HORSCH, Philipp (Zum Guten Hirten 25, Schwandorf, 92421, DE)
| Ansprüche Einzelradaufhängung (1 ) für ein lenkbares Rad (37) eines Fahrzeuges, insbesondere eines landwirtschaftlichen Zug-, Transport- oder Spezialfahrzeuges, mit einer Lenksäule (17), die über ein Drehgelenk (7) mit einer in ungefähr vertikale Richtung (A) beweglichen Linearführung (5) zusammenwirkt, wobei das Drehgelenk (7) eine um eine ungefähr vertikal verlaufende Drehachse (B) schwenkbare Lenkverbindung zu einem Fahrzeugrahmen (39) herstellt, und wobei die Linearführung (5) mit einem fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselement (9) gekoppelt ist, das einen tragenden Bestandteil des Drehgelenks (7) bildet. Einzelradaufhängung nach Anspruch 1 , bei der zumindest Teile des fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselementes (9) in die Lenksäule (17) hineinreichen oder dort integriert sind. Einzelradaufhängung nach Anspruch 1 oder 2, bei der das fluidische Feder- und/oder Dämpfungselement (9) als integriertes Bauteil in der Lenksäule (17) angeordnet ist. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der die Lenksäule (17) als Zylinder oder Hubzylinder für das fluidische Feder- und/oder Dämpfungselement (9) ausgebildet ist. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der die Linearführung (5) mit einem Antriebsmotor (3) zum Antrieb des lenkbaren Rades (37) versehen ist. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Linearführung (5) durch einen Schlitten (5a) gebildet ist, wobei der Schlitten (5a) und das Drehgelenk (7) mindestens jeweils ein lineares Führungselement (25, 27) aufweisen, durch welche jeweils mindestens ein Führungsstab (23) verläuft, so dass der Schlitten (5a) und das Drehgelenk (7) relativ in linearer Richtung (A) zueinander bewegbar sind. 7. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die Lenksäule (17) zur Übertragung eines Drehmoments auf das Drehgelenk (7) ausgebildet ist. 8. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei welcher der Zylinder bzw. das Feder- und/oder Dämpfungselement (9), das mit der Lenksäule (17) gekoppelt bzw. dort zumindest teilweise integriert ist, einen Federbalg (15) aufweist, der mit einem Stempel (31 ) des Schlittens (5a) federnd verbunden ist. 9. Einzelradaufhängung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der das Feder- und/oder Dämpfungselement (9) ein oder mehrere Druckreservoirs (1 1 ) mit Anschlüssen (13) aufweist, wobei die Druckreservoirs (1 1 ) über Leitungssysteme fluidisch mit dem Zylinder bzw. dem Feder- und/oder Dämpfungselement der Lenksäule (17) verbunden sind. 10. Landwirtschaftliches Nutzfahrzeug (35) mit mindestens einer Einzelradaufhängung (1 ) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, einem Fahrzeugrahmen (39), an dem die mindestens eine Einzelradaufhängungen (1 ) angeordnet ist, und mindestens einer oder mehrerer am Fahrzeugrahmen befestigten Bodenbearbeitungs- oder Aufsattelvorrichtungen (41 ). |
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einzelradaufhängung für ein lenkbares Rad eines Fahrzeuges mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 . Herkömmliche landwirtschaftliche Fahrzeuge sind normalerweise mit einfachen und robusten Starrachsen ausgestattet, wobei die Vorderachsen zur Verbesserung der Geländegängigkeit meist über ein Pendelgelenk verfügen, während die Hinterachsen oftmals aus Gründen der Traktionsoptimierung auf jede Federung verzichten müssen. Für manche Einsatzfälle ist es jedoch sinnvoll, die Fahrwerke mit Federungssystemen auszustatten, auch aus Gründen der Bodenschonung. So sind Einzelradaufhängungen für landwirtschaftliche Fahrzeuge aus dem Stand der Technik bekannt, die gegenüber Starrachsen den Vorteil bieten, dass keine gegenseitige Beeinflussung der Federung auf beiden Seiten des Fahrzeugs erfolgt. So sind Einzelradaufhängungen bspw. als McPherson-Federbein, als Schwinge oder als Raumlenkerachsen bekannt. Die DE 8404619 U1 offenbart eine solche Einzelradaufhängung, bei der ein
Rad über einen Schwingarm, der an einem Hydraulikzylinder angeordnet ist, federnd gelagert ist, so dass eine lineare Bewegung des Rades in ein Moment umgewandelt wird. Hierfür sind zusätzliche Mittel nötig, woraus zusätzliche Kosten und ein erhöhter Platzbedarf resultieren können. Weiter können keine Lenkung des Rades und kein Antrieb des Rades erfolgen.
