Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
INDIVIDUALIZABLE LIGHTING SYSTEM FOR A VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/215150
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a lighting system (10) for a vehicle and to a corresponding motor vehicle (48) with which personalized or individualizable lighting functions can be implemented. A part of a lighting device (12) is reserved for implementing main lighting functions in accordance with legal requirements and another part of the lighting device is reserved for generating individualizable lighting functions (46). The part for individualizable lighting functions (46) can be freely programmed and actuated via a user interface (16), e.g. a smartphone, within the scope of the technical power limitations of the provided individual lighting means (22) while taking into consideration legal requirements.

Inventors:
STUDENY CHRISTIAN (DE)
PFULLMANN NILS (DE)
Application Number:
EP2018/060276
Publication Date:
November 29, 2018
Filing Date:
April 23, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
VOLKSWAGEN AG (DE)
International Classes:
B60Q1/50; B60Q1/26
Domestic Patent References:
WO2016050503A12016-04-07
WO2015090516A12015-06-25
Foreign References:
DE102014102506A12014-12-31
EP3093192A12016-11-16
AT512545A22013-09-15
DE102009010298A12009-10-01
DE102014016334A12016-05-12
EP2918446A12015-09-16
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

1. Leuchtensystem (10) für ein Fahrzeug, umfassend:

- eine Leuchtenvorrichtung (12) mit einem Hauptleuchtenbereich (18);

- ein Steuerungssystem (14), das mit der Leuchtenvorrichtung (12) wirkverbunden ist; und

- eine Benutzerschnittstelle (16), die mit dem Steuerungssystem (14) zur Bedienung der Leuchtenvorrichtung (12) zusammenzuwirken vermag,

dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchtenvorrichtung (12) wenigstens einen

Individualleuchtenbereich (20) umfasst und

Individuallichtfunktionen (42), die mit dem Individualleuchtenbereich (20) erzeugbar sind, über die Benutzerschnittstelle (16) hinsichtlich ihrer optischen Ausgestaltung frei programmierbar und hinsichtlich ihres Aktivierungszustandes direkt steuerbar sind.

2. Leuchtensystem (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das

Steuerungssystem (14) mit einem Bordcomputer (50) kombiniert oder wirkverbunden ist, dem die Benutzerschnittstelle (16) zugehörig ist.

3. Leuchtensystem (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine

Benutzerschnittstelle (16) von einem mit dem Steuerungssystem (14) wirkverbindbaren mobilen Endgerät (54) bereitgestellt wird und das mobile Endgerät (54) zumindest mit Steuerungssoftware zur direkten Steuerung der Individuallichtfunktionen (42)

ausgestattet ist.

4. Leuchtensystem (10) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der

Bordcomputer (50) und/oder das mobile Endgerät (54) ausgebildet sind,

vorprogrammierte Profile für Individuallichtfunktionen (42) zu empfangen und in das Steuerungssystem (14) einzubinden.

5. Leuchtensystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass über die Benutzerschnittstelle (16) Profile (62) programmierbar sind, die eine Aktivierungswirkung für bestimmte Individuallichtfunktionen (42) in

Abhängigkeit bestimmter Betriebszustände des Fahrzeugs enthalten.

6. Leuchtensystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät (54) ein Smartphone oder ein Tablet- Computer ist.

7. Leuchtensystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Individualleuchtenbereich (20) eine Vielzahl separater Leuchtmittel (22) umfasst.

8. Leuchtensystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Individualleuchtenbereich (20) ein Display (44) umfasst.

9. Leuchtensystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Leuchtenvorrichtung (12) eine Fahrzeugaußenbeleuchtung (66) ist.

10. Kraftfahrzeug (48), umfassend ein Leuchtensystem (10) nach einem der

vorhergehenden Ansprüche.

Description:
Beschreibung

Individualisierbares Leuchtensystem für ein Fahrzeug

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Leuchtensystem für ein Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des

Patentanspruchs 10.

