Kölbig, Stefan (Reichenbergstrasse 28 Ludwigsburg, D-71638, DE)
Fischer, Bernd (Mairichweg 8 Aspach, D-71546, DE)
Kölbig, Stefan (Reichenbergstrasse 28 Ludwigsburg, D-71638, DE)
| 1. | Bodenbelag, der als polymeres Bindemittel mindestens ein Elastomer auf Basis mindestens eines Polyolefin mit einer Dichte < 0,910 g/cm3 und mindestens eines Pfropfcopolymers umfaßt. |
| 2. | Bodenbelag nach Anspruch 1, wobei das Polyolefin eine Dichte von 0,85 0,892 g/cm3 aufweist. |
| 3. | Bodenbelag nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Polyolefin aus der Klasse der PEVLDPolymere ausgewählt ist. |
| 4. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Polyolefin ein Gemisch von mindestens zwei Ethylencopolymerisaten ist, wobei das Ethylencopolymerisatgemisch als Hauptpolymer ein Copolymerisat (a) mit einer Dichte von 0,890,91 g/cm3 und zur Steuerung der Rheologie und Elastizität ein Copolymerisat (b) mit einer Dichte von 0,860,88 g/cm3 und einem MFI > 3 umfaßt. |
| 5. | Bodenbelag nach Anspruch 4, wobei die Copolymerisate (a) und (b) im Gewichtsverhältnis von 4 : 1 bis 3 : 2 vorliegen. |
| 6. | Bodenbelag nach Anspruch 4 und 5, wobei die Copolymerisate (a) und (b) Copolymerisate von Ethylen mit Octen sind. |
| 7. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Pfropfcopoly mer ein Pfropfcopolymer auf Basis eines HDPolyethylens ist. |
| 8. | Bodenbelag nach Anspruch 7, wobei das Pfropfcopolymer ein Maleinsäu reanhydridgepfropftes HDPolyethylen ist. |
| 9. | Bodenbelag nach Anspruch 8, wobei der Pfropfgrad 1 bis 5 % beträgt. |
| 10. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Anteil des Pfropfcopolymers, bezogen auf das Gesamtgewicht des polymeren Binde mittels, 5 bis 25 Gew.% beträgt. |
| 11. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Elastomer mit mindestens einem Vernetzungsmittel auf Basis von organischen Peroxiden und gegebenfalls einem oder mehreren CoVernetzern vernetzt ist. |
| 12. | Bodenbelag nach Anspruch 11, wobei als CoVernetzer Isocyanursäurede rivate und/oder von Polyolen abgeleitete Acrylatbzw. Methacrylatderi vate verwendet werden. |
| 13. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 12, der weiter Füllstoffe und/oder Pigmente sowie gegebenenfalls Verarbeitungshilfsmittel, Antioxi dantien, Antistatika, UVStabilisatoren und Gleitmittel enthält. |
| 14. | Bodenbelag nach Anspruch 13, wobei als Füllstoff im wesentlichen ein Gemisch plättchenförmiger und kristalliner Mineralverwachsungen verwen det wird. |
| 15. | Bodenbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 14, der farblich variabel dessiniert ist und eine homogene Ausführung aufweist. |
| 16. | Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelags nach einem der Ansprüche 1 bis 15, umfassend das Bereitstellen eines Trägers in Bahnenform und das Aufbringen des in den Ansprüchen 1 bis 14 definierten Elastomers auf eine Seite des Trägers. |
| 17. | Verfahren zur Hestellung eines Bodenbelags nach einem der Ansprüche 1 bis 15, umfassend die Schritte : Benetzen von Partikeln mit einer Lösung, die mindestens ein aroma tenfreies organisches Peroxid und gegebenenfalls ein oder mehrere CoVernetzer und gegebenenfalls Prozeßöl enthält, wobei die Parti kel die vorstehend definierten Polymere, welche das polymere Bindemittel des erfindundungsgemäßen Bodenbelags bilden, un vernetzt oder teilvernetzt in Form eines Mahlguts oder Granulats enthalten, Erwärmen der Partiel auf eine Temperatur, bei welcher das Peroxid eine ausreichend lange Stabilität aufweist, wobei die Partiel an schließend unter Vorverdichten einer Formgebung zu einem flächi gen Produkt unterzogen werden, und Verpressen des so erhaltenen, flächigen Produkts in einer geeigne ten Vorrichtung bei einer Temperatur, bei welcher die Halbwertszeit des Peroxids derart verringert ist, daß gieichzeitig eine durch das Peroxid initiierte Vernetzung erfolgt, zum Erhalt eines flächigen Endprodukts. |
| 18. | Verfahren nach Anspruch 17, wobei das Benetzen der Partiel derart durchgeführt wird, daß die Partiel in einem ersten Schritt mit einem oder mehreren CoVernetzern und ggf. Prozeßöl benetzt und vermischt werden und anschließend in einem zweiten Schritt mit mindestens einem aroma tenfreien organischen Peroxid und ggf. Prozeßöl benetzt und vermischt werden. |
Beschreibung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bodenbelag mit ausgezeichneter Ver- schleißfestigkeit, der im wesentlichen keine geruchsbelästigenden und/oder gesundheitsbeeinträchtigenden Emissionen verursacht, und darüberhinaus keine durch Alterung veränderbare Farbgebung über einen längeren Zeitraum zeigt, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Elastomerbeläge auf Kautschuk-Basis gehören aufgrund ihrer Strapazierfähigkeit und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu den Hochleistungsbodenbelägen. Die Vulkanisations-und Prozeßadditive bzw.-mittel neigen jedoch in unveränderter oder chemisch veränderter Form zum Emittieren aus dem Bodenbelag.
