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Title:
LAMINA-LIKE IRON PIGMENTS, MAGNETORHEOLOGICAL FLUID AND DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/004236
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to lamina-like iron pigments produced by the deformation of carbonyl iron powder, the lamina-like iron pigments having a size distribution of a D-50 value in a range of 3 to 16 μm and a size-to-thickness ratio in a range of 2 to 50. The invention further relates to a magnetorheological fluid containing the lamina-like iron pigments according to the invention, and to a device containing the magnetorheological fluid.

Inventors:
WOLFRUM, Christian (Doris-Ruppenstein-Str. 9, Erlangen, 91052, DE)
TRUMMER, Stefan (Valznerweiherstr. 79, Nürnberg, 90489, DE)
GREB, Marco (Mathildenstr. 24, Nürnberg, 90489, DE)
Application Number:
EP2011/061268
Publication Date:
January 12, 2012
Filing Date:
July 05, 2011
Export Citation:
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Assignee:
ECKART GMBH (Güntersthal 4, Hartenstein, 91235, DE)
WOLFRUM, Christian (Doris-Ruppenstein-Str. 9, Erlangen, 91052, DE)
TRUMMER, Stefan (Valznerweiherstr. 79, Nürnberg, 90489, DE)
GREB, Marco (Mathildenstr. 24, Nürnberg, 90489, DE)
International Classes:
C09C1/62; H01F1/44
Attorney, Agent or Firm:
WALCHER, Armin (Louis Pöhlau Lohrentz, Postfach 30 55, Nürnberg, 90014, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Plättchenförmige Eisenpigmente, hergestellt durch Verformung von

Carbonyleisengrieß,

dadurch gekennzeichnet,

dass die plättchenförmigen Eisenpigmente eine Größenverteilung mit einem Dso-Wert aus einem Bereich von 3 bis 16 μιη und ein Größen- Dicken-Verhältnis aus einem Bereich von 2 bis 50 aufweisen.

Plättchenförmige Eisenpigmente nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die plättchenförmigen Eisenpigmente ein Größen-Dicken-Verhältnis aus einem Bereich von 3 bis 30 aufweisen.

Plättchenförmige Eisenpigmente nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die plättchenförmigen Eisenpigmente einen Randbereich mit einem Rundlichkeitsfaktor gemäß Formel (I) aufweisen: N

^ Äquivalentumfang

(i),

T Länge Umfanglinie

wobei der Rundlichkeitsfaktor vorzugsweise in einem Bereich von 0,83 bis 0,98 liegt.

Plättchenförmige Eisenpigmente nach einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die plättchenförmigen Eisenpigmente im Randbereich im

Wesentlichen keine ineinander eingreifenden Strukturen aufweisen.

Plättchenförmige Eisenpigmente nach einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die plättchenförmigen Eisenpigmente wenigstens eine, vorzugsweise umhüllende, Beschichtung aufweisen.

Magnetorheologisches Fluid,

dadurch gekennzeichnet,

dass es plättchenförmige Eisenpigmente nach einem der vorhergehenden Ansprüche und Trägerfluid enthält.

Magnetorheologisches Fluid nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Anteil an plättchenförmigen Eisenpigmenten in einem Bereich von 25 bis 90 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des

magnetorheologischen Fluids, liegt.

8. Magnetorheologisches Fluid nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass das magnetorheologische Fluid keine weiteren plättchenförmigen Thixotropiermittel enthält.

9. Magnetorheologisches Fluid nach einem der Ansprüche 6 bis 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Trägerfluid aus Gruppe, die aus Wasser, wasserhaltigen Fluiden, ölhaltigen Fluiden, öl, Kohlenwasserstoffen, Silikonen und Mischungen davon besteht, ausgewählt wird.

10. Magnetorheologisches Fluid nach einem der Ansprüche 6 bis 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Anteil an Trägerfluid in einem Bereich von 2 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht an magnetorheologischem Fluid, liegt.

11. Magnetorheologisches Fluid nach einem der Ansprüche 6 bis 10,

dadurch gekennzeichnet,

dass das magnetorheologische Fluid ohne Anlegung eines Magnetfeldes bei einer Temperatur von 40°C und einer Scherrate von 650 s"1 eine

Viskosität im Bereich von 3 bis 1.000 Pa s aufweist, wobei die Viskosität mit einen Anton-Paar-Viskosimeter MCR 301 (Anton Paar, Deutschland) bestimmt wird, wobei bei einem Viskositätsbereich bis 20 mPa s als Probenraum eine Zylinder-Geometrie und bei Viskositäten größer 20 mPa s in einer Kegel-Platte-Geometrie (20 mm Durchmesser, Messspalt 1 mm) gemessen wird.

12. Verwendung von plättchenförmigen Eisenpigmenten nach einem der

Ansprüche 1 bis 5 zur Herstellung eines magnetorheologischen Fluids. Vorrichtung,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Vorrichtung ein magnetorheologisches Fluid nach einem der Ansprüche 6 bis 1 1 enthält.

Vorrichtung nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Vorrichtung aus der Gruppe, die aus Bremsen, Dämpfer, Kupplungen, Lagern, Lenksystemen, Dichtungen, Prothesen und Aktoren besteht, ausgewählt wird.

Description:
Plättchenförmige Eisenpigmente, magnetorheologisches Fluid und

Vorrichtung

Die vorliegende Erfindung betrifft plättchenförmige Eisenpigmente, die durch mechanische Verformung von Carbonyleisenpulver hergestellt sind, sowie deren Verwendung in einem magnetorheologischen Fluid. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein magnetorheologisches Fluid, das plättchenförmige Eisenpigmente enthält, sowie eine Vorrichtung, die das erfindungsgemäße magnetorheologische Fluid enthält.

Magnetorheologische Fluide (MRF) sind Suspensionen, die in einem

Trägerfluid verteilte magnetische oder magnetisierbare Teilchen enthalten, wobei sich die Viskosität der magnetorheologischen Flüssigkeit unter Anlegung eines Magnetfeldes stark verändert. Die Viskosität kann sich dabei so stark erhöhen, dass sich das magnetorheologische Fluid verfestigt.

Bei Einwirkung eines Magnetfeldes auf das magnetorheologische Fluid (MRF) werden die Partikel ausgerichtet und bilden Kettenstrukturen entlang der magnetischen Feldlinie. Mit dem Ansteigen der magnetischen

Feldstärke wird die Viskosität des magnetorheologischen Fluids erhöht. Bei Abschaltung des Magnetfeldes nimmt die Viskosität ab, da die

magnetischen oder magnetisierbaren Partikel eine statistische Verteilung einnehmen, mithin die in dem Fluid von den magnetischen oder

magnetisierbaren Partikeln ausgebildeten Ketten zerfallen.

Die magnetorheologischen Fluide finden Anwendung in Fahrwerks- Stoßdämpfern, Dämpfern in Sitzen, Motorlagern, Aliradantrieb-Kupplungen, Dämpfern in Brücken oder Hochhäusern oder auch in der Medizintechnik in Prothesen.

Die WO 01/03150 A1 betrifft ein magnetorheologisches Material, das ein Trägerfluid, magnetisierbare sphärische Partikel mit einem

durchschnittlichen Durchmesser von 0,1 bis 1000 pm und einen von

Benton it stammenden hydrophoben organmineralischen Ton enthält. Der hydrophobe organmineralische Ton wird als Anti-Absetzmittei,

Verdickungsmittel und Rheologiehilfsmittel verwendet.

Das US-Patent US 5,667,715 offenbart ein magnetorheologisches Fluid, bei dem sphärische magnetische Partikei in einem Fluid dispergiert sind, wobei die sphärischen Partikel aus zwei Gruppen von Partikeln mit

unterschiedlichen Durchmesserverteilungen bestehen.

Das europäische Patent EP 0 856 190 B1 offenbart ein

magnetorheologisches Fluid mit einer Komponente aus magnetisierbaren Partikeln, die eine partielle Packungsdichte von wenigstens 0,50 vor dem Ansatz in dem magnetorheologischen Fluid aufweisen. Um diese

Packungsdichte zu erreichen werden mindestens zwei Meta!lpulver miteinander vermischt, die jedes für sich eine partielle Packungsdichte von weniger als 0,50 besitzen. Dadurch werden Partikelmischungen erhalten, die im Hinblick auf ihre Partikeiverteilung bimodal, trimodal oder multimodal sind.

Aus der WO 02/25674 A2 ist eine magnetorheoiogische

Fettzusammensetzung bekannt, die neben magnetisierbaren Partikeln und einem Trägerfluid 30 bis 90 Vol.-% Verdickungsmittel enthält. Die

magnetisierbaren Partikel weisen dabei eine sphärische, eiipsoide oder irreguläre Form auf, die durch Zerstäubung von geschmolzenem Eisen erhalten werden kann.

Das europäische Patent EP 0 845 790 B1 offenbart magnetorheoiogische Flüssigkeiten, die magnetisierbare Teilchen, eine oleophile Flüssigkeit und optional ein Verdickungsmittel enthalten, wobei die magnetisierbaren Teilchen zunächst silanisiert und sodann mit einem organischen Polymer beschichtet sind.

Die magnetisierbaren Teilchen können unregelmäßig, Stäbchen- oder nadeiförmig geformt sein. Bevorzugt wird jedoch, dass die magnetisierbaren Teilchen kugelförmig vorliegen.

Die DE 10 2004 041 651 A1 betrifft magnetorheoiogische Materialien, die magnetische und nicht-magnetische anorganische Materialien und/oder Kompositpartikel davon enthalten. Die nicht-magnetischen anorganischen Materialien können dabei anisotrope Partikel wie Plättchen oder Stäbchen sein. Als Plättchen werden Schichtsilikate, wie beispielsweise Glimmer, bevorzugt.

