| WO/2011/044706 | OCCLUSION RECOGNITION IN AN ADMINISTERING APPARATUS |
| WO/1997/036623 | MATERIALS DELIVERY DEVICE |
| JP05248357 | PUMP HOSE FOR PERISTALTIC PUMP |
LINIGER, Jürg (Mitteldorfstrasse 11, Ostermundigen, CH-3072, CH)
WYSS, Martin (Gantrischweg 3, Konolfingen, CH-3510, CH)
ROCHE DIAGNOSTICS GMBH (Sandhoferstrasse 116, Mannheim, 68305, DE)
WOCHNER, Micaela (Kichbühl 16, Burgdorf, CH-3400, CH)
LINIGER, Jürg (Mitteldorfstrasse 11, Ostermundigen, CH-3072, CH)
WYSS, Martin (Gantrischweg 3, Konolfingen, CH-3510, CH)
Ansprüche
1. Infusionsset zur Verabreichung einer medizinischen Flüssigkeit umfassend: einen Datenspeicher (2) zum Austausch von Daten über eine Datenaustauschvorrich- tung (4) mit einer Verabreichungsvorrichtung (3) dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Datenspeicher (2) vorliegenden Informationen über eine Datenaustauschvorrichtung (4) der Verabreichungsvorrichtung (3) zur Feststellung von Abweichungen zum therapiekonformen Betriebszusstand übermittelt werden, damit automatisiert oder unter Mithilfe des Pumpenträgers ein therapiekonformer Betriebszustand herbeigeführt werden kann.
2. Infusionsset nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Datenspeicher (2) mindestens einen überschreibbaren (RAM) und/oder mindestens einen nicht- überschreibbaren (ROM) Datenbereich aufweist.
3. Infusionsset nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Daten auf den überschreibbaren (RAM oder WORM) Datenbereichen von einer autorisierten
Verabreichungsvorrichtung (3) beeinfiusst werden können.
4. Infusionsset nach Anspruch 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Daten auf den überschreibbaren (RAM)-Datenbereichen von einem Ausgangssignal mindestens eines auf dem Infusionsset lokalisierten Zustandsdetektors (5) geändert wer- den können.
5. Infusionsset nach den vorangehenden Ansprüchen dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Infusionsset lokalisierte Zustandsdetektor (5) ein Okklusions-, ein Leck-, ein Konnektierungs- oder ein Primingsensor sein kann.
6. Infusionsset nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangssignal eines Zustandsdetektors als Statusflag im überschreibbaren (RAM) Datenbereichen abgespeichert wird.
7. Infusionsset nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Datenspeicher (2) Speicherbereiche (WORM) vorhanden sind welche von der Infusionsvorrichtung über die Datenaustauschvorrichtung genau einmal geändert werden kön- nen um beispielsweise eine Kennzeichnung bzw. Entwertung eines dauerhaft sicherheitskritischen Infusionssets vornehmen zu können.
8. Infusionsset nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der WORM- Datenspeicher (2) nach Ablauf der Tragedauer von der Infusionsvorrichtung über die Datenaustauschvorrichtung im Sinne einer Entwertung verändert wird, sodass eine erneute Verwendung verunmöglicht wird 9. Infusionsset nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der (ROM) Datenspeicher mindestens eine typenspezifische Kennung enthält, welche ein spezifisches Primingvolumen definiert oder bestimmbar macht damit gegebenenfalls ein automatisierter oder halb-automatisierter Primingvorgang veranlasst werden kann sodass ein therapiekonformes Infusionsset vorliegt. 10. Infusionsset nach einem der vorangehenden Ansprüchen dadurch gekennzeichnet, dass die Datenaustauschvorrichtung (4) auf drahtloser übermittlungstechnik beruht.
11. Infusionsset nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass die Datenaustauschvorrichtung (4) auf drahtloser RFID-Technologie beruht. 12. Infusionsset nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass sich je eine RFID- Speicher/Transpondereinheit auf dem proximalen Teil (If) des Katheterkopfes und/oder auf dem übrigen Katheterabschnitt (Ie 5 Ib 3 Ia) befindet.
