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Patent Searching and Data


Title:
ION DRIVE FOR A SPACECRAFT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/057463
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an ion drive (1) for a spacecraft, comprising a high frequency generator (4) for generating an alternating electromagnetic field for the ionization of a propellant and an acceleration system (7) for the charge carriers. The ion drive comprises a first means, by which the high voltages required for the acceleration system (7) can be derived from the currents and/or voltages produced by the high frequency generator (4) in order to produce the alternating electromagnetic field.

Inventors:
LEITER, Hans (Heinrich Fries Str. 8, Oedheim, 74229, DE)
MÜLLER, Johann (Appenrader Str. 15, München, 81929, DE)
NEUMANN, Horst (Waldblick 44, Delitzsch, 04509, DE)
SCHOLZE, Frank (Rosenweg 6, Brandis, 04821, DE)
Application Number:
DE2009/001600
Publication Date:
May 27, 2010
Filing Date:
November 11, 2009
Export Citation:
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Assignee:
ASTRIUM GMBH (Robert-Koch-Strasse 1, Taufkirchen, 82024, DE)
LEITER, Hans (Heinrich Fries Str. 8, Oedheim, 74229, DE)
MÜLLER, Johann (Appenrader Str. 15, München, 81929, DE)
NEUMANN, Horst (Waldblick 44, Delitzsch, 04509, DE)
SCHOLZE, Frank (Rosenweg 6, Brandis, 04821, DE)
International Classes:
B64G1/40; F03H1/00; H01J27/16; H05H1/24; H05H1/54
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Claims:
Patentansprüche

1. lonenantrieb (1 ) für ein Raumfahrzeug, umfassend einen Hochfrequenzgenerator (4) zur Erzeugung eines elektromagnetischen

Wechselfelds für die Ionisation eines Treibstoffs und ein geeignetes Ladungsträgerbeschleunigungssystem (7) zur Erzeugung eines elektrostatischen Felds, dadurch gekennzeichnet, dass dieser ein erstes Mittel umfasst, mit dem aus den von dem Hochfrequenzgenerator (4) erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds die für das Beschleunigungssystem (7) benötigten Hochspannungen ableitbar sind.

2. lonenantrieb nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel (12) dazu ausgebildet ist, aus den von dem Hochfrequenzgenerator

(4) erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds zumindest die für das lonenbeschleunigungssystem (7), (8), (9) benötigte Hochspannungen abzuleiten.

3. lonenantrieb nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel (12) zur Auskopplung eines Teils der von dem Hochfrequenzgenerators (4) erzeugten Leistung zumindest einen mit dem Hochfrequenzgenerator (4) gekoppelten Kondensator umfasst.

4. lonenantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel (12) zur Auskopplung eines Teils der von dem Hochfrequenzgenerator (4) erzeugten Leistung zumindest eine mit dem Hochfrequenzgenerator (4) gekoppelte Koppelspule umfasst, an deren Spulenanschlüssen die für das Beschleunigungssystem (7) benötigten

Spannungen bereitgestellt sind.

5. lonenantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Koppelspule in Form einer Sekundärwicklung eines Transformators ausgebildet ist, die mit einer Spule des Hochfrequenzgenerators (4) als Primärwicklung des Transformators koppelt.

6. lonenantrieb nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Koppelspule jeweils eine oder mehrere Anzapfungen aufweist, wobei diese von einer Spule des Hochfrequenzgenerators (4) galvanisch getrennt ist oder sind.

7. lonenantrieb nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Mittel (22) zur Gleichrichtung der von dem Hochfrequenzgenerator (4) für das Beschleunigungssystem (7) abgeleiteten Spannungen vorgesehen ist.

8. lonenantrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein drittes Mittel (23) zur Glättung der gleichgerichteten Spannungen für das Beschleunigungssystem (7) vorgesehen ist.

9. lonenantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche in Verbindung mit Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Festlegung des Spannungsverhältnisses zwischen jeweiligen Spannungen des Beschleunigungssystems (7) und der Spannung des

Hochfrequenzgenerators (4) erfolgt durch eine Hochspannungskaskade, umfassend eine Anzahl an Kondensatoren und Dioden, und/oder durch das Windungsverhältnis der Spule des Hochfrequenzgenerators (4) zu der Koppelspule.

10. lonenantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein steuerbarer Schalter (20, 21) zwischen dem Hochfrequenzgenerator (4) und dem Beschleunigungssystem (7) zur Auftrennung der Spannungsversorgung vorgesehen ist.

11. lonenantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein viertes Mittel zur Umpolung der Spannungen an dem Beschleunigungssystem (7) vorgesehen ist zur Extraktion und Beschleunigung von Ionen und Elektronen.

12. lonenantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der lonenantrieb (1) einen separaten Neutralisator (14) aufweist, wobei eine zu dessen Betrieb notwendige Spannung aus den von dem Hochfrequenzgenerator (4) erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds abgeleitet ist und insbesondere durch das erste Mittel (12) bereitgestellt wird.

13. Verfahren zum Betreiben eines lonenantriebs (1) für ein Raumfahrzeug, der einen Hochfrequenzgenerator (4) zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfelds für die Ionisation eines Treibstoffs und ein Gittersystem (7) mit einem geeigneten Beschleunigungssystem(8, 9) der Ladungsträger umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass aus den von dem Hochfrequenzgenerator (4) erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds die für das Beschleunigungssystem (7) benötigten Hochspannungen abgeleitet werden.

Description:
lonenantrieb für ein Raumfahrzeug

Die Erfindung betrifft einen lonenantrieb für ein Raumfahrzeug, umfassend einen Hochfrequenzgenerator zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfelds für die Ionisation eines Treibstoffs und einem geeigneten System zur lonenbeschleunigung.

In der Raumfahrt werden in steigendem Umfang elektrische Triebwerke genutzt, um Satelliten oder Raumsonden nach ihrer Trennung von der Trägerrakete anzutreiben. Speziell für eine Bahnkorrektur von geostationären Kommunikationssatelliten (sog. Stationskeeping) werden elektrische Triebwerke eingesetzt. Hierzu kommen vor allem Ionentriebwerke und SPT-Plasmatriebwerke zum Einsatz. Beide Typen erzeugen ihren Schub, indem beschleunigte Ionen ausgestoßen werden. Um eine Aufladung des Satelliten zu vermeiden, wird der ausgestoßene lonenstrahl neutralisiert. Die hierzu üblicherweise benötigten Elektronen werden aus einer separaten Elektronenquelle bereitgestellt und mittels Plasmakopplung in den lonenstrahl eingebracht.

In Hochfrequenz-Ionentriebwerken (Radio Frequency Ion Thruster, RIT) wird der Treibstoff mit Hilfe eines elektromagnetischen Wechselfeldes ionisiert und dann zur Schuberzeugung in einem elektrostatischen Feld beschleunigt. Nach der Passage eines Neutralisators, der dem lonenstrahl wieder Elektronen zuführt und die erzeugte, positive Raumladung kompensiert, werden die Teilchen in Form eines Strahls ausgestoßen. Zum Betrieb dieses lonenantriebs sind eine Gasversorgung, ein HF-Generator zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds sowie Hochspannungsquellen zur Erzeugung eines die Ladungsträger beschleunigenden Feldes erforderlich. Bei üblichen Gittersystemen zur Erzeugung des elektrostatischen Feldes zur lonenbeschleunigung sind die Spannungen des Hochspannungsgenerators und des Gittersystems untereinander zur Schuberzeugung zu koordinieren. Für den Neutralisator zur Neutralisation des positiven lonenstrahls durch Elektronen aus einer Elektronenquelle wird ebenfalls mindestens eine Spannungsquelle benötigt.

Der lonenantrieb zeichnet sich durch einen simplen Aufbau und hohe Zuverlässigkeit aus. Allerdings entsteht durch die benötigten elektronischen Baugruppen zur Spannungsversorgung der beschriebenen Bauteile eine hohe Komplexität.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen lonenantrieb für ein Raumfahrzeug, insbesondere ein RIT-Triebwerk, anzugeben, welcher konstruktiv einfacher aufgebaut und kostengünstiger herstellbar ist. Es ist ferner Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines lonenantriebs, insbesondere eines RIT-Triebwerks, anzugeben, bei welchem die Betriebssicherheit erhöht und der Kontrollaufwand minimiert werden kann.

Diese Aufgaben werden durch einen lonenantrieb mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.

