Häberle, Friedrich (Fliederstrasse 14, Lauchheim, 73466, DE)
Kress, Dieter (Walkstrasse 87, Aalen, 73431, DE)
Häberle, Friedrich (Fliederstrasse 14, Lauchheim, 73466, DE)
| 1. | Messerplatte mit einer Vorderseite (3), die bei der spanenden Bearbeitung ei¬ ner Bohrungsoberfläche in Drehrichtung eines Werkzeugs (10) weist, einer Oberseite (5), die im montierten Zustand dem Grund¬ körper des Werkzeugs (10) abgewandt ist, mindestens zwei geometrisch definierten Schneiden, die an den Enden einer ersten Seitenkante (15) der Vorderseite (3) liegen, die durch die Schnittlinie der Vorderseite (3) mit der Oberseite (5) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Schneide als Schrupp¬ schneide (17) und die andere Schneide als Schlichtschneide (19) ausgebildet ist. |
| 2. | Messerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die unterschiedlichen Schneiden unterschiedliche Materialien verwendbar sind. |
| 3. | Messerplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass diese als Wendeplatte ausgebildet ist, dass sie eine der Ober seite (5) gegenüber liegende und parallel zu dieser verlaufende Un¬ terseite (7) aufweist, dass die Schnittlinie zwischen Unterseite und Vorderseite eine zweite Seitenkante (15') der Vorderseite (3) dar¬ stellt, an deren Ende eine Schrupp und eine Schlichtschneide (17', 19') vorgesehen sind, und dass die Schruppschneide (17) der ersten Seitenkante (15) diagonal der Schruppschneide (17') der zweiten Seitenkante (15') gegenüber liegt und die Schlichtschneide (19) der ersten Seitenkante (15) der Schlichtschneide (19') der zweiten Sei¬ tenkante (15') diagonal gegenüber liegt. |
| 4. | Messerplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da¬ durch gekennzeichnet, dass diese eine der Vorderseite (3) gegen¬ über liegende und parallel zu dieser verlaufende Rückseite (9) auf¬ weist, die identisch ausgebildet ist wie die Vorderseite. |
| 5. | Messerplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da durch gekennzeichnet, dass die Ober und vorzugsweise Untersei¬ te (5, 7) der Messerplatte (1) mehreckig, vorzugsweise rechteckig oder quadratisch ausgebildet ist. |
| 6. | Messerplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da¬ durch gekennzeichnet, dass eine die Ober und Unterseite (5, 7) durchdringende Bohrung (21) vorgesehen ist, die der Aufnahme ei¬ ner Spannschraube (23) dient. |
| 7. | Werkzeug zur spanenden Bearbeitung von Bohrungsoberflächen mit mindestens einer in die Stirnfläche (41) des Werkzeugs (10) und mindestens einer in die Umfangsfläche (43) des Werkzeugs (10) eingelassenen Messerplatte (1s, 1's; 1 u, 1'u, 1"u), die mindestens zwei geometrisch definierte Schneiden aufweisen, insbesondere mit einer Messerplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge¬ kennzeichnet, dass die eine Schneide der Messerplatten als Schruppschneide (17, 17') und die andere Schneide der Messerplat ten als Schlichtschneide (19, 19') ausgebildet ist, und dass die Schneiden an den beiden Enden einer Seitenkante (15, 15') der Messerplatten angeordnet sind. |
| 8. | Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Messerplatte eine Vorderseite (3) aufweist, die bei der spanenden Bearbeitung eines Werkstücks in Drehrichtung weist und eine Oberseite (5), die im montierten Zustand dem Grundkörper des Werkzeugs (10) abgewandt ist, dass die im montierten Zustand aktiven Schneiden an der Seitenkante (15, 15') der Messerplatte an¬ geordnet sind, die die Schnittlinie der Vorderseite (3) und der Ober seite (5) bildet. |
| 9. | Werkzeug nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Messerplatte als Wendeplatte ausgelegt ist und dass je zwei Schneiden, die sich diagonal auf der Vorderseite (3) gegenüber liegen, gleich sind und dass sich die Schneiden ent lang einer Folge von aneinander grenzenden Seitenkanten abwech¬ seln. |
| 10. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Messerplatte eine der Vorderseite (3) und eine parallel dazu verlaufende gegen über liegende Rückseite (9) aufweist, die identisch ausgebildet ist wie die Vorderseite (3). |
| 11. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerplatten eines Werkzeugs (10) identisch sind. |
| 12. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die in die Stirnseite (41) des Werk zeugs (10) im Wesentlichen tangential zu dieser eingelassene min¬ destens eine Messerplatte der Schlichtbearbeitung oder der Schruppbearbeitung und die in die Umfangsfläche (43) des Werk¬ zeugs (10) im Wesentlichen tangential zu dieser eingelassene min destens eine Messerplatte der Schruppbearbeitung oder der Schlichtbearbeitung dient. |
| 13. | Werkzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch ge¬ kennzeichnet, dass eine Einstellvorrichtung vorgesehen ist, die mit der mindestens einen Schneide in der Stirnseite (41) des Werkzeugs (10) zusammenwirkt. |
| 14. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die der Schruppbearbeitung die¬ nenden Messerplatte der der Schlichtbearbeitung dienenden Mes¬ serplatte in axialer Richtung und in Vorschubrichtung gesehen voreilt. |
