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Title:
JET PROPULSION SYSTEM PARTICULARLY FOR A WATERCRAFT, AND METHOD FOR RETROFITTING A JET PROPULSION SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/157673
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a jet propulsion system particularly for a watercraft, comprising at least one propulsion unit that has - a rotor the inner circumference of which has rotor blades secured thereto, and - a housing in which said rotor is rotatably mounted by means of at least one bearing assembly; - said bearing assembly comprising at least one axial bearing and at least one radial bearing. The claimed jet propulsion system is characterised in that the rotor is connected to the housing such that electricity can be conducted.

Inventors:
BEER, Mathias (Schulstrasse 11, Königsbronn, 89551, DE)
Application Number:
EP2017/054847
Publication Date:
September 21, 2017
Filing Date:
March 02, 2017
Export Citation:
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Assignee:
VOITH PATENT GMBH (St. Pöltener Str. 43, Heidenheim, 89522, DE)
International Classes:
B63H23/32; B63H11/08; B63H20/00; C23F13/02; F16C17/14; F16C33/20
Domestic Patent References:
WO2013135796A12013-09-19
WO2005049420A12005-06-02
WO2010130426A12010-11-18
Foreign References:
DE102011017776A12012-10-31
DE102008048412A12009-11-12
US4932795A1990-06-12
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Claims:
Patentansprüche

1 . Strahlantrieb, insbesondere für ein Wasserfahrzeug, mit wenigstens einer Antriebseinheit (1 ), die

1 .1 einen Rotor (2), an dessen Innenumfang Rotorblätter (3) fixiert sind, und

1 .2 ein Gehäuse (4), in welchem der Rotor (2) mittels wenigstens einer Lagerung drehbar gelagert ist, umfasst; wobei

1 .3. die Lagerung wenigstens ein Axiallager (5.1 , 5.2) und wenigstens ein

Radiallager (6.1 , 6.2) umfasst;

dadurch gekennzeichnet, dass

1 .4 der Rotor (2) elektrisch leitend mit dem Gehäuse (4) verbunden ist.

2. Strahlantrieb gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlantrieb ein Wasserfahrzeugstrahlantrieb ist, wobei das wenigstens eine Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder das wenigstens eine Radiallager (6.1 , 6.2) als wassergeschmiertes Lager, insbesondere seewassergeschmiertes Lager, ausgeführt ist.

3. Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder das wenigstens eine Radiallager (6.1 , 6.2) jeweils ein oder mehrere Gleitstücke (7) aufweist, das/die zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) positioniert und aus einem elektrisch leitenden Material hergestellt ist/sind.

4. Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Axiallager (5.1 , 5.2) und das wenigstens eine Radiallager (6.1 , 6.2) jeweils ein oder mehrere Gleitstücke (7) aufweist, die zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) positioniert sind und aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt sind, und dass außerhalb der Gleitstücke (7) und/oder in wenigstens einer ein Gleitstück (7) durchdringenden Bohrung (18) wenigstens ein elektrisch leitendes Kontaktelement (1 1 ) vorgesehen ist, welches mit dem Rotor (2) und dem Gehäuse (4) in elektrisch leitender Verbindung steht.

Strahlantrieb gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) elastisch zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) verspannt ist.

Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) stiftförmig ist, insbesondere mit einem in Radialrichtung zu einer Längsachse des Kontaktelementes (1 1 ) vorstehenden Kopf an wenigstens einem axialen Ende des Kontaktelementes (1 1 ).

Strahlantrieb gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) als Kohlestift ausgeführt ist.

Strahlantrieb gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) plattenförmig oder leistenförmig ist.

Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (1 1 ) derart in Axialrichtung oder Radialrichtung des Rotors (2) in einer Bohrung (14) im Gehäuse (4) eingesetzt ist, dass es insbesondere mit seinem Kopf teilweise oder vollständig in Richtung des Rotors (2) aus der Bohrung (14) herausragt.

Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 6, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) aus Metall, insbesondere aus Kupfer oder Bronze, hergestellt ist.

1 1 . Strahlantrieb gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) als Feder, insbesondere aus einem Federstahl, ausgeführt ist.

12. Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 4 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder das wenigstens eine Radiallager (6.1 , 6.2) jeweils eine Vielzahl von über dem Umfang des Rotors (2) verteilt angeordnete Gleitstücke (7) aufweist und das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) in Umfangsrichtung zwischen den Gleitstücken (7) des wenigstens einen Axiallagers (5.1 , 5.2) und/oder Radiallagers (6.1 , 6.2) positioniert ist.

13. Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl der Kontaktelemente (1 1 ) vorgesehen ist.

14. Strahlantrieb gemäß einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Gleitstück (7) oder die Gleitstücke (7) aus einem verschleißärmeren Werkstoff, insbesondere mit einer größeren Härte oder Oberflächenhärte als das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ), hergestellt ist/sind.

15. Verfahren zum Nachrüsten eines Strahlantriebs insbesondere für ein Wasserfahrzeug, umfassend wenigstens eine Antriebseinheit (1 ), die einen Rotor (2), an dessen Innenumfang Rotorblätter (3) fixiert sind, und ein Gehäuse (4), in welchem der Rotor (2) mittels wenigstens einer Lagerung drehbar gelagert ist, umfasst, wobei die Lagerung wenigstens ein Axiallager (5.1 , 5.2) und wenigstens ein Radiallager (6.1 , 6.2) umfasst, mit den folgenden Schritten: Austauschen von wenigstens einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden Gleitstücken (7) zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) in dem wenigstens einen Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder Radiallager (6.1 , 6.2) durch wenigstens ein oder mehrere elektrisch leitende Gleitstücke (7); und/oder

Einbringen wenigstens eines elektrisch leitenden Kontaktelementes (1 1 ) in wenigstens eine Bohrung in wenigstens einem bestehenden Gleitstück (7) zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) in dem wenigstens einen Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder Radiallager (6.1 , 6.2) derart, dass das Kontaktelement (1 1 ) in elektrisch leitender Verbindung mit dem Gehäuse

(4) und dem Rotor steht (2); und/oder

Austauschen von wenigstens einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden Gleitstücken (7) zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) in dem wenigstens einen Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder Radiallager (6.1 , 6.2) durch wenigstens ein oder mehrere elektrisch leitende

Kontaktelemente (1 1 ) derart, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) in elektrisch leitender Verbindung mit dem Rotor (2) und dem Gehäuse (4) steht; und/oder

Einbringen wenigstens eines elektrisch leitenden Kontaktelementes (1 1 ) außerhalb von einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden

Gleitstücken (7) zwischen dem Gehäuse (4) und dem Rotor (2) in dem wenigstens einen Axiallager (5.1 , 5.2) und/oder Radiallager (6.1 , 6.2) derart, dass das wenigstens eine Kontaktelement (1 1 ) in elektrisch leitender Verbindung mit dem Rotor (2) und dem Gehäuse (4) steht.

Description:
Strahlantrieb insbesondere für ein Wasserfahrzeug und Verfahren

zum Nachrüsten eines Strahlantriebs

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Strahlantrieb, insbesondere für ein Wasserfahrzeug, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 . Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Nachrüsten eines Strahlantriebs.

Ein gattungsgemäßer Strahlantrieb wird in WO 2010/130426 A1 offenbart. Der Strahlantrieb zeichnet sich dadurch aus, dass der Rotor über seinem äußeren Umfang drehbar in einem Gehäuse gelagert ist und an seinem Innenumfang Rotorblätter trägt. Der Läufer ist, entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, nabenfrei gestaltet, das heißt die Rotorblätter enden radial innen frei und sind vorteilhaft an ihren radial inneren Enden nicht miteinander verbunden.