Aus dem europäischen Patent EP 0 672 294 B1 ist ein

magnetorheologisches Material bekannt, bei dem die magnetisierbaren Partikel oberflächlich von Kontaminationsprodukten befreit sind. Aus dem europäischen Patent EP 0 755 563 B1 ist ein

magnetorheologisches Material bekannt, bei dem die Kontaminationen auf den magnetisierbaren Partikeln nicht oder nicht vollständig entfernt worden sind.

Die US 2006/0033068 A1 offenbart ein magnetorheologisches Fluid, wobei die magnetisierbaren Partikel eine Gruppe mit einem niedrigen Größen- Dicken-Verhältnis von 1 bis weniger als 1 ,5 aufweisen, mithin kugelförmig sind, und eine zweite Gruppe, die ein Größen-Dicken-Verhältnis von größer als 1 ,5 aufweist.

Die US 2006/0033069 A1 offenbart ein magnetorheologisches Fluid, in dem eine Vielzahl von magnetisierbaren Partikeln mit einem kleinen Größen- Dicken-Verhältnis mit ineinandergreifenden Strukturen vorhanden sind. Ferner wird ein magnetorheologisches Fluid offenbart, bei dem die magnetisierbaren Partikel eine Vielzahl von Partikeln mit großem Größen- Dicken-Verhältnis von mehr als 1 ,5, aufweisen, wobei das

magnetorheologische Fluid vorzugsweise zusätzlich eine Vielzahl von magnetisierbaren Partikeln mit ineinandergreifenden Strukturen mit einem niedrigen Größen-Dicken-Verhältnis in einem Bereich von 1 bis 1 ,5 enthält.

Die vorbekannten magnetorheologischen Fluide erfordern nachteiligerweise einen großen Gehalt an magnetisierbaren Partikeln. Des weiteren ist es nachteiligerweise häufig erforderlich, dass wenigstens zwei

Partikelverteilungen in vorgegebenen Verhältnissen miteinander vermengt werden müssen, um die erforderlichen bimodalen, trimodalen oder multimodalen Größenverteilungen zu erhalten. Ebenfalls ist nachteilig, wenn die Partikel so ausgebildet werden müssen, dass sie ineinandergreifende Strukturen aufweisen. Diese gemäß dem Stand der Technik erforderlichen Eigenschaften führen dazu, dass die Hersteilung und Bereitstellung dieser magnetorheologischen Fluide kostenintensiv ist.

Ferner besteht ein Bedarf an magnetorheologischen Fluiden, die eine möglichst niedrige Relaxationszeit aufweisen, d.h. einen möglichst kurzen Zeitraum, innerhalb dessen es zu einer Abnahme der Viskosität nach Abschaltung des Magnetfeldes kommt.

Die DE 101 14446 A1 offenbart ein plättchenförmiges Eisenpigment, das aus reduzierend behandeltem Carbonyleisenpulver hergestellt ist. Das plättchenförmige Eisenpigment weist vorzugsweise eine Partikeigröße in einem Bereich von 6 bis 60 μιη auf. Die aus der DE 101 14 446 A1 bekannten piättchenförmigen Eisenpigmente werden als Effektpigmente in Farben und Lacken, für Kunststoffeinfärbungen, im Druck, in der Kosmetik sowie als Reflektormaterial verwendet.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, magnetisierbare Partikel bereitzustellen, die insbesondere zur Verwendung in

magnetorheologischen Fluiden geeignet sind. Insbesondere sollen die magnetisierbaren Partikel eine Verringerung des Gehaltes an

magnetisierbaren Partikeln unter Beibehaltung der magnetischen

Suszeptibilität in einem magnetorheologischen Fluid ermöglichen bzw. bei gleichem Gehalt eine erhöhte magnetische Suszeptibilität aufweisen, wodurch eine ausgeprägtere Erhöhung der Viskosität bei gleichem

Magnetfeld resultiert. Auch sollen die magnetisierbaren Partikel eine verringerte Neigung zur Absetzung aufweisen. Des Weiteren ist es erwünscht, ein magnetorheologisches Fluid bereitzustellen, das sich durch eine möglichst niedrige Relaxationszeit auszeichnet. Zumeist beeinflussen sich die genannten Effekte bzw. Parameter gegenseitig. Häufig bewirkt die Verbesserung eines

anwendungstechnischen Parameters eine Verschlechterung eines anderen Parameters. Somit ist es ebenfalls eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein magnetorheologisches Fluid bereit zu stellen, welches eine Optimierung der vorstehend genannten anwendungstechnischen Eigenschaften aufweist.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch Bereitstellung von plättchenförmigen Eisenpigmenten, die durch Verformung von

Carbonyleisenpulver erhalten werden, gelöst, wobei die plättchenförmigen Eisenpigmente eine Größenverteilung mit einem D 50 -Wert aus einem Bereich von 3 bis 16 pm aufweisen.

Die durch mechanische Verformung von Carbonyleisenpulver erhaltenen plättchenförmigen Eisenpigmente werden vorzugsweise hergestellt, wie in der DE 101 14446 A1 beschrieben, deren Offenbarung hiermit unter Bezugnahme aufgenommen wird.

Im Unterschied zur Lehre der DE 01 14 446 A1 weist das einzusetzende Carbonyleisenpulver eine äußerst enge Partikelgrößenverteilung auf. So weisen die einzusetzenden Carbonyleisenpulverpartikel einen mittleren Partikeldurchmesser (D 5 o) aus einem Bereich von 1,2 bis 5 pm,

vorzugsweise von 1 ,5 bis 4,5 pm, noch weiter bevorzugt von 1 ,8 pm bis 4,0 pm, auf. Ais sehr geeignet hat sich eine Partikelgrößenverteilung mit einem mittleren Partikeldurchmesser (D 5 o) im Bereich von 1,9 bis 3,8 pm erwiesen.

Das Carbonyleisenpulver wird durch Zersetzung von dampfförmigem

Eisenpentacarbonyl Fe(CO)s in Hohlraumzersetzern hergestellt und ist kommerziell erhältlich bei der BASF SE, Ludwigshafen, Deutschland. Dieses Eisencarbonyipulver enthält bis zu 1 ,5 Gew.-% Kohlenstoff, etwa 1 Gew.-% Sauerstoff und bis zu 1 Gew.-% Stickstoff. Der Eisengehalt liegt mithin bei etwa 96 bis 97 Gew.-%. Dieses Carbonyleisenpulver wird bevorzugt einer reduzierenden Behandlung, beispielsweise in einem Wasserstoffstrom oder in einer wasserstoffha!tigen Atmosphäre, unterzogen, durch das dann das sogenannte„reduzierte

Carbonyleisenpulver" erhalten wird, das sich durch einen Eisengehalt von mehr als 99 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 99,5 Gew.-% und eine hohe Duktilität auszeichnet. Dieses reduzierte Carbonyleisenpulver ist ebenfalls im Handel erhältlich, beispielsweise von der BASF SE, Ludwigshafen, Deutschland.

Die piättchenförmigen Eisenpigmente werden durch, vorzugsweise mechanische, Verformung von Carbonyleisenpulver, insbesondere von in einer reduzierenden Atmosphäre behandeltem Carbonyleisenpulver, hergestellt. Die mechanische Verformung erfolgt üblicherweise in Mühlen, insbesondere in Rührwerkskugelmühlen, Kollermühlen,

Trommelkugelmühlen, Drehrohrkugelmühlen, etc.

Die mechanische Verformung erfolgt in der Rege! durch Nassvermahlung, d.h. durch Vermahlung des Carbonyleisenpulvers zusammen mit

Lösemittel, insbesondere organischem Lösemittel wie Testbenzin, und in Gegenwart von Schmiermitteln bzw. Netz- und/oder Dispergieradditiven wie Ölsäure, Stearinsäure etc. Die Vermahlung erfolgt in Gegenwart von Mahlkörpern, üblicherweise von Mahlkugeln, wobei der Kugeldurchmesser üblicherweise in einem Bereich von 0,5 bis 10 mm, bevorzugt von 0,8 bis 4,0 mm, liegt. Die Mahlkörper sind in der Regel aus Keramik, Glas oder Stahl. Vorzugsweise werden als Mahlkörper Stahikugeln verwendet. Um die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente zu erhalten, wird vorzugsweise das eingesetzte, vorzugsweise reduzierte,

Carbonyleisenpulver größenkiassiert und dieses sodann unter Erhalt von plättchenförmigen Eisenpigmenten in einer Größenverteiiung mit einem D 50 - Wert aus einem Bereich von 3 bis 16 pm mechanisch verformt. Die

Klassierung kann beispielsweise mit Windsichtern, Zyklonen, Sieben und/oder anderen bekannten Einrichtungen durchgeführt werden. Der D 50 - Wert kann mittels Lasergranulometrie bestimmt werden, beispielsweise mit einem Ciias 1064 der Firma Cilas, Frankreich. Bei einem D 5 o-Wert liegen 50 % der Partikel unter und 50 % aller Partikel über diesem Wert.

