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Patent Searching and Data


Title:
IRRIGATION CANNULA AND METHOD FOR PRODUCING AN IRRIGATION CANNULA
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/104100
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing an irrigation cannula (14). A distal section of a hollow needle (25) is processed in order to remove a part of the needle wall, so that a wall segment (24) of the distal end (16) forms the irrigation cannula (14). A distal section of the wall segment (24) is heated to above the melting temperature. A thickening (23) is formed from the melted material so that the thickening (23) forms the distal end (16) of the irrigation cannula (14). The invention also relates to a corresponding irrigation cannula (14). The irrigation cannula is suitable for irrigating deep lying sections of a root canal of a tooth (26).

Inventors:
FRITZE, Joachim (An der Bergbrauerei 18, Preetz, 24211, DE)
Application Number:
EP2014/076302
Publication Date:
July 16, 2015
Filing Date:
December 02, 2014
Export Citation:
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Assignee:
TRANSCODENT GMBH & CO. KG (Zum Kesselort 53, Kiel, 24149, DE)
International Classes:
A61C5/02; A61C17/02
Domestic Patent References:
WO1992005816A11992-04-16
Foreign References:
US4276880A1981-07-07
US20090004621A12009-01-01
US6494713B12002-12-17
Attorney, Agent or Firm:
GLAWE DELFS MOLLPARTNERSCHAFT MBB VON PATENT- UND RECHTSANWÄLTEN (Postfach 13 03 91, Hamburg, 20103, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Verfahren zum Herstellen einer Spülkanüle (14) mit folgenden Schritten:

a. Bearbeiten eines distalen Abschnitts einer Hohlnadel (25) , um einen Teil der Nadelwand zu ent¬ fernen, so dass ein Wandsegment (24) das distale Ende (16) der Spülkanüle (14) bildet;

b. Erhitzen eines distalen Abschnitts des Wandseg¬ ments (24) über die Schmelztemperatur hinaus; und c. Formen einer Verdickung (23) aus dem geschmolzenen Material, so dass die Verdickung (23) das distale Ende (16) der Spülkanüle (14) bildet und dass die Verdickung (23) in einer Projektion auf die Austrittsöffnung (22) des Kanals der Hohlnadel (25) mindestens 30% der Querschnittsfläche der Austrittsöffnung (22) überdeckt.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickung (23) so geformt wird, dass die Verdickung (23) in einer Projektion auf die Austrittsöffnung (22) des Kanals der Hohlnadel (25) mindestens 50%, weiter vorzugsweise mindestens 100% der Quer¬ schnittsfläche der Austrittsöffnung (22) überdeckt.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzei net, dass die Verdickung (23) mit einer in distaler Richtung abgerundeten Kontur geformt wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickung (23) gegenüber der Außenfläche des Wandsegments (24) nicht vorspringt. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zum Formen der Verdickung (23) das Wandsegment (24) über wenigstens 20% seiner Länge, vorzugsweise wenigstens 30% seiner Länge, weiter vor¬ zugsweise wenigstens 50% seiner Länge geschmolzen wird .

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandsegment (24) sich über einen Umfangswinkel zwischen 100° und 260°, Vorzugs weise zwischen 150° und 210° erstreckt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandsegment (24) zwischen der Austrittsöffnung (22) des Kanals und der Verdickung (23) eine Länge zwischen 0,5 mm und 7 mm, vorzugsweise zwischen 0,5 mm und 4 mm hat.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein proximales Ende der Hohlnadel (25) in einer Aufnahme (17) angeordnet ist.

9. Spülkanüle, insbesondere zum Spülen eines Wurzelkanals eines Zahns (26), bei der ein proximaler Abschnitt von einer Hohlnadel (25) gebildet wird, bei der ein dista¬ les Ende (16) als Verdickung (23) ausgebildet ist und bei der ein Wandsegment (24) die unmittelbare Verbin¬ dung zwischen der Verdickung (23) und der Hohlnadel (25) bildet, wobei die Verdickung (23) in Projektion auf die Austrittsöffnung (22) des Kanals der Hohlnadel

(25) mindestens 30% der Querschnittsfläche der Aus¬ trittsöffnung (22) überdeckt. Spülkanüle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickung (23) in Projektion auf die Austrittsöffnung (22) des Kanals der Hohlnadel (25) min destens 50%, weiter vorzugsweise mindestens 100% der Querschnittsfläche der Austrittsöffnung (22) überdeckt .