| 15. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Umfangsfläche (43) des Werkzeugs (10) eingelassenen Messerplatten in Längsrichtung des Werkzeugs (10) gesehen geneigt sind, wobei die der Schruppbearbeitung dienende Schruppschneide (17') über die Um¬ fangsfläche (43) des Werkzeugs (10) hinausragt und die an dersel¬ ben Seitenkante (15') vorgesehene, der Schlichtbearbeitung dienen¬ de Schlichtschneide (19) gegenüber der Umfangsfläche (43) zurück¬ springt. |
| 16. | Werkzeug nach einem der vorhergehen Ansprüche 7 bis 15, da¬ durch gekennzeichnet, dass die in die Umfangsfläche (43) des Werkzeugs (10) eingelassenen Messerplatten quer zur Längsrich¬ tung des Werkzeugs (10) gesehen geneigt sind, wobei die der Schruppbearbeitung dienende Schruppschneide (17') der Vordersei¬ te (3) weiter über die Umfangsfläche (43) hinausragt, als dies die der Schruppschneide (17) nacheilende der Schlichtbearbeitung dienen¬ de Schlichtschneide (19) der Rückseite (9), die, wie die Schrupp¬ schneide (171) im Bereich der Seitenfläche (13) der Messerplatte (1) angeordnet ist. |
| 17. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass zwei paarweise einander gegen¬ über liegende Messerplatten vorgesehen sind, zwei in der Stirnfläche (41) und zwei in der Umfangsfläche (43). |
| 18. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass in der Umfangsfläche (43) drei vorzugsweise in gleichem Abstand zueinander angeordnete Mes¬ serplatten vorgesehen sind und dass zwischen zweien vorzugs¬ weise mittig je eine Messerplatte in der Stirnfläche (41) vorgesehen ist. |
| 19. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stirnfläche (41) drei Messer¬ platten und in der Umfangsfläche (43) zwei Messerplatten vorgese¬ hen sind. |
| 20. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stirnfläche (41) eine und in der Umfangsfläche (43) vier Messerplatten vorgesehen sind. |
| 21. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Stirnfläche (41) eingesetz¬ te mindestens eine Messerplatte 1s um eine Achse verkippt ist, die auf dem Mittelpunkt der Seitenflächen (11 ,13) steht und/oder um eine Achse verkippt ist, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der Vor¬ derseite (3) und Rückseite (9). |
| 22. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 21 , gekennzeichnet durch mindestens eine in die Umfangsfläche (43) eingesetzte Führungsleiste. |
| 23. | Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwischen zwei Messerplat¬ ten, die in die Stirn oder Umfangsfläche eingesetzt sind, je eine Führungsleiste vorgesehen ist. |
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Messerplatte gemäß Oberbegriff des An- spruchs 1 sowie ein Werkzeug zur spanenden Bearbeitung von Boh¬ rungsoberflächen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 7.
Messerplatten und Werkzeuge der hier angesprochenen Art sind bekannt. Bei den Messerplatten ist vorgesehen, dass diese eine Vorderseite und eine Oberseite aufweisen. Die Vorderseite ist bei der spanenden Bearbeitung einer Bohrungsoberfläche in Drehrich¬ tung eines Werkzeugs gewandt, in die die Messerplatte eingesetzt wird. Die Oberseite weist im montierten Zustand vom Grundkörper des Werkzeugs weg. Die Schnittlinie zwischen Vorder- und Obersei¬ te bildet mindestens zwei geometrisch definierte Schneiden, die an den Enden einer durch die Schnittlinie gebildeten Seitenkante liegen.
Werkzeuge der oben angesprochenen Art weisen mindestens zwei Messerplatten auf, von denen eine in die Stirnfläche und eine andere in die Umfangsfläche des Werkzeugs eingelassen ist. Die Messer¬ platten weisen mindestens zwei geometrisch definierte Schneiden auf.
Nachteil der bekannten Messerplatten und Werkzeuge ist, dass sie nur für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang, die Schrupp- oder Schlichtbearbeitung einer Bohrungsoberfläche eingesetzt werden können. Es ist daher erforderlich, für unterschiedliche Bearbeitungs- Vorgänge verschiedene Messerplatten beziehungsweise Werkzeuge vorzusehen. Bei Verwendung derartiger Messerplatten und Werk¬ zeuge kann es leicht zu Verwechslungen kommen, weil sich Schrupp- und Schlichtschneiden auf den ersten Blick insbesondere bei kleineren Messerplatten nicht ohne weiteres unterscheiden las- sen. Derartige Verwechslungen können zu Schäden an dem bear¬ beiteten Werkstück oder auch an dem Werkzeug führen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Messerplatte und ein Werkzeug zu schaffen, die diese Nachteile nicht aufweisen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Messerplatte vorgeschlagen, die die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine durch eine Schnittlinie von Vorder- und Oberseite gebildete Seitenkante aufweist, an deren Enden je¬ weils geometrisch definierte Schneiden vorgesehen sind. Diese sind verschieden ausgebildet, so dass eine der Schneiden als Schrupp- schneide und die andere als Schlichtschneide einsetzbar ist.
Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird auch ein Werkzeug vorgeschlagen, das die in Anspruch 7 genannten Merkmale aufweist. Es dient der spanenden Bearbeitung von Bohrungsoberflächen und umfasst min- destens eine in die Stirnfläche des Werkzeugs eingesetzte erste Messerplatte und mindestens eine in die Umfangsfläche eingesetzte zweite Messerplatte, die jeweils mindestens zwei geometrisch defi¬ nierte Schneiden aufweisen. Das Werkzeug zeichnet sich dadurch aus, dass die eine Schneide der Messerplatten als Schruppschneide und die andere als Schlichtschneide ausgebildet ist und dass die Schneiden an den beiden Enden einer Seitenkante der Messerplatte angeordnet sind. Durch diese Anordnung der beiden Schneidenty- pen an der Messerplatte ist beispielsweise sichergestellt, dass bei der Anbringung einer Messerplatte an der Umfangsfläche des Werk¬ zeugs deren Schruppschneide in Eingriff mit der zu bearbeitenden Bohrungsoberfläche tritt, und dass entsprechend bei Einbau der Messerplatte in die Stirnfläche des Werkzeugs deren Schlicht¬ schneide auf die zu bearbeitende Bohrungsoberfläche einwirkt. Je nach Ausrichtung der Messerplatte am Grundkörper des Werkzeugs kommen also die verschiedenen Schneidentypen in Eingriff mit dem Werkstück. Einerseits ist es also möglich, gleiche Messerplatten zu verwenden, was die Kosten der Lagerhaltung reduziert. Andererseits ist sichergestellt, dass je nach Montage am Werkzeug die ge¬ wünschte Schneide in Eingriff mit dem Werkstück tritt.
Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Ansicht einer Messerplatte, wobei de¬ ren Vorder- und Oberseite sichtbar sind;
Figur 2 eine weitere perspektivische Ansicht einer Messerplatte gemeinsam mit einer Spannschraube und einem Stellkeil und
Figur 3 eine perspektivische Vorderansicht eines Werkzeugs mit in die Stirn- und Umfangsfläche eingesetzten Messerplatten.
Die in Figur 1 dargestellte Messerplatte 1 weist eine dem Betrachter zugewandte Vorderseite 3 auf, die bei Verwendung der Messerplatte 1 in Drehrichtung des Werkzeugs weist, das unter Verwendung der Messerplatte 1 der spanenden Bearbeitung einer Bohrung dient. Die Messerplatte 1 weist außerdem eine Oberseite 5 auf, die bei Einbau der Messerplatte in ein Werkzeug dessen Grundkörper abgewandt ist. Der Oberseite 5 gegenüber liegend ist eine parallel zu dieser an- geordnete Unterseite 7 vorgesehen, entsprechend ist der Vordersei¬ te 3 gegenüber liegend eine Rückseite 9 vorgesehen, die parallel zur Vorderseite 3 verläuft. Die Vorderseite 3 und die Rückseite 9 gehen über vorzugsweise kreisbogenförmig gekrümmte Bereiche in Seiten¬ flächen 11 und 13 der Messerplatte 1 über, die schmaler sind als die Vorder- und Rückseite der Messerplatte 1. Diese ist hier also, von der Vorderseite 3 aus gesehen, rechteckförmig ausgebildet. Denkbar ist es aber auch, die Messerplatte 1 so auszubilden, dass die Vor¬ derseite 3 quadratisch ist.
Die Schnittlinie der Vorderseite 3 mit der Oberseite 5 bildet eine Sei- tenkante 15, entsprechend bildet die Schnittlinie der Vorderseite 3 mit der Unterseite 7 eine Seitenkante 15'.
An den Enden der Seitenkante 15 sind geometrisch definierte Schneiden vorgesehen, wobei hier die obere Schneide nahe der oberen Seitenfläche 11 als Schruppschneide 17 ausgelegt ist, wäh- rend die am unteren Ende der Seitenkante 15 vorgesehene Schnei¬ de als Schlichtschneide 19 ausgebildet ist. An den gegenüber lie¬ genden Enden der Seitenkante 15 sind also unterschiedliche Schneiden vorhanden.
Die Messerplatte 1 kann auch umgekehrt an einem Werkzeug befes- tigt werden, so dass deren Oberseite 5 zum Grundkörper des Werk¬ zeugs hin gerichtet ist und die Unterseite 7 dem Betrachter zuge¬ wandt ist. Es ist also möglich, die Messerplatte 1 als Wendeplatte auszubilden und um eine gedachte Achse zu drehen, die auf dem Mittelpunkt der Vorderseite 3 senkrecht steht.
