| 1. | Laminat aus einem Gewebe oder Gewirke und einer wasser¬ undurchlässigen, wasserdampfdurchlässigen Folie, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe oder Gewirke aus unver¬ streckten oder teilverstreckten Endlosfäden besteht, daß das Laminat bei Raumtemperatur eine Dehnbarkeit in Längs und in Querrichtung von mindestens 150% besitzt und daß es nach einer Verdehnung in Längs und/oder Querrichtung um einen Wert zwischen 150% und der Bruch¬ dehnung die erhaltene Form im wesentlichen beibehält. |
| 2. | Laminat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnbarkeit 250 bis 400% beträgt. |
| 3. | Laminat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Endlosfäden aus einem synthetiεchen organiεchen Polymermaterial bestehen. |
| 4. | Laminat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Endlosfäden auε Polyeεter, Polyamid oder Polypropylen bestehen. |
| 5. | Laminat nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserdampfdurchlässige wasserundurchlässige Folie aus Polyurethan, Polyolefin oder aus einem Copolyätherester besteht. |
| 6. | Laminat nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie aus einem Copolyätherester besteht, der aus einer Vielzahl von wiederkehrenden intralinearen langkettigen Estereinheiten und kurzkettigen Estereinheiten besteht, die statistisch KopfendeanHinterende durch Ester¬ brücken verbunden sind, wobei die langkettigen Esterein¬ heiten der Formel O 0 II II wobei die kurzkettigen Estereinheiten der Formel O o !l II entsprechen, worin G ein zweiwertiger Rest ist, der durch Entfernung von endständigen Hydroxylgruppen mindestens eines langkettigen Glycols entsteht, das ein Molekulargewicht im Bereich von 800 bis 6000 und ein Atomverhältnis von Kohlenstoff zu Sauerstoff im Bereich von 2,0 bis 4,3 besitzt, wobei mindestens 70 Gew.% des langkettigen Glycols ein Kohlenstoff:Sauerstoff Verhältnis im Bereich von 2,0 bis 2,4 aufweisen, R ein zweiwertiger Rest ist, der durch Entfernung von Car¬ boxylgruppen mindestens einer Dicarbonsaure mit einem Molekulargewicht von weniger alε 300 entsteht, und D ein zweiwertiger Rest ist, welcher durch Entfernung von Hydroxylgruppen mindestens eines Diols entsteht, das ein Molekulargewicht von weniger als 250 besitzt, wobei mindestenε 80 Mol% der verwendeten Dicarbonsaure aus Terephthalsäure oder einem esterbildenden Äquivalent hiervon und mindestens 80 Mol% des niedermolekularen Diols aus 1,4Butandiol oder einem esterbildenden Äqui¬ valent hiervon bestehen, wobei die Summe der Molprozente der Dicarbonsaure, die nicht Terephthalsäure oder deren esterbildendes Äquivalent ist, und des niedermolekularen Diols, das nicht, 1,4Butandiol oder dessen esterbil¬ dendes Äquivalent ist, nicht größer als 20 ist und die kurzkettigen Estereinheiten 50 bis 75 Gew.% des Copolyätheresters bilden. |
| 7. | Laminat nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Folie einen Wert zwiεchen 5 und 50 μ beεitzt. |
| 8. | Laminat nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Folie einen Wert zwischen 10 und 25 um beεitzt. |
| 9. | Laminat nach einem oder mehreren der Anεprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf der dem Gewebe oder Gewirke abgewandten Oberfläche der Folie thermisch aktivierbare Klebepunkte aus einem organischen Polymeren befinden. |
| 10. | Verwendung eines Laminats nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 zur Herstellung von Schuhen oder Hand¬ schuhen, welche eine Außenschicht, eine Zwischenschicht und eine Innenschicht aufweisen, wobei das Laminat als Ausgangsmaterial für die Zwischenεchicht dient. |
| 11. | Werwendung nach Anεpruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Außen und Innenεchicht unabhängig voneinander aus Leder oder einem textilen Flächengebilde bestehen. |
| 12. | Verwendung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß die Folienseite der Zwiεchenεchicht der Außenlage zugewandt iεt. |
| 13. | Verwendung nach Anεpruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenschicht mit der Außenschicht durch thermisch aktivierbare Klebepunkte verbunden ist. |
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Laminat aus einem Gewebe oder Gewirke und einer wasserundurchlässigen wasserdampfdurch- lässigen Folie.
