| P A T E N T A N S P R Ü C H E 1. Einspritzwerkzeug für die Herstellung von Bauteilen im Spritzgussverfahren, mit mehreren Kavitäten (5) zur Formung jeweils eines Produkts, mit einer Einspritzdüse (6) zum Einspritzen von Kunststoffen für jede Kavität (5), wobei eine Einspritzdüse (6) einen Einspritzkanal aufweist, der durch eine Düsennadel (14) verschließbar ist, um den Einspritzvorgang zu steuern, und wobei eine Betätigungseinrichtung vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, die Düsennadel (14) zwischen einer ersten Endstellung und einer zweiten Endstellung in Axialrichtung zu bewegen, wobei ein verstellbarer Anschlag (18) vorgesehen ist, der die erste Endstellung festlegt, dadurch gekennzeichnet, dass der verstellbare Anschlag (18) als Schraube ausgebildet ist, die koaxial zur Düsennadel (14) ausgebildet ist und durch einen Elektromotor (13) verstellbar ist. 2. Einspritzwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (13) als Schrittmotor ausgebildet ist. 3. Einspritzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung pneumatisch ausgeführt ist. 4. Einspritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es als Kaltkanalwerkzeug ausgebildet ist. 5. Einspritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerungseinrichtung vorgesehen ist, die den Elektromotor (13) jeder Einspritzdüse (6) unabhängig zu steuern. 6. Einspritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Endstellung bis zu einer Schließstellung für die Einspritzdüse (6) verstellbar ist. 7. Einspritzvorrichtung, umfassend ein Einspritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung zur Erfassung der Produktionsqualität vorgesehen ist, die mit einer Regelungseinrichtung verbunden ist, die die Elektromotoren (13) ansteuert. 8. Einspritzvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung die Produktionsqualität optisch erfasst. 9. Einspritzvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung als Waage ausgebildet ist. 10. Verfahren zur Herstellung von Produkten im Spritzgussverfahren, bei dem Kunststoff gleichzeitig in mehrere Kavitäten (5) eines Einspritzwerkzeugs eingespritzt wird, wobei der Kunststoff in jede Kavität (5) über eine Einspritzdüse (6) eingebracht wird, die durch eine Düsennadel (14) verschließbar ist, um das Einspritzende festzulegen, und wobei die Einspritzmenge und -geschwindigkeit durch eine Verstellung einer ersten Endstellung der Düsennadel (14) festgelegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Endstellung individuell für jede Einspritzdüse (6) elektromotorisch verstellt wird . 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung der ersten Endstellungen der Düsennadeln (14) unmittelbar vor dem Einspritzvorgang durchgeführt wird. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Produktionsqualität laufend überwacht wird und die erste Endstellung individuell für jede Einspritzdüse (6) automatisch nachgeregelt wird . |
Die Erfindung betrifft ein Einspritzwerkzeug für die Herstellung von Bauteilen im Spritzgussverfahren, mit mehreren Kavitäten zur Formung jeweils eines Produkts, mit einer Einspritzdüse zum Einspritzen von Kunststoffen für jede Kavität, wobei eine Einspritzdüse einen Einspritzkanal aufweist, der durch eine Düsennadel verschließbar ist, um den Einspritzvorgang zu steuern, und wobei eine Betätigungseinrichtung vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, die Düsennadel zwischen einer ersten Endstellung und einer zweiten Endstellung in Axialrichtung zu bewegen, wobei ein verstellbarer Anschlag vorgesehen ist, der die erste Endstellung festlegt.
Übliche Einspritzwerkzeuge für die Durchführung von Spritzgussverfahren besitzen eine Düsennadel, die in Axialrichtung verstellbar ist, um den Einspritzvorgang zu steuern. Übliche Nadelverschlusssystem werden pneumatisch, hydraulisch, mechanisch oder elektrisch angetrieben. Dabei ist die Nadel zwischen einer ersten Endstellung (offen) und einer zweiten Endstellung (geschlossen) bewegbar.
