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Title:
LIQUID FEED DISPENSING SYSTEM HAVING A DIGESTION REACTOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/154299
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a liquid feed dispensing system for farm animals and to a method for mixing liquid feed and dispensing the mixed liquid feed to at least one farm animal. The liquid feed dispensing system comprises: a mixing tank for mixing liquid feed and for dispensing the mixed liquid feed to a feed line having at least one feed valve for dispensing the mixed liquid feed to at least one farm animal, and a reactor having a processing area and processing means, wherein the processing area is designed to accommodate a raw plant material, and wherein the processing means are designed to process the raw plant material by applying a pulsing electric field to a cellular structure of the raw plant material in the processing area, wherein the mixing tank and the reactor are connected to each other in order to conduct the processed raw plant material from the reactor to the mixing tank for mixing the liquid feed from the processed raw plant material.

Inventors:
BÄRLEIN, Norbert (Fontanestr. 61, Cloppenburg, 49661, DE)
KRUSE, Klaus (Jacob-Kaiser-Straße 3, Bramsche, 49565, DE)
Application Number:
EP2011/059067
Publication Date:
December 15, 2011
Filing Date:
June 01, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BIG DUTCHMAN PIG EQUIPMENT GMBH (Auf der Lage 2, Vechta, 49377, DE)
BÄRLEIN, Norbert (Fontanestr. 61, Cloppenburg, 49661, DE)
KRUSE, Klaus (Jacob-Kaiser-Straße 3, Bramsche, 49565, DE)
International Classes:
A01K5/02; A23N17/00
Attorney, Agent or Firm:
BIRKEN, Lars (Eisenführ Speiser & Partner, Johannes-Brahms-Platz 1, Hamburg, 20355, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Flüssigfütterungsanlage für Nutztiere mit

einem Mischtank (5) zum Anmischen von Flüssigfutter und zum Abgeben des an- gemischten Flüssigfutters an eine Futterleitung mit wenigstens einem Futterventil (9) zur Abgabe des angemischten Flüssigfutters an wenigstens ein Nutztier, und

einem Reaktor (20) mit einem Aufbereitungsbereich und einem Aufbereitungsmittel,

wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und

wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten,

wobei der Mischtank (5) und der Reaktor (20) miteinander verbunden sind, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff von dem Reaktor (20) an den Mischtank (5) zum Anmischen des Flüssigfutters aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu leiten.

2. Flüssigfütterungsanlage nach Anspruch 1 ,

wobei der Reaktor (20) mindestens einen weiteren Aufbereitungsbereich und/oder mindestens ein weiteres Aufbereitungsmittel aufweist.

3. Flüssigfütterungsanlage nach Anspruch 1 oder 2,

wobei der Aufbereitungsbereich eine Behandlungszelle ist, die insbesondere ein Volumen im Bereich von 100 - 1000, insbesondere von 400 - 600, ml aufweist und/oder die insbesondere einen Durchmesser im Bereich von 10 - 100, insbesondere von 30 - 50, mm aufweist.

4. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) eine Steuereinheit zur Steuerung des Betriebes des Aufbe- reitungsbereichs und/oder des Aufbereitungsmittels aufweist, und/oder

wobei der Reaktor (20) eine Schnittstelleneinheit insbesondere zum Verbinden mit einer externen Steuereinheit aufweist.

5. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Aufbereitungsmittel ein Pulsgenerator ist, der insbesondere einen Pulstransformator, insbesondere einen Hochspannungsimpulstransformator, einen Sperrwandler und/oder einen nach dem Marx-Prinzip arbeitenden Marx-Generator aufweist. 6. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes mit einer Pulswiederholrate von mehr als 30 Pulsen pro Sekunde, insbesondere von mehr als 60 Pulsen pro Sekunde, aufzubereiten.

7. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) eine durch einen Isolator voneinander getrennte Elektrodenanordnung aufweist. 8. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) ein modulares Schaltsystem aufweist,

wobei ein erstes Modul des modularen Schaltsystems den Aufbereitungsbereich und das Aufbereitungsmittel aufweist, und

wobei ein zweites Modul des modularen Schaltsystems einen weiteren Aufberei- tungsbereich und ein weiteres Aufbereitungsmittel aufweist.

9. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsablage ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff bei einem Energieeintrag im Bereich von 1 - 30, insbesondere 2 - 20, kJ/kg und/oder einer Leistung von 1 ,5 - 5, insbesondere 2,5 - 3,5, kW je Tonne des pflanzlichen Rohstoffs aufzubereiten, und/oder

wobei die Flüssigfütterungsablage ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff bzw. den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff bei einem Energieeintrag im Bereich von 60 - 150, insbesondere von 80 - 120, kJ/kg und/oder einer Leistung von 15 - 50, insbeson- dere von 25 - 35, kW je Tonne des pflanzlichen Rohstoffs bzw. des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs zu entkeimen.

10. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) eine Messeinheit zur Bestimmung von Qualitäts- und/oder Verwertbarkeitsparametern, insbesondere umsetzbarer Energie, Trockenmasse, Roha- sche, Gesamt- und extrahierbarer Fett-, Protein-, Stärke- und Zuckergehalt, des pflanzlichen Rohstoffes bzw. des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffes aufweist, und/oder

wobei der Reaktor (20) ausgestaltet ist, um den Betrieb des Aufbereitungsbereichs und/oder des Aufbereitungsmittels in Abhängigkeit von dem/n bestimmten Qualitäts- und/oder Verwertbarkeitsparametern zu regeln.

1 1. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) mindestens einen Reaktorzulauf aufweist, der ausgestaltet ist, um mit mindestens einem Rohstoffsilo (1 a), welches ausgestaltet ist, um den pflanzli- chen Rohstoff zu bevorraten, verbunden zu werden und um dem Reaktor (20) den pflanzlichen Rohstoff zuzuführen, und

wobei der Reaktor (20) einen Reaktorablauf aufweist, der ausgestaltet ist, um mit dem Mischtank (5) verbunden zu werden und um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff an den Mischtank (5) abzuführen.

12. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner mindestens ein Rohstoffsilo (1 a) aufweist, welches mit dem Reaktor (20) verbunden ist, um dem Reaktor (20) den pflanzlichen Rohstoff zuzuführen.

13. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Mischtank (5) einen ersten Mischtankzulauf aufweist, der mit dem Reaktorablauf (20) fluidleitend verbunden ist. 14. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Ringleitung und/oder Stichleitung als die Futterleitung aufweist, und

wobei der Mischtank (5) einen Mischtankablauf aufweist, der mit der Ringleitung und/oder Stichleitung fluidleitend verbunden ist.

15. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Rohstoffpumpe und/oder eine Förderschnecke (2) aufweist, die mit dem Reaktor (20) verbunden und ausgestaltet ist, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff dem Mischtank (5) zuzuführen, und/oder wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Futterpumpe (7) aufweist, die fluidtechnisch mit dem Mischtank (5) verbunden und ausgestaltet ist, um das angemischte Flüssigfutter der Futterleitung zuzuführen. 16. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner ein Komponentensilo (1b) aufweist, welches ausgestaltet ist, um eine Flüssigfutterkomponente zu bevorraten,

wobei der Mischtank (5) einen zweiten ischtankzulauf aufweist, der mit dem Komponentensilo (1 b) verbunden und ausgestaltet ist, um die Flüssigfutterkomponente dem Mischtank (5) zuzuführen, und

wobei der Mischtank (5) ausgestaltet ist, um das Flüssigfutter aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff und der Flüssigfutterkomponente anzumischen. 7. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner einen Wassertank (3, 3a, 4, 4a) aufweist, welcher ausgestaltet ist, um Wasser zu bevorraten, und

wobei der Mischtank (5) einen dritten Mischtankzulauf aufweist, der mit dem Wassertank (3, 3a, 4, 4a) fluidtechnisch verbunden und ausgestaltet ist, um das Wasser dem Mischtank (5) zuzuführen.

18. Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Mahleinheit und/oder Mischeinheit aufweist, die zwischen dem Rohstoffsilo (1a) und dem Reaktor (20) angeordnet und ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff zu mahlen und/oder zu mischen,

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Mahleinheit und/oder Mischeinheit aufweist, die zwischen dem Reaktor (20) und dem Mischtank (5) angeordnet und ausgestaltet ist, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu mahlen und/oder zu mischen, und/oder

wobei die Flüssigfütterungsanlage ferner eine Wiegeeinheit (6) aufweist, die aus- gestaltet ist, um das Gewicht und/oder den Füllstand des Mischtankes (5) zu bestimmen.

19. Reaktor (20) einer Flüssigfütterungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei der Reaktor (20) ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff zur Anmi- schung von Flüssigfutter für wenigstens ein Nutztier aufzubereiten, wobei der Reaktor (20) einen Aufbereitungsbereich und ein Aufbereitungsmittel aufweist,

wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und

wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch

Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten.

20. Verwendung eines Reaktors (20) zum Aufbereiten eines pflanzlichen Rohstoffes in einer Flüssigfütterungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 18,

wobei der Reaktor (20) ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff zur Anmi- schung von Flüssigfutter für wenigstens ein Nutztier aufzubereiten,

wobei der Reaktor (20) einen Aufbereitungsbereich und ein Aufbereitungsmittel aufweist,

wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und

wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten.

21. Verfahren zum Anmischen von Flüssigfutter und zum Abgeben des angemischten Flüssigfutters an wenigstens ein Nutztier, mit den Schritten

Aufbereiten eines pflanzlichen Rohstoffes durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes,

Anmischen des Flüssigfutters aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff, und

Abgeben des angemischten Flüssigfutters an das wenigstens eine Nutztier.

22. Biogasanlage zum Erzeugen von Biogas aus Bioanteilen eines aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs,

wobei die Biogasanlage ausgestaltet ist, um mit einer Flüssigfütterungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 18 und/oder einem Reaktor (20) nach Anspruch 19 verbunden zu werden,

wobei die Biogasanlage eine Trenneinheit aufweist, die ausgestaltet ist, um mit dem Reaktor (20) verbunden zu werden und um die Bioanteile des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu trennen, und wobei die Biogasanlage einen Biogaserzeugungsbereich aufweist, wobei der Trennbereich ausgestaltet ist, um dem Biogaserzeugungsbereich die Bioanteile zuzuführen, und wobei der Biogaserzeugungsbereich ausgestaltet ist, um Biogas aus den Bioanteilen zu erzeugen.

Description:
Flüssigfütterungsanlage mit Aufschlussreaktor

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Flüssigfütterungsanlage für Nutztiere und ein Verfahren zum Anmischen von Flüssigfutter und zum Abgeben des angemischten Flüssigfutters an wenigstens ein Nutztier,

Die Auswahl, Zusammensetzung und physiologische Verwertbarkeit des Futters stellt einen der wesentlichen Leistungsfaktoren in der Nutztieraufzucht und -mast dar. Hierbei müssen die eingesetzten Materialien, die Aufbereitungs- und Fütterungstechnik tierspezifischen anatomischen und ernährungsphysiologischen Erfordernissen angepasst werden. Durch eine Aufbereitung kann neben einer Verbesserung der Futterverwertung eine Verbesserung der Haltbarkeit, der Technisierbarkeit oder der Handhabung erreicht wer- den. Zusätzlich zu mechanischen Verfahren kann auch Erhitzen, eine Säurebehandlung oder Fermentation (Silieren) zu einem Nährstoffaufschluss führen. Die anschließende Fütterung kann als Trocken- oder Nassfutter erfolgen.

Üblicherweise werden insbesondere mechanische Verfahren zur Erzielung eines Zell- und Nährstoffaufschlusses bei pflanzlichen Rohstoffen eingesetzt, hierzu gehören z.B. die Verfahren Pressen, Expandieren und Extrusion, die mit einem hohen energetischen und apparativen Aufwand verbunden sind und damit für einen Einsatz innerhalb von landwirtschaftlichen Betrieben in der Schweineproduktion mit Nachteilen behaftet sind.