Bei dieser Methode können die Metallpartikel in Form einer Dispersion von Partikeln vermessen werden. Die Streuung des eingestrahlten Laserlichtes wird in verschiedenen Raumrichtungen erfasst und gemäß der Fraunhofer Beugungstheorie mit dem CILAS-Gerät gemäß Herstellerangaben ausgewertet. Dabei werden die Partikel rechnerisch als Kugeln behandelt. Somit beziehen sich die ermittelten Durchmesser stets auf den über alle Raumrichtungen gemitteite Äquivalentkugeldurchmesser, unabhängig von der tatsächlichen Form der Metallpartikel. Es wird die Größenverteilung ermittelt, die in Form eines Volumenmittels (bezogen auf den

Äquivalentkugeldurchmesser) berechnet wird. Diese volumengem ittelte Größenverteilung kann u.a. als Summenhäufigkeitsverteilung dargestellt werden. Die Summenhäufigkeitsverteälung wiederum wird meist

vereinfachend durch bestimmte Kennwerte charakterisiert, z. B. den D 5 o- oder Dgo-Wert. Unter einem D go -Wert wird verstanden, dass 90 % aller Partikel unter dem angegebenen Wert liegen. Anders ausgedrückt, liegen 10 % aller Partikel oberhalb des angegebenen Wertes. Bei einem D 50 -Wert liegen 50 % aller Partikel unter und 50 % aller Partikel oberhalb des angegebenen Wertes. Die Summenhäufigkeitsverteilung wird auch als Summendurchgangskurve bezeichnet. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das

Carbonyleisenpulver, insbesondere das durch reduzierende Behandlung erhaltene Carbonyleisenpulver („reduziertes Carbonyleisenpulver"), zunächst vermählen und sodann größenklassiert werden, um die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente mit einer

Größenverteiiung mit einem Dso-Wert aus einem Bereich von 3 bis 16 μηι zu erhalten. Die Größenverteilung bezieht sich auf den Durchmesser der plättchenförmigen Eisenpigmente.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die

plättchenförmigen Eisenpigmente ein Größen-Dicken-Verhältnis aus einem Bereich von 2 bis 50, vorzugsweise von 3 bis 30, weiter bevorzugt von 4 bis 20, noch weiter bevorzugt von 5 bis 15 auf. Eine weitere ganz besonders bevorzugte Ausführungsform weist plättchenförmige Eisenpigmente mit einem Größen-Dicken-Verhältnis aus einem Bereich von 13 bis 50 auf. Das Größen-Dicken-Verhältnis wird auch als Durchmesser-Dickenverhältnis bezeichnet.

Erstaunlicherweise ist das Größen-Dicken-Verhältnis für die

erfindungsgemäßen plättchenförmige Eisenpigmente sehr niedrig.

Bei herkömmlichen Eiseneffektpigmenten liegt das Größen-Dicken- Verhältnis üblicherweise deutlich oberhalb von 100. Bei PVD-Pigmenten liegt das Größen-Dicken-Verhältnis typischerweise in einem Bereich von etwa 400 und größer.

Äußerst bevorzugt sind plättchenförmige Eisenpigmente, die eine

Größenverteilung mit einem D 5 o-Wert aus einem Bereich von 3 bis 16 pm und ein Größen-Dicken-Verhältnis von 4 bis 20 aufweisen. Die Erfinder haben überraschend festgestellt, dass sich durch die mechanische Verformung des Carbonyleisenpulvers die magnetische Suszeptibilität eines magnetorheologischen Fluids, das die durch

Verformung erhaltenen plättchenförmigen Eisenpigmente umfasst, signifikant erhöht. Es wird vermutet, dass es durch die mechanische Verformung des Carbonyleisenpulver, insbesondere des in reduzierender Atmosphäre behandelten Carbonyleisenpulvers, zu einer Verschiebung der Bloch-Wände und somit einer wesentlichen Veränderung der magnetischen Domänenstruktur in dem plättchenförmigen Eisenpigment kommt.

Bereits bei geringer Verformung des Carbonyleisenpulvers, insbesondere des in reduzierender Atmosphäre behandelten Carbonyleisenpulvers, und mithin bei einem noch niedrigen Größen-Däcken-Verhältnis kommt es zu einem Anstieg der auf die Sättigungsmagnetisierung normierten

magnetischen Suszeptibilität (normierte Suszeptibilität). Erstaunlicherweise steigt die normierte magnetische Suszeptibilität in einem Bereich des Größen-Dicken-Verhältnis von 2 bis 20 zunächst sehr stark an, um dann asymptotisch abzuflachen.

Es hat sich gezeigt, dass eine mechanische Verformung von

Carbonyleisenpulver, insbesondere von in reduzierender Atmosphäre behandeltem Carbonyleisenpulver, über ein Größen-Dicken-Verhältnis von mehr als 50 keinen wesentlichen Vorteil in Bezug auf die normierte magnetische Suszeptibilität des magnetorheologischen Fluids bringt.

Aus bislang nicht verstandenen Gründen ist der Anstieg der normierten magnetischen Suszeptibilität besonders stark bei einem Größen-Dicken- Verhältnis im Bereich von 2 bis 30, insbesondere von 3 bis 20. Da eine erhöhte normierte magnetische Suszeptibilität bereits bei einem niedrigen Größen-Dicken-Verhältnis erhalten wird, muss äußerst vorteilhaft das Carbonyleisenpuiver, insbesondere das in einer reduzierenden

Atmosphäre behandelte Carbonyleisenpuiver, nicht so stark verformt werden und kann mithin kostengünstig und nach kurzer Zeit bereitgestellt werden.

Da die magnetische Suszeptibilität bei den erfindungsgemäßen

plättchenförmigen Eisenpigmenten, verglichen mit einer gleichen Masse an sphärischen oder irregulär geformten Eisenpigmenten signifikant erhöht ist, kann zur Erzielung des gleichen magnetischen Ansprechverhaltens eines magnetorheologischen Fluids weniger Masse an plättchenförmigem

Eisenpigment verwendet werden. Bei Verwendung der gleichen Menge an dem erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigment in einem magnetorheologischen Fluid wie an sphärischen oder irregulär geformten Carbonyleisenpuiver, kann ein magnetorheologisches Fluid mit einem wesentlich stärkeren magnetischen Ansprechverhalten bereitgestellt werden.

Dieses Ergebnis ist erstaunlich und ermöglicht mithin die Bereitstellung von wesentlich verbesserten magnetorheologischen Fluiden.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die

erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente einen Randbereich auf, der wenig ausgefranst, vorzugsweise nicht ausgefranst, ist. Der Randbereich der erfindungsgemäßen Eisenpigmente ist mithin im

wesentlichen geschlossen, d.h. weist im wesentlichen keine, vorzugsweise keine, Einkerbungen oder Einrisse auf. Gemäß einer bevorzugten Variante der Erfindung weisen die

plättchenförmigen Eisenpigmente einen Randbereich mit einem

Rundlichkeitsfaktor Rf gemäß Formel (!) auf: T Äquivalentumfang

R f = -f (')

^ LängeUmfanglinie

Der Rundlichkeitsfaktor Rh eine Partikelform wird mit Hilfe einer

Bildauswertesoftware (Axiovision 4.6, Zeiss, Deutschland) anhand von lichtmikroskopischen und/oder REM-Aufnahmen statistisch ermittelt. Dazu wird aus einer statistisch signifikanten Anzahl von Partikeln N jeweils die Länge der Umfangslinie bestimmt. Die statistisch signifikante Anzahl von Partikeln N ist üblicherweise ca. 100. Anschließend wird die Fläche bestimmt und aus der Fläche jeweils der Äquivalentumfang eines flächengleichen Kreises errechnet. Aus allen bestimmten Werten wird anschließend der arithmetische Mittelwert bestimmt. Die erhaltenen Werte werden nach Formel (I) ins Verhältnis gesetzt, wobei sich die Anzahl N der ausgewerteten Partikel herauskürzt und der Rundlichkeitsfaktor R f gemäß der Formel (I) erhalten wird. Dieser gibt dadurch ein quantitatives Maß für den Grad der Ausfransung in den Randbereichen der Partikel. Somit hat ein idealer kreis- bzw. scheibenförmiger Partikel einen Rundlichkeitsfaktor Rf gleich 1 .

Der Rundlichkeitsfaktor Rf der erfindungsgemäßen Partikel liegt

vorzugsweise in einem Bereich von 0,83 bis 0,98 und besonders bevorzugt in einem Bereich von 0,85 bis 0,97. Vorzugsweise weisen die plättchenförmägen Eisenpigmente im Randbereich im Wesentlichen keine ineinander eingreifenden Strukturen auf. Diese sind insbesondere bei Partikeln mit höheren Größe-Dicken-Verhältnissen, z.B. bei Größe-Dicken-Verhältnissen von > 100 zu beobachten, die

beispielsweise einen Rundlichkeitsfaktor R f < 0,8 aufweisen.

Vorteilhaft für technische Anwendungen ist dabei, dass die

Standardabweichung des Rundlichkeitsfaktors bei Partikeln mit kleinem Größen-Dicken-Verhältnis niedriger als bei solchen mit großem Verhältnis ist. Bei Partikeln mit Größen-Dicken-Verhältnissen oberhalb von 100 liegt diese im Bereich von plus/minus 10 bis 20 %, während sie bei den erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmenten vorzugsweise 2 bis 8 % und besonders bevorzugt kleiner als 2,5 bis 5 % ist.

Die im Wesentlichen vollständige Abwesenheit von ineinander

eingreifenden Strukturen, also beispielsweise von Einkerbungen und/oder von Einrissen, verhindert, dass die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente Strukturen ausbilden können, bei denen die Eisenpigmente über die randständig ausgebildeten Strukturen ineinander eingreifen und sich beispielsweise aneinander bzw. miteinander verhaken. Dieses ineinandergreifen der Plättchen kann beispielweise bei Anlegen eines äußeren Magnetfeldes auftreten, da sich die Plättchen, wie beschrieben, zu Ketten zusammen lagern, und bleibt anschließend nach Abschalten des äußeren Magnetfeldes bestehen, so dass die Rückstellung der Viskosität auf das Anfangsniveau signifikant verzögert wird. Das ist für technische Anwendungen jedoch nachteilig, da die Relaxationszeiten relativ hoch sind.