Sie betrifft ferner die Verwendung solcher Laminate als Ausgangsmaterial für die Zwischenschicht in Schuhen oder Handschuhen.
Es ist bekannt, bei der Herstellung von Schuhen oder Hand¬ schuhen atmungsaktive Folien zu verwenden. Diese Folien be¬ sitzen die Aufgabe, ein angenehmes Tragegefühl zu ver¬ mitteln, indem sie einerseits den Transport von Wasserdampf ermöglichen, so daß Körperflüssigkeit wie Schweiß nach Ver¬ dunsten von der Haut durch die Folie hindurch an die Um¬ gebung abgegeben werden kann. Andererseits sollen diese Folien undurchlässig gegen flüssiges Wasser sein, so daß
beispielsweise Regen nicht durch den Schuh oder Handschuh hindurch auf die Haut gelangen kann. Mit anderen Worten, solche atmungsaktiven Folien müssen wasserundurchlässig, aber wasserdampfdurchlässig sein. Sie können dann als Zwischenlage für Schuhe oder Handschuhe verwendet werden, welche außerdem eine Außenlage und eine Innenlage besitzen, die jeweils z.B. aus Leder oder einem textilen Flächen¬ gebilde bestehen können. Folien dieser Art und Schuhe bzw. Handschuhe, die solche Folien enthalten, sind z.B. be¬ schrieben in DE-OS 27 37 756, DE-OS 31 47 202, US-PS 4,520,056, US-PS 4,545,841 und US-PS 4,679,257.
Die Nachteile der Verwendung solcher Folien als solche liegen unter anderem darin, daß sie wegen der Handhabbarkeit und der erforderlichen mechanischen Festigkeit eine gewisse Mindestdicke aufweisen müssen. Sehr dünne Folien können nicht verwendet werden, da die Dehn- und Scheuerbean¬ spruchung in Schuhen oder Handschuhen eine gewisse mecha¬ nische Festigkeit erfordert, die erst bei bestimmten Mindestdicken erreicht wird. Die Verwendung von Folien einer bestimmten Mindestdicke verteuert andererseits den Artikel, da die atmungsaktiven Folien einen nicht zu vernachlässi¬ genden Kostenfaktor im Endartikel darstellen.
Ferner wird durch höhere Foliendicken der Transport von Wasserdampf an die Umgebung verlangsamt.
Es wurde versucht, die genannten Nachteile dadurch zu um¬ gehen, daß man Laminate aus atmungsaktiver Folie und nicht- gewebten textilen Flächengebilden, wie z.B. thermisch gebun¬ denen Vliesen einsetzte. Dies ist beispielsweise beschrieben in US-PS 3,510,344, US-PS 3,713,938 und US-PS 4,594,283. Die Nachteile der Verwendung solcher Laminate für die
Herstellung von Schuhen oder Handschuhen bestehen darin, daß die nichtgewebten Flächengebilde wie z.B. Vliese nur niedrige Dehnbarkeit besitzen und deshalb die Laminate nicht einstückig mit der Außenlage von Schuhen verbunden und ge¬ formt werden können. Das Problem hierbei ist das gleiche, wie es im Fall von Laminaten auftritt, welche Flächengebilde aus vollverstreckten Fäden enthalten und das nunmehr im einzelnen beschrieben wird.