Aus der DE 196 39 777 A1 ist weiterhin eine Achsaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges bekannt, bei dem ein lenkbares Rad mit einer Luftfederung ausgestattet ist. Auf diese Weise ist eine Radaufhängung geschaffen, bei der vertikale Federbewegungen einer Lenkachse über einen Luftfederbalg gefedert und/oder gedämpft sind.
Die EP 1 685 988 B beschreibt ein Federungssystem für ein
landwirtschaftliches Fahrzeug, das über lenkbare Einzelradaufhängungen verfügt. An einem um eine vertikale Achse drehbaren Stützrohr ist ein Motorgehäuse eines Radnabenmotors o. dgl. angeordnet. Ein oberes Ende des zum Zwecke der Lenkung drehbaren Stützrohres ist mit einem Luftfederbalg gekoppelt, so dass der gesamten Radaufhängung ein begrenzter Federweg zur Verfügung gestellt ist. Ein vorrangiges Ziel der Erfindung besteht darin, eine verbesserte
Einzelradaufhängung eines gelenkten und/oder angetriebenen Rades mit Federsystem zur Verfügung zu stellen. Diese Einzelradaufhängung soll möglichst stabil sein, große Federwege zur Verfügung stellen, mit einer einfach funktionierenden Dämpfung koppelbar und möglichst kompakt aufgebaut sein. Dieses Ziel der Erfindung wird mit dem Gegenstand des unabhängigen
Patentanspruchs 1 erreicht. Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen. So schlägt die vorliegende Erfindung zur Erreichung des Ziels eine Einzelradaufhängung für ein lenkbares Rad eines Fahrzeuges, insbesondere eines landwirtschaftlichen Zug-, Transport- oder
Spezialfahrzeuges vor, bei dem eine Lenksäule über ein Drehgelenk mit einer in ungefähr vertikaler Richtung beweglichen Linearführung zusammenwirkt. Dabei stellt das Drehgelenk eine um eine ungefähr vertikal verlaufende Drehachse schwenkbare Lenkverbindung zu einem Fahrzeugrahmen her. Zudem ist die Linearführung mit einem fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselement gekoppelt, das einen tragenden Bestandteil des Drehgelenks bildet. So können vorzugsweise zumindest Teile des fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselementes in die Lenksäule hineinreichen oder dort integriert sein. Auch kann das fluidische Feder- und/oder Dämpfungselement als integriertes Bauteil in der Lenksäule angeordnet sein, wobei die Lenksäule bspw. als Zylinder oder Hubzylinder für das fluidische Feder- und/oder Dämpfungselement ausgebildet sein kann.
Der besondere Vorteil einer solchen Anordnung mit der in die Lenksäule integrierten Federung und/oder Dämpfung liegt in den sehr großen Federwegen, die bei Bedarf dadurch realisiert werden können. Auch entfallen die Einschränkungen hinsichtlich des Federwegs wie auch der Koppelungsmöglichkeit mit effektiven Dämpfungselementen, wie sie bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Luftfederbalgsystemen existieren. Während die herkömmlicherweise verwendeten Luftfederbälge einerseits einen sehr beschränkten Federweg bieten und dennoch relativ voluminös bauen und andererseits mit zusätzlichen Dämpfungselementen kombiniert werden müssen, soll auch eine Raddämpfung ermöglicht sein, bietet die erfindungsgemäße Radaufhängung die Möglichkeit, durch teilweise oder vollständige Integrierbarkeit der Federungssysteme in eine Lenksäule sehr große Federwege bei kleinstem Einbauraum zu realisieren.
