 5, d ad u rc h g eke n nze ic h n et , dass an den Kontaktflächen der Konuspaarung (8, 11) zwischen der Ankermutter (3) und dem Sitzring (4) ein reibungs- reduzierender Einsatz, insbesondere ein Nyloneinsatz angeordnet ist. 8. Zuganker (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, d ad u rc h g eke n nze ic h n et , dass die Anlagefläche (14) der Ankerplatte (5) konkav gewölbt und die komplementäre Kontaktfläche (12) des Sitzrings (4) konvex gewölbt ist. 9. Zuganker (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, d ad u rc h g eke n nze ic h n et , dass die Anlagefläche (14) der Ankerplatte (5) und die komplementäre Kontaktfläche (12) des Sitzrings (4) sphärisch gewölbt sind. 10. Zuganker (1 ) nach Anspruch 9, d ad u rch g eke n nze ic h n et , dass die Ankerlochbohrung (15) der Ankerplatte (5) auf der von der Ankermutter (3) abgewandten Seite kegelstumpfartig erweitert ist. 11. Zuganker (1 ) nach Anspruch 10, d ad u rc h g e ke n nze i c h n et , dass die Ankerlochbohrung (15) der Ankerplatte (5) auf der von der Ankermutter (3) abgewandten Seite in einer radialen Richtung langlochartig vergrößert ist. 12. Zuganker (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, d ad u rc h g eke n nze ic h n et , dass er als Felsanker, insbesondere als Felsanker für untertägige Tunnelstrecken des Bergbaus, ausgebildet ist. 13. Zuganker-Set, umfassend mindestens einen Ankerstab (2), mindestens eine Ankermutter (3), mindestens eine Ankerplatte (5) und mindestens einen Sitzring (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei diese Komponenten des Zuganker-Sets jeweils aus faserverstärktem Kunststoff bestehen. |
Die vorliegende Erfindung betrifft einen aus faserverstärktem Kunststoff, insbesondere aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff (GFK) bestehenden Zuganker nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 , sowie ein Zuganker-Set nach dem Oberbegriff von Anspruch 12.
Die Anwendung derartiger Zuganker erfolgt überwiegend als Felsanker in den untertägigen Tunnelstrecken des Bergbaus, z. B. in Steinkohlebergwerken. Aufgrund der dort räumlich meist sehr beengten Verhältnisse werden Felsanker als Klebeanker in drehbohrend hergestellten Bohrlöchern versetzt. Diese werden überwiegend während der Vortriebsarbeiten zur temporären Sicherung von Ortsbrust, von Teilen der Firste und insbesondere zur Sicherung der Stöße und dort im Bereich des Minerals / Kohleflözes verwendet, um den späteren, maschinellen Vortrieb bzw. Abbau nicht zu behindern, bei dem die Anker durch Wegfräsen schrittweise entfernt werden . Des weiteren können derartige Zuganker auch als Endverankerung auf Bewehrungsstäben für Anwendungen in Beton zur Minimierung von Verbundlängen eingesetzt werden. Dazu kann eine auf der lastabgewandten Seite einer solchen Endverankerung bzw. auf der Ankerplatte zu montierende Kontermutter erforderlich werden, die mit entsprechendem Kontermoment eine schlupffreie Endverankerung auch bei Schub-/Druckbelastungen sicherstellt.
Derartige Zuganker sind beispielsweise aus der DE 198 28 371 A1 bekannt, auf die für weitere Einzelheiten, insbesondere auch zum Einsatz und zur Herstellung der Zuganker, verwiesen wird. Aus der DE 37 41 066 C1 ist eine nachgiebige werkstoffverdrängende Halteeinrichtung für einen Gebirgsanker bekannt, bei der ein Rohr das freie Ende des Ankers umschließt und mittels einer auf das freie Ende des Ankers aufgeschraubten Spannmutter mit ihm verspannt ist. Am bergseitigen Ende des Rohres ist ein Profilring angeordnet, der sich stirnseitig über eine Anlageplatte gegen d ie Streckenwand abstützt, wobei der Profil ring in nenseitig mit Schneiden in die Oberfläche des Rohres eingreift.