Bei der Entwicklung moderner Fahrzeuge gilt es gesetzliche Anforderungen sowie

Kundenanforderungen gleichermaßen zu erfüllen. Hiervon betroffen ist auch die Entwicklung der Fahrzeugbeleuchtung. Gesetzliche Anforderungen an die Fahrzeugbeleuchtung sind dabei insbesondere geprägt durch sicherheitstechnische Überlegungen. Demgegenüber stehen die kundenseitigen Anforderungen, bei denen im Falle der Fahrzeugbeleuchtung das Design im Vordergrund steht.

Insbesondere ist zunehmend der Wunsch der Kundschaft zu verzeichnen, das Fahrzeug anhand seiner Beleuchtung visuell zu individualisieren. Zudem besteht ein Bedarf dahingehend, fahrzeugtechnische Informationen unter Nutzung der Fahrzeugbeleuchtung zusätzlich individuell darstellen zu können. Gesetzliche und kundenseitige Anforderungen stehen dabei im Zielkonflikt zueinander.

In der Schrift AT 512 545 A2 ist beispielsweise eine Statusanzeige für den Zustand einer betriebsrelevanten Komponente eines Kraftfahrzeuges dargestellt. Die Statusanzeige umfasst eine Leuchtstruktur, die in Abhängigkeit eines Zustands der betriebsrelevanten Komponente skalenartig den Zustand der Komponente anzeigt.

Die DE 10 2009 010 298 A1 zeigt weiterhin einen Fahrzeugscheinwerfer. Der

Fahrzeugscheinwerfer umfasst ein Leuchtband mit einer Mehrzahl von Lichtquellen, die in Abhängigkeit der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit individuell aktivierbar sind.

Des Weiteren zeigt die DE 10 2014 016 334 A1 eine Beleuchtungsvorrichtung für eine

Außenlichtfunktion eines Kraftfahrzeugs. Es ist eine Steuerungsvorrichtung vorgesehen, welche die Beleuchtungsvorrichtung in Abhängigkeit eines Betriebszustands des Kraftfahrzeugs ansteuern kann.

Weiterhin beschreibt die EP 2 918 446 A1 ein System mit einem Fahrzeugscheinwerfer. Der Fahrzeugscheinwerfer umfasst eine Vielzahl von Lichtquellen, die über ein Steuergerät in Abhängigkeit von bestimmten Fahrprofilen individuell angesteuert werden können.

Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein neues Leuchtensystem für ein Fahrzeug bereitzustellen, dessen Flexibilität hinsichtlich seiner Individualisierbarkeit gegenüber bekannten Systemen erhöht ist.

Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche 1 und 10 gelöst.

Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Leuchtensystem für ein Fahrzeug, umfassend:

- eine Leuchtenvorrichtung mit einem Hauptleuchtenbereich;

- ein Steuerungssystem, das mit der Leuchtenvorrichtung wirkverbunden ist; und

- eine Benutzerschnittstelle, die mit dem Steuerungssystem zur Bedienung der

Leuchtenvorrichtung zusammenzuwirken vermag.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Leuchtenvorrichtung wenigstens einen

Individualleuchtenbereich umfasst und Individuallichtfunktionen, die mit dem

Individualleuchtenbereich erzeugbar sind, über die Benutzerschnittstelle hinsichtlich ihrer optischen Ausgestaltung frei programmierbar und hinsichtlich ihres Aktivierungszustandes direkt steuerbar sind.

Der Hauptleuchtenbereich der Leuchtenvorrichtung ist ein Bereich, der der Erzeugung bekannter lichttechnischer Grundfunktionen des Fahrzeugs, wie beispielsweise Tagfahrlicht, Abblendlicht, Fernlicht oder Schlusslicht, dient. Der Hauptleuchtenbereich erfüllt für sich genommen auch alle gesetzlichen Mindestanforderungen. Der Individualleuchtenbereich hingegen ist losgelöst vom Hauptleuchtenbereich direkt ansteuerbar. Die dort erzeugbaren Lichtfunktionen können in die oben genannten Hauptlichtfunktionen optisch integriert werden oder auch rein individuell erzeugt werden. Die Lichtfunktionen im Individualleuchtenbereich sind frei programmierbar, was mit anderen Worten bedeutet, dass auf das volle technische