Eine bevorzugte Variante der erfindungsgemäßen Einzelradaufhängung kann zudem vorsehen, dass die Linearführung mit einem Antriebsmotor zum Antrieb des lenkbaren Rades versehen ist. Auf diese Weise können wahlweise die beiden Räder einer Achse mit hydrostatischen oder elektrischen Radnabenmotoren o. dgl. versehen sein. Wahlweise können auch alle Räder eines Fahrzeuges mit solchen
Antriebsmotoren an den Aufhängungen versehen sein. Die besonders kompakte Bauweise und die realisierbaren langen Federwege können dazu beitragen, dass eine sehr große Bodenfreiheit des Fahrzeuges realisierbar wird, was bspw. für
Pflegearbeiten mit relativ hohem Pflanzenbestand oder für den Einsatz in
Sonderkulturen sehr vorteilhaft sein kann.
Die Lenkbarkeit der Achsen kann bspw. durch entsprechende Lenkhebel realisiert sein, die wahlweise an der Lenksäule jeder Radaufhängung oder an anderen Aufhängungsteilen angreifen. So können die erforderlichen Lenkkräfte durch
Hebelanlenkungen oberhalb der Achsschenkel oder auf herkömmliche Weise über eine Anlenkung an den Achsschenkeln selbst erfolgen. Wahlweise kann bei einer Variante der erfindungsgemäßen Einzelradaufhängung die Lenksäule selbst zur Übertragung eines Drehmoments auf das Drehgelenk ausgebildet sein.
Die Linearführung kann bspw. durch einen Schlitten o. dgl. gebildet sein, wobei der Schlitten und das mit der Lenksäule gekoppelte Drehgelenk mindestens jeweils ein lineares Führungselement aufweisen, durch welche jeweils mindestens ein
Führungsstab verläuft, so dass der Schlitten und das Drehgelenk relativ zueinander in linearer Richtung zueinander bewegbar sind. Diese Aufhängung sorgt für die erforderliche Stabilität, da die Schlittenführung so ausgebildet sein kann, dass die Führungsstäbe bzw. der wenigstens eine Führungsstab über eine ausreichende Länge umfasst wird, wodurch günstige Hebelverhältnisse entstehen. So kann die Lenksäule bspw. an ihrer Unterseite in eine Gabelbrücke o. dgl. münden, an der zwei parallel zur Lenksäule nach unten reichende Führungsstangen oder Stäbe verankert sind, die wiederum den parallel zur Lenksäule und entlang der Führungsstangen beweglichen Schlitten aufnehmen und in Längsrichtung führen, der die gesamten Randanschluss inkl. des Radnabenmotors aufnimmt und trägt.
