Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
LINE ELEMENT HAVING A FRICTION-REDUCING LAYER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/149665
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a line element (100) having an inner element (IE), an outer element (AE) surrounding the inner element, and a sliding layer (131, 132) in the form of an anti-friction lacquer, which is arranged in the contact region on the inner element (IE) and/or on the outer element (AE).

Inventors:
BAUMHOFF, Dietmar (Zu Hildringhausen 19, Olpe, 57462, DE)
HENKELMANN, Michael (Berliner Strasse 12, Hilchenbach, 57271, DE)
SELTER, Oliver David (Auf dem Brink 9, Attendorn, 57439, DE)
GERHARD, Andreas (Hünsborner Straße 70, Wenden, 57482, DE)
HAUK, Stefan (Fichtenweg 14, Hilchenbach, 57271, DE)
MÜNKER, Karl-Heinz (An der Wilhelmsburg 8, Hilchenbach, 57271, DE)
SCHENK, Karsten (Am Teich 11, Schwalmstadt, 34613, DE)
SIEBELS, David Christopher (Rütlistraße 25, Dortmund, 44143, DE)
WEISS, Matthias (Auf dem Stulk 6, Hilchenbach, 57271, DE)
SCKUDLAREK, Sascha Jan (Im Seifen 20, Freudenberg, 57258, DE)
Application Number:
EP2019/052035
Publication Date:
August 08, 2019
Filing Date:
January 29, 2019
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
WESTFALIA METALLSCHLAUCHTECHNIK GMBH & CO. KG (Am Schwanenweiher 1, Hilchenbach, 57271, DE)
International Classes:
F16L11/16; F01N13/18; F16L27/10; F16L27/11; F16L51/02
Domestic Patent References:
WO2017016728A12017-02-02
Foreign References:
EP3118504A12017-01-18
DE102013200579A12014-07-17
DE102008017465A12009-10-08
DE202015104177U12015-12-03
DE19531796C11997-04-30
DE29707779U11997-07-03
DE102013105891A12014-12-11
DE202015104177U12015-12-03
DE102008001297B1
DE102011053131A12012-05-24
DE102008001297A12008-10-30
DE102013104446A12014-10-30
DE102015102258A12016-08-18
Attorney, Agent or Firm:
BECKMANN, Juergen (Patentanwaltskanzlei Beckmann, An der Baumschule 23, Olpe, 57462, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1 . Leitungselement (100) für Abgasleitungen und dergleichen, enthaltend

ein Innenelement (IE, 120);

ein Außenelement (AE, 1 10), welches das Innenelement umgibt und zumindest lokal kontaktiert;

eine Gleitschicht (1 31 , 132) enthaltend einen temperaturbeständigen Gleitlack, welche im Kontaktbereich auf dem Innenelement (IE) und/oder auf dem Außenelement (AE) angeordnet ist.

2. Leitungselement (100) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitlack (131 , 132) vor bzw. während der Verarbeitung flüssig ist, an der Oberfläche von Innenelement oder Außenelement anhaftet und dort aushärtet.

3. Leitungselement (100) nach mindestens einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschicht (131 , 132) mindestens eines der folgenden Materialien enthält oder hieraus besteht: PTFE,

Molybdändisulfid (MoS2), Chromnitid (CrN), Titandioxid (Ti02), Graphit, Zinksulfid, (Metal-) phosphat, Aluminium, Aluminiumoxid, Bornitid, Silane, Silicium, Siliciumdioxid, Wolframdisulfid (WS2), Aramidfasern, Glasfasern, Glasperlen, Kohlenstofffasern, Glaskugeln, Polymer-Verbundwerkstoffe, Polyamidharze (PAI-Harz), Epoxidharz (PEEK), Polyvinylbutyral Harz, Polyolefine; vorzugsweise in Verbindung mit weiteren organischen und/oder anorganischen Bindemitteln, Lösungsmitteln, und/oder Additiven.

4. Leitungselement (100) nach mindestens einem der vorhergehenden

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschicht (131 , 132) eine Dicke von weniger als 30% der Wanddicke des Innenelementes (IE) oder

Außenelementes (AE) hat, auf dem sie sich befindet.

