| 1. | Anlage zum Abtrennen von Elementen wählbarer Lange von mehreren, insbesondere draht, bandund streifenförmigen Mate rialsträngen aus Stahl, mit zumindest einer Einrichtung zum kontinuierlichen Vorschieben der Materialstränge mit hoher Ge schwindigkeit, mit zumindest einer stationär angeordneten, zu mindest ein bewegliches Messer aufweisende Schneideinrichtung und mit einer Steuereinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Materialstrang (M) zumindest eine Schneideinrichtung (1 ; 1') vorgesehen ist, daß jede Schneideinrichtung (1,1') zum schnellen Abtrennen von Elementen gleicher und/oder verschiede ner Lange einzeln von einem zentralen, mit der Steuereinrich tung (3) verbundenem Servoventil (4) ansteuerbar ist, und daß der Hub zumindest eines Messers (8) der Schneideinrichtung (1, 1') in Abhängigkeit von der Materialstärke des zu durchtrennen den Materialstranges (M) gewählt wird. |
| 2. | Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ausführen der schnellen Schneidbewegung (P2) des beweglichen Messers (8) eine Antriebseinrichtung (9) zum Bewegen des Mes sers (8) vorgesehen ist, die durch das von der Steuereinrich tung (3) steuerbare Servoventil (4) ansteuerbar ist, und daß der Hub des beweglichen Messers (8) mit einem mit der Steuer einrichtung (3) verbundenem Wegaufnehmer (12) erfaßt wird. |
| 3. | Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung zum Bewegen des beweglichen Messers (8) ei nen Arbeitszylinder (9) aufweist. |
| 4. | Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, daß zum Auswählen der Materialstränge (M) ein von der Steuereinrichtung (3) ansteuerbarer, mit dem zentralen Servo ventil (4) und den Antriebseinrichtungen (9) der Schneidein richtungen (1,1') verbundener Verteiler (5,6 ; 5', 6') vorge sehen sind. |
| 5. | Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verteiler pro Schneideinrichtung (1 ; 1') je ein von der Steuer einrichtung (3) ansteuerbares Wegeventil (5 ; 5') aufweist. |
| 6. | Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneideinrichtungen (1,1') mit ihren Wegeventilen (5,5') gruppenweise zusammenfaßbar sind, wobei jede Gruppe von Wegev entilen (5 ; 5') eine gemeinsame Mehrfachanschlußplatte (6 ; 6') aufweist und die Gruppen von zumindest einem Servoventil (4) ansteuerbar sind. |
| 7. | Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn zeichnet, daß zum kurzzeitigen Verlangsamen des Materialstran ges (M) jede Vorschubeinrichtung (2) zumindest ein entsprechend den Richtungen des Doppelpfeiles (P4) vom Materialstrang (M) lüftbares Vorschubrad (19) aufweist. |
| 8. | Anlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorschubrad (19) mit Hilfe eines Anpreßzylinders (20) lüftbar ist, der von der Steuereinrichtung (3) über ein schnell schal tendes Ventil (22) zeitgleich mit der Schneidbewegung (P2) des Messers (8) der Schneideinrichtung (1,1') ansteuerbar ist. |
Es sind Schneidvorrichtungen zum Abtrennen von Stäben wählbarer Lange von einem kontinuierlich mit hoher Geschwindig- keit zugeführten Materialstrang bekannt, bei welchen die Schneidvorrichtungen aus fliegenden Scheren bestehen. Hierbei muß die Vorschubbewegung der Scheren der Vorschubgeschwindig- keit des Materialstranges genau angepaßt werden. Nachteilig bei diesen bekannten Vorrichtungen ist, daß sie aufgrund der erfor- derlichen Bewegungen konstruktiv sehr aufwendig sind und daher einen großen Platzbedarf haben. Durch diesen großen konstrukti- ven Aufwand ist es unwirtschaftlich, bei mehradrigen Anlagen alle Materialstränge mit fliegenden Scheren auszurüsten. Ledig- lich zwei nebeneinander liegende Materialstränge mit gleichem Durchmesser und gleicher Vorschubgeschwindigkeit können gleich- zeitig von einer Schere bearbeitet werden. Ein weiter Nachteil besteht darin, daß ein hoher Steuerungsaufwand erforderlich ist, um die Bewegungsabläufe genau aufeinander abzustimmen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die geschilderten Nachteile zu vermeiden und eine Anlage der einleitend angegebenen Art zu schaffen, die es ermöglicht, mit konstruktiv einfachen, statio- nären Schneideinrichtungen ohne großen Steuerungsaufwand gleichzeitig von mehreren kontinuierlich mit hoher Geschwindig- keit zugeführten Materialsträngen Elemente wählbarer Lange ab- zutrennen.