Üb ! icherweise werden vulkanisierbare Kautschuke der verschiedensten Typen als polymeres Bindemittel für Bodenbetäge verwendet. Diese Kautschuke sind hauptsächlich SBR-, NR-, IR-, IIR-und NBR-Kautschuke, deren Vernetzung durch Vernetzungsmittel wie Schwefel, in Verbindung mit Vulkanisationsadditiven erzeugt wird. Derartige Vulkanisationsadditive können Vulkanisationsbeschleuni- ger wie Mercaptoverbindungen, Sulfenamide, Thiuram, Guanidin, Dithiocarbama- te und Amine, Vulkanisationsverzögerer wie Phthalsäureanhydrid und N-Cyclo- hexylthiophthalimid, Alterungsschutzmittel wie 2-Mercaptobenzimidazol, Mastifi- ziermittel wie 2,2'-Dibenzamido-diphenyl-disulfid, Weichmacher oder Prozeßöle, verstärkende Harze wie Phenol-Formaldehydharz und Vulkanisationsaktivatoren z. T. wie Zinkoxid sein. Diese Vernetzungs-und Zusatzstoffe werden beim Vulkanisierungsprozeß nicht vollständig umgesetzt. Somit verbleiben diese Zusatzstoffe bzw. deren beim Vulkanisierungsprozeß erzeugte Nebenprodukte teilweise im System bzw. emittieren aus diesem Kautschuk-System. Dieser Emittiervorgang kann über einen längeren Zeitraum andauern. Bei Bodenbelägen geschieht dies hauptsächlich dann, wenn sie aus ihrer Verpackung genommen werden und auf dem Boden mittels Klebstoff auf einem geeigneten Untergrund
fixiert werden. Die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Belüftung des Raums beeinflußen ferner den Fortgang des Emittiervorgangs.
Im aligemeinen verursachen diese aus dem Kautschuk-System emittierenden Vulkanisationsadditive oder deren beim Vulkanisierungsprozeß erzeugten Neben- produkte einen unangenehmen Geruch und sind in bestimmten Konzentrationen gesundheitsbeeinträchtigend. Ebenso hat es sich gezeigt, daß emittierende Substanzen aus Kautschukbelägen unter Umständen weiße Wände (Putze, Wandfarbe etc.) zum Vergilben bringen können. Ferner unterliegen diese Elasto- mer-Bodenbeläge auf Kautschukbasis einer Alterung, die sich auf den Farbton eines dessinierten Bodenbelags durch beispielsweise Vergilbung nachteilig bemerkbar macht.
Somit liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen verschleiß- festen, emissionsarmen, alterungsbeständigen und farblich variabel dessinierten Bodenbelag mit ansprechender Optik bereitzustellen, der elastomere, kautschuk- artige Eigenschaften ohne Vorhandensein von mit Schwefel bzw. Schwefel- verbindungen vulkanisiertem Kautschuk aufweist.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Ausfüh- rungsformen gelöst. Insbesondere wird ein Bodenbelag bereitgestellt, der als polymeres Bindemittel mindestens ein Elastomer auf Basis mindestens eines Polyolefins mit einer Dichte < 0,910 g/cm3 und mindestens eines Pfropfco- polymer umfaßt. Vorzugsweise wird ein Polyolefin mit einer Dichte im Bereich von 0,85-0,91 g/cm3, besonders bevorzugt 0,85-0,892 g/cm3, verwendet. Das Polyolefin kann vorzugsweise aus der Klasse der PE-VLD-Polymere ausgewähit sein.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Polyolefin ein Gemisch von mindestens zwei Ethylencopolymerisaten, wobei das Ethylencopolymerisat als Hauptpolymer ein Copolymerisat (a) mit einer Dichte von 0,89-0,91 g/cm3 und zur Steuerung der Rheologie und Elastizität ein Copolymerisat (b) mit einer Dichte von 0,86-0,88 g/cm3 und einem MFI > 3 (bei 190°C ; 2,16 kg) umfaßt.
Beispielsweise sind die Copolymerisate (a) und (b) Copolymerisate von Ethylen mit Octen. Die Copolymerisate (a) und (b) können beispielsweise im Gewichts- verhältnis von 4 : 1 bis 3 : 2 vorliegen.
Zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit enthält das polymere Bindemittel als weitere Komponente mindestens ein Pfropfcopolymer, vorzugsweise auf Basis eines HD-Polyethylens. Insbesondere kann das Pfropfcopolymer ein Maleinsäure- anhydrid-gepfropftes HD-Polyethylen sein, wobei der Pfropfgrad vorzugsweise 1 bis 5 % beträgt. Der Anteil des Pfropfcopolymers beträgt beispielsweise 5 bis 25 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des polymeren Bindemittels.