Die Erfindung schafft einen lonenantrieb für ein Raumfahrzeug, umfassend einen Hochfrequenzgenerator zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfelds für die Ionisation eines Treibstoffs, insbesondere eines Gases, und ein System zur Beschleunigung der erzeugten Ladungsträger. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der lonenantrieb ein erstes Mittel umfasst, mit dem aus den von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds die für das System zur Beschleunigung der erzeugten Ladungsträger benötigten Hochspannungen ableitbar sind. Bei dem erfindungsgemäßen lonenantrieb handelt es sich um ein Hochfrequenz- Ionentriebwerk, insbesondere ein Radiofrequenz-Ionentriebwerk (Radio Frequency Ion Thruster, RIT). Als Treibstoff kommt insbesondere ein Gas, wie z.B. Xenon, zum Einsatz. Der erfindungsgemäße lonenantrieb weist den Vorteil auf, dass durch die Vereinfachung des Spannungsversorgungssystems die Masse des lonenantriebs im Vergleich zu herkömmlichen lonenantrieben verringert werden kann. Gleichzeitig lässt sich die Betriebssicherheit erhöhen und der Kontrollaufwand minimieren.

In einer Ausgestaltung ist das erste Mittel dazu ausgebildet, aus den von dem

Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds zumindest die zur lonenbeschleunigung benötigte(n) Hochspannung(en) abzuleiten. Bei einem üblichen zwei-Gitter- Beschleunigungssystem ist das erste Gitter insbesondere ein Schirmgitter. Das zweite Gitter ist insbesondere ein Beschleunigungsgitter. Umfasst das

Gittersystem mehr als die genannten zwei Gitter, so werden auch die für die weiteren Gitter benötigten Hochspannungen durch das erste Mittel aus den von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen abgeleitet.

In einer ersten Ausgestaltung umfasst das erste Mittel zur Auskopplung eines Teils der von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Leistung zumindest einen mit dem Hochfrequenzgenerator gekoppelten Kondensator.

In einer alternativen Ausgestaltung umfasst das erste Mittel zur Auskopplung eines Teils der von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Leistung zumindest eine mit dem Hochfrequenzgenerator gekoppelte Koppelspule, an deren Spulenanschlüssen die für das Gittersystem benötigten Spannungen bereitgestellt sind. Insbesondere ist die zumindest eine Koppelspule in Form einer Sekundärwicklung eines Transformators ausgebildet, die mit einer Spule des Hochfrequenzgenerators als Primärwicklung des Transformators koppelt. Der in das Hochfrequenzsystem integrierbare Hochspannungstransformator stellt an dessen Ausgang die Spannungen für das Beschleunigungssystem bereit. Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die zumindest eine Koppelspule jeweils eine oder mehrere Anzapfungen aufweist, wobei diese von einer Spule des Hochfrequenzgenerators galvanisch getrennt ist oder sind.

Optional kann ein zweites Mittel zur Gleichrichtung der von dem Hochfrequenzgenerator für das Gittersystem abgeleiteten Spannungen vorgesehen sein. Es ist insbesondere eine Gleichrichtung der Spannungen für das Beschleunigungssystem des lonenantriebs, der lonenquellen, der Neutralisatoren oder der Elektronenquellen vorgesehen.

Es kann weiterhin zweckmäßig sein, ein drittes Mittel zur Glättung der gleichgerichteten Spannungen für das Beschleunigungssystem vorzusehen. Die Glättung kann durch ein Netzwerk aus Spulen (L) und/oder Kondensatoren (C) und/oder Widerständen (R) gebildet sein. Insbesondere kann ein LC-, ein L-, ein C- oder ein RLC-Netzwerk zur Glättung vorgesehen sein. Das Netzwerk aus Spulen und/oder Kondensatoren und/oder Widerständen dient darüber hinaus dazu, die Phasenlage am Beschleunigungssystem zu optimieren. Für ein Radiofrequenz-Ionentriebwerk sind Phasenlage und Spannungen am Beschleunigungssystem bevorzugt derart einzustellen, dass der mittlere lonenstrom einem mittleren Elektronenstrom entspricht. Letzterer kann, wie eingangs erläutert, auch durch einen separaten Neutralisator bereitgestellt sein.