Die im wesentlichen vollständige Abwesenheit von ineinander eingreifenden Strukturen im Randbereich der erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente ist daher von Vorteil, da bei Verwendung dieser piättchenförmigen Eisenpigmente in einem magnetorheologischen Fluid die Relaxationszeit t r verkürzt wird.

Mit der Relaxationszeit t r wird erfindungsgemäß die Zeit bezeichnet, die benötigt wird, damit nach einem Abschalten des Magnetfeldes die Viskosität auf das Niveau des ursprünglichen Zustande (ohne Magnetfeld) zurückgeht. Da die piättchenförmigen Eisenpigmente der vorliegenden Erfindung vorzugsweise keine ineinandergreifenden Strukturen im Randbereich aufweisen, erfolgt die statistische Verteilung der piättchenförmigen

Eisenpigmente nach einem Abschalten des Magnetfeldes in einem wesentlich kürzeren Zeitraum als dies der Fall ist, wenn die Eisenpigmente ineinandergreifende Strukturen im Randbereich aufweisen und miteinander verhakt sind.

Die Erfinder haben überraschend festgestellt, dass sich durch die

mechanische Verformung des Carbonyleisenpulvers die magnetische Suszeptibilität eines magnetorheologischen Fluids signifikant erhöht. Es wird vermutet, dass es durch die mechanische Verformung des

Carbonyleisenpulver, insbesondere des in reduzierender Atmosphäre behandelten Carbonyleisenpulver, zu einer Verschiebung der Bloch-Wände kommt und somit einer wesentlichen Veränderung der magnetischen

Domänenstruktur.

Bereits bei geringer Verformung des Carbonyleisenpulvers, insbesondere des in reduzierender Atmosphäre behandelten Carbonyleisenpulvers, und mithin bei einem noch niedrigen Größen-Dicken-Verhältnis kommt es zu einem Anstieg der auf die Sättigungsmagnetisierung normierten

magnetischen Suszeptibilität (normierte Suszeptibilität). Erstaunlicherweise steigt die normierte magnetische Suszeptibilität in einem Bereich des Größen-Dicken-Verhältnisses von 2 bis 20 zunächst sehr stark an, um dann asymptotisch abzuflachen.

Es hat sich gezeigt, dass eine mechanische Verformung von

Carbonyleisenpu!ver, insbesondere von in reduzierender Atmosphäre behandeltem Carbonyleisenpulver, über ein Größen-Dicken-Verhältnis von mehr als 50 keinen wesentlichen Vorteil in Bezug auf die normierte magnetische Suszeptibiiität des magnetorheologischen Fluids bringt.

Aus bislang nicht verstandenen Gründen ist der Anstieg der normierten magnetischen Suszeptibiiität besonders stark bei einem Größen-Dicken- Verhäitnis im Bereich von 2 bis 30, insbesondere von 3 bis 20.

Da eine erhöhte normierte magnetische Suszeptibiiität bereits bei einem niedrigen Größen-Dicken-Verhäitnis erhalten wird, muss äußerst vorteilhaft das Carbonyleisenpulver, insbesondere das in einer reduzierenden

Atmosphäre behandelte Carbonyleisenpulver, nicht so stark verformt werden und kann mithin kostengünstig und nach kurzer Zeit bereitgestellt werden.

Da die magnetische Suszeptibiiität bei den erfindungsgemäßen

piättchenförmigen Eisenpigmenten, verglichen mit einer gleichen Masse an sphärischen oder irregulär geformten Eisenpigmenten signifikant erhöht ist, kann zur Erzielung des gleichen magnetischen Ansprechverhaltens eines magnetorheologischen Fluids weniger Masse an plättchenförmigem

Eisenpigment verwendet werden. Bei Verwendung der gleichen Menge an dem erfindungsgemäßen piättchenförmigen Eisenpigment in einem magnetorheologischen Fluid wie an sphärischen oder irregulär geformten Carbonyleisenpulver, kann ein magnetorheologisches Fluid mit einem wesentlich stärkeren magnetischen Ansprechverhalten bereitgestellt werden.

Dieses Ergebnis ist erstaunlich und ermöglicht mithin die Bereitstellung von wesentlich verbesserten magnetorheologischen Fluiden. Die

erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluide sind insbesondere durch eine Optimierung der Parameter Basisviskosität, magnetische

Suszeptibilität und Viskositätsänderung im Magnetfeld und dem

Absetzverhalten der Partikel innerhalb des Fluids gekennzeichnet. Die Optimierung wird hierbei durch optimale Auswahl der Teilchengröße, Größen-Dicken-Verhältnis und Morphologie der vermahlenen Eisenpartikel gekennzeichnet.

Als Basisviskosität wird die Viskosität verstanden, die ein

magnetorheologisches Fluid ohne Einwirkung eines von außen angelegten Magnetfeldes aufweist. Die Basisviskosität ist temperaturabhängig und kann über typische Verfahren der Rheologie bestimmt werden, z.B. mit einem Viskosimeter in einer Platte-Platte-Konfiguration.

Als Magnetfeld-induzierte Viskosität wird die Viskosität verstanden, die ein magnetorheologisches Fluid unter Einwirkung eines von außen angelegten Magnetfeldes mit einer definierten Magnetfeldstärke aufweist. Die

Magnetfeld-induzierte Viskosität ist ebenfalls temperaturabhängig und kann über spezielle Verfahren der Rheologie bestimmt werden, z.B. mit einem Magnetviskosimeter der Fa. Anton-Paar.

Die Viskositätsveränderung ist die Differenz aus Basisviskosität und

Magnetfeld-induzierter Viskosität bei einer bestimmten Temperatur und einem definiertem Magnetfeld. Vorzugsweise wird hierbei auf die Viskositäten, gemessen bei einer Temperatur von 40 °C und einem

Magnetfeld von 0 (Basisviskosität) und bis zu 1,3 Tesla, abgestellt.

Die magnetische Suszeptibilität des magnetorheoiogischen Fluids beschreibt die Magnetisierbarkeit eines magnetorheoiogischen Fluids im externen Magnetfeld. Die normierte magnetische Suszeptibilität ist die auf die Sättigungsmagnetisierung des magnetorheoiogischen Fluids bezogene magnetische Suszeptibilität des Fluids. Die Sättigungsmagnetisierung ist dabei in der Regel linear proportional zur Masse an magnetisierbarem Material in dem Fluid, so dass durch die Normierung der Einfluss der Masse des magnetisierbaren Materials bei Vergleich verschiedener

magnetorheofogischer Fluide heraus gerechnet werden kann.

Unter dem Absetzverhalten wird die Neigung der magnetisierbaren Partikel im magnetorheoiogischen Fluid verstanden, sich unter dem Einfluss der Gravitation in der Lösung abzusetzen und ein Sediment zu bilden.

Völlig überraschend wurde von den Erfindern festgestellt, dass es möglich ist, den Gehalt an magnetisierbaren Partikeln in einem erfindungsgemäßen magnetorheoiogischen Fluid im Vergleich zu einem magnetorheoiogischen Fluid, weiches weitestgehend kugelige Carbonyleisenpulver (Größe-Dicken- Verhältnis <1 ,5) beinhaltet, ohne Verlust der normierten magnetischen Suszeptibilität zu verringern.

Dies ist vermutlich auf die Erhöhung der normierten magnetischen

Suszeptibilität des erfindungsgemäßen magnetorheoiogischen Fluids zurückzuführen. Diese Erhöhung ist bei den bevorzugten

erfindungsgemäßen Ausführungsformen besonders stark. Eine weitere Erhöhung des Größe-Dicke-Verhältnisses führt hingegen überraschenderweise zu keiner weiteren signifikanten Erhöhung der Vrskositätsveränderung.

Bei Verwendung der gleichen Menge der erfindungsgemäßen

plättchenförmigen Eisenpigmente anstelle von sphärischem

Carbonyleisenpu!ver wird die normierte magnetische Suszeptibilität stark erhöht, weshalb die Viskosität eines magnetorheologischen Fluids wesentlich stärker erhöht werden kann, als dies bei Verwendung des gleichen Gewichtsanteils an sphärischem Carbonyleisenpulver der Fall ist. Dies ist besonders signifikant bei geringen Magnetfeldstärken (< 0,6 Tesia), was erhebliche technische Vorteile bringt, da die Erzeugung von kleinen Magnetfeidstärken durch kleine Magnetfeldspulen erfolgen kann. Demnach haben die erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluide den Vorteil, dass eine starke Viskositätsänderung mit kleineren Spulen erzeugt werden kann. Durch die Verwendung von kleineren Spulen beispielsweise in einem Automobil ergeben sich die Vorteile, dass diese zum einen ein geringeres Gewicht aufweisen und zum anderen weniger Energie verbrauchen.

Dadurch ist ein wirtschaftlich und ökologisch vorteilhafter Gebrauch möglich.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Eisenpigmente liegt im

Vergleich zu Partikeln mit hohem Größe-Dicken-Verhältnis darin, dass die Relaxationszeit der erfindungsgemäßen Ausführung eines

magnetorheologischen Fluids verkürzt wird. Somit wird bei einem

Abschalten des Magnetfeldes die durch das Anlegen des Magnetfeldes induzierte erhöhte Viskosität des magnetorheologischen Fluids in einem kürzeren Zeitraum auf den niedrigviskosen Ausgangszustand zurückgeführt. Somit erlauben die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente die Bereitstellung eines magnetorheologischen Fluids, bei dem die

Viskosität innerhalb eines kurzen Zeitraums erhöht und auch innerhalb eines kurzen Zeitraums abgesenkt werden kann. Das magnetische

Ansprechverhalten eines unter Verwendung der erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente bereitgestellten magnetorheologischen Fluids ist mithin stark verbessert, verglichen mit einem

magnetorheologischen Fluid, das stark verformte Carbonyieisenpartikel mit einem hohen Größen-Dicken-Verhältnis enthält. Das Relaxationsverhalten der erfindungsgemäßen Partikel ist einerseits ähnlich dem Verhalten von kugeligen Carbonyleisenpulver, weist jedoch zudem den Vorteil der signifikanten Erhöhung der magnetischen Suszeptibilität auf.