Spülkanüle nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen der Verdickung (23) mindes tens 30%, vorzugsweise mindestens 50%, weiter Vorzugs weise mindestens 100% des Volumens des Wandsegments (24) entspricht.

Spülkanüle nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandsegment (24) sich über einen Umfangswinkel zwischen 100° und 260°, vorzugs¬ weise zwischen 150° und 210° erstreckt.

Spülkanüle nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandsegment (24) eine Länge zwischen 0,5 mm und 7 mm, vorzugsweise zwischen 0,5 mm und 4 mm hat .

14. Spüleinrichtung, umfassend eine Spülkanüle (14) nach einem der Ansprüche 9 bis 13 und eine Aufnahme (17), wobei ein proximales Ende der Spülkanüle (14) in die Aufnahme (17) eingefasst ist.

Description:
Spülkanüle und Verfahren zum Herstellen einer Spülkanüle Die Erfindung betrifft eine Spülkanüle sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Spülkanüle.

Spülkanülen können von Zahnärzten beispielsweise verwendet werden, um den Wurzelkanal eines Zahns zu spülen. Bei einem vorangegangenen Behandlungsschritt können Verunreinigungen in den Wurzelkanal eingedrungen sein, die vor den nächsten Behandlungsschritten entfernt werden müssen. Mit der Spülkanüle bringt der Zahnarzt eine Flüssigkeit in den Wurzel ¬ kanal ein, so dass die Verunreinigungen aus dem Wurzelkanal herausgespült werden. Klassische Kanülen, bei denen die Flüssigkeit über eine Austrittsöffnung an der distalen Stirnseite der Kanüle austritt, werden üblicherweise nicht zum Spülen von Wurzelkanälen verwendet, weil der axial austretende Strahl eine unerwünschte Belastung für den Apex des Wurzelkanals darstellt.

Bekannt ist eine Spülkanüle in Form einer Hohlnadel, deren distales Ende verschlossen ist. Nahe dem distalen Ende sind eine oder mehrere seitliche Öffnungen in der Wand der Hohl- nadel ausgebildet, durch die die Flüssigkeit in seitlicher Richtung austreten kann. Um die seitlichen Öffnungen in der Hohlnadel zu erzeugen ist ein mechanischer Bearbeitungs ¬ schritt erforderlich, beispielsweise Fräsen. Der Bearbei ¬ tungsschritt kann nicht direkt an dem verschlossenen Ende der Hohlnadel erfolgen, sondern es wird ein Abstand einge ¬ halten . Durch den Abstand zwischen der seitlichen Öffnung und dem distalen Ende der Spülkanüle wird es erschwert, die tiefer liegenden Bereiche des Wurzelkanals zu spülen. Es besteht die Gefahr, dass dort Verunreinigungen zurückbleiben, die im weiteren Verlauf zu Komplikationen führen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Spülkanüle und ein Verfahren zum Herstellen einer Spülkanüle vorzu- stellen, mit denen tiefer liegende Bereiche des Wurzelka ¬ nals gespült werden können. Ausgehend vom genannten Stand der Technik wird die Aufgabe gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein distaler Abschnitt einer Hohlnadel bearbeitet, um einen Teil der Na ¬ delwand zu entfernen, so dass ein Wandsegment das distale Ende der Spülkanüle bildet. Anschließend wird ein distaler Abschnitt des Wandsegments über die Schmelztemperatur hin ¬ aus erhitzt. Aus dem geschmolzenen Material wird eine Ver ¬ dickung geformt, so dass die Verdickung das distale Ende der Spülkanüle bildet. Zunächst werden einige Begriffe erläutert. Als Verdickung wird ein Bereich der Spülkanüle bezeichnet, in dem die Querschnittsfläche größer ist als die Querschnittsfläche des Wandsegments. Die Querschnittsfläche ist senkrecht aus ¬ gerichtet zu einer Achse, die sich von einer Austrittsöff- nung des Kanals der Hohlnadel bis zu der Verdickung er ¬ streckt . Indem bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Nadelwand teilweise entfernt wird, kann die Flüssigkeit in seitlicher Richtung aus der Spülkanüle austreten und damit in der gewünschten Richtung wirken. Allerdings bildet das Wandseg- ment, das nach diesem Bearbeitungsschritt stehen bleibt, ein scharfkantiges distales Ende der Spülkanüle. Es besteht die Gefahr, dass dieses scharfe Ende beim Positionieren der Spülkanüle in die angrenzende Zahnsubstanz oder umliegendes Gewebe einschneidet und zu Verletzungen führt. Durch das Erhitzen des distalen Endes des Wandsegments wird das Mate ¬ rial des Wandsegments geschmolzen und die scharfkantige Form aufgelöst. Wenn die Spülkanüle mit der erfindungsgemä ¬ ßen Verdickung voran in den Wurzelkanal eingeführt wird, ist das Verletzungsrisiko vermindert.

