Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
INSULATING GLAZING UNIT, IN PARTICULAR TRIPLE INSULATING GLAZING UNIT, AND METHOD FOR PRODUCING AN INSULATING GLAZING UNIT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/073201
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an insulating glazing unit (100), in particular a triple insulating glazing unit, comprising: at least one spacer (4) shaped to form a peripheral spacer frame (4') and defining an inner region (9); a first outer pane (3a) which is arranged on a first pane contact surface (4.1) of the spacer frame (4') and a second outer pane (3b) which is arranged on a second pane contact surface (4.2) of the spacer frame (4'); at least one central pane (2), which is introduced into at least one intermediate space (7) of at least one retaining profile (1) and which retaining profile (1) is shaped to form a peripheral retaining profile frame (1'), which frames the central pane (2), wherein the central pane (2) is arranged with the retaining profile frame (1') within the inner region (9) of the spacer frame (4') and between the outer panes (3a, 3b).

Inventors:
KUSTER, Hans-Werner (Schervierstrasse 20, Aachen, 52066, DE)
SCHREIBER, Walter (Lortzing Str. 5, Aachen, 52074, DE)
MAURER, Marc (9 Bis Chemin du Rû, Saint Jean aux Bois, 60350, FR)
Application Number:
EP2017/076401
Publication Date:
April 26, 2018
Filing Date:
October 17, 2017
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SAINT-GOBAIN GLASS FRANCE (18 avenue d'Alsace, Courbevoie, Courbevoie, 92400, FR)
International Classes:
E06B3/663; E06B3/66
Domestic Patent References:
WO2010115456A12010-10-14
WO2014198431A12014-12-18
WO2016046081A12016-03-31
Foreign References:
US20090139165A12009-06-04
EP0223511A21987-05-27
EP0852280A11998-07-08
Attorney, Agent or Firm:
OBERMAIR, Christian, Egbert (Glasstrasse 1, Herzogenrath, 52134, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1 . Isolierverglasung (100), insbesondere Dreifachisolierverglasung, umfassend:

mindestens ein Abstandshalter (4), der umlaufend zu einem Abstandshalterrahmen (4') geformt ist und einen Innenbereich (9) umgrenzt, wobei der Abstandshalter (4) aus einer ersten

Scheibenkontaktfläche (4.1 ) und einer gegenüberliegend angeordneten zweiten Scheibenkontaktfläche (4.2) besteht, die durch eine Innenfläche (4.5) und eine Außenfläche (4.4) zu mindestens einer Hohlkammer (42) verbunden sind,

eine erste Außenscheibe (3a), die auf der ersten Scheibenkontaktfläche (4.1 ) des Abstandshalterrahmens (4') und eine zweite Außenscheibe (3b), die auf der zweiten Scheibenkontaktfläche (4.2) des

Abstandshalterrahmens (4') angeordnet ist,

mindestens eine Mittelscheibe (2), die in mindestens einen Zwischenraum (7) mindestens eines Halteprofils (1 ) eingesetzt ist und das Halteprofil (1 ) umlaufend zu einem Halteprofilrahmen (1 ') geformt ist, der die Mittelscheibe (2) umrahmt,

wobei die Mittelscheibe (2) mit dem Halteprofilrahmen (1 ') innerhalb des

Innenbereichs (9) des Abstandshalterrahmens (4') und zwischen den

Außenscheiben (3a, 3b) angeordnet ist und das Halteprofil (1 ) mindestens eine durchgängige Öffnung (12) aufweist, die die der Mittelscheibe (2) zugewandte Seite des Halteprofils (1 ) mit der der Mittelscheibe (2) abgewandten Seite verbindet.

2. Isolierverglasung nach Anspruch 1 , wobei das Halteprofil (1 ) einen Grundkörper (1 .1 ) und bevorzugt einen rechteckigen Grundkörper (1 .1 ) umfasst oder daraus besteht, und an der der Mittelscheibe (2) zugewandten Seite des Grundkörpers (1 .1 ) zwei Halteleisten (6) angeordnet sind, die den Zwischenraum (7) bilden.

3. Isolierverglasung nach Anspruch 1 , wobei das Halteprofil (1 ) einen Grundkörper (1 .1 ) und bevorzugt einen rechteckigen Grundkörper (1 .1 ) umfasst oder daraus besteht, und an der der Mittelscheibe (2) zugewandten Seite eine Nut in den Grundkörper (1 .1 ) eingeformt ist, die den Zwischenraum (7) bildet.

4. Isolierverglasung nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, wobei der Grundkörper (1 .1 ) an der der Mittelscheibe (2) abgewandten Seite mindestens zwei Abstandsleisten (8) und bevorzugt vier Abstandsleisten (8) aufweist.

5. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Abstandsleisten (8) unterbrochen sind und nur abschnittsweise entlang des Grundkörpers (1 .1 ) des Halteprofils (1 ) angeordnet sind.

6. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Halteprofil (1 ) mindestens zwei durchgängige Öffnungen (12) aufweist, und bevorzugt mindestens eine durchgängige Öffnung (12) auf einer Seite bezüglich des

Zwischenraums (7) und mindestens eine weitere durchgängige Öffnung (12) auf der gegenüberliegenden Seite bezüglich des Zwischenraums (7) angeordnet ist.

7. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Halteprofil (1 ) einen Kunststoff, bevorzugt einen Kunststoff, der weicher ist als das Material des Abstandshalters (4), enthält oder daraus besteht, und besonders bevorzugt aus Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polystyrol, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, Polypropylen (PP), PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon, und insbesondere geschäumt ist.

8. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Halteprofil (1 ) natürlichen oder synthetischen Kautschuk, bevorzugt Butadien-Kautschuk (BR), Styrol-Butadien-Kautschuk, Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Butylkautschuk (NR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), Chloropren-Kautschuk (CR) und/oder Polyisopren-Kautschuk (IR) oder ein Metall, wie Aluminium oder

Edelstahl, enthält oder daraus besteht.

9. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Innenbereich (9) zwischen den Außenscheiben (3a, 3b) mit einem Schutzgas, bevorzugt mit einem Edelgas und besonders bevorzugt mit Argon, Krypton oder Gemische davon befüllt ist.

10. Isolierverglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei

ein Außenbereich (20) zwischen einer Außenfläche (44) des Abstandshalterrahmens (4') und den äußeren Kanten der Außenscheiben (3a, 3b) umlaufend eine Versiegelung (1 1 ), bevorzugt aus einem organischen Polysulfid, enthält und

die Scheibenanordnung aus den Außenscheiben (3a, 3b) und dem

Abstandshalterrahmen (4') hermetisch verschlossen ist.

1 1 . Isolierverglasung nach Anspruch 10, wobei der Halteprofilrahmen (1 ') derart

ausgebildet ist, dass ein Gasaustausch zwischen einem Teilinnenbereich (9.1 ) zwischen erster Außenscheibe (3a) und Mittelscheibe (2) und dem

Teilinnenbereich (9.2) zwischen Mittelscheibe (2) und zweiter Außenscheibe (3b) erfolgen kann.