Aus den technischen Anforderungen für magnetorheologische Fluide ergibt es sich, dass diese eine möglichst niedrige Basisviskosität aufweisen sollen. Dies hat den Vorteil, dass ein besonders großer Unterschied zwischen der Viskosität ohne Magnetfeld und der unter Einwirkung eines Magnetfeldes zu erzielen ist. Für technische Anwendungen soll diese Viskositätsänderung möglichst hoch sein, damit durch die Variation des Magnetfeldes möglichst viele unterschiedliche Viskositätsbereiche eingestellt werden können. Durch eine möglichst große Spanne der Viskositätsänderung wird der technische Einsatzbereich für die entsprechenden Fluide größer, da die Viskosität für die verschiedenen Betriebszustände ideal angepasst werden kann. Die im Stand der Technik meist beschriebenen kugelförmigen magnetisierbaren Materialien bewirken einen relativ geringen Anstieg der Basisviskosität bei Einarbeitung in das entsprechende Trägerfluid. Plättchenförmige Partikel hingegen erhöhen die Viskosität deutlich stärker. Demnach ist die Zunahme der Basisviskosität bei gleichem Massenanteil bei plättchenförmigen

Partikeln deutlich höher als bei kugelförmigen. Für magnetorheoiogische Fluide sind aus dieser Überlegung heraus eigentlich kugelige Partikel zu bevorzugen. Die Vorteile bei der Verwendung von plättchenförmigen

Partikeln sind daher sehr überraschend. Aufgrund der plättchenförmigen Struktur der erfindungsgemäßen

Eisenpigmente ist das Absetzverhaiten der erfindungsgemäßen

plättchenförmigen Eisenpigmente, verglichen mit sphärischen

Carbonyleisenpartikeln, verringert. Auch hat sich gezeigt, dass im Falle einer langen Standzeit des magnetorheologischen Fluids, die sich möglicherweise abgesetzten erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente leicht und ohne weiteres redispergiert können. Es wird vermutet, dass dieses leichte Redispergierverhalten mit der

plättchenförmigen Struktur zusammenhängt. Da die plättchenförmigen Eisenpigmente im Falle eines Absetzens eine statistische Orientierung haben und mithin die Plättchenebenen in verschiedene Richtungen ragen, wird vermutet, dass zwischen den plättchenförmigen Eisenpigmenten ausreichend Trägerfluid vorhanden ist, weshalb etwaig abgesetzte plättchenförmige Eisenpigmente leicht redispergiert werden können. Ferner wird vermutet, dass aufgrund des geringeren erforderlichen Gehaltes an plättchenförmigen Eisenpigmenten auch weniger plättchenförmige

Eisenpigmente sedimentieren und sich mithin kein festes Sediment aus abgesetzten plättchenförmigen Eisenpigmenten ausbilden kann. Hingegen können rein sphärische Partikel aufgrund der Kugelform dichte

Kugelpackungen ausbilden, die zu einem schwer-dispergierbaren Sediment (Agglomerate) führen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die

plättchenförmigen Eisenpigmente wenigstens eine, vorzugsweise

umhüllende, Beschichtung auf.

Bei der wenigstens einen Beschichtung kann es sich beispielsweise um eine Schutzschicht gegen Korrosion, die auch als Korrosionsschutzschicht bezeichnet wird, handeln. Die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente können beispielsweise mit wenigstens einer Metalloxid Schicht versehen sein. Die Beschichtung mit Metalloxiden, Metallhydroxiden und/oder

Metalloxidhydraten erfolgt vorzugsweise durch Auffällung oder durch Sol- Gel-Verfahren oder durch nasschemische Oxidation der Metalloberfläche.

Bevorzugt werden für die Metalloxidbeschichtung Oxide, Hydroxide und/oder Oxidhydrate von Silizium, Aluminium, Cer, Zirkonium, Chrom und/oder Mischungen davon verwendet.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung werden Oxide, Hydroxide und/oder Oxidhydrate von Silizium und/oder Aluminium verwendet. Äußerst bevorzugt sind Oxide, Hydroxide und/oder Oxidhydrate von Silizium.

Die Schichtdicken der Metaüoxidschichten, insbesondere von Siliziumoxid und/oder Aluminiumoxidschichten liegen im Bereich von vorzugsweise 5 bis 150 nm, bevorzugt von 10 bis 80 nm, weiter bevorzugt von 5 bis 50 nm.

Ais Schutzschicht gegenüber Korrosion kann auch eine Schutzschicht aus organischen Polymeren aufgebracht sein. Als sehr geeignet haben sich Polyacrylat und/oder Polymethacryiat-Beschichtungen erwiesen.

Selbstverständlich können auch Kunstharzbeschichtungen bestehend aus Epoxiden, Polyestern, Polyurethanen, Polystyrolen oder Mischungen davon verwendet werden.

Anstelle oder zusätzlich zu einer Beschichtung aus Metalloxiden und/oder polymerisierten Kunstharzen können auch sogenannte

Passivierungsschichten aufgebracht werden. Der Wirkungsmechanismus der Passivierungsschichten ist komplex. Bei Inhibitoren beruht er zumeist auf sterischen Effekten. Die Inhibitoren werden üblicherweise in niedrigen Konzentrationen in der Größenordnung von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des eingesetzten Metailpartikeis, zugegeben.

Für die Inhibierung werden vorzugsweise die folgenden

Beschichtungssubstanzen verwendet:

- Organisch modifizierte Phosphonsäuren bzw. deren Ester der allgemeinen Forme! R-PfOXOR^ORz), wobei: R = Alkyl, Aryl, Alkyl-aryl, Aryl-alkyl sowie Alkylether, insbesondere ethoxylierte Alkylether und Ri , R2 = H, C n H2n+i, mit n = 1 bis 12, vorzugsweise1-6 ist, wobei Alkyl jeweils verzweigt oder unverzweigt sein kann. R1 kann gleich oder unterschiedlich zu R2 sein.

- Organisch modifizierte Phosphorsäuren und -ester der allgemeinen Formel R-O-P(ORi)(OR 2 ) mit R = Alkyl, Aryl, Alkyl-aryl, Aryl-alkyl sowie von

Alkylether, insbesondere ethoxylierte Alkylether, und R1, R 2 = H, C n H2n+i, mit n = 1 bis 12, vorzugsweise 1-6 ist, wobei Alkyl jeweils verzweigt oder unverzweigt sein kann. R-ι kann gleich oder verschieden von R 2 sein.

Verwendet werden können ebenfalls reine, anorganische Phosphonsäuren oder -ester oder Phosphorsäuren oder -ester oder beliebige Mischungen derselben.

Weiterhin kann die Beschichtung aus organisch funktionalisierten Silanen, aliphatischen oder cyclischen Aminen, aliphatischen oder aromatischen Nitroverbindungen, Sauerstoff-, Schwefel und/oder Stickstoff enthaltenden Heterocycien, wie beispielsweise Thioharnstoffderivaten, Schwefel und/oder Stickstoffverbindungen höherer Ketone, Aldehyden und/oder Alkoholen (Fettalkohoien) und/oder Thioien, oder Gemischen derselben bestehen oder diese umfassen. Die passivierende Inhibitorschicht kann aber auch aus den vorgenannten Substanzen bestehen. Bevorzugt sind organische

Phosphonsäuren und/oder Phosphorsäureester oder deren Gemische. Bei Verwendung von Aminverbindungen weisen diese bevorzugt organische Reste mit mehr als 6 C-Atomen auf. Bevorzugt werden vorgenannte Amine zusammen mit organischen Phosphonsäuren und/oder Phosphorsäureester oder deren Gemische eingesetzt.

Die Passivierung über Korrosionsschutzbarrieren mit chemischer und physikalischer Schutzwirkung ist auf vielfältige Weise möglich.

Passivierende Korrosionsschutzschichten, die bei den plättchenförmigen Eisenpigmenten einen besonders guten Korrosionsschutz gewährleisten, umfassen oder bestehen aus Siiiztumoxid, bevorzugt Siiiziumdioxid,

Chromaluminiumoxid, das vorzugsweise durch Chromatierverfahren aufgebracht wird, Chromoxid, Zirkoniumoxid, Ceroxid, Aluminiumoxid, polymerisiertem/n Kunststoffharz(en), Phosphat-, Phosphit- oder

Boratverbindungen oder Mischungen derselben.

Bevorzugt sind Siüziumdioxidschichten und Chromaluminiumoxidschichten (Chromatierung). Weiterhin bevorzugt sind Ceroxid, -hydroxid oder oxidhyd ratschichten sowie Aluminiumoxid, -hydroxid oder - oxidhydratschichten, wie sie beispielsweise in der DE 195 20 312 A1 beschrieben sind.

Die Si0 2 -Schichten werden bevorzugt durch Sol-Gel-Verfahren mit durchschnittlichen Schichtdicken von 10-150 nm und bevorzugt von 15-40 nm in organischen Lösemitteln hergestellt.

Weiterhin können die aufgeführten Beschichtungen kombiniert werden, so dass beispielsweise in einer besonderen Ausführungsform erfindungsgemäße Partikel eine Beschichtung aus einer Si02-Schicht mit anschließend aufgebrachter Schicht aus funktionaliserten Silanen aufweisen.