Als Alternative kann ein thermischer Aufschluss erreicht werden, auch hier sind insbesondere der hohe Energieaufwand sowie die Neigung der Produkte zum Anbrennen als wesentliche Nachtteile zu nennen. Bei einem Einsatz von Mais kann alternativ eine Silierung eingesetzt werden, die mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist.

Bei der Flüssigfütterung von Nassfutter werden mindestens zwei Komponenten miteinander vermischt, von denen - im Gegensatz zur Tockenfütterung - mindestens eine Kom- ponente„nass" bzw. flüssig ist. Die flüssige Komponente ist meist Wasser, welches das Trägerfluid für die zugemischte zweite Komponente bildet. Flüssigfütterungsanlagen sind beispielsweise in der DE 299 13 223 U1 , der DE 101 25 468 A1 und der DE 10 2004 037 744 A1 beschrieben.

Die Arbeitsweise einer Flüssigfütterungsanlage wird im Folgenden anhand der Figuren 1a bis 1d schematisch erläutert. In Figuren 1a bis 1d ist ein Mischtank 5, ein Brauchwassertank 4, eine Pumpe 7 und Futterventile 9 illustriert.

In den Figuren 1a bis 1d ist eine Anlage für eine Restlosfütterung illustriert. Bei einer solchen Ausführungsform einer Flüssigfütterungsanlage mit Restlosfütterung werden die Futterleitung und die an dieser angeordneten Futterventile mit Brauchwasser gefüllt und eventuelle Futterreste ausgespült. Das Brauchwasser wird anschließend zur Anmischung der nächsten Flüssigfutterration verwendet. Daher weisen Flüssigfütterungsanlagen mit einer Restlosfütterung in der Regel eine Ringleitung auf, die das Brauchwasser an den Futterventilen vorbei zurück zu dem Mischtank führt. Die vorliegende Anmeldung ist jedoch nicht auf Ausführungsformen von Restlosflüssigfütterungsanlagen beschränkt; diese Ausführungsform soll nur zur Illustration der Arbeitsweise einer Flüssigfütterungsanlage dienen.

In Figur 1a ist der Zustand gezeigt, in welchem die Flüssigfutterkomponenten dem Mischtank 5 zugeführt werden. Der Mischtank 5 weist beispielsweise eine Waage auf, die mittels einer Gewichtsbestimmung des Mischtankes 5 feststellen kann, wie viel der Flüssigfutterkomponenten bereits in den Mischtank 5 eingefüllt ist oder noch nachdosiert werden muss. Das Futter wird anschließend in dem Mischtank 5 angemischt.

Figur 1b illustriert die Ausbringung des im Mischtank 5 angemischten Futters durch die Futterleitung und die Futterventile 9. Die Beförderung des angemischten Futters aus dem Mischtank 5 an die Futterventile 9 erfolgt durch die Pumpe 7. Bei einer Restlosfütte- rungsanlage verdrängt das in die Futterleitung und an die Futterventile 9 gepumpte angemischte Flüssigfutter das in der Futterleitung zuvor befindliche Brauchwasser, welches in den Brauchwassertank 4 verdrängt wird, so wie es in der Figur 1b dargestellt ist. Nach Positionierung der Flüssigfuttersäule an den Futterventilen 9, werden die Futterventile 9 geöffnet und die entsprechende Flüssigfuttermenge wird ausdosiert.

In Figur 1c ist das im Mischtank 5 angemischte Futter vollständig den Futterventilen 9 zugeführt worden. Das in der Futterleitung verbleibende Futter wird mit dem Brauchwas- ser des Brauchwassertanks 4 verfüttert.

In Figur 1 d ist das Futter restlos an die Gruppe ausgegeben. In den Rohrleitungen verbleibt nur noch das Brauchwasser, so dass der Brauchwassertank 4 geleert ist. Das für die darauffolgende Futteranmischung im Mischtank 5 notwendige Wasser wird durch die Futterleitungen gepumpt. Das Ende eines Flüssigfütterungsvorgangs ist erreicht. Der nächste Flüssigfütterungsvorgang wird mit dem Zustand in Figur 1 a begonnen.

Als Futterkomponenten des Flüssigfutters kommen üblicherweise Mischungen von Getreideschroten aus Weizen, Gerste oder Soja zum Einsatz. Im Hinblick auf steigende Futtermittelpreise ist auch aus wirtschaftlicher Sicht eine vermehrte Nutzung von Nebenströmen der Agrar- und Lebensmittelindustrie von Interesse. Die ökonomisch interessan- te Futterpflanze Silomais kommt seit einigen Jahren zum Einsatz. Die Struktur der Maissilage hat dabei wesentlichen Einfluss auf ihre Abbauarbeit durch Enzyme und damit auf Verdaulichkeit und auf die Tiergesundheit.

Das Futter für tragende Sauen muss nach Tierschutznutztierhaltungsverordnung einen Rohfaseranteil von mindestens 8 % aufweisen. Ein solcher Rohfaserträger kann unter anderem Maissilage sein. Maissilage ist jedoch üblicherweise Tiere mit mehrhöhligen Magen (z.B. Kühe) vorbehalten, weil dem Monogastrier (Schwein) die Enzyme für den Abbau von Nicht-Stärke-Polysacchariden und damit einen weitestgehend natürlichen Aufschluss von Silomais fehlen. Der für Schweine zusätzlich erforderliche Aufschluss des Materials kann mechanisch z.B. durch Zerkleinerung erfolgen. Die Verdaulichkeit der Materialien ist dabei vom Zerkleinerungsgrad abhängig, jedoch ist ein hoher Zerkleinerungsgrad mit hohem energetischem Aufwand, Staubbildung und geringer Förderbarkeit und Mechanisierbarkeit verbunden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Flüssigfütterungsanlage für Nutztiere, insbesondere Schweine, zur Verfügung zu stellen, die zumindest eine Futterkomponente besonders einfach und günstig so aufbereitet, dass sie besonders gut den tierspezifischen anatomischen und ernährungsphysiologischen Erfordernissen angepasst ist. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Flüssigfütterungsanlage für Nutztiere gelöst, die aufweist: einen Mischtank zum Anmischen von Flüssigfutter und zum Abgeben des angemischten Flüssigfutters an eine Futterleitung mit wenigstens einem Futterventil zur Abgabe des angemischten Flüssigfutters an wenigstens ein Nutztier, und einen Reaktor mit einem Aufbereitungsbereich und Aufbereitungsmitteln, wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und wobei die Aufbereitungsmittel ausgestaltet sind, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten, wobei der Mischtank und der Reaktor mitei- nander verbunden sind, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff von dem Reaktor an den Mischtank zum Anmischen des Flüssigfutters aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu leiten.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass neben dem Einsatz von Maissilage ergänzend oder alternativ weitere Futtermaterialien und Nebenströme der landwirtschaftlichen Erzeugung wie Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Kartoffeln mit einer gewissen (Rest)Menge verwertbarer Kohlenhydrate als Rohfaserträger eingesetzt werden können. Wenngleich ein vermehrter Einsatz von Nebenströmen insbesondere aus Sicht der Nachhaltigkeit wünschenswert ist, wurde erfindungsgemäß ferner erkannt, dass der notwendige Aufwand für die mechanische Aufbereitung und die relativ geringe Verwertbarkeit dieser Materialien insbesondere durch Monogastrier wesentliche Limitierungen darstellt.