13. Infusionsset nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Infusionsset angebrachten Datenspeicher (2) über eine galvanische Ver- bindung am Konnektor mit der Verabreichungsvorrichtung (3) in Verbindung steht.
14. Infusionsset nach den Ansprüchen 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Infusionsset (1) angebrachten Datenspeicher (2) mit einem optischen übertragungsverfahren, wie beispielsweise IrDA, mit der Datenaustauschvorrichtung (4) mit der Verabreichungsvorrichtung (3) in Verbindung steht.
15. Infusionsset nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Infusionsset angebrachte Datenspeicher (2) über ein unidirektionales optisches Verfahren, wie beispielsweise Strichcodeidentifikationsverfahren, mit der Verabreichungsvorrichtung (3) in Verbindung steht.
16. Infusionsset nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Infusionsset angebrachten Datenspeicher über mechanische Codiernocken am Konnek- tor mit der Verabreichungsvorrichtung (3) in Verbindung steht.
17. System bestehend aus einem Infusionsset zur Verabreichung einer medizinischen Flüsssigkeit gemäss Anspruch 1 und einer dazu vorgesehener Verabreichungsvorrichtung (3).
18. Verfahren zur Interaktion eines Infusionssets mit einer Verabreichungsvorrichtung (3) gemäss Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Datenspeicherinformationen aus welchen sich ableiten lässt, dass eine nicht geeignete bzw. nicht therapiekonforme Konfiguration eines Infusionssets mit einer Verabreichungsvorrichtung vorliegt, eine Warnmeldung auf der Verabreichungsvorrichtung ausgelöst wird und/oder eine Verwendung des Infusionssets verhindert wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18 dadurch gekennzeichnet, dass ein von einem Pri- mingdetektor gesteuerter, automatischer oder semi-automatischer Primingvorgang ausgeführt wird, falls zur Schaffung eines therapiekonformen Betriebszustandes ein Primingvorgang notwendig ist und falls auf Datenspeicherinformationen in Echtzeit vorliegen welche den Signalzustand des Primingdetektors wiedergeben.
20. Verfahren nach den Anspruch 18 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Daten auf dem Datenspeicher (2) welche ein Primingvolumen eines Infusionsset definieren oder bestimmbar machen, ein automatischer oder semi-automatischer Primingvorgang auf der Verabreichungsvorrichtung (4) ermöglicht werden kann.
21. Verfahren nach Anspruch 18 dadurch gekennzeichnet, dass nach der üeberschrei- tung der Tragedauer eines an einer Verabreichungsvorrichtung angeschlossenen Infusionssets nach Ablauf der Tragedauer von der Infusionsvorrichtung über die
Datenaustauschvorrichtung entwertet bzw. auf dem Datenspeicher gekennzeichnet wird womit eine erneute Verwendung verunmöglicht wird.
22. Verfahren nach den Ansprüchen 18 und 21 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Datenspeicherinformationen aus welchen festgestellt oder abgeleitet werden kann, dass ein bereits verwendetes oder entwertetes Infusionsset erneut konnektiert ist, der Benutzer aufgefordert wird den Gebrauch des Infusionssets zu unterlassen und/oder eine weitere Verwendung verhindert.
23. Verfahren nach den Ansprüchen 18 und 22 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Datenspeicherinformationen aus welchen festgestellt werden kann, dass ein angeschlossener Konnektierungdetektor eine fehlerhafte Konnektierung zwischen Infusionsset und Verabreichungsvorrichtung feststellt, der Benutzer aufgefordert wird den Mangel zu beheben und eine Verwendung bis zur Mangelbehebung verhindert.
24. Verfahren nach den Ansprüchen 18, 22 und 23 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Datenspeicherinformationen aus welchen festgestellt werden kann, dass ein angeschlossener Okklusionsdetektor eine Okklusion im Infusionsset feststellt, der Benutzer aufgefordert wird die Okklusion zu beheben.