Ein hochzugfester und korrosionsbeständiger Zuganker der eingangs genannten Art ist aus der DE 299 00 172 U1 bekannt. Die Ankermutter liegt dabei mittels einer gewölbten Stirnseite an einer daran angepasst gewölbten Auflagefläche der Ankerplatte an, so dass ein Winkelausgleich der Ankerachse zur Felsoberfläche erfolgen kann.
Obwohl mit derartigen Systemen bereits relativ feste Zugankerverbindungen erzielt werden können, bleiben die Festigkeitswerte noch hinter denen von vergleichbaren Stahlankersystemen mit identischem Spannungsquerschnitt zurück. Insbesondere wenn es durch Konvergenzen im oberflächennahen Gebirgskörper zu Setzerscheinungen kommen kann ist eine weitere Steigerung der Festigkeit des Zugankers erstrebenswert, um ausreichend hohen und zugleich frühtragend wirkenden Ausbauwiderstand zu gewährleisten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen preiswert herzustellenden und leicht handhabbaren Zuganker der eingangs genannten Art aus faserverstärktem Kunststoff zu schaffen , der auch bei Setzerscheinungen des Untergrunds eine erhöhte Tragfähigkeit und höhere Festigkeitswerte erreicht. Außerdem soll ein Zuganker-Set mit einem derartigen Zuganker bereitgestellt werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Zuganker nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen. Wesentlich bei der erfindungsgemäßen Lösung ist es, dass die Ankernnutter in eine Durchgangsbohrung eines vorzugsweise aus faserverstärktem Kunststoff bestehenden Sitzrings eingreift, wobei die Ankermutter außenseitig einen konusförmigen Bereich aufweist, mit dem sie an einem komplementären Innenkonus des Sitzrings anliegt, und wobei in dem konusförmigen Bereich der Ankermutter mindestens ein vorzugsweise achsparallel verlaufender Schlitz vorgesehen ist, der die Mutterwandung in Umfangsrichtung zumindest über einen Teilbereich des konusförmigen Bereichs unterbricht, und dass die mit der gewölbten Anlagefläche der Ankerplatte zusammenwirkende komplementäre Kontaktfläche an dem Sitzring ausgebildet ist.
Der Hauptvorteil liegt dabei darin, dass aufgrund der geschlitzten Ausführung der Ankermutter und des hierdurch beim Einbringen der Ankermutter in den Sitzring ermöglichten Zusammendrückens des Muttergewindes nach innen ein wesentl ich festerer Halt der An kermutter auf dem An kergewi nde des Ankerstabs erzielt wird. Gerade auch dann, wenn im oberflächennahen Gebirgskörper Setzerscheinungen auftreten, wird der erfindungsgemäß aus Ankermutter, Sitzring und Ankerplatte bestehende Ankerkopf weiter zusammengepresst und der Sitzring gleitet weiter auf den Konus der Mutter auf. Dabei erhöht sich die Traglast der gesamten Ankerkopfkonstruktion so erheblich, dass Arbeitslasten erreicht werden, die mit denen von Stahlankersystem mit identischem Spannungsquerschnitt vergleichbar sind.
Dieser erfindungsgemäße Effekt, bei dem die volle Ankerkopfwirkung des Felsankersystems in zwei Stufen, nämlich einerseits durch aktives Setzen des Zugankers und andererseits durch folgendes, passives Selbstverspannen infolge Konvergenzen bei Setzungserscheinungen des Gebirges unter nahezu beliebigen Einbausituationen erzielt werden kann, ermöglicht eine einfache, schnelle und somit kostengünstige Ankerung. Dabei können diese Vorteile sowohl bei temporären als auch bei permanenten Ankerungen erreicht werden, da je nach Wahl des Faser-Materials und des Matrixharzes auch eine Langzeitbeständ ig keit sofort gegeben ist und hohe Gebrauchslasten bereitgestellt werden. Ein Vorteil besteht darin, dass bei Überlastung (vergleichbar den Materialeigenschaften im hohen Plastifizierungsbereich von vergleichbaren Stahlankersystemen) der Ankerkopf aufgrund der geringeren E-Moduln des Komposits und den resultierenden Elastizitäten nicht schlagartig abreißt, sondern langsam abgestreift wird.