Um die Einspritzmenge und die Geschwindigkeit des Materialflusses zu steuern, ist es bekannt, die erste Endstellung einstellbar auszuführen, um den Öffnungsquerschnitt im Bereich der Nadelspitze gegebenenfalls verringern zu können. Auf diese Weise kann bei einem Einspritzwerkzeug mit einer Mehrzahl von Kavitäten eine gleichmäßige Produktqualität sichergestellt werden, da es aufgrund unvermeidlicher Temperaturunterschiede, Oberflächenbeschaffenheit, ungleicher Verteilerkanäle und dergleichen auch bei sorgfältiger Ausbildung des Einspritzwerkzeuges nicht vermieden werden kann, dass ungleiche Strömungsverhältnisse bei der Einströmung des Materials vorliegen. Durch die Einstellung der Öffnungsstellung der Düsennadel können diese Ungleichmäßigkeiten ausgeglichen werden, so dass die Qualität der hergestellten Endprodukte gesichert werden kann. Es ist bekannt, die Endstellung der Düsennadel mechanisch einzustellen, was aber nur bei einer Unterbrechung des Produktionsvorganges möglich ist. Der Einstellvorgang ist dementsprechend aufwändig und verursacht durch die Produktionsunterbrechungen eine Verringerung der Produktionskapazität. Darüber hinaus besteht stets die Gefahr der Produktion von Ausschuss nach einem Stillstand des Einspritzwerkzeuges.
Um diese Nachteile zu vermeiden, sind mechanische Systeme bekannt geworden, die eine Einstellung des Strömungsquerschnittes in einem Werkzeug mit mehre- ren Kavitäten ermöglichen. Aufgrund der Komplexität dieser Vorrichtungen sind diese auf Werkzeuge mit einer relativ geringen Anzahl von Kavitäten beschränkt, die überdies eine angepasste Anordnung (linear) aufweisen müssen, um den Anforderungen der Einsteileinrichtung Rechnung zu tragen.
Die AT 5 750 U offenbart eine Einspritzdüse, bei der eine mechanische Einstellbarkeit der Düsennadel gegeben ist. In dieser Druckschrift muss der Produktionsvorgang immer unterbrochen werden, um den Öffnungshub zu verstellen. Dabei ist die Düsennadel der Einspritzdüse als eine starre Verbindung zwischen dem Kolben der Düsennadel und der Anschlagschraube ausgestaltet.
Die DE 40 32 500 AI beschreibt eine Spritzgießeinrichtung, bei der der digital gesteuerte Anschlagkolben und der Aufnahmekolben der Einspritzdüse miteinander in Verbindung stehen. Diese Vorrichtung besitzt einen komplexen Aufbau und ist störanfällig .
Die EP 1 961 549 AI offenbart eine Nadelbetätigungsvorrichtung, bei der unter anderem Ausgestaltungen des Kolbens, mit dem die Düsennadel verbunden ist, beschrieben wurden. Der Kolben, mit dem die Düsennadel verbunden ist, kann elektrisch antreibbar sein, was entsprechend aufwendig ist.
Die US 5,078,589 A offenbart eine Einspritzvorrichtung, bei der die Düsennadel mit einer Feststellschraube verbunden ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die oben angeführten Nachteile zu vermeiden und ein Einspritzwerkzeug zu schaffen, das eine präzise Einstellung von Einspritzmenge und Einspritzgeschwindigkeit ermöglicht, ohne eine Unterbrechung des Produktionsvorganges zu benötigen. Die Vorrichtung soll dabei einfach und kostengünstig sein und eine hohe Produktionsqualität gewährleisten.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der verstellbare Anschlag als Schraube ausgebildet ist, die koaxial zur Düsennadel ausgebildet ist und durch einen Elektromotor verstellbar ist. Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass es nicht erforderlich ist, die Verstellbewegung der Düsennadel selbst elektrisch auszuführen, so dass beispielsweise ein einfacher und kostengünstiger pneumatischer Antrieb einsetzbar ist. Durch den Elektromotor, der für jede Düsennadel einzeln vorgesehen ist, wird lediglich ein Anschlag für die Düsennadel verstellt, so dass ein Elektromotor mit vergleichsweise geringer Leistung und geringem Drehmoment eingesetzt werden kann. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist daher einfach und kostengünstig herstellbar, gleichzeitig jedoch äußerst flexibel, da im Prinzip jede einzelne Kavität nach jedem einzelnen Schuss neu kalibriert werden kann. Durch die Verstellung des Anschlags mittels eines elektrischen Motors findet eine präzise Einstellung von Einspritzmenge und Einspritzgeschwindigkeit statt, ohne den Produktionsvorgang zu unterbrechen. In der vorliegenden Erfindung stellt die Düsennadel eine separate Einheit dar, die vom elektrisch verstellbaren Anschlag getrennt ist.
