NEDELIK, Robert (Puchsbaumplatz 1/23, Wien, A-1100, AT)
| Patentansprüche Langträger für Schienenfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass der Langträger in Längsrichtung in einen ersten Teilträger (1) und einen zweiten Teilträger (2) geteilt ist und der erste Teilträger (1) mit einer ersten Baugruppe (A) des Schienenfahrzeugs und der zweite Teilträger (2) mit einer zweiten Baugruppe (B) des Schienenfahrzeugs verbunden ist und am ersten Teilträger (1) bestimmte Flächen (8) zur Ausbildung einer Schweißverbindung mit dem zweiten Teilträger (2) vorgesehen sind und am zweiten Teilträger (2) bestimmte Flächen (9) zur Ausbildung einer Schweißverbindung mit dem ersten Teilträger (1) vorgesehen sind. Langträger für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aus einem ersten Teilträger (1) und einem zweiten Teilträger (2) gebildete Langträger ein geschlossenes Profil aufweist. Langträger für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Baugruppe (A) des Schienenfahrzeugs eine Seitenwand ist und die zweite Baugruppe (B) ein Untergestell ist. Langträger für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Baugruppe (A) des Schienenfahrzeugs eine Seitenwand ist und die zweite Baugruppe (B) ein Dach ist |
Langträger für Schienenfahrzeuge
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Langträger für
Schienenfahrzeuge .
Stand der Technik
Schienenfahrzeuge, insbesondere Passagierfahrzeuge werden heute meistens als selbsttragende Metallkonstruktionen hergestellt. Dabei wird ein Fahrzeugkasten aus einem
Untergestell, Seitenwänden, Stirnwänden und einem Dach aufgebaut. Die Enden des Untergestells werden verstärkt ausgeführt um den Kupplungsdruck- und Zugkräften
standzuhalten und um eine geeignete Krafteinleitung in die anderen Bauteile des Schienenfahrzeugs zu gewährleisten.
Das Untergestell wird häufig als Rahmenkonstruktion
ausgeführt und umfasst üblicherweise zwei außenliegende
Längsträger, mehrere diese Längsträger verbindende Querträger und ist an den Fahrzeugenden verstärkt. Diese Verstärkung erfolgt mittels sogenannter Endstücke am Fahrzeugende und Hauptquerträgern, welche auch die Lagerungen der Drehgestelle (bzw. Einzelachsen) umfassen.
Eine wirtschaftliche Herstellung von Schienenfahrzeugen bedingt einen hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung. Insbesondere die Vielzahl an Schweißverbindungen sollten automatisiert gefertigt zu werden. So werden heute die
Untergestelle, Seitenwände und das Dach bereits auf
geeigneten Schweißmaschinen automatisiert hergestellt. Die Verbindung des Untergestells mit den Seitenwänden bzw. der Seitenwände mit dem Dach kann derzeit nur teilweise mittels automatischer Schweißung vorgenommen werden, da alle
bekannten Schweißmaschinen eine einfache Zugänglichkeit der Schweißnähte erfordern. Die Verbindungsschweißungen zwischen dem Untergestell und den Seitenwänden, bzw. zwischen den Seitenwänden und dem Dach sind im Inneren des Wagenkastens jedoch nur schwer zugänglich und müssen manuell hergestellt werden
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Langträger für Schienenfahrzeuge anzugeben, welcher die automatisierte Schweißung der Verbindungsstellen zwischen den Großkomponenten (Untergestell, Seitenwände, Dach) eines
Schienenfahrzeugs erlaubt. Die Aufgabe wird durch einen Langträger mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
Gegenstand untergeordneter Ansprüche.
Dem Grundgedanken der Erfindung nach wird ein Langträger für Schienenfahrzeuge aufgebaut, welcher in Längsrichtung im einen ersten und einen zweiten Teilträger geteilt ist, wobei jeweils ein Teilträger an einer diesem Teilträger
zugeordneten Großkomponente (Untergestell, Seitenwände, Dach) befestigt ist. Die beiden Teilträger sind in einer Weise ausgeführt, dass sie zu einem Langträger zusammengesetzt werden können und mittels Schweißverbindungen miteinander verbunden werden können, wobei die beiden Teilträger zusammen einen Langträger mit einem geschlossenen Profil ergeben. Dadurch ist der Vorteil erzielbar, Großkomponenten von
Schienenfahrzeugen (insbesonde Untergestell und Seitenwände, bzw. Seitenwände und Dach) mittels geradlinigen und im
Wesentlichen ununterbrochenen Schweißnähten verbinden zu können, wobei diese Schweißnähte gut zugänglich sind. Dabei ist der Einsatz von Schweißmaschinen möglich, was die
Herstellung von Schienenfahrzeugen beschleunigt und
preisgünstiger macht. Weiters ist es vorteilhaft, dass ein solcherart aufgebauter Längsträger mit geschlossenem Profil wesentlich steifer und stabiler ist als die gebräuchlicher Weise eingesetzen
Langträger mit U-Profil bzw. Hutprofil. Gegebenenfalls kann ein erfindungsgemäßer Langträger dadurch aus Metall mit geringerer Wandstärke ausgeführt werden, wodurch sich
Gewichtsvorteile gegenüber gebräuchlichen Langträgern
ergeben .