Die erfindungsgemäße Anlage zeichnet sich dadurch aus, daß für jeden Materialstrang zumindest eine Schneideinrichtung vor- gesehen ist, daß jede Schneideinrichtung zum schnellen Abtren-
nen von Elementen gleicher und/oder verschiedener Länge einzeln von einem zentralen, mit der Steuereinrichtung verbundenem Ser- voventil ansteuerbar ist, und daß der Hub zumindest eines Mes- sers der Schneideinrichtung in Abhängigkeit von der Material- stärke des zu durchtrennenden Materialstranges gewählt wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist zum Ausfüh- ren der Schnellen Schneidbewegung des beweglichen Messers eine Antriebseinrichtung zum Bewegen des Messers vorgesehen, die durch das von der Steuereinrichtung steuerbare Servoventil an- steuerbar ist, und es wird der Hub des beweglichen Messers mit einem mit der Steuereinrichtung verbundenem Wegaufnehmer er- faßt.
Vorzugsweise ist zum Auswählen der Materialstränge ein von der Steuereinrichtung ansteuerbarer, mit dem zentralen Servo- ventil und den Antriebseinrichtungen der Schneideinrichtungen verbundener Verteiler vorgesehen. Dabei weist der Verteiler pro Schneideinrichtung je ein von der Steuereinrichtung ansteuerba- res Wegeventil auf.
Zweckmäßig sind die Schneideinrichtungen mit ihren Wege- ventilen gruppenweise zusammenfaßbar, wobei jede Gruppe von We- geventilen eine gemeinsame Mehrfachanschlußplatte aufweist und die Gruppen von zumindest einem Servoventil ansteuerbar sind.
Gemäß einem anderen Merkmal der Erfindung weist zum kurz- zeitigen Verlangsamen des Materialstranges jede Vorschubein- richtung zumindest ein entsprechend den Richtungen des Dop- pelpfeiles vom Materialstrang lüftbares Vorschubrad auf.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nach- folgend an Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemä- ßen Anlage mit mehreren Schneideinrichtungen zur Bearbeitung mehrerer Materialstränge und Fig. 2 eine schematische Seitenansicht einer erfindungsge- mäßen Schneid-und Vorschubeinrichtung.
Die in Fig. 1 dargestellte Anlage dient zum Abtrennen mehrerer Elemente wählbarer Länge von kontinuierlich mit hoher
Geschwindigkeit entsprechend der Flußrichtung Pl zugeführten Materialsträngen M aus Stahl. Die Materialstränge M können im Rahmen der Erfindung aus draht-, band-und streifenförmigem Ma- terial bestehen und beliebige Querschnittsformen haben. Das Ma- terial kann im Rahmen der Erfindung warmgewalzter und/oder kaltverformter Stahl sein. Die Oberfläche der Materialstränge M kann glatt oder, wie bei Bewehrungsstählen üblich, gerippt sein. Die Anlage kann im Rahmen der Erfindung beispielsweise zu einer Richt-und Schneidanlage für Bewehrungsstahl gehören, wo- bei die Materialstränge M vorzugsweise unterschiedliche Durch- messer und/oder Materialeigenschaften haben können.
Die erfindungsgemäße Anlage weist je Materialstrang M eine stationäre Schneideinrichtung 1 und eine Vorschubeinrichtung 2 auf, welche der besseren Übersicht halber nur schematisch dar- gestellt und in Fig. 2 genauer gezeigt ist. Im Rahmen der Er- findung ist es jedoch auch möglich, eine einzige zentrale Vor- schubeinrichtung für alle Materialstränge M vorzusehen, die über eine entsprechend ausgestaltete Einrichtung die Material- stränge M den einzelnen Schneideinrichtungen 1 zuführt. Ferner ist es möglich, nur einen oder mehrere bzw. alle Materialsträn- ge M mit einer weiteren Schneideinrichtung 1'zu versehen, die in einem größeren Abstand zur ersten Schneideinrichtung 1 ange- ordnet ist. Die zweite Schneideinrichtung 1'wird immer dann eingesetzt, wenn es erforderlich ist, an zwei räumlich getrenn- ten Positionen abgetrennte Elemente zur Verfügung zu haben und wenn eine exakte Positionierung der Elemente aufgrund der hohen Vorschubgeschwindigkeit des Materialstranges zu ungenau und aufwendig ist. Das Erzeugen von Quer-und Längsdrähten für eine Drahtgittermatten-Schweißmaschine ist ein typischer Anwendungs- fall dieser Ausführungsform.
Die dargestellte Anlage weist außerdem eine Steuereinrich- tung 3, ein zentrales Servoventil 4 und für jede Schneidein- richtung 1 ein Wegeventil 5 auf, wobei alle Wegeventile 5 auf einer gemeinsamen Mehrfachanschlußplatte 6 angeordnet sind. Fur die weiteren Schneideinrichtungen 1'je Materialstrang M ist
jeweils ein weiteres Wegeventil 5'vorgesehen, wobei alle Wege- ventile 5'auf einer Mehrfachanschlußplatte 6'angeordnet sind.
Jede Schneideinrichtung 1,1'hat ein feststehendes Messer 7 und ein entsprechend den Richtungen des Doppelpfeiles P2 be- wegliches Messer 8 zum Abtrennen des Elementes vom Material- strang M. Die erforderliche Bewegung des Messers 8 wird mit Hilfe eines Arbeitszylinders 9 erzielt, der über Hydrauliklei- tungen 10 bzw. 10'mit dem Wegeventil 5 bzw. 5'verbunden ist.