Für einen ordnungsgemäßen Betrieb des lonenantriebs müssen die jeweiligen Komponenten mit einer entsprechenden Spannung betrieben werden. Eine Festlegung des Spannungsverhältnisses zwischen jeweiligen Spannungen des Gittersystems und der Spannung des Hochfrequenzgenerators erfolgt gemäß einer Ausgestaltung durch eine Hochspannungskaskade, umfassend eine Anzahl an Kondensatoren und Dioden, und/oder durch das Windungsverhältnis der Spule des Hochfrequenzgenerators zu der bzw. den Koppelspulen. Durch eine Hochspannungskaskade kann die durch den Hochfrequenzgenerator bereitgestellte Spannung erhöht werden. Eine solche Kaskadenschaltung ist auch unter dem Begriff der Ladungspumpe bekannt.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist zumindest ein steuerbarer Schalter zwischen dem Hochfrequenzgenerator und dem Beschleunigungssystem zur zeitlichen Steuerung des Ladungsträgerstroms vorgesehen. Der zumindest eine steuerbare Schalter kann als mechanischer oder als elektronischer Schalter ausgebildet sein. Insbesondere können Halbleiterschalter vorgesehen werden.

In einer weiteren Ausgestaltung ist ein viertes Mittel zur Umpolung der Spannungen an dem Gittersystem vorgesehen zur Extraktion und Beschleunigung von Ionen und Elektronen. In dieser Ausgestaltung kann auf die dem ersten Mittel nachgeschaltete Gleichrichtung verzichtet werden, da sich die Polarität an den Komponenten des Beschleunigungssystems zueinander verändert und wechselweise Elektronen und Ionen erzeugt werden. Die Spannungen am Beschleunigungssystem sind zweckmäßigerweise derart zu wählen, dass bevorzugt der lonenstrom dem Elektronenstrom äquivalent wird. Die Phasenlage an den Komponenten des Beschleunigungssystems kann, wie erläutert, durch geeignete RCL-Netzwerke beeinflusst werden. Ein weiterer Vorteil dieser

Ausgestaltung besteht darin, dass auf einen separaten Neutralisator verzichtet werden kann, wodurch sich eine weitere Vereinfachung des lonenantriebs ergibt.

In einer alternativen Ausgestaltung weist der lonenantrieb einen Neutralisator auf, wobei eine zu dessen Betrieb notwendige Spannung aus dem von dem

Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds abgeleitet ist und insbesondere durch das erste Mittel bereitgestellt wird. Der erfindungsgemäße lonenantrieb ermöglicht in dieser Ausgestaltung den Entfall einer separaten Spannungsquelle für den Betrieb des Neutralisators. Hierdurch ergibt sich der bereits erläuterte einfachere konstruktive Aufbau bei verringerter Masse des Ionentriebwerks. Die Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Betreiben eines lonenantriebs für ein Raumfahrzeug, der einen Hochfrequenzgenerator zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfelds für die Ionisation eines Treibstoffs und ein Beschleunigungssystem zur Erzeugung eines elektrostatischen Felds zur lonenbeschleunigung umfasst. Erfindungsgemäß werden aus den von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen zur Erzeugung des elektromagnetischen Wechselfelds die für das Beschleunigungssystem benötigten Hochspannungen abgeleitet. Hiermit sind die gleichen Vorteile verbunden, wie diese vorstehend in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen lonenantrieb erläutert wurden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Die einzige Figur zeigt in einer schematischen Darstellung einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen lonenantrieb.

Der lonenantrieb 1 weist einen Entladungsraum 2 (Ionisator) auf. An einem Einlass 3 kann über ein nicht dargestelltes Ventil Treibstoff, z.B. Xenon-Gas, in den Entladungsraum 2 zur Ionisation eingebracht werden. Eine um den Entladungsraum 2 gewickelte Spule 5 ist mit einem Hochfrequenzgenerator 4 zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfeldes im Inneren des Entladungsraums 2 zur Ionisation des Treibstoffs ausgebildet. An einem dem Einlass 3 gegenüber liegenden Ende des Entladungsraums 2 ist ein Auslass 6 vorgesehen. An den Auslass 6 grenzt ein Gittersystem 7 an, das als erstes Gitter 8 ein Schirmgitter (Plasmagrenzanker) und als zweites Gitter 9 ein Beschleunigungsgitter aufweist. Zum Betrieb des Gittersystems 7 benötigt das erste Gitter 8 eine positive und das zweite Gitter 9 eine negative Hochspannung. Die positive Versorgungsspannung wird an einem Potentialanschluss 10 für das erste Gitter 8 und die negative Hochspannung an einem Potentialanschluss 11 für das zweite Gitter 9 bereitgestellt.