Funktionsspektrum eines jeden im Individualleuchtenbereich vorgesehenen Leuchtmittels zugegriffen werden kann. Dies ist unabhängig von den vorgesehenen Leuchtmitteln

untereinander sowie vom Hauptleuchtenbereich möglich. Dem Fachmann ist ohne Weiteres klar, dass auch hier gesetzliche Bestimmungen als Grenzen für die Ausnutzung dieses Funktionsspektrums zu beachten sind. Die mit dem Individualleuchtenbereich erzeugbaren Lichtfunktionen sind hinsichtlich ihres Aktivierungszustandes auch direkt ansteuerbar, was mit anderen Worten bedeutet, dass die Lichtfunktionen allein durch Abgabe eines Benutzersignals über die Benutzerschnittstelle aktivierbar oder deaktivierbar sind. Insbesondere ist es nicht erforderlich, dass ein bestimmter Betriebszustand des Fahrzeugs vorliegt, um eine gewünschte Individuallichtfunktion zu aktivieren.

Es wird somit eine Leuchtenvorrichtung zur Verfügung gestellt, die mit einem Höchstmaß an Flexibilität und somit mit Individualität genutzt werden kann. Die aus verschiedensten, insbesondere gesetzlichen, Gründen heraus gewissen Zwangsbedingungen unterworfenen Lichtfunktionen des Hauptleuchtenbereichs werden dabei nicht beeinträchtigt. Durch die direkte Steuerbarkeit des Individualleuchtenbereichs hebt sich das Leuchtensystem der Erfindung positiv von bekannten Systemen ab, bei denen individuelle Lichtfunktionen zwar möglich sind, jedoch an ein Vorliegen bestimmter Betriebszustände des Fahrzeugs gekoppelt sind. Solche Lichtfunktionen sind beispielsweise Funktionen, die beim Öffnen des Fahrzeugs zwar individuell, jedoch automatisch ausgelöst, abgespielt werden. So ist es mit dem

erfindungsgemäßen Leuchtensystem beispielsweise auch möglich, ein abgestelltes und deaktiviertes Fahrzeug durch Abgabe des Benutzersignals zur Anzeige der frei programmierten Lichtfunktion zu bringen und so zu individualisieren.

Der Individualleuchtenbereich umfasst wenigstens zwei zusätzliche Leuchtmittel, vorzugsweise jedoch mehr als zwei zusätzliche Leuchtmittel. Die Leuchtmittel können beispielsweise LEDs, OLEDs oder sonstige dem Fachmann bekannte Leuchtmittel sein. Der

Individualleuchtenbereich kann darüber hinaus zusätzliche Optikelemente, wie zum Beispiel Reflektoren, Linsen, Lichtleiter sowie Streuscheiben enthalten. Die zusätzlichen Leuchtmittel können in bekannter Weise durch beispielsweise ein BUS-System des Steuerungssystems angesteuert werden. Technisch möglich ist es natürlich auch, die zusätzlichen Leuchtmittel permanent zu aktivieren und zur Realisierung der Lichtfunktionen mit zusätzlichen

Bauelementen, die beispielsweise zwischen einem lichtdurchlässigen und lichtundurchlässigen Zustand hin- und herschaltbar sind, gezielt abzudunkeln.

In bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass das Steuerungssystem mit einem Bordcomputer kombiniert oder wirkverbunden ist, dem die Benutzerschnittstelle zugehörig ist. Beispielsweise kann die Benutzerschnittstelle in Form von Bedienungselementen eines Infotainmentsystems vorliegen. Dies bietet den Vorteil, dass die Programmierfunktionen für die Lichtfunktionen des Individualleuchtenbereichs mit geringem Aufwand und komfortabel in der Bedienung in, in der Regel bereits vorhandene Elemente eines Fahrzeugs, integriert werden können.