25. Verfahren nach den Ansprüchen 18, 22, 23 und 24 dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Datenspeicherinformationen aus welchen festgestellt werden kann, dass ein angeschlossener Leckdetektor ein Leck im Infusionsset feststellt, der Benutzer aufgefordert wird die Ursachen des Lecks zu zu beheben. |
Infusionsset mit einer Datenspeichervorrichtung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Infusionsset zu einer extrakorporal getragenen Vorrichtung zur kontinuierlichen Verabreichung eines medizinischen oder pharmazeutischen Wirkstoffes in ein organisches Gewebe.
Derartige Vorrichtungen, beispielsweise bestehend aus einem Infusionsgerät und einem Infusionsset, werden in der ambulanten Insulinpumpentherapie zur Stabilisierung der Blutzuckerwerte bei Diabetespatienten eingesetzt.
Ein gebräuchliches Infusionsset besteht aus einem infusionsgeräteseitigen Kon- nektor welcher über einen Katheterschlauch mit dem Katheterkopf fluidisch verbunden ist. Am Katheterkopf ist eine Kanüle angebracht welche vom Patienten in das subkutane Körpergewebe eingeführt wird.
Die kontinuierliche Wirkstoffverabreichung mittels Infusionsgerät und Infusionsset stellt eine Reihe grundsätzlicher Anforderungen damit der therapeutische Er- folg sichergestellt werden kann. Aus hygienischen Gründen, zur Vermeidung einer Insulinresistenz und um allergischen Reaktionen vorzubeugen muss ein Infusionsset nach ungefähr 2-3 Verwendungstagen mit wechselnder Lokalisation ausgetauscht werden und darf nur einmal verwendet werden. Geeignete, sogenannte autorisierte, Infusionssets werden von den Herstellern von Infusionsgeräten oder durch autorisier- te Hersteller angeboten und in sterilen Verpackungen abgegeben.
Der Austausch des Infusionssets wird vom Insulinpumpenträger eigenhändig vorgenommen. Ebenso obliegt es dem Patienten sicherzustellen, dass wiederum ein autorisiertes, nicht überaltertes und ungebrauchtes Infusionssets zur Anwendung kommt. Im Handel sind jedoch eine Vielzahl Infusionssets erhältlich welche stan- dardgemässe Luer-Lock- Anschlüsse aufweisen und somit grundsätzlich die Konnek- tion zwischen Infusionspumpe und Infusionsset ermöglichen, jedoch nicht für den Betrieb mit einem bestimmten Infusionsgerät geeignet sind bzw. vom Hersteller nicht autorisiert sind.
Die kontinuierliche Wirkstoffverabreichung mittels Infusionsgerät und Infusi- onsset stellt eine Reihe zusätzlicher Anforderungen, damit der therapeutische Erfolg sichergestellt werden kann bzw. das von einem therapiekonformen Infusionsset gesprochen werden kann.
Für ein therapiegemässes Infusionsset wird vorausgesetzt, dass vor Gebrauch des Infusionssets und vor Einbringen der Kanüle in das Körpergewebe die Fluidlei- tung vollständig und luftblasenfrei mit Wirkstoff befüllt ist. Dieser Vorgang wird all-
gemein als "Primingvorgang oder Priming" bezeichnet. Aufgrund der Modellvielfalt der Infusionssets mit jeweils unterschiedlichen Schlauchlängen resp. Füllvolumen muss der Primingvorgang vom Patienten manuell vorgenommen und überwacht werden. Ein Priming gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn an der Spitze der noch nicht eingeführten Kanüle ein Tropfen des zu verabreichenden Medikamentes austritt. Eine visuelle überwachung des Tropfenaustrittes setzt hohe Anforderungen an das Sehvermögen des Diabetespatienten was oft, aufgrund des diabetestypischen Krank- hietsprofiles, zu einer überforderung führt. Wird durch ein so genanntes "überpri- ming" zu viel Flüssigkeit gefördert besteht die Gefahr einer unkontrollierten Konta- mination der Umgebung mit Wirkstoff.
Aufgrund des Routinecharakters können solche vom Pumpenträger zu bewältigenden Aufgaben vermehrt zu sicherheitskritische Situationen führen.