Dementsprechend liegt der Anteil des mindestens einen Polyolefins, welches neben dem Pfropfcopolymer das polymere Bindemittel des erfindungsgemäßen Bodenbelags konstituiert, zwischen 75 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Ge- samtgewicht des polymeren Bindemittels.
Die zum Aufbau des erfindungsgemäßen Bodenbelags verwendeten Polymere, d. h. das mindestens eine Polyolefin in Kombination mit dem mindestens einen Pfropfcopolymer, wird mit mindestens einem geeigneten Vernetzungsmittel auf Basis von organischen Peroxiden, insbesondere aromatenfreie organische Per- oxide, und gegebenenfalls einem oder mehreren Co-Vernetzern vernetzt. Ein Beispiel eines geeigneten, aromatenfreien organischen Peroxids ist das im Handel erhältliche DHBP (2,5 Dimethyl-2,5-di (tert. butylperoxy) hexan). Als Co-Vernetzer können beispielsweise Isocyanursäurederivate und/oder von Polyolen abgeleitete Acrylat-bzw. Methacrylatderivate verwendet werden. Besonders bevorzugt wird als Vernetzungsmittel ein Gemisch aus einem Gewichtsteil aromatenfreiem organischem Peroxid, zwei Gewichtsteilen Trimethylolpropantrimethacrylat (TRIM) und einem Gewichtsteil Triallylisocyanurat (TAIC) eingesetzt. TRIM beeinflußt dabei die Härte und das Eindruckverhalten des den erfindungsgemä- ßen Bodenbelag konstituierenden Elastomers, wohingegen TAIC sich günstig auf die Vernetzungsgeschwindigkeit auswirkt.
Geeignete Polyolefine, welche zum Aufbau des erfindungsgemäßen Bodenbelag verwendet werden können, sind beispielsweise die folgenden, im Handel erhältli-
chen Polymere : DOW DSH 1500, DOW DSH 8501, Exxon Exact 4041 und Exxon Exact 4033. Bevorzugte Komponenten für das vorgenannte Ethylen- Copolymerisat sind beispielsweise DOW DSH 1505 als Copolymerisat (a) sowie DOW EG 8200 als zusätzliches Copoymerisat (b), welches zur Steuerung der Rheologie und Elastizität eingesetzt werden kann. Ein geeignetes Pfropfco- polymer, welches zum Aufbau des erfindungsgemäßen Bodenbelag verwendet werden kann, ist beispielsweise das im Handel erhältliche Polymer DOW XU 60769.07.
Ferner kann der erfindungsgemäße Bodenbelag Füllstoffe oder ein Gemisch davon, insbesondere ein Gemisch aus plättchenförmigen und kristallinen Minera- verwachsungen, enthalten, welche als"Verstärkerfüllstoffe"einen wesentlichen Beitrag zu den Eigenschaften, insbesondere den mechanischen Eigenschaften, des erfindungsgemäßen Bodenbelags beitragen. Vorzugsweise beträgt die eingesetzte Füllstoffmenge, bezogen auf das Gesamtgewicht der den erfindungs- gemäßen Bodenbelag bildenden Zusammensetzung bzw. Formulierung, 35 bis 60 Gew.-%, wobei ein Mindestanteil piättchenförmiger Füllstoffpartikel zur Er- langung höherer Füllstoffmengen notwendig ist. Beispiele für derartige Füllstoffe sind : -Sillitin, erhältlich von Hofmann Mineral, -Doltitan 2, erhältlich von PETROCHEM K. Zafranas S. A., -Inducarb 2, erhältlich von Omya, oder -Kronos 2200, erhältlich von Kronos Titan.
Weitere Füllstoffe, die der erfindungsgemäße Bodenbelag beispielsweise enthal- ten kann, sind wie folgt : Füllstoffe Typ (z. B.) Lieferant Quarzmehl Sirkon SF 300 Quarzwerke GmbH Kaolin Nucap EDL 200 Lehmann&Voss&Co Talkum Alpha Talc CT 6/46 Alpha-Calcit Füllstoffe GmbH KG
Holzmehl Holzmehimühle We-Holzmehitype 1 20 sterkamp & Co Dolomit KL 30 Naintsch Mineralwerke Graz Aluminiumtrihy-Martinal ON 313 Martinswerk GmbH droxyd gefällte Kieselsäure P 820 Degussa AG Schwerspat Schwerspat TS Sachtleben GmbH Kreide Omyacarb 6 Omya Ferner können je nach Farbstellung beispielsweise folgende anorganische Pig- mente im erfindungsgemäßen Bodenbelag enthalten sein : Pigmente Lieferant Kronos 2200 Kronos Titan Bayferrox 140 Bayer AG Bayferrox 930 Bayer AG Hostaprint A2 R 31 Cariant Gegebenenfalls können auch übliche Verarbeitungshilfsmittel im erfindungs- gemäßen Bodenbelag enthalten sein. Ein Beispiel solcher Verarbeitungshilfsmittel ist wie folgt : Gleitmittel Typ (z. B.) Lieferant Ca-Stearat Ceasit 1 B ä r l o c h e r GmbH Esterwachs OP-Wachs Clariant Darüberhinaus können auch Antioxidantien, UV-Stabilisatoren und dergleichen enthalten sein : Stabilisatoren Typ (z. B.) Lieferant Antioxidans Irganox 1010 Ciba Geigy AG UV-Stabilisator C h i m a s s o r b Ciba Geigy 944 Fl AG
Aufgrund des erfindungsgemäß verwendeten Elastomers als polymeres Binde- mittel zeigt der Bodenbelag der vorliegenden Erfindung im wesentlichen keine geruchsbelästigenden und/oder gesundheitsbeeinträchtigenden Emissionen im Vergleich zu bekannten Bodenbelägen mit Kautschuken (SBR) als Elastomere.