Auch die Konstruktion ist relativ einfach, so dass der erfindungsgemäße Zuganker kostengünstig herstellbar ist.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Außenkonus der Ankermutter im Innenkonus des Sitzrings selbstklemmend ausgebildet ist. Hierdurch kann die hohe Tragfähigkeit dauerhaft gesichert erhalten bleiben.
Besonders vorteilhaft ist es ferner, wenn das geschlitzte Konussegment der Ankermutter beim Anspannen des Zugankers durch Eindringen in den Innenkonus des Sitzrings derart nach innen zusammengedrückt wird, dass das radiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab und der Ankermutter verringert wird. Auf diese Weise werden erhöhte Festigkeitswerte des Ankerschaftes auch am Ankerkopf erzielt.
Vorzugsweise kann das geschlitzte Konussegment der Ankermutter beim Anspannen des Zugankers durch den Innenkonus des Sitzrings dabei soweit nach innen zusammengedrückt werden, dass das radiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab und der Ankermutter zumindest nahezu vollständig aufgehoben ist.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn das geschlitzte Konussegment der Ankermutter durch den Innenkonus des Sitzrings soweit nach innen zusammengedrückt werden kann, dass nicht nur das radiale Gewindespiel, sondern auch das axiale Gewindespiel zwischen dem Ankerstab und der Ankermutter vollständig aufgehoben ist. Hierdurch können einerseits maximale Traglasten und Festigkeitswerte des Ankersystems und andererseits schlupffreie Festlegungen z.B. auch von Bewehrungsstäben in Betonanwendungen erzielt werden. Bei der Verwendung als Endverankerung als Teil der Bewehrung im Beton kann durch Erstaufl astung bereits während des Einbaus der Bewehrung und vor dem Betonieren eine Voreinstellung auf ein erhöhtes Lastniveau erreicht werden.
Von Vorteil kann es sein, wenn mindestens eine der Kontaktflächen der Konuspaarung zwischen der Ankermutter und dem Sitzring mit einer reibungsreduzierenden Beschichtung versehen ist.
Alternativ dazu kann an den Kontaktflächen der Konuspaarung zwischen der Ankermutter und dem Sitzring auch ein reibungsreduzierender Einsatz, insbesondere ein Nyloneinsatz angeordnet sein.
Zur Sicherstellung einer dauerhaft hohen Tragfähigkeit kann dabei anstelle einer Selbsthemmung des Außenkonus der Ankermutter im Innenkonus des Sitzrings auch auf der gegenüberliegenden Seite der Platte eine entsprechend geformte GFK-Kontermutter verspannt werden.
Eine konstruktiv besonders einfache und axial kleinbauende Ausführungsform kann dadurch erreicht werden, dass die Anlagefläche der Ankerplatte konkav gewölbt ist, während die komplementäre Kontaktfläche des Sitzrings konvex gewölbt ist. Grundsätzlich ist die Möglichkeit zum Winkelausgleich der Ankerachse zur Felsoberfläche aber auch bei einer umgekehrten Ausführungsform gegeben, bei der die Anlagefläche der Ankerplatte konvex gewölbt und die komplementäre Kontaktfläche des Sitzrings konkav gewölbt ist.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Anlagefläche der Ankerplatte und die komplementäre Kontaktfläche des Sitzrings sphärisch bzw. kugeloberflächenförmig gewölbt sind. Auf diese Weise kann der Winkelausgleich zwischen der Ankerachse und der Felsoberfläche besonders leicht in alle Richtungen erfolgen. Günstig ist es dabei, wenn die Ankerlochbohrung der Ankerplatte auf der von der Ankernnutter abgewandten Seite kegelstumpfartig erweitert ist, um die Neigung des Ankerstabs zur Ankerplatte beim Winkelausgleich zu erleichtern.