Die Verdickung kann so ausgebildet sein, dass sie in einer Projektion auf die Austrittsöffnung des Kanals mindestens 30%, vorzugsweise mindestens 50%, weiter vorzugsweise min ¬ destens 100% der Querschnittsfläche des Kanals überdeckt. Die gedachte Projektion erfolgt entlang der Achse der Spül ¬ kanüle in die Ebene der Austrittsöffnung. Ist die Verdi ¬ ckung auf diese Weise in Verlängerung der Austrittsöffnung der Hohlnadel angeordnet, trägt sie zusätzlich dazu bei, die Flüssigkeit in seitlicher Richtung umzulenken. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform überdeckt die Verdickung nicht nur die Querschnittsfläche des Kanals, sondern die gesamte von der Hohlnadel aufgespannte Querschnittsfläche.

Um die Verletzungsgefahr beim Einführen der Spülkanüle ge- ring zu halten, kann die Verdickung so geformt sein, dass in distaler Richtung eine abgerundete Kontur aufweist. Um ein leichtes Einführen der Spülkanüle in einen Wurzelka ¬ nal zu ermöglichen, ist eine schlanke Gestaltung der Spül ¬ kanüle von Vorteil. Die Verdickung kann deswegen so gestal ¬ tet sein, dass sie gegenüber der Außenfläche des Wandseg- ments nicht vorspringt. Weiter vorzugsweise springt die

Verdickung auch gegenüber der von der ursprünglichen Hohlnadel aufgespannten Kontur nicht vor. Bleibt die Verdickung innerhalb der Kontur der Hohlnadel, kann sie in jede Öff ¬ nung eingeführt werden, in die auch die Hohlnadel passt.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Wandsegment, das nach dem teilweisen Entfernen der Nadelwand stehen bleibt, nicht über seine gesamte Länge geschmolzen. Ein proximaler Abschnitt des Wandsegments bleibt erhalten. Der proximale Abschnitt definiert den Bereich, über den die

Flüssigkeit bei der fertigen Spülkanüle zur Seite austreten kann. Geschmolzen wird lediglich ein distaler Abschnitt des Wandsegments, also ein an das distale Ende angrenzender Ab ¬ schnitt des Wandsegments.

Die Wand der Hohlnadel ist regelmäßig sehr dünn, so dass ein längerer Abschnitt des Wandsegments geschmolzen werden muss, um eine hinreichende Menge Material für das Bilden der Verdickung zu gewinnen. Das Wandsegment kann beispiels- weise über mindestens 20 % seiner Länge, vorzugsweise min ¬ destens 30 % seiner Länge, weiter vorzugsweise mindestens 50 % seiner Länge geschmolzen werden. Dabei bezeichnet die Länge des Wandsegments die Strecke von der Austrittsöffnung des Kanals bis zu dem distalen Ende des Wandsegments. Die Längenangabe bezieht sich auf den Zustand vor dem Schmel ¬ zen . Das Wandsegment, das nach dem teilweisen Entfernen der Wand stehen bleibt, erstreckt sich bezogen auf seine Längsrichtung vorzugsweise parallel zur Verlängerung des Kanals. Be ¬ zogen auf die Umfangsrichtung kann das Wandsegment sich beispielsweise über einen Umfangswinkel zwischen 100° und 260°, vorzugsweise zwischen 150° und 210° erstrecken. Das Wandsegment sollte so gestaltet sein, dass es einerseits hinreichend flexibel ist, um auch einem gebogenen Verlauf eines Wurzelkanals folgen zu können, und dass es anderer- seits hinreichend steif ist, um gut in den Wurzelkanal ein ¬ geführt werden zu können. Die Länge des Wandsegments zwi ¬ schen der Austrittsöffnung des Kanals und der Verdickung kann zwischen 0,5 mm und 7 mm, vorzugsweise zwischen 0,5 mm und 4 mm liegen.