Darüberhinaus weist der erfindungsgemäße Bodenbelag eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit im Vergleich mit bekannten Bodenbelägen auf Kautschukbasis auf. Durch die nachfolgende Vernetzung der das mindestens eine Elastomer konstituierenden Polymere als polymeres Bindemittel im erfindungsgemäßen Bodenbelag kann überraschenderweise die Füllstoffmenge im Bodenbelag auf bis zu 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der den erfindungsgemäßen Bodenbelag bildenden Zusammensetzung bzw. Formulierung, unter Beibehalten eines ausgezeichneten Verschleißverhaltens erhöht werden.
Überraschenderweise iäßt sich ferner die Oberflächenenergie des so hergestell- ten Bodenbelages hervorragend mit einer Koronabehandlung erhöhen, so daß ein Primer sehr gute Haftung aufweist und damit eine bessere Verklebbarkeit als bei Kautschukbodenbelägen resultiert. Überraschenderweise kann auch eine geringe- re Änderung des Farbtons (Vergilbung) während der Gebrauchsdauer beim erfindungsgemäßen Bodenbelag festgestellt werden. Somit kann mit dem erfin- dungsgemäßen Bodenbelag eine ausreichend flexible Dessinier-bzw. Farb- gestaltungsmöglichkeit, eine ausreichende Alterungsbeständigkeit und geringe Emissionsbelastung bei gleichzeitiger Beibehaltung der gewünschten elastomeren Eigenschaften erzielt werden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Her- stellung des erfindungsgemäßen Bodenbelags, welches das Bereitstellen eines
Trägers in Bahnenform und das Aufbringen des vorstehend definierten Elasto- mers auf eine Seite des Trägers umfaßt.
Als Träger kann jegliches bisher in Bodenbelägen verwendetes Material auf Basis natürlicher und/oder synthetischer Gewebe oder Gewirke, textiler Werkstoffe sowie auf Basis von Vlies bzw. Vliesstoffen verwendet werden. Beispielsweise können Jutegewebe, Mischgewebe aus natürlichen Fasern wie Baumwolle und Zellwolle, Glasfasergewebe, mit Haftvermittler beschichtetes Glasfasergewebe, Mischgewebe aus Synthesefasern, Gewebe aus Kern/Mantelfasern mit z. B. einem Kern aus Polyester und einer Ummantelung aus Polyamid, eingesetzt werden.
Ferner wird ein neues Verfahren zur Herstellung eines emissionsarmen, ins- besondere homogenen Bodenbelags bereitgestellt, welches im wesentlichen die folgenden Schritte umfaßt : -Benetzen von Partikeln mit einer Lösung, die mindestens ein aromaten- freies organisches Peroxid und gegebenenfalls ein oder mehrere Co-Ver- netzer und gegebenenfalls Prozeßöl enthält, wobei die Partiel die vor- stehend definierten Polymere, welche das polymere Bindemittel des erfindundungsgemäßen Bodenbelags bilden, unvernetzt oder teilvernetzt in Form eines Mahlguts oder Granulats enthalten, -Erwärmen der Partiel auf eine Temperatur, bei welcher das Peroxid eine ausreichend lange Stabilität aufweist, wobei die Partikel anschließend unter Vorverdichten einer Formgebung zu einem flächigen Produkt unter- zogen werden, und -Verpressen des so erhaltenen, flächigen Produkts in einer geeigneten Vorrichtung bei einer Temperatur, bei welcher die Halbwertszeit des Peroxids derart verringert ist, daß gleichzeitig eine durch das Peroxid initiierte Vernetzung erfolgt, zum Erhalt eines flächigen Endprodukts.
Insbesondere kann das erfindungsgemäße Verfahren in einer bevorzugten Aus- führungsform die folgenden Schritte (a) bis (d) umfassen, worin in Schritt (a)
zunächst eine vernetzungsfähige Masse, enthaltend das vorstehend definierte polymere Material, Füllstoffe und zur Vorvernetzung mindestens ein Peroxid sowie gegebenenfalls prozeßfördernde Additive, in einer geeigneten Vorrichtung, wie beispielsweise ein Extruder, zur Herstellung eines Mahlguts oder eines Granulats compoundiert wird. Beispielsweise kann zur Extrudercompoundierung ein gleichsinnig drehender Zweischneckenextruder ZE 40x39,5 D verwendet werden. Der Einzugsbereich wird dabei auf beispielsweise 140-175°C aufge- heizt, die weiteren Zonen bis zur Düse auf 195°C. Die Schneckendrehzahl liegt dabei üblicherweise zwischen 60 und 80 U/min. Der austretende Strang wird im Wasserbad abgekühtt und im Stranggranulator granuliert. Das derartig erhaltene Granulat kann zur Erzielung bestimmter Strukturen vor der Benetzung mit Peroxid nachgemahlen werden.