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung ist die verbesserte Krafteinleitung von Kräften zwischen den
verbundenen Großkomponenten. Insbesondere ist ein Versatz in Fahrzeuglängsrichtung zwischen den Querträgern und den
Seitenwandträgern, welcher sich aus den Toleranzen der
Fahrzeugfertigung ergibt, nicht mehr nachteilig, da durch die Ausformung der Schweißverbindung der Kraftfluss auch bei Längsversatz gewährleistet ist.
Wird ein erfindungsgemäßer Langträger neben der
Verbindungsstellen Untergestell - Seitenwand auch an den Verbindungsstellen Seitenwand - Dach eingesetzt, so entsteht durch diese Konstruktion ein überaus stabiler Ringspant
(gebildet aus Querträger, Seitenwandsäulen und Dachspriegel) , welcher dem Schienenfahrzeug eine besonders hohe Stabilität verleiht. Dabei ist vorgesehen, die sogenannten Obergurte der Querträger und die Obergurte der Seitenwandsäulen miteinander zu verschweißen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Es zeigen beispielhaft:
Fig.l Prinzipskizze eines Langträgers für Schienenfahrzeuge. Fig.2 Langträger für Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand, Schnitt zwischen Querträgern.
Fig.3 Langträger für Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand, Schnitt bei Querträger.
Fig.4 Ausführungsbeispiel 1 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand.
Fig.5 Ausführungsbeispiel 2 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand .
Fig.6 Ausführungsbeispiel 3 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Seitenwand - Dach.
Fig.7 Ausführungsbeispiel 4 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge, Verbindungsstelle Seitenwand - Dach.
Ausführung der Erfindung
Fig.l zeigt beispielhaft und schematisch eine Prinzipskizze eines Langträgers für Schienenfahrzeuge. Es ist das stark abstrahierte Konstruktionsprinzip eines längsgeteilten
Langträgers in Form eines Schnittes quer zur Längsrichtung dargestellt. Der Langträger ist in Längsrichtung in einen ersten Teilträger 1 und in einen zweiten Teilträger 2
geteilt. Der erste Teilträger 1 ist mit einer ersten
Baugruppe A (beispielsweise eine Seitenwand) verbunden. Der zweite Teilträger 2 ist mit einer zweiten Baugruppe B
verbunden. Der erste Teilträger 1 umfasst Schweißflächen 8, welche zur Verbindung mit dem zweiten Teilträger 2
ausgebildet sind. Der zweite Teilträger 2 umfasst
Schweißflächen 9, welche zur Verbindung mit dem ersten
Teilträger 1 ausgebildet sind. Beim Fügevorgang, bei welchem die erste Baugruppe A mit der zweiten Baugruppe B
zusammengefügt wird, werden Schweißnähte zwischen den
Schweißflächen 8 des ersten Teilträgers 1 und den
Schweißflächen 9 des zweiten Teilträgers 2 angefertigt und die Teilträger 1 und 2 und somit auch die Baugruppen A und B verbunden. Diese Schweißnähte verlaufen in Längsrichtung des Langträgers (Bzw. des Schienenfahrzeugs) und können in praktischen Ausführungen des Längsträgers automatisch
angefertigt werden. Die Teilträger 1 und 2 bilden in
zusammengefügten Zustand ein geschlossenes Profil, wodurch eine hohe Steifigkeit des Langträgers erzielt wird.
Fig.2 zeigt beispielhaft und schematisch einen Langträger für Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand, Schnitt quer zur Längsrichtung, zwischen
Querträgern. Es ist ein erster Teilträger 1 dargestellt, welcher mit einer Seitenwandsäule 3 verbunden ist. Der erste Teilträger 1 bildet zusammen mit einer Mehrzahl an
Seitenwandsäulen 3 und der Beplankung sowie weiteren, hier nicht dargestellten Bauteilen eine Seitenwand eines
Schienenfahrzeugs. Ein zweiter Teilträger 2 ist mit einem Querträger 4 verbunden. Der zweite Teilträger 2 bildet zusammen mit einer Mehrzahl an Querträgern 4 und weiteren, hier nicht dargestellten Bauteilen ein Untergestell eines Schienenfahrzeugs. Beide Teilträger 1 und 2 bilden in
zusammengefügten Zustand ein geschlossenes Profil, welches mit einer äußeren Schweißnaht 6 und einer inneren Schweißnaht 7 verbunden wird. Beide Schweißnähte 6 und 7 weisen einen geradlinigen Verlauf auf und sind besonders gut zugänglich, sodass eine automatisierte Anfertigung der Schweißnähte 6 und 7 erfolgen kann. Die äußere Schweißnaht 6 kann über die gesamte Länge des Schienenfahrzeugs ununterbrochen ausgeführt werden .