Die Seitenkante 15' ist punktsymmetrisch zur Seitenkante 15 ausge¬ bildet: Oben ist eine Schlichtschneide 19' und unten eine Schrupp- schneide 17' vorgesehen. Die Schneiden sind also paarweise diago¬ nal gegenüber liegend gleich und, folgt man den Seitenkanten der Vorderseite 3, jeweils abwechselnd als Schlicht- und Schrupp¬ schneide ausgelegt.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Rückseite 9 identisch ausge- bildet ist wie die Vorderseite. Es ist also möglich, die Messerplatte 1 um eine gedachte Achse um 180° zu drehen, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der oberen oder unteren Seitenfläche 11 , 13 oder der Oberseite 5 oder der Unterseite 7 steht. Würde man die Messerplat¬ te 1 um diese Achse drehen, sähe die Rückseite 9 also identisch aus wie die hier dargestellte Vorderseite 3 und wäre ebenso mit Schlicht- und Schruppschneiden versehen.
Figur 1 zeigt schließlich noch, dass die Messerplatte 1 eine die Oberseite 5 und die Rückseite 9 senkrecht durchdringende Bohrung 21 aufweist. Die der Aufnahme einer hier nicht dargestellten Spann- schraube 23 dient, mit der die Messerplatte 1 am Grundkörper eines Werkzeugs befestigt werden kann.
Die Messerplatte 1 wird im Wesentlichen tangential zur Stirnfläche und/oder zur Umfangsfläche eines Werkzeugs an dessen Grundkör¬ per befestigt. Die über die Schruppschneide 17, 17' bezieh ungswei- se Schlichtschneide 19, 19' in die Messerplatte eingeleiteten Kräfte verlaufen im Wesentlichen senkrecht zur Mittelachse der die Spann- schraube 23 in der Bohrung 21. Eine derartige Messerplatte wird als Tangentialplatte bezeichnet.
Figur 2 zeigt die Messerplatte 1 gemäß Figur 1 in perspektivischer Ansicht nach einer Drehung um 90° um eine gedachte Achse, die senkrecht auf den Seitenflächen 11 und 13 steht. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, so dass insofern auf die Be¬ schreibung zu Figur 1 verwiesen wird, um Wiederholungen zu ver¬ meiden.
Bei der Darstellung gemäß Figur 2 ist die mit einem Außengewinde versehene Spannschraube 23 zu erkennen, die die Messerplatte 1 durchdringt und in den hier nicht dargestellten Grundkörper eines Werkzeugs eingreift.
An der unteren Seitenfläche 13 liegt ein Stellkeil 25 an, der mittels einer Stellschraube 27 am Grundkörper des Werkzeugs befestigt wird, die vorzugsweise zwei Gewindebereiche aufweist, die gegen¬ läufig ausgebildet sind. Ein erster Gewindebereich wirkt mit dem Stellkeil 25, ein zweiter mit dem Grundkörper des Werkzeugs zu¬ sammen.
Ein Stellkeil 25 der hier angesprochenen Art ist grundsätzlich be- kannt. Er dient hier dazu, die Position der Messerplatte 1 senkrecht zur Mittelachse der Spannschraube 23 zu verändern, um beispiels¬ weise den radialen Überstand einer in die Stirnfläche eines Werk¬ zeugs eingesetzten Messerplatte 1 einzustellen, indem er mit Hilfe der Stellschraube 27 in Richtung von deren Mittelachse verlagerbar ist. Aus der Darstellung gemäß Figur 2 ist ersichtlich, dass die Schrupp¬ schneide 17 eine außen umlaufende Schutzfase 29 mit einem Spanwinkel von 0° aufweist, das heißt, die Schutzfase schließt mit der Oberseite 5 einen Winkel von 90° ein. An die Schutzfase schließt sich eine Hauptspanfläche 31 an, die in eine Spanbrecherkante 33 übergeht. Von der Schruppschneide 17 abgetragene Späne laufen also von der Schutzfase 29 über die Hauptspanfläche 31 zur Span¬ brecherkante 33 ab, wo sie gebrochen werden.
Die Schlichtschneide 19 weist zwei Spanflächen auf, wobei eine ers- te Spanfläche 35 unter einem steileren Winkel von der Schlicht¬ schneide 19 abfällt als eine sich daran anschließende zweite Span¬ fläche 37. Die beiden Spanflächen gehen in eine Spanbrecherkante 39 über, an der von der Schlichtschneide 19 abgetragene Späne, die über die beiden Spanflächen 35 und 37 ablaufen, gebrochen wer- den.
Die anhand von Figur 2 erläuterten Ausgestaltungen der Schrupp¬ schneide 17 und der Schlichtschneide 19 sind auch in Figur 1 er¬ sichtlich, in die die hier erwähnten Bezugszeichen ebenfalls einge¬ tragen wurden.
Auch in Figur 1 wird deutlich, dass insbesondere die Schutzfase 29 sehr schmal ausgebildet ist, was durch zwei in geringem Abstand zueinander verlaufende Linien angedeutet ist.