Eine alternative Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen
Einzelradaufhängung kann vorsehen, dass der Zylinder bzw. das Feder- und/oder Dämpfungselement, das mit der Lenksäule gekoppelt bzw. dort zumindest teilweise integriert ist, einen Federbalg aufweist, der mit einem Stempel des Schlittens federnd verbunden ist. Dieser Federbalg kann bspw. als zusätzliches Federelement zwischen einer Gabelbrücke oder einem unteren Anschlagelement der Lenksäule und einem tragenden Element des verschiebbaren Schlittens angeordnet sein und wahlweise als federndes Element und/oder als Anschlagpuffer zur Begrenzung des maximalen Einfederwegs o. dgl. ausgebildet sein. Weiterhin kann das Feder- und/oder Dämpfungselement ein oder mehrere
Druckreservoirs mit Anschlüssen aufweisen, wobei die Druckreservoirs vorzugsweise über Leitungssysteme fluidisch mit dem Zylinder bzw. dem Feder- und/oder
Dämpfungselement der Lenksäule verbunden sind. Aufgrund der kompakten Bauweise der gesamten Radaufhängung können diese Druckreservoirs bzw. das mindestens eine Druckreservoir bspw. als kleine Tanks ausgebildet sein, die zusammen mit dem Radnabenmotor am Schlitten verankert sind und auf diese Weise in der Radschüssel des am Radnabenmotor verankerten Fahrzeugrades Platz finden, ohne dass dadurch die Bodenfreiheit oder die Freigängigkeit zwischen den Achsen in irgendeiner Weise betroffen oder beeinträchtigt ist. Schließlich umfasst die Erfindung ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug mit mindestens einer Einzelradaufhängung gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsvarianten, einen Fahrzeugrahmen, an dem die mindestens eine, typischerweise jedoch mindestens zwei Einzelradaufhängungen angeordnet sind. Das landwirtschaftliche Nutzfahrzeug kann bspw. als Zugfahrzeug ausgebildet sein und mindestens eine oder mehrere am Fahrzeugrahmen befestigte
Bodenbearbeitungsvorrichtungen aufweisen. Das Nutzfahrzeug kann jedoch auch als Mehrzweck- oder Kombinationsfahrzeug oder als Spezialfahrzeug ausgebildet sein und eine Aufsattelvorrichtung o. dgl. mit einem Spritzmitteltank oder anderen
landwirtschaftlichen Funktionsbauteilen aufweisen.
Die erfindungsgemäße Einzelradaufhängung dient der gefederten und/oder gedämpften Radführung für ein lenkbares Rad. Die Einzelradaufhängung kann beispielsweise für ein- zwei- oder mehrspurige Nutzfahrzeuge vorgesehen sein. Sind mehrere erfindungsgemäß beanspruchte Einzelradaufhängungen für ein Nutzfahrzeug vorgesehen, so kann die Drehbewegung einer oder mehrerer Einzelradaufhängungen gleichzeitig oder nacheinander und hinsichtlich der Drehbewegung homogen oder inhomogen erfolgen. Erfindungsgemäß kann zum Antrieb des Rades ein Motor vorgesehen sein. Der Motor kann an der Linearführung angeordnet sein und das lenkbare Rad antreiben. Für die gewählte Leistung des verwendeten Motors steht dem Fachmann ein breites Spektrum zur Verfügung, so dass er die Leistung optimiert im Hinblick auf den Verwendungszweck der beanspruchten Einzelradaufhängung wählen kann. Der Motor kann beispielsweise als Radnabenmotor, als ein Getriebe mit Ölmotor oder als eine elektrische Antriebseinheit ausgebildet sein. Der Motor ist über eine in annähernd vertikale Richtung bewegliche Linearführung mit einem Drehgelenk verbunden. Die Linearführung kann beispielsweise über eine Schienenführung ausgestaltet sein. Die drehgelenkige Verbindung kann, je nach gewählter
Ausführungsform, auch mindestens ein Kugellager oder ähnliche Komponenten beinhalten. Das Drehgelenk stellt eine um eine vertikale Drehachse schwenkbare Lenkverbindung zu einem Fahrzeugrahmen her. Ferner ist die Linearführung mit einem fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselement gekoppelt. Bei dem fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselement kann es sich beispielsweise um ein hydraulisches und/oder pneumatisches Federsystem handeln. Das Feder- und/oder