In bekannter Weise weist der lonenantrieb 1 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen Neutralisator 14 auf. Dieser umfasst eine Kammer 15, an deren Einlass 17 ein Gas, z.B. Xenon, in die Kammer 15 eingeleitet wird. Die Kammer 15 ist von Elektroden 16a, 16b umgeben, so dass an einem Auslass 18 der Kammer 15 ein zu dem lonenstrahl 19 äquivalenter Elektronenstrahl 24 zur Neutralisation des lonenstrahls 19 erzeugt werden kann. An Potentialanschlüssen 25a, 25b der Elektroden 16a, 16b des Neutralisators wird eine Hochspannung für den Neutralisator bereitgestellt.

Durch Wechseln der Polarität an dem Gittersystem 7 des lonenantriebs 1 können anstatt Ionen auch Elektronen aus dem Entladungsraum 2 extrahiert und durch das Gittersystem 7 beschleunigt werden. Durch entsprechende Wahl der

Extraktionszeiten für Ionen und Elektronen und/oder der Höhe der Spannungen an den Potentialanschlüssen 10, 11 für die beiden Extraktionsphasen kann ein dem lonenstrom äquivalenter Elektronenstrom eingestellt werden. In diesem Fall kann auf den Neutralisator 14 verzichtet werden.

Der lonenantrieb 1 umfasst damit in bekannter Weise drei Funktionsbereiche: einen Bereich 50 zur lonenerzeugung, einen Bereich 52 zur lonenbeschleunigung und einen optionalen Bereich 54 zur Neutralisation des lonenstrahls.

Die Erzeugung der für den Betrieb des lonenantriebs notwendigen

Hochspannungen für das Gitter 7 und den optionalen Neutralisator 14 erfolgt nicht über eigene Spannungsquellen, sondern durch ein erstes Mittel 12, mit dem aus den von dem Hochfrequenzgenerator 4 erzeugten Strömen und/oder Spannungen die für das Gittersystem 7 und den optionalen Neutralisator benötigten Hochspannungen ableitbar sind. In der Figur ist das Ableiten der entsprechenden Hochspannungen durch eine Kopplung (Pfeil 13) zwischen dem Hochfrequenzgenerator 4 und dem ersten Mittel 12 symbolisiert.

Die Ableitung der Hochspannungen und Zurverfügungstellung an den Potentialanschlüssen 10, 11 und optional 25a, 25b kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass durch Kondensatoren (nicht dargestellt) ein Teil der Hochfrequenzleistung aus dem mit der Spule 5 gekoppelten Hochfrequenzgenerator 4 ausgekoppelt wird. In dieser Ausgestaltung wird die an den Kondensatoren anliegende Spannung durch ein zweites Mittel zur Gleichrichtung 22 gleichgerichtet und optional durch ein drittes Mittel 23 geglättet. Ist die erforderliche Spannung an den Gittern 8, 9 des Gittersystems 7 höher als die dem Hochfrequenzkreis entnehmbare Spannung, so kann in dem ersten Mittel 12 eine Kaskadenschaltung, umfassend Kondensatoren und Dioden, vorgesehen sein, die die Spannung auf das erforderliche Maß erhöht. Eine entsprechende Kaskadenschaltung kann ebenso für die Elektroden 16a, 16b des Neutralisators vorgesehen sein.

Alternativ können die für den Betrieb des Gittersystems 7 und des optionalen Neutralisators 14 benötigten Spannungen durch zumindest eine Koppelspule (nicht dargestellt) bereitgestellt werden, an deren Spulenanschlüssen die für das Gittersystem benötigten Spannungen abgreifbar sind. In einer Variante kann beispielsweise ein Hochspannungstransformator in das Hochfrequenzsystem integriert werden, so dass an dessen Ausgang die notwendigen Spannungen für das Gittersystem zur Verfügung stehen. Ebenso können eine oder mehrere Koppelspulen mit gegebenenfalls einer oder mehreren Abzapfungen direkt am Entladungsraum 2 angeordnet werden (nicht dargestellt). Die Koppelspule oder - spulen werden derart ausgeführt, dass diese von der Spule 5 zur Ionisation des Treibstoffes galvanisch getrennt sind. Bevorzugt wird oder werden die Koppelspulen derart angebracht, dass eine gute Kopplung zwischen der Spule 5 und der oder den Spulen für das Gittersystem 7 bzw. dem optionalen Neutralisator 14 gegeben ist. Die weiter oben beschriebenen Mittel 22 und 23 zur Gleichrichtung und Glättung der Spannungen können im Fall der Koppelspulen ebenfalls vorgesehen sein. Allerdings ist bei der Leistungsauskopplung durch Spulen eine weitere Vereinfachung des Antriebssystems möglich, da ebenso auf die nachgeschaltete Gleichrichtung verzichtet werden kann. In diesem Fall ändert sich die Polarität der Gitter 8, 9 des Gittersystems zueinander, so dass wechselweise Elektronen und Ionen erzeugt werden. Dabei sind die Spannungen an den Gittern 8, 9 derart zu wählen, dass bevorzugt der lonenstrom zu dem Elektronenstrom äquivalent wird. Gegebenenfalls ist eine Anpassung der Phasenlage am Plasmagrenzanker 8 und am Beschleunigungsgitter 9 notwendig, welche durch geeignete RCL-Schaltungen (nicht dargestellt) beeinflusst werden kann.