12. Verfahren zur Herstellung einer Isolierverglasung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , insbesondere zur Herstellung einer Dreifachisolierverglasung, wobei zumindest

a) - mindestens eine Mittelscheibe (2) in mindestens einen

Zwischenraum (7) mindestens eines Halteprofils (1 ) eingesetzt wird und das Halteprofil (1 ) umlaufend zu einem Halteprofilrahmen (1 ') geformt wird, der die Mittelscheibe (2) umrahmt, und

eine erste Außenscheibe (3a) mit einer ersten

Scheibenkontaktfläche (4.1 ) eines Abstandshalters (4) verbunden wird, wobei der Abstandshalter (4) umlaufend zu einem Abstandshalterrahmen (4') im Randbereich der ersten Außenscheibe (3a) geformt wird und ein Innenbereich (9) umrahmt wird,

b) die Mittelscheibe (2) mit dem Halteprofilrahmen (1 ') im Innenbereich (9) des Abstandshalterrahmens (4') angeordnet wird,

c) eine zweite Außenscheibe (3b) mit einer zweiten Scheibenkontaktfläche (4.2) des Abstandshalters (4) verbunden wird und

d) die Scheibenanordnung aus der ersten Außenscheibe (3a), der zweiten Außenscheibe (3b) und dem Abstandshalterrahmen (4') miteinander verpresst und fest verbunden wird.

13. Verfahren zur Herstellung einer Isolierverglasung nach Anspruch 12, wobei nach dem Verfahrensschritt c) und vor dem Verfahrensschritt d) der Innenbereich (9) zwischen den Außenscheiben (3a,3b) mit einem Schutzgas, bevorzugt mit einem Edelgas und besonders bevorzugt mit Argon, Krypton oder Gemische davon befüllt wird.

14. Verfahren zur Herstellung einer Isolierverglasung nach Anspruch 12 oder

Anspruch 13, wobei nachdem die Scheibenanordnung aus der ersten

Außenscheibe (3a), der zweiten Außenscheibe (3b) und dem

Abstandshalterrahmen (4') verschlossen und miteinander verpresst wird, im Außenbereich (20) zwischen der Außenfläche (44) des Abstandshalterrahmens (4') und den äußeren Kanten der Außenscheiben (3a, 3b) umlaufend eine Versiegelung (1 1 ) eingefüllt wird.

15. Verwendung einer Isolierverglasung hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 in Bau und Architektur im Innenbereich und Außenbereich.

Description:
Isolierverglasung, insbesondere eine Dreifachisolierverglasung, und Verfahren zur

Herstellung einer Isolierverglasung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Isolierverglasung und insbesondere eine Dreifachisolierverglasung sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierverglasung und deren Verwendung.

Die Wärmeleitfähigkeit von Glas ist etwa um den Faktor 2 bis 3 niedriger als die von Beton oder ähnlichen Baustoffen. Da Scheiben in den meisten Fällen jedoch deutlich dünner ausgelegt sind als vergleichbare Elemente aus Stein oder Beton, verlieren Gebäude dennoch häufig den größten Wärmeanteil über die Außenverglasung. Die notwendigen Mehrkosten für Heizung und Klimaanlagen machen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Unterhaltungskosten eines Gebäudes aus. Zudem werden im Zuge strengerer Bauvorschriften niedrigere Kohlendioxid Emissionen gefordert. Ein wichtiger Lösungsansatz hierfür sind Dreifachisolierverglasungen oder Mehrfachisolierverglasungen mit mehr als drei Scheiben, die vor allem im Zuge immer schneller steigender Rohstoffpreise und strengeren Umweltschutzauflagen nicht mehr aus dem Gebäudebau wegzudenken sind. Mehrfachisolierverglasungen machen daher einen zunehmend größeren Teil der nach außen gerichteten Verglasungen aus.

Dreifachisolierverglasungen enthalten in der Regel drei Scheiben aus Glas oder polymeren Materialien, die über zwei einzelne Abstandshalter (Spacer) voneinander getrennt sind. Dabei wird auf eine Doppelverglasung mittels eines zusätzlichen Abstandshalters eine weitere Scheibe aufgesetzt. Bei Montage einer derartigen Dreifachverglasung müssen sehr geringe Toleranzen eingehalten werden, da die beiden Abstandshalter in exakt der gleichen Höhe angebracht werden müssen. Somit ist die Montage von Dreifachverglasungen im Vergleich zu Doppelverglasungen wesentlich aufwändiger, da entweder zusätzliche Anlagenkomponenten für die Montage einer weiteren Scheibe bereitgestellt werden müssen oder ein zeitaufwändiger Mehrfachdurchlauf einer klassischen Anlage notwendig ist. Derartige Abstandshalter sind beispielsweise aus der EP 0 852 280 A1 bekannt.

WO 2010/1 15456 A1 , WO 2014/198431 A1 und WO 2016/046081 A1 offenbaren Hohlprofil-Abstandshalter mit mehreren Hohlkammern für Mehrfachglasscheiben, die zwei Außenscheiben und eine oder mehrere Mittelscheiben umfassen. Da dabei sind die Mittelscheiben jeweils in einem nutförmigen Aufnahmeprofil des Abstandshalters angebracht sind. Der Abstandshalter kann dabei sowohl aus polymeren Materialien gefertigt werden als auch aus starren Metallen, wie Edelstahl oder Aluminium, bestehen.

Die in WO 2010/1 15456 A1 , WO 2014/198431 A1 und WO 2016/046081 A1 beschriebenen Abstandshalter, die in einer Nut eine Mittelscheibe aufnehmen können, haben den Vorteil, dass nur ein einziger Abstandshalter montiert werden muss, und somit der Schritt der Justierung von zwei einzelnen Abstandshaltern bei den herkömmlichen Dreifachverglasungen entfällt. Um ein Klappern und Wackeln der Mittelscheibe zu vermeiden, wird die Mittelscheibe mithilfe einer Dichtung fixiert. Die Dichtung enthält oder besteht insbesondere aus einem Kleber auf Butyl-, Acrylat- oder Hotmelt-Basis. Die Dichtung verhindert aber gleichzeitig einen Luftaustausch zwischen den inneren Scheibenzwischenräumen, da die beiden Scheibenzwischenräume hermetisch voneinander abgeschlossen sind. Dies hat den Nachteil, dass zwischen den einzelnen Scheibenzwischenräumen kein Druckausgleich stattfinden kann. Bei Temperaturunterschieden zwischen dem zur Gebäudeinnenseite gewandten Scheibenzwischenraum und dem zur Gebäudeaußenseite gewandten Scheibenzwischenraum kommt es zu Druckunterschieden zwischen den beiden Scheibenzwischenräumen. Wenn die Scheibenzwischenräume hermetisch abgeschlossen sind, kann kein Ausgleich stattfinden, wodurch es zu einer hohen mechanischen Belastung der Mittelscheibe kommt. Um die Stabilität der Mittelscheibe zu erhöhen, müssen dickere und / oder vorgespannte Scheiben eingesetzt werden. Dies führt zu erhöhten Material- und Herstellungskosten.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine verbesserte, wirtschaftlich und umweltfreundlich herstellbare Isolierverglasung bereitzustellen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine Isolierverglasung nach dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

Die Erfindung umfasst eine Isolierverglasung, mindestens umfassend:

mindestens ein Abstandshalter, der umlaufend zu einem Abstandshalterrahmen geformt ist und einen Innenbereich umrahmt,

eine erste Außenscheibe, die auf einer ersten Scheibenkontaktfläche des Abstandshalterrahmens und eine zweite Außenscheibe, die auf einer zweiten Scheibenkontaktfläche des Abstandshalterrahmens angeordnet ist, mindestens eine Mittelscheibe, die in mindestens einen Zwischenraum mindestens eines Halteprofils eingesetzt ist und das Halteprofil umlaufend zu einem Halteprofilrahmen geformt ist, der die Mittelscheibe umrahmt,

wobei die Mittelscheibe mit dem Halteprofilrahmen innerhalb des Innenbereichs des Abstandshalterrahmens und zwischen den Außenscheiben angeordnet ist.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist eine Dreifachisolierverglasung mit genau drei Scheiben: einer ersten Außenscheibe, einer zweiten Außenscheibe und einer Mittelscheibe. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist eine Vierfachisolierverglasung mit genau vier Scheiben: einer ersten Außenscheibe, einer zweiten Außenscheibe und zwei Mittelscheiben. Es versteht sich, dass auch erfindungsgemäße Fünffachisolierverglasungen oder Isolierverglasungen mit sechs und mehr Scheiben hergestellt werden können.

