RUDY, Dietmar (Schulstrasse 11, Kleinbundenbach, 66501, DE)
GLÜCK, Stefan (Wilhelm-Bechert-Strasse 20, Schweinfurt, 97424, DE)
GRUNAU, Arbogast (Schlehenweg 5, Weisendorf, 91085, DE)
RUDY, Dietmar (Schulstrasse 11, Kleinbundenbach, 66501, DE)
GLÜCK, Stefan (Wilhelm-Bechert-Strasse 20, Schweinfurt, 97424, DE)
Patentansprüche
1. Linearführung, mit einem ersten Führungselement (1 ) in Form einer Füh- rungsschiene und mit einem zweiten Führungselement (2) in Form eines auf dem ersten Führungselement (1 ) gelagerten Tragkörpers, wobei die beiden Führungselemente (1 , 2) relativ zueinander verfahrbar sind, sowie mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung zur Minderung und/oder Behinderung der Relativbewegung zwischen den Führungs- elementen (1 , 2), dadurch gekennzeichnet, dass die Brems- und/oder
Klemmvorrichtung durch zumindest einen wenigstens teilweise aus einem elektroaktiven Polymer bestehenden Körper (4) gebildet ist, welcher im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an demselben eine Formänderung erfährt.
2. Linearführung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Körper (4) aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente (2, 1 ) derart festgelegt ist, dass im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an besagten Körper (4) der- selbe eine Formänderung in Richtung der benachbarten Oberfläche (7) des anderen Führungselementes (1 , 2) erfährt und unmittelbar mit der Oberfläche (7) des anderen Führungselementes (1 , 2) reibschlüssig verbindbar ist.
3. Linearführung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Körper (4) aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente (2, 1 ) derart festgelegt ist, dass im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an besagten Körper (4) derselbe eine Formänderung erfährt und über wenigstens ein Reibelement mittelbar mit der Oberfläche (7) des anderen Führungselementes (1 , 2) reibschlüssig verbindbar ist.
4. Linearführung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Körper (4) aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente (2, 1 ) derart festgelegt ist, dass im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an den Körper (4) der- selbe eine Formänderung erfährt, durch die eine Brems- oder Klemmwirkung durch denselben aufgehoben und im Sinne einer fail-safe- Schaltung beim Wegfall der Spannung die Brems- oder Klemmwirkung aktiviert wird.
5. Linearführung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Reibelement durch einen separaten Reibbelag o- der durch einen separaten Reibkörper gebildet ist.
6. Linearführung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Reibbelag, der Reibkörper und/oder die Oberfläche
(7) des den Reibungspartner bildenden anderen Führungselementes (1 , 2) eine Mikroverzahnung aufweisen.
7. Linearführung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Körper (4) aus einem elektroaktiven Polymer über ein oder mehrere mechanische Betätigungselemente mit dem wenigstens einen Reibelement wirkverbunden ist.
8. Linearführung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn- zeichnet, dass der zumindest eine Körper (4) aus einem elektroaktiven
Polymer auf der Oberfläche (6) eines der beiden Führungselemente (2, 1 ) oder in einer Ausnehmung besagter Oberfläche (6) festgelegt ist.
9. Linearführung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekenn- zeichnet, dass die an den Körper (4) aus einem elektroaktiven Polymer angelegte elektrische Spannung in Abhängigkeit von den aktuellen Betriebserfordernissen der Brems- und Klemmvorrichtung derart regelbar ist, dass ein Zustand eines normalen Bremsvorganges der aktuellen Relativbewegung zwischen den beiden Führungselementen (1 , 2), ein Zustand einer Dämpfung der Relativbewegung, ein Zustand im Sinne eines Festklemmens der beiden Führungselemente (1 , 2) untereinander oder ein Zustand im Sinne einer Notbremsung bewirkt ist.