In weiterhin oder auch alternativ bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der

Erfindung ist vorgesehen, dass eine Benutzerschnittstelle von einem mit dem

Steuerungssystem wirkverbindbaren mobilen Endgerät bereitgestellt wird und das mobile Endgerät zumindest mit Steuerungssoftware zur direkten Steuerung der

Individuallichtfunktionen ausgestattet ist. Das mobile Endgerät kann direkt oder indirekt mit dem Steuerungssystem wirkverbunden sein. Die Verbindung zwischen Steuerungssystem und mobilem Endgerät kann sowohl leitungsgebunden als auch drahtlos hergestellt werden.

Bevorzugt umfasst das mobile Endgerät neben der Steuerungssoftware auch

Programmiersoftware, die vorzugsweise eine einfache und durchschnittsverbraucherorientierte Bedienoberfläche, wie beispielsweise eine App, verwendet.

Dies bietet den Vorteil, dass die Bedienbarkeit des Leuchtensystems hinsichtlich des Komforts und der Flexibilität signifikant verbessert wird. So ist es rein exemplarisch sogar möglich, wenn ein Fahrzeug mit dem Leuchtensystem der Erfindung durch eine andere Person abgeholt wird als jener Person, die das Fahrzeug abgestellt hat, dass die abstellende Person zu einem bestimmten Zeitpunkt der abholenden Person eine individuelle Nachricht über das

Leuchtensystem ferngesteuert aktiviert zukommen lässt.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass der Bordcomputer und/oder das mobile Endgerät ausgebildet sind, vorprogrammierte Profile für Individuallichtfunktionen zu empfangen und in das Steuerungssystem einzubinden.

Auf diese Weise können Profile für Lichtfunktionen beispielsweise am heimischen Computer programmiert werden und dann an das Steuerungssystem übertragen werden. Internetbasiert können beispielsweise auch Profile für Lichtfunktionen heruntergeladen werden, die dann in das Steuerungssystem eingebunden werden. Als Profile kommen durchaus auch Verknüpfungen zwischen Betriebszuständen des Fahrzeugs und den Lichtfunktionen oder auch zwischen bestimmten Fahrzeugnutzern und Lichtfunktionen in Betracht, die gegebenenfalls auch bei Eintritt bestimmter Betriebszustände oder bei Nutzung des Fahrzeugs durch einen bestimmten Nutzer automatisch wiedergegeben werden können. Das Leuchtensystem der Erfindung ermöglicht jedoch auch hier eine individuelle Programmierung der Rahmenbedingungen, die dann zur automatischen Steuerung der Lichtfunktion führen. All dies erhöht weiterhin den Komfort in der Bedienung beziehungsweise Benutzung des Leuchtensystems der Erfindung. Nutzern des Leuchtensystems wird es so beispielsweise auch ermöglicht, Profile untereinander auszutauschen.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass über die Benutzerschnittstelle Profile programmierbar sind, die eine Aktivierungswirkung für bestimmte Individuallichtfunktionen in Abhängigkeit bestimmter Betriebszustände des

Fahrzeugs enthalten. Derartige Profile können beispielsweise in Form einer Anzeige eines Ladezustands des Fahrzeugs, eines Schließzustands, in Form von coming-home/leaving-home Szenarien, in Form von Animationen sowie in Form von in die Umwelt angezeigten

Informationen oder auch in die Umwelt projizierten Darstellungen vorgesehen sein. Letzteres können beispielsweise Symbole zur Signalisierung von Gefahrenzuständen sein. Es ist beispielsweise auch möglich, dass ein Nutzer des Fahrzeugs nach Verlassen des Fahrzeugs manuell eine Lichtfunktion aktiviert, mit der optisch ein einzuhaltender Abstandsbereich von dem abgestellten Fahrzeug in die Umgebung projiziert wird. So ist es beispielsweise möglich anderen Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, welcher Mindestabstand beim Rangieren oder Einparken von dem abgestellten Fahrzeug einzuhalten ist.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass das mobile Endgerät ein Smartphone oder ein Tablet-Computer ist.

Derartige mobile Endgeräte sind bereits weit verbreitet, so dass sie beispielsweise durch Installation eines entsprechenden Programms wie einer App einfach in das Leuchtensystem der Erfindung integriert werden können.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass der Individualleuchtenbereich eine Vielzahl separater Leuchtmittel umfasst. Vorzugsweise handelt es sich bei den Leuchtmitteln um eine Vielzahl individuell ansteuerbarer LEDs.