Die Erfindung umfasst somit ein Modul aus der Mittelscheibe, die in einem Zwischenraum des Halteprofils verankert ist und von dem Halteprofil vollumfänglich zum einem Halteprofilrahmen umrahmt ist.

Es versteht sich, dass das Halteprofil und der Abstandshalter zwei getrennte und voneinander unabhängige Bauteile sind. Halteprofil und Abstandshalter sind nicht in einem einstückigen Bauteil integriert. Dies hat den besonderen Vorteil, dass sowohl der Abstandshalter als auch das Halteprofil in Form und Material optimal auf die jeweilige Funktion abgestimmt werden können. So kann der Abstandshalter aus einem härteren Kunststoff, beispielsweise aus einem glasfaserverstärktem Kunststoff, ausgebildet sein und der Isolierverglasung vor und während des Einbaus in einen Rahmen eine gewisse Stabilität verleihen. Gleichzeitig kann das Halteprofil für den spannungsfreien Einbau der Mittelscheibe(n) optimiert werden: beispielsweise durch Wahl eines weicheren Kunststoffes, der einerseits die Mittelscheibe(n) sicher fixiert, aber dennoch eine gewisse Bewegung erlaubt und bei thermischer Ausdehnung der Mittelscheibe nachgiebig ist. Gleichzeitig kann in einfacher Weise das Halteprofil so konstruiert werden, dass ein geringfügiger Gasaustauch und Druckausgleich im gesamten Innenbereich stattfinden kann (beispielsweise durch Spalte, Produktionstoleranzen, gezielten Ausnehmungen, Öffnungen und Löchern) und insbesondere ein Gas- und Druckausgleich zwischen einem ersten Teilinnenbereich (zwischen erster Außenscheibe und Mittelscheibe) und einem zweiten Teilinnenbereich (zwischen Mittelscheibe und zweiter Außenscheibe). Durch diesen spannungsarmen oder spannungsfreien Einbau kann die Mittelscheibe dünner gewählt werden als in Isolierverglasungen nach dem Stand der Technik, was zu einer Gewichts- und Materialersparnis führt. Des Weiteren kann die Mittelscheibe mit funktionellen Beschichtungen versehen werden, die zu einer einseitigen Erwärmung der Mittelscheibe bzw. des Scheibenzwischenraums zwischen der Mittelscheibe und einer der Außenscheiben führen würde. Durch das erfindungsgemäße Halteprofil können entstehende Temperaturausdehnungen in einem weiten Bereich kompensiert werden.

Da der Abstandshalter keine unmittelbare Haltefunktion bezüglich der Mittelscheibe(n) hat, kann ein kostengünstiger und standardisierter Abstandshalter für Doppelverglasungen verwendet werden. Derartige Abstandshalter sind technisch weit entwickelt und hinsichtlich ihrer Dichtfunktion und ihrer Wärmeisolationseigenschaften optimiert. Trotz des Gas- und Druckausgleichs im Innern der Isolierverglasung werden die Dichtfunktion des Abstandshalters und die hermetische Versiegelung des Innenbereichs der Isolierverglasung wie bei Doppel- oder Mehrfachverglasungen nach dem Stand der Technik aufrechterhalten. All dies war für den Fachmann unerwartet und überraschend.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht der Abstandshalter aus einer ersten Scheibenkontaktfläche und einer gegenüberliegend angeordneten zweiten Scheibenkontaktfläche, die durch eine Innenfläche und eine Außenfläche zu mindestens einer Hohlkammer verbunden sind.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Abstandshalterrahmens ist der Innenbereich vollständig von dem Abstandshalterrahmen umrahmt. Der Innenbereich ist das Volumen, das durch Breite, Länge und Höhe des Innenraums des Abstandshalterrahmens begrenzt ist. In der fertigen Isolierverglasung sind die einander gegenüberliegenden Seitenflächen des Abstandshalters mit den Außenscheiben verbunden, so dass der Innenbereich durch den Abstandshalterrahmen und die entsprechenden Bereiche der zwei Außenscheibe begrenzt ist.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Halteprofil einen Grundkörper, bevorzugt einen rechteckigen Grundkörper, der an der der Mittelscheibe zugewandten Seite zwei Halteleisten aufweist, wobei die Halteleisten einen Zwischenraum bilden, in dem die Mittelscheibe angeordnet werden kann. Dies hat den besonderen Vorteil, dass die Halteleisten sehr klein und optisch unauffällig ausgestaltbar sind und somit der Halteprofilrahmen sehr leichtgewichtig und ästhetisch ansprechend ausgestaltet werden kann.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung besteht das Halteprofil aus einen Grundkörper, bevorzugt einen rechteckigen Grundkörper, der an der der Mittelscheibe zugewandten Seite zwei Halteleisten aufweist, wobei die Halteleisten einen Zwischenraum bilden, in dem die Mittelscheibe angeordnet werden kann.

Vorteilhafterweise hat der Grundkörper des Halteprofils eine Höhe ΙΊΗ von 0,2 mm bis 5,0 mm und besonders bevorzugt von 0,5 mm bis 2,0 mm. Vorteilhafterweise hat der Grundkörper des Halteprofils eine Breite bH von 10,0 mm bis 70,0 mm und besonders bevorzugt von 20,0 mm bis 50,0 mm.

Vorteilhafterweise haben die Halteleisten eine Höhe hh von 0,1 mm bis 7,0 mm und besonders bevorzugt von 0,5 mm bis 3,0 mm. Vorteilhafterweise haben die Halteleisten eine Breite bh von 0,1 mm bis 2,0 mm und besonders bevorzugt von 0,5 mm bis 1 ,0 mm. Der Abstand der Halteleisten kann breit variieren und an die Dicke der Mittelscheibe angepasst werden, so dass diese sicher verankert ist.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Halteprofil einen Grundkörper, bevorzugt einen rechteckigen Grundkörper, wobei an der der Mittelscheibe zugewandten Seite des Grundkörpers eine Nut eingeformt ist, die den Zwischenraum zur Aufnahme der Mittelscheibe bildet. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung besteht das Halteprofil aus einem Grundkörper, bevorzugt einem rechteckigen Grundkörper, wobei an der der Mittelscheibe zugewandten Seite des Grundkörpers eine Nut eingeformt ist, die den Zwischenraum zur Aufnahme der Mittelscheibe bildet. Die Breite der Nut kann breit variieren und wird an die Dicke der Mittelscheibe angepasst, so dass diese sicher befestigt werden kann.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der Grundkörper an der der Mittelscheibe zugewandten Seite zwei, drei oder mehr Zwischenräume auf, die zur Aufnahme und Fixierung von zwei, drei oder mehr Mittelscheiben dienen. Auf diese Weise kann prozesstechnisch besonders einfach eine Vierfachverglasung, Fünffachverglasung oder Mehrfachverglasung mit insgesamt mehr als fünf Scheiben hergestellt werden. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Grundkörper an der der Mittelscheibe abgewandten Seite mindestens zwei Abstandsleisten und bevorzugt vier Abstandsleisten auf. Vorteilhafterweise haben die Abstandsleisten eine Höhe h a von 0,1 mm bis 1 mm und besonders bevorzugt von 0,2 mm bis 0,5 mm. Vorteilhafterweise haben die Abstandsleisten eine Breite b a von 0,1 mm bis 1 mm und besonders bevorzugt von 0,2 mm bis 0,5 mm.