10. Linearführung, mit einem ersten Führungselement (1 ) in Form einer Führungsschiene und mit einem zweiten Führungselement (2) in Form eines auf dem ersten Führungselement (1 ) gelagerten Tragkörpers, wobei die beiden Führungselemente (1 , 2) relativ zueinander verfahrbar sind, sowie mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung zur Minderung und/oder Behinderung besagter Relativbewegung zwischen den Führungselementen (1 , 2), dadurch gekennzeichnet, dass die Brems- und/oder Klemmvorrichtung durch zumindest ein pneumatisch oder hyd- raulisch aufweitbares Kissen gebildet ist, welches an einem der beiden
Führungselemente (1 , 2) festgelegt und in direkten Reibkontakt mit dem jeweils anderen Führungselement (2, 1 ) bringbar ist, oder als Aktor für ein Reibelement fungiert.
11. Verwendung einer Linearführung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 für Patientenliegen in medizinischen Geräten, wie Röntgengeräten und Computertomographen. |
Beschreibung
Bezeichnung der Erfindung
Linearführung mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Linearführung, mit einem ersten Führungs- element in Form einer Führungsschiene und mit einem zweiten Führungselement in Form eines auf dem ersten Führungselement gelagerten Tragkörpers, wobei die beiden Führungselemente relativ zueinander verfahrbar sind, sowie mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung zur Minderung und/oder Behinderung der Relativbewegung zwischen den Führungselementen.
Hintergrund der Erfindung
Linearführungen der gattungsgemäßen Art mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung sind seit geraumer Zeit bekannt. So offenbaren die EP 0 936 366 A2 und die DE 10 2004 053 390 A1 Linearführungen mit einem im Wesentlichen H-förmigen Grundkörper, dessen Schenkel mittels einer äußeren Kraft auseinander gebogen bzw. zusammengezogen werden können, um im Ergebnis eine Klemmkraft für angeschlossene Klemmbacken zu bewirken.
Insoweit beschreibt die EP 0 936 366 A2 eine Bremsvorrichtung für eine Linearführung, die zum Aufbringen der Klemmkraft einerseits einen von einer Federkraft beaufschlagbaren Keilschieber aufweist, der seinerseits in einer Führungsschiene des Grundkörpers geführt und mittels eines hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren Kolbens wieder lösbar ist. Zum anderen wird in die- ser Druckschrift ein elektromechanischer Kraftwandler in Form eines Piezo- Aktuators zum Aufbringen der Klemmkraft vorgeschlagen. Schließlich werden zum Aufbringen der Klemmkraft sogenannte Kniehebel genutzt, die in der ei-
nen Verstellrichtung von einem Energiespeicher und in der anderen Verstellrichtung von einem hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren Arbeitskolben zur Aufhebung der Klemmkraft an den Bremsbacken beaufschlagt bzw. beaufschlagbar sind, wobei als Energiespeicher Tellerfedern, Schraubenfedern oder Gasdruckfedern Anwendung finden können.
Die DE 10 2004 053 390 A1 beschreibt des Weiteren als Klemmvorrichtung ein magnetisch betriebenes mechanisches Betätigungselement, welches auf ein Spannelement einwirkt.
Außerdem sind Linearführungen bekannt, die einen im Wesentlichen U-förmi- gen Grundkörper, auch als Tragkörper bezeichnet, aufweisen, in welchem die Führungsschiene axial geführt ist (DE 295 05 080 IM , DE 197 15 014 A1 , DE 10 2004 044 052 A1 , DE 10 2006 008 403 A1 ). Auch bei diesen Linearführun- gen werden pneumatisch, hydraulisch, elektromagnetisch und elektromotorisch wirkende Systeme zur Druckbeaufschlagung von beidseitig der Führungsschiene angeordneten Brems- und Klemmbacken oder zur Erzeugung einer Gegenkraft zu einer mittels einer Spannfeder auf die Brems- oder Klemmbacken aufgebrachten Vorspannkraft favorisiert.
