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Title:
INTERFACIAL SENSOR, PRODUCTION AND USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/216882
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an interfacial sensor (1) for determining a thickness of an interface via the surface (65) of an element (6) around which a flow occurs, said sensor having a first device for determining a temperature (31), a second device for determining a temperature (32) and a third device for determining a temperature (33), each being arranged at a predefinable distance (X1, X2, X3) from the surface (65) of the element (6) around which a flow occurs, wherein at least the second and third device for determining a temperature (32, 33) are applied to a printed circuit board (3), which is applied to a measuring element (2). The invention further relates to a method for producing such an interfacial sensor (1) and to an element, around which a flow can occur, equipped with such a sensor.

Inventors:
MAYER ERHARD (DE)
VISSER MICHAEL (DE)
Application Number:
EP2020/061418
Publication Date:
October 29, 2020
Filing Date:
April 24, 2020
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER GES FORSCHUNG (DE)
International Classes:
G01B21/08; G01K3/14; G01K7/04; G01K13/02; G01N13/00; G01N25/20
Foreign References:
CN106679932A2017-05-17
DE102016107212A12017-10-19
Other References:
ERHARD MAYER ET AL: "Messung des konvektiven Wärmeübergangs - Entwicklung eines neuen Sensors und bauphysikalische Anwendungen", BAUPHYSIK., vol. 40, no. 5, 1 October 2018 (2018-10-01), DE, pages 336 - 343, XP055708598, ISSN: 0171-5445, DOI: 10.1002/bapi.201800015
DAVIES M ET AL: "The development of an accurate tool to determine convective heat transfer coefficients in real buildings", ENERGY AND BUILDINGS, LAUSANNE, CH, vol. 37, no. 2, 1 February 2005 (2005-02-01), pages 141 - 145, XP004610215, ISSN: 0378-7788, DOI: 10.1016/J.ENBUILD.2004.06.001
Attorney, Agent or Firm:
GOEDEN, Christian et al. (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Grenzschichtsensor (1) zur Bestimmung der Dicke einer Grenzschicht über einer Oberfläche (65) eines umströmten Körpers (6) mit

einer ersten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (31) , einer zweiten Einrichtung zur Bestimmung einer Tem peratur (32) und einer dritten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (33), welche jeweils in einem

vorgebbaren Abstand (XI, X2 , X3 ) zur Oberfläche (65) des umströmten Körpers (6) angeordnet sind, dadurch gekenn zeichnet, dass

zumindest die zweite und die dritte Einrichtung zur

Bestimmung einer Temperatur (32, 33) auf einer gedruckten Leiterplatte (3) aufgebracht sind, welche auf einen

Messkörper (2) aufgebracht ist.

2. Grenzschichtsensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass zumindest eine Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (31, 32, 33) ein Thermoelement enthält oder daraus besteht .

3. Grenzschichtsensor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge

kennzeichnet, dass das Thermoelement ausgewählt ist aus Cu-CuNiMn und/oder Cu-CuNi und/oder NiCr-CuNi und/oder Fe-CuNi und/oder Ni-CrNi.

4. Grenzschichtsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet, dass die gedruckte Leiterplatte (3) Polyimid enthält oder daraus besteht.

5. Grenzschichtsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet, dass der Messkörper (2) zumindest eine erste Seite (21) aufweist, welche mit der Oberfläche (65) des umströmten Körpers (6) verbindbar ist und zumindest eine zweite Seite (22) aufweist, welche sich ausgehend von der Oberfläche (65) stetig erhebt.

6. Grenzschichtsensor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass die gedruckte Leiterplatte (3) die erste und die zweite Seite zumindest teilweise bedeckt.

7. Grenzschichtsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Seite (22) des Messkörpers (2) eben oder konvex geformt ist.

8. Grenzschichtsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

dadurch gekennzeichnet, dass der Messkörper (2) die Form eines Keils oder einer Kugelkalotte aufweist.

9. Windenergieanlage oder Fahrzeug oder Flugzeug oder

Raumklimamessgerät oder Schiff mit einem Grenzschicht sensor nach einem der Ansprüche 1 bis 8.