Anschließend wird in Schritt (b) das derart erhaltene Mahlgut bzw. Granulat (nachfolgend auch als"Partikel"bezeichnet) mit einer Lösung, die mindestens ein aromatenfreies organisches Peroxid sowie optional Co-Vernetzer und gegebe- nenfalls Prozeßöl enthält, benetzt, wodurch eine Migration des Peroxids und der Co-Vernetzer in das Mahlgut-bzw. Granulat-Partikel ermöglicht wird. Das Granu- latgemisch, dessen Partiel sich im Vorvernetzungsgrad unterscheiden können, wird dabei in einem Granulattrockner auf eine Temperatur von etwa 50°C erwärmt. Das warme Granulat wird anschließend in einen langsam laufenden Horizontalmischer eingebracht und mit einem Flüssiggemisch aus Co-Vernetzern und ggf. Prozeßö ! benetzt und etwa 30 Minuten vermischt. Anschließend wird mit Peroxid und ggf. Prozeßöl benetzt und noch etwa 10 Minuten vermischt. Nach einer Gesamtmischzeit von etwa 40 min. ist die Flüssigmischung in die Granulatpartikel eindiffundiert. Das Granulat kann anschließend bis zur Weiter- verarbeitung mind. 48 h, vorzugsweise in einem wärmeisolierten Behälter, zur langsameren Abkühlung zwischengelagert werden.
In Schritt (c) werden die Partiel auf etwa 50°C erwärmt, wobei die Partiel unter Vorverdichten einer Formgebung, beispielsweise in einem Spalt eines Zweiwalzwerks, unterzogen werden. Die Walzen weisen dabei üblicherweise eine Oberflächentemperatur von 130-170°C auf. Die Walzenoberfläche kann
glatt oder geriffelt/rautiert sein. Für die geriffelte Walze gilt die niedrigere Ober- flächentemperatur. Die im Walzenspalt erzeugte Struktur des erhaltenen Flächen- gebildes ist dabei vom Durchmesser und Oberflächenbeschaffenheit der Walzen abhängig. Bei glatten Walzen ergibt sich eine vom Vorvernetzungsgrad abhängi- ge, gerichtete Struktur. Die Masse im Wulst sollte jedoch nicht heißer als die Scorch-Temperatur des in Schritt (b) eingesetzten Peroxids sein. Bei diesem Schritt wird üblicherweise ein zusammenhängendes Fell ohne Löcher mit engen Flächengewichtstoleranzen über die Breite erzeugt. Die Oberfläche des Walzfelles muß jedoch nicht üblicherweise glatt sein. Eine rauhe Oberfläche begünstigt sogar die Enttüftung im nachfolgenden Verarbeitungsschritt.
Im anschließenden Schritt (d) wird das derart vorgewärmte Material auf einer Vorrichtung, wie einer Doppelbandpresse, Etagenpresse, Doppelbandauma oder Stahlbandauma, unter einem geeigneten Preßdruck von beispielsweise 1,2-5 bar/cm2 und bei einer Temperatur, beispielsweise 180-200°C, bei welcher die Halbswertszeit des Peroxids derart verringert ist, daß gleichzeitig eine durch das Peroxid initiierte Vernetzung des Materials erfolgt, geglättet und vernetzt. Auf- grund der hohen Wärmekapazität der gefüllten, polymeren Bindemittelmassen werden die entsprechenden Bahnen vor dem Einbringen in die vorgenannten Vorrichtungen üblicherweise auf eine Temperatur von etwa 160°C vorgewärmt. Die Geschwindigkeit der vorgenannten Aumen bzw. Pressen ergibt sich aus der Halbwertszeit des eingesetzten Peroxids bei der entsprechend gewähiten Tempe- ratur im Bahnenquerschnitt beim Maschinendurchgang.
In einer anderen Ausführungsform kann die Zugabe des/der Co-Vernetzer (s) bereits in Schritt (a) erfolgen, ohne daß ein weitere Zugabe des/der Co-Vernet- zer (s) in Schritt (b), wie vorstehend ausgeführt, erforderlich ist, wodurch eine verkürzte Mischzeit erreicht werden kann.
