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Patent Searching and Data


Title:
LIP-RING SEAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/026898
Kind Code:
A1
Abstract:
Lip-ring seal (1) with two legs (2, 3) connected to one another in an L-shape by the body of the lip seal ring (1), wherein a first leg (2) is delimited from the exterior by an extent (4), wherein the first extent (4) is part of a generated surface about an axis of rotation (6) of the lip-ring seal (1), wherein the first leg (2) lies between the first extent (4) and the axis of rotation (6), and wherein a second leg (3) is delimited from the exterior by a second extent (5), which first and second extents (4, 5) are connected to one another via a connection contour, wherein an intersection point (7) of a first and a second straight line, respectively forming extensions of the first and second extents (4, 5), forms a vertex of a triangle, wherein the respective endpoints (8, 9) of the first and second extents (4, 5) form additional vertexes of said triangle, wherein the lip-ring seal (1) is designed in such a manner that the surface area of the cross-sectional area of the body of the lip-ring seal is at least 60% of the surface area of the triangle, wherein the surface of the lip-ring seal (1) in the triangle is non-concave, more particularly convex.

Inventors:
BAEHR GUENTHER (CH)
VOIGT FRANK (DE)
Application Number:
EP2012/066399
Publication Date:
February 28, 2013
Filing Date:
August 23, 2012
Export Citation:
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Assignee:
FLOWTEC AG (CH)
BAEHR GUENTHER (CH)
VOIGT FRANK (DE)
International Classes:
F16J15/06; F16J15/10; F16L23/22; G01F1/58
Foreign References:
DE102007040099A12009-02-26
JPH07280612A1995-10-27
GB1314941A1973-04-26
JP2007304040A2007-11-22
JP2005003141A2005-01-06
US4565380A1986-01-21
DE10312824A12004-12-30
Attorney, Agent or Firm:
ANDRES, ANGELIKA (DE)
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Claims:
Patentansprüche

L-Dichtring (1 ) mit zwei, im Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings (1 ), L-förmig miteinander verbundenen Schenkeln (2, 3), wobei ein erster Schenkel (2) durch eine erste Strecke (4) zur Umwelt hin begrenzt ist, wobei die erste Strecke (4) Teil einer Mantelfläche um eine Rotationsachse (6) des L-Dichtrings (1 ) ist, wobei der erste

Schenkel (2) zwischen der ersten Strecke (4) und der Rotationsachse (6) liegt, und wobei ein zweiter Schenkel (3) durch eine zweite Strecke (5) zur Umwelt hin begrenzt ist, welche erste und zweite Strecke (4, 5) über eine Verbindungskontur miteinander verbunden sind,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Schnittpunkt (7) einer ersten und zweiten Geraden, welche jeweils eine

Verlängerung der ersten und zweiten Strecke (4, 5) bilden, ein Eckpunkt eines Dreiecks bildet, wobei die jeweiligen Endpunkte (8, 9) der ersten und zweiten Strecke (4, 5) weitere Eckpunkte des Dreiecks bilden, wobei der L-Dichtring (1 ) so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings im Dreieck höchstens 60% des Flächeninhalts des Dreiecks beträgt, wobei die Fläche des L-Dichtrings (1 ) im Dreieck nichtkonkav, insbesondere konvex ist.

L-Dichtring (1 ) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass der L-Dichtring so ausgestaltet ist, dass sich die erste und zweite Gerade, welche jeweils eine Verlängerung der ersten und zweiten Strecke (4, 5) bilden, im eingebauten Zustand senkrecht im Schnittpunkt (7) schneiden, welcher einen Eckpunkt eines

Rechtecks bildet, wobei die jeweiligen Endpunkte (8, 9) der ersten und zweiten Strecke (4, 5) weitere Eckpunkte des Rechtecks bilden, wobei der L-Dichtring (1 ) so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings (1 ) im Rechteck mindestens 1 % kleiner als der Flächeninhalt des Rechtecks ist, und wobei die Fläche des L-Dichtrings (1 ) im Rechteck nichtkonkav, insbesondere konvex ist.