Der Individualleuchtenbereich lässt sich so mit besonders geringem Aufwand und hoher funktionaler Sicherheit realisieren.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass der Individualleuchtenbereich ein Display umfasst. Ein solches Display kann beispielsweise ein LC-Display (LCD) oder ein LED-Display sein. Ein Display bietet den Vorteil, dass dieses als standardisiertes Gesamtmodul beziehungsweise als Zukaufmodul in dem Leuchtensystem der Erfindung eingesetzt werden kann. Dies reduziert vorteilhafter Weise den Montageaufwand und bietet eine erhöhte Funktionalität in Bezug auf die darstellbaren Lichtfunktionen. Bei hochauflösenden Displays mit großer darstellbarer

Farbvielfalt können neben schriftlichen Daten sogar Bilder oder auch Videos dargestellt werden.

Die Individualisierbarkeit der erzeugbaren Lichtfunktionen wird so signifikant erhöht.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Leuchtensystems der Erfindung ist vorgesehen, dass die Leuchtenvorrichtung eine Fahrzeugaußenbeleuchtung ist. Vorzugsweise kann es sich bei dem Leuchtensystem der Erfindung um einen Scheinwerfer, eine Schlussleuchte oder auch ein Tagfahrlicht handeln. Je nach Fahrzeugtyp können die von dem erfindungsgemäßen

Leuchtensystem umfassten Leuchtvorrichtungen natürlich auch in mehrfacher Anzahl vorliegen. So versteht es sich, dass beispielsweise ein Kraftfahrzeug nicht nur einen, sondern auch mehrere Scheinwerfer haben kann. Das Leuchtensystem der Erfindung eignet sich

gleichermaßen auch für die Realisierung von Fahrzeuginnenbeleuchtungen.

Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug, umfassend ein erfindungsgemäßes Leuchtensystem gemäß der vorherigen Beschreibung.

Mit anderen Worten zusammengefasst, betrifft die vorliegende Erfindung also ein

Leuchtensystem für ein Fahrzeug und ein entsprechendes Kraftfahrzeug, mit dem

personalisierte beziehungsweise individualisierbare Lichtfunktionen realisiert werden können. Ein Teil einer Leuchtenvorrichtung ist dabei zur Realisierung von Hauptlichtfunktionen unter Maßgabe gesetzlicher Anforderungen reserviert und ein anderer Teil der Leuchtenvorrichtung ist der Erzeugung von individualisierbaren Lichtfunktionen vorbehalten. Der Teil für

individualisierbare Lichtfunktionen kann im Rahmen der technischen Leistungsgrenzen der vorgesehenen individuellen Leuchtmittel, unter Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen, über eine Benutzerschnittstelle wie beispielsweise ein Smartphone frei programmiert und angesteuert werden.

Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen. Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind, sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.

Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen

Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

Figur 1 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Leuchtensystems;

Figur 2 eine Leuchtenvorrichtung des erfindungsgemäßen Leuchtensystems mit separaten Leuchtmitteln;

Figur 3 eine Leuchtenvorrichtung des erfindungsgemäßen Leuchtensystems mit

Display; und

Figur 4 ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug.

Figur 1 zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Leuchtensystems 10 für ein

Fahrzeug. Das Leuchtensystem 10 umfasst eine Leuchtenvorrichtung 12, ein

Steuerungssystem 14 und eine Benutzerschnittstelle 16. Die Leuchtenvorrichtung 12 ist wiederum in einen Hauptleuchtenbereich 18 und einen Individualleuchtenbereich 20 unterteilt.

Im Individualleuchtenbereich 20 sind rein exemplarisch vier individuelle Leuchtmittel 22 dargestellt. Zwischen dem Steuerungssystem 14 und der Leuchtenvorrichtung 12 ist eine Wirkverbindung 24 angedeutet. Die Wirkverbindung 24 ist hier ein BUS-System 26 des Steuerungssystems 14. Ferner ist eine Wirkverbindung 28 zwischen dem Steuerungssystem 14 und der Benutzerschnittstelle 16 angedeutet. Diese ist vorliegend leitungslos als

Funkverbindung über das Internet 30 ausgebildet.