Die Abstandsleisten können durchgängig sein und sich über die gesamte Länge des jeweiligen Grundkörpers des Halteprofils erstrecken. Alternativ können die Abstandsleiten unterbrochen sein und nur abschnittsweise entlang des Grundkörpers des Halteprofils verlaufen. Die Länge der Unterbrechung beträgt bevorzugt von 0,5 mm bis 50 cm, besonders bevorzugt 1 cm bis 20 cm.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Abstandsleisten beziehungsweise die unterbrochenen Abstandsleisten zu beiden Seiten bezüglich des Zwischenraums auf der dem Zwischenraum abgewandten Oberfläche des Grundkörpers angeordnet.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Halteprofil einstückig und bevorzugt aus Vollmaterial, das heißt ohne Hohlräume im Innern des Halteprofils, ausgebildet.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht das Halteprofil aus Kunststoff, bevorzugt aus einem Kunststoff, der weicher ist als das Material des Abstandshalters.

Das Halteprofil enthält bevorzugt Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polystyrol, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril- Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, Polypropylen (PP), PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon.

Besonders bevorzugt besteht das Halteprofil aus Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polystyrol, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril- Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, Polypropylen (PP), PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon.

Das Halteprofil kann glasfaserverstärkt sein. Durch die Wahl des Glasfaseranteils im Halteprofil kann der Wärmeausdehnungskoeffizient des Halteprofils variiert und angepasst werden. Durch Anpassung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des Halteprofils lassen sich temperaturbedingte Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialien vermeiden. Das Halteprofil weist bevorzugt einen Glasfaseranteil von 20 % bis 50 %, besonders bevorzugt von 30 % bis 40 % auf. Der Glasfaseranteil im Halteprofil verbessert gleichzeitig die Festigkeit und Stabilität.

Das Halteprofil kann aus einem Vollmaterial bestehen. Alternativ kann das Halteprofil aus einem geschäumten Material, insbesondere einem geschäumten Kunststoff bestehen, beispielsweise aus den geschäumten, oben genannten Kunststoffen. Durch den jeweiligen Grad der Schäumung kann die Härte des Kunststoffs gezielt eingestellt werden.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält das Halteprofil natürlichen oder synthetischen Kautschuk, bevorzugt Butadien-Kautschuk (BR), Styrol- Butadien-Kautschuk, Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Butylkautschuk (NR), Ethylen- Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), Chloropren-Kautschuk (CR) und/oder Polyisopren- Kautschuk (IR) oder besteht daraus.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält das Halteprofil ein Metall, wie Aluminium oder Edelstahl, oder besteht daraus.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Halteprofil mindestens eine durchgängige Öffnung auf, die die der Mittelscheibe zugewandte Seite des Halteprofils mit der der Mittelscheibe abgewandten Seite verbindet. Die Öffnungen erleichtern den Gasaustausch beim Befüllen der Isolierverglasung mit Schutzgas sowie die Diffusion von Feuchtigkeit aus dem Innenbereich hin zu einem Trockenmittel in Hohlkammern des Abstandshalters. Die Öffnungen schaffen einen Gas-durchlässigen Durchgang von der Außenseite des Halteprofilrahmens zum Innenbereich der Scheibe. Die Öffnungen haben eine bevorzugte Größe von 0,1 mm x 0,1 mm bis 5 mm x 5 mm und können bevorzugt quadratisch, rechteckig, kreisförmig, elliptisch oder beliebig geformt sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind mindestens eine oder mindestens zwei oder mindestens drei, bevorzugt genaue eine oder genau zwei oder genau drei oder genau vier oder genau fünf oder genau sechs oder genau sieben oder genau acht oder genau zehn oder genau elf oder genau zwölf Öffnungen auf jeder Seite bezüglich des Zwischenraums im Grundkörper des Halteprofils angeordnet.

Besonders vorteilhaft ist eine Kombination aus durchgängigen Öffnungen im Halteprofil und Abstandsleisten, insbesondere mit unterbrochenen Abstandsleisten, die nur abschnittsweise entlang des Grundkörpers des Halteprofils angeordnet sind. Die Öffnungen und die Unterbrechungen der Abstandsleisten sind dabei beispielsweise derart angeordnet, dass ein Gasaustausch zwischen den verschiedenen (Teil-)lnnenbereichen erfolgen kann. Mit anderen Worten, die Öffnungen und Abstandsleisten bilden ein Kanalsystem, durch das ein ungehinderter Gasaustausch stattfinden kann.

Die erfindungsgemäßen Öffnungen und/oder Abstandsleisten im Grundkörper des Halteprofils haben jeweils alleine und insbesondere in Kombination eine Reihe von besonderen Vorteilen:

Zunächst erleichtern Sie das Entweichen von Luft oder Schutzgas aus dem eingeschlossenen Zwischenraum (Teilinnenbereich) bei der Montage des Halteprofilrahmens mit der Mittelscheibe im Innenbereich des Abstandshalterrahmens. Des Weiteren wird der Gasaustausch beim Befüllen der (Teil-)lnnenbereiche zwischen den Scheiben mit Schutzgas erleichtert. Des Weiteren wird die Diffusion von Feuchtigkeit aus den (Teil-)lnnenbereichen zwischen den Scheiben zum Trockenmittel in der Hohlkammer des Abstandshalters erleichtert.

Des Weiteren werden Druckschwankungen zwischen den Teilinnenbereichen leichter ausgeglichen. Diese beruhen darauf, dass Isolierverglasungen beim täglichen Gebrauch starken Temperaturschwankungen und Temperaturunterschieden zwischen Innenseite und Außenseite unterliegen. Diese entstehen beispielsweise durch unterschiedliche Temperaturen im Innen- und Außenbereich der Isolierverglasung sowie Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung durch Abschattung. Bei Isolierverglasungen ist oftmals eine der Scheiben beschichtet, beispielsweise durch eine Infrarot-reflektierende Beschichtung, die für sichtbares Licht transparent ist. Bei Mehrfachverglasungen mit mehr als zwei Scheiben, ist die Innenscheibe (auch Mittelscheibe genannt) oftmals beschichtet, beispielsweise durch eine Infrarot-reflektierende Beschichtung, die für sichtbares Licht transparent ist. Derartige Beschichtungen heizen sich bei Sonneneinstrahlung besonders auf, so dass sich besonders große Temperaturunterschiede ergeben.

Der Scheibeninnenraum (auch Innenbereich genannt) von Isolierverglasungen ist in der Regel hermetisch versiegelt, um einen Gas- und Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung zu verhindern. Die Temperaturschwanken, denen die Isolierverglasung ausgesetzt ist, führen zu unterschiedlichen Temperaturen in den Gas-gefüllten, abgedichteten Teilinnenbereichen zwischen den einzelnen Scheiben und damit zu einer unterschiedlichen Volumenänderung des Gases in den Teilinnenbereichen. Dies führt zu einer unerwünschten mechanischen Belastung der Mittelscheibe(n) und letztendlich dazu, dass die Mittelscheibe(n) mit einer größere Dicke dimensioniert werden muss.

Durch das System aus Öffnungen und/oder Abstandsleisten kann ein Druckausgleich zwischen den Teilinnenbereichen erfolgen und die mechanische Belastung der Mittelscheibe(n) reduziert werden. Daher kann die Mittelscheibe besonders dünn ausgebildet werden.

Der Abstandshalter enthält einen Abstandshaltergrundkörper. Der Abstandshaltergrundkörper enthält bevorzugt Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polystyrol, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril- Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, Polypropylen (PP), PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon oder besteht daraus.