Erfindungsgemäß erfolgt die Aufbereitung des pflanzlichen Rohstoffes (z.B. Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Kartoffeln, Maisschrot, Stengeln bzw. -blättern und -Silage sowie Kartoffelnabschnitten, Zuckerrübenabschnitten, Zuckerrohrabschnitten, aber auch andere pflanzliche Rohstoffe sind denkbar) durch einen Zellaufschluss mittels der Anwendung eines gepulsten elektrischen Feldes. Durch Anlegen eines gepulsten elektrischen Felder wird eine Permeabilisierung der biologischen Membranen der Zellen erreicht, wodurch die Verwertbarkeit des so aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffes insbesondere für Monogastrier deutlich verbessert wird. Die Verwertbarkeit kann durch eine geeignete Wahl der Parameter der elektrischen Feldstärke, des spezifischen Energieeintrags sowie der Behandlungstemperatur weiter verbessert werden.

Aufgrund von relativ kurzen Prozesszeiten und der Möglichkeit einer kontinuierlichen Prozessführung bietet die Verwendung gepulster elektrischer Felder als Zellaufschlussverfahren in der erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage deutliche Vorteile (z.B. geringer Energie- und Zeitbedarf, reduzierte Kosten) gegenüber den bekannten mechanischen und/oder enzymatischen Verfahren, vor allem bei förderfähigen Produkten.

Neben einem Zellaufschluss des pflanzlichen Rohstoffes wird mittels der in der erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage angelegten gepulsten elektrischen Felder (eines oder mehrere) auch eine Entkeimung des pflanzlichen Rohstoffes erreicht. Dieser besonders vorteilhafte Effekt beruht auf einer Permeabilisierung mikrobieller Zellen; durch den Verlust der Abgrenzung zur Umgebung tritt ein Verlust der Vitalität ein. Auch die Entkeimung kann durch eine geeignete Wahl der Parameter der elektrischen Feldstärke, des spezifischen Energieeintrags sowie der Behandlungstemperatur weiter verbessert wer- den.

Der Erfindung liegt also der Gedanke zugrunde, dass ein pflanzlicher Rohstoff durch Anlegen eines (oder mehrerer) pulsierenden elektrischen Feldes aufbereitet wird, wodurch ein Aufschluss , insbesondere Stärkeaufschluss, stattfindet. Das in der erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage angewandte Zellaufschlussverfahren verbessert die Verwertung des pflanzlichen Rohstoffs als Futter insbesondere für Schweine. Die Aufbereitung mittels des pulsierenden elektrischen Feldes führt zu einer Futterkosteneinsparung durch günstigere Komponenten, da Futterkomponenten zur Verfügung stehen, die bisher allein den Polygastriern vorbehalten waren. Ferner kann eine bessere Tiergesundheit erreicht werden, da ein hoher Rohfaseranteil für die Verdaulichkeit bekömmlich ist und insbesondere bei Sauen ein Rohstofffaseranteil von mindestens 8% vorgeschrieben ist. Erfindungsgemäß wird die Verwertung von (z.B. Schweine-)Futter mit dem Verfahren der gepulsten elektrischen Felder für die Aufbereitung eines pflanzliches Rohstoffes in einer Flüssigfütterungsanlage verbessert, wodurch insbesondere ein nichtthermischen Aufschluss ohne Einsatz weiterer Hilfsstoffe wie Enzyme oder den Eintrag mechanischer Energie ermöglicht wird.

Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Flüssigfütterungsanlage mindestens einen Reaktor auf, der mindestens ein Aufbereitungsmittel und mindestens einen Aufbereitungsbereich aufweist. Erfindungsgemäß ist aber auch eine Flüssigfütterungsanlage mit einer Vielzahl von Reaktoren, Aufbereitungsmitteln und/oder Aufbereitungsbereichen bevor- zugt.

Der bevorzugt kontinuierlich arbeitende erfindungsgemäße Reaktor ist besonders einfach in Fütterungsanlagen z.B. in der Schweinemast einsetzbar und weist einen Pulsgenerator (auch als„Aufbereitungsmittel" bezeichnet) sowie eine Behandlungszelle (auch als„Auf- bereitungsbereich" bezeichnet) auf. Alternativ ist bevorzugt, dass der Reaktor diskontinuierlich arbeitet.

Bevorzugt weist die Behandlungszelle ein Volumen im Bereich von 100 - 1000, insbesondere von 400 - 600, ml auf. In der Behandlungszelle wird das pflanzliche Material den durch den Pulsgenerator erzeugten gepulsten elektrischen Feldern mit einer Feldstärke ausgesetzt, die zu einer Permeabilisierung der Zellmembranen, der Freisetzung der Zellinhaltsstoffe und einer verbesserten Verwertung des Futters führt. Bevorzugt ist der Reaktor ein gekapseltes Gehäuse, in dem die Behandlungszelle sowie der Pulsgenerator untergebracht sind. Der Reaktor weist bevorzugt eine Steuereinheit zur Steuerung des Betriebes der Behandlungszelle und/oder des Pulsgenerator auf. Alternativ oder ergänzend ist bevorzugt, dass der Reaktor eine Schnittstelleneinheit insbesondere zum Verbinden mit einer externen Steuereinheit (beispielsweise die der Flüssigfütterungsanlage) aufweist. Vorteilhaft ist so der Betrieb und die Ansteuerung des Reaktors als stand-alone-Betrieb und/oder unter Einbindung in eine Gesamt-Anlagensteuerung möglich. Bevorzugt weist die Schnittstelleneinheit eine oder eine Vielzahl von Schnittstellen für Stoff- und Energieströme und/oder Steuersignale auf. Ferner ist bevorzugt, dass der Reaktor ausgestaltet ist, um von einer Flüssigfütterungssteuereinheit gesteuert zu werden.

Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Flüssigfütterungsanlage und/oder der erfindungsgemäße Reaktor ausgestaltet, um 0,2 bis 2, insbesondere 0,5 bis 1 , Tonnen Futter pro Stunde aufzubereiten. Bevorzugt ist der Pulsgenerator ausgestaltet, um 0,2 bis 2, insbesondere 0,5 bis 1 , Tonnen Schweinefutter pro Stunde aufzubereiten. Bevorzugt weist der Pulsgenerator einen Pulstransformator (insbesondere einen Hochspannungsimpulstransformator), einen Sperrwandler und/oder einen nach dem Marx-Prinzip arbeitenden Marx-Generator auf. Der Einsatz eines Pulstransformators ermöglicht eine Reduktion des Anteils hochspannungsführender Bauteile, so kann etwa die Energieversorgung sowie die Pulserzeugung auf vergleichsweise niedrigem Spannungsniveau bei anschließender Transformation erfolgen. Der Einsatz eines Sperrwandlers ermöglicht eine induktive Energiespeicherung innerhalb einer Spule, diese weist im Vergleich zu einem kapazitiven Speicher (Kondensator) eine höhere Energiedichte und damit geringere Kosten auf. Ein sogenannter Marx-Generator beruht auf dem parallelen Laden mehrerer Kondensatoren und ihrer Entladung durch eine Serienschaltung. Dies ermöglicht eine hohe Entladespannung bei geringer Ladespannung und damit den Einsatz günstiger Kondensatorladegeräte. Bevorzugt weist der Marx-Generator mindestens einen Halbleiterschalter auf, wodurch vorteilhaft eine Pulswiederholrate von mehr als 30 Pulsen pro Sekunde erreicht werden kann.

Bevorzugt weist der Reaktor eine durch einen Isolator voneinander getrennte Elektro- denanordnung auf. Bevorzugt weist die Elektrodenanordnung koaxial und/oder kollinear angeordnete Elektroden auf, die insbesondere unterschiedliche Innendurchmesser und/oder Verhältnisse aus Elektrodenfläche und -abstand aufweisen. Vorteilhaft können durch geeignete Auswahl der Elektrodenanordnung die Förderfähigkeit und Reinigbar- keit, aber auch auf die elektrischen Eigenschaften der Behandlungsstrecke in dem Aufbe- reitungsbereich, verbessert werden. Bevorzugt weist die Elektrodenanordnung einen Mindest-Querschnitt im Bereich von 7-10 cm 2 und einen Lastwiderstand im Bereich 50 - 100 Ohm auf. Vorteilhaft wird so eine Behandlungszelle mit einem geringen Wartungsund Reinigungsaufwand und einem an den Pulsgenerator angepassten Lastwiderstand zu Verfügung gestellt. Für die Elektroden bzw. Isolatoren werden bevorzugt Materialien wie Edelstahl, Titan bzw. PEEK, Teflon und/oder Keramik eingesetzt. Vorteilhaft wird so der Einfluss einer elektrochemischen Korrosion bzw. mechanischen Erosion zu verringert.

Bevorzugt weist der Reaktor ein modulares Schaltsystem auf. Vorteilhaft kann so eine Skalierung der Pulserzeugung auf unterschiedliche Behandlungskapazitäten durch Nutzung einer unterschiedlichen Zahl von bevorzugt parallel geschalteten Modulen erfolgen. Auf diese Weise können Kosten für eine Planung und Realisation einer erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage in unterschiedlichen Größenordnungen reduziert werden.

Bevorzugt ist der Reaktor ausgestaltet, um kontinuierlich zu arbeiten (d.h. um kontinuier- lieh den pflanzlichen Rohstoff aufzubereiten). Bevorzugt weist die Behandlungszelle einen Durchmesser im Bereich von 10 - 100, insbesondere von 30 - 50, mm auf. Die Aufbereitung erfolgt bevorzugt kontinuierlich innerhalb der Behandlungszelle mit einem Durchmesser im Bereich von 10 - 100, insbesondere von 30 - 50, mm, wodurch vorteilhaft eine für den Zellaufschluss geeignete elektrische Feldstärke im Bereich von einigen kV/cm (bevorzugt 1 - 10 kV/cm und insbesondere bevorzugt 0,5 - 3 kV/cm) erreicht wird.

Bevorzugt ist die Flüssigfütterungsanlage ausgestaltet, um einen Durchsatz von bis 1 t h zu erzielen, während der Pulsgenerator bevorzugt mit Pulswiederholraten im Bereich von 70 bis 120, insbesondere 85 bis 100, Hz arbeitet. Vorteilhaft wird in der Behandlungszelle (die ein Volumenelement darstellt) eine ausreichende Behandlung erzielt. Bevorzugt hängt die Ausgestaltung der Behandlungszellen von Theologischen Eigenschaften des aufzubereitenden pflanzlichen Rohstoffes ab, um eine möglichst homogene Aufbereitung zu erzielen und Verstopfungen und/oder Ablagerungen zu vermeiden.

Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Flüssigfütterungsanlage Mittel auf, um eine Staub- und/oder Schmutzbelastung zu reduzieren, um eine Temperatur- und Luftfeuchte auszugleichen und/oder um eine Anlagen- und Betriebssicherheit sicherzustellen. Bevorzugt weist die Flüssigfütterungsanlage gemäß der Erfindung Mittel zur Abtrennung von Fremdkörpern auf. Vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Flüssigfütterungsanlage bzw. deren Ausführung so den Hygieneanforderungen, der Betriebssicherheit sowie den Umgebungsbedingungen in der Umgebung eines Nutztierbetriebes angepasst.

