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Patent Searching and Data


Title:
LOW-FLOOR ROAD VEHICLE FOR TRANSPORTING INDIVIDUALS AND/OR GOODS, METHOD FOR PRODUCING THE ROAD VEHICLE, AND USE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/135903
Kind Code:
A1
Abstract:
Transport and logistics are subject to a multiplicity of opposing requirements which cannot easily be implemented simultaneously. In particular, the following may be mentioned: flexibility in respect of use options, maximum comfort, great variability, a high degree of individuality, maximum safety, rapidity, efficiency in terms of costs and time. In order to be able to meet as many of these requirements as possible, a road vehicle (10) for transporting individuals and/or goods is now provided, comprising: at least four wheel modules (5); a chassis (1); an electric drive (6); a body (2) bounding a cab (3), wherein the cab defines a floor (4a) having at least one access door (18) and an accommodation area/storage area (4b). The road vehicle can optionally additionally also have at least one of the following features: a) a floor with a ground-level operating plane in only a low-floor height position below 20 cm; and/or b) a floor fully extending between opposite end sides of the road vehicle, in particular rectilinearly in the longitudinal direction; and/or c) a modular design of chassis and/or body consisting of a basic module and at least one add-on module.

Inventors:
AMAT KREFT ERNST-PETER (DE)
Application Number:
DE2019/101112
Publication Date:
July 02, 2020
Filing Date:
December 27, 2019
Export Citation:
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Assignee:
AMAT KREFT ERNST PETER (DE)
International Classes:
B62D39/00; B62D33/04; B62D47/00; B62D63/02
Domestic Patent References:
WO2012141591A12012-10-18
Foreign References:
US4469369A1984-09-04
US7017690B22006-03-28
DE19641255A11998-04-16
EP0536433B11996-07-03
EP0416539B11994-04-13
CA2274423A12000-11-30
Attorney, Agent or Firm:
TANNER, Lukas (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Straßenfahrzeug (10) für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen (5), insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern (5.1);

-einem Chassis (1) zum Abstützen der Radmodule (5);

-einem Elektroantrieb (6) mit wenigstens einem Antriebsmodul (6.1), das an wenigstens eines der Radmodule (5) und/oder an das Chassis (1) gekoppelt ist;

-einer eine Kabine (3) umgrenzenden Karosserie (2), wobei die Kabine (3) einen Flur (4a) und einen Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) definiert, wobei die Kabine (3) wenigstens eine Zugangstür ( 18) von der Umgebung (U) zum Innenraum (4) der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren;

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die wenigstens eine Zugangstür (18) an einer Stirnseite (yz) vome und/oder hinten an der Karosserie (2) angeordnet ist, wobei die Zugangstür (18) den Zugang zum Flur (4a) ermöglicht, wobei die Zugangstür (18) eine Schwelle (9) aufweist, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes (F) angeordnet ist und in die Karosserie (2) integriert ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei die Schwelle (9) an der Karosserie (2) den Zugang zu einer Faufebene (E4a) im Flur (4a) freigibt, insbesondere zu einer ebenerdigen Faufebene ohne Stufen oder Absätze oder Höhendifferenzen, insbesondere zu einer zumindest annähernd horizontal ausgerichteten Faufebene, welche sich bevorzugt vollständig zwischen den

gegenüberliegenden Stirnseiten (yz) in einer einzigen Horizontalebene erstreckt, wobei das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des Straßenfahrzeugs (10) angeordnet ist, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist.

2. Straßenfahrzeug (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei sich die wenigstens eine Zugangstür (18) über eine Höhe von mindestens 135cm oder mindestens 150cm, bevorzugt über mindestens 170cm, weiter bevorzugt über mindestens 185cm von der Schwelle (9) aus in vertikaler Richtung erstreckt; und/oder wobei sich der Flur (4a) in Fängsrichtung vollständig durch das

Straßenfahrzeug (10) erstreckt, insbesondere geradlinig und bevorzugt mit einer Mindestbreite von 50cm oder 60cm; und/oder wobei sich der Flur (4a) in Fängsrichtung vollständig entlang von einem/vom Aufenthalts-/Fagerbereich (4b) des Straßenfahrzeugs (10) erstreckt, insbesondere geradlinig und bevorzugt mit einer Mindestbreite von 50cm oder 60cm.

3. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Faufebene (E4a) einen ebenerdigen Zugang zu einer Flur-Stufe zu einer Aufenthaltsebene im Aufenthalts-/Fagerbereich freigibt, wobei die Flur-Stufe in einer Höhe von maximal 20cm in Bezug auf die Laufebene angeordnet/anordenbar ist, insbesondere maximal 17cm; und/oder wobei eine/die Flur-Stufe zu einer/zur Aufenthaltsebene im Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) des Straßenfahrzeugs (10) durch ein Bordtechnikmodul (8) gebildet wird, wobei das Bordtechnikmodul (8) bevorzugt eine vollständig plane Oberseite aufweist, welche in einer einzigen Höhenposition angeordnet ist.

4. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der

Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) in wenigstens zwei Abteile unterteilt ist, welche durch Trennschotte oder Trennwände (13) voneinander abgegrenzt sind, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil; und/oder wobei im Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) mehrere Abteile gebildet sind, welche jeweils über ein/die Flur-Stufe in einer Höhe von maximal 20cm in Bezug auf die Laufebene (E4a) zugänglich sind und voneinander abgeschottet oder abtrennbar sind, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil.

5. Straßenfahrzeug (10) für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen (5) mit jeweils wenigstens zwei Rädern (5.1);

-einem Chassis (1) zum Abstützen der Radmodule (5);

-einem Elektroantrieb (6) mit wenigstens einem Antriebsmodul (6.1), das an wenigstens eines der Radmodule (5) und/oder an das Chassis (1) gekoppelt ist;

-einer eine Kabine (3) umgrenzenden Karosserie (2), wobei die Kabine einen Flur/Flurbereich (4a) und einen Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür (18) von der Umgebung (U) zum Innenraum (4) der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren;

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass das Chassis (1) eine erste Gruppe von Radmodulen (5) umfasst, welche im Bugbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im vorderen Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei bugseitige

Radmodule, und ferner eine zweite Gruppe von Radmodulen (5) umfasst, welche im Heckbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im hinteren Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei heckseitige Radmodule, wobei die Radmodule unabhängig voneinander gelagert sind, mit deren Rädern (5.1) jeweils an wenigstens einer individuell gelagerten Radachse des jeweiligen Radmoduls (5), und wobei die Radmodule (5) derart angeordnet und gelagert sind, dass eine Laufebene (E4a) des Flurs (4a) unabhängig von den Radmodulen (5) geometrisch anordenbar und ausgestaltbar ist, nämlich in einer einzigen Höhenebene in einer Höhe von maximal 25cm bezüglich des Untergrundes, wobei das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet ist, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist.