In einer weiteren Ausführungsform kann ein Überschuß an Co-Vernetzer, ins- besondere Trimethylolpropantrimethacrylat (TRIM), eingesetzt werden. Das molare Verhältnis zwischen Peroxid und Co-Vernetzer beträgt dabei mindestens 1 : 4. Der nicht reagierende Überschuß TRIM wirkt als Verarbeitungshilfsmittel
und reduziert die Viskosität der Polymerschmeize vor der Peroxidzugabe im Extruder. Bei dem nachfolgenden Verarbeitungsschritt im Zuge der Herstellung des erfindungsgemäßen Bodenbelags, d. h. dem Benetzen des nachgemahlenen Extrudergranulates mit flüssigem Peroxid und der sich daran anschließenden Vernetzung des flächigen Produktes, reagiert das in den Partikeln enthaltene TRIM mit dem eindiffundierenden Peroxid. Dadurch kann auf das zusätzliche Benetzen des Mahigutes mit Co-Vernetzern verzichtet werden. Bei der Vor- vernetzung im Compoundierextruder erweist sich beispielsweise folgende Rei- henfolge der Rohstoffzugabe als geeignet. In die erste Dosieröffnung des Ex- truders wird neben dem Polymergemisch ein Masterbatch aus Additiven wie Gleitmitteln, Antioxidantien und Antistatika gegeben. Auch hier ist die Zugabe eines Co-Vernetzer-Masterbatches, wie z. B. Perkalink 301-50 (eine 50% ige Zubereitung von Triallylisocyanurat) möglich. Nach der Plastifizierzone im Ex- truder wird der flüssige Co-Vernetzer, wie z. B. TRIM, und ggf. Mineralöl über eine Einspritzdüse zudosiert. In diese Polymerschmeize mit reduzierter Viskosität in Folge der eindosierten Flüssigkeiten wird beispielsweise über eine Seitenfütter- einrichtung der Füllstoff zugegeben. Dem Füllstoff wird dabei vor der Einspei- sung in die Polymerschmelze vorzugsweise noch das Vorvernetzungsperoxid als pulverförmiger Masterbatch zugemischt. Damit wird eine gleichmäßige Verteilung der reaktiven Komponenten gewährleistet. Zwischen der Seitenfütterung und der Vakuumentgasungseinheit am Extruder kann beispielsweise ein ausreichend langer Abschnitt für Vermischung und Reaktion derart angeordnet werden, daß durch ein speziell angepaßtes Temperaturprofil und spezifische Auslegung des Schneckenprofils eine gleichmäßige Verteilung begünstigt wird.
In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens können die benetzten Partiel anstatt der in Schritt (c) ausgeführten Formgebung im Walzenspalt zur Herstellung eines richtungsfrei dessinierten Bodenbelags auf einen Mitläufer aufgestreut und mit einem geprägten Trennpapier bedeckt werden. Die Granulatschüttung wird dabei in der Presse unter Vernetzen verdich- tet und bei einer entsprechenden Verweilzeit verpresst. Anschließend kann der unterseitige Mitläufer und das oberseitige Trennpapier abgezogen werden.
In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zu der in Schritt (a) verwendeten, unvernetzten Masse teilvernetzte Partiel auf Basis des vorstehend definierten, Polyolefin und Propfcopolymer umfassenden polymeren Materials zugegeben, wodurch nach dem Verpressen in Schritt (d) eine Relief- struktur des flächigen Produkts erhalten wird. Die teilvernetzten Partikel können einen unterschiedlichen Vernetzungsgrad aufweisen. Die Teilvernetzung der Partiel kann bei der Extrudercompoundierung vor der Granulierung im Fall des Granulats erfolgen. Die teilvernetzten Partikel werden bei der Verpressung nur reversibel verformt und durch die Rückstehkräfte nach Druckentlastung ergibt sich eine Hoch/Tief-Struktur. Der Vernetzungsgrad der teilvernetzten Partikel kann über die Menge des Peroxids und der gegebenenfalls verwendeten Co- Vernetzer eingestellt werden.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in Schritt (a) eine vernetzungsfähige Masse auf Basis der vorstehend definierten polymeren Materialien mit mindestens einem Vernetzer und gegebenenfalls einem vorstehend definierten Additiv compoundiert, wobei durch Kontrolle der Verweilzeit im Extruder und entsprechender Schneckengeometrie und Baulänge des Extruders ein teilvernetztes Granulat erhalten werden kann. Gemäß dieser Ausführungsform sind Musterungen analog zur PVC-Technik möglich. Dies bedeutet, daß beispielsweise eine gerichtete Struktur erhalten werden kann.
Insbesondere können mit dieser Ausführungsform die mechanischen Eigen- schaften von Elastomerbelägen mit den optischen/strukturellen Eigenschaften von PVC-Belägen kombiniert werden.
Durch die Verwendung einer unvernetzten oder teilvernetzten Masse, d. h. eine vernetzungsfähige Masse ohne Peroxid oder mit einer sehr geringen Menge an Peroxid, kann der Prozeßablauf über die Migration des in der Lösung zur Umman- telung der Mahigut-bzw. Granulat-Partikel verwendeten Peroxids kontrolliert werden. Ferner ist es aufgrund des mehrstufigen Herstellungsverfahrens mög- lich, die in der Weich-PVC-Industrie üblichen Anlagen bzw. Vorrichtungen zu verwenden.
In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Masse in Schritt (a) zusätzlich mit einem chemischen Treibmittel wie beispiels- weise Sulfohydrazide oder Azodicarbonamide oder Kombinationen davon, z. B.