Zusammenfassend wird zu den Erläuterungen zu den Figuren 1 und 2 festgehalten, dass die Messerplatte 1 vorzugsweise identische Be- grenzungsflächen aufweist, nämlich identische Vorder- und Rücksei¬ ten 3, 9, identische Ober- und Unterseiten 5 und 7 sowie identische Seitenflächen 11 und 13. Die auf den Vorder- und Rückseiten 3 und 9 vorgesehenen Schrupp- und Schlichtschneiden 17, 17' und 19, 19' sind paarweise einander gegenüber liegend an den Seitenkanten 15 und 15' von Vorder- und Rückseite 3, 9 angeordnet. Dadurch ist die Messerplatte 1 als Wechselplatte verwendbar. Sie kann um eine senkrecht auf dem Mittelpunkt der Ober- oder Unterseite 5, 7 um 180° gedreht werden oder um eine Achse, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der Vorder- oder Rückseite 3, 9 stehende Achse oder um eine Achse, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der Seitenflächen 11 oder 13 steht.
Figur 3 zeigt ein Werkzeug 10 in perspektivischer Ansicht von schräg vorne. Figur 3 zeigt also die Stirnfläche 41 und die Umfangsfläche 43 des Werkzeugs 10, in die jeweils mindestens eine Messerplatte 1 gemäß den Figuren 1 und 2 im Wesentlichen tangential eingesetzt ist. Das Werkzeug 10 ist im linken Bereich abgebrochen. Es kann direkt oder über einen Adapter mit einer Werkzeugmaschine oder auch mit anderen Werkzeugen verbunden werden, worauf hier nicht weiter eingegangen wird.
Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind in die Stirnflä¬ che 41 zwei Messerplatten 1s und 1's eingesetzt. Diese Messerplat- ten sind identisch aufgebaut wie die oben beschriebenen. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen. Es wird insofern auf die Beschreibung zu den Figuren 1 und 2 verwiesen.
Die Messerplatten 1s und 1's sind quasi tangential in die Stirnfläche 41 eingesetzt, so dass deren dem Betrachter zugewandte Flächen im Wesentlichen parallel zur Stirnfläche 41 verlaufen. Es sind hier Stellkeile 25 vorgesehen, mit denen der Überstand der Messerplat¬ ten 1s, 1 's über die Umfangsfläche 43 einstellbar ist. Bei der Darstellung gemäß Figur 3 sind die Messerplatten 1 in der Position in die Stirnfläche eingebaut, die sich aus Figur 2 ergibt. Dem Betrachter von Figur 3 sind also die Unterseiten 7 zugewandt.
Bei der Messerplatte 1s ist die Vorderseite 3 mit der außen liegen- den Schlichtschneide 19' zu erkennen, die bei Einbringung des Werkzeugs 10 in eine zu bearbeitende Bohrung mit deren Oberflä¬ che in Eingriff tritt.
In der durch einen Pfeil 45 angedeuteten Drehrichtung des Werk¬ zeugs 10 gesehen, ist vor der Vorderseite 3 eine Spannut 47 vorge- sehen, über die von der Messerplatte 1s abgetragene Späne ablau¬ fen können. Eine entsprechende Spannut ist auch bei der Messer¬ platte 1's vorgesehen.
Die Messerplatte 1s weist, wie anhand von Figur 2 erläutert, eine Rückseite 9 auf, die hier verdeckt ist. Erkennbar ist die Seitenkante 15 mit der Schlichtschneide 17 und der Schruppschneide 19. Es ist ersichtlich, dass die Schlichtschneide 19' der Vorderseite gemein¬ sam mit der Schruppschneide 17' an der Seitenkante 15 angeordnet ist.
Der Mittelachse 49 des Werkzeugs 10 ist die Seitenfläche 11 abge- wandet.
Die Messerplatte 1s ist aus der exakten Tangentiallage leicht ver¬ schwenkt. Die außen liegende Seitenfläche 11 liegt etwas höher als die gegenüber liegende, am Stellkeil 25 anliegende Seitenfläche 13. Damit liegt die der Vorderseite 3 zugeordnete Schlichtschneide 19' höher als die im Bereich der gleichen Seitenkante 15 vorgesehene Schruppschneide 17'. Mit anderen Worten: Die Schlichtschneide 19' ragt weiter über die Stirnfläche 41 des Werkzeugs 10 heraus als die Schruppschneide 17'. Die Messerplatte 1s ist damit verschwenkt um eine auf dem Mittelpunkt der Vorderseite 3 stehende senkrechte Achse.
Die Messerplatte 1s ist außerdem um eine Achse verschwenkt, die senkrecht auf der Seitenfläche 13 und damit auf der Seitenfläche 11 steht. Dabei ist vorgesehen, dass die Schlichtschneide 19' der Vor¬ derseite 3 etwas höher angeordnet ist und damit weiter über die Stirnfläche 41 hinaus ragt als die der Rückseite 9 zugeordnete Schruppschneide 17.