6. Straßenfahrzeug (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner gleich 17cm ist.

7. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Radmodule (5) selbsttragend sind; und/oder wobei die Räder (5.1) der Radmodule (5) jeweils eine

Einzelradaufhängung aufweisen; und/oder wobei an jedem Radmodul (5) ein Rad (5.1) oder zwei paarweise Räder (5.1) angeordnet sind, wobei die Räder (5.1) einen Durchmesser kleiner als 20cm aufweisen, insbesondere kleiner gleich 17cm, wobei die Räder (5.1) bevorzugt in Fahrtrichtung hintereinander angeordnet sind.

8. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das wenigstens eine Antriebsmodul (6.1) einen Nabenmotor umfasst; und/oder wobei der Elektroantrieb (6), insbesondere ein jeweiliges Antriebsmodul (6.1), eine Leistung von mindestens 13 bis 15 kW bereitstellt; und/oder wobei der Elektroantrieb (6) wahlweise ein, zwei oder drei oder vier Antriebsmodule (6.1) aufweist, die jeweils individuell mit einem Radmodul (5) gekoppelt sind.

9. Straßenfahrzeug (10) für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen (5), insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern (5.1);

-einem Chassis (1) zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb (6) mit wenigstens einem Antriebsmodul (6.1), das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine (3) umgrenzenden Karosserie (2), wobei die Kabine einen Flur/Flurbereich (4a) und einen Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür (18) von der Umgebung (U) zum Innenraum (4) der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren; insbesondere Straßenfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche;

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Karosserie (2) modular ausgebildet ist und aus einem Grundmodul (11) und wenigstens einem Anbaumodul (12, 12b) aufgebaut ist, wobei die Module in Längsrichtung mittels form- und/oder kraftschlüssiger Kupplungen aneinander gekuppelt sind, wobei das Grundmodul (11) und das wenigstens eine Anbaumodul (12, 12b) derart angeordnet und gelagert sind, dass eine durch eine modulare Bodenplatte (1.1) des Chassis (1) bereitgestellte Laufebene (E4a) im Flur (4a) jeweils abschnittsweise vom Grundmodul (11) und vom/von Anbaumodul(en) (12, 12b) gebildet wird, und dass der Flur (4a) unabhängig von der Ausgestaltung und Anzahl der Module geometrisch angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in vollständiger Längserstreckung zwischen den beiden

gegenüberliegenden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs (10), wobei das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des

Straßenfahrzeugs (10) angeordnet ist, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist.

10. Straßenfahrzeug (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die einzelnen Module einen über alle Module homogen in derselben Höhenposition verlaufenden Boden für den Innenraum (4) definieren, welcher Boden eine Laufebene (E4a) bildet, die in einer Höhenebene angeordnet ist, insbesondere stufenlos in einer einzigen Höhenebene niedriger als 25cm oder 20cm über dem

Untergrund (F), wobei die Laufebene (E4a) den Flurbereich definiert; und/oder wobei das

Grundmodul (11) in ein Flurmodul und ein Aufenthaltsmodul unterteilt ist.

11. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der modulare Aufbau der Karosserie (2) auch die Struktur des Innenraums (4) der Kabine (3) vorgibt, indem die einzelnen Module innen jeweils durch Trennschotte oder Trennwände (13) voneinander abgegrenzt sind und dadurch mehrere miteinander verbundene Abteile bilden, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil; und/oder wobei das jeweilige Modul, insbesondere das Grundmodul (11), mittels wenigstens einer Trennwand (13) von einem benachbarten Modul abschottbar ist.

12. Straßenfahrzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Grundmodul (11) eine Standard-Länge von 3500 bis 4000mm aufweist, insbesondere 3750mm; und/oder wobei das Grundmodul (11) in der Länge verkürzbar ist, insbesondere um mindestens 500mm.

13. Verband umfassend wenigstens zwei Straßenfahrzeuge (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Straßenfahrzeuge (10) stimseitig aneinander gekuppelt sind, insbesondere in einem Abstand von mindestens lm oder mindestens 1,5m, insbesondere mittels wenigstens einer form- und/oder kraftschlüssigen Kupplung.

14. Straßenfahrzeug (10) für den Transport von Individuen und/oder Gütern, insbesondere Straßenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, hergestellt durch Montieren von einem

Innenraum (4) einer/der durch eine/die Karosserie (2) des Straßenfahrzeugs (10) definierten Kabine (3) und durch darauffolgendes Montieren von Seitenwänden (3.1) und Dach (3.2) der Kabine derart, dass die Karosserie (2) um einen/den im Innenraum (4) bereits ausgestalteten Flurbereich (4a) und um ein in einem/im Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) bereits vormontiertes Bordtechnikmodul (8) gebildet wird, wobei die Kabine (3) zumindest im Flurbereich (4a) auf einer Ebene, insbesondere Laufebene (E4a) erstellt wird, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich eines Untergrundes (F) angeordnet ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei an der Karosserie (2) wenigstens eine zum Flurbereich (4a) führende Zugangstür (18) angeordnet wird, wobei eine/die Schwelle (9) der

Zugangstür (18) in der Höhe der Laufebene (E4a) angeordnet wird.