Die Mittel 22 und 23 zur Gleichrichtung und Glättung können allgemein für einen lonenantrieb entfallen, welcher ohne Neutralisator 14 arbeitet. Bei einem solchen Antrieb werden durch Umpolung der Spannungen an den Gittern 8, 9 sowohl Elektronen als auch Ionen aus dem Entladungsraum 2 extrahiert und beschleunigt. LC-, L-, C- oder RLC-Glieder können dazu verwendet werden, um die Phasenlage an den Gittern 8, 9 zu optimieren. Bevorzugt sind Phasenlage und Spannungen derart einzustellen, dass der mittlere lonenstrom dem mittleren Elektronenstrom entspricht.

In dem Mittel 12 zur Spannungsbereitstellung sind schematisch zwei Schalter 20, 21 , welche als mechanische oder elektronische Schalter ausgebildet sein können, abgebildet. Die Schalter 20, 21 dienen dazu, das Schirmgitter 8 und/oder das Beschleunigungsgitter 9 spannungslos zu halten, auch wenn Treibstoff in dem Entladungsraum 2 ionisiert wird. Gegebenenfalls kann ein einziger Schalter für sämtliche Gitter des Gittersystems 7 vorgesehen sein.

Mit zunehmender Hochfrequenzleistung steigen auch die Spannungen an den Potentialanschlüssen 10, 11 für die Gitter δ, 9. Dies ist ionenoptisch günstig, da die mit der höheren Hochfrequenzleistung einhergehende Plasmadichteerhöhung auch einer höheren Extraktionsspannung bedarf.

Ein erfindungsgemäßer lonenantrieb weist den Vorteil auf, dass das Spannungsversorgungssystem stark vereinfacht werden kann. Hierdurch ist die Einsparung von Masse möglich. Darüber hinaus wird die Betriebssicherheit erhöht und der Kontrollaufwand minimiert. Ferner lässt sich ein Antrieb ohne separaten Neutralisator realisieren. Ermöglicht wird dies durch ein Mittel zur Spannungsbereitstellung, mit dem aus den von dem Hochfrequenzgenerator erzeugten Strömen und/oder Spannungen benötigte Hochspannungen ableitbar sind. Insbesondere können Spannungen für die Gitter für Hochfrequenzionentriebwerke, Hochfrequenzionenquellen, Hochfrequenzneutralisatoren oder Hochfrequenzelektronenquellen bereitgestellt werden.

Bezugszeichenliste

1 lonenantπeb

2 Entladungsraum

3 Einlass

4 Hochfrequenzgenerator

5 Spule des Hochfrequenzgenerators

6 Auslass

7 Gittersystem

8 Schirmgitter / Plasmagrenzanker (erstes Gitter)

9 Beschleunigungsgitter (zweites Gitter)

10 Potentialanschluss für das erste Gitter 8

11 Potentialanschluss für das zweite Gitter 9

12 Mittel zur Spannungsbereitstellung

13 Kopplung (schematisch)

14 Neutralisator

15 Kammer

16a, 16b Elektrode

17 Einlass

18 Auslass

19 lonenstrahl

20 Schalter

21 Schalter

22 Mittel zur Gleichrichtung

23 Mittel zur Glättung

24 Elektronenstrahl

25a, 25b Potentialanschluss

50 lonenerzeugung 52 lonenbeschleunigung

54 Neutralisation des lonenstrahls