Der Hub des Kolbens 11 des Arbeitszylinders 9 und damit der Hub des beweglichen Messers 8 wird mit Hilfe eines Wegaufnehmers 12, der beispielsweise ein Induktivaufnehmer ist, erfaßt. Eine Signalleitung 13 bzw. 13'verbindet jeden Wegaufnehmer 12 mit der Steuereinrichtung 3 und eine Steuerleitung 14 stellt die Verbindung zwischen der Steuereinrichtung 3 und dem zentralen Servoventil 4 her. Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, die Bewegung des beweglichen Messers 8 durch äquivalente Vorrich- tungen, beispielsweise durch einen Exzentertrieb zu bewirken.
Jedes Wegeventil 5 bzw. 5'ist über die Anschlußplatte 6 bzw. 6'durch Hydraulikleitungen 15 bzw. 15'mit dem Servoven- til 4 verbunden. Die Wegeventile 5 bzw. 5'werden über Steuer- leitungen 16 bzw. 16'von der Steuereinrichtung 3 angesteuert.
Steuerleitungen 17 verbinden die Steuereinrichtung 3 außerdem mit den Vorschubeinrichtungen 2 bzw. einer zentralen Vorschub- einrichtung.
Die in Fig. 2 schematisch dargestellte Vorschubeinrichtung 2 weist ein entsprechend der Pfeilrichtung P3 antreibbares Vor- schubrad 18 und ein entsprechend der Pfeilrichtung P3'antreib- bares Vorschubrad 19 auf, welches mit Hilfe eines Anpreßzylin- ders 20 entsprechend den Richtungen des Doppelpfeiles P4 beweg- bar ist. Der Anpreßzylinder 20 ist über Hydraulikleitungen 21 mit einem schnell schaltenden Ventil 22 verbunden, das über die Steuerleitung 17 von der Steuereinrichtung 3 angesteuert wird.
Im Rahmen der Erfindung kann jede Vorschubeinrichtung 2 mit ei- ner Längenmeßeinrichtung versehen sein.
Die Anlage arbeitet in folgender Weise :
Zum Abtrennen eines Elementes von einem Materialstrang M steuert die Steuereinrichtung 3 das zentrale Servoventil 4 in Abhängigkeit von der Vorschubgeschwindigkeit des entsprechenden Materialstranges M und der gewünschten Elementlänge an und wählt das entsprechende Wegeventil 5 bzw. 5'des zugehörigen Materialstranges M vor.
Zum Schneiden fährt das bewegliche Messer 8 in der ent- sprechenden Richtung des Doppelpfeiles P2 aus, wodurch das Ele- ment vom Materialstrang M abgetrennt wird. Der Wegaufnehmer 12 mißt dabei die Hubbewegung des Messers 8 und gibt ein entspre- chendes Signal an die Steuereinrichtung 3 ab, um die Hubbewe- gung entsprechend der Materialstärke des Materialstranges M zu minimieren. Zeitgleich mit dem Schnittsignal wird von der Steu- ereinrichtung 3 das schnell schaltende Ventil 22 für den An- preßzylinder 20 der Vorschubeinrichtung 2 derart angesteuert, daß das lüftbare Vorschubrad 19 kurzzeitig den Materialstrang M entlastet und damit Reibspuren am Materialstrang M minimiert werden. Durch diese Vorgangsweise kann ein Materialstau während des Schneidens vermieden werden.
Bei der erfindungsgemäßen Anlage werden zum Abtrennen von Elementen gleicher Durchmesser und Längen und/oder unterschied- licher Durchmesser und Längen die Schneideinrichtungen der Ma- terialstränge M gezielt individuell ausgewählt.
Es versteht sich, daß die dargestellten Ausführungsbei- spiele im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens verschie- dentlich, insbesondere hinsichtlich der Ausgestaltung und Aus- führung der Schneideinrichtung abgewandelt werden können. Im Rahmen der Erfindung ist es beispielsweise möglich, beide Mes- ser beweglich auszuführen, um damit die Schnittgeschwindigkeit zu erhöhen.
Des weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, zur Erhöhung der Schnittleistung und zur besseren Anpassung an stark unterschiedliche Vorschubgeschwindigkeiten der Material- stränge M die Schneideinrichtungen 1 ; 1'mit ihren Wegeventilen 5 ; 5'gruppenweise zusammenzufassen, wobei jede Gruppe von We- geventilen 5,5'auf einer gemeinsamen Mehrfachanschlußplatte
6,6'angeordnet ist und entweder ein Servoventil 4 für alle Gruppen oder zumindest ein Servoventil 4 pro Gruppe vorgesehen ist. Des weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, die vorderen Schneideinrichtungen 1 aller Materialstränge M und die hinteren Schneideinrichtungen 1'aller Materialstränge M je- weils gruppenweise zusammenzufassen. Jedes Servoventil 4 wird in allen Ausführungsbeispielen von der zentralen Steuereinrich- tung 3 entsprechend angesteuert.
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