L-Dichtring (1 ) nach einem der Ansprüche 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein erster Radius (10) als Verbindungskontur die erste und zweite Strecke (4, 5) miteinander verbindet.

L-Dichtring (1 ) nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass der erste Radius (10) einen Radius von zumindest 2% des Abstands des Endpunkts (8) der ersten Strecke (4) des ersten Schenkels (2) des L-Dichtrings von einer

Rotationsachse (6) des L-Dichtrings (1 ) aufweist.

L-Dichtring (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine zu einer Rotationsachse (6) des L-Dichtrings (1 ) weisende Fläche des zweiten Schenkels (5) des L-Dichtrings (1 ) nichtkonvex gekrümmt ist.

L-Dichtring (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass der L-Dichtring (1 ) aus einem Polymer, insbesondere einem EPDM hergestellt ist.

L-Dichtring (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der L-Dichtring (1 ) derart ausgebildet ist, dass er unter Einwirkung von

prozessbedingter Expansion, insbesondere von thermischer Expansion durch eine Ausweichbewegung in Richtung des Dreiecks reagiert.

L-Dichtring (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der L-Dichtring (1 ) im eingebauten Zustand in Zusammenwirkung mit einem äußeren Anschlag eines abzudichtenden Einheiteinen Ausweichraum ausbildet, wobei der L_Dichtring bei Nutzung des Ausweichraumes, insbesondere durch Ausführung der Ausweichbewegung nach Anspruch 7, eine Vergrößerung des Flächeninhaltes der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings im Dreieck aufweist.

L-Dichtring (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Winkel zwischen dem ersten und dem zweiten Schenkel (2, 3) der L-Form im nicht-eingebauten Zustand zwischen 75-1 15°, vorzugsweise zwischen 80-1 10° beträgt.

10. Vorrichtung mit einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät und einem

Prozessanschluss,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein L-Dichtring (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zwischen einem magnetischinduktivem Durchflussmessgerät (12) und Prozessanschluss (13) eingesetzt ist.

1 1 . Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,

dass die erste Strecke (4) des L-Dichtrings (1 ) den Prozessanschluss (13) berührt und, dass die zweite Strecke (5) des L-Dichtrings (1 ) eine Dichtfläche mit einem Liner (14) des magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräts (12) bildet.

12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwischen magnetisch-induktivem Durchflussmessgerät (12) und

Prozessanschlussadapter (13) ein Spalt (15) gebildet ist, durch welchen Fluid im

Versagensfall des L-Dichtrings (1 ) austreten kann, wobei die Verbindungskontur (10) zwischen erster und zweiter Strecke (4, 5) vor dem Spalt (15) angeordnet ist.

13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest ein erster Schenkel (2) oberhalb des Dreiecks in einer Aufnahme des Prozessanschlusses (13) angeordnet ist, wobei der erste Schenkel (2) in dieser

Aufnahme allseitig am Prozessanschluss (13) anliegt.

14. Vorrichtung mit einem Messgerät oder einer Armatur und einem

Prozessanschluss,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein L-Dichtring (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zwischen dem Messgerät oder der Armatur und einem Prozessanschluss (13) eingesetzt ist.

Description:
L-Dichtring

Die vorliegende Erfindung betrifft eine ringförmige Dichtung mit L-förmigem Querschnitt. L-Dichtringe sind dem Fachmann bekannt. So werden sie seit langem als Dichtungselement zwischen einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät und einem separaten

Prozessanschluss eingesetzt, z.B. von der Firma Endress+Hauser in den Produkten Promag H und Dosimag, aber auch von der Firma Krahne im Optiflux 6000. Die bekannten Dichtringe können sich im eingebauten Zustand bei einer Expansion, z.B. durch Temperaturerhöhung, im Wesentlichen senkrecht zu zwei Flächen ausdehnen. Zum einen senkrecht zur mediumsberührenden Fläche deren Querschnitt in Fig. 2 als Linie 11 dargestellt ist, zum anderen senkrecht zur Fläche, welche im Querschnitt in Fig. 2 durch die Linie senkrecht zu Linie 4 durch Punkt 18 dargestellt ist. Die Ausdehnung im Bereich der Linie 1 1 kann zu einer unerwünschten Änderung der Reinigbarkeit oder des Druckverlustes des Durchflussmessers 12 in Fig. 3 führen. Weiterhin kann es bei starken und häufigen Temperaturschwankungen durch wiederholte Ausdehnung und Kontraktion der Dichtung über die Kante der Auskleidung 14 oder des Prozessanschlusses 13 in Fig. 3 zu einer Beschädigung der Dichtung mit Einschränkung der Dichtwirkung oder den hygienischen Eigenschaften kommen. Kürzere Standzeiten der

Dichtungen können die Folge sein.