Besonders beim Einsatz solcher Strahlantriebe in Wasserfahrzeugen treten, wenn die Strahlantriebe vom salzhaltigen oder sediment- beziehungsweise kalkhaltigem Wasser, insbesondere Seewasser umspült oder durchspült werden, Korrosionsprobleme auf. Bekanntlich können sogenannte Opferanoden entsprechende Korrosionsprobleme lösen. Allerdings ist es in der Praxis in der Regel nicht möglich, genügend Opferanodenmasse am Rotor anzubringen, um über mehrere Jahre im Betrieb einen Korrosionsschutz in ausreichendem Maße sicherzustellen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Strahlantrieb, insbesondere für ein Wasserfahrzeug, anzugeben, das die vorgenannten Korrosionsprobleme dadurch löst, das der Rotor durch elektrische Kontaktierung in das statorseitig vorhandene kathodische Schutzsystem einbezogen wird. Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch einen Strahlantrieb mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte und besonders zweckmäßige Gestaltungen der Erfindung angegeben. Der unabhängige Verfahrensanspruch beschreibt ein erfindungsgemäßes Nachrüstverfahren für einen bestehenden, insbesondere gebrauchten Strahlantrieb, wobei das Verfahren jedoch auch bei der Neuherstellung eines Strahlantriebes angewendet werden kann.

Ein erfindungsgemäßer Strahlantrieb, der insbesondere als Wasserfahrzeugstrahlantrieb ausgeführt ist, weist wenigstens eine Antriebseinheit auf, die einen Rotor umfasst, an dessen Innenumfang Rotorblätter fixiert sind. Die Rotorblätter sind insbesondere starr am Innenumfang des Rotors angeschlossen, beispielsweise angeschraubt. Der Rotor ist insbesondere als nabenfreier Rotor ausgeführt, wie eingangs dargelegt wurde.

Die Antriebseinheit weist ferner ein Gehäuse auf, in welchem der Rotor mittels wenigstens einer Lagerung drehbar gelagert ist. Die Lagerung umfasst wenigstens ein Axiallager und wenigstens ein Radiallager. Beispielsweise sind zwei Radiallager und ein Axiallager vorgesehen, insbesondere ein Radiallager im Bereich jedes axialen Endes des Rotors und im Bereich nur eines axialen Endes das Axiallager, bespielweise mit einer axial beidseitig vom Gehäuse eingeschlossenen Spurscheibe. Es können beispielsweise aber auch zwei Axiallager und zwei Radiallager vorgesehen sein, insbesondere jeweils eins pro axialem Ende des Rotors. Auch die Integration eines Axiallagers mit einem Radiallager ist möglich.

Erfindungsgemäß ist der Rotor elektrisch leitend mit dem Gehäuse verbunden. Durch diese elektrisch leitende Verbindung kann ein Potentialausgleich erfolgen, sozusagen eine Erdung des Rotors zu dem Gehäuse. Dadurch kann ein sicherer Korrosionsschutz über die gesamte Betriebsdauer des Strahlantriebs erzielt werden, dessen Wirkung nicht oder zumindest nicht wesentlich nachlässt.

Das wenigstens eine Radiallager und/oder Axiallager kann/können vorteilhaft als wassergeschmiertes Lager, insbesondere seewassergeschmiertes Lager ausgeführt sein.

Das Axiallager und/oder Radiallager ist/sind vorteilhaft als Gleitlager ausgeführt. Die Antriebseinheit ist gemäß einer Ausführung der Erfindung als elektrische Antriebseinheit ausgeführt. Demnach ist im Gehäuse ein elektrischer Stator vorgesehen und der Rotor ist als elektrischer Läufer ausgeführt, sodass der Rotor durch ein elektromagnetisches Feld zwischen Rotor und Stator angetrieben wird. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Rotor und dem Gehäuse durch ein oder mehrere Gleitstücke in dem wenigstens einen Axiallager und/oder in dem wenigstens einen Radiallager hergestellt. Ein solches Gleitstück beziehungsweise solche Gleitstücke ist/sind zwischen dem Gehäuse und dem Rotor positioniert und aus einem elektrisch leitenden Material hergestellt. Damit kann ein elektrischer Strom über wenigstens ein Lager vom Rotor zum Gehäuse fließen.

Gemäß einer alternativen Ausführungsform sind die Gleitstücke beziehungsweise ist das Gleitstück in dem wenigstens einen Axiallager und dem wenigstens einen Radiallager aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt, sodass kein Strom vom Rotor über die Lager beziehungsweise das Material des Gleitstücks zum Gehäuse fließen kann. Daher ist bei dieser Gestaltung außerhalb der Gleitstücke wenigstens ein elektrisch leitendes Kontaktelement vorgesehen, welches mit dem Rotor und dem Gehäuse in elektrisch leitender Verbindung steht, sodass ein elektrischer Strom vom Rotor über das wenigstens eine elektrisch leitende Kontaktelement zum Gehäuse fließen kann. Zusätzlich oder alternativ kann ein solches elektrisch leitendes Kontaktelement beziehungsweise können solche elektrisch leitende Kontaktelemente auch in einer oder mehreren das oder die Gleitstücke durchdringende(n) Bohrung(en) vorgesehen sein.