Durch die beiden überlagerten Verschwenkungen bildet die Schlicht¬ schneide gegenüber der Stirnfläche 41 den höchsten Punkt der Messerplatte 1s. Da die Vorder- und Rückseite 3, 9, die Ober- und Unterseite 5, 7, die Seitenflächen 11 und 13 identisch ausgebildet sind, kann die Messerplatte 1s beliebig in die Stirnfläche 41 des Werkzeugs 10 eingesetzt werden. Es ist also unbeachtlich, ob, wie in Figur 3 dargestellt, die Unterseite 7 nach vorne zeigt oder die Ober¬ seite 5, ob die Seitenfläche 11 nach außen weist, oder die Seitenflä¬ che 13. Da die Messerplatte 1s um die beiden oben beschriebenen Achsen verkippt ist und die Schlichtschneide der Vorderseite stets den höchsten Punkt bildet, dient die Messerplatte der hier angespro¬ chenen Art, die in die Stirnseite 41 des Werkzeugs 10 eingesetzt ist, stets der Schlichtbearbeitung.
Die spezielle gegenüber einer exakt tangentialen Anordnung leicht abweichende Positionierung der Messerplatte in der Stirnseite gilt für alle Messerplatten, die in ein Werkzeug 10 eingesetzt sind, hier also für die beiden Messerplatten 1s und 1 's. Es zeigt sich also, dass unabhängig von der Anzahl der in die Stirn¬ fläche 41 eingesetzten Messerplatten und unabhängig von deren Anordnung stets eine Schlichtschneide zur Bearbeitung eines Werk¬ stücks zur Verfügung steht. Obwohl also die Messerplatte sowohl Schrupp- als auch Schlichtschneiden aufweisen, wird bei Einbau in die Stirnfläche stets die gewünschte Schlichtschneide als aktive Schneide zur Verfügung gestellt.
Figur 3 zeigt auch die die Messerplatten 1s und 1's durchdringenden Spannschrauben 23, mit denen die Messerplatten am Grundkörper des Werkzeugs 10 befestigt sind.
Gedachte Verbindungslinien zwischen den Mittelpunkten der Schrauben 23, die die Messerplatten 1s und 1's halten, und der Mit¬ telachse 49 des Werkzeugs 10, schließen beispielsweise einen Win¬ kel von 120° ein. Die Messerplatten 1s und 1's sind symmetrisch zu einer senkrecht zur Stirnfläche 41 verlaufenden, die Mittelachse 49 schneidenden Durchmesserlinie 51 angeordnet.
In dem Bereich, in dem die Durchmesserlinie 51 die Umfangsfläche 43 des Werkzeugs 1 oben schneidet, ist eine Messerplatte 1u einge¬ setzt. Auch hier ist die Vorderseite 3 der Messerplatte ersichtlich, die eine Schruppschneide 17' aufweist. Diese trägt bei Einsatz des Werkzeuges 10 von einer Bohrungswandung Späne ab. Bei der Darstellung gemäß Figur 3 wird davon ausgegangen, dass die in Figur 2 als Rückseie 7 bezeichnete Fläche der Messerplatte 1 u der Mittelachse 49 des Werkzeugs 10 abgewandt ist, also nach außen weist. Die anhand der Figuren 1 und 2 erläuterte Seitenfläche 13 ist hier dem Betrachter zugewandt. Die der Vorderseite 3 gegenüberlie¬ gende Rückseite 9 ist hier nicht sichtbar. Diese weist wie die Vorder- seite 3 Schrupp- und Schlichtschneiden auf, von denen die Schlicht¬ schneide 17' und die Schlichtschneide 19 erkennbar sind.
Deutlich erkennbar ist, dass die Messerplatte 1u zwar im Wesentli¬ chen tangential in die Umfangsfläche 43 eingesetzt ist, tatsächlich aber unter einem Winkel gegenüber dieser geneigt ist, und zwar dergestalt, dass die Schruppschneide 17' über die Umfangsfläche 43 vorsteht, während die gegenüber liegende ebenfalls der Seitenkante 15' zugeordnete Schlichtschneide 19' gegenüber der Umfangsfläche 43 nach innen in Richtung auf die Mittelachse 49 versetzt angeord- net ist.
Die Messerplatte 1 u ist zusätzlich um eine Achse verdreht in der Um¬ fangsfläche 43 angeordnet, die auf dem Mittelpunkt der Seitenfläche 13 senkrecht steht, und zwar dergestalt, dass die Schruppschneide 17' der Vorderseite 3 etwas weiter über die Umfangsfläche 43 ragt, als die auf der Rückseite 9 vorgesehene Schlichtschneide 19.
Letztlich ist also die Messerplatte 1u aus einer exakt tangentialen Position in zwei Richtungen verkippt, nämlich um eine Achse, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der Vorderseite steht, und um die Achse, die senkrecht auf dem Mittelpunkt der Seitenfläche 13 steht. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die aktive Schneide der Messerplatte 1u, nämlich die Schruppschneide 17', am weitesten über die Umfangsfläche 43 des Werkzeugs 1 hinaus steht und dass sowohl die an der Vorderseite 3 vorgesehene Schlichtschneide 19' als auch die an der Rückseite 9 vorgesehene Schlichtschneide 19 gegenüber dieser aktiven Schneide zurückspringen.