Die bekannten technischen Lösungen für Klemm- und/oder Bremsvorrichtungen an Linearführungen haben gemeinsam, dass sie relativ aufwendig und kostenintensiv in der Herstellung sowie aufgrund der Vielzahl von Einzelbauteilen auch störungsanfällig und demgemäß wartungsintensiv sind. Auch ist die Baugröße dieser Klemm- und/oder Bremsvorrichtungen ein Problem, da klassische Brems- und/oder Klemmvorrichtungen an Linearführungen als zusätzliche Bauteile auf oder an die Führung angebaut werden und dadurch zusätzlichen Bauraum benötigen. Wird beispielsweise ein extra Klemmschuh auf die Führungsschiene gesetzt, begrenzt dieser unter Umständen die Länge des zur Verfügung stehenden Linearhubs.
Ferner sind Linearführungen mit pneumatisch oder hydraulisch betätigbaren
Brems- und/oder Klemmvorrichtungen nicht für jedes Einsatzgebiet anwendbar, da beispielsweise die erforderliche Versorgung mit Medien, wie mit Druckluft oder mit einem Hydrauliköl, nicht möglich oder nicht erwünscht ist, welches beispielsweise für axial verfahrbare Patientenliegen an medizinischen Geräten, wie Röntgengeräten oder Computertomographen, der Fall ist.
Gerade bei axial verfahrbaren Patientenliegen werden lineare elektrische Direktantriebe zunehmend bevorzugt, die im Vergleich zu den herkömmlichen Lösungen mit Zahnriemen oder Gewindetrieben zwar Dynamik-, Bauraum- und Geräuschvorteile bieten, jedoch über keine Selbsthemmung in einer gewählten Einstellposition verfügen. Sowohl aus Sicherheits- als auch aus Handlinggründen (Genauigkeit etc.) sind jedoch bei solchen Patientenliegen ein selbsthemmendes Verhalten des Antriebes und/oder die Möglichkeit die Liege gegen weitere Bewegung zu blockieren notwendig. Da im medizinischen Bereich die Versorgung mit Druckluft und Hydrauliköl nicht möglich bzw. unerwünscht ist, erscheint ein elektrisch betätigtes Brems- und/oder Klemmsystem für die in Rede stehende Linearführung notwendig. Vorhandene elektrische Systeme der oben beschriebenen Art sind jedoch sehr aufwendig und teuer.
Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Linearführung mit einem Brems- und/oder Klemmsystem zu schaffen, die einen äußerst einfachen Aufbau aufweist und demgemäß kostengünstig sowie leicht zu betätigen ist und eine präzise Bremsung oder Klemmung des bewegbaren Teils der Linearführung mit hoher Ansprechgeschwindigkeit gestattet.
Zusammenfassung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mittels einer elektrisch betriebenen Brems- und Klemmvorrichtung die vorstehenden Probleme besonders vorteilhaft gelöst werden können.
Gemäß den Merkmalen des Hauptanspruchs geht die Erfindung daher aus von einer Linearführung mit einem ersten Führungselement in Form einer Führungsschiene und mit einem zweiten Führungselement in Form eines auf dem ersten Führungselement gelagerten Tragkörpers, wobei diese beiden Führungselemente relativ zueinander verfahrbar sind, sowie mit einer Brems- und/oder Klemmvorrichtung zur Minderung und/oder Behinderung der Relativbewegung zwischen den Führungselementen. Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist außerdem vorgesehen, dass die Brems- und/oder Klemmvorrichtung durch zumindest einen wenigstens teilweise aus einem elektroaktiven Polymer bestehenden Körper gebildet ist, welcher im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an demselben eine Formänderung erfährt.