Bevorzugt arbeitet die erfindungsgemäße Flüssigfütterungsanlage bei einem Energieeintrag im Bereich von 1 - 30, insbesondere 2 - 20, kJ/kg und/oder 1 ,5 - 5, insbesondere 2,5 - 3,5, kW installierter elektrischen Leistung für eine stündliche Behandlungskapazität zur Aufbereitung von 1 Tonne pflanzlichem Rohstoff zur Aufbereitung des pflanzlichen Rohstoffes. Aufgrund der bevorzugt kurzen Prozesszeiten im Bereich <1 s und der bevorzugt kontinuierlichen Prozessführung (d.h. Aufbereitung) bietet der Einsatz gepulster elektrischer Felder als Zellaufschlussverfahren in einer erfindungsgemäßen Flüssigfütte- rungsanlage große Vorteile gegenüber den mechanischen oder enzymatischen Verfahren, insbesondere bei förderfähigen pflanzlichen Rohstoffen.

Bevorzugt ist der Reaktor ausgestaltet, um den pflanzlichen Rohstoff bzw. den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu entkeimen. Bevorzugt ist der Reaktor ausgestaltet, um in zumindest einem der Parameter der elektrischen Feldstärke, des spezifischen Energie- eintrags sowie der Behandlungstemperatur verändert zu werden. Bevorzugt ist der Reaktor und/oder ein weiterer Reaktor in der Flüssigfütterungsanlage ausgestaltet, um den pflanzlichen Rohstoff bzw. den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff bei einem Energieeintrag im Bereich von 60 - 150, insbesondere von 80 - 120, kJ/kg und/oder einer Leistung von 15 - 50, insbesondere von 25 - 35, kW je Tonne Behandlungskapazität zu entkei- men. Bevorzugt weist der Pulsgenerator eine Schalttypologie auf Transformatorbasis auf.

Bevorzugt weist der Reaktor eine Messeinheit zur Bestimmung von Qualitäts- und/oder Verwertbarkeitsparametern (z.B. umsetzbare Energie, Trockenmasse, Rohasche, Ge- samt- und extrahierbarer Fett-, Protein-, Stärke- und Zuckergehalt) des pflanzlichen Rohstoffes bzw. des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffes auf. Bevorzugt ist der Reaktor ausgestaltet, um den Betrieb des Pulsgenerators und/oder der Behandlungszelle in Abhängigkeit von dem/n bestimmten Qualitäts- und/oder Verwertbarkeitsparametern zu regeln.

Bevorzugt weist der Reaktor einen Reaktorzulauf auf, der ausgestaltet ist, um mit einem Rohstoffsilo, welches ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff zu bevorraten, verbunden zu werden, und um dem Reaktor den pflanzlichen Rohstoff zuzuführen, und der Reaktor weist einen Reaktorablauf auf, der ausgestaltet ist, um mit dem Mischtank ver- bunden zu werden und um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff an den Mischtank abzuführen. Femer ist bevorzugt, dass die erfindungsgemäße Fiüssigfütterungsaniage ein Rohstoffsilo aufweist, welches mit dem Reaktor verbunden ist, um dem Reaktor den pflanzlichen Rohstoff zuzuführen. Bevorzugt weist der Mischtank einen ersten Mischtankzulauf aufweist, der mit dem Reaktorablauf fluidleitend verbunden ist. Bevorzugt weist die Fiüssigfütterungsaniage ferner eine Ringleitung und/oder Stichleitung als die Futterleitung auf, und der Mischtank weist einen Mischtankablauf auf, der mit der Ringleitung und/oder Stichleitung fluidleitend verbunden ist. Ferner ist bevorzugt, dass die Fiüssigfütterungsaniage ferner eine Rohstoffpumpe und/oder eine Förderschnecke aufweist, die mit dem Reaktor verbunden und ausgestaltet ist, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff dem Mischtank zuzuführen, und/oder dass die Fiüssigfütterungsaniage femer eine Futterpumpe aufweist, die fluidtechnisch mit dem Mischtank verbunden und ausgestaltet ist, um das angemischte Flüssigfutter der Futterleitung zuzuführen. Bevorzugt weist die Fiüssigfütterungsaniage ferner ein Komponentensilo auf, welches ausgestaltet ist, um eine Flüssigfutterkomponente zu bevorraten, wobei der Mischtank einen zweiten Mischtankzulauf aufweist, der mit dem Komponentensilo verbunden und ausgestaltet ist, um die Flüssigfutterkomponente dem Mischtank zuzuführen, und der Mischtank ist ausgestaltet, um das Flüssigfutter aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff und der Flüssigfutterkomponente anzumischen. Bevorzugt weist die Fiüssigfütterungsaniage ferner einen Wassertank aufweist, welcher ausgestaltet ist, um Wasser zu bevorraten, und der Mischtank weist einen dritten Mischtankzulauf auf, der mit dem Wassertank fluidtechnisch verbunden und ausgestaltet ist, um das Wasser dem Mischtank zuzuführen. Bevorzugt weist die Fiüssigfütterungsaniage ferner eine Mahleinheit und/oder Mischeinheit aufweist, die zwischen dem Rohstoffsilo und dem Reaktor angeordnet und ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff zu mahlen und/oder zu mischen, und/oder die Fiüssigfütterungsaniage weist ferner eine Mahleinheit und/oder Mischeinheit auf, die zwischen dem Reaktor und dem Mischtank angeordnet und ausgestaltet ist, um den aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu mahlen und/oder zu mischen, und/oder die Flüssigfütterungsanlage weist ferner eine Wiegeeinheit auf, die ausgestaltet ist, um das Gewicht und/oder den Füllstand des Misch- tankes zu bestimmen.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung einen Reaktor, der ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff zur Anmischung von Flüssigfutter für wenigstens ein Nutztier aufzubereiten, wobei der Reaktor mindestens einen Aufbereitungsbereich und wenigstens ein Aufbereitungsmittel aufweist, wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten. Besonders bevorzugt ist der Reaktor zu Verwendung in einer erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage ausgestaltet.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Verwendung eines Reaktors zum Aufbereiten eines pflanzlichen Rohstoffes in einer Flüssigfütterungsanlage nach der Erfindung, wobei der Reaktor ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff zur Anmischung von Flüssigfutter für wenigstens ein Nutztier aufzubereiten, wobei der Reaktor mindestens einen Aufbereitungsbereich und mindestens ein Aufbereitungsmittel aufweist, wobei der Aufbereitungsbereich ausgestaltet ist, um einen pflanzlichen Rohstoff aufzunehmen, und wobei das Aufbereitungsmittel ausgestaltet ist, um den pflanzlichen Rohstoff durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes in dem Aufbereitungsbereich aufzubereiten.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Anmischen von Flüssigfutter und zum Abgeben des angemischten Flüssigfutters an wenigstens ein Nutztier, mit den Schritten: Aufbereiten eines pflanzlichen Rohstoffes durch Anlegen eines pulsierenden elektrischen Feldes an eine Zellstruktur des pflanzlichen Rohstoffes, Anmischen des Flüssigfutters aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff, und Abgeben des angemischten Flüssigfutters an das wenigstens eine Nutztier.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Biogasanlage zum Erzeugen von Biogas aus Bioanteilen eines aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs, wobei die Biogasanla- ge ausgestaltet ist, um mit einer Flüssigfütterungsanlage nach der Erfindung und/oder einem Reaktor zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage verbunden zu werden, wobei die Biogasanlage eine Trenneinheit aufweist, die ausgestaltet ist, um mit dem Reaktor verbunden zu werden und um die Bioanteile des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu trennen, und wobei die Biogasanlage einen Biogaserzeugungsbereich aufweist, wobei der Trennbe- reich ausgestaltet ist, um dem Biogaserzeugungsbereich die Bioanteile zuzuführen, und wobei der Biogaserzeugungsbereich ausgestaltet ist, um Biogas aus den Bioanteilen zu erzeugen.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand von Figuren erläutert, in denen