Die Hohlnadel, die den Ausgangspunkt des erfindungsgemäßen Verfahrens bildet, umfasst ein proximales Ende und ein dis ¬ tales Ende. Die Hohlnadel kann sich geradlinig zwischen dem proximalen Ende und dem distalen Ende erstrecken. Das pro- ximale Ende kann in einer Aufnahme gefasst sein. Die Auf ¬ nahme kann so gestaltet sein, dass sie einen Anschluss der Spülkanüle an einen Vorratsbehälter für die Spülflüssigkeit ermöglicht. Die Hohlnadel kann vor oder nach einem der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte mit der Aufnahme verbun- den werden. Die Aufnahme kann einen Luer-Ansatz oder einen Luer-Lock-Ansatz umfassen, der zur Verbindung mit einer handelsüblichen Spritze geeignet ist. Die Hohlnadel kann aus einem flexiblen Material bestehen, so dass die Hohlna ¬ del in gewissem Umfang elastisch gebogen werden kann, ohne dass der Kanal im Inneren sich verschließt. Die Spülkanüle kann dann auch einem gebogenen Verlauf eines Wurzelkanals folgen. Die Hohlnadel besteht vorzugsweise aus einem Metall oder einer Metalllegierung. Der Außendurchmesser der Hohlnadel kann beispielsweise zwischen 0,1 mm und 1 mm, vorzugsweise zwischen 0,2 mm und 0,6 mm liegen. Die Länge der Spülkanüle im fertigen Zustand kann beispielsweise zwischen 20 mm und 60 mm liegen. Dabei bezeichnet die Länge der Spülkanüle die Strecke vom dista ¬ len Ende bis zu dem Eintritt in die Aufnahme.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Spülkanüle, die insbe- sondere zum Spülen eines Wurzelkanals eines Zahns ausgelegt ist. Ein proximaler Abschnitt der Spülkanüle wird von einer Hohlnadel gebildet. Ein distales Ende der Spülkanüle ist als Verdickung ausgebildet. Ein Wandsegment bildet die un ¬ mittelbare Verbindung zwischen der Verdickung und der Hohl- nadel.

Dabei bezeichnet ein Wandsegment einen Abschnitt der Spül ¬ kanüle, in dem es keine geschlossene Wandfläche gibt, die einen Innenraum rundherum umschließt. Betrachtet man das Wandsegment als Teil einer Umfangsfläche, so erstreckt sich die Umfangsfläche über einen Umfangswinkel von weniger als 360°. Vorzugsweise liegt der Umfangswinkel zwischen 100° und 260°, weiter vorzugsweise zwischen 150° und 210°. Wenn das Wandsegment die unmittelbare Verbindung zwischen der Verdickung und der Hohlnadel bildet, gibt es zwischen dem