Die JP 2005 003 141 A offenbart in Fig. 3 einen L-förmigen Ring, welcher als Abstandshalter auf einem W-förmigen Dichtelement aufliegt, derart, dass ein Schenkel des W-förmigen

Dichtelements zwischen der abzudichtenden Fläche und dem L-förmigen Ring angeordnet ist. Daher erfüllt der L-förmige Ring der Fig. 3 nicht die Funktion eines Dichtringes.

Die US 4,565,380 A offenbart eine Vielzahl von Dichtringvarianten, so z.B. in den Fig. 20-22A einen S-förmigen Dichtring, jedoch keinen L-förmigen Dichtring. Die DE 103 12 824 A1 offenbart eine O-förmige Dichtung wobei die Dichtwirkung allerdings beim Ausüben eines Anpressdruckes von außen nach innen verläuft, d.h. das Material des Dichtungsringes wird in Richtung Zentrum gepresst.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen L-Dichtring vorzuschlagen, welcher bei

Expansion, z.B. aufgrund von Temperaturerhöhung, eine Reduktion der Änderung des mediumsberührenden Profils bewirkt.

Die Aufgabe wird gelöst durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 1. Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den Merkmalen der jeweils abhängigen Ansprüche wider. Erfindungsgemäß weist ein L-Dichtring zwei, im Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings, L-förmig miteinander verbundenen Schenkel auf, wobei ein erster Schenkel durch eine erste Strecke zur Umwelt hin begrenzt ist, wobei die erste Strecke Teil einer Mantelfläche um eine Rotationsachse des L-Dichtrings ist, wobei der erste Schenkel zwischen der ersten Strecke und der Rotationsachse liegt, und wobei ein zweiter Schenkel durch eine zweite Strecke zur Umwelt hin begrenzt ist, welche erste und zweite Strecke über eine Verbindungskontur miteinander verbunden sind, und wobei ein Schnittpunkt einer ersten und zweiten Geraden, welche jeweils eine Verlängerung der ersten und zweiten Strecke bilden, einen Eckpunkt eines Dreiecks bildet, wobei die jeweiligen Endpunkte der ersten und zweiten Strecke weitere Eckpunkte des Dreiecks bilden, wobei der L-Dichtring so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings im Dreieck höchstens 60% des Flächeninhalts des Dreiecks beträgt, wobei die Fläche des L-Dichtrings im Dreieck nichtkonkav, insbesondere konvex ist.

Unter Einwirkung einer Vertikalkraft, also einer Kraft in Richtung der Rotationsachse, entfaltet der Dichtring eine Dichtwirkung von innen nach außen, also vom Schenkel in Richtung des Dreiecks. Durch die spezielle Ausgestaltung des L-Dichtringes wird der der Rotationsachse zugewandte innere Bereich des Dichtrings z.B. bei der Verpressung in geringerem Maße zur Rohrmitte hin bewegt, was z.B. im Falle einer Durchflussmessung die Entstehung von störenden

Perturbationen der Strömung unterbinden kann.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Es ist von Vorteil, wenn der L-Dichtring so ausgestaltet ist, dass sich die erste und zweite Gerade, welche jeweils eine Verlängerung der ersten und zweiten Strecke bilden, im eingebauten Zustand senkrecht im Schnittpunkt schneiden, welcher ein Eckpunkt eines Rechtecks bildet, wobei die jeweiligen Endpunkte der ersten und zweiten Strecke weitere Eckpunkte des Rechtecks bilden, wobei der L-Dichtring so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings im Rechteck mindestens 1 % kleiner als der Flächeninhalt des Rechtecks ist, und wobei die Fläche des L-Dichtrings im Rechteck nichtkonkav, insbesondere konvex ist.