Fig.3 zeigt beispielhaft und schematisch einen Langträger für Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand, Schnitt bei Querträger. Es ist der Langträger aus Fig.2 dargestellt; der Schnitt durch den Träger liegt an der Stelle, an der dieser von einem Querträger 4 durchdrungen wird. Die innere Schweißnaht 7 ist an dieser
Durchdringungsstelle unterbrochen und es ist eine innere Schweißnaht 7' vorgesehen, welche den Querträger 4
unmittelbar mit dem ersten Teilträger 1 verbindet. Diese innere Schweißnaht 7 ' bewirkt eine deutliche Verbesserung der Stabilität des Langträgers. Die innere Schweißnaht 7 ' ist ebenso wie die innere Schweißnaht 7 geradlinig und gut zugänglich, wodurch eine automatische Herstellung dieser Schweißnähte 7, 7' erfolgen kann. Die Verschweißung der beiden Baugruppen Seitenwand und Untergestell erfolgt in diesen Ausführungsbeispiel an der Innenseite des
Schienenfahrzeugs abwechselnd mit den Schweißnähten 7 und 7 ' . Die Schweißnaht 7 ' bewirkt eine besonders vorteilhafte
Krafteinleitung zwischen einer Seitenwandsäule 3 und einem Querträger 4.
Fig.4 zeigt ein Ausführungsbeispiel 1 eines Langträgers für Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Untergestell - Seitenwand. Es ist eine Schrägansicht von innen und oben auf die Verbindungsstelle zwischen einer Seitenwand (dargestellt sind Seitenwandsäule 3, erster Teilträger 1 und Beplankung 5) und einem Untergestell (dargestellt sind Querträger 4 und ein zweiter Teilträger 2) dargestellt. Der erste Teilträger 1 ist mit dem zweiten Teilträger 2 mittels der inneren Schweißnähte 7 verbunden. An den Durchdringungsstellen der Querträger 4 durch den zweiten Teilträger 2 ist der Querträger 4 mit der Seitenwandsäule 3 und dem ersten Teilträger 1 mittels der Schweißnaht 7' verbunden, wodurch sich eine außerordentlich hohe Steifigkeit dieser Konstruktion ergibt. Die Schweißnaht 7 'verbindet den Obergurt des Querträgers 12 mit dem Obergurt der Seitenwandsäule 13. Fig.5 zeigt ein Ausführungsbeispiel 2 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Untergestell -
Seitenwand. Es ist eine Schrägansicht von unten auf die in Fig.4 gezeigte Verbindungsstelle dargestellt. Fig.6 zeigt ein Ausführungsbeispiel 3 eines Langträgers für
Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Seitenwand - Dach. Es ist ein Schnitt quer zur Längsrichtung eines
Schienenfahrzeugs dargestellt. Eine Seitenwand (dargestellt sind Seitenwandsäule 3, Beplankung 5 und ein oberes
Abschlussblech 11) ist mit einem Dach (dargestellt ist ein Dachlangträger 10) verbunden. Eine äußere Schweißnaht 6 verbindet die Seitenwand mit dem Dach, wobei eine
Verschweißung des oberen Abschlussblechs 11 mit dem
Dachlangträger 10 erfolgt. Eine innere Schweißnaht 7
verbindet den Dachlangträger 10 mit der Seitenwand an der Innenseite des Schienenfahrzeugs. Die Schweißnähte 6 und 7 sind geradlinig und ununterbrochen, sodass eine automatische Schweißung besonders leicht erfolgen kann. Fig.7 zeigt ein Ausführungsbeispiel 4 eines Langträgers für Schienenfahrzeuge an der Verbindungsstelle Seitenwand - Dach. Es ist eine Schrägansicht auf die in Fig.6 gezeigte
Verbindungsstelle dargestellt.
Liste der Bezeichnungen
A Erste Baugruppe
B Zweite Baugruppe
1 Erster Teilträger
2 Zweiter Teilträger
3 Seitenwandsäule
4 Querträger
5 Beplankung
6 Äußere Schweißnaht
7 Innere Schweißnaht
7 ' Innere Schweißnaht bei Querträger
8 Schweißfläche am ersten Teilträger
9 Schweißfläche am zweiten Teilträger
10 Dachlangträger
11 Oberes Abschlussblech
12 Obergurt des Querträgers
13 Obergurt der Seitenwandsäule
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