10. Verfahren zur Herstellung eines Grenzschichtsensors (1), mit folgenden Schritten:

Bereitstellen einer gedruckten Leiterplatte (3)

Erzeugen von zumindest einer ersten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (31) , einer zweiten Einrich tung zur Bestimmung einer Temperatur (32) und einer dritten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (33) auf der Leiterplatte (3),

Bereitstellen eines Messkörpers (2) mit zumindest einer ersten Seite (21) und zumindest einer zweiten Seite (22) ,

Aufbringen der Leiterplatte (3) auf den Messkörper (2), so dass die erste, zweite und dritte Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (31, 32, 33) jeweils in einem vorgebbaren Abstand (XI, X2 , X3 ) zur ersten Seite (21) des Messkörpers (2) angeordnet sind.

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste, zweite und dritte Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur (31, 32, 33) jeweils ein Thermoelement enthält oder daraus besteht, wobei deren Erzeugung durch Abscheiden und Strukturieren von einem ersten Metall (41) und einem zweiten Metall (42) auf der Leiterplatte (3) erfolgt .

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Metall und das zweite Metall ausgewählt sind aus Cu und/oder CuNiMn und/oder NiCr und/oder CuNi und/oder Fe und/oder CuNi und/oder Ni und/oder CrNi .

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Metall (41) und/oder das zweite Metall (42) durch Sputtern oder thermisches

Verdampfen oder außenstromlos oder galvanisch aufgebracht wird .

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch ge kennzeichnet, dass der Messkörper (2) in einem

generativen Herstellungsverfahren erzeugt wird und/oder dass der Messkörper (2) ein Polymer enthält oder daraus besteht .

Description:
Grenzschichtsensor , dessen Herstellung und Verwendung

Die Erfindung betrifft einen Grenzschichtsensor zur

Bestimmung der Dicke einer Grenzschicht über einer Ober fläche eines umströmten Körpers mit einer ersten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur, einer zweiten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur und einer dritten Einrich tung zur Bestimmung einer Temperatur, welche jeweils in einem vorgebbaren Abstand zur Oberfläche des umströmten Körpers angeordnet sind.

Aus der DE 10 2016 107 212 Al ist eine Vorrichtung zur

Bestimmung des konvektiven Wärmeübergangskoeffizienten an einer Konvektionsfläche bekannt. Diese bekannte Vorrichtung misst die Temperaturdifferenz zwischen der Oberflächentempe ratur der Konvektionsfläche und der Umgebungsfluidtemperatur sowie eine weitere Temperaturdifferenz zwischen einer Tempe ratur im Nahbereich der Konvektionsfläche und der Umgebungs- fluidtemperatur . Diesem bekannten Sensor liegt die Er kenntnis zugrunde, dass der Temperaturverlauf innerhalb der Grenzschicht einen exponentiellen Verlauf aufweist, mit dem konvektiven Wärmeübergangskoeffizienten als Konstante. Durch Bestimmung von drei Stützstellen kann somit der

exponentielle Verlauf und daraus der Wärmeübergangs- koeffizient bestimmt werden.

Dieser bekannte Sensor ist in Form eines Stabes bzw. Stiftes ausgeführt, welcher sich von der Konvektionsfläche in etwa senkrecht erhebt. In diesen Stift sind Öffnungen einge- bracht, in welchen Thermoelemente zur Temperaturmessung angeordnet sind. Die bekannte Vorrichtung weist somit den Nachteil einer aufwändigen Herstellung auf. Darüber hinaus ist die bekannte Vorrichtung im Betrieb anfällig für

Beschädigungen und Betriebsstörungen durch Witterungs einflüsse .

Ausgehend vom Stand der Technik besteht somit ein Bedürfnis, einen leicht herstellbaren, betriebssicheren und mechanisch robusten Grenzschichtsensor bereitzustellen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Grenzschicht sensor gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren nach Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß wird ein Grenzschichtsensor zur Bestimmung der Dicke einer Grenzschicht über der Oberfläche eines umströmten Körpers vorgeschlagen. Der umströmte Körper kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung eine Konvektions fläche sein, beispielsweise ein Heizkörper oder ein Kühl körper, so dass der erfindungsgemäße Grenzschichtsensor den konvektiven Wärmeübergangskoeffizienten und damit die zur Verfügung stehende Heiz- oder Kühlleistung bestimmen kann.