Es ist zudem von Vorteil, wenn ein erster Radius als Verbindungskontur die erste und zweite Strecke miteinander verbindet.

Dieser erste Radius weist vorteilhaft einen Radius von zumindest 2% des Abstands des

Endpunkts der ersten Strecke des ersten Schenkels des L-Dichtrings von einer Rotationsachse (6) des L-Dichtrings (1 ) auf.

Eine noch bessere Vermeidung der Bewegung des der Rotationsachse zugewandten Teiles des zweiten Schenkels der Dichtung in Richtung der Rotationsachse aufgrund von Verpressung oder auch beispielsweise durch thermische Ausdehnung des Dichtungsmaterials bei Erhöhung der Prozesstemperatur gelingt durch eine nicht-konvexe Krümmung der zu der Rotationsachse des L-Dichtrings weisende Fläche des zweiten Schenkels des L-Dichtrings. Ein bevorzugtes Material für den L-Dichtring ist ein Polymer, insbesondere ein EPDM oder beispielsweise auch ein FKM oder VMQ

Generell ist es vorteilhaft, die Dichtwirkung beim Schenkelende zu maximieren, sodass die Dichtung bei der Verpressung eine besonders gute Dichtwirkung in diesem Bereich sicherstellt.

Der L-Dichtring kann bei Einwirkung einer äusseren Kraft oder z.B. bei thermischer Expansion vorzugsweise durch Materialumverteilung in Richtung des Dreiecks unter Vergrößerung des Flächeninhalts der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings im Dreieck reagieren. Somit wird der Kreuzungsbereich der beiden Schenkel nach außen gedrückt, beispielsweise in die Ecke eines zwischen der Begrenzung des Einbauraumes und dem Dichtring bestehenden Hohlraumes.

Der Winkel zwischen den beiden Schenkeln des L im unverpressten Zustand beträgt

vorzugsweise zwischen 75-1 15°, insbesondere zwischen 80-1 10°. Dies bewirkt eine stärkere Verpressung am Ende des ersten Schenkels und somit eine maximale Abdichtung direkt an der Kontaktstelle zum Medium. Gleichzeitig kann die der Rotationsachse zugewandte Seite des zweiten Schenkels auch bei Fertigungstoleranzen möglichst wenig bei der Kompression bewegt werden. Im Falle eines grösseren Ausgangsvolumens der Dichtung gegenüber dem

Minimalvolumen kann die erfindungsgemässe Gestaltung des Radius zwischen der ersten und zweiten Strecke der Dichtung einen Expansionsraum am dem der maximalen Abdichtung abgewandten Seite des zweiten Schenkels zur Verfügung stellen.

Die Erfindung weist eine Vorrichtung mit einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät und einem Prozessanschluss, sowie einen L-Dichtring nach einem der Ansprüche 1 bis 6 auf, welcher zwischen einem magnetisch-induktivem Durchflussmessgerät und Prozessanschluss eingesetzt bzw. angeordnet ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Ansprüche sind Gegenstand der Unteransprüche.

Eine Ausgestaltung sieht vor, daß die erste Strecke des L-Dichtrings eine Dichtfläche mit dem Prozessanschluss bildet und wenn die zweite Strecke des L-Dichtrings eine Dichtfläche mit einer Messrohrauskleidung des magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräts bildet.

Zwischen magnetisch-induktivem Durchflussmessgerät und Prozessanschlussadapter ist in einer weiteren Ausgestaltung gemäß Stand der Technik ein Spalt ausgebildet, durch welchen Fluid im Versagensfall des L-Dichtrings austreten kann, wobei die Verbindungskontur zwischen erster und zweiter Strecke vor dem Spalt angeordnet ist. Dadurch wird ein gerichtetes Ableiten des Fluids bei Versagen des Dichtringes vorteilhaft ermöglicht.