Günstig ist, wenn das wenigstens eine elektrisch leitende Kontaktelement elastisch zwischen dem Gehäuse und dem Rotor verspannt ist. Dies kann dadurch erreicht werden, dass das elektrisch leitende Kontaktelement selbst elastisch verformbar ist, also als Feder ausgebildet ist, insbesondere aus einem Federstahl, oder dadurch, dass das Kontaktelement durch wenigstens ein Federelement am Rotor oder vorteilhaft am Gehäuse abgestützt ist.

Das oder die elektrischen Kontaktelemente können am Rotor und/oder am Gehäuse montiert sein.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das wenigstens eine elektrisch leitende Kontaktelement stiftförmig, insbesondere mit einem in Radialrichtung zu einer Längsachse des Kontaktelementes vorstehenden Kopf an wenigstens einem axialen Ende des Kontaktelementes. Das Kontaktelement kann beispielsweise als Kohlestift ausgeführt sein. Gemäß einer anderen Ausführungsform ist das Kontaktelement pilzförmig und aus Metall, insbesondere aus Bronze oder Kupfer.

Selbstverständlich sind auch andere als stiftförmige Gestaltungen des wenigstens einen Kontaktelementes möglich, insbesondere aus Metall. Beispielsweise ist das Kontaktelement plattenförmig oder leistenförmig. Dabei kann das Kontaktelement als ebene Platte oder als gebogene Platte eingeführt sein, je nach seiner Erstreckung im Spalt zwischen dem Rotor und dem Gehäuse. Eine Ausführungsform der Erfindung sieht eine kreisförmige oder zylinderförmige Platte in einer im Gehäuse eingebrachten Bohrung oder Ausnehmung vor, in welcher beispielsweise zuvor ein Gleitstück eingebracht war. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist das wenigstens eine Axiallager und/oder das wenigstens eine Radiallager jeweils eine Vielzahl von über dem Umfang des Rotors verteilt angeordnete elektrisch leitende Gleitstücke auf und das wenigstens eine Kontaktelement beziehungsweise die Kontaktelemente ist/sind in Umfangsrichtung zwischen den Gleitstücken des wenigstens einen Axiallagers und/oder Radiallagers positioniert.

Das oder die Gleitstücke können aus einem verschleißärmeren Werkstoff als das wenigstens eine Kontaktelement hergestellt sein. Insbesondere weisen das oder die Gleitstücke eine größere Oberflächenhärte oder insgesamt eine größere Härte auf als das wenigstens eine Kontaktelement.

Wenigstens ein Gleitstück, insbesondere die Gleitstücke des oder der Radiallager sind gemäß einer Ausführungsform der Erfindung als Kippsegment ausgeführt und derart insbesondere im Gehäuse gelagert, dass sich jedes einzelne Kippsegment selbsttätig in Abhängigkeit der wirkenden Kräfte ausrichtet. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind entsprechende Kippsegmente zumindest über einer tangential durch das Radiallager verlaufenden Kippachse und/oder einer axial durch das Radiallager verlaufenden Kippachse beweglich.

Das Axiallager kann insbesondere eine Spurscheibe aufweisen, die in Axialrichtung beidseitig gegenüber dem Gehäuse, insbesondere gegenüber dort positionierten Gleitstücken zwischen dem Gehäuse und der Spurscheibe abgestützt ist.