Es wurden bereits auch Laminate aus atmungsaktiven Folien und textilen Geweben und Gewirken eingesetzt. Dies geht u.a. hervor aus EP-A 0 110 627, GB-A 2 114 585, US-PS 4,599,810, DE-OS 27 37 756, DE-OS 31 49 878. In all diesen Fällen be¬ standen die Gewebe oder Gewirke aus vollverstreckten syn¬ thetischen Garnen bzw. Endlosfäden. Der Nachteil dieser Laminate besteht in ihrer verhältnismäßig niedrigen Dehn¬ barkeit. Diese wirkt sich nachteilig auf den Herstellungs¬ prozeß bei der Schuh- oder Handschuhfertigung aus. Da diese Laminate nur geringe Dehnbarkeit in Längs- und Querrichtung aufweisen, müssen sie zu einzelnen Stücken zugeschnitten werden und mit passenden Stücken der Innenlage verbunden werden. Anschließend werden diese Stücke miteinander vernäht und das Ganze mit der vorgefertigten geformten einstückigen Außenlage verbunden, z.B. über Kleben. Hierdurch wird einerseits die Schuh- bzw. Handschuhherstellung aufwendig, andererseits bilden die Nähte, mit denen die einzelnen Teile aus Laminat und Innenlage verbunden sind, Schwachstellen im Endartikel, durch die Wasser eindringen kann. Vielfach ist es daher nötig, diese Nähte, z.B. durch Versiegelung bzw. Nahtabdichtbänder, abzudichten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, die ge¬ nannten Nachteile bekannter Laminate zu vermeiden und Laminate zur Verfügung zu stellen, welche mit Außenlagen von
Schuhen oder Handschuhen einstückig zusammen geformt und verbunden werden können, d. h. ohne daß einzelne vorgefer¬ tigte Laminatteile an den Rändern miteinander vernäht werden müssen.
Die Aufgabe wurde gelöst durch Laminate gemäß Oberbegriff von Anspruch 1, die dadurch gekennzeichnet sind, daß das Gewebe oder Gewirke aus unverstreckten oder teilver¬ streckten Endlosfäden besteht, daß das Laminat bei Raum¬ temperatur eine Dehnbarkeit in Längs- und in Querrichtung von mindestens 150% besitzt und daß es nach einer Verdehnung in Längs- und/oder Querrichtung um einen Wert zwischen 150% und der Bruchdehnung die erhaltene Form im wesentlichen bei¬ behält. Die Dehnbarkeit bzw. Dehnung wird hierbei bestimmt nach DIN 53 857.
Die erfindungsgemäßen Laminate weisen gegenüber bekannten den Vorteil auf, daß sie einstückig zusammen mit der Außen¬ lage von Schuhen oder Handschuhen, welche aus Leder oder einem textilen Flächengebilde bestehen kann, geformt und verbunden werden können. Hierzu kann die Außenlage auf das erfindungsgemäße Laminat gelegt und das entstandene Flächengebilde, z.B. über einen Leisten, geformt werden. Die Verbindung von Laminat und Außenlage kann zusammen mit der Formgebung oder in einem separaten Schritt erfolgen, z.B. über vollflächiges Verkleben mittels einer Klebstoff¬ zwischenschicht. Vorzugsweise erfolgt die Verbindung jedoch nur punktweise über einzelne aktivierbare sogenannte Klebe¬ punkte, was unten näher erläutert wird. Die Verbindung zwischen Außenlage und Laminat kann dann in vorteilhafter Weise zusammen mit der Formgebung dadurch erfolgen, daß man den formgebenden Leisten beheizt und so die Klebepunkte aktiviert. Nach Vorliegen des geformten Gebildes aus
Außenlage und erfindungsgemäßem Laminat wird die Innenlage, welche im Schuh oder Handschuh dem Fuß bzw. der Hand zuge¬ wandt ist, in üblicher Weise in einzelnen zugeschnittenen Stücken aufgebracht und mit dem einstückigen Gebilde aus Außenlage und Laminat verbunden, z.B. durch Verklebung bzw. Vernähen an den Außenrändern.
Die Möglichkeit, die erfindungsgemäßen Laminate einstückig zusammen mit der Außenlage zu formen und zu verbinden, er¬ gibt sich aus der hohen Dehnbarkeit, welche eine Voraus¬ setzung für die Formgebung, z.B. über Leisten, ist. Diese hohe Dehnbarkeit wird durch die Verwendung von unver¬ streckten oder teilverstreckten Endlosfäden im Gewebe- bzw. Gewirkeanteil des Laminats verursacht. Der Vorteil dieser Formgebung unter Verwendung eines einstückigen Laminats liegt darin, daß die atmungsaktive Folie im Schuh bzw. Hand¬ schuh einstückig vorliegt, d.h. daß keine Nähte zwischen einzelnen vorgefertigten Laminatteilen vorhanden sind, durch die Wasser eindringen könnte und daß daher auf Nahtab¬ dichtung bzw. -Versiegelung verzichtet werden kann.
