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Patent Searching and Data


Title:
INJECTION MOULD FOR PRODUCING COMPLEX MOULDED PARTS FROM PLASTIC
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/145063
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an injection mould having a first mould half (17) and a second mould half (18) which can be displaced relative to the first in a first direction (z). At least one of the mould halves has a slider arrangement (1) for forming a mould cavity (15). The slider arrangement (1) comprises at least two sliders (2) which are moveable relative to one another between a closed and an open position and which are arranged so as to be displaceable with respect to a component (3), adjacent to the sliders (2), of the associated mould halves (17, 18) by means of first and second guide means (6, 7) respectively. A slider drive (4) is used to displace the sliders (2) between the open position and the closed position.

Inventors:
ARMBRUSTER, Rainer (Ziegelmättle 1, Wolfach, 77709, DE)
Application Number:
EP2018/081606
Publication Date:
August 01, 2019
Filing Date:
November 16, 2018
Export Citation:
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Assignee:
FOBOHA (GERMANY) GMBH (Im Mühlegrün 8, Haslach, 77716, DE)
International Classes:
B29C45/33; B29C45/44; B29L31/54
Foreign References:
CN103072239B2015-04-15
US20180001524A12018-01-04
EP2883675A12015-06-17
JPH0343224A1991-02-25
GB2278801A1994-12-14
US3266100A1966-08-16
JPS6397181A1988-04-27
DE2065568A11974-06-12
DE2422669A11975-11-20
CN101508161A2009-08-19
Attorney, Agent or Firm:
RENTSCH PARTNER AG (Bellerivestrasse 203, Postfach, 8034 Zürich, 8034, CH)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Spritzgiessform mit a. einer ersten und einer relativ zur ersten in einer ersten Richtung (z) verschiebbaren zweiten Formhälfte, wobei zumindest eine der Form- hälften eine Schieberanordnung ( 1 ) zur Bildung eines Formhohlrau mes ( 1 5) aufweist, mit b. mindestens zwei relativ zueinander zwischen einer Schliess- und ei ner Offenstellung beweglichen Schiebern (2), die je über erste und zweite Führungsmittel (6, 7) bezüglich einem an den Schiebern (2) angrenzenden Bestandteil (3) der zugeordneten Formhälfte ver schiebbar angeordnet ist, sowie c. einem Schieberantrieb (4) mit dritten und vierten Führungsmitteln (8, 9), welche miteinander wirkverbunden sind und zum Verschieben der Schieber (2) zwischen der Offen- und der Schliessstellung dienen. 2. Spritzgiessform gemäss Patentanspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die dritten und vierten Führungsmittel (8, 9) des Schieberantriebes (4) am Bestandteil (3) der Formhälfte anliegen.

3. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bestandteil (3) der Formhälfte die Schieber ( 2 ) zumindest teilweise umschliesst oder an diesen entlang einer Flä che anliegt.

4. Spritzgiessfornn gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass a. die ersten Führungsmittel eine erste Nut (6) und die zweiten Füh rungsmittel ein in der ersten Nut (6) angeordnetes Oberteil (7) eines Nutensteins ( 1 0) sind und b. die dritten Führungsmittel eine zweite Nut (8) und die vierten Füh rungsmittel ein Unterteil (9) des Nutensteins ( 1 0) sind, wobei die dritten Führungsmittel (8) an und/oder in einer um eine Drehachse

( 1 4) drehbaren Scheibe (5) angeordnet sind und c. die ersten und die dritten Führungsmittel (6, 8) in einem Winkel zu einander angeordnet sind, sodass beim Drehen der Scheibe um die Drehachse ( 1 4) ein Verschieben der zugeordneten Schieber ( 2) zwi- sehen einer Offen- bzw. einer Schliessstellung bewirkt wird.

5. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schieber (2 ) zueinander in einer Ebene und/oder in einem Winkel zu einer Ebene angeordnet sind.

6. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schieber (2) zur Bildung eines kugelför migen Formhohlraumes ( 1 5) dienen.

7. Spritzgiessform gemäss Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass

5 die Schieber (2) zur Bildung eines kugelförmigen Formhohlraumes ( 1 5) mit lokalen Flinterschnitten dienen.

8. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei Schieber (2) in der Schliessstellung über eine Dichtfläche ( 1 2) Zusammenwirken.

Ί o 9. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schieber (2) eine Zuhaltefläche ( 1 3) aufweist, welche in Schliessstellung der Spritzgiessform mit einer korrespon dierend angeordneten Gegenfläche der anderen Formhälfte der Spritzgiess¬ form zusammenwirkt, so dass die Schieber (2 ) entgegen dem im Innern des 15 Formhohlraumes ( 1 5) wirkenden Spritzdrucks verriegelt sind.

10. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Formkern vorhanden ist, der in Schliessstellung der Spritzgiessform einen Teil der Aussenwand des Form hohlraumes ( 1 5) zwischen den Schiebern (2) bildet.

11. Spritzgiessform gemäss Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkern durch eine Öffnung in einem Bestandteil (3) der Form¬ hälfte mit dem Formhohlraum (15) korrespondiert.

12. Spritzgiessform gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beide Formhälften (18, 19) eine Schieber anordnung (1) aufweisen, wobei die Schieber (2) in Schliessstellung der Spritzgiessform (17) unmittelbar Zusammenwirken.

Description:
SPRITZGIESSFORM ZUR HERSTELLUNG KOMPLEXER FORMTEILE

AUS KUNSTSTOFF

Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Spritzgiessformen zum Herstel len von Teilen durch Spritzgiessen aus Kunststoff. Aus dem Stand der Technik sind Spritzgiessformen zur Herstellung von komplexen Teilen aus Kunststoff bekannt. Unter komplexer Teile werden Teile verstanden, welche aufgrund ihrer Geometrie mit normalen Werkzeugen nicht hergestellt wer den können und damit Spritzgiessformen mit quer zur allgemeinen Öffnungsrich tung der Form beweglichen Schiebern erforderlich machen, damit sie überhaupt entformt werden können. Der Grund besteht darin, dass die Teile in der allgemei nen Entformungsrichtung Hinterschnitte aufweisen und damit nicht einfach ausge worfen werden können. Die Schieber der aus dem Stand der Technik bekannten, herkömmlichen Werkzeuge sind in der Regel direkt mit der Bewegung der Werk zeughälften gekoppelt, so dass nur beim Öffnen, bzw. Schliessen des Werkzeuges die Schieber der Schieberanordnung bewegt werden. Ein Nachteil besteht darin, dass unter anderem durch diese Kopplung Zeitverluste bei der Produktion auftreten können.

DE2065568 von der Crouzet et Cie. wurde 1 970 erstmals veröffentlicht und be trifft eine Giessform zum Herstellen von gegossenen Werkstücken, z. B. Nocken- blocken, die an ihrer Aussenseite etwa senkrecht zur Werkstücklängsachse verlau fende Vorsprünge aufweisen. Die Giessform besteht im Wesentlichen aus einem Paar diametral zueinander über einer festen Grundplatte angeordneter, radial be weglicher, mit konisch von oben nach unten verlaufender Aussenseite versehener erster Gleitschuhe. Die ersten Gleitschuhe dienen zur Aufnahme von den gegensei tigen axialen Abstand der Vorsprünge festlegenden ersten Formteilen und aus ei- nem in der Ebene des Paares erster Gleitschuhe zu diesen versetzt angeordneten Paar diametral zueinander angeordneter, radial beweglicher, mit konisch von oben nach unten verlaufender Aussenseite versehener zweiter Gleitschuhe zur Auf nahme von die radiale Erstreckung der Vorsprünge festlegenden zweiten Formtei len und aus einem im geschlossenen Zustand der Form auf den Gleitschuhen ange- ordneten und sich beim Öffnen der Form axial von den Gleitschuhen fortbewegen den Kopfteil.

DE2422669 von der INA Wälzlager Schäffler KG wurde erstmals 1 975 publiziert und betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Radialwälzlagerkäfigen aus Kunststoff, bei denen zwei Ringborde durch über den Umfang verteilte Stege mit- einander verbunden sind. Das Spritzwerkzeug umfasst einen dem Käfiginnen durchmesser entsprechenden zylindrischen Kern, sowie einen Werkzeugaussenteil mit radial bewegbaren Schiebern. Das Spritzwerkzeug weist Ausnehmungen zur gleichzeitigen Herstellung von zwei Käfigen auf, die gleichachsig hintereinander und im Abstand voneinander angeordnet sind. Die Begrenzungen für die einander zugekehrten Stirnflächen der Ringborde werde von den Schiebern gebildet.