Im Stand der Technik sind Infusionssets mit integriertem Datenspeicher bekannt welche einen Schutz vor Verwendung unautorisierter oder bereits verwenderten Infusionsset über Identifikationssystemen gewährleisten. Beispielsweise offenbart EP 1132102 A2 eine medizintechnische Vorrichtung mit einem an einem Verabreichungsgerät angeschlossenen Zubehörteil, welches verschlüsselte oder unverschlüsselte Informationen bezüglich des bisherigen Gebrauches aufweist, womit eine Mehrfachverwendung verhindert wird. US2005/00599926 Al beschreibt eine fluidische Zuführung als Teil eines Infusionssets mit einem Datenspeicher welcher die individuellen Fliesswiderstands- und Strömungsbeiwerte des betreffenden Infusionssets beinhaltet um eine genauere Verabreichung des fluidischen Wirkstoffes zu ermöglichen.
Ein Infusionsset mit einem RFID-Datenspeicher welcher die vom Arzt verord- neten Verabreichungsdaten enthält wird in US2004/0193453 Al offenbart. Damit wird sichergestellt, dass das richtige Medikament in der richtigen Dosierung verabreicht wird.
US2005/0107923 Al beschreibt eine Vorrichtung welche aufgrund der, in einer fluidischen Zuführung z. B. einer Katheterleitung, festgestellten Druckverhältnisse ermittelt ob bei mehrfacher Katheterzuführung der richtige Katheter mit dem richtigen Medikamentenreservoir verbunden ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die im Stand der Technik geschilderten Nachteile beim Austausch und beim Betrieb einer mit einem Infusionsset zusammenwirkenden Infusionsvorrichtung zu überwinden und sicherzustellen, dass Abweichungen zum therapiekonformen Betriebszustand eines an einer Verabrei-
chungsvorrichtung angeschlossenen Infusionssets automatisiert oder unter Mithilfe des Pumpenträgers erkannt und behoben werden können. Dies wird mit einer Vorrichtung gemäss Anspruch 1 und einem Verfahren gemäss Anspruch 16 erreicht.
Die Erfindung geht von einem Infusionsset mit einer dazu vorgesehenen Verab- reichungsvorrichtung aus. Das erfindungsgemässe Infusionsset basiert in seiner fluidischen Ausgestaltung auf Ausführungsformen welche im Stand der Technik bekannt sind. Die Konnektion zwischen Infusionsset und einer dazu vorgesehenen Infusionsvorrichtung besteht aus einer Luer-Lock- Verbindung welche in Form eines Gewindeverschlusses schliesst und öffnet. Aufgabengleiche proprietäre Konnektoren sind e- benfalls im Stand der Technik bekannt.
Eine allgemeine Ausführungsform einer Verabreichungsvorrichtung stellt eine Insulinpumpe für die kontinuierliche Abgabe von medizinischen Wirkstoffen mit einem gekoppelten Infusionsset dar. Eine vom Arzt verordnete Insulinmenge wird mittels der Insulinpumpe zur therapiegemässen Stabilisierung des Blutzuckerspiegels ausgeschüttet. Die Insulinpumpe kann aufgrund der kompakten Bauweise diskret und körpernah getragen werden. Die räumliche Distanz zwischen optimaler Trageposition der Insulinpumpe und Injektionsort wird mit der flexiblen Katheterleitung des Infusionssets überwunden. Eine mit dem erfinderischen Infusionsset kooperierend Verabreichungsvorrichtung weist eine prozessorgesteuerte Dosiervorrichtung auf mit wel- eher die Wirkstoffdosierung abgegeben wird. Die Art und Weise der verabreichungs- gemässen Dosierung ist dem Fachmann bekannt und muss hier nicht erläutert werden. Ebenfalls sind in Stand der Technik Insulinpumpen bekannt, welche über Daten- oder Kommandointerfaces mit externen Geräten in Verbindung treten können.