Die hier beschriebene Anordnung der Messerplatte 1 u in der Um¬ fangsfläche 43 des Werkzeugs 1 ist bei allen Messerplatten iden- tisch, die quasi tangential in die Umfangsfläche 43 angeordnet sind unabhängig davon, ob die Vorder- oder Rückseite der Mittelachse 49 abgewandt ist oder ob die Seitenfläche 11 oder 13 dem Betrachter von Figur 3 zugewandt ist.
In Drehrichtung gesehen, ist vor der Vorderseite 3 der Messerplatte 1 u wiederum ein Spanraum 47 vorgesehen.
Bei dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind in gleich¬ mäßigem Abstand zueinander drei Messerplatten 1u, 1'u und 1"u vorgesehen, deren Orientierung identisch ist, wie bei der Messerplat- te 1 u erläutert.
In Umfangsrichtung gesehen sind zwischen der Messerplatte 1"u und 1s sowie zwischen 1s und 1 u, 1 u und 1's sowie zwischen 1's und 1'u jeweils Führungsleisten vorgesehen. Zwischen den Messer¬ platten 1'u und 1"u sind zwei Führungsleisten 53 vorgesehen, die symmetrisch zur Durchmesserlinie 51 angeordnet sind.
Die anhand von Figur 3 erläuterten Führungsleisten erlauben es, Werkzeuge 10 mit einer hohen Auskraglänge zu realisieren.
Die Führungsleisten sind auf übliche Weise in in die Umfangsfläche 43 eingebrachte Nuten 55 eingesetzt und erstrecken sich in Richtung der Mittelachse 49 gesehen über einen Bereich, der größer ist als die in dieser Richtung gemessene Ausdehnung der Messerplatten 1 u, 1'u und 1"u. Sie dienen dazu, das Werkzeug 10 in einer bearbei¬ teten Bohrung sicher zu führen.
Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass das Werkzeug 10 also mindestens eine in die Stirnfläche 41 und in die Umfangsfläche 43 eingesetzte Messerplatte 1s, 1u aufweist, die jeweils mindestens zwei geomet¬ risch definierte Schneiden umfassen. Die Schneiden jeder der Mes¬ serplatten sind als Schruppschneide 17 und als Schlichtschneide 19 ausgebildet. Hier sind Wendeplatten vorgesehen, die jeweils diago- nal gegenüber liegende Schruppschneiden 17, 17' und Schlicht¬ schneiden 19, 19' aufweisen, was anhand von Figur 1 und 2 im Ein¬ zelnen erläutert wurde.
Die Messerplatten sind so ausgebildet, dass bei deren Einbau in die Stirnfläche 41 deren Schlichtschneiden 19 mit der zu bearbeitenden Bohrung in Eingriff treten und bei Einbau in die Umfangsfläche 43 deren Schruppschneiden 19 die Bohrungsoberfläche bearbeiten. Dabei ist es völlig unbeachtlich, ob die Messerplatten mit ihrer Ober¬ seite 5 oder ihrer Unterseite 7 dem Grundkörper des Werkzeugs 10 zugewandt sind. Auch ist es möglich, die Messerplatten um die Mit- telachse der Spannschraube 23 um 180° verdreht einzubauen. Im¬ mer sind in Abhängigkeit von der Einbaulage die gewünschten Schneiden in Eingriff: Bei Einbau in die Umfangsfläche 43 die Schruppschneiden 19, 19' und bei Einbau in die Stirnfläche 41 die Schlichtschneiden 17, 17'. Es ist also ausgeschlossen, dass eine der Messerplatten falsch in das Werkzeug 10 eingesetzt wird. Voraus¬ setzung ist allerdings - und das ist für einen Fachmann selbstver¬ ständlich -, dass jeweils eine Vorderseite 3 oder Rückseite 7 in Dreh¬ richtung weist.
Da alle Messerplatten identisch sind, ist die Lagerhaltung sehr ver- einfacht, Reparaturarbeiten und die Erstbestückung eines Werk¬ zeugs sind einfach durchführbar, weil ein Fehleinbau von Messer¬ platten nicht möglich ist. Die hier beschriebenen Messerplatten können allerdings nur mit Werkzeugen verwendet werden, die bei der Bearbeitung einer Boh¬ rungsoberfläche in die durch den Pfeil 45 angedeutete Drehrichtung versetzt werden. Bei einer Umkehr der Drehrichtung müssen die Messerplatten spiegelbildlich ausgebildet werden, das heißt, an den Ecken, an denen hier Schlichtschneiden vorgesehen sind, müssen Schruppschneiden vorgesehen werden und umgekehrt.