Figuren 1 a bis 1 d eine bekannte Restlosfütterungsanlage zeigen,

Figur 2 eine Ausführungsform einer Flüssigfütterungsanlage der Erfindung zeigt,

Figur 3 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Restlosfütterungsan- läge mit Rohrspülung zeigt,

Figur 4 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Restlosfütterungsanlage mit Rohrspülung und mit gewogenem Frisch- und/oder Brauchwassertank zeigt,

Figur 5 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Synchronfütterungs- anläge zeigt, und

Figur 6 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Kompaktflüssigfütte- rungsanlage zeigt.

Figur 2 zeigt eine Ausführungsform einer Flüssigfütterungsanlage gemäß der Erfindung. Die Flüssigfütterungsanlage weist einen Reaktor 20 und einen Mischtank 5 auf. Der Mischtank 5 ist an eine elektrische Wiegung 6 gekoppelt, über die das Gewicht bzw. die Füllmenge des Mischtanks 5 festgestellt werden kann. Der Reaktor 20 ist mittels einer Futterschnecke 2 an ein in Figur 2 nicht dargestelltes Rohstoffsilo 1a angeschlossen und erhält über die Futterschnecke 2 den pflanzlichen Rohstoff zur Aufbereitung. Der im Reaktor 20 aufbereitete pflanzliche Rohstoff wird z.B. über eine weitere Futterschnecke und/oder über eine Pumpe) dem Mischtank 5 zugeführt. Die Flüssigfütterungsanlage der Figur 2 ist beispielsweise eine kontinuierlich betriebene Anlage mit einer Leistung von 3 - 5 kW und einer maximalen Spannung von 25 kV und bereitet 1 Tonne pflanzlichen Rohstoff pro Stunde auf.

Der Mischtank 5 verfügt über einen Zulauf 3b, der an eine Frischwasserquelle angeschlossen ist. Der Mischtank 5 weist einen Ablauf auf, der mit einer Futterpumpe 7 ver- bunden ist. Die Futterpumpe 7 ist ausgestaltet, um das angemischte Flüssigfutter und/oder Wasser aus dem Mischtank 5 in die Futterleitungen und zu den Futterventilen 9 zu pumpen. In Figur 2 ist sowohl eine Stichleitung, wie auch eine Ringleitung zu den Futterventilen 9 illustriert. An den Futterventilen 9 sind an der Stichleitung Sensoren 10 angeordnet, die die ausgebrachte Futtermenge bestimmen können. Der Mischtank 5 der Figur 2 weist ferner einen Zulauf auf, der mit der Ringleitung verbunden ist, so dass Futter oder Brauchwasser aus der Ringleitung zurück in den Mischtank 5 geführt werden kann. In Figur 2 ist schematisch dargestellt, dass eine zweite Futterschnecke 2 eine weitere Komponente dem Mischtank 5 zur Anmischung des Flüssigfutters zuführen kann.

In Figur 3 ist eine Ausführungsform einer Flüssigfütterungsanlage mit Rohrspülung ge- zeigt. Soweit die Bezugszeichen und deren Einheiten bereits unter Bezugnahme auf Figuren 2 und 1 a bis 1 d erläutert wurden, gelten diese in analoger Weise auch für die Figuren 3 bis 6.

Figur 3 illustriert ein Rohstoffsilo 1a zur Bevorratung des pflanzlichen Rohstoffes. Das Rohstoffsilo 1 a ist mittels der Futterschnecke 2 mit dem Reaktor 20 und dem Mischtank 5 verbunden. Die Flüssigfütterungsanlage der Figur 3 weist ferner ein Flüssigfutterkompo- nentensilo 1 b auf, weiches ebenfalls über eine Futterschnecke 2 mit dem Mischtank 5 verbunden ist, um die im Flüssigfutterkomponentensilo 1 b bevorratete Komponente dem Mischtank 5 zuzuführen.