Wandsegment und der Verdickung keinen Abschnitt, in dem ei ¬ ne Wandfläche einen Innenraum rundherum umschließt. Dies ist ein Unterschied zu einer Kanüle, die nachträglich mit einer Öffnung in der Seitenwand versehen wird. Bei einer nachträglich erzeugten Öffnung gibt es einen Kanalabschnitt zwischen der Öffnung und dem verschlossenen distalen Ende, in dem der Innenraum rundherum von einer Wandfläche umschlossen ist. Nimmt man eine gedachte Projektion der Verdickung auf die Austrittsöffnung des Kanals der Hohlnadel vor, so überdeckt die Verdickung mindestens 30 %, vorzugsweise mindestens 50 %, weiter vorzugsweise mindestens 100 % der Querschnitts ¬ fläche der Austrittsöffnung. In distaler Richtung kann die Verdickung eine abgerundete Kontur haben. Die Verdickung kann so gestaltet sein, dass sie gegenüber der Außenfläche des Wandsegments nicht vorspringt. Weiter vorzugsweise springt die Verdickung auch gegenüber der Kontur der Hohlnadel nicht vor. Das Volumen der Verdickung kann mindestens 30 %, vorzugsweise mindestens 50 %, weiter vorzugsweise mindestens 100 % des Volumens des Wandsegments entsprechen. Die Spülkanüle kann mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die im Zusammenhang des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben sind.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Spüleinrichtung, die eine erfindungsgemäße Spülkanüle sowie eine Aufnahme um- fasst. Ein proximales Ende der Spülkanüle ist in die Auf ¬ nahme eingefasst. Die Aufnahme kann zur Verbindung mit ei ¬ ner erfindungsgemäßen Spritze oder einem anderen Vorratsbehälter für eine Flüssigkeit versehen sein. Die Aufnahme kann zu diesem Zweck einen Luer-Ansatz oder einen Luer- Lock-Ansatz aufweisen.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Spülkanüle, die durch das erfindungsgemäße Verfahren erhältlich ist. Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand vorteilhafter Ausführungsformen beispielhaft beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Spül ¬ kanüle, deren proximales Ende in einer Aufnahme eingefasst ist;

Fig. 2 die Spülkanüle aus Fig. 1 in einer Ansicht von oben;

Fig. 3 eine Spritze mit der Spülkanüle aus Fig. 1;

Fig. 4 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2;

Fig. 5 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1;

Fig. 6 eine schematische Darstellung des erfindungsgemä ¬ ßen Herstellungsverfahrens; und

Fig. 7 einen distalen Abschnitt einer Spülkanüle, die in einen Wurzelkanal eines Zahns eingeführt ist.

In Fig. 1 gezeigt ist eine Spülkanüle 14, die sich von ei- nem proximalen Ende 15 bis zur einem distalen Ende 16 erstreckt. Das proximale Ende 15 der Spülkanüle 14 ist in ei ¬ ner Aufnahme 17 eingefasst. Die Aufnahme 17 dient gemäß Fig. 3 dazu, die Spülkanüle 14 mit einer Spritze 18 zu ver ¬ binden. Die Spritze 18 umfasst einen Aufnahmeraum 19 für eine Flüssigkeit. An seinem der Spülkanüle 14 gegenüberlie ¬ genden Ende ist der Aufnahmeraum 19 mit einem Kolben 20 abgedichtet. Durch Hineindrücken bzw. Herausziehen des Kolbens 20 kann das Volumen des Aufnahmeraums 19 verkleinert bzw. vergrößert werden.

Die Spritze 18 umfasst eine Ausbringspitze, die in Fig. 3 von der Aufnahme 17 verdeckt ist. Die Außenseite der Aus ¬ bringspitze ist als Luer-Konus geformt. Die Aufnahme 17 der Spülkanüle 14 hat an ihrer Innenseite einen dazu passenden Luer-Ansatz, über den die Aufnahme 17 mit der Spritze 18 verbunden ist. Durch die Ausbringspitze der Spritze 18 hin ¬ durch erstreckt sich ein Kanal, der eine Verbindung bildet zwischen dem Aufnahmeraum 19 der Spritze 18 und einem Ka- nal, der sich im Inneren der Spülkanüle 14 erstreckt. Wird der Kolben 20 in die Spritze 18 hineingedrückt, vermindert sich das Volumen des Aufnahmeraums 19 und eine entsprechen ¬ de Menge an Flüssigkeit bewegt sich durch die Spülkanüle 14 hindurch in Richtung des distalen Endes 16.

Die Spülkanüle 14 umfasst einen proximalen Abschnitt 21, in dem die Spülkanüle 14 als Hohlnadel 25 ausgebildet ist. Der Kanal, der sich im Inneren der Hohlnadel 25 erstreckt, mün- det in einer Austrittsöffnung 22. Das distale Ende 16 der Spülkanüle 14 wird von einer Verdickung 23 gebildet. Die Verdickung 23 hat annähernd Kugelform und ist massiv aus dem selben Material wie die Hohlnadel 25 im proximalen Ab ¬ schnitt 21 der Kanüle. Zwischen der Verdickung 23 und der Austrittsöffnung 22 der Hohlnadel 25 erstreckt sich ein

Wandsegment 24, das eine unmittelbare Verbindung zwischen der Verdickung 23 und der Hohlnadel 25 bildet. Das Wandseg ¬ ment 24 bildet eine Verlängerung der Wand der Hohlnadel 25. Anders als die Wand der Hohlnadel 25 erstreckt sich das Wandsegment 24 nicht über einen Umfangswinkel von 360°, sondern nur über einen Umfangswinkel von 180° um den Kanal herum.