15. Verfahren zum Herstellen eines Straßenfahrzeugs (10) für den Transport von Individuen und/oder Gütern, insbesondere eines Straßenfahrzeugs nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Straßenfahrzeug (10) mit wenigstens vier Radmodulen (5), mit einem Chassis (1) zum Abstützen der Radmodule (5), mit einem Elektroantrieb (6) mit wenigstens einem an wenigstens eines der Radmodule (5) gekoppelten Antriebsmodul (6.1), sowie mit einer eine Kabine (3) umgrenzenden Karosserie (2) ausgestaltet wird;

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass das Verfahren in vier separaten Herstellungsschritten durchgeführt wird, wobei die Herstellungsschritte jeweils unabhängig voneinander durchführbar sind: -erster Herstellungsschritt (Sl): Bereitstellen des Chassis (1) mit einer Bodenplatte (1.1) oder einem Bodenträger jeweils zur Definition einer Konstruktionsebene (El) für die Karosserie (2) des Straßenfahrzeugs (10) und zur Definition einer Laufebene (E4a) eines von der Kabine des Straßenfahrzeugs (10) umgrenzten und von den Individuen nutzbaren Flurbereichs (4a);

-zweiter Herstellungsschritt (S2): Anordnen der wenigstens vier Radmodule (5) am Chassis (1) und Bereitstellen des Elektroantriebs (6) mit dem wenigstens einen Antriebsmodul (6.1), welches an wenigstens eines der Radmodule (5) gekoppelt wird und am Chassis (1) abgestützt wird, insbesondere an der Bodenplatte;

-dritter Herstellungsschritt (S3): Erstellen des Flurbereichs (4a) und eines Aufenthalts-/Lagerbereichs (4b) auf dem Chassis (1) auf der Bodenplatte, wobei der Flurbereich (4a) und der

Aufenthalts-/Lagerbereich (E4b) mittels Trennwänden (13) zumindest teilweise voneinander abgeschottet werden, und wobei der Aufenthalts-/Lagerbereich (E4b) zumindest abschnittsweise in einer Höhenebene (E4b) oberhalb der Laufebene (E4a) angeordnet wird, so dass ein gesamter Innenraum (4) innerhalb der Kabine auf nur zwei unterschiedlichen Höhenebenen

angeordnet/anordenbar ist/wird; und

-vierter Herstellungsschritt (S4): Erstellen der Kabine (3) mit Seitenwänden (3.1) und Dach (3.2) mittels der Karosserie (2) um den Flurbereich (4a) und um den Aufenthalts-/Lagerbereich (4b), insbesondere derart, dass sich der Flurbereich vollständig zwischen gegenüberliegenden Stirnseiten (yz) des Straßenfahrzeugs innerhalb der Kabine erstreckt, bevorzugt zwischen zwei

gegenüberliegenden Zugangstüren (18), welche in die Karosserie integriert werden/sind, insbesondere in Ausgestaltung als zur Fahrzeugmitte hin aufgehende Schwenkschiebetüren, wobei im zweiten Herstellungsschritt (S2) die Radmodule (5) an der Unterseite der Bodenplatte (1.1) unter der

Bodenplatte angeordnet und abgestützt werden, wobei das Chassis (1) mit einer absoluten Höhe von weniger als 25cm oder 20cm bereitgestellt wird, und wobei die Bodenplatte (1.1) des Chassis derart angeordnet wird, dass eine/die Laufebene (E4a) für den Flurbereich (4a) in einer absoluten Höhe von weniger als 25cm oder 20cm auf der Bodenplatte anordenbar ist.

16. Verfahren nach dem vorhergehenden Verfahrensanspruch, wobei im ersten Herstellungsschritt (Sl) das Chassis (1) aus einer Mehrzahl von Modulen gebildet wird, insbesondere einem Grundmodul (11) und wenigstens einem Anbaumodul (12a), wobei die Module mittels form- und/oder

kraftschlüssiger Kupplungen miteinander verbunden werden; und/oder wobei im dritten

Herstellungsschritt (S3) ein Bordtechnikmodul (8) zur Aufnahme eines Akkumulators des

Straßenfahrzeugs (10) im Aufenthalts-/Lagerbereich (4b) angeordnet wird, wobei das

Bordtechnikmodul (8) eine Aufenthaltsebene (E4b) des Aufenthalts-/Lagerbereichs (4b) bildet;

und/oder wobei im vierten Herstellungsschritt (S4) die Karosserie (2) und die Kabine (3) symmetrisch in Bezug auf die beiden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs (10) ausgebildet werden, insbesondere derart, dass das Straßenfahrzeug (10) eingerichtet ist zur bidirektionalen Fahrweise in

entgegengesetzte Fahrtrichtungen.

17. Verwendung eines Chassis (1) zur Definition einer Laufebene (E4a) in einem Flurbereich (4a) in einem Straßenfahrzeugnach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder 14, wobei mittels des Chassis (1) die Laufebene (E4a) in einer Höhenposition kleiner 20cm, insbesondere kleiner gleich 17cm bereitgestellt wird; und/oder wobei das Chassis (1) zusammen mit Radmodulen (5) und wenigstens einem Antriebsmodul (6.1) eines Elektroantriebs (6) mit einer absoluten Höhe von weniger als 25cm oder 20cm bereitgestellt wird.

18. Verwendung von wenigstens vier Radmodulen (5) mit wenigstens einem individuell im jeweiligen Radmodul (5) gelagerten Rad (5.1) zum achsfreien Lagern eines Straßenfahrzeugs (10)nach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder 14, wobei die Radmodule (5) unterhalb einer Bodenplatte (1.1) eines Chassis (1) des Straßenfahrzeugs in einer Höhe von weniger als 25cm oder 20cm angeordnet werden. 19. Verwendung wenigstens eines Grundmoduls (11) und wenigstens eines Anbaumoduls (12a) für einen modularen Aufbau eines Chassis (1) und einer Karosserie (2) eines Straßenfahrzeugs (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder 14, wobei die Module zusammen eine Laufebene (E4a) für einen sich über die gesamte Länge des von der Karosserie (2) gebildeten Innenraums (4) erstreckenden Flurbereichs (4a) definieren, wobei die Laufebene (E4a) in einer einzigen Höhenebene angeordnet ist.

Description:
Niederflur-Straßenfahrzeug zum Transportieren von Individuen und/oder Gütern, Verfahren zum Herstellen des Straßenfahrzeugs sowie Verwendung

TECHNISCHES GEBIET

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Straßenfahrzeug zum Transportieren von Individuen und/oder Gütern, mit: wenigstens vier Radmodulen; einem Chassis zum Abstützen der Radmodule; einem Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul; und mit einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts- oder Lagerbereich definiert. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen des Straßenfahrzeugs. Nicht zuletzt betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung eines Chassis und/oder von wenigstens vier Radmodulen und/oder von wenigstens einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul jeweils in oder für ein solches Straßenfahrzeug. Insbesondere betrifft die Erfindung eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des jeweiligen unabhängigen Anspruchs.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Transport und Logistik unterliegen einem Wandel, einerseits hinsichtlich der Anforderungen durch Individuen, andererseits auch hinsichtlich Gütern. Individuen wünschen sich üblicherweise eine komfortable und sichere Reise und/oder einen hohen Grad an Individualität und Unabhängigkeit.