Dämpfungselement bildet einen tragenden Bestandteil des Drehgelenks. Hierbei kann das Drehgelenk ein- oder mehrere Komponenten des Feder- und/oder
Dämpfungselementes aufweisen. Beispielsweise kann eine Lenksäule, angeordnet am Drehgelenk, vorhanden sein. Bei gewünschter Drehbewegung der
Einzelradaufhängung kann eine Drehmomentübertragung von der Lenksäule auf das Drehgelenk erfolgen. Die Lenksäule kann dergestalt sein, dass sie zudem als Zylinder eines Feder- und/oder Dämpfungselementes agiert. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der Motor an einem Schlitten angeordnet sein. Beispielsweise kann der Motor über Schraub und/oder Klemmverbindungen und/oder weitere zusätzliche Fixierelemente am Schlitten angeordnet sein. Der Schlitten kann ein lineares Führungselement aufweisen, durch welche ein Führungsstab verläuft. Das lineare Führungselement kann beispielsweise als Bohrung bzw. als Führungskanal ausgebildet sein. In dieser Ausführungsform kann der gewählte Durchmesser des Führungselementes des Drehgelenkes vom gewählten Durchmesser des Führungselementes des Schlittens abweichen. Beispielsweise kann der gewählte Durchmesser des Führungselementes des Drehgelenkes derart gewählt werden, dass dieser als Presspassung für den
Führungsstab ausgebildet ist, so dass der Führungsstab fest in dem Führungselement des Drehgelenkes angeordnet ist. Hierdurch können der Schlitten und das Drehgelenk relativ in linearer Richtung zueinander bewegbar sein. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist die Relativbewegung derart, dass das Drehgelenk eine Fixposition einnimmt und eine lineare Bewegung des Schlittens zum- oder weg vom Drehgelenk erfolgt. In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der Zylinder einen Federbalg auf, der mit einem Stempel des Schlittens federnd verbunden ist. Der Federbalg ist vorzugsweise aus flexiblem Material gebildet. Der Stempel kann beispielsweise durch eine ebene Fläche gebildet sein, auf welcher der Federbalg aufliegen kann. Ferner kann das Dämpfungselemente ein- oder mehrere
Druckreservoirs mit Anschlüssen aufweisen. Die Druckreservoirs können über Leitungssysteme fluidisch mit dem Zylinder verbunden sein. Die Druckreservoirs können in einer gewählten Ausführungsform als pneumatischer und/oder hydraulischer Zylinder ausgebildet sein. Durch eine Druckerhöhung der Druckreservoirs, welche beispielweise über die Anschlüsse erfolgt, kann die Federwirkung des Feder- und/oder Dämpfungselement beeinflusst und optimiert ausgestaltet werden.
Eine erfindungsgemäß beanspruchte Einzelradaufhängung eignet sich erfahrungsgemäß beispielsweise für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, da hier unterschiedliche Bodenunebenheiten auftreten, die über Ausgestaltung mittels der beanspruchten Einzelradfederung optimiert gefedert bzw. gedämpft werden können. Weiter kann an einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug eine
Bodenbearbeitungsvorrichtung befestigt sein, wobei die Einzelradaufhängung dergestalt ist, dass sie die zusätzliche Last ohne Beschädigung tragen kann und die Dämpfung bzw. Federung selbst bei zusätzlicher Last gewährleistet bleibt. Die Bodenbearbeitungsvorrichtung kann beispielsweise ein Spritzgestänge sein. Hiervon abgesehen kommen auch weitere Bodenbearbeitungsvorrichtungen, wie
beispielsweise Pflüge oder dergleichen in Betracht.
Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der beigefügten Figuren näher erläutern. Weitere Merkmale, Ziele und Vorteile der vorliegenden Erfindung gehen aus der nun folgenden detaillierten Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hervor, die als nicht
einschränkendes Beispiel dient und auf die beigefügten Zeichnungen Bezug nimmt.
Fig. 1 zeigt eine erste Perspektivansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Einzelradaufhängung.
Fig. 2 zeigt eine weitere Perspektivansicht der Einzelradaufhängung gemäß
Fig. 1 . Fig. 3 zeigt eine Perspektivansicht eines verschiebbaren Schlittens der
Einzelradaufhängung.