Für die erfindungsgemäßen Laminate müssen neben Geweben und Gewirken aus unverstreckten oder teilverstreckten Endlos¬ fäden atmungsaktive Folien verwendet werden, die ihrerseits ebenfalls eine Dehnbarkeit von mindestens 150% in Längs- und in Querrichtung aufweisen und sie müssen wasserundurch¬ lässig, aber wasserdampfdurchlässig sein. Solche Folien sind als solche bekannt, u.a. aus Schriften, welche oben bereits genannt wurden, und aus der EP-A 0 111 360. Unter Folien werden im Zusammenhang mit den erfindungsgemäßen Laminaten flächenhafte, flexible Gebilde verstanden, deren Dicke im Vergleich zu ihrer Länge und Breite sehr gering ist. Solche Artikel werden, wenn sie aus Polymeren bestehen, häufig auch als Filme bezeichnet.
Die Gewebe und Gewirke aus unverstreckten oder teilver¬ streckten Fäden können durch bekannte Verfahren hergestellt werden, wobei gewährleistet sein muß, daß die Gewebe oder Gewirke eine Dehnbarkeit in Längs- und in Querrichtung von mindestens 150% aufweisen. Dies bedeutet einerseits, daß die verwendeten Fäden eine Längsdehnbarkeit von mindestens 150% aufweisen müssen und daß die Gewebe- bzw. Gewirkeherstellung so durchzuführen ist, daß die Dehnbarkeit nicht unter 150% absinkt. Eine vollständige WeiterverStreckung während der Herstellung des Gewebes oder Gewirkes, z.B. durch hohe Zug¬ kräfte, muß also vermieden werden. Der Ausdruck "teilver- streckte" Fäden im Zusammenhang mit den erfindungsgemäßen Laminaten bedeutet also, daß eine gewisse VerStreckung bei der Fadenherstellung und/oder der Herstellung des Gewebes bzw. Gewirkes erfolgen darf, jedoch nur in einem Ausmaß, daß die Dehnbarkeit des Flächengebildes nicht unter 150% sinkt. Das Ausmaß der Verstreckung, welches zulässig ist, hängt hierbei unter anderem vom Fadenmaterial ab und kann den textilen Daten der vorgesehenen Endlosfäden entnommen werden, z.B. der Kraft-Dehnungskurve.
Als unverstreckte oder teilverstreckte Fäden im Sinne der Erfindung können auch sogenannte vororientierte (FOY, POY) oder teilweise vororientierte (MOY) Fäden verwendet werden, welche mit hoher Geschwindigkeit, z.B. mit etwa 2000 m/min bis 8000 m/min gesponnen wurden, sofern sie die erforder¬ lichen Dehnungseigenschaften aufweisen bzw. die Herstellung von Laminaten ermöglichen, welche die in Anspruch 1 ge¬ nannten Dehnungseigenschaften besitzen.
Die Verbindung zwischen Folie und Gewebe bzw. Gewirke in den erfindungsgemäßen Laminaten kann erfolgen durch punktförmige oder flächenhafte Verklebung. Die hierfür ausgewählten
Klebstoffe müssen vor allem im Fall flächenhafter Verklebung hydrophil sein, um den Transport von Wasserdampf nicht zu behindern, und sie dürfen die Dehnbarkeit der Laminate nicht unter einen Wert von 150% herabsetzen. Geeignet sind hydro¬ phile geschäumte Kleber auf Polyurethan- oder Acrylatbasis.