Um eine verbesserte Zentrierung und mechanische Stabilität der Dichtung zu ermöglichen, ist zumindest ein Schenkel in einem Schenkelbereich, welcher dem Dreieck abgewandt ist, in einer Aufnahme des Prozessanschlusses angeordnet ist, wobei der Schenkel bzw. Schenkelbereich in dieser Aufnahme allseitig am Prozessanschluss anliegt. Um andererseits auch hier einen zusätzlichen Expansionsraum zu schaffen, sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung vor, dass der dem Dreieck abgewandte Bereich des ersten Schenkels nicht vollständig am Prozessanschluss anliegt, aber diesen in hinreichend vielen Punkten berührt, um eine ausreichende Stützwirkung und Zentrierung sicherzustellen.

Erfindungsgemäß ist ein L-Dichtring nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zwischen dem Messgerät oder der Armatur und einem Prozessanschluss eingesetzt und ermöglicht dadurch einen Übergang eines Fluids vom Prozessanschluss in das Messrohr unter verringerter Perturbation durch die Dichtung.

Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Einige davon sollen hier kurz anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert werden. Gleiche Elemente sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Fig. 1 zeigt perspektivisch einen erfindungsgemäßen L-Dichtring,

Fig. 2 zeigt einen erfindungsgemäßen L-Dichtring im Teilquerschnitt durch die Schnur des L- Dichtrings,

Fig. 3 zeigt einen erfindungsgemäßen L-Dichtring erfindungsgemäß montiert zwischen einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät und einem separaten Prozessanschluss im Längsschnitt.

In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßer L-Dichtring 1 perspektivisch dargestellt. In Fig. 2 ist dargestellt, dass er einen kreisförmigen Querschnitt und eine L-förmige Schnur aufweist und somit zwei, im Querschnitt L-förmig in einem Scheitel miteinander verbundene Schenkel 2 und 3. Ein L-Dichtring ist ein geschlossener, kreisförmiger Dichtring, vergleichbar mit einem O-Ring, jedoch mit L-förmigem Querschnitt durch seine Schnur, statt mit einem O-förmigen Querschnitt durch seine Schnur, wie beim besagten O-Ring. Die Schenkel schließen im nichtmontierten Zustand des L-Dichtrings gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung einen Winkel größer oder gleich 90° ein. Ein erster Schenkel 2 weist erfindungsgemäß, wie in Fig. 2 verdeutlicht, dabei im Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings 1 eine erste Strecke 4 als Außenkontur auf, durch welche er zur Umwelt hin begrenzt ist. Gleichermaßen weist ein zweiter Schenkel 3 im Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings 1 eine zweite Strecke 5 als Außenkontur auf, durch welche der zweite Schenkel 3 zur Umwelt hin begrenzt ist.

Der L-Dichtring ist dabei so geformt, dass die erste Strecke 4 Teil einer äußeren Mantelfläche um eine Rotationsachse 6 des L-Dichtrings 1 ist, wobei der erste Schenkel 2 zwischen der ersten Strecke 4 und der Rotationsachse 6 liegt. Die erste Strecke 4 und die zweite Strecke 5 sind über eine Verbindungskontur indirekt oder mittelbar miteinander verbunden, wobei sie sich nicht schneiden. Die Verbindungskontur hat somit eine Länge grösser Null im Gegensatz zum Stand der Technik. In dieser Darstellung handelt es sich bei der Verbindungskontur um einen ersten Radius 10, welcher die erste und zweite Strecke miteinander verbindet. Es wäre aber auch eine weitere Strecke zwischen erster und zweiter Strecke 4 und 5 denkbar; dann wiese der L-Dichtring 1 anstelle des ersten Radius' 10 eine Fase auf. Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Verbindungslinie 10 zwischen den Punkten 8 und 9 als beliebige nichtkonvexe Linie ausgeführt, die das durch die Punkte 7, 8 und 9 gebildete Dreieck nur in den Punkten 8 und 9 berührt.

Der erste Radius 10 befindet sich im Scheitel des ersten und zweiten Schenkels 2 und 3. Er weist weitergebildet einen Radius von zumindest 2%, insbesondere mindestens 5%, insbesondere mindestens 10%, insbesondere mindestens 20% des Abstands des ersten Endpunkts 8 der ersten Strecke 4 des ersten Schenkels 2 des L-Dichtrings 1 von der Rotationsachse 6 des L- Dichtrings 1 auf. Der doppelte Wert dieses Abstands entspricht hier dem Wert des

Außendurchmessers des L-Dichtrings 1.