Zwar ist es an sich bekannt, elektroaktive Polymere als Aktoren und Sensoren zu verwenden, jedoch ist es bisher unbekannt geblieben, dieselben als Brems- und/oder Klemmvorrichtung, insbesondere an Linearführungen, auszubilden bzw. zu verwenden. Im Vergleich mit bekannten zur Bremsung und/oder Klemmung an Linearführungen verwendeten elektromechanischen Kraftwandlern, wie den eingangs gewürdigten Piezo-Aktuatoren, gestatten solche elektroakti- ven Polymere beim Anlegen einer elektrischen Spannung eine sehr hohe Dehnung, die mehr als 300% betragen kann. Ferner verfügen dieselben vorteilhaft über eine geringe Dichte und sind in weiten Grenzen frei formbar.
Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen oder Ausgestal- tungen der Erfindung.
Danach kann der zumindest eine Körper aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente der Linearführung derart festgelegt sein, dass im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an dem Körper aus einem elektroaktiven Polymer derselbe eine Formänderung in Richtung zu der benachbarten Oberfläche des anderen Führungselementes erfährt und unmittelbar mit der Oberfläche des anderen Führungselementes reibschlüssig ver-
bindbar ist.
Demgegenüber kann der zumindest eine Körper aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente auch derart festgelegt sein, dass im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an diesem Körper aus einem elektroaktiven Polymer derselbe eine Formänderung erfährt und über wenigstens ein Reibelement mittelbar mit der Oberfläche des anderen Führungselementes reibschlüssig verbindbar ist. Das wenigstens eine Reibelement kann dabei durch einen separaten Reibbelag oder durch einen separaten Reibkör- per gebildet sein.
Alternativ dazu wird es als vorteilhaft beurteilt, wenn vorgesehen ist, dass der zumindest eine Körper aus einem elektroaktiven Polymer an einem der beiden Führungselemente derart festgelegt ist, dass im Falle des Anlegens einer elekt- rischen Spannung an den Körper derselbe eine Formänderung erfährt, durch die eine Brems- oder Klemmwirkung durch denselben aufgehoben und im Sinne einer fail-safe-Schaltung beim Wegfall der elektrischen Spannung die Brems- oder Klemmwirkung aktiviert wird.
Vorteilhaft können der Reibbelag, der Reibkörper und/oder die Oberfläche des den Reibungspartner bildenden anderen Führungselementes eine Mikrover- zahnung aufweisen.
Weiter kann der Körper aus einem elektroaktiven Polymer über ein oder meh- rere mechanische Betätigungselemente mit dem wenigstens einen Reibelement wirkverbunden sein.
Wie die Erfindung weiter vorsieht, kann der zumindest eine Körper aus einem elektroaktiven Polymer auf der Oberfläche eines der beiden Führungselemente oder in einer Ausnehmung dieser Oberfläche festgelegt sein.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass die an den Körper aus einem elektroaktiven
Polymer anlegbare elektrische Spannung in Abhängigkeit von den aktuellen Betriebserfordernissen der Brems- und Klemmvorrichtung derart regelbar ist, dass ein Zustand eines normalen Bremsvorganges der aktuellen Relativbewegung zwischen den beiden Führungselementen, ein Zustand einer Dämpfung der Relativbewegung, ein Zustand im Sinne eines Festklemmens der beiden Führungselemente untereinander oder ein Zustand im Sinne einer Notbremsung bewirkt ist.
Ist demgegenüber eine Beschränkung des Arbeitsmediums auf elektrische Energie nicht erforderlich, so kann gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform als Brems- und/oder Klemmvorrichtung statt eines Körpers aus einem elektroaktiven Polymer auch ein pneumatisch oder hydraulisch aufweitbares Kissen, welches an einem der beiden Führungselemente festgelegt und in direkten Reibkontakt mit dem jeweils anderen Führungselement bringbar ist, oder als Aktor für ein Reibelement fungiert, vorgesehen sein.