Der Abstandshaltergrundkörper ist bevorzugt glasfaserverstärkt. Durch die Wahl des Glasfaseranteils im Abstandshaltergrundkörper kann der Wärmeausdehnungskoeffizient des Abstandshaltergrundkörpers variiert und angepasst werden. Durch Anpassung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des Abstandshaltergrundkörpers und der Isolationsfolie lassen sich temperaturbedingte Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialien und ein Abplatzen der Isolationsfolie vermeiden. Der Abstandshaltergrundkörper weist bevorzugt einen Glasfaseranteil von 20 % bis 50 %, besonders bevorzugt von 30 % bis 40 % auf. Der Glasfaseranteil im Abstandshaltergrundkörper verbessert gleichzeitig die Festigkeit und Stabilität. Der Abstandshaltergrundkörper weist bevorzugt entlang der dem Innenbereich zugewandten Seite eine Breite bA von 10 mm bis 70 mm auf, besonders bevorzugt 20 mm bis 50 mm. Die genaue Breite bA richtet sich nach den Abmessungen der Isolierverglasung und der gewünschten Größe des Innenbereichs. Der Abstandshaltergrundkörper weist bevorzugt entlang der Scheibenkontaktflächen eine Gesamthöhe von 5 mm bis 8 mm, besonders bevorzugt 6,5 mm auf.

Der Abstandshaltergrundkörper weist bevorzugt mindestens eine Hohlkammer auf. Der Abstandshalter weist bevorzugt ein Trockenmittel auf. Das Trockenmittel kann sowohl innerhalb der Hohlkammer oder in den Abstandshaltergrundkörper selbst eingearbeitet sein. Das Trockenmittel kann dann direkt vor dem Zusammenbau der Isolierverglasung in die Hohlkammer eingefüllt werden. So wird eine besonders hohe Aufnahmekapazität des Trockenmittels in der fertigen Isolierverglasung sichergestellt. Das Trockenmittel enthält bevorzugt Kieselgele, Molekularsiebe, CaCI 2 , Na 2 S04, Aktivkohle, Silikate, Bentonite, natürliche Zeolithe, synthetische Zeolithe und/oder Gemische davon oder besteht daraus.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Innenbereich zwischen den Außenscheiben und innerhalb des Abstandshalterrahmens mit einem Schutzgas, bevorzugt mit einem Edelgas und besonders bevorzugt mit Argon, Krypton oder Gemischen davon befüllt. Dadurch kann eine besonders gute Wärmeisolation (= besonders niedriger Wärmeübergangswert) der Isolierverglasung erzielt werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung

- enthält ein Außenbereich zwischen einer Außenfläche des Abstandshalterrahmens und den äußeren Kanten der Außenscheiben vollständig umlaufend eine Versiegelung, bevorzugt aus einem organischen Polysulfid und

- die Scheibenanordnung aus den Außenscheiben und dem Abstandshalterrahmen ist hermetisch verschlossen.

Dadurch kann eine Isolierverglasung mit besonders geringem Gasaustausch und besonders guter Wärmeisolation erzielt werden.

Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Isolierverglasung umfassend mindestens zwei Außenscheiben, einen zwischen den Außenscheiben im Randbereich der Außenscheiben umlaufend angeordneten Abstandshalter, ein im Innenbereich angeordnetes Modul aus einer Mittelscheibe und einem Halteprofilrahmen, eine Klebeverbindung aus einem Klebstoff mit Dichtungseigenschaften und eine äußere Versiegelungsschicht. Zwischen der ersten Außenscheibe und der ersten Scheibenkontaktfläche und der zweiten Außenscheibe und der zweiten Scheibenkontaktfläche ist ein Klebstoff als Dichtmittel und zur Stabilisierung angebracht. Der Abstandshalterrahmen ist bezüglich der äußeren Kanten der Außenscheiben zurückversetzt, so dass die beiden Außenscheibe über den Abstandshalter hinausragen. Der so gebildete umlaufende Zwischenraum im Außenbereich zwischen Abstandshalter und Außenscheiben ist mit einer Versiegelung verfüllt, bevorzugt einer plastischen Abdichtmasse. Der Außenraum liegt dem Innenbereich gegenüber und wird durch die beiden Außenscheiben und den Abstandshalter begrenzt. Die Versiegelung steht in Kontakt mit der Isolationsfolie des Abstandshalters. Die Versiegelung enthält bevorzugt Polymere oder silanmodifizierte Polymere, besonders bevorzugt Polysulfide, Silikone, RTV (raumtemperturvernetzenden)-Silikonkautschuk, HTV-(hochtemperturvernetzenden) Silikonkautschuk, peroxidischvernetzten-Silikonkautschuk und/oder additionsvernetzten- Silikonkautschuk, Polyurethane, Buthylkautschuk und/oder Polyacrylate.

Die Außenscheiben und die Mittelscheibe(n) enthalten Materialien wie Glas, insbesondere Kalk-Natron-Glas und/oder transparente Polymere. Die Außenscheiben und die Mittelscheibe(n) weisen bevorzugt eine optische Transparenz von > 85 % auf. Grundsätzlich sind verschiedene Geometrien der Außenscheiben und der Mittelscheibe(n) möglich, beispielsweise rechteckige, trapezförmige und abgerundete Geometrien. Die Außenscheiben und die Mittelscheibe(n) weisen bevorzugt eine Wärmeschutzbeschichtung auf. Die Wärmeschutzbeschichtung enthält bevorzugt Silber.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Isolierverglasung ist das Modul aus Mittelscheibe und Halteprofilrahmen derart ausgebildet, dass ein Gas- und/oder Druckaustausch zwischen einem ersten Teilinnenbereich (zwischen erster Außenscheibe und Mittelscheibe) und einem zweiten Teilinnenbereich (zwischen Mittelscheibe und zweiter Außenscheibe) erfolgen kann.

Dazu ist bevorzugt der Halteprofilrahmen derart dimensioniert, dass die Kontaktfläche des Halteprofilrahmens zum Abstandshalterrahmen Ausnehmungen oder gasdurchlässige Bereiche, beispielsweise Spalte, Produktionstoleranzen oder Löcher, aufweist. Das heißt der Halteprofilrahmen ist nicht abdichtend in dem Abstandshalterrahmen angeordnet. Alleinstehend oder in Kombination dazu, kann der Halteprofilrahmen im Grundkörper Öffnungen aufweisen, die einen Gas- und Druckaustausch ermöglich. Alleinstehend oder in Kombination dazu kann das Material des Halteprofilrahmens so weich gewählt werden, dass ein gewisser Druckausgleich durch eine geringfügige Bewegung der Mittelscheibe zu einer der Außenscheiben hin erfolgt. Alleinstehend oder in Kombination dazu können die Abstandsleisten Unterbrechungen oder Ausnehmungen aufweisen, die einen Gas- und Druckausgleich ermöglichen.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung umfasst ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierverglasung und insbesondere einer Dreifachisolierverglasung, wobei zumindest a) - mindestens eine Mittelscheibe in mindestens einen Zwischenraum mindestens eines Halteprofils eingesetzt wird und das Halteprofil umlaufend zu einem Halteprofilrahmen geformt wird, der die Mittelscheibe umrahmt, und

eine erste Außenscheibe mit einer ersten Scheibenkontaktfläche eines Abstandshalters verbunden wird, wobei der Abstandshalter umlaufend zu einem Abstandshalterrahmen im Randbereich der ersten Außenscheibe geformt wird und ein Innenbereich bevorzugt vollständig umrahmt wird,

b) die Mittelscheibe mit dem Halteprofilrahmen im Innenbereich des Abstandshalterrahmens angeordnet wird,

c) eine zweite Außenscheibe mit einer zweiten Scheibenkontaktfläche des Abstandshalters verbunden wird und

d) die Scheibenanordnung aus der ersten Außenscheibe, der zweiten Außenscheibe und dem Abstandshalterrahmen miteinander verpresst und fest verbunden wird.