5. Leitungselement (100) nach mindestens einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass eine Gleitschicht (131 ) auf dem

Innenelement (IE) und eine Gleitschicht (132) auf dem Außenelement (AE) angeordnet ist.

6. Leitungselement (100) nach mindestens einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschicht (131 , 132) auf das fertig produzierte Innenelement (IE) und/oder Außenelement (AE) aufgetragen worden ist.

7. Leitungselement (100) nach mindestens einem der vorhergehenden

Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass Innenelement (IE) und/oder das

Außenelement (AE) zumindest in einem axialen Abschnitt des

Leitungselementes einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist, vorzugsweise einen ovalen oder mehreckigen Querschnitt.

8. Verfahren zur Herstellung eines Leitungselementes (100) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend die Schritte

Wickeln eines metallischen Bandes zu einem das Innenelement (IE) bildenden Wickelschlauch (120);

Bereitstellung eines Außenelementes (AE); Beschichten der Außenseite des Wickelschlauches (120) mit einer Gleitschicht (131 ) und/oder Beschichten der Innenseite des Außenelementes (AE) mit einer Gleitschicht (132);

Anordnen des Innenelementes (IE) im Außenelement (AE).

Description:
Leitungselement mit reibmindernder Schicht

Die Erfindung betrifft ein Leitungselement mit einem Innenelement und einem Außenelement, die konzentrisch zueinander angeordnet sind. Derartige

Leitungselemente werden vorzugsweise in Abgasleitungen in Kraftfahrzeugen verbaut und verbinden einzelne, starre Leitungseinheiten flexibel miteinander.

Im Abgasstrang von Kraftfahrzeugen entstehen Schwingungen, die beispielsweise verursacht werden durch Unwuchten von Rotationselementen im Motor,

Turbolader oder in Nebenaggregaten, durch die pulsförmigen Druckverläufe des Verbrennungsmotors, oder durch die Fahrbewegungen in Verbindung mit

Fahrbahn-Unebenheiten und deren Rückkopplung in das Fahrgestell.

Diesbezüglich haben Leitungselemente, welche auch als Entkopplungselemente bezeichnet werden, die Aufgabe, derartige Schwingungen und Bewegungen im Abgassystem von Kraftfahrzeugen zu entkoppeln. Zudem gleichen sie mögliche Einbautoleranzen aus.

Aus der DE 20 2015 104 177 U1 sind verschiedene Ausführungsformen von Leitungselementen bekannt, welche ein schlauchförmiges Innenelement und ein schlauchförmiges Außenelement enthalten, wobei in der Regel mindestens einer der Schläuche gasdicht ist. Des Weiteren offenbart die WO 2017/016728 A1 Leitungselemente, bei denen durch den Kontakt von Innenelement und

Außenelement eine Dämpfung von Schwingungen erzielt wird, wobei eine

Reibschicht im Kontaktbereich von Innenelement und Außenelement verschleißmindernd wirkt. Die genannten Dokumente werden durch Bezugnahme vollständig in vorliegende Anmeldung aufgenommen.

Angesichts dessen ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen einfach herstellbaren alternativen Aufbau eines Leitungselementes mit gutem

Betriebsverhalten bei langer Lebensdauer bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Leitungselement nach Anspruch 1 und ein Verfahren nach Anspruch 9 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen enthalten.

Ein erfindungsgemäßes Leitungselement für Abgasleitungen und dergleichen enthält die folgenden Komponenten:

Ein schlauchförmiges Innenelement.

Ein schlauchförmiges Außenelement, welches das Innenelement umgibt und (während des Betriebs) zumindest lokal kontaktiert.

Eine Gleitschicht, welche im Kontaktbereich von Innenelement und

Außenelement auf dem Innenelement angeordnet ist, oder auf dem

Außenelement angeordnet ist, oder sowohl auf dem Innenelement als auch auf dem Außenelement angeordnet ist, und welche einen

temperaturbeständigen Gleitlack enthält oder hieraus besteht.