Die erfindungsgemäß ausgebildete Linearführung bietet sich besonders vorteilhaft zur Verwendung an verfahrbaren Patientenliegen in medizinischen Geräten, wie Röntgengeräten, Computertomographen usw. an.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung an einigen Ausführungsformen näher erläutert. Darin zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines ersten Führungselementes der
Linearführung in Form einer Führungsschiene, und
Fig. 2 eine perspektivische Explosionsdarstellung eines zweiten Führungselementes der Linearführung in Form eines Tragkörpers samt einer dem zweiten Führungselement zugeordneten Brems- und
Klemmvorrichtung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
In Fig. 1 ist in einer Einzeldarstellung ein erstes Führungselement 1 in Form einer an sich bekannten profilierten Führungsschiene mit axialen Laufbahnen in den Seitenflächen dargestellt, welches in einem zweiten Führungselement 2 (Fig. 2) in Form eines an sich bekannten Tragkörpers mit einer Führungsaufnahme 3 und mit zur Oberflächenkontur des ersten Führungselementes 1 kongruent ausgebildeter Oberflächenkontur der Führungsaufnahme 3 weitestge- hend formschlüssig aufnehmbar bzw. lagerbar ist. Die Lagerung der beiden Führungselemente 1 , 2 zueinander erfolgt über eine nicht näher dargestellte, jedoch an sich bekannte Wälzlagerung oder mittels Gleitlagerung.
Die beiden Führungselemente 1 , 2 sind im nicht näher dargestellten montierten Zustand bestimmungsgemäß relativ zueinander verfahrbar derart, dass eines der beiden Führungselemente 1 , 2 ortsfest angeordnet ist, wogegen das jeweils andere Führungselement 2, 1 axial verschiebbar ist.
Wie bereits einleitend dargelegt, kann es für bestimmte Anwendungsfälle angezeigt sein, sowohl aus Sicherheits- als auch aus Handlinggründen (Genau- igkeit etc.) ein selbsthemmendes Verhalten des Antriebes und/oder die Möglichkeit des Blockierens der Relativbewegung zwischen den Führungselementen 1 , 2 konstruktiv vorzusehen.
Daher ist eine Brems- und/oder Klemmvorrichtung an der Linearführung vorge- sehen, die durch zumindest einen wenigstens teilweise aus einem elektroakti- ven Polymer bestehenden Körper 4 gebildet ist, welcher im Falle des Anlegens einer elektrischen Spannung an demselben eine Formänderung erfährt (Fig. 2).
Auf die Vorteile elektroaktiver Polymere wurde bereits weiter oben ausführlich eingegangen.
Wie Fig. 2 zeigt, ist es zweckmäßig, den Körper 4 aus einem elektroaktiven
Polymer an der Schulter 5 der Führungsaufnahme 3 des zweiten Führungs-
elementes 2 respektive des Tragkörpers 2 mechanisch festzulegen. Der Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer kann hierbei vorzugsweise mit einer großflächigen Seite direkt auf der Oberfläche 6 der Schulter 5 oder in einer nicht näher dargestellten Ausnehmung der Oberfläche 6 beispielsweise durch eine Klebung festgelegt sein, wobei elektrische Leitungen 9 zur Versorgung der Elektroden des Körpers 4 mit einer elektrischen Spannung z.B. durch das Führungselementes 2 hindurchreichen können. Diese elektrischen Leitungen 9 sind mit einem Steuerungsgerät 10 verbunden, welches zur Steuerung und/oder Regelung des Bremsbetriebs des Körpers 4 aus einem elektroaktiven Polymer dient.
Die Funktionsweise der Erfindung ist wie folgt:
Gesetzt den Fall, dass ein auf dem ersten Führungselement 1 bzw. der Füh- rungsschiene gleitendes zweites Führungselement 2 bzw. gleitender Tragkörper nicht abgebremst werden soll, so wird der Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer, welches beispielsweise ein dielektrisches Elastomer ist, von dem Steuerungsgerät 10 im Sinne einer fail-safe-Schaltung mit einer geeigneten elektrischen Spannung angesteuert.
Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung an die Elektroden an den beiden großflächigen Seiten des Körpers 4 dehnt sich dieser in seitlicher Richtung aus und zieht sich in seiner Dickenrichtung zusammen, so dass sich diese großflächigen Seiten aufeinander zu bewegen. Beim Abschalten der elektri- sehen Spannung am Körper 4 geht der Elastomerfilm oder Elastomerkörper wieder in seinen Ursprungszustand zurück, so dass das zweite Führungselement 2 bzw. der Tragkörper der Linearführung abgebremst bzw. blockiert wird.
Durch eine sinnvolle elektrische Ansteuerung des Körpers 4 aus einem elekt- roaktiven Polymer kann dieser hinsichtlich seiner Dicke so betätigt werden, dass unterschiedliche Bremsmodi realisierbar sind. So kann die Bremskraft beispielsweise in der Nähe einer zu erreichenden Verschiebeposition langsam
ansteigen, um bei Erreichen dieser Position eine Blockier- bzw. Klemmkraft zu erreichen. Vorzugsweise wird dabei die größte Klemmkraft erreicht, wenn keine elektrische Spannung am Körper 4 anliegt. Dadurch wird das zweite Führungselement 2 bzw. der Tragkörper der Linearführung immer dann Hinsichtlich sei- ner Verschiebbarkeit blockiert, wenn ausfallbedingt keine elektrische Spannung vorhanden ist oder die Brems- bzw. Klemmvorrichtung ausgeschaltet ist.
Möglich ist es jedoch auch und demgemäß durch die Erfindung mit erfasst, dass der Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer nicht unmittelbar, sondern mittelbar über ein Reibelement, welches beispielsweise ein separater Reibbelag oder ein Reibkörper am Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer und/oder ein Reibbelag oder Reibkörper an der zu diesem korrespondierenden Oberfläche 7 des ersten Führungselementes 1 sein kann, mit der Oberfläche 7 des ersten Führungselementes 1 bzw. der Führungsschiene reibschlüssig ver- bindbar ist (nicht näher dargestellt).
Der Reibbelag, der Reibkörper und/oder die besagte Oberfläche 7 des Reibungspartners des Körpers 4 aus einem elektroaktiven Polymer können beispielsweise eine den Reibungskoeffizienten wesentlich erhöhende Mikrover- zahnung aufweisen.
Vorstehend wird ein weitestgehend direkter Reibkontakt zwischen dem Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer, gegebenenfalls über einen auf demselben aufgebrachten Reibbelag oder Reibkörper, und dem Reibungspartner favori- siert. Demgegenüber kann es jedoch auch von Vorteil sein, wenn der Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer nicht direkt sondern indirekt über ein oder mehrere mechanische Betätigungselemente mit wenigstens einem Reibelement in Wirkverbindung steht, das seinerseits mit dem Reibungspartner, welches beispielsweise die Oberfläche 7 des ersten Führungselementes 1 bzw. der Führungsschiene ist, reibschlüssig verbindbar ist. Ein solches mechanisches Betätigungselement kann z. B. eine geeignete Hebelanordnung sein, um die wirkenden Kräfte vorteilhaft noch weiter zu erhöhen (nicht näher dargestellt).
Eine derartige Ausbildung bedingt nicht zwingend, dass der Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer in Richtung der korrespondierenden Oberfläche 7 des ersten Führungselementes 1 wirkt.
Das vorstehende Ausführungsbeispiel stellt auf eine Brems- und/oder Klemmvorrichtung in Form eines Körpers 4 aus einem elektroaktiven Polymer ab, der seinerseits am zweiten Führungselement 2 in Form des Tragkörpers einer Linearführung festgelegt ist. Es kann sich auch als vorteilhaft erweisen, einen oder mehrere derartiger Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer dem ersten Führungselement 1 in Form der Führungsschiene, indem der/die Körper in die Oberfläche 7 der Führungsschiene eingelassen wird/werden, oder mehrere Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer beiden Führungselementen 1 , 2 zuzuordnen, um das Bremsverhalten in weiten Grenzen einstellen und/oder entsprechend den aktuellen Betriebserfordernissen beeinflussen zu können.