Wird zunächst aufgrund der Datenlage auf dem Datenspeicher des Infusions- sets festgestellt, dass ein bezüglich der Verabreichungsvorrichtung autorisiertes Infusionsset vorliegt, werden geeignete Instruktionen der Verabreichungsvorrichtung zugeführt. Falls keine autorisierte Verabreichungsvorrichtung vorliegt, wird eine Verwendung mit der Verabreichungsvorrichtung verhindert oder entsprechend eingeschränkt. Ein weiterer Vorteil der mit der geschaffenen Interaktion zwischen Infusionsset und Verabreichungsvorrichtung ergibt sich aus der Möglichkeit Informationen bezüglich sicherheitskritischen Betriebszustände, welche nachfolgend als „nicht therapiekonform" zusammengefasst werden, zu übermitteln. Solche den therapeutischen Erfolg gefährdende Betriebszustände sind: - ein Leck im Fluidkanal des Infusionssets liegt vor;
- eine Okklusion im Fluidkanal des Infosionsset tritt auf, z.B. wenn der Katheterschlauch durch aufliegende Körperteile zusammengequetscht wird;
- die Konnektion zwischen Infusionsset und Verabreichungsvorrichtung wurde- nicht richtig vorgenommen; - die Konnektion zwischen zwischen Head und Tube des Katheterkopfes wurde nicht richtig vorgenommen wurde;
- das Infosionsset sitzt nicht richtig auf dem Körper.
Auf dem erfinderischen Infosionsset befindet sich ein Datenspeicher mit geeigneten Daten welcher über eine Datenaustauschvorrichtung datenprozessierend mit einer zur Verwendung vorgesehenen Verabreichungsvorrichtung in Verbindung steht. Geeignete Daten auf dem Datenspeicher können Informationen wie etwa „Infosionsset Typ" aus welchen sich ein Primingvolumen für den Katheterschlauch ableiten lässt, „Katheterschlauchlänge" oder „Füllvolumen für den Primingvorgang" sein.
Als Datenspeicher können grundsätzlich überschreibbare und nicht- überschreibbare Informationsträger, wie sie in ihren Hauptausführungsarten als RAM- oder ROM-Speicher allgemein bekannt sind zur Anwendung kommen. In einer einfachsten Ausführungsform als fest verdrahteter ROM-Logikspeicher oder mittels manuell konfigurierbaren DIP-Schaltern als RAM-Speicher. ROM Datenspeicher enthalten in der erfinderischen Ausföhrungsform herstellerseitig vorgegebene Infor- mationen wie beispielsweise Seriennummer, Verfallsdatum und Schlauchlänge, Füllvolumen des Infosion-Sets. Eine spezielle Ausführungsförm stellt der WORM- Datenspeicher (Write-Once-Read-Many times) dar, welche ein einmaliges Beschreiben des Datenträgers mit Informationen erlaubt. Nach einem erstmalig ausgeführten Schreib Vorgang kann nur noch gelesen werden. RAM Speicher sind in der erfinderischen Ausfohrungsform geeignet alarm- und betriebszustandsbezogene Informationen wie "Auftreten einer Okklusion", "Auftreten eines Lecks", "Infosion-Set ist zur Pumpe nicht richtig angeschlossen" oder beispielsweise "Infosion-Set zwischen Katheterkopf und Katheterschlauch nicht richtig angeschlossen" abgespeichert zu haben und mit den aktualisierten Werten nachge- führt zu werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform befinden sich aufgabenspezifische Sensoren auf dem Infosionsset, welche ausgelegt sind spezifische Betriebszustände zu erfassen und als resultatsgemäss als elektrisches Ausgangssignal zur Verfügung zu stellen. Solche Detektoren sind als Okklusions-, Konnektions- oder Leckdetektoren dem Fachmann bekannt. Im Gegensatz zu einem Sensor stellt ein Detektor bereits die
aufgabenspezifischen Zustandsinformationen in binärer Form zur Verfügung. So stellt beispielsweise ein Okklusionsdetektor seine Outputinformationen in Wahr/Falsch-Form dar. Der Zustand „Wahr" korrespondiert dabei mit der Aussage "Auftreten einer Okklusion" oder umgekehrt. Um die Informationen des Datenspeichers der Verabreichungsvorrichtung, beispielsweise einer Insulinpumpe, zuzuführen, ist eine Datenaustauschvorrichtung vorgesehen.