Güter sollen freilich auch auf sichere Weise transportiert werden können; der Aspekt Komfort tritt jedoch eher in den Hintergrund und wird oftmals verdrängt durch wichtigere Aspekte wie Zeit- und Kosten- Effizienz, Praktikabilität, einfache Handhabung.

Individuen wünschen sich auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder auch auf längeren Reisen hohen Komfort. Dafür werden hohe Kosten in Kauf genommen. Der Schienenverkehr gilt als komfortabel und sicher, jedoch als vergleichsweise unflexibel. Der Flugverkehr bringt Nachteile hinsichtlich Sicherheit und Kosten und Umwehverträglichkeit mit sich. Dass der Aspekt Komfort bei Individuen ganz weit oben auf der Liste der Prioritäten steht, zeigt sich z.B. auch an dem großen Interesse an Sports Utility Vehicle (SUV)-Fahrzeugen. Diese Fahrzeuge sind vergleichsweise schwer (hohe Masse), erfordern viel Platz, sind kostspielig in Anschaffung und Unterhalt, und sind auch weniger umweltfreundlich als Kleinwagen. Gleichwohl werden SUV-Fahrzeuge weltweit mehr und mehr angeschafft, möglicherweise da sie hohen Komfort versprechen. Auch in Zukunft wird das Interesse an großen Fahrzeugen mit maximalem Komfort für individuelle Nutzung groß bleiben. Mehr und mehr Güter und Produkte werden versandt; der Wareneinkauf erfolgt bereits jetzt zu einem großen Anteil auf elektronische Weise über online -Portale. Der Umfang der Arbeiten und der Aufwand für das Zustellen von Paketen und sonstigen Sendungen wird wohl auch in Zukunft weiter zunehmen. Daher besteht Interesse an praktikablen, zweckdienlichen Hilfsmitteln für das Zustellen der Sendungen, insbesondere auch für den Straßenverkehr.

Neue technische Möglichkeiten in Bezug auf das zumindest teilweise autonome Fahren und in Hinblick auf Antriebskonzepte alternativ zum klassischen Verbrennungsmotor geben Anlass für neue Fahrzeugkonzepte. Einige Paketdienste nutzen bereits Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge mit ergonomisch und platzsparend angeordneten Türen, z.B. Seitentüren. Die Fahrzeuge sind auch in der Größe und/oder Geometrie bereits in vielen Fällen auf den Anwendungsfall angepasst bzw. für den Einsatzzweck optimiert. Jedoch besteht wohl weiterhin Optimierungsbedarf, insbesondere hinsichtlich Ergonomie beim Ein- und Aussteigen aus dem Fahrzeug und/oder beim Be-/Entladen des Fahrzeugs.

Im öffentlichen Verkehr wird versucht, den Komfort bei der Nutzung von Bussen oder Straßenbahnen dadurch zu erhöhen, dass die Einstiegshöhe besonders niedrig gehalten wird. Solche Niederflur- oder Niedrigstflur-Konzepte versprechen Vorteile insbesondere hinsichtlich Barrierefreiheit und praktikablem Ein- und Ausstieg für jedermann. Die entsprechenden konstruktiven Maßnahmen dafür sind bisher jedoch eher nur bei vergleichsweise großen Schienenfahrzeugen oder Bussen jeweils für den öffentlichen Verkehr realisiert worden.

In Hinblick auf die zuvor beschriebenen Anforderungen im Transportwesen stellt sich die Frage, ob es Fahrzeuge gibt, mittels welchen möglichst viele Anforderungen und Funktionen simultan erfüllt werden können. Dies scheint kaum möglich zu sein. In den letzten Jahren wurde das Produktspektrum insbesondere im Automobilbau immer breiter, und Logistikdienstleister ziehen es nicht selten vor, sich für die spezifischen Anforderungen des eigenen Unternehmens eigene Fahrzeuge konzipieren und bauen zu lassen. Nichtsdestotrotz könnte es sinnvoll sein, zumindest über ein Konzept oder eine gemeinsame Plattform für eine Vielzahl von Nutzungsarten nachzudenken. Die Vorteile hegen auf der Hand: Derselbe Fahrzeugtyp könnte für diverse Aufgaben genutzt werden; die Kosten könnten minimiert werden; die aktuell sehr hohe Variantenvielfalt könnte etwas eingedämmt werden.

Die Veröffentlichung EP 0 536 433 Bl beschreibt einen niederflurigen stufenlosen Fahrgastraum.

Die Veröffentlichung EP 0 416 539 Bl beschreibt eine Zustiegsvorrichtung für Kraftfahrzeuge.

Die Veröffentlichung CA 2 274 423 Al beschreibt ein weiteres Straßenfahrzeug. ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Aufgabe ist, eine Vorrichtung bereitzustellen, womit der Transport von Individuen und/oder Gütern optimiert werden kann, insbesondere bei vergleichsweise kurzen Strecken und bei Fahrten bei vergleichsweise geringer Geschwindigkeit, insbesondere im Stadtverkehr. Insbesondere soll auch ein Transport von Individuen bei maximalem Komfort ermöglicht werden können. Auch ist es Aufgabe, den Transport derart zu ermöglichen, dass ein hoher Grad an Individualität oder Individualisierbarkeit nutzbar bleibt, insbesondere vergleichbar zu der Art der Nutzung von bisherigen von einzelnen Individuen oder in einer Eigentümergemeinschaft gehaltenen Personenkraftwagen. Nicht zuletzt ist es Aufgabe, ein Straßenfahrzeug derart bereitzustellen, dass sich das Straßenfahrzeug für eine Vielzahl von Anwendungs- und Nutzungskonzepten verwenden lässt, insbesondere auch bei optionaler Individualisierung des Straßenfahrzeugs durch den Nutzer, insbesondere auch in Hinblick auf eine Funktionenintegration für maximale Funktionalität für logistische Aufgaben für einzelne Individuen oder Güter.