In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann der um strömte Körper ein Fahrzeug oder der Flügel einer Wind energieanlage oder ein Bauteil eines Flugzeuges sein, ins besondere eine Tragfläche. In wiederum einer anderen Aus führungsform kann der umströmte Körper der Rumpf eines

Bootes bzw. Schiffes sein, so dass die Grenzschichtdicke der Wasserströmung am Rumpf bestimmt werden kann. Der Sensor eignet sich zur Erfassung der Grenzschicht an jedwedem umströmten Körper, so dass die genannten Beispiele nicht als beschränkend anzusehen sind.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass die

Geschwindigkeit u y mit zunehmenden Abstand y in Normalen- richtung von der Oberfläche des umströmten Körpers den

y

folgenden Verlauf aufweist: u y = u a— u a -e <* . Dabei bezeichnet u a die Geschwindigkeit außerhalb der Grenzschicht und d die Dicke der Grenzschicht. Für den konvektiven Wärmeübergangs- koeffizient h c gilt /i c = , w °kei 1 die Wärmeleitfähigkeit des strömenden Mediums und d die Dicke der Grenzschicht bezeichnen. Der Wärmeübergangskoeffizient h c und die aufgrund der Strömung auf den Körper einwirkende Scherkraft stehen in linearem Zusammenhang. Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass somit durch Messung des Temperaturverlaufs der Grenzschicht nicht nur die Temperaturgrenzschicht, sondern auch die

Strömungsgrenzschicht messbar ist, so dass mit dem

erfindungsgemäßen Grenzschichtsensor aus dem gemessenen Temperaturverlauf auch die einwirkende Scherkraft messbar ist. Daraus kann der Anstellwinkel eines Rotors oder die Fluglage eines Flugzeuges erfasst und/oder geregelt werden kann. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann über die Messung der Grenzschichtdicke an unterschiedlichen

Stellen eines umströmten Körpers der Wärmeübergangs- koeffizient h c und damit die auftretende Scherkraft in

Abhängigkeit der Form bzw. an unterschiedlichen Stellen des Körpers bestimmt werden, um so die Form des Körpers bzw.

eines Modells des endgültigen Körpers zu optimieren oder an gewünschte Eigenschaften anzupassen bestimmt werden

Dementsprechend kann die Oberfläche eines umströmten Körpers eben oder gekrümmt sein.

Erfindungsgemäß weist der Grenzschichtsensor eine erste Ein richtung zur Bestimmung einer Temperatur, eine zweite Ein richtung zur Bestimmung einer Temperatur und eine dritte Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur auf. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann auch eine noch größere Anzahl von Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur vorhanden sein, um auf diese Weise die Genauigkeit des

Grenzschichtsensors zu erhöhen. Beispielsweise kann die Anzahl zwischen etwa 4 und etwa 10 betragen. Die Einrich tungen zur Bestimmung einer Temperatur können beispielsweise ausgewählt sein aus einem Widerstandsthermometer oder einem Thermoelement. Die Einrichtungen zur Bestimmung einer Tempe ratur können dazu eingerichtet sein, Absolutwerte der Tempe ratur am jeweiligen Messort zu erfassen. In anderen Aus führungsformen der Erfindung können die Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur so verschaltet sein, dass diese lediglich Differenztemperaturen zwischen den jeweiligen Messorten erfassen.

Die zumindest drei Einrichtungen zur Bestimmung einer Tempe ratur sind jeweils in einem vorgebbaren Abstand zur Ober fläche des umströmten Körpers angeordnet. Der Abstand wird für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung entlang des Normalenvektors der durch die Oberfläche des umströmten Körper aufgespannten Ebene bestimmt, bzw. entlang des

Normalenvektors derjenigen Ebene, welche durch zwei

Tangenten an den Messort einer gekrümmten Oberfläche

definiert wird.