CN101508161A von der Ninghai Deke Mould Co. Ltd. wurde 2009 erstmals pu bliziert und betrifft eine Schieberanordnung, welche mehrere radial verstellbare Schieber aufweist. Der Antrieb der Schieber erfolgt über eine um eine Achse dreh bar angeordnete Platte, welche spiralförmig angeordnete Schlitze aufweist, in wel che Stifte eingreifen, die an den radial verschiebbaren Schiebern angebracht sind. Die Platte wird über ein vergleichsweise steiles Gewinde angetrieben, welches eine erhebliche Bauhöhe erfordert. Die Schieber sind vergleichsweise weit von der dreh baren Platte angeordnet, was dazu führt, dass die Stifte diesen Abstand überbrü cken müssen. Dies führt zu einem ungünstigen Verlauf der Kräfte.

Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin eine Spritzgiessform mit einer Schieber anordnung zu zeigen, welche eine geringe Bauhöhe aufweist und eine robuste Konstruktion der Schieberanordnung ermöglicht, sowie vom Prinzip her mehrere Ebenen zur Herstellung komplexer Teile zulässt.

Eine erfindungsgemässe Spritzgiessform weist in der Regel eine erste und eine re lativ zur ersten in einer ersten Richtung verschiebbare zweite Formhälfte auf, wobei zumindest eine der Formhälften eine Schieberanordnung zur Bildung eines Form- hohlraumes umfasst, welcher zur Formung eines komplexen Teils aus Kunststoff dient, indem plastifizierter Kunststoff in diesen eingespritzt und dann ausgehärtet wird. Abhängig von der Geometrie des herzustellenden Teils weist die Schieberan ordnung mindestens zwei relativ zueinander zwischen einer Schliess- und einer Of fenstellung bewegliche Schieber auf, die je über erste und zweite Führungsmittel bezüglich einem an die Schieber angrenzenden Bestandteil der zugeordneten Formhälfte verschiebbar angeordnet sind. Die Schieber sind in der Regel radial zu einer Achse angeordnet. Je nach Ausgestaltung können sie aber auch seitlich ver setzt zu dieser angeordnet sein, so dass die Vektoren der Bewegungen der einzel nen Schieber nicht durch ein gemeinsames Zentrum verlaufen. Weiterhin ist ein An trieb für die Schieber (Schieberantrieb) vorgesehen, welcher vorzugsweise auf drit- ten und vierten Führungsmitteln basiert, die miteinander wirkverbunden sind und zum Verschieben der Schieber zwischen der Offen- und der Schliessstellung dienen. Der Antrieb erfolgt mit Vorteil unabhängig von der Position der Formhälften des Spritzgiesswerkzeuges und ist damit, im Unterschied zum Stand der Technik, von der Bewegung des Spritzgiesswerkzeuges entkoppelt. Die dritten und die vierten Führungsmittel des Schieberantriebes liegen mit Vorteil am Bestandteil der Form hälfte an, so dass die Abstände und auftretenden Kräfte möglichst gering und die Konstruktion kompakt gehalten werden kann. Der Schieberantrieb kann selbst hemmend ausgestaltet sein, so dass die Schieber sich nicht ungewollt verstellen können. Der Bestandteil der Formhälfte welcher zur Lagerung der Schieber dient, kann die Schieber zumindest teilweise umschliessen oder an diesen entlang einer oder mehrerer Flächen anliegen.