Zumindest eine dieser Aufgaben wird durch ein Straßenfahrzeug gemäß Anspruch 1 sowie durch ein Verfahren gemäß dem nebengeordneten Verfahrensanspruch gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den jeweiligen Unteransprüchen erläutert. Die Merkmale der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele sind miteinander kombinierbar, sofern dies nicht explizit verneint ist.

Bereitgestellt wird ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern;

-einem Chassis zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur/Flurbereich und einen Aufenthalts- oder Fagerbereich (so genanntes„green house“ als Oberbegriff für die Inneneinrichtung) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren.

Erfmdungsgemäß (insbesondere gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung) ist die wenigstens eine Zugangstür an einer Stirnseite vorne (bugseitig) und/oder hinten (heckseitig) an der Karosserie angeordnet, wobei die Zugangstür den Zugang zum Flur ermöglicht, wobei die Zugangstür eine Schwelle aufweist, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des

Untergrundes/Bodens angeordnet/anordenbar ist und in die Karosserie integriert ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei die Schwelle an der Karosserie den Zugang zu einer Laufebene im Flur freigibt, insbesondere zu einer ebenerdigen Laufebene ohne Stufen oder Absätze oder

Höhendifferenzen, insbesondere zu einer zumindest annähernd horizontal ausgerichteten Laufebene, welche sich bevorzugt vollständig zwischen den gegenüberliegenden Stirnseiten in einer einzigen Horizontalebene erstreckt. Dies ermöglicht einerseits ein optimiertes Raumkonzept innen, und andererseits kann die Nutzung des Straßenfahrzeugs in Hinblick auf EinVAussteigen und Be-/Entladen optimiert werden, insbesondere auch bei hoher Sicherheit und möglichst nur minimaler Behinderung des sonstigen Verkehrs.

Im Individualverkehr hat sich ein solches Niederflur-Konzept bisher nicht durchgesetzt. Die Erfindung beruht auf dem Konzept, die Zugänge zum Fahrzeug an einer vorteilhaften Position anzuordnen und mit den Vorteilen von niedrigen Stufen oder Absätzen zu verbinden. Menschen sind in der Lage, Stufen mit einer Höhendifferenz im Bereich von 20cm weitgehend problemlos zu überwinden. Noch komfortabler kann die Stufe überwunden werden, wenn deren Höhe nur im Bereich von ca. 17cm beträgt.

Erfmdungsgemäß können dabei Vorteile von unterschiedlichen Transportmittel simultan in einem einzigen Straßenfahrzeug realisiert werden. Das Ein-/Aussteigen und die Ablage von Gepäck und das Sitzen kann auf einem Niveau wie in Schienenfahrzeugen ermöglicht werden, ebenso der Komfort.

Der Komfort kann auch vergleichbar sein zu jenem, welcher üblicherweise auf längeren Flugreisen in den hochpreisigeren Komfort-Klassen bereitgestellt wird. Zudem kann von den Vorteilen von Personenkraftwagen in Hinblick auf Mobilität bzw. Unabhängigkeit profitiert werden. Speziell bei einer Ausbauvariante für die Logistik, z.B. für die PostVPaket-Zustellung, kann auch zusätzlich der Vorteil realisiert werden, dass die Sendungen bzw. das Gepäck intern im Straßenfahrzeug gehandhabt werden kann; anders ausgedrückt: der Dienstleister muss vom Steuerstand nicht erst aus dem

Straßenfahrzeug heraus, um an die Pakete zu gelangen, sondern kann sich im Straßenfahrzeug zwischen Steuerstand, Zugangstüren und Lagerraum („green house“) bewegen.

Insbesondere sind alle Zugangstüren des Straßenfahrzeugs frontal bzw. stimseitig angeordnet (zumindest in geschlossenem Zustand), insbesondere an der in Fahrtrichtung rechten Fahrzeugseite.

Insbesondere sind alle Zugangstüren des Straßenfahrzeugs an einer Seite des Fahrzeugs (also exzentrisch in Bezug auf die Mittenlängsachse des Fahrzeugs) zur Fahrzeugmitte hin öffnend angeordnet und gelagert. Dies liefert nicht zuletzt auch hohe Sicherheit und kann die Richtung und Länge der Bewegungspfade weiter optimieren. Insbesondere schwenkt sich (bzw. verlagert sich) die Tür dann nicht in Richtung einer außen wartenden Person oder in Richtung eines Bewegungsziels bei der Handhabung von Gütern. Die Tür kann aus dem Bewegungsbereich heraus verlagert werden, so dass die Güter/Individuen bereits während der Verlagerung der Tür gehandhabt werden können bzw. sich selbst bewegen können, ohne mit der Bewegung der Tür in Konflikt zu geraten.

Das erfmdungsgemäße Straßenfahrzeug kann vergleichsweise kompakt ausgestaltet sein. Das Straßenfahrzeug ist kein Schienenfahrzeug, und das Straßenfahrzeug muss nicht notwendigerweise als großes Fahrzeug (in der Art eines Stadtbusses) bereitgestellt werden, sondern erfmdungsgemäß können die hier beschriebenen Vorteile auch bereits bei kleinen Abmessungen realisiert werden, beispielsweise bei Längenabmessungen im Bereich von 400cm bis 500cm (4 bis 5 Metern).

Die Begriffe Bug und Heck werden hier der Einfachheit halber verwendet. Optional kann das Straßenfahrzeug symmetrisch in Bezug auf eine Querachse ausgestaltet sein, also symmetrisch hinsichtlich der beiden gegenüberliegenden Stirnseiten. Dann gibt es strenggenommen kein„vorne“ oder„hinten“, und auch keinen„Bug“ und kein„Heck“. Dann ist das Fahrzeug bevorzugt auch bidirektional fahrend ausgestaltet, mit einem/dem Antriebsmodul in bidirektionaler Ausgestaltung eingerichtet für gleichwertige bidirektionale Fahrtrichtungen (kein Rückwärtsgang, sondern

Antriebsbewegung wahlweise in die eine oder in die andere Fahrtrichtung, insbesondere mit exakt denselben Fahreigenschaften).