Der vorgebbare Abstand xl zwischen der ersten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur und der Oberfläche eines umströmten Körpers kann in einigen Ausführungsformen 0 betragen, d.h. die erste Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur liegt unmittelbar an der Oberfläche des

umströmten Körpers an und misst dessen Temperatur. Der

Abstand x3 der dritten Einrichtung zur Bestimmung einer Tem peratur kann so gewählt sein, dass die Temperatur der

Umgebung außerhalb der Grenzschicht gemessen wird,

beispielsweise kann der Abstand mehr als 2 mm, mehr als 7 mm, mehr als 10 mm, mehr als 15 mm oder mehr als 20 mm betragen. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der Abstand geringer als 30 mm, geringer als 20 mm oder geringer als 15 mm oder geringer als 5 mm sein. Dies erlaubt eine hinreichende Genauigkeit bei gleichzeitig kompakten Abmessungen des Grenzschichtsensors . Der vorgebbare Abstand x2 der zweiten Einrichtung zur

Bestimmung der Temperatur ist in einigen Ausführungsformen der Erfindung so gewählt, dass dieser zwischen dem ersten Abstand xl und dem dritten Abstand x3 der ersten und dritten Einrichtungen zur Bestimmung der Temperatur liegt.

Beispielsweise kann der Abstand xl zwischen etwa 1 mm und etwa 4 mm und etwa 1,5 mm und etwa 3 mm betragen.

Aus den so bestimmten Temperaturdifferenzen zwischen der ersten und der dritten Einrichtung zur Bestimmung der Tempe ratur und der zweiten und dritten Einrichtung zur Bestimmung der Temperatur kann in an sich bekannter Weise unter

Berücksichtigung des Wärmeleitkoeffizienten des strömenden Mediums der konvektive Wärmeübergangskoeffizient bestimmt werden. Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass bei bekanntem, bzw. gemessenen konvektivem Wärmeübergangskoeffizienten jedoch auch die Grenzschichtdicke bestimmt werden kann.

Hierzu kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung die Oberfläche des umströmten Körpers im Bereich des erfindungs gemäßen Grenzschichtsensors mit einer Heizeinrichtung versehen sein, welcher einen vorgebbaren Wärmestrom in die Umgebung abführt, so dass die Grenzschichtdicke aus der sich entlang des Grenzschichtsensors einstellenden Tempera turverteilung unmittelbar bestimmt werden kann.

Eine Heizeinrichtung kann als Dünnschichtwiderstand auf der Leiterplatte erzeugt werden oder als Dehnungsmessstreifen oder als diskretes Bauteil ausgeführt sein.

Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, dass zumindest die zweite und die dritte Einrichtung zur Bestimmung einer Tem peratur auf einer gedruckten Leiterplatte aufgebracht sind. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann auch die erste Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur auf dieser oder einer weiteren gedruckten Leiterplatte angeordnet sein. In einigen Ausführungsformen der Erfindung können sämtliche Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur auf einer gedruckten Leiterplatte angeordnet werden. Die erfindungs gemäß vorgeschlagene gedruckte Leiterplatte wird auf einen Messkörper aufgebracht.

Die gedruckte Leiterplatte kann in an sich bekannter Weise aus Polyimid oder glasfaserverstärktem Kunststoff bestehen. In einigen Ausführungsformen der Erfindung können auf der gedruckten Leiterplatte Leiterbahnen in Form einer

strukturierten Kupferschicht ausgebildet sein, welche

Messwiderstände zur Erfassung der Temperatur kontaktieren. Die Widerstandsmessung kann in an sich bekannter Weise über eine Wheatstone Brücke oder eine Vierkontaktmessung

erfolgen .

In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann zumindest eine Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur ein Thermo element enthalten oder daraus bestehen. In diesem Fall kann die gedruckte Leiterplatte strukturierte Schichten aus zumindest zwei verschiedenen Metallen und/oder Legierungen enthalten bzw. daraus bestehen, welche an ihren Kontakt punkten leitfähig miteinander verbunden sind, entweder durch Löten, Punktschweißen oder unmittelbare Dünnschicht

abscheidung. Die Einrichtungen zur Bestimmung der Tempera turen können somit besonders kompakt hergestellt sein, so dass sich ein mechanisch robuster Aufbau ergibt. Das Auf- bringen der unterschiedlichen Metalle bzw. Legierungen auf der gedruckten Leiterplatte kann in diesem Fall beispiels weise durch thermisches Aufdampfen, Plasmabeschichten, Sputtern, galvanische Abscheidung, außenstromlose

Abscheidung oder weitere CVD- oder PVD-Verfahren erfolgen. Die gedruckte Leiterplatte kann entweder vor der