Die hohe Dehnbarkeit der erfindungsgemäßen Laminate reicht allein nicht aus, um die Anwendungsvorteile zu erzielen. Vielmehr muß die nach Verdehnung um 150% bis hin zur Bruch¬ dehnung erhaltene Form, d.h. die Länge und Breite des Laminats, im wesentlichen erhalten bleiben, sobald die zur Dehnung angewandte Kraft nicht mehr einwirkt. Andernfalls käme es durch Rückstellkräfte zu Spannungen im Gebilde aus Außenlage und Laminat. Für die erfindungsgemäßen Laminate können also keine elastischen ("stretch") Fäden verwendet werden, welche zwar hohe Dehnbarkeit aufweisen, die aber, sobald keine Dehnkraft mehr einwirkt, die Ausgangslänge wieder einnehmen. Die Aussage, daß die erhaltene Form "im wesentlichen" beibehalten werden muß, bedeutet, daß keine Verkürzung der Länge und Breite von mehr als etwa 10% ein¬ treten darf, sobald die Dehnkraft nicht mehr einwirkt. Natürlich behalten die erfindungsgemäßen Laminate die nach Verdehnung erhaltene Form auch dann im wesentlichen bei, wenn die Verdehnung unter 150% liegt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform weisen die erfin¬ dungsgemäßen Laminate eine Dehnbarkeit in Längs- und in Querrichtung von 250 bis 400% auf. Speziell im Fall der Herstellung von Handschuhen ist häufig eine höhere Dehn¬ barkeit als 150% erforderlich.
Die Folie in den erfindungsgemäßen Laminaten kann relativ dünn sein, da die zusätzliche Verwendung von Gewebe oder Gewirke zur mechanischen Festigkeit beiträgt. Die Verwendung
dünner Folien bewirkt, daß Wasserdampf schneller von der Haut des Trägers an die Umgebung abgegeben werden kann. Vor¬ zugsweise ist die Folie zwischen 5 und 50 um, insbesondere zwischen 10 und 25 μm dick.
Für die Endlosfäden, aus denen das Gewebe oder Gewirke der erfindungsgemäßen Laminate besteht, lassen sich im Prinzip beliebige Materialien verwenden, welche zu den erforder¬ lichen Dehnungseigenschaften führen. Vorzugsweise werden hierfür synthetische organische Polymere verwendet, ins¬ besondere Polyester wie Polyäthylenterephthalat oder Poly- butylenterephthalat, Polyamid 6 oder 66, Copolyamide, oder Polyolefine wie Polypropylen.
Das Material, aus dem die atmungsaktive Folie besteht, kann ebenfalls aus einer Reihe bekannter Materialien ausgewählt werden, wie sie in den eingangs genannten Druckschriften beschrieben sind. Voraussetzung ist hier wiederum, daß die genannten Dehnungs- und Rückεtelleigenεchaften erreicht werden. Bevorzugt für das Folienmaterial sind Polyurethane Polyolefine und Copolyäthereεter. Besonders günstige Eigen¬ schaften werden durch die Verwendung eines Copolyesters er¬ zielt, der aus einer Vielzahl von wiederkehrenden intra¬ linearen langkettigen Estereinheiten und kurzkettigen Ester¬ einheiten besteht, die statistisch Kopfende-an-Hinterende durch Eεterbrücken verbunden sind, wobei die langkettigen Estereinheiten der Formel
o o
I II :—R—c+
wobei die kurzkettigen Eεtereinheiten der Formel
entsprechen, worin G ein zweiwertiger Rest ist, der durch Entfernung von endständigen Hydroxylgruppen mindestenε eines langkettigen Glycols entεteht, daε ein Molekulargewicht im Bereich von 800 bis 6000 und ein Atomverhältnis von Kohlen¬ stoff zu Sauerstoff im Bereich von 2,0 bis 4,3 besitzt, wo¬ bei mindeεtenε 70 Gew.% deε langkettigen Glycolε ein Kohlen¬ stoff:Sauerstoff-Verhältnis im Bereich von 2,0 bis 2,4 auf¬ weisen, R ein zweiwertiger Rest ist, der durch Entfernung von Carboxylgruppen mindestens einer Dicarbonsaure mit einem Molekulargewicht von weniger als 300 entsteht, und D ein zweiwertiger Rest ist, welcher durch Entfernung von Hydro¬ xylgruppen mindestens eines Diols entsteht, das ein Mole¬ kulargewicht von weniger als 250 beεitzt, wobei mindeεtens 80 Mol% der verwendeten Dicarbonsaure aus Terephthalsäure oder einem eεterbildenden Äquivalent hiervon und mindeεtenε 80 Mol% deε niedermolekularen Diols auε 1,4-Butandiol oder einem eεterbildenden Äquivalent hiervon beεtehen, wobei die Summe der Molprozente der Dicarbonsaure, die nicht Tereph- thalεäure oder deren eεterbildendes Äquivalent ist, und des
niedermolekularen Diols, das nicht, 1,4-Butandiol oder desεen esterbildendes Äquivalent ist, nicht größer als 20 ist und die kurzkettigen Estereinheiten 50 bis 75 Gew.-% des Copolyätheresters bilden.