Im Stand der Technik sind zahlreiche Möglichkeiten bekannt um eine Date- naustauschvorrichtunge zu realisieren. Zum Beispiel mittels drahtloser übermitt- lungstechnik mit überrnittlungsprotokollen welche verschlüsselte oder unverschlüsselte Datenübertragungsmodi erlauben.
In einer besonders bevorzugten Form werden Datenspeicherung und der Datenaustausch mittels RFID (Radio Frequency Identification) Technologie vorgenommen welche auch in Nahbereichsidentifϊkationssystemen zur Anwendung kommen. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform basiert auf optisch basierten ü- bertragungs- oder Identifϊkationssystemen, wie beispielsweise Strichcodeslesesyste- me oder Weiterentwicklungen wie etwa 2D-Strichcode- oder Hologramm-Systeme.
Einige Infusionssets erlauben dem Benutzer eine temporäre Dekonnektierung des Katheterschlauches vom Katheterkopf damit der Patient die Pumpe, beispielswei- se während eines Bades oder einer Dusche, vom Körper entfernen kann. In einer besonders bevorzugten Ausführungsweise wird dafür eine Aufteilung der Datenspeicher in zwei autonome Datenspeicher/Transponder vorgenommen. Je eine Datenspei- cher/Transpondereinheit befindet sich auf dem proximalen und auf dem distalen Abschnitt eines Infusionssets. Damit kann auch ermittelt werden ob die konnektierbaren Einheiten noch immer in der initialen Konfiguration vorliegen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beruht die Datenübertragung auf einem optischen Identifikationsverfahren. Ein Lesegerät, beispielsweise ein in der Infusionsvorrichtung integrierter Strichcodescanner, erlaubt bedarfsweise ein Auslesen der Informationen vom Infusionsset. Der Strichcode übernimmt dabei die Rolle eines optischen ROM Speichers.
Wird ein optisches übertragungsverfahren angewendet, befindet sich der Datenspeicher vorzugsweise auf dem distalen Katheterkopfabschnitt, dem proprietären oder Luer-Lock-Konnektor, einer am Infusionsset angebrachten Banderole oder auf der Infusionssetverpackung.
Eine mögliche Ausfuhrungsform stellt die drahtgebundene Datenübertragung dar. Elektrische Leitungen und entsprechende Kontaktverbindungen am Konnektor übertragen die notwendigen Signale die zum Datenaustausch notwendig sind. Durch die generell äusserst geringen Signalströme wird der Energieverbrauch der versor- genden Verabreichungsvorrichtung nur unwesentlich beansprucht. Die auf dem Infusionsset als fest verdrahteten Speichereinheiten oder DIP-Schalter vorliegenden Datenspeicher sind dabei galvanisch mit der Kontrolleinheit verbunden.
In einer rein mechanischen Ausführungsform bilden mechanische Kodiernocken im Konnektor ebenfalls eine Speicherausführungsform. Die geschaffene Interaktivität zwischen Verabreichungsvorrichtung und Infusionsset erlaubt die Anwendung zahlreicher Verfahren, welche geeignet sind die Therapie- und Patientensicherheit zu erhöhen und die Bedienungsfreundlichkeit zu steigern. Ein erster massgebender Schritt stellt die Identifikation ob ein autorisiertes Infusionsset vorliegt dar. Nach erfolgreicher Identifikation können die die Fähigkeiten der Verabreichungsvorrichtung verändert oder erweitert werden oder spezifische Abläufe veranlassen. Die Resultate aller Identifikationsvorgänge können auf der Verabreichungsvorrichtung protokolliert werden und stehen Rückverfolgbarkeitsanalysen zur Verfügung.
Ein bevorzugtes Verfahren zur Erweiterung oder zur Initiierung von Fähigkei- ten der Infusionsvorrichtung stellt das durch die Erfindung erstmals ermöglichte "Au- topriming" dar. In diesem besonders bevorzugten Verfahren werden Datenspeicherinformationen des Infusionssets welche ein Primingvolumen definieren oder bestimmbar machen bei Bedarf, d.h. nach einer erstmaligen Konnektierung eines neuen Infusionssets, ausgelesen. Liegt ein als gültig anerkanntes Resultat vor, kann beispiels- weise nach erfolgter Befehlsquittierung durch den Patienten ein automatisierter Pri- mingvorgang auf der Infusionsvorrichtung ausgelöst werden.