Die der Erfindung zugrundeiiegende Aufgabe wird auch durch Bereitstellung eines magnetorheologischen Fluids gelöst, das die erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente und Trägerfluid enthält.

Bei dem Trägerfluid können die üblicherweise für magnetorheologische Fluide bekannten Fluide und Öle verwendet werden.

Gemäß einer Variante der Erfindung wird das Trägerfluid aus der Gruppe, die aus Wasser, wasserhaltigen Fluiden, ölhaltigen Fluiden, Öl,

Kohlenwasserstoffen, Silikonen und Gelen oder aus Mischungen daraus besteht, ausgewählt.

Beispielsweise können Fettöle, Mineralöle, Silikonöle, Dicarbonsäureester, Dicarbonsäuremonoester, aliphatische Alkohole, Glykole, Diole, Wasser, Polyole, Neopentylpolyoi, Neopentyipolyolester, Phosphatester, gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe, synthetische Paraffine, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Silikonöle, fluorierte Silikone, organisch modifizierte Silikone sowie Copolymere daraus, Polyether und halogenierte Derivate daraus, Pentaerythrit, Poly-a-olefine oder Mischungen davon verwendet werden.

Das Trägerfluid kann dabei flüssig oder gelartig sein.

Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung weist das

magnetorheologische Fluid ohne Anlegung eines Magnetfeldes bei einer Temperatur von 40 °C und unter einer Scherrate von 650 s " eine Viskosität im Bereich von 3 bis 1000 mPa s auf, vorzugsweise von 4 bis 800 mPa s, wobei die Viskosität wie folgt gemessen wird: Die Viskositäten können mit einen Anton-Paar- Viskosimeter MCR 301 (Anton Paar, Deutschland) bestimmt werden. Je nach Viskositätsbereich wird dabei in einem

geeigneten Probenraum [(z.B. in Zylinder-Geometrie (bis 20 mPa s) und bei Viskositäten größer 20 mPa s in Kegel-Platte-Geometrie (20 mm

Durchmesser, Messspalt 1 mm) gemessen. Die Bestimmung der Viskosität erfolgt bei Scherraten zwischen 100 und 1200 1/s bei 40 °C durch

Bestimmung der Steigung des erhaltenen Verlaufs der

Schubspannung/Scherraten Funktion im Bereich zwischen 500 und 800 1/s. Der Verlauf der Viskosität wird dabei als Funktion der Magnetfeldstärke (zwischen 0 und 1 Tesla) bestimmt und das Magnetfeld wurde während der Messung mittels eines Teslameters (Hall-Sonde) gemessen. Besonders bevorzugt werden die Viskositäten bei Magnetfeldstärken von 0,1 T und/oder 0,3 T und/oder 0,6 T und einer Temperatur von 40°C gemessen. Dies entspricht sehr niedrigen Magnetfeldstärken.

Die Viskosität des erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluids ist ohne Anlegung eines Magnetfeldes und nach Abschaltung eines

Magnetfeldes im Wesentlichen identisch, vorzugsweise identisch.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält das

magnetorheologische Fluid einen Anteil an plättchenförmigen

Eisenpigmenten, der in einem Bereich von 25 bis 90 Gew.-%, weiter bevorzugt von 30 bis 80 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des magnetorheologischen Fluids, liegt. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die erfindungsgemäßen Eisenpigmente auch nur in einem Anteil von 40 bis 70 Gew.-% in dem magnetorheologischen Fluid enthalten sein können.

Bislang mussten zur Bereitstellung von magnetorheologischen Fluiden bis zu 95 Gew.-% magnetisierbare Partikel enthalten sein.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht mithin die Bereitstellung von magnetorheologischen Fluiden, die einen wesentlich geringeren Anteil an magnetisierbaren Partikeln, d.h. an erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmenten enthalten. Dies ist, wie bereits vorstehend ausgeführt, möglich, da die auf die Masse normierte magnetische Suszeptibilität signifikant erhöht ist. Die magnetische Suszeptibilität normiert auf die Masse, kann für das erfindungsgemäße plättchenförmige Eisenpigment- enthaltene magnetorheologische Fluid das drei- bis siebenfache, üblicherweise das drei- bis fünffache, verglichen mit der gleichen Masse sphärischer Carbonyieisenpartikel, betragen.

Somit kann bei gleicher magnetischer Suszeptibilität der Masseanteil an magnetisierbaren Partikeln im Falle der Verwendung der

erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente um den Faktor 3 bis 7, üblicherweise um den Faktor 3 bis 5, verringert werden, verglichen mit der Verwendung sphärischer Eisenpartikel. Mit dieser Verringerung des Anteils an magnetisierbaren Partikeln ist im Hinblick auf die Dichte von Eisen eine signifikante Verringerung des Gesamtgewichts des

magnetorheologischen Fluids möglich. Dies ist bei vielen Anwendungen ein großer Vorteil. Beispielsweise ist bei Verwendung des

magnetorheologischen Fluids in Stoßdämpfern eines Fahrzeugs das verringerte Gesamtgewicht ein großer Vorteil, da die Masse und mithin der Kraftstoffverbrauch, des Fahrzeugs insgesamt verringert werden kann. 11 061268

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Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält das

magnetorheologische Fluid kein weiteres plättchenförmiges

Thixotropiermittel. Die erfindungsgemäßen piättchenförmigen

Eisenpigmente selbst wirken im magnetorheologischen Fluid bereits als

Thixotropiermittel. Somit kann ein weiterer Zusatz an piättchenförmigen

Thixotropiermitteln wie beispielsweise Glimmer oder Kaolin eingespart werden, was zu einer Vereinfachung der Formulierung führt.

Bei einem erhöhten Gehait an magnetisierbaren Partikeln kommt es bei herkömmlichen magnetorheologischen Partikeln auch im Hinblick auf die sphärische Struktur der Partikel zu einem signifikanten Absetzen der

magnetisierbaren Partikel, die dann aufgrund des großen Gehaltes an magnetisierbaren Partikeln auch ein schwerer redispergierbares Sediment aus abgesetzten magnetisierbaren Partikeln bilden.

Um eine Verringerung der Sedimentation an magnetisierbaren Partikeln im Stand der Technik zu bewirken, werden herkömmlicherweise

Thixotropiermittel zugesetzt.

Nachteiligerweise erhöhen die Thixotropiermittel auch die Grundviskosität, d.h. die Viskosität, die bei Nichtanlegung eines Magnetfeldes bzw. bei

Ausschaltung eines Magnetfeldes vorliegt. Nachteiligerweise ist somit der Unterschied in der Viskosität, der bei Anlegen eines Magnetfeldes und

Abschalten eines Magnetfeldes besteht, verringert.

Bei der erfindungsgemäßen Variante, bei der kein Thixotropiermittel in dem magnetorheologischen Fluid zugesetzt werden muss, ist der Unterschied zwischen der Viskosität bei Anlegung eines Magnetfeldes und bei

Nichtvorhandensein oder bei Abschaltung eines Magnetfeldes größer. Somit kann bei dem erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluid in Abhängigkeit von der Stärke des angelegten Magnetfeldes die Viskosität des magnetorheologischen Fluids über eine größere Spannbreite und auch feiner variiert werden. Dies ist in der Anwendung ein großer Vorteil.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt der Anteil an Trägerfiuid in einem Bereich von 2 bis 70 Gew.-%, weiter bevorzugt von 3 bis 60 Gew.-% , in einer besonders bevorzugten Variante 5 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht an magnetorheologischem Fluid.

Wie bereits weiter oben ausgeführt, iiegt ein großer Vorteil des

erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluids darin, dass der durch die Magnetisierung induzierte Zustand erhöhter Viskosität nach Abschaltung des Magnetfeldes rasch in einen Zustand mit geringer Viskosität übergeht. Somit ermöglicht das magnetorheologische Fluid der vorliegenden

Erfindung ein schnelles Anschalten und Abschalten, wobei die Viskosität entsprechend schnell erhöht bzw. wieder verringert wird. Somit ermöglicht die vorliegende Erfindung die Bereitstellung eines magnetorheologischen Fluids mit schnellem Ansprechverhalten.

In dem magnetorheologischen Fluid können optional auch Additive enthalten sein. Beispielsweise können dem magnetorheologischen Fluid Farbstoffe oder Pigmente, abradierende Partikel, Gleitmittel,

Antiverschleißmittel, Antioxidantien, pH-Wert-Regulatoren, Salze,

Entsäuerungsmittel, Entschäumer, Korrosionsinhibitoren,

Korrosionsschutzmittel, Antiabsetzmittel, Dispergiermittel, etc. enthalten sein. Obgleich bei dem magnetorheologischen Fluid gemäß der vorliegenden Erfindung kein Thixotropieradditiv, vorzugsweise kein plättchenförmiges Thixotropieradditiv, zugesetzt werden muss, ist es selbstverständlich möglich, auch ein oder mehrere Thixotropieradditive zuzusetzen.

Diese optionalen Additive werden vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 20 Gew.-%, weiter bevorzugt von etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, noch weiter bevorzugt von 0,5 bis etwa 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das

Gesamtgewicht des magnetorheologischen Fluids verwendet. Als sehr geeignet hat sich auch eine Menge von etwa 1 Gew.-% bis etwa 6 Gew.-% Additiv erwiesen.

Ein erfindungsgemäßes magnetorheologisches Fluid enthält vorzugsweise Dispergieradditive ausgewählt aus der Gruppe der Dispergieradditive auf Basis von üblichen kationischen, ntchtionischen oder bevorzugt anionischen Tensiden, wie Carboxylate, Sulfonate oder Phosphonate von

Kohlenwasserstoffen. In besonders einer bevorzugten Ausführung ist die Verwendung Insbesondere Alkyl- oder Arylverbindungen, langkettige Carbonsäuren wie Fettsäuren, z.B. der Kettenlängen C6-C24, davon abgeleitete Carboxylate oder Dispergiermittel auf Basis Säureester wie

Alkyl- oder Arylcarbonsäurester, Alkyiphosphor-, Alkylphosphonsäureestern, langkettigen Alkoholen oder Alkoholethoxylaten verwendet.