Wie die vergrößerten Darstellungen in den Figuren 4 und 5 zeigen, geht das Wandsegment 24 unmittelbar in die Verdi ¬ ckung 23 über. Es gibt also keinen Abschnitt zwischen dem Wandsegment 24 und der Verdickung 23, in dem der Kanal rundherum durch eine Wand eingeschlossen ist. Der Durchmesser der Verdickung 23 entspricht dem Außendurchmesser der Hohlnadel 25. Die Verdickung 23 liegt genau in Verlängerung der Hohlnadel 25, so dass die Verdickung 23 nicht gegenüber der von der Hohlnadel 25 im Querschnitt aufgespannten Kontur vorspringt. Bei einer Projektion in die Ebene der Aus- trittsöffnung 22 überdeckt die Verdickung 23 die Austritts ¬ öffnung 22 vollständig.

Durch die abgerundete Kontur der Verdickung 23 kann die Spülkanüle 14 in einen Wurzelkanal eines Zahns eingeführt werden, ohne dass es in dem Zahn oder in umliegendem Gewebe zu Verletzungen kommt. Die aus der Austrittsöffnung 22 austretende Flüssigkeit wird im Bereich des Wandsegments 24 zur Seite hin umgelenkt. Durch die Verdickung 23 wird die Flüssigkeit daran gehindert, einen scharfen Strahl in axia ¬ ler Richtung zu bilden. Die Flüssigkeit wirkt also in ers ¬ ter Linie auf die Wände, die den Wurzelkanal umgeben, wäh ¬ rend der Apex des Wurzelkanals keinen erhöhten Belastungen ausgesetzt wird.

Die Spülkanüle 14 besteht aus einer Metalllegierung. Die Hohlnadel 25 kann elastisch verformt werden, ohne dass der Kanal im Inneren der Hohlnadel 25 sich verschließt. Wie Fig. 7 zeigt, kann die Spülkanüle 14 einem gebogenen Ver- lauf eines Wurzelkanals in einem Zahn 26 folgen.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen Spülkanüle beginnt mit einer in Fig. 6A gezeigten üblichen Hohlnadel 25. In einem distalen Abschnitt der Hohlnadel 25 wird ein Teil der Nadelwand entfernt, so dass ein Wandsegment 24 stehen bleibt. Das proximale Ende des Wandsegments 24 entspricht der Austrittsöffnung 22 der Hohlnadel 25. Nach diesem Bearbeitungsschritt ist die erfindungsgemäße Spülkanüle 24 in einem Zwischenzustand, der in Fig. 6B gezeigt ist. Das dis- tale Ende 16 der Spülkanüle scharfkantig, so dass bei einer Verwendung im Mund des Patienten eine Verletzungsgefahr bestehen würde. Im nächsten Verfahrensschritt wird ein distaler Abschnitt des Wandsegments 24 über die Schmelztemperatur hinaus erhitzt, so dass sich die Metalllegierung verflüssigt. Die scharfkantige Form wird ausgelöst und es wird eine Verdi- ckung 23 mit einer abgerundeten Kontur gebildet. Bei geeigneter Temperatur und geeigneter Wahl des Materials zieht das verflüssigte Material sich von alleine zu der Verdi ¬ ckung 23 zusammen. Dieser Vorgang kann erforderlichenfalls unterstützt werden, in dem die Spülkanüle 14 geeignet zur Schwerkraft ausgerichtet wird.

Um verflüssigtes Material in hinreichender Menge zu gewin ¬ nen, wird das in Figur 6B gezeigte Wandsegment 24 über mehr als 50 % seiner Länge verflüssigt. Das Volumen der Verdi- ckung 23 ist folglich größer als das Volumen des in Fig. 6C verbleibenden Teils des Wandsegments 24.