Fig. 4 zeigt eine weitere Perspektivansicht eines Schlittens gemäß Fig. 3.
Fig. 5 zeigt eine perspektivische Schemadarstellung einer Ausführungsvariante eines landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuges mit Einzelradaufhängungen. Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische
Bezugszeichen verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele da, wie die erfindungsgemäße Vorrichtung ausgestaltet sein kann und stellen keine abschließende Begrenzung dar.
Die schematischen Perspektivdarstellungen der Fig. 1 und der Fig. 2 zeigen verschiedene Ansichten einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Einzelradaufhängung 1 , wie sie bspw. für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge (vgl. Fig. 5) eingesetzt werden kann. Die Einzelradaufhängung 1 umfasst einen Radnabenmotor 3 als Antrieb, der einen Radanschlussflansch 4 für ein angetriebenes Rad des
Fahrzeugs aufweist. Auch können im Rahmen der vorliegenden Erfindung
Ausführungsformen von Einzelradaufhängungen 1 vorhanden sein, die keinen Motor 3 aufweisen. Der Radnabenmotor 3 ist über eine in annähernd vertikaler Richtung A bewegliche Linearführung 5 mit einem Drehgelenk 7 verbunden. Das im gezeigten Ausführungsbeispiel als mit einer Unterseite einer Lenksäule 17 verbundene
Gabelbrücke ausgebildete Drehgelenk 7 stellt eine um eine zumindest
annäherungsweise vertikal verlaufende Drehachse B schwenkbare Lenkverbindung zu einem Fahrzeugrahmen (nicht dargestellt) her. Wahlweise kann die Lenkverbindung zum Fahrzeugrahmen auch an der Linearführung 5 angelenkt sein.
Die als vertikal beweglicher Schlitten ausgebildete Linearführung 5 ist mit einem fluidischen Feder- und/oder Dämpfungselement 9 gekoppelt. Das Dämpfungselement 9 umfasst vorliegend einen Dämpfungszylinder. Der Dämpfungszylinder ist in der gezeigten Ausführungsform zugleich als Lenksäule 17 ausgebildet oder dort integriert und kann mittels Drehmomentübertragung eine Drehbewegung des Drehgelenks 7 veranlassen. Ferner kann das Dämpfungselement 9 einen Federbalg 15 umfassen, der mit der Linearführung 5 zumindest in Oberflächenkontakt steht, aber auch mit dieser verbunden sein kann. Die Linearführung 5 ist in der gezeigten Ausführungsform als Schlitten 5a ausgebildet. Das Dämpfungselement 9 kann, wie in der gezeigten Ausführungsform dargestellt, einen oder mehrere Druckausgleichsreservoirs 1 1 umfassen. Mittels der Anschlüsse 13 kann der Druck in den Druckausgleichsreservoirs 1 1 verändert werden und somit die Federwirkung des Dämpfungselementes 9 beeinflusst werden. Der Radnabenmotor 3 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel hydraulisch bzw. als hydrostatischer Antrieb ausgebildet und weist daher
Hydraulikanschlüsse 19 auf.
Die Perspektivdarstellung der Fig. 2 zeigt eine zweite Ansicht der
Einzelradaufhängung 1 gemäß Fig. 1 . Der Radnabenmotor 3 ist an einem Schlitten 5a angeordnet. Das Führungselement 25 des Drehgelenkes 7 ist in der gezeigten Ausführungsform als Bohrung ausgebildet, in welcher ein Führungsstab 23 mittels Presspassung fixiert ist. Weiter läuft der Führungsstab 23 durch ein Führungselement 27 der Linearführung 5 bzw. wird von dieser umfasst. Das Führungselement 27 ist vorliegend als Führungskanal ausgebildet. Die Linearführung 5, in der gezeigten Ausführungsform als Schlitten 5a ausgebildet, und das Drehgelenk 7 sind somit in linearer Richtung relativ zueinander bewegbar. Der Radnabenmotor 3 ist über ein Befestigungselement 21 an der Linearführung 5 bzw. dem Schlitten 5a fixiert. Die Fixierung kann beispielsweise über Schraub- und/oder Steckverbindungen erfolgen, die in dafür vorgesehen Aussparungen 29 (nicht dargestellt, vgl. Fig. 4) und/oder Gewinde der Linearführung 5 greifen.