Vorzugsweise ist der Elektromotor als Schrittmotor ausgebildet, d .h., dass durch eine Steuerungseinrichtung eine Sollposition für die Schraube vorgegeben werden kann, die die erste Endstellung der Düsennadel festlegt. Die gewünschte Position wird vom Schrittmotor präzise und mit hoher Wiederholgenauigkeit angefahren.
Das erfindungsgemäße Einspritzwerkzeug ist besonders vorzugsweise geeignet, im Kaltkanalverfahren, d .h. für die Verarbeitung von Silikon und ähnlichen Werkstoffen eingesetzt zu werden. Dabei wird das gesamte Einspritzsystem bis hin zur Kavität in einem relativ engen Temperaturbereich gehalten, um einerseits die erforderliche Mindesttemperatur zu gewährleisten, die eine ausreichend niedrige Viskosität des Werkstoffes sicherstellt, und andererseits wird durch Begrenzung der Maximaltemperatur ein vorzeitiges Aushärten verhindert.
Durch das erfindungsgemäße Einspritzwerkzeug kann jeder Elektromotor einzeln und unabhängig angesteuert werden, wobei keine mechanische Verbindung zwischen den einzelnen Einspritzdüsen erforderlich ist. Die Anzahl und die Anordnung der Kavitäten unterliegt dabei durch das Verstell System für die Düsennadel keinerlei zusätzlicher Beschränkung und kann daher im Hinblick auf die herzustellenden Produkte innerhalb weiter Grenzen optimiert werden.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung liegt darin, dass es durch die Versteileinrichtung auch möglich ist, die Einspritzdüse gänzlich zu verschließen. Damit kann eine Kavität auch unmittelbar während des Produktionsvorganges ausgeschaltet werden, wenn diese aufgrund irgendwelcher Probleme angezeigt ist.
Weiters betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung von Produkten im Spritzgussverfahren, bei dem Kunststoff gleichzeitig in mehrere Kavitäten eines Einspritzwerkzeugs eingespritzt wird, wobei der Kunststoff in jede Kavität über eine Einspritzdüse eingebracht wird, die durch eine Düsennadel verschließbar ist, um das Einspritzende festzulegen, und wobei die Einspritzmenge und -geschwindigkeit durch eine Verstellung einer ersten Endstellung der Düsennadel festgelegt wird
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die erste Einstellung individuell für jede Einspritzdüse elektromotorisch verstellt wird. Diese Verstellung kann insbesondere laufend während des Produktionsvorganges erfolgen, d .h. im Extremfall, dass für jeden Schuss ein eigener Verstellvorgang durchgeführt wird, wenn bei- spielsweise entsprechende Sensoranordnung vorgesehen sind, um Messergebnisse für jede Kavität zur Verfügung zu stellen, die für die Optimierung des Einspritzvorganges erforderlich sind. Dabei kann die Verstellung des Anschlages in der Pause zwischen den einzelnen Einspritzvorgängen, also unmittelbar vor dem nächsten Einspritzvorgang, durchgeführt werden, wenn der Anschlag nicht belastet ist.
Die Einstellung eines Werkzeugs mit mehreren Kavitäten ist eine schwierige Aufgabe, die viel Erfahrung benötigt, da jede Einstellung an einer Kavität grundsätzlich auch die anderen Kavitäten beeinflusst. Es muss daher am Beginn eines Produktionsvorgangs mit einer Anlaufphase gerechnet werden, in der erhöhter Ausschluss auftritt. Es kann aber während der Produktion zu Veränderungen und Prozessschwankungen kommen, die sich auf die Füllung der einzelnen Kavitäten auswirken und die daher eine Nachstellung der Düsen erforderlich machen.