Fig. 2 zeigt einen L-Dichtring 1 im Schnitt, der erfindungsgemäß so ausgestaltet ist, dass ein gedachter Schnittpunkt 7 einer ersten und zweiten Geraden 16 und 17, welche jeweils eine Verlängerung der ersten und zweiten Strecke 4 und 5 darstellen, ein Eckpunkt eines gedachten Dreiecks bildet, wobei die jeweiligen ersten Endpunkte 8 und 9 der ersten und zweiten Strecke 4 und 5 weitere Eckpunkte des Dreiecks bilden, wobei der L-Dichtring 1 , insbesondere die

Verbindungskontur des L-Dichtrings 1 , so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der

Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings 1 im Dreieck höchstens 60%, insbesondere höchstens 20%, insbesondere höchstens 10%, insbesondere höchstens 1 %, des Flächeninhalts des virtuellen Dreiecks beträgt, wobei die Fläche des L-Dichtrings im Dreieck nichtkonkav, insbesondere konvex ist. Die Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings 1 im Dreieck ist hier gepunktet gezeichnet.

Der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings 1 im Dreieck kann 0% des Flächeninhalts des Dreiecks betragen, nämlich dann, wenn die direkte Verbindungslinie zwischen den ersten Endpunkten 8 und 9 der beiden Strecken 4 und 5 den Schnitt durch den L-Dichtring 1 begrenzt. Dann ist die Fläche im Dreieck auch nichtkonkav, da die Fläche im Dreieck, unter der Annahme, dass die Verbindungslinie zum Dreieck gehört, nur aus einer Linie besteht, welche ihrerseits nichtkonkav ist. Dann handelt es sich wiederum um einen angefasten L-Dichtring, statt um den gezeichneten L-Dichtring mit Radius.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen L-Dichtring, bei welchem sich dich erste und zweite Strecke 4 und 5 im Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings in einem vorgegebenen Winkel, z.B. 90°, schneiden, ist im Bereich des Scheitels beider L-förmig verbundener Schenkel eine Volumenreduktion zu verzeichnen, welche zu einer geringeren Ausdehnung der Dichtung bei Temperaturerhöhung oder Quellung führt. Außerdem hat die Dichtung in diesem Bereich einen größeren Expansionsraum. Dies führt dazu, dass die Kontur 1 1 der Dichtung relativ zum

Prozessanschluss 13 und zur Auskleidung 14 in geringerem Masse durch die Expansion der Dichtung beeinflusst wird.

In einer Ausgestaltung der Erfindung, wie hier zu sehen, ist die erste Strecke 4 gebildet durch den Querschnitt durch die Schnur des L-Dichtrings 1 mit einer ersten kreiszylindrischen

Mantelfläche des ersten Schenkels 2 um eine Rotationsachse 6 des L-Dichtrings 1. Der erste Schenkel 2 ist dann eingefasst von einer ersten kreiszylindrischen Mantelfläche um die

Rotationsachse des L-Dichtrings und beispielsweise von einer zweiten, insbesondere