Die Fig. 3 zeigt eine Perspektivansicht des Schlittens 5a. Dieser Schlitten 5a weist Führungselemente 27 auf, die in der gezeigten Ausführungsform als Hohlkanäle ausgebildet sind. Über einen Stempel 31 steht der Schlitten 5a, wie in Fig. 1 gezeigt, in Oberflächenkontakt mit einer oder mehreren der Komponenten des Feder- und/oder Dämpfungselementes 9. Wie in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform, kann dies beispielsweise der Federbalg 15 sein.
Die Fig. 4 zeigt eine weitere Perspektivansicht des Schlittens 5a. Der Schlitten 5a weist Befestigungsflächen 33 für ein Befestigungselement 21 (nicht dargestellt, siehe hierzu Fig. 2) auf. Die Befestigungsflächen 33 sind mit Aussparungen 29 versehen, die beispielsweise Gewinde zur Fixierung des Befestigungselementes 21 über Schraubverbindungen beinhalten können. Der Schlitten 5a kann in vordefinierten Bereichen eine Verjüngung 43 aufweisen. Die perspektivische Darstellung der Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform eines
Nutzfahrzeuges 35 mit Einzelradaufhängungen 1 . An jeweils einer
Einzelradaufhängung 1 ist ein Rad 37 angeordnet. Die Einzelradaufhängungen sind an einem Rahmen 39 befestigt. Am Rahmen 39 ist weiterhin eine
Bodenbearbeitungsvorrichtung, in diesem Fall ein Spritzgestänge 41 angeordnet. Der besondere Vorteil einer solchen Anordnung mit der zumindest teilweise in die Lenksäule 17 integrierten Federung und/oder Dämpfung 9 liegt in den sehr großen Federwegen, die bei Bedarf durch die relativ lange und keinen Längenbeschränkungen unterliegende Lenksäule 17 realisiert werden können. Auch entfallen die
Einschränkungen hinsichtlich des Federwegs wie auch der Koppelungsmöglichkeit mit effektiven Dämpfungselementen, wie sie bei den aus dem Stand der Technik bekannten Luftfederbalgsystemen existieren. Während die herkömmlicherweise verwendeten Luftfederbälge einerseits einen sehr beschränkten Federweg bieten und dennoch relativ voluminös bauen und andererseits mit zusätzlichen
Dämpfungselementen kombiniert werden müssen, soll auch eine Raddämpfung ermöglicht sein, bietet die erfindungsgemäße Radaufhängung 1 die Möglichkeit, durch teilweise oder vollständige Integrierbarkeit der Federungssysteme 9 in eine Lenksäule 17 sehr große Federwege bei kleinstem Einbauraum zu realisieren.
Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben. Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche zu verlassen.
Bezuqszeichenliste:
1 Einzelradaufhängung
3 Antriebsmotor, Radnabenmotor
4 Radanschlussflansch
5 Linearführung
5a Schlitten
7 Drehgelenk
9 Feder und/oder Dämpfungselement
11 Druckausgleichsreservoir/Druckreservoir
13 Anschluss
15 Federbalg
17 Lenksäule
19 Hydraulikanschluss
21 Befestigungselement
23 Führungsstab
25 Führungselement Drehgelenk
27 Führungselement Schlitten
29 Aussparung
31 Stempel
33 Befestigungsfläche
35 Fahrzeug
37 Rad
39 Rahmen
41 Spritzgestänge
43 Verjüngung
A vertikale Achse
B Drehachse
Next Patent: WELL HEAD COVER TOOL AND METHOD