Das Straßenfahrzeug kann auch als Niederflur- oder Niederstflur- bzw. Niedrigstflur-Straßenfahrzeug bezeichnet werden. Der Begriff„Niederflur“ umfasst jedoch im allgemeinen Verständnis auch Flurhöhen oberhalb von 20mm, insbesondere auch Flurhöhen von über 300mm, und bezieht sich im allgemeinen Verständlich vornehmlich auf Schienenfahrzeuge, so dass hier davon abgesehen wird, diesen Begriff als kennzeichnende Beschreibung zu verwenden. Vielmehr wird dieser Begriff nur als schlagwortartiger Hinweis auf das erfmdungsgemäße Konzept verwendet.

Die erfmdungsgemäße Konfiguration erfordert z.B. auch nicht die Verwendung von Zustiegshilfen und ermöglicht auch eine optimale Raumausnutzung in Höhenrichtung, insbesondere indem im Flurbereich nur noch die Bodenplatte unterhalb des Flurs angeordnet ist.

Es hat sich gezeigt, dass sich das erfmdungsgemäße Konzept insbesondere für eine Nutzung des Straßenfahrzeugs im Stadtverkehr bei kurzen Strecken eignet. Im Flurbereich ist dabei auch ein kurzfristiger Aufenthalt von Personen denkbar, insbesondere stehend, z.B. gesichert an Stangen oder Griffen. Die erfmdungsgemäße Ausgestaltung des Straßenfahrzeugs begünstigt nicht zuletzt auch dessen Verwendung als Sammel-Taxi oder als Mini-Recreation-Van (Mini RV) oder auch als Street Food- Straßenfahrzeug.

Als Radmodul ist dabei eine Einheit zu verstehen, welche ein Abrollen des Fahrzeugs und eine Abstützung der Kräfte, Momente und Lasten des Fahrzeugs ermöglicht und welche eingerichtet ist, die Fortbewegung des Fahrzeugs auf den Rädern insbesondere auf der Straße zu ermöglichen. Das Radmodul kann als nicht-elektrische Einheit oder auch als elektrifizierbare Einheit ausgestaltet sein. Beispielsweise weist das Radmodul eine mechanische Schnittstelle zur Montage des Radmoduls an der Bodenplatte des Chassis auf.

Als Chassis ist dabei das Fahrgestell des Fahrzeugs zu verstehen, wobei das Chassis die Karosserie abstützen kann. Erfmdungsgemäß kann das Chassis achsfrei ausgestaltet sein, also ohne über die Breite des Fahrzeugs verlaufende Achsen, sondern mit allen Radachs-Komponenten jeweils integriert in das jeweilige Radmodul. Als Karosserie ist dabei die Summe aller Aufbauten auf dem Chassis zu verstehen. Gemäß einer Variante können Chassis und Karosserie auch zusammen als eine tragende Einheit bereitgestellt werden, sofern dies konstruktiv vorteilhaft ist.

Als Kabine ist dabei eine Einhausung desjenigen Bereichs zu verstehen, in welchem die Güter und/oder Individuen transportiert werden sollen. Gemäß einer Variante umfasst die Kabine auch die Bordtechnik, insbesondere wenn die Bodenplatte das Chassis komplett von der Kabine abschottet, so dass die Bordtechnik zumindest zu großen Anteilen in der Kabine angeordnet ist.

Als Zugangstür ist dabei eine Tür zu verstehen, welche den Zugang für Individuen, insbesondere erwachsene Menschen mit der Durchschnittsgröße von Europäern, zur Kabine ermöglich.

Der Aufenthalts- oder Lagerbereich erstreckt sich bevorzugt von einem Steuerstand des

Straßenfahrzeugs bis zur gegenüberliegenden Stirnseite des Straßenfahrzeugs, oder bis zu einem weiteren gegenüberliegenden Steuerstand. Wahlweise kann der Aufenthalts- oder Lagerbereich an wenigstens einer Längsposition vom Flur/Flurbereich unterbrochen sein; optional kann der Flur den Aufenthalts- oder Lagerbereich durchkreuzen, in der Art eines Zuges in einem Feld.

Der Aufenthalts- oder Lagerbereich kann in einer größeren Höhe vorgesehen sein als der Flurbereich. Dies hat dem Vorteil, dass das Laufen im Flurbereich bei optimaler Kopffreiheit erfolgen kann, und dass Bordtechnik oder Zusatzausrüstung neben dem Flur unterhalb des Aufenthalts- oder Lagerbereichs vorgesehen sein kann. Wahlweise können einzelne Abschnitte des Aufenthalts- oder Lagerbereichs auch in derselben Höhe angeordnet sein wie der Flur.

Zwar könnte es auch denkbar sein, die Laufebene in einer größeren Höhenposition anzuordnen und die Höhe der Zugangsstufe dadurch einzugrenzen, dass eine zusätzliche Stufe beim Einstieg oder Ausstieg ausgefahren wird. Derlei Mechaniken könnten jedoch anfällig sein, mit Gegenständen kollidieren oder Personen beschädigen, und erfordern zudem Zeit beim Ein- und Ausfahren. Das erfindungsgemäße Konzept beruht daher auf dem konstruktiven Ansatz, die Laufebene so tief wie möglich anzuordnen, bevorzugt derart, dass die Individuen nur eine Höhendifferenz von 17 bis 20cm oder maximal 25cm überwinden müssen. Diese Höhendifferenz kann notfalls auch mehrmals zu überwinden sein, insbesondere um in den Aufenthaltsbereich zu gelangen; indem die maximale Höhe einer (jeweiligen) Zugangsstufe jedoch auf ca.20cm limitiert wird, kann die Ergonomie spürbar optimiert werden.

Zudem benötigt das Straßenfahrzeug keine Hebe- oder Senkmechanismus für das gesamte Fahrzeug. Dies verspricht nicht zuletzt auch eine zeiteffiziente Nutzung.