Das Innenelement und/oder das Außenelement stehen vorzugsweise punktuell, linienförmig, teilflächig oder vollflächig miteinander Kontakt. Der Kontakt liegt dabei insbesondere während der Benutzung des Leitungselementes vor, also beispielsweise beim Entkoppeln von Schwingungen zwischen einem Motorblock und einem Abgassystem. In der Regel liegt ein Kontakt jedoch ständig vor, d.h. auch während der Ruhephasen des Leitungselementes.

Die Gleitschicht dient zur Verminderung von Reibungs- und Schwingungs- Verschleiß und ist dadurch gekennzeichnet, dass sie einen geringeren

Gleitreibungskoeffizienten aufweist als das Material des Innenelementes bzw. Außenelementes, auf dem sie sich befindet, in Bezug auf das Material des gegenüberliegenden Elementes. Eine auf der Außenseite des Innenelements aufgebrachte Gleitschicht hat demnach gegenüber dem Material des

Außenelementes einen geringeren Gleitreibungskoeffizienten als das

Innenelement. Bezogen auf Edelstahl als Reibpartner beträgt der

Gleitreibungskoeffizient der Gleitschicht vorzugsweise weniger als ca. 0.1 , weniger als 0.08, weniger als 0.06, oder weniger als 0.02. Wie üblich ist der

Gleitreibungskoeffizient m dabei definiert als das Verhältnis von

Gleitreibungskraft FR zur Normalkraft FN, mit der die Reibpartner gegeneinander gedrückt werden.

Weitere optionale technische Merkmale der Gleitschicht sind, dass diese stabil im Hochtemperaturbereich zwischen 400 und 800°C ist, vorzugsweise aber auch widerstandfähig ist im Niedrigtemperturbereich zwischen 0 und -50 °C. Weiterhin ist sie vorteilhafterweise stabil unter Vakuum- oder Unterdruckbedigungen zwischen P a bs = 0 bar und P a bs = Patm und/oder im Überdruckbereich bis P a b S = 200 bar. Weiterhin ist die Gleitschicht vorzugsweise beständig gegen Brennbarkeit und gegenüber leichter ionisierter Strahlung. Im Gegensatz zu Gleit- oder

Schmiermitteln in flüssiger oder pastöser Form treten in der Gleitschicht keine Kriechvorgänge auf und die Aplizierungsstellen sowie deren Umgebung weisen vorzugsweise keine keine Verschmutzung durch Staubpartikel auf. Die

reibminderende Eigenschaft ist vorteilhafterweise kombiniert mit einer extrem hohen Belastbarkeit von 0,1 N/mm bis 750 N/mm.

Erfindungsgemäß umfasst die Gleitschicht einen temperaturbeständigen Gleitlack. Die Art der Temperaturbeständigkeit richtet sich dabei nach dem vorgesehenen Einsatz des Leitungselementes. In Verbindung mit Abgasleitungen sollte die Gleitschicht vorzugsweise Temperaturen von über 400°C, über 600°C, oder besonders bevorzugt über 800°C aushalten. Unter einem "Gleitlack" wird im Übrigen ein Material verstanden, welches vor bzw. während der Verarbeitung flüssig ist, an der Oberfläche von Innenelement oder Außenelement anhaftet und dort (beispielsweise durch chemische Vernetzung) aushärtet. Die Aushärtung kann unter Raumtemperatur oder bevorzugt Temperaturen zwischen 30 Grad Celsius und 150 Grad Celsius oder 150 Grad Celsius und 500 Grad Celsius erfolgen. Nach dem Aushärten sollte der Gleitlack mit ausreichender Abriebfestigkeit am Untergrund haften und die gewünschte reibmindernde

Oberfläche aufweisen.