Um diese Schwierigkeiten zu vermindern sieht eine besonders begünstigte Aus- führungsvariante der Erfindung eine Messeinrichtung zur Erfassung der Produktionsqualität vor, die mit einer Regelungseinrichtung verbunden ist, die die Elektromotoren ansteuert.
Auf diese Weise kann nach jedem Schuss eine Einstellvorgang anhand eines optimierten Algorithmus nachgestellt werden, so dass nicht nur eine optimale Einstellung rasch und ohne spezialisiertes Personal aufgefunden werden kann, sondern auch gleichbleibende Qualität langfristig gewährleistet werden kann.
Die Messeinrichtung erfasst sowohl Unterfüllung als auch Überspritzung. Unterfüllung macht sich bemerkbar durch verringertes Teilegewicht, ein verkleinertes Maß, Fließstellen, Kerben, nicht ausgeprägte Oberflächen oder einen nicht gefüllten Übertritt. Überspritzung äußert sich durch Gratbildung, erhöhtes Teilegewicht, ein vergrößertes Maß und dgl .
Die obigen Mängel können bevorzugt durch eine Kamera erfasst werden, die die hergestellten Bauteile optisch untersucht und bewertet. Es ist aber auch möglich, einfach durch Wiegen der Bauteile auf die Füllung zu schließen.
Die Regelung erfolgt bevorzugt automatisch, kann aber auch halbautomatisch ausgeführt sein, d .h., dass eine Bedienungsperson Eingriffe vornehmen kann. Es ist aber auch möglich, einen manuellen Betriebsmodus vorzusehen.
In der Folge wird die vorliegende Erfindung anhand des in der Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßes Einspritzwerkzeug; und Fig. 2 zeigt ein Detail von Fig. 1.
Das Einspritzwerkzeug von Fig . 1 besteht aus mehreren Formplatten 1, 2, 3 mit einer Wärmeisolierschicht 4 zwischen den Platten 2 und 3. In der Formplatte 1 sind mehrere Kavitäten 5 ausgebildet, in denen nicht dargestellte Werkstücke durch einen Spritzgießvorgang hergestellt werden. In den Formplatten 2 und 3 sind Einspritzdüsen 6 eingesetzt, die über einen Zufuhrkanal 7 mit dem Kunststoff versorgt werden, der das Rohmaterial darstellt. An die dritte Formplatte 3 schließen weitere Werkzeugplatten 8a, 8b, 9 an, in denen ein Pneumatikkanal 10 ausgebildet ist, der zur Versorgung der Einspritzdüsen 6 mit Druckluft vorgesehen ist. In einer weiteren Platte 11 ist ein Antrieb für einen hier nicht darstellten Anschlag der Düsennadel 14 vorgesehen und in einer Abschlussplatte 12 sind mehrere Elektromotoren 13 angeordnet.
In Fig . 2 ist eine Versteilvorrichtung für den Anschlag der Düsennadel 14 im Detail dargestellt. Die Düsennadel 14 dient in bekannter Weise zum Verschließen einer Düsenöffnung, um Beginn und Ende des Einspritzvorganges genau definiert zu ermöglichen. Dichtungen 15 dienen dazu, ein Aufsteigen des Materials beim Spritzgießvorgang über die Platten 8a, 8b hinaus zu verhindern. Ein Kolben 16 dient zur Betätigung der Düsennadel 14. Dazu wird über Kanäle 10a, 10b Druckluft zugeführt, um die Düsennadel 14 in Richtung des Doppelpfeils 17 zu bewegen. An der Oberseite des Kolbens 16 ist ein verstellbarer Anschlag 18 vorgesehen, der an einer Schraubspindel 19 befestigt ist, die in einem Einsatz 20 der Platte 11 gehalten ist. Ein Wellenstummel 21 des Motors 13 greift in die Schraubspindel 19 ein und verdreht diese so, dass sich der Anschlag 18 in Axialrichtung (Doppelpfeil 22) bewegt.
Auf diese Weise ist es möglich, eine Feineinstellung des Materialflusses für jede einzelne Kavität während des Produktionsprozesses durchzuführen.