kreiszylindrischen, Mantelfläche um die Rotationsachse des L-Dichtrings. Der zweite Schenkel 3 weist eine, insbesondere in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse 6 liegende, Dichtfläche auf, welche im Längsschnitt durch den L-Dichtring bzw. im Querschnitt durch die Schnur des L- Dichtrings 1 als zweite Strecke 5 in Erscheindung tritt.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der L-Dichtring 1 so ausgestaltet ist, dass sich die erste und zweite Gerade 16 und 17, welche jeweils eine Verlängerung der ersten und zweiten Strecke 4 und 5 darstellen, senkrecht im gedachten virtuellen Schnittpunkt 7 schneiden, welcher ein Eckpunkt einer virtuellen Raute, insbesondere einem hier dargestellten gedachten Rechteck, bildet, wobei die jeweiligen ersten Endpunkte 8 und 9 der ersten und zweiten Strecke 4 und 5 weitere Eckpunkte der Raute bzw. des Rechtecks bilden. Die Strecken 16 und 17 bilden somit zwei Kanten der Raute bzw. des Rechtecks. Der vierte Eckpunkt der Raute bzw. des Rechtecks wird gebildet durch den Schnittpunkt einer Geraden senkrecht zur Linie 4 durch Punkt 8 in der Schnittebene und einer Geraden senkrecht zur Linie 5 in der Schnittebene durch Punkt 9. Der L- Dichtring 1 , insbesondere die Verbindungskontur des L-Dichtrings 1 , ist dabei so ausgestaltet ist, dass der Flächeninhalt der Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings in der Raute bzw. hier im Rechteck um 1 %, insbesondere 10%, insbesondere 20%, insbesondere 50% kleiner ist als der Flächeninhalt der Raute bzw. des Rechtecks, wobei die Fläche des Querschnitts durch die Schnur des L-Dichtrings 1 in der Raute bzw. im Rechteck nichtkonvex , insbesondere konvex ist. Die Querschnittfläche der Schnur des L-Dichtrings 1 im Rechteck ist hier schraffiert und gepunktet dargestellt.

Der Flächeninhalt der Raute ist also auf 100% festgelegt. Ist der Flächeninhalt Schnittfläche der Dichtung in der Raute 21 % kleiner, beträgt sie somit also 79% des Flächeninhalts der Raute. Ein Rechteck ist eine Raute mit vier rechten Winkeln. Das bedeutet, dass die erste und zweite Strecke 16 und 17 senkrecht aufeinander stehen.

In der skizzierten Weiterbildung des erfindungsgemäßen L-Dichtrings 1 weist dieser einen zweiten Radius 1 1 in der zur Rotationsachse 6 des L-Dichtrings 1 weisenden Fläche des zweiten Schenkels 3 des L-Dichtrings 1 auf. Diese Fläche ist somit konkav gekrümmt. Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist diese zur Rotationsachse 6 des L-Dichtrings 1 weisende Fläche des zweiten Schenkels 5 des L-Dichtrings 1 mit Linie 1 1 im Querschnitt nichtkonvex gekrümmt. Der zweite Radius 1 1 weist dabei einen Radius von zumindest 5%, insbesondere mindestens

10%, insbesondere mindestens 50%, insbesondere mindestens 100%, insbesondere mindestens 200%, des Abstands eines zweiten Endpunkts 19 der zweiten Strecke 5 des zweiten Schenkels 3 des L-Dichtrings von einer Rotationsachse 6 des L-Dichtrings 1 auf. Der doppelte Abstand des zweiten Endpunkts 19 zur Rotationsachse 6 legt dabei den Innendurchmesser des L-Dichtrings fest.

Verwendung findet eine erfindungsgemäße L-Dichtung beispielsweise in der industriellen

Prozesstechnik, insbesondere zwischen einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät und einem Prozessanschluss. Eine solche Vorrichtung mit einem magnetisch-induktiven

Durchflussmessgerät 12, einem Prozessanschluss 13 und einem erfindungsgemäßem L- Dichtring 1 ist in Fig. 3 verdeutlicht, wobei der erfindungsgemäße L-Dichtring 1 zwischen magnetisch-induktivem Durchflussmessgerät 12 und Prozessanschluss 13 dichtend eingesetzt ist.

Der Längsschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in Fig. 3 liegt in der Ebene der Rotationsachse. Gleichermaßen liegt in der Querschnittsebene durch die Schnur gemäß Fig. 2 die Rotationsachse 6. Es handelt sich somit um dieselbe Schnittebene.

Die erste Strecke 4 des L-Dichtrings 1 berührt dabei den Prozessanschluss 13. Dadurch wird die Dichtung 3 im Prozessanschluss 13 zentriert. Die zweite Strecke 5 des L-Dichtrings 1 im

Querschnitt bildet eine Dichtfläche mit einem Liner 14 eines Messrohrs 20 des magnetischinduktiven Durchflussmessgeräts 12.