Individuallichtfunktionen 42, die mit den individuellen Leuchtmitteln 22 im

Individualleuchtensbereich 20 erzeugbar sind, sind hinsichtlich ihrer optischen Ausgestaltung frei programmierbar. Handelt es sich bei den individuellen Leuchtmitteln 22 rein exemplarisch um LEDs 32, können diese technisch bedingt je zwei Zustände, nämlich„an" und„aus", haben. Mit den LEDs 32 wären in dem vorliegenden Fall also 15 Individuallichtfunktionen 42 realisierbar (wobei ein deaktivierter Zustand aller LEDs 32 nicht als Lichtfunktion mitgezählt wird). Sind die LEDs 32 zusätzlich noch dimmbar, so multipliziert sich die Anzahl der erzeugbaren Individuallichtfunktionen 42 mit der jeweiligen Anzahl einnehmenbarer

Dimmungszustände. Im Rahmen dieser technischen Grenzen sind die Individuallichtfunktionen 42, die mit den LEDs 32 im Individualleuchtenbereich 20 erzeugbar sind, über die

Benutzerschnittstelle 16 frei programmierbar. Ebenso sind die Lichtfunktionen über die

Benutzerschnittstelle 16 direkt steuerbar. Dies bedeutet, dass allein durch die Abgabe eines Benutzersignals 34 mit der Benutzerschnittstelle 16 jede mit den LEDs 32 erzielbare

Individuallichtfunktion 42 direkt ein oder ausgeschaltet werden kann.

Figur 2 zeigt am Beispiel einer zweiteiligen Schlussleuchte 36, wie die Leuchtenvorrichtung 12 ausgebildet sein kann. Gezeigt sind drei Varianten, gekennzeichnet mit A, B und C. Die übrigen Elemente des erfindungsgemäßen Leuchtensystems 10 sind in Figur 2 nicht dargestellt. Da es sich in Figur 2 jeweils um Varianten der zweiteiligen Schlussleuchte 36 handelt, sind der Übersichtlichkeit halber nicht in jeder Ansicht A bis C alle Bezugszeichen enthalten.

In den gezeigten Varianten A bis C der Schlussleuchte 36 ist der Hauptleuchtenbereich 18 als länglicher Leuchtstreifen in konventioneller Weise ausgeführt. Der Individualleuchtenbereich 20 wird durch die individuellen Leuchtmittel 22 unterhalb des Hauptleuchtenbereichs 18 gebildet. In Variante A werden hierfür jeweils drei LEDs 32 horizontal angeordnet. In den Varianten B und C werden zusätzliche bekannte optische Elemente 38 verwendet, um streifenförmige Bereiche zu erzeugen, die beispielsweise mit LEDs hinterleuchtet sein können und dann ein homogen leuchtendes Erscheinungsbild aufweisen.

Während im Hauptleuchtenbereich 18 der Schlussleuchte 36 Grundlichtfunktionen 40, wie in diesem Beispiel ein Rücklicht, erzeugt werden, können im Individualleuchtenbereich 20 frei programmierbare Lichtfunktionen, die Individuallichtfunktionen 42, erzeugt werden. Diese richten sich, wie in der Beschreibung zu Figur 1 bereits dargestellt, nur nach den technischen Funktionsgrenzen der im Individualleuchtenbereich 20 verwendeten individuellen Leuchtmittel 22 und können ansonsten vollkommen frei gestaltet werden. Rein exemplarisch zu Variante C können die vorhandenen optischen Elemente 38 gemeinsam, einzeln oder auch mit fließenden Übergängen, beispielsweise von links nach rechts, hinterleuchtet werden.