Dadurch wird der Innenbereich mit dem Modul aus Mittelscheibe und Halterahmen hermetisch verschlossen und das Modul wird sicher im Innenbereich der Isolierverglasung befestigt.

In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung wird nach dem Verfahrensschritt c) und vor dem Verfahrensschritt d) der Innenbereich zwischen den Außenscheiben mit einem Schutzgas, bevorzugt mit einem Edelgas und besonders bevorzugt mit Argon, Krypton oder Gemischen davon befüllt.

In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nachdem die Scheibenanordnung aus der ersten Außenscheibe, der zweiten Außenscheibe und dem Abstandshalterrahmen verschlossen und miteinander verpresst wird, im Außenbereich zwischen der Außenfläche des Abstandshalterrahmens und den äußeren Kanten der Außenscheiben umlaufend und bevorzugt vollständig umlaufend eine Versiegelung eingefüllt. Die Füllung des Innenbereichs mit einem Schutzgas kann beispielsweise durch zwei an verschiedenen und bevorzugt gegenüberliegenden Seiten des Abstandshalterrahmens angeordneten Durchführungen erfolgen, die einen Gasdurchlass von außen zum Innenbereich und vom Innenbereich nach außen erlauben. So kann durch den ersten Gasdurchlass die im Innenbereich befindliche Luft absaugt werden, und durch den zweiten Gasdurchlass das Schutzgas in den Innenbereich gefüllt werden. Beide Durchführungen werden nach dem Einfüllen des Schutzgases durch ein Dichtmittel verschlossen und durch die Versiegelung versiegelt.

Die erfindungsgemäße Isolierverglasung und insbesondere die erfindungsgemäße Dreifachisolierverglasung wird bevorzugt in Bau und Architektur im Innenbereich und Außenbereich verwendet.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen und Beispielen näher erläutert. Die Zeichnungen sind rein schematische Darstellungen und nicht maßstabsgetreu. Sie schränken die Erfindung in keiner Weise ein. Es zeigen: eine Draufsicht auf eine mit einem Halteprofilrahmen umrahmte Mittelscheibe;

eine perspektivische Ansicht auf einen Querschnitt durch die mit einem Halteprofilrahmen umrahmte Mittelscheibe aus Figur 1 A;

eine Detaildarstellung eines Ausschnitts der Mittelscheibe mit Halteprofil; eine Querschnittsdarstellung der erfindungsgemäßen Isolierverglasung; eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung während des erfindungsgemäßen Verfahrens;

ein Flussdiagramm einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens; und

eine perspektivische Ansicht auf einen Querschnitt durch eine alternative Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Moduls.

Figur 1 A zeigt eine Draufsicht auf eine mit einem erfindungsgemäßen Halteprofilrahmen V umrahmte Mittelscheibe 2. Figur 1 B zeigt eine perspektivische Ansicht auf einen Querschnitt durch die mit dem erfindungsgemäßen Halteprofilrahmen V umrahmte Mittelscheibe 2 aus Figur 1 A. Der Halteprofilrahmen 1 ' besteht aus vier Abschnitten des Halteprofils 1 , die jeweils an den Seiten der rechteckförmigen Mittelscheibe 2 angeordnet sind. Die vier Abschnitte des Halteprofils 1 sind in den Ecken der Mittelscheibe 2 jeweils unter einem 90°-Winkel verbunden. Der Grundkörper 1 .1 des Halteprofils 1 weist zwei Halteleisten 6 auf, wobei in der Ansicht der Figur 1 A nur der in der Figurenebene oben liegende Halteleisten 6 sichtbar ist, da in der Projektion durch die Mittelscheibe 2 die Halteleisten 6 deckungsgleich übereinander angeordnet sind. Die zwei Halteleisten 6 bilden einen Zwischenraum 7. Der Randbereich der Mittelscheibe 2 ist jeweils in die Ausnehmung 7 eingelassen und wird durch die Halteleisten 6 im Halteprofilrahmen 1 ' fixiert.

Es ergibt sich ein Modul 10 aus der Mittelscheibe 2, die in dem von den Halteleisten 6 des Halteprofils 1 gebildeten Zwischenraum 7 verankert ist und von dem Halteprofil 1 vollumfänglich zum einem Halteprofilrahmen V umrahmt ist.

Das Halteprofil 1 besteht in diesem Beispiel aus einem massiven Grundköper 1 .1 ohne Hohlräume im Innern. Das Halteprofil 1 aus Grundkörper 1 .1 , Halteleisten 6 und Abstandsleisten 8 ist beispielsweise einstückig und aus einem einzigen Material gefertigt. Das Halteprofil 1 besteht beispielsweise aus einem Vollmaterial, d.h. das Halteprofil 1 ist ohne Hohlräume ausgebildet. Das Halteprofil 1 besteht beispielsweise aus geschäumtem Styrol-Acryl-Nitril (SAN). Der Kunststoff des Halteprofils 1 ist derart weich gewählt, dass er eine weitgehend spannungsfreie Halterung der Mittelscheibe 2 erlaubt, gleichzeitig die Mittelscheibe 2 aber noch sicher fixiert. Die Breite bH des Grundkörpers 1 .1 des Halteprofils 1 beträgt beispielsweise 20 mm. Die Dicke, also die Höhe h H des Grundkörpers 1 .1 des Halteprofils 1 beträgt beispielsweise 1 ,5 mm. Die Höhe h h einer Halteleiste 6 beträgt beispielsweise 3 mm, die Breite bh beträgt beispielsweise 1 mm.

Figur 2 zeigt eine Detaildarstellung eines Querschnitts einer Mittelscheibe 2, die in einem Halteprofil 1 fixiert ist. Das Halteprofil weist einen rechteckförmigen Grundkörper 1 .1 auf. Der Grundkörper 1 .1 weist an der der Mittelscheibe 2 zugewandten Seite zwei Halteleisten 6 auf, die einen Zwischenraum 7 bilden. Die Mittelscheibe 2 ist im Randbereich in dem Zwischenraum 7 angeordnet. Der Grundkörper 1 .1 weist an der der Mittelscheibe 2 abgewandten Seite beispielsweise vier Abstandsleisten 8 auf. Die Abstandsleisten 8 erleichtern das Gleiten des Moduls 10 aus Mittelscheibe 2 und Halteprofilrahmen V in die spätere Isolierverglasung 100. Des Weiteren erleichtern die Abstandsleisten 8 das Befüllen des Innenraums in der Isolierverglasung 100 durch ein Schutzgas. Die Abstandsleisten 8 können durchgängig sein und sich über die gesamte Länge des jeweiligen Halteprofils 1 erstrecken. Alternativ können die Abstandsleiten 8 unterbrochen sein und nur abschnittsweise entlang des Halteprofils 1 verlaufen. Des Weiteren können Öffnungen im Grundkörper angeordnet sein (siehe dazu Figur 6).

Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung 100 am Beispiel einer Dreifachisolierverglasung. Die Isolierverglasung 100 umfasst einen Abstandshalter 4, der zu einem umlaufenden Abstandshalterrahmen 4' geformt ist und einen Innenbereich 9 vollumfänglich entlang des Rahmen umgrenzt. Im Innenbereich 9 ist ein Modul 10 aus einer Mittelscheibe 2, die in einem Halteprofilrahmen V befestigt ist, angeordnet. Das Modul 10 entspricht beispielweise dem Modul 10, dass in den Figuren 1 A, 1 B und 2 beschrieben ist. Das Modul 10 unterteilt den Innenbereich 9 in einen ersten Teilinnenbereich 9.1 und einen zweiten Teilinnenbereich 9.2. Der erste Teilinnenbereich

9.1 wird dabei durch die erste Außenscheibe 3a, einen Abschnitt des Abstandshalterrahmens 4' und die Mittelscheibe 2 begrenzt. Der zweite Teilinnenbereich

9.2 wird entsprechend durch die zweite Außenscheibe 3b, einen Abschnitt des Abstandshalterrahmens 4' und die Mittelscheibe 2 begrenzt. Der Abstandshalter 4 ist ein fachüblicher Abstandshalter für zwei Außenscheiben in einer Doppelisolierverglasung, wie er beispielsweise aus der WO 2016/046081 A1 bekannt ist.

Die erste Außenscheibe 3a der Isolierverglasung 100 ist dabei über eine Klebeverbindung 5 mit der ersten Scheibenkontaktfläche 4.1 des Abstandshalters 4 verbunden, während die zweite Außenscheibe 3b über eine Klebeverbindung 5 mit der zweiten Scheibenkontaktfläche 4.2 verbunden ist. Die Klebeverbindung 5 hat zusätzlich eine abdichtende Wirkung und besteht beispielsweise aus Polyisobutylen oder Butylkautschuk.

Der Abstandshalter 4 besteht beispielsweise aus einem polymeren Abstandshaltergrundkörper 41 , der mindestens eine Hohlkammer 42 aufweist. Die Hohlkammer 42 ist mit einem Trockenmittel gefüllt. Das Trockenmittel enthält beispielsweise Molekularsiebe wie natürliche und/oder synthetische Zeolithe. Der Abstandshaltergrundkörper 41 weist auf der dem Innenbereich 9 zugewandten Oberfläche eine Vielzahl von Öffnungen auf (hier nicht dargestellt), die einen Gasaustausch zwischen der Hohlkammer 42 mit dem Trockenmittel und dem Innenbereich 9 ermöglicht. Dadurch kann das Trockenmittel dem Innenbereich 9 der Isolierverglasung 100 Feuchtigkeit entziehen, was ein unerwünschtes Beschlagen verhindert und die Wärmeisolation der Isolierverglasung 100 erhöht und damit verbessert. Auf der Außenfläche 44 des Abstandshalters 4, also auf der der Mittelscheibe 2 abgewandten Seite des Abstandshaltergrundkörpers 41 , ist eine Isolationsfolie 43 aufgebracht, die den Wärmeübergang durch den polymeren Abstandshaltergrundkörper 41 in den Innenbereich 9 der Isolationsverglasung 100 vermindert. Die Isolationsfolie 43 kann beispielsweise mit einem Polyurethan-Schmelzklebstoff auf dem polymeren Abstandshaltergrundkörper 41 befestigt werden. Die Isolationsfolie 43 enthält beispielsweise drei polymere Schichten aus Polyethylenterephthalat mit einer Dicke von 12 μηι und drei metallische Schichten aus Aluminium mit einer Dicke von 50 nm. Die metallischen Schichten und die polymeren Schichten sind dabei jeweils alternierend angebracht, wobei die beiden äußeren Lagen von polymeren Schichten gebildet werden. Das heißt, die Schichtfolge besteht aus einer polymere Schicht, gefolgt von einer metallischen Schicht, gefolgt von einer Klebeschicht, gefolgt von einer polymeren Schicht, gefolgt von einer metallischen Schicht, gefolgt von einer Klebeschicht, gefolgt von einer metallischen Schicht, gefolgt von einer polymeren Schicht.

Der Abstandshaltergrundkörper 41 besteht beispielsweise aus glasfaserverstärktem Styrol- Acrylnitril (SAN). Durch die Wahl des Glasfaseranteils im Abstandshaltergrundkörper 41 kann der Wärmeausdehnungskoeffizient des Abstandshaltergrundkörpers 41 variiert und angepasst werden. Durch Anpassung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des Abstandshaltergrundkörpers 41 und der Isolationsfolie 43 lassen sich temperaturbedingte Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialien und ein Abplatzen der Isolationsfolie 43 vermeiden. Der Abstandshaltergrundkörper 41 weist beispielsweise einen Glasfaseranteil von 35 % auf. Der Glasfaseranteil im Abstandshaltergrundkörper 41 verbessert gleichzeitig die Festigkeit und Stabilität.

Die erste Außenscheibe 3a und die zweite Außenscheibe 3b ragen über den Abstandshalter 4 hinaus, so dass ein umlaufender Randbereich mit einem Außenbereich 20 entsteht. Der Außenbereich 20 ist mit einer Versiegelung 1 1 gefüllt. Diese Versiegelung 1 1 wird beispielsweise von einem organischen Polysulfid gebildet. Dadurch wird eine optimale mechanische Stabilisierung des Randverbunds erzielt. Gleichzeitig wird der Innenbereich vor eindringender Feuchtigkeit und Fremdeinflüssen von außen geschützt.

Die erste Außenscheibe 3a und die zweite Außenscheibe 3b bestehen beispielsweise aus Kalk-Natron-Glas mit einer Dicke von 3 mm, während die Mittelscheibe 2 von Kalk-Natron- Glas mit einer Dicke von 2 mm gebildet wird. Die erste Außenscheibe 3a und die zweite Außenscheibe 3b weisen beispielsweise Ausmaße von 1000 mm x 1200 mm auf, während die Mittelscheibe 2 Ausmaße von 980 mm x 1 180 mm aufweist.

Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung der einzelnen Schritte eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung 100. Figur 5 zeigt ein Flussdiagramm einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens:

S1 : In einem ersten Schritt S1 wird ein Modul 10 gebildet. Dazu wird eine Mittelscheibe 2 in einen Zwischenraum 7 eines Halteprofils 1 eingesetzt und vier Abschnitte des Halteprofils 1 zu einem vollständig umlaufenden Halteprofilrahmen V geformt, der die Mittelscheibe 2 umrahmt.

S2: In einem zweiten Schritt S2 wird eine erste Außenscheibe 3a mit einer ersten Scheibenkontaktfläche 4.1 eines Abstandshalters 4 verbunden, wobei der Abstandshalter 4 umlaufend zu einem Abstandshalterrahmen 4' im Randbereich der ersten Außenscheibe 3a geformt wird. Der Abstandshalterahmen 4' umrahmt dabei einen Innenbereich 9 (in Figur 4 als gestrichelter Rahmen dargestellt). Der Innenbereich 9 ist das Volumen, das in Breite, Länge und Höhe, im Innenraum des Abstandshalterrahmens begrenzt wird. Der Abstandshalterrahmen 4' ist im Randbereich der ersten Außenscheibe 3a nach Innen versetzt und bildet einen Außenbereich 20 zwischen der äußeren Begrenzung des Abstandshalterahmens 4' und der Kante der ersten Außenscheibe 3a. Die Verbindung der ersten Scheibenkontaktfläche 4.1 des Abstandshalters 4 mit der ersten Außenscheibe 3a erfolgt über eine Klebeverbindung 5 mittels eines Klebstoffs, der vor der Verbindung auf die erste Scheibenkontaktfläche 4.1 aufgetragen wurde.

Es versteht sich, dass die Schritte S1 und S2 auch gleichzeitig oder in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden können.