Solche Copolyätherester und die Herεtellung von Folien auε ihnen sind in der EP-A 0 111 360 beschrieben. Die Her¬ stellung der Folien kann beispielsweise nach den Angaben in Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology 9_ (1966), Seiten 232-241 erfolgen. Die in der EP-A 0 111 360 genannten speziellen Vertreter der Copolyätherester sind auch für die erfindungsgemäßen Laminate verwendbar.
Die Überprüfung, ob eine atmungsaktive Folie für die er¬ findungsgemäßen Laminate geeignet ist, d.h. ob sie in aus¬ reichendem Maß wasserundurchlässig und wasserdampfdurch¬ lässig ist, kann nach den Angaben in DIN 53 495, ASTM E 96-66 (Methode B) und nach den Angaben in der GB-PS 2 024 100 erfolgen.
Nach DIN 53 495 wird die Wasεerabsorption bei 23 C gemesεen, nach ASTM E 96-66 (Methode B) die Wasserdampfdurchlässig- keit bei 30°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit. Die wasεerabweiεenden Eigenεchaften werden gemäß den Angaben der
GB-PS 2 024 100 mit einer modifizierten Sutter-Teεt-
Apparatur und nach dem "Mullin-Burst-Test" gemeεεen. Gut geeignet für die erfindungsgemäßen Laminate sind Folien, die eine Wasεerdampfdurchlässigkeit von mindestens 1000, vor-
2 zugsweiεe mindeεtenε 2000 g/m . Tag und eine Waεεer- abεorption von nicht mehr alε 17 Gew.-%, vorzugεweise von nicht mehr als 11 Gew.-% aufweisen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Laminate weisen diese auf der dem Gewebe oder Gewirke ab¬ gewandten Oberfläche der Folie thermisch aktivierbare Klebe¬ punkte aus einem organischen Polymeren auf. Diese Klebe¬ punkte dienen dazu, eine punktförmige Verbindung zwischen den Laminaten und einer weiteren Schicht, z.B. der Außenlage von Schuhen oder Handschuhen, zu ermöglichen. Eine punkt¬ förmige Verklebung ist hierbei einer vollflächigen Ver¬ klebung vorzuziehen. Die Klebepunkte aus einem organischen Polymeren sind thermisch aktivierbar, d.h. sie können bei erhöhter Temperatur, vorzugsweiεe im Bereich von 100 bis 180°C, erweichen. Beim Wiedererkalten erstarren die Klebe¬ punkte und schaffen so eine Klebeverbindung zwischen Laminat und Schuh- oder Handschuhaußenlage. Gegebenenfalls kann die Verklebung bei erhöhter Temperatur durch Anwendung eines leichten bis mittleren Anpreßdrucks unterstützt werden. Geeignet als Material für die Klebepunkte sind organische Polymere mit niedrigem Erweichungspunkt, z.B. im Bereich von 100 bis 180 C. Solche thermoplaεtiεche Polymere alε solche sind bekannt, typische Vertreter sind Copolyester oder Co- polyamide. Die Klebepunkte können nach bekannten Techniken auf die Folienseite der erfindungsgemäßen Laminate aufge¬ bracht werden, z.B. durch Siebdruck.