Figur 3 zeigt im Unterschied zu Figur 2 die Schlussleuchte 36 mit einem Display 44. Dabei handelt es sich exemplarisch um ein LC Display, das zur Erzeugung der

Individuallichtfunktionen 42 im Individualleuchtenbereich 20 angeordnet ist beziehungsweise diesen im in Figur 3 gezeigten Beispiel bildet. Mit einem solchen Display 44 sind beispielsweise auch komplexe individuelle Lichtfunktionen 46 darstellbar. Beispielsweise kann über die Benutzerschnittstelle 16 (vergleiche Figur 1 ) eine handschriftliche Eingabe, beispielsweise über ein Touchscreen, als komplexe individuelle Lichtfunktion 46 programmiert werden und dann über das Steuerungssystem 14 im Individualleuchtenbereich 20 als komplexe individuelle Lichtfunktion 46 angezeigt werden.

Figur 4 zeigt weiterhin ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug 48 mit dem erfindungsgemäßen Leuchtensystem 10. Das Steuerungssystem 14 des Leuchtensystems 10 ist hier in einen Bordcomputer 50 des Kraftfahrzeugs 48 integriert. Die Benutzerschnittstelle 16 des

Leuchtensystems 10 umfasst hier einerseits Bedienelemente eines Infotainmentsystems 52 des Kraftfahrzeugs 48 und andererseits ein mobiles Endgerät 54, vorliegend in Form eines

Smartphones. Das mobile Endgerät 54 umfasst Programmier- und Steuerungssoftware 56. Beispielsweise kann auf einem Touchscreen 58 des mobilen Endgerätes 54 handschriftlich eine Eingabe gemacht werden, die dann durch die Programmier- und Steuerungssoftware 56 in entsprechende Steuerungsdaten 60 umgesetzt wird, die dann beispielsweise zur Erzeugung der komplexen individuellen Lichtfunktionen 46 aus Figur 3 an das Steuerungssystem 14 übermittelt werden.

In Figur 4 ist angedeutet, dass der Bordcomputer 50 oder auch das mobile Endgerät 54 ausgebildet ist, auch vorprogrammierte Profile 62 für Individuallichtfunktionen 42 beispielsweise über das Internet 30 zu empfangen und diese an das Steuerungssystem 14 zu übertragen beziehungsweise einzubinden. Im Falle des Smartphones als Benutzerschnittstelle 16 geschieht dies über die Wirkverbindung 28 leitungslos über das Internet 30. Das

Infotainmentsystem 52 hingegen ist im Kraftfahrzeug 48 verbaut und direkt mit dem

Bordcomputer 50 gekoppelt.

Beliebige Profile 62 können auch über die Benutzerschnittstelle 16 selbst programmiert werden. Zur Steuerung des Aktivierungszustands der Individuallichtfunktionen 42 können diese Profile 62 auch Aktivierungswirkungen bestimmter Betriebszustände des Kraftfahrzeugs 48 für bestimmte Individuallichtfunktionen 42 enthalten. Diese sind durch den Nutzer jedoch frei wählbar, so dass dieser festlegen kann, welcher Betriebszustand zur Steuerung einer

Individuallichtfunktion 42 Kriterium sein soll.

In der vorliegenden Figur 4 ist das erfindungsgemäße Leuchtensystem 10 exemplarisch zur Realisierung einer Schlussleuchte 36 und eines Scheinwerfers 64 vorgesehen. In beiden Fällen handelt es sich also um eine Fahrzeugaußenbeleuchtung 66. Das erfindungsgemäße

Leuchtensystem 10 eignet sich jedoch gleichermaßen für einen Einsatz im Fahrzeuginnenraum. Bezugszeichenliste Leuchtensystem

Leuchtenvorrichtung

Steuerungssystem

Benutzerschnittstelle

Hauptleuchtenbereich

Individualleuchtenbereich

individuelle Leuchtmittel

Wirkverbindung

BUS-System

Wirkverbindung

Internet

LEDs

Benutzersignal

Schlussleuchte

optische Elemente

Grundlichtfunktionen

Individuallichtfunktionen

Display

komplexe individuelle Lichtfunktionen

Kraftfahrzeug

Bordcomputer

Bedienelemente eines Infotainmentsystems mobiles Endgerät

Programmier- und Steuerungssoftware

Touchscreen

Steuerungsdaten Profile

Scheinwerfer

Fahrzeugaußenbeleuchtung