Beschichtung maskiert werden, so dass Teilflächen

beschichtet werden und andere Teilflächen unbeschichtet bleiben. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann die Leiterplatte auch vollflächig beschichtet werden, wobei nachfolgend durch Strukturieren und Ätzen einzelne

Teilflächen wieder freigelegt werden. Der erfindungsgemäß Messkörper kann beispielsweise ein

Polymer enthalten oder daraus bestehen. Die gedruckte

Leiterplatte kann mit dem Messkörper durch Klebung oder Schweißung verbunden sein. Sofern der Messkörper in einem Spitzgussverfahren hergestellt wird, kann die gedruckte Leiterplatte auch bei der Herstellung eines Messkörpers eingebettet werden. In jedem Fall ergibt sich durch den kompakten Messkörper ein mechanisch robuster Aufbau, welcher einen zuverlässigen Betrieb des erfindungsgemäßen Grenz schichtsensors sicherstellt. Durch die Verwendung einer gedruckten Leiterplatte zur Herstellung/Kontaktierung der notwendigen Einrichtungen zur Bestimmung der Temperaturen bzw. der Temperaturverläufe wird einerseits ein mechanisch robuster Aufbau und andererseits eine einfache Herstellung auch im Massenmarkt ermöglicht.

In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Thermo element ausgewählt sein aus Cu-CuNiMn (Konstantan) . In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Thermo element ausgewählt sein aus Cu-CuNi. In einigen

Ausführungsformen der Erfindung kann das Thermoelement ausgewählt sein aus NiCr-CuNi. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Thermoelement ausgewählt sein aus Fe- CuNi . In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Thermoelement ausgewählt sein aus Ni-CrNi. Die genannten Metalle bzw. Legierungen lassen sich in einfacher Weise auf einem die gedruckte Leiterplatte bildenden Trägersubstrat abscheiden oder in Form einer Folie oder eines Drahtes durch Klebung befestigen. Andererseits ist die von den genannten Materialzusammensetzungen erzeugte Thermospannung bekannt, so dass Absolutmessungen in einfacher Weise möglich sind. In einigen Ausführungsformen der Erfindung können alle Einrich tungen zur Bestimmung der Temperaturen identisch

zusammengesetzt sein. Hierdurch kann die Herstellung verein facht sein, weil beispielsweise nur zwei Metalle bzw.

Legierungen sequenziell auf dem die Leiterplatte bildenden Substrat abgeschieden werden müssen. In anderen Ausführungs- formen der Erfindung können unterschiedliche Einrichtungen zur Bestimmung der Temperatur unterschiedlich zusammen gesetzt sein, um auf diese Weise durch redundante Messung die Messgenauigkeit zu erhöhenoder die Ergebnisse zu

plausibilisieren .

In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die

gedruckte Leiterplatte Polyimid enthalten oder daraus bestehen. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die gedruckte Leiterplatte eine Dicke von 0,1 mm bis etwa 0,5 mm oder von etwa 0,125 mm bis etwa 0,25 mm aufweisen. Eine solche Leiterplatte kann flexibel sein, so dass diese sich der Form des Messkörpers besser anpassen kann und bei der Wahl des für einen vorgebbaren Anwendungszweck ver wendeten Messkörpers eine größere Freiheit besteht.

In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der

Messkörper zumindest eine erste Seite aufweisen, welche mit der Oberfläche des umströmten Körpers verbindbar ist und zumindest eine zweite Seite aufweisen, welche sich ausgehend von der Oberfläche stetig erhebt. In einigen Ausführungs formen der Erfindung kann die erste Seite des Messkörpers eine Form aufweisen, welche komplementär zur Oberfläche des umströmten Körpers geformt ist. Im Falle eines ebenen umströmten Körpers kann somit die erste Seite des