S3: In einem dritten Schritt S3 wird das Modul 10, das die Mittelscheibe 2 und den Halteprofilrahmen V umfasst, im Innenbereich 9 des Abstandshalterrahmens 4' angeordnet. Abstandshalterahmen 4' und Halteprofilrahmen V wurden dabei derart abgestimmt, dass der Halteprofilrahmen V passgenau innerhalb des Abstandshalterahmens 4' angeordnet werden kann. Insbesondere ist die Breite bin des Halteprofils 1 gleich oder geringfügig kleiner als die Breite bA des Abstandshalters 4. Die Mittelscheibe 2 wird dabei parallel und damit in konstantem Abstand zur ersten Außenscheibe 3a angeordnet.

S4: In einem vierten Schritt S4 wird eine zweite Außenscheibe 3b mit einer zweiten Scheibenkontaktfläche 2.2 verbunden. Die Verbindung erfolgt über eine Klebeverbindung 5 mittels eines Klebstoffs 5, der auf die zweite Scheibenkontaktfläche 2.2 aufgetragen wurde. Das Modul 10 ist dabei im Innenbereich 9 des Abstandshalterrahmens 4' zwischen der ersten Außenscheibe 3a und der zweiten Außenscheibe 3b angeordnet.

S5: In einem fünften Schritt S5 wird die Scheibenanordnung aus der ersten Außenscheibe 3a, der zweiten Außenscheibe 3b und dem Abstandshalterrahmen 4' miteinander verpresst und dadurch dauerhaft fest verbunden.

Es versteht sich, dass durch das Anordnen zweier oder mehrerer Module 10 parallel zueinander eine Vierfachverglasung oder Mehrfachverglasung hergestellt werden kann. Alternativ kann ein Modul 10 auch mehr als eine Mittelscheibe 2 aufweisen, die in weiteren Zwischenräumen 7, fixiert sind. Die weiteren Zwischenräume 7 können beispielsweise durch weitere Halteleisten 6 gebildet werden. Auch so kann eine Vierfachverglasung oder Mehrfachverglasung kostengünstig hergestellt werden.

Figur 6 zeigt eine Detaildarstellung eines Querschnitts durch ein alternatives erfindungsgemäßes Modul 10, wobei eine Mittelscheibe 2 in einem alternativen Halteprofilrahmen V fixiert ist. Das Halteprofil 1 des Halteprofilrahmens V weist in diesem Beispiel eine Vielzahl von Öffnungen 12 auf und hier beispielsweise zwei Öffnungen 12 pro Seite, in denen der Halteprofilgrundkörper 1 .1 durchbrochen ist. Die Öffnungen 12 bilden eine durchgängige Ausnehmung von der der Mittelscheibe 2 zugewandten Seite hin zu der der Mittelscheibe 2 abgewandten Seite. Die Öffnungen 12 erleichtern unter anderem den Gasaustausch beim Befüllen der Isolierverglasung mit Schutzgas sowie die Diffusion von Feuchtigkeit aus dem Innenbereich 9 hin zum Trockenmittel in den Hohlkammern 42 des Abstandshalters 4. Die Öffnungen 12 sind beispielsweise kreisförmig ausgestaltet und haben beispielsweise einen Durchmesser von 2 mm.

Im dargestellten Beispiel sind am Halteprofil 1 jeweils beispielsweise vier Abstandsleisten 8 angeordnet. Die Abstandsleisten 8 weisen mehrere Unterbrechungen 14 auf, beispielsweise über jeweils drei Unterbrechungen 14 mit jeweils einer Länge von 10 cm. Die Unterbrechungen 14 der Abstandsleisten 8 ermöglichen insbesondere in Kombination mit den Öffnungen 12 einen besonders effektiven und gezielten Gasaustausch zwischen dem ersten Teilinnenbereich 9.1 und dem zweiten Teilinnenbereich 9.2, sowohl beim Befüllen mit Schutzgas als auch bei der späteren Verwendung der Isolierverglasung 100 am Einsatzort. Die Öffnungen 12 und die Abstandsleisten 8 sind dabei beispielsweise derart angeordnet, dass ein Gasaustausch zwischen dem ersten Teilinnenbereich 9.1 und dem zweiten Teilinnenbereich 9.2 erfolgen kann. Mit anderen Worten, die Öffnungen 12 und Abstandsleisten 8 bilden ein offenes Kanalsystem, durch das ein Gasaustausch stattfinden kann.

Die Kombination von Öffnungen 12 und Abstandsleisten 8 weist eine Reihe von besonderen Vorteilen auf: Zunächst wird das Entweichen von Luft oder Schutzgas aus dem ersten Teilinnenbereich 9.1 bei der Montage des Halteprofilrahmens V samt Mittelscheibe 2 im Innenbereich 9 des Abstandshalterrahmens 4' erleichtert. Des Weiteren wird der Gasaustausch beim Befüllen der Teilinnenbereiche 9.1 ,9.2 zwischen den Scheiben mit Schutzgas erleichtert. Des Weiteren wird die Diffusion von Feuchtigkeit aus den Teilinnenbereichen 9.1 ,9.2 zum Trockenmittel in der Hohlkammer 42 des Abstandshalters 4 erleichtert. Des Weiteren werden Druckschwankungen zwischen den beiden Teilinnenbereichen 9.1 ,9.2 leichter ausgeglichen. Diese beruhen darauf, dass Isolierverglasungen 100 beim täglichen Gebrauch starken Temperaturschwankungen und Temperaturunterschieden zwischen Innenseite und Außenseite unterliegen. Diese sind einerseits durch unterschiedliche Temperaturen im Innen- und Außenbereich der Isolierverglasung bedingt sowie durch Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung durch Abschattung. Ist eine der Scheiben beschichtet, beispielsweise durch eine Infrarot-reflektierende Beschichtung, die für sichtbares Licht transparent ist, so wird der Effekt einer asymmetrischen Aufheizung noch verstärkt. Die Temperaturunterschiede führen zu Temperaturschwankungen im Gas-gefüllten, abgedichteten Scheibeninnenbereich 9 und damit zu einer unterschiedlichen Volumenänderung des Gases in den Teilinnenbereichen 9.1 ,9.2 zwischen den Scheiben. Dies kann zu einer unerwünschten mechanischen Belastung der Mittelscheibe 2 führen. Durch das System aus Öffnungen 12 und unterbrochenen Abstandsleisten 8 kann ein Druckausgleich zwischen den Teilinnenbereichen 9.1 ,9.2 erfolgen und die mechanische Belastung der Mittelscheibe 2 wird reduziert. Dies war für den Fachmann unerwartet und überraschend. Bezugszeichenliste

1 Halteprofil

1 .1 Grundkörper des Halteprofils 1

r Halteprofilrahmen

2 Mittelscheibe

3a,3b Außenscheibe

4 Abstandshalter

4.1 erste Scheibenkontaktfläche

4.2 zweite Scheibenkontaktfläche

4.4 Außenfläche

4.5 Innenfläche4' Abstandshalterrahmen

5 Klebeverbindung

6 Halteleiste

7 Zwischenraum

8 Abstandsleiste

9 Innenbereich

9.1 ,9.2 Teilinnenbereich

10 Modul

1 1 Versiegelung

12 Öffnung

15 Unterbrechung

20 Außenbereich

41 Abstandshaltergrundkörper

42 Hohlkammer

43 Isolationsfolie

44 Außenfläche des Abstandshalters 4

45 Innenfläche des Abstandshalters 4

100 Isolierverglasung

b A Breite des Abstandshalters 4

b a Breite der Abstandsleiste 8

b H Breite des Halteprofils 1

b h Breite der Halteleiste 6

h A Höhe des Abstandshalters 4

ha Höhe der Abstandsleiste 8

h H Höhe des Halteprofils 1

h h Höhe der Halteleiste 6 S1 ,S2,S3,S4,S5 Verfahrensschritt