Das massgebliche Flüssigkeitsvolumen für ein Priming, welches durch die Katheterlänge und dem Durchflussfläche des Katheterschlauches definiert ist, ist ent- wender direkt als Volumen oder über eine Konstante, im Sinne der Datenverarbeitung, im Datenspeicher abrufbar.
In einem besonders bevorzugten Verfahren kann das Primingvolumen aus den Typenbezeichnungsinformationen des Infusionssets bestimmt werden. Die typenspezifischen Primingvolumina können auf der Insulinpumpe referenziert oder in einer sogenannten „look-up table" auf der Verabreichungs Vorrichtung abgelegt sein.
In einem ebenfalls bevorzugten Verfahren, mit höchsten Anforderungen bezüglich Primingvolumengenauigkeit, wird das erforderliche Primingvolumen vom Hersteller mdividualtypisch bestimmt und als Parameter auf dem Infusionsset abgespeichert. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform überwacht ein, auf dem Infusionsset in unmittelbarer Nähe des Kanülenaustrittes befindlicher Primingdetektor das Befallen des Infusionssets. Wird ein Primingvorgang vom Pumpenträger veranlasst detektiert der Primingsensor unter Echtzeitbedingungen das Erreichen des Medika- mentfluids an der Sensorposition. Unter Berücksichtigung des Restvolumens zwi- sehen Sensorposition und Kanülenauslass wird der Primingvorgang abgeschlossen. Das Ausgangssignal des Primingsensors wird über den Datenspeicher und Datenaustauschvorrichtung der Kontrolleinheit als Rückmeldung zugeführt.Ein Leitfähigkeitssensor im fluidischen Kanülenabschnitt mit einer definierten Schwellenwertcharakteristik stellt eine einfache Realisierungsmöglichkeit eines sogenannten Primingdetek- tors dar.
In einem weiteren Verfahren wird bei Erreichen des Tragedauerablaufes des In- fusionssets der Datenspeicher von der Infusionsvorrichtung derart beeinflusst, das eine Weiterverwendung verunmöglicht ist. Li einer bevorzugten Ausführungsform wird die entsprechende Information in einen WORM-Datenspeicher abgelegt welcher nach einem erfolgten S clireib Vorgang keine Statusänderung mehr zulässt. Dadurch wird das Infusionsset gewissermassen softwaremässig entwertet.
Ein weiteres bevorzugtes Verfahren stellt die Erkennung einer fehlerhaften Konnektion zwischen Verabreichungsvorrichtung und Infusionsset dar. Bei einer einwandfreien Konnektion wird eine galvanische oder mechanische Verbindung her- gestellt oder unterbrochen welche eine geeignete Zustandsinformation darstellt. Falls ein nicht einwandfrei konnektiertes Infusionsset erkannt wird, erscheint eine sinnge- mässe Hinweismeldung auf der Infusionsvorrichtung.
Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand einiger Figuren näher erläutert. Figur 1 zeigt ein Infusionsset (Ia 5 Ib 5 Ic) mit einer in das Körpergewebe eingebrachten Kanüle (Id) welches mit einer Verabreichungsvorrichtung (3) konnektiert ist. Der Datenspeicher (2) befindet in der Nähe des fluidischen Konnektors (Ia) und ist mit einem RFID Close-Coupling-System mit der Lese- und Kontrolleinrichtung (4) verbunden. Bei Close-Coupling-Systemen beträgt die Reichweite ungefähr 1 cm. Die Datenübertragung kann aufgrund der kurzen Distanz über eine induktive oder kapazi-
tive Kopplung zwischen Lesegerät und Transponder vorgenommen werden. Aufgrund niedriger Signalpegeln und guten Abschirrnmöglichkeiten des Signalweges kann ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet werden. Ein weiterer Vorteil der starren Anordnung zwischen Lesegerät und Transponder besteht darin, dass ein kon- stanter Signalpegel herrscht. Durch die geringe übermittlungsdistanz mit niedrigen Signalpegeln ist der Energiebedarf der Transponder/Datenspeichereinrichtung auf dem Infusionsset gering und kann dem Koppel- oder übertragungsfeld entnommen werden. Auf dem Katheterkopf (Ic) befindet sich ein oder mehrere aufgabenspezifische Sensoren (5), beispielsweise ein Okklusionsdetektor, ein Leckdetektor oder ein Primingdetektor welcher datenprozessierend mit dem Datenspeicher (2) verbunden ist und seine aktuelle Statusinformation dem Speicher überträgt. Die Datenübertragung zum Datenspeicher (2) erfolgt über eine galvanische Verbindung welche im Katheterschlauch integriert ist. Die Spannungsversorgung, welche wahlweise über elektrische Kontakte am Konnektor oder über eine Entnahme aus dem Koppelfeld erfolgt, wird über über eine im Katheterschlauch vorhandene Kabelverbindung dem Sensor auf dem Katheterkopf zugeführt.