In einer besonders kompakten Variante weisen die ersten Führungsmittel eine erste Nut und die zweiten Führungsmittel ein in der ersten Nut angeordnetes Oberteil eines Nutensteins auf. Die dritten Führungsmittel werden durch eine zweite Nut und die vierten Führungsmittel durch ein Unterteil des Nutensteins gebildet, wel cher in der zweiten Nut angeordnet ist. Die Nut der dritten Führungsmittel sind an und/oder in einer um eine Drehachse drehbaren Scheibe angeordnet, welche auch als Ring ausgestaltet sein kann. Die Scheibe ist vorzugsweise in einer Ebene ange ordnet und weist an ihrem Umfang eine Verzahnung auf über welche sie zur Dre hung um die Drehachse, z.B. über eine in der Formhälfte integrierte Zahnstange angetrieben werden kann. Aufgrund der sehr kompakten Bauform können einfach mehrere Schieberanordnungen seitlich nebeneinander oder in einem Raster zuei nander angeordnet sein.

Die ersten und die dritten Führungsmittel können in einem konstanten und/oder einem über den Verlauf variierenden Winkel zueinander angeordnet sein, sodass beim Drehen der Scheibe um die Drehachse ein Verschieben der zugeordneten Schieber zwischen einer Offen- bzw. einer Schliessstellung bewirkt wird. Je nach Anwendungsgebiet können die Schieber zueinander in einer Ebene und/oder in ei nem Winkel zu einer Ebene angeordnet sein. Es besteht auch die Möglichkeit, wie in den Ausführungsbeispielen gezeigt wird, Schieber auf mehreren Etagen anzu ordnen, welche einzeln oder gemeinsam angetrieben werden. Die Schieber der Schieberanordnung können z.B. zur Bildung eines kugelförmigen Formhohlraumes dienen, mit dem sich kugelförmige Gegenstände, z.B. Golfbälle und dergleichen, effizient herstellen lassen. Durch unterschiedlich angetriebene Schieber können mehrschichtige Gegenstände hergestellt werden, indem gewisse Schieber gezielt stehen bleiben und damit zur Freistellung eines Bereichs für eine weitere Material- komponente dienen können. Durch die Anordnung der Schieber können an den Oberflächen auch Vertiefungen hergestellt werden, welche unter normalen Um ständen zu Hinterschneidungen führen und damit nicht entformt werden können. Auch hier werden Golfbälle als Beispiel genannt, welche aus aerodynamischen Gründen an der Oberfläche Dellen aufweisen können, die mittels herkömmlichen Spritzgiesswerkzeugen nicht hergestellt werden können, da sie sich nicht einfach entformen lassen.

Zwei benachbarte Schieber der Schieberanordnung wirken normalerweise über eine oder mehrere Dichtflächen zusammen. Alternativ oder in Ergänzung können sich die Schieber in Schliessstellung über die Dichtflächen aneinander abstützen. Die Dichtflächen können eben und/oder räumlich gekrümmt sein. Mit Vorteil be finden sich die Dichtflächen in einer Symmetrieebene zwischen zwei einander zu geordneten Schiebern. Die Schieber können bei Bedarf eine Zuhaltefläche aufwei- sen, welche der Öffnungsrichtung der Schieber entgegen steht und in Schliessstel lung der Spritzgiessform mit einer korrespondierend angeordneten Gegenfläche zusammenwirkt, so dass die Schieber entgegen dem beim Spritzgiessen im Innern des Formhohlraumes wirkenden Spritzdrucks verriegelt sind. Damit wird ebenfalls erreicht, dass der Schieberantrieb von negativen Kräften entlastet werden kann. Die Gegenfläche ist mit Vorteil an der anderen Formhälfte der Spritzgiessform an geordnet, so dass in Schliessstellung die Wirkverbindung hergestellt wird. Alterna tiv oder in Ergänzung kann die Gegenfläche auch an der drehbaren Scheibe ange ¬ ordnet sein, so dass wenn diese eine definierte Position erreicht, die Gegenfläche gegen die Zuhaltefläche drückt und so die Schieber in Schliessposition gehalten werden. Die Gegenflächen können direkt oder indirekt mit den Zuhalteflächen Zu ¬ sammenwirken. Die Gegenflächen können z.B. an einem vorspringenden Bereich der Scheibe oder einem mit ihr wirkverbundenen Teil angeordnet sein. Je nach An wendungsgebiet ist mindestens ein Formkern vorhanden, der in Schliessstellung der Spritzgiessform einen Teil der Aussenwand des Formhohlraumes zwischen den Schiebern bildet. Der durch den Formkern gebildete Teil der Aussenwand des Form hohlraumes kann konvex oder konkav ausgebildet sein, d.h. in Schliessstellung in den Formhohlraum hineinragen oder sich ausserhalb desselben befinden. Der Formkern kann durch eine Öffnung in einem Bestandteil der Formhälfte mit dem Formhohlraum korrespondieren. Bei Bedarf können beide Formhälften eine Schie beranordnung aufweisen, wobei die Schieber in Schliessstellung der Spritzgiess ¬ form unmittelbar zur Bildung des Formhohlraumes Zusammenwirken.

Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Beschreibung werden Aspekte der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Schieberanordnung in eine perspektivischen Darstellung von schräg oben und vorne in geschlossener Darstellung;

Fig. 2 die Schieberanordnung gemäss Figur 1 in offenem Zustand;

Fig. 3 die Schieberanordnung gemäss Figur 1 in einer Seitenansicht;

Fig. 4 die Schieberanordnung gemäss Figur 1 in einer Draufsicht;

Fig. 5 eine Schnittdarstellung durch die Schieberanordnung gemäss Figur 4;

Fig. 6 die Schieberanordnung gemäss Figur 1 in einer Explosionsdarstellung; Fig. 7 eine zweite Ausführungsform einer Schieberanordnung in einer per spektivischen Darstellung von schräg oben und vorne;

Fig. 8 eine Seite der Schieberanordnung gemäss Figur 7 ohne feststehende

Teile;

5 Fig. 9 die Schieberanordnung gemäss Figur 8 in einer Explosionsdarstellung.

Figur 1 zeigt eine erste Variante einer Schieberanordnung 1 in einer perspektivischen Darstellung von schräg oben und vorne in einer Schliessstellung. Figur 2 zeigt die Schieberanordnung 1 gemäss Figur 1 in einer Offenstellung. Figur 3 zeigt

Ί o die Schieberanordnung 1 in einer Seitenansicht und Figur 4 in einer Ansicht von oben mit den nicht sichtbaren Kanten als gestrichelte Linien dargestellt. Figur 5 zeigt die Schieberanordnung 1 in einer Schnittdarstellung entlang der Schnittlinie DD gemäss Figur 4. Figur 6 zeigt die Schieberanordnung 1 in einer Explosionsdarstellung.

1 5 Figur 7 zeigt eine Variante einer Schieberanordnung 1 in einer perspektivischen Darstellung. Figur 8 zeigt Teile einer Schieberanordnung 1 gemäss Figur 7 von schräg oben und vorne. Figur 9 zeigt eine Seite der Schieberanordnung gemäss Figur 7 in einer Explosionsdarstellung von schräg oben und vorne. Die Schieberanordnung 1 ist in der Regel in einer Spritzgiessform eingebaut und von aussen nicht oder nur begrenzt sichtbar. Die Spritzgiessform und ihre weiteren Bestandteile sind nicht im Detail dargestellt. Die Spritzgiessform weist eine erste und eine relativ zu dieser verschiebbare zweite Formhälfte auf, welche zur Herstel- lung von Teilen in einer Spritzgiessmaschine (ebenfalls nicht dargestellt) eingebaut werden. Mit Bezug auf die in den Figuren gezeigte Schieberanordnung 1 werden die erste und die zweite Formhälfte in Richtung der z-Achse (erste Richtung) der Koordinatensysteme der Schieberanordnung 1 bewegt. Diese Richtung entspricht der Öffnungs- bzw. Schliessrichtung der Spritzgiessform, bzw. der allgemeinen Entformungsrichtung der mittels der Spritzgiessform hergestellten Teile.

Die Schieberanordnung 1 dient zur effizienten Herstellung von komplexen Teilen aus spritzgegossenem Kunststoff und dergleichen. Im Unterschied zum Stand der Technik weist die Schieberanordnung 1 einen sehr geringen Platzbedarf, bzw. eine sehr geringe Bauhöhe auf. Weiterhin erlaubt die Schieberanordnung 1 die gleich- zeitige oder zeitliche versetzte Steuerung von mehreren Schiebern 2, welche bei Bedarf auch in mehreren Ebenen parallel in einer Ebene oder räumlich in einem Winkel zu einander angeordnet sein können.