Das wenigstens eine elektrisch leitende Kontaktelement ist, besonders wenn dieses als Leiste oder Platte ausgeführt ist, gemäß einer Ausführungsform der Erfindung unbeweglich beziehungsweise starr im Gehäuse oder am Rotor gelagert. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das wenigstens eine Kontaktelement in einer in Radialrichtung im Gehäuse eingebrachten Bohrung oder Ausnehmung aufgenommen. Bei mehreren Kontaktelementen können entsprechend mehrere Bohrungen oder Ausnehmungen im Gehäuse vorgesehen sein. Wenn das Kontaktelement einen wie zuvor dargestellten Kopf aufweist, kann dieser teilweise oder vollständig aus der Bohrung beziehungsweise der Ausnehmung in Radialrichtung des Gehäuses herausragen und insbesondere mit seiner dem Rotor abgewandten Seite an einer Fläche im Gehäuse anschlagen beziehungsweise über ein Federelement abgestützt sein.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung stehen ein oder mehrere elektrisch leitende Kontaktelemente bei Inbetriebnahme des Strahlantriebs zunächst über die radial innen angeordneten Oberflächen der Gleitstücke hinaus und verschleißen anschließend während des Betriebs des Strahlantriebs, bis sie mit der radial inneren Oberfläche der Gleitstücke eingeebnet sind. Anschließend erfolgt ein weiterer Verschleiß der Gleitstücke und des wenigstens einen Kontaktelementes in Radialrichtung gleichzeitig, sodass eine permanente Kontaktierung zwischen dem Rotor und dem Gehäuse über das wenigstens eine elektrisch leitende Kontaktelement sichergestellt ist.

Gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Nachrüsten eines wie zuvor dargestellt ausgeführten Strahlantriebs wird wenigstens einer der folgenden Schritte ausgeführt: 1 . Austauschen von wenigstens einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden Gleitstücken zwischen dem Gehäuse und dem Rotor in dem wenigstens einen Axiallager und/oder Radiallager durch wenigstens ein oder mehrere elektrisch leitende Gleitstücke;

2. Einbringen wenigstens eines elektrisch leitenden Kontaktelementes in wenigstens eine Bohrung in wenigstens einem bestehenden Gleitstück zwischen dem Gehäuse und dem Rotor in dem wenigstens einen Axiallager und/oder Radiallager derart, dass das Kontaktelement in elektrisch leitender Verbindung mit dem Gehäuse und dem Rotor steht;

3. Austauschen von wenigstens einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden Gleitstücken zwischen dem Gehäuse und dem Rotor in dem wenigstens einen Axiallager und/oder Radiallager durch wenigstens ein oder mehrere elektrisch leitende Kontaktelemente derart, dass das wenigstens eine Kontaktelement in elektrisch leitender Verbindung mit dem Rotor und dem Gehäuse steht;

4. Einbringen wenigstens eines elektrisch leitenden Kontaktelementes außerhalb von einem oder mehreren bestehenden elektrisch isolierenden Gleitstücken zwischen dem Gehäuse und dem Rotor in dem wenigstens einen Axiallager und/oder Radiallager derart, dass das wenigstens eine Kontaktelement in elektrisch leitender Verbindung mit dem Rotor und dem Gehäuse steht.

Wie zuvor dargestellt, können das oder die elektrisch leitenden Kontaktelemente derart in oder außerhalb des oder der Gleitstücke eingebracht werden, dass sie zunächst über den radial inneren Umfang der Gleitstücke herausragen und sich beim Betrieb des Strahlantriebs abnutzen, bis sie auf einem gemeinsamen inneren Umfang mit dem oder den Gleitstücken liegen. Anschließend erfolgt ein gemeinsames Abnutzen beziehungsweise Verschleißen des wenigstens einen Kontaktelementes und des wenigstens einen Gleitstücks in Radialrichtung des Rotors.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und den Figuren exemplarisch beschrieben werden.

Es zeigen: Figur 1 eine Ausgestaltung eines Strahlantriebs mit einem in Axialrichtung wirkenden Kontaktelement;

Figur 2 eine Vergrößerung eines Ausschnitts aus der Figur 1 mit dem

Kontaktelement;

Figur 3 eine Ausführungsform mit einem in Radialrichtung wirkendem

Kontaktelement;

Figur 4 einen Strahlantrieb mit in ein Radiallager integriertem

Kontaktelement;

Figur 5 eine vergrößerte Darstellung des Radiallagers aus der Figur 4; Figur 6 einen Radialschnitt durch das Radiallager aus der Figur 5; Figur 7 eine alternative Ausgestaltung zur Figur 6.