Die Gleitschicht (der Gleitlack) kann konkret mindestens eines der folgenden Materialien enthalten oder hieraus bestehen: Festschmierstoff, Matrixwerkstoff, Lösungsmittel, Bindemittel und Additive. Beispielhaft für die Materialien aber in ihrer Aufzählung nicht abschießend sind:

PTFE; Molybdändisulfid (M0S2), Chromnitid (CrN), Titandioxid (Ti02), Graphit, Zinksulfid, (Metal-) phosphat, Aluminium, Aluminiumoxid, Bornitid, Silane,

Silicium, Siliciumdioxid, Wolframdisulfid (WS2), Aramidfasern, Glasfasern,

Glasperlen, Kohlenstofffasern, Glaskugeln, Polymer-Verbundwerkstoffe,

Polyamidharze (PAI-Harz), Epoxidharz (PEEK), Polyvinylbutyral Harz, Polyolefine. Besonders bevorzugte Zusatzstoffe (Festschmierstoffe) sind Bornitid und

Molybdändisulfid.

Additive zur Verbesserung der Gleitschicht hinsichtlich hydrophoben und/oder, staubabweisenden Eigenschaften, Korrosionsschutz, UV-Beständigkeit, sowie Aushärtedauer und -temperatur, Gesamthärte, Elastizität oder einer Öl-, Fett-, Lösungsmittelbeständigkeit wie beispielhaft Butylglycolacetat, Ethylglycolacetat.

Das verwendete Lösungsmittel richtet sich dabei nach der jeweiligen Art der Applikation und hat keinen Einfluss auf die Eigenschaften der sich später ausgehärtenden Beschichtung.

Die Korngröße der Festschmierstoffe kann mittels Streulichtverfahren auf eine dem Fachmann bekannte Weise gemessen werden.

Die verwendete Faserlänge weisen eine mittlere Faserlänge kleiner 1000

Mikrometer, vorzugsweise kleiner 600 Mikrometer auf. Die mittlere Faserdicke ist kleiner als 550 Mikrometer, bevorzugt kleiner als als 50 Mikrometer.

Typischerweise dient die Gleitschicht nur dazu, die Oberfläche von Innenelement und/oder Außenelement reibmindernd zu gestalten, während sie nicht tragend ist für die Struktur des Leitungselementes. Demgemäß hat die Gleitschicht vorzugsweise eine verhältnismäßig geringe Dicke, die beispielsweise danach bemessen wird, dass während der Lebensdauer des Leitungselementes kein Durchrieb der Gleitschicht erfolgt. Beispielsweise kann die Gleitschicht eine Dicke von weniger als 50% der Dicke des Innenelementes oder Außenelementes haben (je nachdem, worauf sie sich befindet), vorzugsweise weniger als 20%, weniger als 10%, oder weniger als 5%. In absoluten Zahlen beträgt die Dicke der

Gleitschicht typischerweise weniger als 150 pm, vorzugsweise weniger als 50 pm, oder weniger als 10 pm.

Wie bereits erwähnt kann sowohl eine Gleitschicht an der Innenfläche des

Außenelementes als auch eine Gleitschicht an der Außenfläche des

Innenelementes vorgesehen werden, so dass im Kontaktbereich zwischen

Innenelement und Außenelement Gleitschicht auf Gleitschicht reibt. Hierdurch lässt sich eine besonders große Reibminderung erzielen. Die Gleitschichten auf Innenelement und Außenelement können dabei aus denselben Materialen (z.B. demselben Gleitlack) bestehen oder aus unterschiedlichen.

Vorteilhafterweise wird die Gleitschicht erst auf das Innenelement bzw. das Außenelement aufgebracht, nachdem dieses bereits fertiggestellt bzw. produziert und insbesondere in seine endgültige Form gebracht wurde.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung können das Innenelement und/oder das Außenelement zumindest in einem axialen Abschnitt des Leitungselementes einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweisen. Insbesondere kann es einen ovalen oder mehreckigen oder polygonförmigen, multiradien Querschnitt haben, wobei die Ecken typischerweise abgerundet sind. Des Weiteren ist ein unrundes

Innen-/Außenelement in der Regel mit einem runden Außen-/Innenelement kombiniert. Durch die Unrundheit kann auf einfache Weise ein Punkt-, Linien oder Flächenkontakt hergestellt werden.