Luvopor 1417 (Fa. Lehmann & Voss & Co.) oder Tracel DB 145 (Fa. Tramaco GmbH), compoundiert werden. Nach der Vernetzung unter Druck in Schritt (d) wird durch Druckentlastung bei weiter gesteigerter Temperatur ein Aufschäumen des Materials erreicht. Diese Ausführungsform ist insbesondere für Bodenbeläge mit geschäumten Rücken verwendbar.
Zur Herstellung eines Schaumgranulat für Belge mit Integralstruktur werden in einem Extruder ein Gemisch aus den vorgenannten Polymeren, Additiven wie Gleitmittel, Antioxidantien und Antistatika, Füllstoffen, Peroxid, Co-Vernetzern wie Methacrylate oder TAIC und einem chemischen Treibmittel wie Azodicarbo- namid compoundiert. Durch entsprechende Auslegung des Extruders und ange- paßte Betriebsbedingungen wird das Gemisch im Extruder teilvernetzt und aufgeschäumt und dann als Schaum durch die Extruderdüse ausgetragen. Wie beim kompakten Material wird der Strang im Wasserbad abgekühtt und granu- liert. Das so erhaltene Granulat wird nachgemahlen und getrocknet und an- schließend mit einem Gemisch aus flüssigem Peroxid, Co-Vernetzern und Mi- neralöl benetzt. Das Mahlgut wird auf ein Releasepapier gestreut, mit einem Trennpapier abgedeckt und einer beheizten Presse o. a. zugeführt. Dabei wird die Temperatur und der Druck derart eingestellt, daß die Partikelschüttung an den Heizflächen plastisch wird und zu einer geschlossenen Fläche verschmilzt. Gleichzeitig wird durch die Temperatur der Zerfall des Peroxids initiiert, wodurch die äußeren Schichten gleichzeitig vernetzen. Der geringe Preßdruck und die einsetzende Vernetzungsreaktion verhindern ein Zusammendrücken des ge- schäumten Materials im Kern der so erhaltenen Platte. Dies wird auch durch eine entsprechend hohe Vorvernetzung des geschäumten Materials unterstützt. Damit ist es möglich, einen Elastomerbelag mit verschleißfester Nutzschicht und gleichzeitig reduzierter Dichte und verbesserten Trittschalleigenschaften bereit- zustellen.
In den vorgenannten Vorrichtungen kann gleichzeitig auch eine Prägung erfolgen,
vorzugsweise unter Verwendung eines entsprechenden Trennpapiers. Die vor dem eigentlichen Vernetzen noch vorhandene Thermoplastizität der Masse reicht dabei aus, um das Walzfell vor dem Einsetzen der Vernetzungsreaktion zu glätten oder um die Prägung auszubilden.
In einem Nachbearbeitungsschritt kann je nach der Qualität des in Schritt (c) erhaltenen Walzfelles ein Kalibrierschliff der Belagsrückseite erforderlich sein.
Ferner kann anschließend die Struktur bzw. Musterung des vernetzten Materials nach Öffnen der Oberfläche durch Schleifen und/oder Spalten freigelegt werden.
Zur Verbesserung der Verklebbarkeit kann eine Coronabehandlung mit einem Primerauftrag durchgeführt werden.
Auf Grundlage der vorliegenden Erfindung lassen sich auch spezielle heterogene Bodenbelagsaufbauten bereitstellen. Durch einen entsprechend abgestimmten Vernetzungsgrad der einzelnen Schichten kann dabei das Liegeverhalten günstig beeinflußt werden. Zur Absicherung dieser Wirkung wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein geeignetes Meßverfahren entwickelt. Dabei werden Proben des entsprechenden Aufbaus in den Abmessungen 250x250 mm und der entsprechenden Dicke hergestellt. Parallel zu den Probenkanten werden im Winkel von 90° auf die Oberfläche Aufnehmer für ein inkrementales Längenmeß- system aufgeklebt. Die Probe wird auf einer talkumierten Glasplatte im Norm- klima 23/50 konditioniert. Anschließend wird die Probe in einem Klimaschrank wechselnden Temperaturen (10 bis 60°C) und Feuchtebedingungen (35 bis 90% rel. F.) ausgesetzt, wobei das Ausdehnungsverhalten aufgezeichnet wird. Mit dieser Meßmethode kann schon im Entwicklungsstadium eine Aussage über das Liegeverhalten eines so hergestellten Bodenbelages gemacht werden. Dadurch wird eine Optimierung der Belagsrezeptur und des darauf abgestimmten Verfah- rens erzielt.
Folgende mehrschichtige Aufbauten wurden entwickelt und mit dem oben beschriebenen Meßverfahren getestet : Auf eine homogene, kalandrierte Unter- schicht wurde eine Mischung aus mehrfarbigen Partikeln zum Teil unterschiedli- cher Größe aufgestreut und verdichtet. Gegebenenfalls kann darüber auch noch
eine transparente Schicht als Pulverstreuung oder durch Folienkaschierung aufgebracht werden. Alternativ kann auch ein im Stand der Technik herkömmlicher mehrschichtiger Aufbau aus unterschiedlichen Folien, die unter Druck und Wärme zusammengefügt werden, verwendet werden. Durch die mehrschichtigen Aufbauten, deren Vernetzungsgrad durch das beschriebene Meßverfahren optimiert werden kann, ist auch die Herstellung dimensionsstabiler Fliesen auf Basis der zum Aufbau des erfindungsgemäßen Bodenbelags verwen- deten Polymere möglich.