In der Figur 1 ist ein Strahlantrieb in einem Axialschnitt dargestellt, umfassend eine Antriebseinheit 1 mit einem Rotor 2, an dessen Innenumfang Rotorblätter 3 fixiert sind. Der Rotor 2 ist in einem Gehäuse 4 gelagert. Die Lagerung umfasst zwei Axiallager 5.1 und 5.2, von denen das erste im Bereich eines ersten axialen Endes des Rotors 2 vorgesehen ist und den Rotor 2 in eine erste Axialrichtung abstützt und das zweite im Bereich des anderen axialen Endes des Rotors 2 vorgesehen ist und den Rotor 2 in die entgegengesetzte Axialrichtung abstützt.

Die Lagerung umfasst ferner zwei Radiallager 6.1 und 6.2, von denen jeweils eines im Bereich eines axialen Endes des Rotors 2 vorgesehen ist und den Rotor 2 in Radialrichtung abstützt. Jedes der Axiallager 5.1 , 5.2 und Radiallager 6.1 , 6.2 weist eine Vielzahl von Gleitstücken 7 auf, die zwischen dem Rotor 2 und dem Gehäuse 4 entlang des Umfangs des Rotors 2 über der Drehachse 8 des Rotors 2 positioniert sind. Beispielsweise sind die Gleitstücke 7 starr oder auch beweglich im Gehäuse 4 gelagert. Im letzteren Fall sind zumindest einzelne Gleitstücke 7 vorteilhaft als Kippsegmente ausgeführt, um ein Kippsegmentlager auszubilden.

Die Antriebseinheit 1 ist als elektrische Antriebseinheit ausgeführt, wobei im Gehäuse 4 ein elektrischer Stator 9 und im Rotor 2 eine elektrische Wicklung beziehungsweise vorteilhaft Permanentmagneten 10 vorgesehen sind, um einen elektrischen beziehungsweise elektromagnetischen Antrieb des Rotors 2 zu bewirken.

In der Figur 2 ist ersichtlich, dass anstelle von Gleitstücken in wenigstens einem Axiallager 5.2 ein elektrisch leitendes Kontaktelement 1 1 eingebracht ist, das vorteilhaft in eine Ausnehmung beziehungsweise eine Bohrung 14 im Gehäuse 4 eingesetzt ist, in der vor einer Nachrüstung des Strahlantriebs ein Gleitstück gehalten wurde. Das Kontaktelement 1 1 weist im gezeigten Ausführungsbeispiel eine im Querschnitt kreisförmige oder auch anders gestaltete Platte 12 sowie eine Druckfeder, hier in Form einer Tellerfeder 13 auf, wobei die Tellerfeder 13 die Platte 12 axial gegen den Spurring des Rotors 2 drückt. Die Platte 2 und die Tellerfeder 13 sind aus einem elektrisch leitenden Werkstoff, insbesondere Metall, beispielsweise Bronze, hergestellt, sodass durch Anlage des Kontaktelementes 1 1 am Rotor 2 und am Gehäuse 4 eine elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Rotor 2 und dem Gehäuse 4 hergestellt wird. Mit dieser elektrisch leitenden Verbindung erfolgt ein Potentialausgleich und somit ein Korrosionsschutz.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist im Gehäuse 4 eine Durchgangsbohrung 15 eingebracht und in der Platte 12 ist eine Blindbohrung 16 eingebracht, derart, dass durch die Durchgangsbohrung 15 eine Schraube in die Blindbohrung 16 eingeschraubt werden kann, um zu verhindern, dass während der Montage des Rotors 2 beziehungsweise des Gehäuses 4 das jeweilige Kontaktelement 1 1 aus der Bohrung 14 des Gehäuses 4 herausfällt. Selbstverständlich kommen andere Lösungen in Betracht, beispielsweise könnte, wie durch die gestrichelten Linien angedeutet, das Kontaktelement 1 1 auch stiftförmig ausgeführt sein, wobei die Platte 12 dann beispielsweise als Kopf an einem Ende des Kontaktelementes 1 1 in Radialrichtung zu einer Längsachse des Kontaktelementes 1 1 hervorstehen würde. Andere Gestaltungen sind ebenfalls möglich. Bei der in der Figur 2 gezeigten Ausgestaltung sind insbesondere eine Vielzahl von Gleitstücken des Axiallagers 5.2 durch Kontaktelemente 1 1 ersetzt. Dies kann bei einem der beiden Axiallager oder bei beiden Axiallagern 5.1 , 5.2 entsprechend der Figur 1 vorgesehen sein. Anhand der Figur 3 ist exemplarisch dargestellt, wie ein Kontaktelement 1 1 in eines der Radiallager 6.1 , 6.2 integriert werden kann. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Gleitstücke 7 des Radiallagers 6.1 , 6.2 als Kippsegmente ausgeführt, welche über der Achse 17 kippbar sind. Das oder die Kontaktelemente 1 1 sind in Umfangsrichtung des Radiallagers 6.1 , 6.2 zwischen den Gleitstücken 7 positioniert.