Messkörpers ebenfalls eben sein. Falls der umströmte Körper konvex geformt ist, beispielsweise eine Tragfläche, ein Schiffsrumpf oder der Flügel einer Windenergieanlage, so ist die erste Seite des Messkörpers hierzu komplementär konkav geformt. Hierdurch wird zum einen ein guter thermischer Kontakt des Messkörpers ermöglicht, so dass eine auf der erste Seite des Messkörpers angeordnete Einrichtung zur Erfassung einer Temperatur die Oberflächentemperatur des Messkörpers zuverlässig bestimmen kann. Andererseits kann die mechanische Befestigung des Messkörpers durch Erhöhung der Kontaktfläche verbessert sein. Die zweite Seite des Messkörpers erhebt sich ausgehend von der Oberfläche des umströmten Körpers stetig. Hierunter wird für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung eine Form der zweiten Seite verstanden, welche ohne Stufen, Knicke oder Sprünge verläuft. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Strömung weitgehend ungestört über den Messkörper hinweg strömt, ohne dass sich unerwünschte Turbulenzen bilden. Die zweite Seite kann somit beispielsweise eben sein, so dass der Messkörpers die Grundform eines Keils aufweisen kann. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann die zweite Seite konkav oder konvex geformt sein, so dass sich

beispielsweise der Eindruck eines Kegels, eines Kegel stumpfes, einer Kugelkalotte oder auch einer konkaven oder konvexen Freiformfläche ergibt.

In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die

gedruckte Leiterplatte die erste und die zweite Seite des Messkörpers zumindest teilweise bedecken. Dies ermöglicht eine besonders einfache Herstellung des erfindungsgemäßen Sensors, da die Leiterplatte durch Aufkleben oder Ver schweißen mit dem Messkörper aufgebracht werden kann und eine einstückige Leiterplatte ausreichend ist, um sämtliche Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Seite des Messkörpers mechanisch zu befestigen und elektrisch zu kontaktieren.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Figuren ohne

Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens näher erläutert werden. Dabei zeigt

Fig. 1 einen Grenzschichtsensor gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 2 zeigt einen Messkörper gemäß einer ersten Aus führungsform der Erfindung. Fig. 3 zeigt eine gedruckte Leiterplatte gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 4 zeigt einen Grenzschichtsensor gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Anhand der Figuren 1, 2 und 3 wird eine erste Ausführungs- form des erfindungsgemäßen Grenzschichtsensors erläutert. Dabei zeigt Fig. 1 eine perspektivische Darstellung des vollständigen Sensors. Fig. 2 zeigt den Messkörper im

Schnitt und Fig. 3 zeigt die gedruckte Leiterplatte mit den Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur in der

Aufsicht .

Der in der ersten Ausführungsform verwendete Messkörper 2 weist in etwa eine keilförmige Grundform auf mit einer ebenen ersten Seite 21, welche dazu eingerichtet ist, bei Betrieb des Grenzschichtsensors mit der Oberfläche eines umströmten Körpers verbunden zu werden. Die erste Seite des Messkörpers 2 kann beispielsweise durch Klebung oder

Verschweißen mit der Oberfläche des umströmten Körpers verbunden werden.

Der Messkörper 2 weist weiterhin eine zweite Seite 22 auf, welche im dargestellten Ausführungsbeispiel ebenfalls eben ist und sich ausgehend von der Oberfläche des umströmten Körpers stetig erhebt, d.h. ohne Stufen, Knicke oder

Sprünge. Der Messkörper 2 ist dazu eingerichtet, mit seiner Spitze nach Luv zu zeigen, so dass die Strömung entlang der zweiten Seite 22 aufgleitet. Die der Strömung abgewandte Leeseite des Messkörpers 2 kann, wie in Fig. 2 dargestellt, gekrümmt ausgeführt sein. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann die der Strömung abgewandte Seite auch eine andere Form aufweisen.

Der Messkörper 2 kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung aus einem Polymer hergestellt sein. Beispielsweise kann Polyamid, Polyethylen, Polytetrafluorethylen oder ein anderer Kunststoff Verwendung finden. Diese Materialien sind mechanisch robust, leicht zu verarbeiten und elektrisch isolierend, so dass eine Beeinträchtigung der Einrichtungen zur Bestimmung der Temperaturen nicht zu erwarten ist. Durch geringe Wärmeleitfähigkeit des Messkörpers kann die

Messgenauigkeit erhöht sein. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der Messkörper 2 in einem generativen Herstellungsverfahren hergestellt sein. Dies ermöglicht eine freie Formgebung zur Anpassung an unterschiedliche

Anwendungszwecke .