Auch bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Bodenbelags als Homogenbe- lags durch Aufstreuen von Granulat oder Mahlgut auf ein Band mit Release-Eigenschaften sind Strukturvarianten möglich, indem die entsprechenden Partikelfraktionen, und zwar zunächst die Grundfarbe (n), und anschließend die farblich abgesetzten Partiel aufgestreut werden. Dies täßt sich zum einen dadurch erreichen, daß die Grundfarbe über ein Streuaggregat mit einer über die Breite gleichmäßig angeordneten Bürstwalze auf einen Träger gestreut wird.
Dadurch wird die Grundfarbe in einer über die Warenbahnbreite gleichmäßigen Gewichtsverteilung aufgebracht. Die farblich abweichenden Partiel werden anschließend ebenfalls aufgestreut, wobei der Streuer aber vorzugsweise derart ausgebildet ist, daß über die Warenbahnbreite unterschiedliche Partikelmengen aufgebracht werden. Anschließend wird die Partikelschüttung vorverdichtet und einer beheizten Presse o. a. zugeführt. Alternativ können die beiden Streuer für die Partikelschüttung derart ausgebildet sein, daß von der Grundfarbe bzw. den Grundfarben in den Bereichen, in welchen farblich abgesetzte Partiel aufge- streut werden, weniger aufgebracht wird. Durch Aufstreuen der farblich abge- setzten Partiel kann dann in der Summe wieder eine gleichmäßige Partiel- schüttung über die Breite erzielt werden. Insbesondere mit dieser zweiten Varian- te kann auch ohne Vorverdichtung eine verzugsfreie Struktur und eine gleich- mäßige Dicke über die Warenbahnbreite erzielt werden. Durch Ausstanzen von zwei bzw. vier gleich großen Fliesen über die Warenbahnbreite können beim Verlegen als Bodenbelag zusätzlich interessante Strukturen erreicht werden.
Die vorliegende Erfindung wird durch das nachstehende Beispiel näher erläutert.
Beispiel Aus den folgenden Bestandteilen wurde ein homogenes Gemisch hergestellt und granuliert : DOW DSH 1505 1875,0 g DOW EG 8200 750,0 g DOW XU 60769.07 375,0 g Sillitin Z 89 1500,0 g Omyacarb 6 BG 1125, 0 g Kronos 2200 375,0 g <BR> <BR> Glycerinmonostearat 48,0 g<BR> Hostastat FA 14,50% 12,0 g Wachs OP 36,0 g Perkadox 14-40 BPD 10,2 g Die vorstehende Rezeptur wurde in einem gleichsinnig drehenden Zweischnek- kenextruder vom Typ ZE 40 der Fa. Berstoff bei gleichzeitiger Vorvernetzung durch das zugesetzte Peroxid compoundiert. Die Zylindertemperatur des Ex- truders betrug an der Einzugszone 145°C sowie bei den Zonen 3-9 195°C. Die Drehzahl betrug 80 U/min.
Das derart erhaltene Granulat wurde nach Trocknung und Vorwärmung auf 50°C mit einer Mischung aus TAIC (Triallyisocyanurat) und TRIM (Trimethylolpropantri- methylacrylat) benetzt und für etwa 20 min. gemischt. Anschließend wurde eine Mischung aus Trigonox 101 und Dealen CP 31 N zugesetzt und für weitere 10 min. gemischt. Die Mengenverhältnisse waren dabei, bezogen auf 500 g Granu- lat, wie folgt : TAIC 1,0 g TRIM 3,0 g Trigonox 101 4,0 g Dealen CP 31 N 1,0 g Das benetzte Granulat wurde nach einer Zwischenlagerzeit von 48 h in einer statischen Presse bei 140°C zu einer Platte verpreßt und diese dann ebenfalls in einer Presse bei 185 ° C über 10 min. vernetzt. Von der 140 ° C Platte wurde eine Probe am Göttfert"Elastograph Vario"bei 185°C gemessen. Die eingestellte Meßzeit betrug 12 min., der Deformationswinkel betrug 0,4°. Die T90-Zeit für diese Mischung lag bei 2,9 min., Tvbei bei 0,7 min.
Am Probenkörper vom Elastographen wurde das Eindruckverhalten nach EN 433 bestimmt. Die Ausgangsdicke betrug 6,35 mm, der Eindruck nach 150 min. 0,27 mm, der Resteindruck nach 150 min. Entlastung 0,01 mm. Daraus ergibt sich ein Index von 4,3 und eine Rückstellung von 95,1 %.
Von der vernetzten Platte wurden S2-Stäbe ausgestanzt. Die Shore-A-Härte betrug 95, die Shore D-Härte 46. Der S2-Stab mit einer Dicke von 2,23 mm zeigte eine Bruchlast von 12,7 N/mm2 und eine Dehnung von 430 %.
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