Kommen polymere Dispergieradditive zum Einsatz, so ist die Verwendung der Klassen der Fettsäurechemie, Polyester, Polyaminamide, Dieis-Alder Addukte, Phosphorsäureester der Klassen Polyester/Polyether Polymere, Polyether Polymere, Additive der Klasse der Polyurethane,

Polyetherurethane oder Poiyesterurethane sowie Poiyaminoverbindungen und auf Basis von Polyacrylaten. Derartige polymere Dispergieradditive sind beispielsweise unter dem Namen BYK ® (Fa. BYK-Chemie) erhältlich.

Die Dispergieradditive können der magnetorheologischen Formulierung einerseits während der Mischungszubereitung und/oder bereits zum Vermahlungsprozess der erfindungsgemäßen piättchenförmigen

Eisenpartikel zugesetzt werden.

Die genannten Dispergiermittel ermöglichen sowohl eine Dispergierung während des Mahlprozesses und wirken dabei als Mahlhiifsmittel um eine Aggregation der erhaltenen piättchenförmigen Partikel zu verhindern, innerhalb des erfindungsgemäßen magnetorheologischen Fluids

gewährleisten die Dispergieradditive neben der Dispergierung der Partikel auch eine gute Redispergierbarkeit nach möglicher Sedimentierung der Partikel. Zudem wird durch die Verwendung von Dispergieradditiven ein gutes Fließverhalien der magnetorheologischen Formulierung bei unterschiedlichen Temperaturbereichen gewährleistet, so ist beispielsweise das Fließverhalten bei tiefen Temperaturen gegeben.

Die optional zuzusetzenden Dispergieradditive verbessern die

Redispergierbarkeit nach einer etwaigen Sedimentation der

piättchenförmigen Eisenpigmente. Im Falle von Dispergierhilfsmittel reichen bereits geringere Mengen aus. Die Dispergieradditive sind in der

erfindungsgemäßen Formulierung vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht an

magnetorheologischem Fluid.

Sofern Thixotropieradditive zugesetzt werden, kann ein Absetzen der eingesetzten magnetisierbaren Partikel in der Flüssigkeit weiter beeinflusst werden. Bevorzugt werden erfindungsgemäß Thixotropieradditive auf Basis modifizierter Harnstoffe, hochmolekularer harnstoffmodifizierte Polyamide, Acryiatverdicker auf Polyacrylatbasis wie unter dem Namen BYK ® (Fa. BYK Chemie GmbH) vertrieben. Daneben können partikuläre Additive wie Metalloxide wie Titandioxide, Aluminiumoxide, Eisenoxide, Siliziumdioxid und/oder hochdisperse Kieselsäure zugesetzt werden wie z.B. pyrogene Kieselsäure unter dem Namen Aerosil (Fa. Degussa). Weiterhin können synthetische bzw. natürliche plättchenförmige Schichtsilikate, wie Glimmer, Kaolin, Bentonite, Hectorite oder Smectite oder z.B. hydrophob bzw.

organisch modifizierten Varianten davon dem magnetorheologischen Fluid zugesetzt werden. Diese sind unter dem Namen Bentone ® (Fa. Elementis) bekannt. Die Thixotropieradditive können in der vorliegenden

erfindungsgemäßen Ausführung vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,01 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 5 Gew.-% verwendet werden.

Bei einer besonders bevorzugten Variante hingegen sind in dem

magnetorheologischen Fluid keine weiteren plättchenförmigen

Thixotropieradditve enthalten, da bereits aufgrund der plättchenartigen Form der erfindungsgemäßen Partikel ein gutes Absetzverhalten erhalten wird.

Als Gleitmittel können beispielsweise Teflonpulver, Molybdänsulfid und/oder Graphitpulver verwendet werden.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird des Weiteren durch Verwendung der erfindungsgemäßen plättchenförmigen Eisenpigmente zur Herstellung eines magnetorheologischen Fluids gelöst.

Auch wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch Bereitstellung einer Vorrichtung, die ein erfindungsgemäßes magnetorheologisches Fluid enthält, gelöst. Vorzugsweise wird die erfindungsgemäße Vorrichtung, aus der Gruppe, die aus Bremsen, Dämpfer, Kupplungen, Lagern, Lenksystemen, Dichtungen, Prothesen und Aktoren besteht, ausgewählt.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Figuren und Beispielen näher veranschaulicht, ohne dabei darauf beschränkt zu sein.

Figuren

Fig. 1 zeigt den Einfluss des Größen-Dicken-Verhältnisses auf die normierte magnetische Suszeptibtlität.

Fig. 2 zeigt erfindungsgemäße piättchenförmige magnetische Partikel mit einem Größen-Dickenverhäitnis von 20: 1 gemäß Beispiel 3

Fig. 3 zeigt piättchenförmige magnetische Partikel mit einem Größen- Dickenverhältnis von 200:1 gemäß Vergleichsbeispiel 8

Fig. 4: Abhängigkeit der Viskosität vom Größen-Dicken-Verhältnis der Teilchen bei unterschiedlichen Magnetfeldern.

Beispiele

I Messmethoden:

Größe-Dicken-Verhältnis:

Das Größe-Dicken-Verhältnis einer Partikelprobe aus den aufgeführten Beispielen wurde aus der Auswertung von REM-Aufnahmen bestimmt. Dabei wurde jeweils der Längendurchmesser mittels Cilas 064 und die Dicke einer statistischen Anzahl (mindestens 100) an Partikeln ermittelt und das mittlere Größe-Dicken-Verhältnis durch Quotientenbildung aus

Längendurchmesser zu Dicke errechnet.

Viskositäten:

Die Viskositäten wurden mit einen Anton-Paar-Viskosimeter MCR 301 (Anton Paar, Deutschland) bestimmt. Dazu wurden die notwendige Menge des entsprechenden Fluids in den für den jeweiligen Viskositätsbereich geeigneten Probenraum (ca. 40 g in Zylinder-Geometrie (bis 20 mPa s) und 3 g in Kegel-Platte-Geometrie (größer 20 mPa s) gegeben, und die

Viskosität mittels eines geeigneten Messprotokolls vermessen. Die

Bestimmung der Nullviskosität erfolgte bei Scherraten zwischen 100 und 1200 1/s bei 40 °C durch Bestimmung der Steigung des erhaltenen Verlaufs der Schubspannung/Scherraten Funktion im Bereich zwischen 500 und 800 1/s. Die Bestimmung der Magnetfeld-induzierten Viskosität erfolgte in einer speziellen MesszeiJe (MRD 180/1T [Anton Paar, Deutschland]) mit einer Platte-Platte Geometrie (20 mm Durchmesser, Messspalt 1 mm). Es wurden 3 g des Fluids eingebracht und der Verlauf der Viskosität als Funktion der Magnetfeldstärke (zwischen 0 und 1 Tesla) bestimmt. Das Magnetfeld wurde während der Messung mittels eines Teslameters (Hall-Sonde), welches direkt unter der Messzelle angeordnet war, gemessen.

Magnetische Suszeptibilität:

Die Bestimmung der normierten magnetischen Suszeptibilität erfolgte in einem Magnetometer (Vibrating Sample Magnetometer Lake Shore 7407 [Lake Shore Cryotronics, Inc, Westerville, Ohio, USA). Dazu wurde 1 g des Fluides in den Probenraum gegeben und die Probe anschließend mit Standardprotokollen des Herstellers vermessen. Die Auswertung erfolgte durch Auftragung der Funktion M(H). Die Anfangssuszeptibilität wurde als Steigung der Funktion im linearen Bereich bestimmt. Dieser Werte wurde anschließend auf die Sättigungsmagnetisierung bezogen. Die Sättigungsmagnetisierung wurde bestimmt als Wert von H=unendlich durch lineare Extrapolation der Funktion M(1/H).

Absetzverhalten:

Die Formulierungen wurden jeweils in ein Reagenzglas mit einer Füllhöhe von 8 cm eingefüllt und nach 3 h die Höhe des klaren

Flüssigkeitsüberstandes prozentual zur Gesamtfüllhöhe bestimmt.

Rundlichkeitsfaktor:

Der Rundlichkeitsfaktor Rf einer Partikelform wurde mit Hilfe einer

Bildauswertesoftware anhand von lichtmikroskopischen und/oder REM- Aufnahmen statistisch ermittelt. Dazu wurde aus einer statistisch

signifikanten Anzahl, üblicherweise 100 Partikel, von Partikeln jeweils die Länge der Umfangslinie bestimmt. Anschließend wurde die Fläche bestimmt und aus der Fläche jeweils der Äquivalentumfang eines flächengleichen Kreises errechnet. Aus allen bestimmten Werten wurde anschließend der arithmetische Mittelwert bestimmt. Die erhaltenen Werte wurden nach Formel (I) ins Verhältnis gesetzt und der Rundlichkeitsfaktor R f erhalten.