Gemäß einer Ausgestaltung weist das Straßenfahrzeug für den Nutzer bzw. zur Benutzung nur zwei Höhenebenen (Horizontalebenen) auf, nämlich eine erste Höhenebene, in welcher der Flur ausgebildet ist und in welcher bevorzugt eine Verlagerung (Laufen) von Individuen und/oder Gütern erfolgt, und eine zweite Höhenebene in einer größeren Höhe, in welcher bevorzugt ein Sitzen oder Liegen von Individuen und/oder ein Lagern von Gütern erfolgt. Ein solches Zwei-Horizontalebenen-Design hat auch Vorteile in Hinblick auf einen klaren Aufbau, welcher einfach zu nutzen ist und für wenige Komplikationen sorgt, selbst wenn die Individuen mit dem Fahrzeug nicht gut vertraut sind.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist wenigstens ein Solarpaneel auf der Karosserie angeordnet, welches mit einem/dem Akkumulator des Straßenfahrzeugs verbunden ist. Dies begünstigt eine in möglichst hohem Grade autarke Betriebsweise.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel beträgt die Reichweise des Straßenfahrzeugs mindestens 150km, bevorzugt mindestens 350km, indem ein Bordtechnikmodul des Straßenfahrzeugs einen Akkumulator eingerichtet zur Aufnahme der entsprechenden Energiemenge umfasst. Dies erhöht auch die

Flexibilität und Variabilität bei der Nutzung des Straßenfahrzeugs.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel beträgt die Höchstgeschwindigkeit des Straßenfahrzeugs mindestens 70km/h, insbesondere mindestens 80km/h, bevorzugt mindestens 110km/h, weiter bevorzugt mindestens 120km/h. Dies ermöglicht wahlweise einen innerstädtischen Betrieb und/oder eine Nutzung des Straßenfahrzeugs auch für längere Strecken über Land.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Straßenfahrzeug zur Aufnahme von wenigstens sechs Personen eingerichtet, wobei die wenigstens sechs Personen auf dem Grundmodul in Standard-Länge transportierbar sind, insbesondere auf Sitzen oder Bänken auf dem Grundmodul. Dies erweitert nicht zuletzt auch das Anwendungsspektrum in Hinblick auf effizienten zeit- und platzsparenden

Personentransport.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind wenigstens zwei, vier oder sechs Sitze in dem

Aufenthaltsbereich montiert, insbesondere auf einem Bordtechnikmodul (oder einem zusätzlichen Stauraum-Kasten) eingerichtet zur Aufnahme wenigstens eines Akkumulators für elektrische Energie, wobei der Akkumulator bevorzugt an den Antrieb gekoppelt ist, wobei das Bordtechnikmodul oder der Stauraum-Kasten bevorzugt eine Höhe im Bereich von 15cm bis 20cm, insbesondere maximal ca.

17cm aufweist. Diese Höhendifferenz liefert nicht zuletzt auch hohen Komfort. Das

Bordtechnikmodul ist insbesondere eingerichtet zur Aufnahme von elektrischen bzw. elektronischen Komponenten, insbesondere aller für den Antrieb des Fahrzeugs erforderlichen oder zusätzlich auch optionalen Komponenten. Das Bordtechnikmodul kann auch in einem Stauraum-Behältnis angeordnet sein, welches Platz für das Bordtechnikmodul und wahlweise auch für andere Komponenten liefert.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich der Flur in Fängsrichtung vollständig durch das Straßenfahrzeug, insbesondere geradlinig und bevorzugt mit einer Mindestbreite von 50cm oder 60cm. Dies hat nicht zuletzt auch Vorteile hinsichtlich der Ausnutzung des verfügbaren Raumes und kann z.B. auch die Funktionalität des Fahrzeugs erweitern, z.B. hinsichtlich einer Nutzung bidirektional in beiden entgegengesetzten Fahrtrichtungen.

Bevorzugt ist der gesamte Flur über dessen gesamte Fänge geradlinig ausgestaltet. Dies liefert ein besonders vorteilhaftes Raumkonzept.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich der Flur in Fängsrichtung vollständig entlang von einem/vom Aufenthalts- oder Fagerbereich des Straßenfahrzeugs, insbesondere geradlinig und bevorzugt mit einer Mindestbreite von 50cm oder 60cm. Dies ermöglicht z.B. auch die Handhabung von Gütern auf einfache Weise, oder begünstigt die Verwendung von Gehhilfen, oder ermöglicht auch ein Vorbeilaufen von zwei Individuen aneinander. Gemäß einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich die wenigstens eine Zugangstür über eine Höhe von mindestens 135cm oder mindestens 150cm, bevorzugt über mindestens 170cm, weiter bevorzugt über mindestens 185cm von der Schwelle aus in vertikaler Richtung. Dies verbessert die Zugänglichkeit für Individuen (insbesondere Personen mit einer Größe von mehr als 175cm) und erleichtert die Nutzung des Flurs und des Aufenthaltsbereichs auch für Individuen. Bevorzugt ist die Höhe der Zugangstür kleiner als 190cm, insbesondere in Hinblick auf eine nicht allzu große absolute Höhe des Fahrzeugs. Eine Höhe von mindestens 160cm, z.B. im Bereich von 160-175cm, liefert einen guten Kompromiss zwischen Ergonomie und Nutzbarkeit des Fahrzeugs, z.B. auch in Hinblick auf die Nutzung von Tiefgaragenstellplätzen.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die (jeweilige) stimseitige Zugangstür bevorzugt als Falt- und/oder Pendel- und/oder Schiebetür oder Schwenkschiebetür ausgestaltet. Dies ermöglicht auch eine effiziente Nutzung des Fahrzeugs selbst bei sehr häufigem Ein- und Aussteigen. In besonders vorteilhafter Weise ist die Zugangstür als zur Mittenlängsachse des Fahrzeugs hin aufgehende Schwenkschiebe- oder Falttür ausgestaltet; dies bedeutet nur minimale Einschränkung der Nutzung des Fahrzeugs selbst bei betätigter Tür-Kinematik.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die (jeweilige) Zugangstür als Falt- und/oder Pendel- und/oder Schiebetür oder Schwenkschiebetür ausgestaltet und in eine Front- oder Heckscheibe der Karosserie integriert ist oder darüber oder darunter gleitend gelagert ist oder die Front- oder Heckscheibe zumindest abschnittsweise bereitstellt/bildet. Dies liefert auch Vorteile hinsichtlich Übersicht.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist die Kabine wenigstens zwei Zugangstüren zum Innenraum der Kabine auf, insbesondere zwei Zugangstüren zum Flur, wobei die Zugangstüren an