Die erfindungsgemäßen Laminate können in vorteilhafter Weise als Auεgangsmaterial für eine Zwischenεchicht für Schuhe oder Handschuhe verwendet werden, welche außerdem eine Außenschicht und eine Innenschicht aufweisen. Aus der Ver¬ wendung der Laminate als Ausgangεmaterial für die Zwischen¬ schicht resultieren die oben beschriebenen Vorteile bezüg¬ lich Fertigung und Artikeleigenschaften. Vielfach bestehen hierbei die Außenschicht und die Innenschicht der Schuhe oder Handεchuhe unabhängig voneinander auε Leder oder einem
textilen Flächengebilde, wie z.B. einem Gewebe. Außenlagen aus textilen Flächengebilden kommen beispielsweise bei Turn¬ oder Sportschuhen in Frage. Innenschichten bzw. Innenlagen aus textilen Flächengebilden können bekannte Futterstoffe sein. In vielen Fällen besteht die Außenlage von Schuhen oder Handschuhen aus Leder wegen dessen Trage- und ästhe- tiεcher Eigenεchaften.
Bevorzugt wird die Zwiεchenlage, die auε den erfindungε- gemäßen Laminaten hergeεtellt wird, in den Schuhen oder Handεchuhen so angebracht, daß die Folie der Außenlage und das Gewebe oder Gewirke der Innenlage zugewandt ist. Die Innenlage ist hierbei die der Hand oder dem Fuß zugekehrte Seite des Schuhs oder Handschuhs. Wenn die Folie der Außen¬ lage benachbart ist, entsteht eine wirksame Barriere gegen daε Eindringen von Waεser, z.B. bei Regen, in das textile Gewebe oder Gewirke des Laminats. In einer vorteilhaften Ausführungsform ist hierbei das erfindungsgemäße Laminat mit der Außenlage punktformig über die beschriebenen Klebepunkte verbunden und an den Außenrändern vernäht.
In den Zwischenschichten der fertigen Schuhe oder Handεchuhe liegen die erfindungsgemäßen Laminate normalerweise nicht in ihrer ursprünglichen Form vor, da bei der Schuh- bzw. Hand¬ schuhherstellung in Folge der Formgebung, z.B. über Leisten, eine irreversible Verdehnung auftritt. Die Zwischenεchichten der Fertigartikel weisen daher im Normalfall kleinere Werte für die Dehnbarkeit auf als die erfindungsgemäßen Laminate, die als Ausgangsmaterial für die Zwischenεchicht dienen.
Die Erfindung wird nachfolgend durch ein Auεführungεbeiεpiel veranεchaulicht. Die hierbei verwendete (handelεübliche) beεteht aus einem Copolyätherester gemäß
Anspruch 6 und wurde nach dem in der EP-A 0 111 360 angegebenen Verfahren hergestellt.
Ausführungεbeispiel;
1. Laminat
Aus Polyester-Filamentgarn MOY 107 dtex f36 gl pr, gesponnen mit 2000 m/min Abzugsgeschwindigkeit wurde eine einschienige Trikotwirkware hergestellt mit der
Fadenzahl 11 x 207 und 23 Maschenreihen/cm. Daε m 2-Gewicht der Wirkware betrug 63 g/m2. Sie wurde mit einer SYMPATEX^—'-Folie (Membran) der Dicke 25 μm, entεprechend 31 g/m 2 unter Verwendung von ca. 10 g/m2 eineε Kleberε zu einem Zweilagen-Laminat verarbeitet. Dabei wurde der Kleber (Polyurethan) in Ethylacetat gelöst, punktformig auf die Membran aufgetragen, das Lösungsmittel bei 40°C abgedampft und die Membran mit Kleberpunkten bei ca. 80°C Walzentemperatur durch Kalandrieren mit der Wirkware vereinigt.
Am Laminat wurden folgende Höchstdehnungen gemessen:
längs zur Warenlaufrichtung 255% quer zur Warenlaufrichtung 366%.
2. Verarbeitung
Das Laminat wurde in einer Tiefziehmaschine (der Fa. Illig) nach dem Vakuumtiefziehverfahren über einen Leisten verformt. Dabei wurde mit einer Unterhitze von 120°C über 10 s gearbeitet. Die Abkühlzeit vor Aufheben des Vakuums betrug ca. 1 min.
Erhalten wurden Formteile entsprechend der Form des Leistens, die sich nach Entfernen überstehenden Materials und Öffnen des oberen Schaftbereiches für die Verwendung als wasserdichte Schuhzwischenεchicht eignen.