Beim Außenelement und/oder insbesondere beim Innenelement handelt es sich vorzugsweise um einen Wickelschlauch, insbesondere um einen metallischen Wickelschlauch. Derartige Wickelschläuche sind in verschiedenen

Ausführungsformen (einlagig, mehrlagig, agraffförmig, mit Innenschuppen und/oder Außenschuppen etc.) bekannt. Typische Ausführungsformen sind beispielsweise in der DE 20 2015 104 177 U1 beschrieben.

Des Weiteren kann das Innenelement und/oder insbesondere das Außenelement des Leitungselementes als ein Wellbalg, ein Wickelbalg, oder ein Membranbalg ausgebildet sein. Während Wellbälge typischerweise durch in Verbindung mit einer Stauchoperation erfolgenden Innenhochdruckumformung aus einem Rohr hergestellt werden, sind Wickelbälge und Membranbälge im Profilbereich verschweißte, rotations-symmetrische oder wendelgewellte Elemente, die entweder zur Rotationsachse senkrecht ausgeprägte Wellungen oder

spiralförmige Wellungen aufweisen. Eine gewickelte Balgstruktur kann

vorzugsweise formschlüssig eingehakt oder überlappend oder stoffschlüssig verschweißt sein. Derartige Elemente werden beispielsweise in der

DE 10 2008 001 297 B1 oder der DE 10 201 1 053 131 A1 beschrieben.

Weiterhin kann das Außenelement und/oder das Innenelement mindestens einen der folgenden Werkstoffe enthalten oder hieraus bestehen: Edelstahl, Stahl, Zink, Aluminiumlegierungen, Kupfer, Titan, Tantal, Nickelbasislegierungen, Messing, und/oder Bronze.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines

Leitungselementes gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen. Das Verfahren umfasst dabei die folgenden Schritte: a) Wickeln eines metallischen Bandes zu einem Wickelschlauch, der das

Innenelement bildet. b) Bereitstellung eines Außenelementes, z.B. eines Membranbalges. c) Beschichten (mindestens) der Außenseite des genannten Wickelschlauches mit einer Gleitschicht und/oder Beschichten (mindestens) der Innenseite des genannten Außenelementes mit einer Gleitschicht, wobei die Beschichtung vollflächig oder/und teilflächig aufgebracht ist. d) Koaxiales Anordnen des Innenelementes im Außenelement. Der Schritt c) der Beschichtung kann dabei zeitlich in jeder beliebigen Phase vor, nach oder während der anderen Schritte a), b), d) ausgeführt werden.

Wenn die Gleitschicht erst an dem fertigen Innenelement bzw. fertigen

Außenelement aufgebracht wird, wird sie vorteilhafterweise nicht durch dessen Herstellungsprozess (Bandumformung, Wickeln etc.) beansprucht und liegt somit ohne Beschädigungen im fertigen Leitungselement vor. Des Weiteren kann durch das Verfahren die Gleitschicht auf die funktional relevanten Kontaktbereiche beschränkt werden, was den Materialverbrauch auf das Notwendige begrenzt.

Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der Figuren beispielhaft näher erläutert. Dabei zeigt:

Figur 1 einen Längsschnitt durch einen Wickelschlauch mit einer Gleitschicht im Kontaktbereich;

Figur 2 einen Schnitt durch ein Wandstück eines Leitungselement mit einem

Wickelschlauch gemäß Figur 1 als Innenelement und einem

Membranbalg mit Gleitschicht als Außenelement;

Figur 3 einen Schnitt durch ein Leitungselement gemäß Figur 2 in einem

kleineren Maßstab.

Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch die Windungen eines metallischen

Wickelschlauches 120. Dieser wurde durch die Umformung eines metallischen Bandes zu einer Profilform (s. schwarz ausgefüllte Windung in der Figur) und anschließendes Wickeln des profilierten Bandes unter Einhaken benachbarter Windungen gebildet.