Die auf den Grenzschichtsensor 1 bzw. den Messkörper 2 einwirkende Strömung kann in einigen Ausführungsformen eine erzwungene Strömung sein, beispielsweise eine atmosphärische Luftströmung oder der bei Bewegung eines Fahr- oder

Flugzeuges oder eines Schiffes entstehende Fahrtwind. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann die Strömung eine thermische Strömung sein, welche sich an erwärmten bzw. gekühlten Oberfläche ausbildet, deren Temperatur von der Temperatur der Umgebung abweicht.

Wie aus Fig. 1 weiter ersichtlich ist, ist der Messkörper 2 mit einer gedruckten Leiterplatte versehen, welche sich von der zweiten Seiten 22 über die Spitze 25 zur ersten Seite 21 erstreckt. Die gedruckte Leiterplatte 3 kann durch Kleben oder Schweißen mit dem Messkörper 2 verbunden sein. In anderen Ausführungsformen der Erfindung können zwei

Leiterplatten verwendet werden, welche der zweiten Seite 22 und der ersten Seite 21 des Messkörpers 2 zugeordnet sind die Erfindung offenbart nicht die Verwendung von genau einer Leiterplatte als Lösungsprinzip.

Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, weist die gedruckte Leiter platte 3 ein im wesentlichen ebenes Substrat auf. Das

Substrat der Leiterplatte kann in einigen Ausführungsformen flexibel sein und beispielsweise eine Folie aus Polyimid enthalten. Die gedruckte Leiterplatte 3 kann mit einer strukturierten Metallisierung versehen sein, welche in an sich bekannter Weise Leiterbahnen ausbildet, mit welchen Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur 31, 32 und 33 kontaktiert werden. In diesem Fall kann es sich bei den Ein richtungen zur Bestimmungen einer Temperatur beispielsweise um Widerstandsthermometer handeln.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel enthalten die Einrich tungen zur Bestimmung einer Temperatur 31, 32 und 33 jeweils ein Thermoelement. An den jeweiligen Messstellen treffen somit unterschiedliche Metalle bzw. Legierungen aufeinander, so dass sich bei Ausbildung einer Temperaturdifferenz eine Thermospannung ausbildet. Die Thermospannung wird über

Anschlusskontakte 45 auf der gedruckten Leiterplatte und Anschlussdrähte 5 zu einer nicht dargestellten Einrichtung zur Spannungsmessung geleitet, welche die kleinen

Thermospannungen in einen Temperaturwert bzw. einen die Tem peraturdifferenzen charakterisierenden Messwert umsetzt und der weiteren analogen oder digitalen Auswertung zugänglich macht .

Zur Ausbildung der Thermoelemente sind auf der gedruckten Leiterplatte zwei strukturierte Metallisierungen 41 und 42 aufgebracht, beispielsweise durch Aufkleben einer Folie oder durch an sich bekannte Verfahren zur Abscheidung dünner Schichten, wie beispielsweise Sputtern, Aufdampfen,

Plasmabeschichten, außenstromloses oder galvanisches

Abscheiden oder weitere, hier nicht genannte CVD- oder PVD- Verfahren .

In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Material der ersten Metallisierung 41 ausgewählt sein aus Kupfer oder einer Legierung, welche Kupfer und Nickel oder Nickel und Chrom enthält. In diesen Fällen ist das Material der zweiten Metallisierung 42 ausgewählt aus Nickel oder Eisen oder wiederum einer Legierung, welche Kupfer und Nickel oder Nickel und Chrom enthält. Wesentlich ist, dass das Material der ersten Metallisierung 41 vom Material der zweiten

Metallisierung 42 verschieden gewählt ist.

Bei Montage der gedruckten Leiterplatte 3 auf dem Messkörper 2 kommen die Anschlusskontakte 45 außerhalb des Messkörpers zu liegen, wie in Fig. 1 ersichtlich ist. In anderen

Ausführungsformen der Erfindung kann der Messkörper 2 auch eine Einrichtung zur Zugentlastung oder einen Steckverbinder tragen .