Die Schieber 2 der Schieberanordnung 1 sind gegenüber einem Bestandteil 3 der Formhälfte über erste und zweite Führungsmittel 6, 7 verschiebbar gelagert. Der Bestandteil 3 der Formhälfte kann, wie in den Figuren 1 bis 6 gezeigt, die Form einer Platte aufweisen und/oder die Schieber 2 z.B. in eine Formplatte integriert sein und diese zumindest teilweise ganz umschliessen (vgl. Figuren 7 bis 9). Der Bestandteil 3 kann, je nach Anwendungsgebiet, aus einem Teil bestehen oder mehrteilig aufgebaut sein.

Die Schieber 2 werden über eine Schieberantrieb 4 zwischen einer offenen und ei ner geschlossenen Position hin und her bewegt. Wie in Figur 6 zu erkennen ist, weist die Schieberanordnung 1 neben den Schiebern 2 und dem Bestandteil 3, wel ches zur Lagerung der Schieber 2 dient, eine um eine Achse 1 4 (z-Richtung) dreh bare Scheibe 5 auf. Die Scheibe 5 weist mehrere dritte Führungsmittel 8 auf, welche in der gezeigten Ausführungsform in Form von Nuten 8, in einer Oberfläche einge bracht sind. In die Nuten 8 greifen in montierten Zustand vierte Führungsmittel 9 ein.

Die Schieber 2 sind aus der Sicht des Betrachters oberhalb der Platte 3 angeordnet und gegenüber dieser mittels der ersten und der zweiten Führungsmittel 6, 7 hier radial verschiebbar gelagert (andere Richtungen, welche z.B. nicht durch das Zent rum verlaufen, bzw. zueinander versetzt sind, sind möglich). Bei den ersten Füh- rungsmittein 6 handelt es sich in der gezeigten Variante um radial verlaufende Nu ten 6. In diesen sind pro Schieber 2 ein mit diesen wirkverbundenes Oberteil 7 eines speziell geformten, doppeltwirkenden Nutensteines 1 0 in Richtung der Nuten 6 verschiebbar angeordnet. Diese Oberteile 7 durchragen eine ihnen zugeordnete Nut 6 in vertikaler Richtung und münden an ihrem unteren Ende in ein Unterteil 9 des Nutensteines 1 0. Die Unterteile 9 der Nutensteine 1 0 sind je in einer spiralför migen Nut 8 einer Scheibe 5 und in dieser in Umfangsrichtung entlang dem Verlauf der Nut 8 verschiebbar angeordnet, während dem die Scheibe 5 um eine Dreh achse 1 4 bezüglich der Platte 3 gedreht wird. Die Oberteile 7 und Unterteile 9 der Nutensteine Ί 0 sind mit Vorteil einteilig gefertigt. Je nach Anwendungsgebiet sind andere, auch mehrteilige, Ausgestaltungen möglich. Wie in der Explosionsdarstel- lung gemäss Figur 6 zu erkennen ist, sind das Oberteil 7 und das Unterteil 9 eines Nutensteines 1 0 im Wesentlichen rechtwinklig angeordnet und auf die Form der auszuführenden Bewegung angepasst. Sie weisen in Bewegungsrichtung eine längliche Ausgestaltung auf, welche eine Vergrösserung der Kontaktfläche und da mit eine bessere Verteilung der Kräfte bewirkt. Je nachdem, welche Anforderungen die Geometrie des herzustellenden Teiles stellt, können die Schieber auch entlang einer Geraden verlaufend angeordnet sein, wel che nicht durch ein Zentrum verläuft. Unter Zentrum wird dabei ein Punkt verstan den, in welchem sich die Bewegungsrichtungen der Schieber treffen. Das erfin- dungsgemässe Konzept ermöglicht Varianten, welche einen nicht geraden Bewe- gungsverlauf aufweisen, indem die Führungsmittel entsprechend ausgestaltet sind.