II Hersteilung:

Beispiel 1: Herstellung plättchenförmiger Eisenpigmente durch

Vermahlung

Eine Mischung aus 50 g Carbonyleisenpulver SQ (mittlere Teilchengröße D 50 = 3,6 pm, Eisengehalt > 99,5%, Fa. BASF AG) und 150 g Testbenzin sowie 0,9 g Ölsäure als Dispergier- und Mahlhilfsmittel wurden in eine Topfmühle (Länge: 32 cm, Breite: 9 cm) zusammen mit 2 kg Stahlkugeln (Durchmesser: 1 ,5 mm) gefüllt und mit 45 U/min für 1 h vermählen. Das aus der Mühle entleerte Vermahlungsprodukt wurde mit Testbenzin

ausgewaschen und mitteis einer Siebung (40 pm) von den Mahlkugeln getrennt. Der Siebdurchgang wurde mittels einer Nutsche weitgehend von Testbenzin befreit. Der erhaltene Fiiterkuchen wurde mit 90 Gew.-% Feststoffanteil isoliert.

Die erhaltenen plättchenförmigen Eisenpigmente wiesen ein mittleres Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (bestimmt aus einer statistischen

Errechnung über REM-Aufnahmen) und eine mittlere Teilchengröße D 50 = 10,1 μηι (C!LAS) auf. Partikel mit anderen Größe-Dicken-Verhältnissen (für u.g. Beispiele) wurden hergestellt, indem die Mahldauer bei sonst gleichen Versuchsparametern verändert wurde.

Beispiel 2: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurden in einem 250 mi-Aluminiumbecher 44,4 g einer 90 Gew.-%igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhäitnis von 45 (mittlere Teilchengröße D 5 o = 3,2 μηι, CILAS, erhalten nach dem in Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 1930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK) mit einem Rührgerät unter Verwendung einer Dissolverscheibe (Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Beispiel 3: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren:

- Magnetisierbare Partikel: 44,4 g plättchenförmige Eisenpartikel in Form einer 90 Gew.-%igen Testbenzinpaste mit einem gemittelten Größe-Dicken- Verhältnis von 20 (REM) und mittleren Teilchengröße D 50 = 12,3 μηι (CILAS) erhalten aus Vermahlung in Analogie zu Beispiel 1

- Trägeröl: 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 1930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK).

Beispiel 4: Magnetorheologisches Fluid Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren:

- Magnetisierbare Partikel: 44,4 g plättchenförmige Eisenpartikel in Form einer 90 Gew.-%igen Testbenzinpaste mit einem gemittelten Größe-Dicken- Verhältnis von 10 (REM) und mittleren Teilchengröße D 50 = 7,9 pm (CILAS) erhalten aus Vermahlung in Analogie zu Beispiel 1

- Trägeröi: 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 1930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK).

Beispie! 5: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren:

- Magnetisierbare Partikel: 44,4 g plättchenförmige Eisenpartikel in Form einer 90 Gew.-%igen Testbenzinpaste mit einem gemittelten Größe-Dicken- Verhältnis von 5 (REM) und mittleren Teilchengröße D 50 = 6,6 pm (CILAS) erhalten aus Vermahlung in Analogie zu Beispiel 1

- Trägeröl: 35,6 g des Trägeröis bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK). Beispiel 6 (Vergleichsbeispiel); Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer magnetorheoiogischen Flüssigkeit als Vergleichsbeispiel mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren:

- Magnetisierbare Partikel: 40 g kugelige Eisenpartikel mit einem Größe- Dicken-Verhältnis von 1 und einer Teilchengröße D 50 = 3,6 mm (CILAS) [Carbony!eisenpulver SQ, (Fa. BASF SE)]

- Trägeröl: 40 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (medizinisches Weißöl: Enerpar M 1930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK).

Beispiel 7 (Vergleichsbeispiel): Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheoiogischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren:

- Magnetisierbare Partikel: 44,4 g plättchenförmige Eisenpartikel in Form einer 90 Gew.-%-igen Testbenzinpaste mit einem gemittelten Größe- Dicken-Verhältnis von 80 (REM) und mittleren Teilchengröße D 5 o = 4,5 pm (CILAS) erhalten aus Vermahlung in Analogie zu Beispiel .

- Trägeröi: 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK).

Beispiel 8 (Vergleichsbeispiel): Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer magnetorheoiogischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurde in Analogie zu Beispiel 2 verfahren: - Magnetisierbare Partikel: 44,4 g plättchenförmige Eisenpartikei in Form einer 90 Gew.-%-igen Testbenzinpaste mit einem gemittelten Größe- Dicken-Verhältnis von 200 (REM) und mittleren Teilchengröße D 5 o = 19,1 pm (CILAS) erhalten aus Vermahlung in Analogie zu Beispiel 1.

- Trägeröl: 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl (Enerpar M 930, Viskosität bei 40 °C 95 mPa s, Fa. BP, UK).

Beispiel 9: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurden in einem 250 ml-Aluminiumbecher 44,4 g einer 90 Gew.-%igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (mittlere Teilchengröße D 50 = 7,9 pm, C!LAS, erhalten in Analogie zu Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 35,6 g des Trägeröls bestehend aus dem Dicarbonsäurester Butylbenzylphthalat (Viskosität bei 40 °C 40 mPa s, Chemos GmbH) mit einem Rührgerät unter Verwendung einer Dissolverscheibe (Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Beispiel 10: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurden in einem 250 ml-Aluminiumbecher 44,4 g einer 90 Gew.-%-igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (mittlere Teilchengröße D 50 = 7,9 pm, CILAS, erhalten in Analogie zu Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 35,6 g des Trägeröis bestehend aus Poly-a-oiefin Durasyn 164 (Viskosität 40 °C 11 ,6 mPa s, BP Amoco, UK) mit einem Rührgerät unter Verwendung einer Dissolverscheibe (Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Beispiel 11: Magnetorehologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurden in einem 250 ml-Aluminiumbecher 44,4 g einer 90 Gew.-%igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (mittlere Teilchengröße D 50 = 7,9 pm, CILAS, erhalten in Analogie zu Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Paraffinöl Nexbase 3020 (Viskosität 40 °C 50 mPa s, Fortum Corporation, Finnland) mit einem Rührgerät unter

Verwendung einer Dissolverscheibe (Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Beispiel 12: Magnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 50 Gew.-% wurden in einem 250 ml-A!uminiumbecher 44,4 g einer 90 Gew.-%igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (mittlere Teilchengröße D 50 = 7,9 pm, CILAS, erhalten in Analogie zu Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 35,6 g des Trägeröls bestehend aus Poly- α -olefin Synfluid (Viskosität 40 °C 51 mPa s, ChevronPhillips Chemical Company, USA) mit einem Rührgerät unter Verwendung einer Dissolverscheibe (Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Beispiel 13: agnetorheologisches Fluid

Zur Herstellung von 80 g einer erfindungsgemäßen magnetorheologischen Flüssigkeit mit einem Gewichtsanteil von 75 Gew.-% wurden in einem 250 m!-Aluminiumbecher 66,6 g einer 90 Gew.-%igen Paste plättchenförmiger Eisenpartikel in Testbenzin mit einem gemittelten Größe-Dicken-Verhältnis von 10 (mittlere Teüchengröße D50 = 7,9 μιτι, CILAS, erhalten in Analogie zu Beispiel 1 genannten Verfahren) eingewogen und anschließend 11,4 g des Trägeröls bestehend aus dem Dicarbonsäurester Butylbenzylphthalat (Viskosität bei 40 °C 40 mPa s, Chemos GmbH) unter Zusatz von 2,0 g des Thixotropieradditives BYK 411 (BYK-Chemie, Deutschland) zur mit einem Rührgerät unter Verwendung einer Dissolverscheibe

(Scheibendurchmesser 3 cm) bei 3000 U/min für 5 min eindispergiert.

Aus den in Tabelle 1 genannten Beispielen wird der Vorteil der Erfindung sehr deutlich. Die normierte magnetische Suszeptibiiität des Vergleichsbeispieis 6 liegt bei 6,0 x 10 ~3 . Die Beispiele 2 bis 5 zeigen, dass die Suszeptibilitäten mit steigendem Größen-Dicken-Verhältnis stark ansteigen. Im Vergleich zu

Vergleichsbeispiel 6 ist die Suszeptibiiität im Beispiel 2 um den Faktor 4 erhöht. Der Anstieg der Suszeptibiiität bei noch größeren Größen-Dicken-Verhäitnissen fällt hingegen gering aus. So ist die Suszeptibiiität von Beispiel 7 nur noch gering höher als die von Beispiel 2. Demnach ist eine Erhöhung des Größen- Dicken-Verhältnisses über den erfindungsgemäßen Bereich hinaus nicht sinnvoll. Der Anstieg der Suszeptibiiität ist bei den Beispielen 3-5 besonders stark, wodurch die in der Erfindung besonders bevorzugten Größen-Dicken- Verhältnisse erklärt werden können. Der beschriebene Verfauf wird in

Abbildung 1 klar erkennbar.

Wie die erfindungsgemäßen Beispiele 2-5 im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 6 exemplarisch belegen, verbessert das erfindungsgemäße Größen-Dicken- Verhältnis das Absetzverhalten von magnetorheologischen Formulierungen deutlich. Die Partikel setzen sich durch ihre Plättchenform deutlich weniger ab.

Partikel mit Größen-Dicken-Verhältnissen, die höher als die

erfindungsgemäßen Verhältnisse sind, weisen zwar ein noch weiter

verbessertes Absetzverhalten auf, jedoch ist die Viskosität solcher

Formulierungen bereits ohne angelegtes Magnetfeld (Basisviskosität) sehr hoch, so dass die Viskositätsänderung durch Anlegen eines Magnetfeldes nur noch gering ausfällt. Demnach sind Partikel mit derart hohen Größen-Dicken- Verhältnissen technisch nicht oder nur sehr nachteilig einsetzbar.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Größen-Dicken-Verhältnissen ist in Abbildung 4 gezeigt. Die Partikel zeigen bereits bei kleinen Magnetfeldern eine signifikante Steigerung der Viskosität im Vergleich zur Basisviskosität.