Die Festigkeit der Ankerplatte kann dadurch gesteigert werden, dass die Ankerlochbohrung der Ankerplatte auf der von der Ankermutter abgewandten Seite in einer radialen Richtung langlochartig vergrößert ist. In dieser Richtung ist dann eine größere Neigung des Ankerstabs möglich als in den anderen Richtungen, wo statt dessen mehr Material an der Ankerplatte zur Verfügung steht. Durch eine Verdrehung der Ankerplatte kann die Richtung der größten Neigung angepasst werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante ist der Zuganker als Felsanker, insbesondere als Felsanker für untertägige Tunnelstrecken des Bergbaus, beispielsweise in Steinkohlebergwerken, ausgebildet.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Anker-Set, das mindestens einen Ankerstab, mindestens eine Ankermutter, mindestens eine Ankerplatte und mindestens einen Sitzring der voranstehend beschriebenen Art umfasst, wobei diese Komponenten des Zuganker-Sets jeweils aus faserverstärktem Kunststoff bestehen.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgend en Besch re i bu ng u nd den in d en Ze ich n u ngen da rgestel lten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Figur 1 : Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zuganker in einer ausgelenkten Winkelstellung;
Figur 2: Zuganker aus Figur 1 in gesetztem Zustand;
Figur 3: Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zuganker in einer nicht ausgelenkten Stellung; Figur 4: Zuganker aus Figur 3 in gesetztem Zustand;
Figur 5: Querschnitt durch den Sitzring der Zuganker aus den Figuren 1 -4;
Figur 6: Seitenansicht der Ankermutter der Zuganker aus den Figuren 1 -4;
und
Figur 7: Stirnansicht der Ankermutter aus Figur 6.
Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Felsankers 1 , der vollständig aus Faserverbundwerkstoff besteht. Er besteht aus den folgenden vier Elementen: Ankerstab 2, Ankermutter 3, Sitzring 4 und Ankerplatte 5.
Der Ankerstab 2 besteht hier zu mindestens 75 Gewichts-% aus Fasern (Rovings) mit hoher Festigkeit und hoher chemischer Widerstandsfähigkeit und zu höchstens 25 Gewichts-% aus Matrixharz, das je nach Einsatzbedingungen Polyester-, Vinylester- oder Epoxydharz sein kann . Als Fasern können insbesondere Glasfasern eingesetzt werden. Der Ankerstab 2 wird in einem modifizierten Pultrusionsverfahren hergestellt, bei dem die äußeren Fasern im Prozess und vor Aushärten des Matrixharzes aus unidirektionaler Anordnung umgerichtet werden zu wellensegmentartigem Verlauf, wodurch ohne Faserunterbrechung ein grobes Rippenprofil entsteht, welches durch seine besondere Geometrie ein dauerhaft hochtragfähiges Gewinde 6 bildet.
Die Ankermutter 3, der Sitzring 4 sowie die Ankerplatte 5 bestehen hier jeweils zu mindestens 60 Gewichts-% aus Fasern mit hoher Festigkeit und hoher chemischer Widerstandsfähigkeit und zu höchstens 40 Gewichts-% a u s Matrixharz, das je nach Einsatzbedingungen Polyester-, Vinylester- oder Epoxydharz sein kann. Auch hierfür können als Fasern vorzugsweise Glasfasern verwendet werden. Dabei werden die Ankermutter 3, der Sitzring 4 sowie die Ankerplatte 5 jeweils in einem modifizierten Moulding-Verfahren hergestellt, bei dem die Fasern als Gelege/Gewebe in Kombination mit Kurz- und Langfasern sowie Rovings verwendet werden.
Die Ankermutter 3 verfügt am vorderen Ende über einen Außensechskant 7 zur Montage und Vorspannung, und am hinteren Ende über einen Außenkonus 8, der selbstklemmend ausgeführt ist und einen hier achsparallel ausgerichteten Schlitz 9 aufweist. Anstelle der hier gezeigten Ausführungsvariante mit nur einem Schlitz kann der konische Bereich 8 auch durch mehrere Schlitze, beispielsweise durch Parallelschlitze oder Doppelschlitze in mehrere Segmente unterteilt werden. Über ein dem wellenartigen Sondergewindeprofil 6 des Ankerstabs 2 angepasstes Innengewinde 10 kann die Ankermutter 3 zunächst bei geringem Spiel leicht auf den Ankerstab aufgeschraubt werden, wohingegen später bei radialer Pressung bzw. Klemmung das Innengewinde 10 der Ankermutter 3 spiel- und schlupffrei auf dem Gewinde 6 des Ankerstabs 2 festgelegt wird.