Die Schieber 2 sind so ausgestaltet, dass sie im geschlossenen Zustand zumindest einen Teil eines Formhohlraumes 1 5 bilden, der zur Formung eines Teils aus Kunst stoff dient, indem plastifizierter Kunststoff in diesen eingespritzt und dann ausge härtet wird. Der Formhohlraum 1 5 weist in der Regel unterhalb und/oder oberhalb zwischen den Schiebern 2 eine Öffnung 1 6 auf, welche in Schliessstellung der Spritzgiessform zur Aufnahme und Umschliessung eines Formkernes (nicht näher dargestellt) dient, welcher ebenfalls Bestandteil des Formhohlraumes ist und einen Innen- und/oder Aussenkontur des herzustellenden Teils bildet. Der Formkern kann beim Öffnen der Schieber 2 zur Halterung des zwischen den Schiebern her gestellten Teils dienen.

In Schliessstellung wirken je zwei Schieber 2 entlang mindestens einer Dichtfläche 1 2 in der Regel seitlich dichtend zusammen. Die Schieber 2 können bei Bedarf eine

Zuhaltefläche 1 3 aufweisen, welche den Schieberantrieb 4, in Schliessstellung der Spritzgiessform, vom im Formhohlraum wirkenden Spritzdruck entlastet. Die Zu- halteflächen 1 3 sind in der gezeigten Anordnung auf der hinteren Seite der Schieber 2 angeordnet und gegenüber der oben erwähnten Schliessrichtung (z-Richtung) der Spritzgiessform geneigt. Die Spritzgiessform weist eine zur Schliessfläche kor respondierend ausgebildete Gegenfläche auf, welche an der gegenüberliegenden Formhälfte angebracht ist und in Schliessstellung der Spritzgiessform von hinten in Schliessrichtung kontrolliert auf die Zuhalteflächen 1 3 der Schieber 2 drückt, so dass diese zumindest über die Dichtflächen 1 2 aneinander anstehen. Figur 7 zeigt schematisch eine erste und eine relativ zur ersten in einer ersten Rich tung (z-Achse) verschiebbare zweite Formhälfte 1 8, 1 9 (schematisch durch eine gestrichelte Linie 20 dargestellt). Damit das Innenleben der zweiten Formhälfte 1 9 sichtbar wird, ist diese um 90° gekippt dargestellt. In der gezeigten Variante sind beide Formhälften 1 8, 1 9 gleich aufgebaut und weisen je eine Schieberanordnung 1 zur Bildung eines hier kugelförmigen Formhohlraumes 1 5 auf, welcher wie z.B. bei der Oberfläche eines Golfballs Hinterschnitte (nicht näher dargestellt) aufwei- sen kann, welche durch die Schieber 2 entformt werden können. Andere Geomet rien sind natürlich möglich. In der gezeigten Variante wirken die Schieber 2 beider Formhälften 1 8, 1 9 in Schliessstellung der Spritzgiessform 1 7 unmittelbar zusam men. Jede Formhälfte 18, 1 9 weist mehrere relativ zueinander zwischen einer Schliess- und einer Offenstellung bewegliche Schieber 2 auf, die je über erste und zweite Führungsmittel 6, 7 bezüglich einem an die Schieber 2 angrenzenden Be standteil 3 der zugeordneten Formhälfte 1 7, 1 8 verschiebbar angeordnet ist.