Die erste Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur 31 kommt auf der ersten Seite 21 des Messkörpers 2 zu liegen und ist somit in Kontakt mit der Oberfläche des umströmten Körpers und kann dessen Temperatur erfassen. Der ausgehend von den Anschlusskontakten 45 distale Teil der gedruckten Leiterplatte 3 kommt auf der zweiten Seite 22 des

Messkörpers 2 zu liegen und misst somit unter Verwendung der zweiten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur 32 und der dritten Einrichtung zur Bestimmung einer Temperatur 33 die Temperatur innerhalb bzw. außerhalb der Grenzschicht.

Aus den drei Temperaturen bzw. den Temperaturdifferenzen kann sodann in an sich bekannter Weise die Grenzschichtdicke und/oder der konvektive Wärmeübergangskoeffizient bestimmt werden .

Anhand der Fig. 4 wird eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Grenzschichtsensors erläutert. Gleiche Bestandteile der Erfindung sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, so dass sich die nachfolgende Beschreibung auf die wesentlichen Unterschiede beschränkt.

Dargestellt ist ein umströmter Körper 6 mit einer Oberfläche 65. Der Körper 6 kann beispielsweise ein Heizkörper oder ein Kühlkörper sein, wenn ein Wärmeübergangskoeffizient oder die Grenzschichtdicke einer thermischen Strömung bestimmt werden soll. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann der umströmte Körper 6 auch der Flügel einer Windenergieanlage, die Tragfläche eines Flugzeuges oder ein Teil eines Boots rumpfes sein, so dass die bei Betrieb dieser Anlagen

entstehende Luft- bzw. Wasserströmung erfasst werden kann.

Wie aus Fig. 4 weiter ersichtlich ist, weist der Messkörper 2 eine im wesentlichen konvexe Form auf, welche beispiels weise als Kugelkalotte, als Parabel oder als Hyperbel ausge bildet sein kann. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann der Messkörper 2 auch ein Kegel bzw. ein Kegelstumpf sein, wobei die Einrichtungen zur Bestimmung der Tempera turen zumindest teilweise an der Mantelfläche des Kegels befestigt sein können. Die symmetrische Ausführung des Mess körpers 2 als Kugelkalotte kann den Vorteil aufweisen, dass die Strömung unabhängig von ihrer Einfallsrichtung erfasst werden kann. Darüber hinaus kann die ablaufende Strömung mit geringeren Turbulenzen den Messbereich verlassen.

Dargestellt sind wiederum drei Einrichtungen zur Bestimmung einer Temperatur 31, 32 und 33. Dabei ist die erste Einrich tung 31 auf der ersten Seite 21 des Messkörpers 2 angeordnet und somit in Kontakt mit der Oberfläche 65 des umströmten Körpers 6. Die zweite und die dritte Einrichtung zur

Bestimmung einer Temperatur 32 und 33 befinden sich wiederum an unterschiedlichen Orten auf der zweiten Seite 22 des Messkörpers 2, so dass diese in einem unterschiedlichen Abstand x2 bzw. x3 zur Oberfläche 65 angeordnet sind. Hier durch kann die Temperatur der Oberfläche 65, die Temperatur des umgebenden strömenden Mediums sowie ein Zwischenwert in der Grenzschicht erfasst werden. In gleicher Weise können auch weitere Einrichtungen zur Bestimmung der Temperatur auf dem Messkörper 2 angeordnet werden können, um entweder für unterschiedliche Strömungsrichtungen unterschiedliche Ein richtungen zur Bestimmung der Temperatur zu verwenden oder aber die Genauigkeit des Grenzschichtsensors zu verbessern. Beispielsweise kann die Anzahl der Einrichtungen zur

Bestimmung einer Temperatur in einigen Ausführungsformen der Erfindung zwischen 3 und etwa 20 oder zwischen etwa 6 und etwa 18 betragen.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die darge stellten Ausführungsformen beschränkt. Die vorstehende Be schreibung ist daher nicht als beschränkend, sondern als erläuternd anzusehen. Die nachfolgenden Ansprüche sind so zu verstehen, dass ein genanntes Merkmal in zumindest einer Ausführungsform der Erfindung vorhanden ist. Dies schließt die Anwesenheit weiterer Merkmale nicht aus. Sofern die Ansprüche und die vorstehende Beschreibung „erste" und „zweite" Ausführungsformen definieren, so dient diese

Bezeichnung der Unterscheidung zweier gleichartiger Aus führungsformen, ohne eine Rangfolge festzulegen.