Der Wickelschlauch 120 soll als Innenelement IE eines Leitungselementes 100 für Abgasleitungen verwendet werden und ist zu diesem Zweck an seiner Außenseite mit einer Gleitschicht 131 beschichtet (der Wickelschlauch könnte im Prinzip auch als Außenelement verwendet werden und/oder als ein Zwischenschlauch eines aus mehr als zwei koaxialen Schläuchen gebildeten Leitungselementes; in diesem Falle wären nach Bedarf andere Seiten mit einer Gleitschicht zu versehen). Die Auftragung der Gleitschicht kann vor dem Profilieren und/oder vor dem

Wickeln des Bandes vollflächig oder partiell sowie ein- oder zweiseitig erfolgen. Vorzugsweise wird die Gleitschicht 131 nach dem Wickeln des

Wickelschlauches 120 auf dessen Außenseite aufgebracht.

Die Gleitschicht 131 kann insbesondere aus einem Gleitlack bestehen,

beispielsweise aus dem in seiner Aufzählung nicht abschließenden Gleitlack vom Typ Klübertop TP 46-1 1 1 , Klübertop TM 06-1 1 1 , Klübertop TG 05, N, OKS 521 , OKS 530, OKS 536, OKS 570, OKS 571 , OKS 575, OKS 589, OKS 100, OKS 1 10, OKS 1 10, OKS 1300, OKS 1301 , OKS 1710, OKS 1750, OKS 1765, OKS 510, OKS 51 1 , OKS , Berucoat AF 130, Berucoat AF 291 , Berucoat AF 438 , Berucoat AF 470, Berucoat AF 481 , Berucoat AF 732, Berucoat FX 270, Berucoat AF 991 , Berucoat FX 670, Berucoat FX 876, Berucoat AK 376, Berucoat AK 978, Berucoat AF 320 E oder deren Derivate.

Die Dicke der Gleitschicht 131 beträgt typischerweise ca. 1 pm bis 50 pm. Die Dicke des Metallbandes 121 , aus dem der Wickelschlauch 120 gewickelt ist, hat demgegenüber einen Wert von beispielsweise ca. 300 pm. Gerade hinsichtlich der Schichtdicken sind die Abbildungen daher nicht als maßstäblich anzusehen.

Figur 2 zeigt einen Schnitt durch die Wand eines Leitungselementes 100, welches durch die koaxiale Anordnung des Wickelschlauches 120 aus Figur 1 als

Innenelement IE in einem gewickelten Membranbalg 1 10 als Außenelement AE hergestellt wurde. Beispiele für geeignete Ausführungsformen des

Außenelementes AE finden sich in der DE 10 2008 001 297 A1 ,

DE 10 201 1 053 131 A1 , und DE 10 2013 104 446 A1.

Wie in der Figur angedeutet ist, kann das Außenelement AE im Kontaktbereich zum Innenelement IE (d.h. der Innenseite der Wellentäler seiner Windungen) ebenfalls eine Gleitschicht 132 tragen, so dass im Betrieb Gleitschicht 131 auf Gleitschicht 132 gleitet. Die Gleitschicht 132 des Außenelementes AE kann aus denselben Materialen (z.B. einem Gleitlack) bestehen wie die Gleitschicht 131 am Innenelement IE, oder aus anderen Materialen. Des Weiteren kann sie ein- oder zweiseitig, vollflächig oder partiell (wie dargestellt) auf dem Außenelement AE aufgebracht werden.

In einer alternativen Ausführungsform könnte auch nur die Gleitschicht 132 an der Innenseite des Außenelementes AE vorgesehen sein, während das

Innenelement IE ohne Gleitschicht ist.

Figur 3 zeigt einen Schnitt durch das Leitungselement 100 von Figur 2 in einem kleineren Maßstab mit beiden Außenwänden, die beidseitig der Schlauchachse X— X liegen. Dabei können sowohl das Außenelement AE als auch das

Innenelement IE rotationssymmetrisch zur Schlauchachse sein, also einen kreisrunden Querschnitt (senkrecht zur Zeichenebene von Figur 3) haben.

Besonders bevorzugt ist indes eine Ausführungsform, bei der das Innenelement IE einen unrunden Querschnitt hat, insbesondere einen ovalen Querschnitt. Weitere Einzelheiten zu derartigen Ausführungsformen können der

DE 10 2015 102 258 A1 oder der WO 2017/016728 A1 entnommen werden.