Ein einziges Kontaktelement 1 1 kann ausreichen, vorteilhaft sind jedoch je Radiallager 6.1 , 6.2 mehrere Kontaktelemente 1 1 vorgesehen. Auch bei dem in der Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiel könnte anstelle eines oder mehrerer Gleitstücke 7 des Axiallagers 5.1 , 5.2 ein Kontaktelement 1 1 vorgesehen sein, beispielsweise entsprechend der Darstellung in der Figur 2. In der Figur 4 ist nochmals schematisch der im Gehäuse 4 gelagerte Rotor 2 dargestellt. Man erkennt, dass die Rotorblätter 3 frei radial innen im Rotor 2 münden. Der Rotor 2 ist als nabenfreier Rotor ausgeführt. In der Figur 5 ist eine Vergrößerung des Axiallagers 5.2 und Radiallagers 6.2, die als kombiniertes Axial-Radial-Lager bezeichnet werden können, gezeigt. Man sieht nochmals die Gleitstücke 7 im Axiallager 5.2 und im Radiallager 6.2. Einzelne dieser Gleitstücke 7 können durch elektrisch leitende Kontaktelemente ersetzt werden. Zusätzlich oder alternativ können in Umfangsrichtung zwischen die Gleitstücke 7 elektrisch leitende Kontaktelemente eingesetzt werden, wobei abweichend von der Gestaltung in der Figur 3 die Kontaktelemente 11 auch als Stift, insbesondere elastisch druckbelasteter Stift, in das Gehäuse 4 eingesetzt sein könnten. Ein solcher Stift kann beispielsweise eine zylindrische Form aufweisen oder eine Form, gemäß der Gestaltung aus der Figur 2.

In der Figur 6 sind die Gleitstücke 7 selbst mit Kontaktelementen 1 1 versehen. Diese Kontaktelemente 11 sind hier stiftförmig und beispielsweise als Kohlestift ausgeführt. Insbesondere sind die Kontaktelemente 11 in Durchgangsbohrungen 18 in den Gleitstücken 7 eingebracht und ragen bis in das Material des Gehäuses 4 hinein. Nach der Montage und bei Inbetriebnahme können die Kontaktelemente 11 in Radialrichtung nach innen aus den Gleitstücken 7 hervorstehen und werden dann im weiteren Betrieb durch Kontakt mit dem Rotor 2 abgerieben, bis sie bündig mit der radial inneren Oberfläche der Gleitstücke 7 abschließen.

In der Figur 7 ist als zusätzliche oder alternative Möglichkeit das Vorsehen eines Kontaktelementes 11 in Form einer elastischen Feder, insbesondere aus Federstahl, zwischen dem Rotor 2 und dem Gehäuse 4 gezeigt. Bezugszeichenliste

1 Antriebseinheit

2 Rotor

3 Rotorblätter

4 Gehäuse

5.1 , 5.2 Axiallager

6.1 , 6.2 Radiallager

7 Gleitstück

8 Drehachse

9 Stator

10 Permanentmagnet

1 1 Kontaktelement

12 Platte

13 Tellerfeder

14 Bohrung

15 Durchgangsbohrung

16 Blindbohrung

17 Achse

18 Durchgangsbohrung