Der Sitzring 4 verfügt über eine Durchgangsbohrung 21 , deren Wandung einen Innenkonus 1 1 zur Aufnahme des Außenkonus 8 und somit zur Vorspannung der Ankermutter 3 bildet. An dem der Ankerplatte 5 zugewandten Ende weist der Sitzring 4 einen kalottenartigen „Sitz" auf, der eine konvexe, sphärische Kontaktfläche 12 bildet, vermittels der ein Winkelausgleich der Längsachse 20 des Felsankers 1 zur Felsoberfläche 19 ermöglicht wird.
Die Ankerplatte 5 verfügt außen, also an der von dem Fels abgewandeten Seite, über eine zentrische, hier kegelstumpfartig ausgebildete Erhöhung 13, in welche eine (kalottenartige) Ausnehmung eingebracht ist, die eine konkave, sphärisch gewölbten Anlagefläche 14 bildet, welche an die Kontaktfläche 12 angepasst ist. Diese Ausnehmung weist zentriert die Bohrung 15 für den Ankerstab 2 auf. An der Rückseite, also an der dem Fels zugewandten Seite, ist diese Ankerlochbohrung 15 kegelstumpfartig in Austrittsrichtung so aufgeweitet, dass der die Zusammenstellung von Ankermutter 3, Sitzring 4 und Ankerplatte 5 durchdringende Ankerstab 2 unter diversen Bohrlochwinkeln anwendbar ist. Bei der Montage des einzelnen Felsankers 1 wird der gesamte dreiteilige Ankerkopf, der aus der Ankermutter 3, dem Sitzring 4 und der Ankerplatte 5 besteht, auf dem Ankerschaftende 16 vormontiert und der Felsanker 1 dann im vorzugsweise mit Klebepatronen 17 gefüllten Bohrloch 18 versetzt. Dabei kann die Ankermutter 3 nach Härten des Kunstharzes zunächst konventionell mittels Drehmoment angezogen und der Felsanker 1 so über den dreiteiligen Ankerkopf 3, 4, 5 angespannt werden. Beim Anziehen der Ankermutter 3 läuft diese endseitig mit dem Konus 8 in den Setzring 4, wobei sowohl die Mantelreibung des Mutternkonus 8 im Setzring 4 als auch die Reibung der anderen GFK-Ankerkopfbauteile untereinander eine zu hohe Torsionsbelastung ausschließen. Dennoch ist ein Anspannen auf mindestens 40 % der Bruchlast des Felsankers 1 möglich. In einer Variante kann andererseits für entsprechende Anforderungen die Konuspaarung auch mit einem Gleit-/Schmiermittel, Coating oder dergleichen erheblich reduziert werden, wenn höhere aktive Setzlasten erforderlich werden.
Bei diesem Vorgang wird die Ankerplatte 5 und der Sitzring 4 durch die Ankermutter 3 fest gegen die Felsoberfläche 19 gedrückt und zur Anlage gebracht, ohne die Konstruktion punktuell zu überlasten, weshalb eine gewisse Winkelanpassung zwischen der Ankerachse 20 und Gebirgsoberfläche 19 durch die konvex-konkave Passform erforderlich ist.
Das Konussegment 8 der Ankermutter 3 wird aufgrund der Schlitzung 9 radial zusammengedrückt, wodurch das radiale Gewindespiel bereits jetzt zumindest nahezu vol lständ ig aufgehoben wird , was zu ei ner Verkl em m ung der Ankermutter 3 im Sitzring 4 führt. Das Mutterngewinde 10 verhindert dabei aufgrund des Formschlusses eine axiale Bewegung der Ankermutter 3.
Vorteilhafterweise kann der Ankerkopf 3, 4, 5 auch nachträglich montiert oder gegen einen konventionel len An kerkopf getauscht werden , solange zu erwartende Folgekonvergenzen ein nachträgliches Selbstverspannen ermöglichen. Ansonsten kann mit entsprechend hohen Drehmomenten seitens der Ankerbohr- und Setzvorrichtung (ABS) die endgültige Verspannung und sofortige hohe Traglast auch direkt erzielt werden. Durch diese Varianten ist das Ankersystem auch als effektiver Ausbau in Tunnelbauwerken außerhalb von Bergbauanwendungen gemäß NÖT / NATM (Neue Österreichische Tunnelbauweise / New Austrian Tunnelling Method) anwendbar und zudem gleichzeitig als vorläufiger und endgültiger Ausbau geeignet, beispielsweise in einschalig herzustellenden Bauwerken.