Das hier beschriebene Werkzeug 10 zeichnet sich dadurch aus, dass es problemlos mit Messerplatten bestückt werden kann, wobei identische Messerplatten verwendet werden können, obwohl das Werkzeug sowohl der Vor-, als auch der Fertigbearbeitung dient, indem je nach Einbaulage der Messerplatten deren Schrupp- oder Schlichtschneiden mit der zu bearbeitenden Bohrungswandung in Eingriff treten. Dabei ist vorgesehen, dass die Schruppschneiden in axialer Richtung gesehen, also in Richtung der Mittelachse 49, den Schlichtschneiden voreilen. Dagegen ragen die Schlichtschneiden in radialer Richtung gesehen weiter über die Umfangsfläche 43 hinaus als die Schruppschneiden.
Die Anzahl der Schlicht- und Schruppschneiden kann an verschie- dene Gegebenheiten angepasst werden. Es ist beispielsweise mög¬ lich, zwei paarweise gegenüber liegende Messerplatten vorzusehen, wobei zwei gegenüber liegende Messerplatten in der Stirnfläche 41 liegen und um 90° dazu versetzt zwei Messerplatten in der Umfang¬ fläche 43 angeordnet sind. Denkbar ist es aber auch, in die Stirnflä- che 41 drei Messerplatten einzubauen und in die Umfangsfläche 43 lediglich zwei Messerplatten. Umgekehrt können in der Umfangsflä¬ che drei und in der Stirnfläche zwei Messerplatten vorgesehen sein. Beispielsweise ist es auch möglich, vier Messerplatten in die Um- fangsfläche 43 zur Vorbearbeitung und lediglich eine Messerplatte in die Stirnfläche 41 zur Fertigbearbeitung einzusetzen. Allerdings ist hier nur eine geringere Vorschubgeschwindigkeit realisierbar.
Aus den Erläuterungen wird noch deutlich, dass die Messerplatten von oben oder unten gesehen, also in Richtung der Mittelachse der Bohrung 21 gesehen, rechteckig oder quadratisch ausgebildet sein können. Letztlich können aber auch Messerplatten mit drei oder mehr als vier Ecken realisiert werden. Entscheidend ist die hier vor¬ gesehene Verteilung der Schrupp- und Schlichtschneiden, um zu gewährleisten, dass bei praktisch tangentialem Einbau in die Stirn¬ fläche 41 die Schlichtschneiden aktiv sind, während bei tangentialem Einbau in die Umfangsfläche 43 die Schruppschneiden mit dem zu bearbeitenden Werkzeug in Eingriff treten. Dabei kann, wie anhand von Figur 3 erläutert, eine Neigung der in die Umfangsfläche 43 ein- gesetzten Messerplatten vorgesehen werden, um einen sanfteren Anschnitt mit dicker werdendem Span zu ermöglichen.
Aus den Erläuterungen wird deutlich, dass bei einem Werkzeug 10 der hier beschriebenen Art in dessen Stirnfläche 41 auch Messer¬ platten eingebaut werden können, deren Schruppschneiden aktiv sind, während in die Umfangsfläche 43 Messerplatten eingesetzt werden, deren Schlichtschneiden mit dem zu bearbeitenden Werk¬ zeug in Eingriff treten. Es ist also grundsätzlich möglich, den anhand von Figur 3 erläuterten Aufbau des Werkzeugs 10 beizubehalten, aber durch entsprechende Auslegung der Messerplatten Schlicht- schneiden in der Stirnseite 41 und Schruppschneiden in der Um¬ fangsfläche 43 aktiv werden zu lassen. Vorzugsweise wären auch bei dieser geänderten Ausführungsform die Messerplatten mittels einer Justiereinrichtung einstellbar, deren Schlichtschneiden mit dem zu bearbeitenden Werkstück in Eingriff treten. Entscheidend ist dann neben der Auslegung der Messerplatten die Anordnung der Schnei¬ den: die Schlichtschneiden eilen gegenüber den Schruppschneiden in axialer Richtung gesehen nach und in radialer Richtung gesehen vor. Entsprechend eilen die Schruppschneiden gegenüber den Schlichtschneiden in axialer Richtung gesehen vor und in radialer Richtung gesehen nach.
Schließlich ist es auch noch möglich, nicht nur die Kontur der Schlicht- und Schruppschneiden unterschiedlich zu wählen, wie dies oben beschrieben wurde. Es können auch im Bereich der Schrupp- und Schlichtschneiden unterschiedliche Materialien eingesetzt wer¬ den. Beispielsweise kann im Bereich der Schruppschneide Hartme¬ tall vorgesehen werden, während im Bereich der Schlichtschneide beispielsweise eine PKD-Beschichtung oder aber ein Schneideinsatz vorgesehen werden kann.
Wesentlich ist der Grundgedanke, dass in Zusammenhang mit ei¬ nem Werkzeug 10 gleichartige Messerplatten verwendet werden können, obwohl das Werkzeug sowohl der Vor- als auch der Fertig¬ bearbeitung dient. Je nach Einbaulage der Messerplatten und deren Ausgestaltung kommen immer nur deren Schrupp- oder Schlicht¬ schneiden mit der zu bearbeitenden Bohrungswandung in Eingriff.