Bevorzugt ist der oder sind die Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer am jeweils ruhenden bzw. ortsfesten Führungselement 1 oder 2 festzulegen, um die Zuführung von elektrischer Energie zu vereinfachen.
Des Weiteren beschränkt sich die Erfindung nicht auf die Schulter 5 der Führungsaufnahme 3 des zweiten Führungselementes 2 oder die dazu korrespondierende Oberfläche 7 des ersten Führungselementes 1 als Befestigungsort für einen Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer, sondern erfasst jede geeignete örtliche Anordnung eines Körpers 4 aus einem elektroaktiven Polymer am ersten und/oder zweiten Führungselement 1 , 2. So können ein oder mehrere derartiger Körper 4 beispielsweise auch in den Stegen 8 des U-förmigen Tragkörpers (zweites Führungselement 2) oder in die dazu kongruent ausgebildeten Oberflächenabschnitte des ersten Führungselementes 1 eingelassen sein (nicht dargestellt).
Mittels einer an einen oder mehreren derartiger Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer angelegten elektrischen Spannung ist das Bremsverhalten derart
vorteilhaft regelbar, dass in Abhängigkeit von den aktuellen Betriebserfordernissen der Brems- und/oder Klemmvorrichtung ein Zustand eines normalen Bremsvorganges der aktuellen Relativbewegung zwischen den beiden Führungselementen 1 und 2, ein Zustand einer Dämpfung dieser Relativbewegung, ein Zustand im Sinne eines Klemmens bzw. Blockierens der beiden Führungselemente 1 und 2 untereinander oder ein Zustand im Sinne einer Notbremsung bewirkt ist.
Die vorstehend beschriebene Linearführung eignet sich insbesondere für Pati- entenliegen in medizinischen Geräten, wie Röntgengeräten, Computertomographen und dergleichen mehr, ohne sich jedoch auf diesen konkreten Anwendungsfall zu beschränken.
Darüber hinaus sind auch Anwendungsfälle aktuell, die eine Beschränkung des Arbeitsmediums auf elektrische Energie nicht aufweisen. So können als Brems- und/oder Klemmvorrichtung statt eines oder mehrerer Körper 4 aus einem elektroaktiven Polymer auch ein oder mehrere pneumatisch oder hydraulisch aufweitbare Kissen, welche an einem oder an beiden Führungselementen 1 , 2 festgelegt und in direkten Reibkontakt mit dem jeweils anderen Führungsele- ment 2, 1 bringbar sind oder als Aktor für ein Reibelement fungieren, vorgesehen sein.
Was die Anordnung, Festlegung und Ansteuerung einer solchen Brems- und/oder Klemmvorrichtung anbelangt, orientiert sich diese an der oben be- schriebenen Anordnung, Festlegung und Ansteuerung eines Körpers 4 aus einem elektroaktiven Polymer, wobei eine zweckmäßige Medienführung mittels an sich bekannter Medienleitungen an das pneumatisch oder hydraulisch aufweitbare Kissen zu gewährleisten ist.
Bezugszeichen
1 Erstes Führungselement, Führungsschiene 2 Zweites Führungselement, Tragelement
3 Führungsaufnahme des zweiten Führungselements 2
4 Körper aus einem elektroaktiven Polymer
5 Schulter der Führungsaufnahme 3
6 Oberfläche der Schulter 5 7 Oberfläche des ersten Führungselements 1
8 Stege des zweiten Führungselements 2
9 Elektrische Leitung
10 Steuerungsgerät
Next Patent: UV-ABSORBENT COORDINATION POLYMER