Der Mischtank 5 ist mit einem Brauchwassertank 4 verbunden, um von diesem Brauch- wasser für das Anmischen des Futters und die Rohrspülung zu erhalten. Der Ablauf des Mischtanks 5 ist mit einem Frischwassertank 3 verbunden, so dass das angemischte Flüssigfutter mit Frischwasser verdünnt werden kann oder die Rohrleitungen mit Frischwasser gespült werden können. Der Mischtank 5 weist ferner einen Frischwasserzulauf 3b einer weiteren Frischwasserquelle auf. Auch der Mischtank 5 der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform ist mit einer elektronischen Wiegung 6 verbunden. Mit Bezugszeichen 8 ist ein Kompressor bezeichnet, welcher an Futterventile 9 angeschlossen ist.

In Figur 4 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Flüssigfütterungsanlage mit Rohrspülung und mit gewogenem Frisch- und/oder Brauchwassertank gezeigt. Die Ausführungsform der Figur 4 entspricht im Wesentlichen der der Figur 3 mit dem Unterschied, dass die Anlage der Figur 4 einen gewogenen Frischwassertank 3a und einen gewogenen Brauchwassertank 4a aufweist. Ferner ergeben sich durch die gegenüber der Ausführungsform der Figur 3 geänderte Anordnung des gewogenen Brauchwasser- tanks 4a neben dem Mischtank 5 geänderte Führungen der Leitungen, um das Brauchwasser dem Mischtank 5 bzw. der Futterpumpe 7 zuzuführen.

Figur 5 zeigt eine Synchronflüssigfütterungsanlage. Die Flüssigfütterungsanlage weist ein Rohstoffsilo 1a und eine Vielzahl von Flüssigfutterkomponentensilos 1 b bis 1f auf. All diese Silos 1 a bis 1f sind mit einem Anmischtank 13 verbunden und ausgestaltet, dem Anmischtank 13 ihren Inhalt zuzuführen. Der Anmischtank 13 weist einen Zulauf auf, der mit dem Ablauf des Brauchwassersilos 4 verbunden ist. Der Ablauf des Anmischtanks 13 ist mit einem Fütterungstank 1 1 verbunden, ebenso wie ein Ablauf des Brauchwassertanks 4 mit dem Fütterungstank 11 verbunden ist. Figur 5 illustriert ferner einen Fremdkörperabscheider 4. Sowohl der Anmischtank 13 wie auch der Fütterungstank 11 sind mit einer elektronischen Wiegung 6 ausgestattet. Der Ablauf des Fütterungstanks 1 1 ist mit Fütterungsventilen 9 und mit einem Frischwasserzulauf eines Frischwassertanks 3 verbunden.

Die Synchronflüssigfütterungsanlage veranlasst ein Vermengen der jeweiligen Futterkomponenten der Silos 1 a bis 1f im Anmischtank 13. Die Komponente des Rohstoffsilos 1a wird durch den erfindungsgemäßen Reaktor 20 geführt und in diesem aufbereitet. Der vom Reaktor 20 aufbereitete pflanzliche Rohstoff wird dem Anmischtank 13 zugeführt. Sind die Flüssigfutterkomponenten im Anmischtank 13 mit dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff vermengt worden, werden sie in den Fütterungstank 1 1 entleert und von dort zu den einzelnen Futterventilen 9 gepumpt. Während der Fütterungstank 1 1 noch gefüllt ist, kann in dem Anmischtank 13 bereits die nächste Flüssigfütterungsmenge angemischt werden.

In Figur 6 ist eine Kompaktflüssigfütterungsanlage dargestellt. Die Kompaktflüssigfütte- rungsanlage weist ein pflanzliches-Rohstoff-Silo 1 a, Flüssigfutterkomponentensilos 1 b bis 1 f, einen Frischwassertank 3, einen Brauchwassertank 4, zwei Anmisch-/Fütterungstanks 12, die jeweils an eine elektronische Wiegung 6 angeschlossen sind, und Fütterungsventile 9 auf. Der erfindungsgemäße Reaktor 20 kann beispielsweise am Ausgang des Rohstoffsilos 1a oder in dem Zulauf zu den Anmisch-/Fütterungstanks 12 angeordnet sein (letzte Variante ist in Figur 6 durch Bezugszeichen 20 angedeutet; eine analoge Anordnung ist auch in Figur 5 möglich).

Bei der in Figur 6 gezeigten Kompaktflüssigfütterungsanlage fungieren die Anmisch- /Fütterungstanks 12 gleichzeitig als Anmisch- und Fütterungstank. Dazu wird die gesam- te benötigte Futtermenge in mehrere kleine Portionen aufgeteilt. Während in einem Tank das Futter angemischt wird, erfolgt gleichzeitig das Ausdosieren des zweiten Tankinhalts. Zwischen den Fütterungen von optional sogar verschiedenen Rezepturen, die in unterschiedlichen Anmisch-/Fütterungstanks 12 zubereitet werden, gibt es vorteilhaft keine Wartezeiten. Ferner kann eine besonders kompakte Bauweise einer Flüssigfütterungsan- läge erreicht werden.

In den Figuren nicht oder nicht durchgehend dargestellt, aber trotzdem bevorzugt vorhanden sind Vorrichtungen wie Futterschnecken, Spiralen, Seil- und Kettenförderer, Rührwerke, Ventile, Kompressoren, Reinigungsmechanismen, Mahleinheiten, Mischeinheiten, Steuerungseinheiten und andere für Flüssigfutteranlagen verwendeten Einheiten. Die Anlagen der Figuren 2 bis 6 können erfindungsgemäß mit einer Biogasanlage zum Erzeugen von Biogas aus Bioanteilen eines aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs verbunden sein oder werden. Eine solche Biogasanlage ist ausgestaltet ist, um mit einer Flüs- sigfütterungsanlage und/oder einem Reaktor gemäß der Erfindung verbunden zu werden, und weist eine Trenneinheit auf, die ausgestaltet ist, um mit dem Reaktor verbunden zu werden und um die Bioanteile des aufbereiteten pflanzlichen Rohstoffs aus dem aufbereiteten pflanzlichen Rohstoff zu trennen, und einen Biogaserzeugungsbereich auf, wobei der Trennbereich ausgestaltet ist, um dem Biogaserzeugungsbereich die Bioanteile zuzuführen, und wobei der Biogaserzeugungsbereich ausgestaltet ist, um Biogas aus den Bioanteilen zu erzeugen.