Figur 2 zeigt eine Dosiereinrichtung zur Verabreichung einer medizinischen Substanz (3) mit einem konnektierten Infusionsset (Ia, Ib, Ic) gemäss einer weiteren Ausfuhrungsform unter Verwendung eines Close Coupling RFID Systems mit einer Speicher/Transpondereinheit (2) welche sich aus Platzgründen im Katheterkopf befindet. Soll der gewünschte Identifϊkationsvorgang zwischen Infusionsset und Infusionsvorrichtung ermöglicht werden, muss die Lesevorrichtung auf der Verabreichungsvorrichtung (4) zum Katheterkopf mit dem integrierten RFID-Tag geführt und positioniert werden. Soll ein automatisierter Primingvorgang durchgeführt werden werden, muss zuerst eine Identifikation durchgeführt werden ob ein Infusionsset mit geeigneten Daten, welche ein Primingvolumen beschreiben oder ableitbar machen, angeschlossen ist. Wird aufgrund einer Validitätsprüfung festgestellt, dass die Dateninformationen ein sicheres Primen erlauben, wird bei noch nicht in das Körpergewebe eingebrachter Kanüle, der Katheterschlauch mit dem Wirkstoff befüllt. Ein am Kathe- terkopf angebrachter Prminsensor übermittelt das Zustanssignal über den RAM- Datenspeicher welches einen erfolgreichen Primingvorgang anzeigt.
Figur 3 zeigt ein Infusionsset welches dem Pumpenträger eine kurzzeitige De- konnektierung des Katheterschlauches vom Katheterkopf erlaubt, um beispielsweise Pumpe und Katheterschlauch vor einem Bad oder zu Duschzwecken abnehmen zu können. Die fluidische Trennung erfolgt am Katheterkopf wobei der proximale Teil
des Katheterkopfes(lf) auf der Körperoberfläche verbleibt und einen RFID-Tag oder Transponder/Datenspeicher aufweist. Diese Ausführungsform erlaubt eine Identifikation des proximalen Teils des Infusionssets auch bei nicht konnektiertem Katheterschlauch. In der dargestellten Ausführungsform wird ein Remote-Coupling RFID Sy- stem verwendet welches eine Reichweite bis zu 1 m ermöglicht. Der distale Teil des Katheterkopfes (Ie) bleibt mit dem Katheterschlauch (Ib) an der Verabreichungsvorrichtung verbunden (Ib). Diese Ausführungsform erlaubt eine Identifikation des Infusionssets auch bei nicht konnektiertem Katheterschlauch. Zusätzlich besteht mit dieser Ausfülirungsform eine Möglichkeit festzustellen falls Katheterschlauch und Ka- theterkopf nicht mehr in einer therapiekonformen Konfiguration z. B längst verfallenes Katheterschlauchteil (Tube-Set) und neuem distalen Katheterkopfteil (Head-Set), vorliegen. Ebenfalls ist ein Nachprimen mir dem Primingvolumen des distalen Katheterkopfteiles (Head-Set) möglich, wenn das Head-Set (5a) vorzeitig ausgetauscht worden ist.