Wie in den Figuren 8 und 9 zu erkennen ist, sind die Schieber 2 über einen Schie berantrieb 4 mit dritten und vierten Führungsmitteln 8, 9, welche miteinander wirkverbunden sind und zum Verschieben der Schieber 2 zwischen der Offen- und der Schliessstellung dienen. Wie zu erkennen ist, liegen die dritten und die vierten Führungsmittel 8, 9 des Schieberantriebes 4 am Bestandteil 3 der Formhälfte an. In der gezeigten Variante umschliesst der Bestandteil 3 der Formhälfte die Schieber 2 zumindest teilweise. Im Unterschied hierzu liegt er in der ersten Variante gemäss den Figuren 1 bis 6 nur seitlich an. Bei den ersten Führungsmitteln handelt es sich hier pro Schieber 2 um eine Öffnung 6 im Bestandteil 3 der Formhälfte. Das zweite Führungsmittel wird durch den Schieber 2 selber gebildet, welcher in der Öffnung angeordnet und durch dessen Innenwände (nicht näher dargestellt) geführt wird. Die dritten Führungsmittel werden durch einen Kamm 8 und die vierten Führungs- mittel durch eine Nut 9 im Schieber 2 gebildet. Wie zu erkennen ist, sind die dritten Führungsmittel 8 an der um die Drehachse 1 4 drehbaren Scheibe 5 angeordnet. In der gezeigten Variante ist die Scheibe 5 ringförmig ausgestaltet und weist sowohl unten als auch oben dritte Führungsmittel 8 auf, welche zum Antrieb der auf zwei Etagen angeordneten Schiebern 2 dienen. Die ersten und die dritten Führungsmit- tel 6, 8 sind in einem Winkel zueinander angeordnet, sodass beim Drehen der Scheibe um die Drehachse 1 4 ein Verschieben der zugeordneten Schieber 2 zwi schen einer Offen- bzw. einer Schliessstellung bewirkt wird. Je zwei Schieber 2 wir- ken in der Schliessstellung über Dichtflächen 1 2 zusammen. Dies gilt sowohl für benachbarte Schieber 2 einer Formhälfte 1 8, 1 9 (pro Etage als auch über mehrere Etagen ) als auch für einander zugeordnete Schieber 2 der ersten und der zweiten Formhälfte 1 8, 1 9.

Die Schieber 2 können eine Zuhaltefläche 1 3 aufweisen, welche in Schliessstellung der Spritzgiessform mit einer korrespondierend angeordneten Gegenfläche der an deren Formhälfte der Spritzgiessform zusammenwirkt, so dass die Schieber 2 in Schliessstellung entgegen dem im Innern des Formhohlraumes 1 5 wirkenden Spritzdrucks verriegelt sind. Im Unterschied zur ersten Variante ist hier kein Form kern vorhanden, der in Schliessstellung der Spritzgiessform einen Teil der Aussen- wand des Formhohlraumes 1 5 zwischen den Schiebern 2 bildet. Der gesamte Formhohlraum 1 5 wird durch die Schieber 2 gebildet.

Figur 9 zeigt schematisch eine Formhälfte 1 8, 1 9 der Spritzgiessform 1 7 gemäss Figur 7 in einer Explosionsdarstellung bezüglich der z-Achse zerlegt. Zu erkennen sind die Schieber 2, welche hier in zwei Gruppen auf zwei Etagen A, B angeordnet sind. Die Schieber 2 dienen in Schliessstellung der Spritzgiessform zur Bildung eines kugelförmigen Formhohlraumes 1 5. Anders gestaltete Formhohlräume sind mög lich. Die Schieber 2 werden über die hier ringförmige Scheibe 5 über die dritten und die vierten Führungsmittel 8, 9 angetrieben. Die Schieber 2 sind in Nuten, bzw. Öffnungen 6 der Bestandteile 3 der Formhälfte linear verschiebbar gelagert. In der gezeigten Ausführungsform sind sie in horizontaler Richtung (x, y-Ebene) radial bezüglich der Drehachse 14 ausgerichtet. In vertikaler Richtung (z-Achse) sind sie in einem Winkel zur Drehachse 1 4 angeordnet.

LISTE DER BEZUGSZEICHEN

1 Schieberanordnung

2 Schieber

3 Bestandteil Formhälfte, Platte, Formplatte (Spritzgiessform)

4 Schieberantrieb

5 Scheibe

6 Erste Führungsmittel, erste Nut, Öffnung (Bestandteil Formhälfte)

7 Zweite Führungsmittel, Oberteil (Nutenstein), Aussenflächen Schieber

8 Dritte Führungsmittel, zweite Nut, Kamm (Scheibe)

9 Vierte Führungsmittel, Unterteil (Nutenstein), Nut

10 Nutenstein

1 1 Oberfläche (Bestandteil Formhälfte)

1 2 Dichtfläche (Schieber)

1 3 Zuhaltefläche (Schieber)

1 4 Drehachse

1 5 Formhohlraum

1 6 Öffnung (Formhohlraum)

1 7 Spritzgiessform

1 8 Erste Formhälfte

1 9 Zweite Formhälfte

20 Öffnungsbewegung

21 Verzahnung (Scheibe)