Gemäß der veranschaulichten Weiterbildung besteht dabei zwischen dem magnetisch-induktivem Durchflussmessgerät 12 und dem Prozessanschluss 13 ein Ringspalt 15, durch welchen Fluid im Versagensfall des L-Dichtrings 1 austreten kann, wobei die Verbindungskontur, hier der erste Radius 10, zwischen erster und zweiter Strecke 4 und 5 in dem Spalt 15 angeordnet ist. Auch der zweite Radius 11 ist gezeigt. Durch ihn wird sichergestellt, bei einer axialen Verkürzung des zweiten Schenkels 3 parallel zur Rotationsachse 6, dass keine Spalte mit dem Liner 14 oder dem Prozessanschluss 13 gebildet werden, welche Hygienevorschriften nicht genügen würden. Die Ausdehnung des zweiten Schenkels 3 wird insbesondere durch die erfindungsgemäße

Gestaltung der Verbindungskontur zwischen den Endpunkten 8 und 9 und der Position (Abstand von Punkt 18 bzw. 19) der Endpunkte 8 und 9 der Strecken 4 und 5 mit dem Ziel der

Volumenreduktion minimiert. Eine Volumenreduktion auf diese Weise hat gegenüber einer weniger breiten Gestaltung des Schenkels 3 den Vorteil, dass die absolute Sollverpressung

(ausgedrückt in der Dimension Länge) gegenüber der nicht volumenreduzierten Gestaltung der Dichtung nicht reduziert werden muss, und somit die Toleranzaufnahme beibehalten wird.

Gegenüber einer weniger breiten Gestaltung des Schenkels 2 hat die erfindungsgemäße Volumenreduktion den Vorteil, dass die Position der Zentrierungsfläche 4 mit bereits installierten Prozessanschlüssen 13 kompatibel ist.

Bei dem Prozessanschluss 13 kann es sich um einen Adapter für einen vorgegebenen

Prozessanschluss handeln, beispielsweise auch um einen Schweißstutzen. Er könnte somit auch Prozessanschlussadapter genannt werden. Neben dem Ringspalt 15 kann eine so genannte Entlüftungsnut im Prozessanschluss 13 vorgesehen sein. Diese verläuft z.B. in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse des montierten L-Dichtrings parallel zu einem Durchmesser des L- Dichtrings. Die Entlüftungsnut ist ebenfalls dazu bestimmt, Fluid nach außen zu leiten.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der L-Dichtring 1 aus einem Elastomer,

insbesondere aus EPDM, aus VMQ, aus FKM, oder aus FFKM hergestellt.

Die Dichtflächenpaare werden beispielsweise gebildet auf der Seite Richtung

Durchflussmessgerät 12 (bei Linie 5 in Fig. 2)durch den L-Dichtring aus einem der o.g.

Elastomere und einer Messrohrauskleidung 14 aus Kunststoff, insbesondere PFA, und auf der anderen Seite Richtung Prozessanschluss 13 durch den L-Dichtring und einem

Prozessanschluss 13 aus Metall, insbesondere Edelstahl, insbesondere 1 .4404.

Die in den Fig. 1-3 dargestellten Ausführungsbeispiele sind lediglich bevorzugte Varianten eines erfindungsgemäßen Dichtringes. Der Dichtring kann selbstverständlich noch durch das

Fachwissen eines Durchschnittsfachmanns weiterentwickelt werden, beispielsweise durch Ausbildung mehrerer weiterer Ausweichräume im Bereich der Schenkel des L-förmigen

Dichtringes. Bezugszeichenliste

1 L-Dichtring

2 Erster Schenkel

3 Zweiter Schenkel

4 Erste Strecke

5 Zweite Strecke

6 Rotationsachse des L-Dichtrings

7 Schnittpunkt

8 Erster Endpunkt der ersten Strecke

9 Erster Endpunkt der zweiten Strecke

10 Erster Radius

1 1 Zweiter Radius

12 Magnetisch-induktives Durchflussmessgerät

13 Prozessanschluss

14 Auskleidung des magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräts

15 Ringspalt

16 Erste Gerade

17 Zweite Gerade

18 Zweiter Endpunkt der ersten Strecke

19 Zweiter Endpunkt der zweiten Strecke

20 Messrohr