gegenüberliegenden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs vorne (bugseitig) und hinten (heckseitig) am Straßenfahrzeug angeordnet sind und bevorzugt jeweils als Falt- und/oder Pendel- und/oder Schiebetür oder Schwenkschiebetür ausgestaltet sind. Dies optimiert die Zugänglichkeit zum Fahrzeug noch weiter. Das Fahrzeug kann dabei auch als bidirektional in entgegengesetzten Fahrtrichtungen steuerbares Fahrzeug ausgestaltet sein.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel gibt die Laufebene einen ebenerdigen Zugang zu einer Flur-Stufe zu einer Aufenthaltsebene im Aufenthalts- oder Lagerbereich freigibt, wobei die Flur-Stufe in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm in Bezug auf die Laufebene angeordnet/anordenbar ist, insbesondere maximal 17cm. Dies erleichtert nicht zuletzt die Zugänglichkeit. Auch wird der Bewegungspfad von der Umgebung bis hin zum Aufenthaltsbereich für Individuen ergonomisch besonders vorteilhaft, insbesondere dank gleicher Höhe von Stufen bzw. Absätzen, insbesondere dank nur zweier Stufen von mehr oder weniger gleicher ergonomisch vorteilhafter Höhe.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird eine/die Flur-Stufe zu einer/zur Aufenthaltsebene im

Aufenthalts- oder Lagerbereich des Straßenfahrzeugs durch ein Bordtechnikmodul gebildet, wobei das Bordtechnikmodul bevorzugt eine vollständig plane Oberseite aufweist, welche in einer einzigen Höhenposition (Vertikalposition) angeordnet ist. Dies liefert neben einem klaren Design auch einen einfachen Aufbau und eine platzoptimierte Gliederung des verfügbaren Raumes.

Das Bordtechnikmodul kann den Boden der gesamten Aufenthaltsebene bilden. Das

Bordtechnikmodul ist bevorzugt angrenzend zu einer Seitenwand der Kabine angeordnet und erstreckt sich in Querrichtung nicht komplett über die Fahrzeugbreite. Vielmehr wird das Bordtechnikmodul seitlich neben dem Flur angeordnet, so dass die Bordtechnik die nutzbare Höhe im Flur nicht einschränkt.

Die Kabine kann mit den Seitenwänden und dem Dach eine formgebende Struktur bilden, welche dem Innenraum Schutz vor externen Einflüssen bietet (z.B. Sicherheit, oder Schutz vor klimatischen Einflüssen).

Gemäß einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich eine/die Aufenthaltsebene im Aufenthalts- oder Lagerbereich des Straßenfahrzeugs vollständig durch den Aufenthalts- oder Lagerbereich, insbesondere ebenerdig in einer einzigen Höhenposition. Auch dies begünstigt einen ergonomisch vorteilhaften Aufbau, sei es für die Nutzung durch Individuen oder für Güter.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Aufenthalts-/Lagerbereich in wenigstens zwei Abteile unterteilt, welche durch Trennschotte oder Trennwände voneinander abgegrenzt sind, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil. Dies ermöglicht nicht zuletzt auch eine Individualisierung für eine jeweilige Anwendung bzw. Nutzungsart.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind im Aufenthalts-/Lagerbereich mehrere Abteile gebildet, welche jeweils über ein/die Flur-Stufe in einer Höhe von maximal 20cm in Bezug auf die Laufebene zugänglich sind und voneinander abgeschottet oder abtrennbar sind, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil. Diese Variation hinsichtlich mehrerer Nutzungsarten kann auch die simultane Nutzung für unterschiedliche Zwecke erleichtern.

ITEM A Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern; einem Chassis zum Abstützen der Radmodule; -einem

Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist; einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts-/Lagerbereich definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung U zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende

Zugangstüren; wobei die wenigstens eine Zugangstür an einer Stirnseite yz vorne und/oder hinten an der Karosserie angeordnet ist, wobei die Zugangstür den Zugang zum Flur ermöglicht, wobei die Zugangstür eine Schwelle aufweist, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes F angeordnet ist und in die Karosserie integriert ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei die Schwelle an der Karosserie den Zugang zu einer Laufebene im Flur freigibt, insbesondere zu einer ebenerdigen Laufebene ohne Stufen oder Absätze oder Höhendifferenzen, insbesondere zu einer zumindest annähernd horizontal ausgerichteten Laufebene, welche sich bevorzugt vollständig zwischen den gegenüberliegenden Stirnseiten in einer einzigen Horizontalebene erstreckt, wobei sich die wenigstens eine Zugangstür über eine Höhe von mindestens 160cm oder mindestens 165cm oder mindestens 170cm von der Schwelle aus in vertikaler Richtung erstreckt, wobei sich der Flur in Längsrichtung vollständig durch das Straßenfahrzeug erstreckt, insbesondere geradlinig, wobei die Laufebene einen ebenerdigen Zugang zu einer Flur-Stufe zu einer

Aufenthaltsebene im Aufenthalts-/Lagerbereich freigibt, wobei die Flur-Stufe in einer Höhe von maximal 20cm in Bezug auf die Laufebene angeordnet/anordenbar ist, insbesondere maximal 17cm. Hierdurch ergeben sich zahlreiche der zuvor genannten Vorteile, insbesondere in Hinblick auf hohe Ergonomie und hohen Komfort sowohl beim Individual- als auch beim Gütertransport. Dabei kann das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet sein, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist.

Bereitgestellt wird ferner ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: -wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern;

-einem Chassis zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist; -einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts-/Lagerbereich („green house“) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende

Zugangstüren. Das Straßenfahrzeug weist insbesondere auch Merkmale des zuvor bereits

beschriebenen Straßenfahrzeugs auf.

Erfindungsgemäß (insbesondere gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung) umfasst das Chassis eine erste Gruppe von Radmodulen, welche im Bugbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im vorderen Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei bugseitige Radmodule, und ferner eine zweite Gruppe von Radmodulen umfasst, welche im Heckbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im hinteren Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei heckseitige Radmodule, wobei die Radmodule unabhängig voneinander gelagert sind, mit deren Rädern jeweils an wenigstens einer individuell gelagerten Radachse (insbesondere Einzelradaufhängung) des jeweiligen Radmoduls, und wobei die Radmodule derart angeordnet und gelagert sind, dass eine Laufebene des Flurs unabhängig von den Radmodulen geometrisch angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes/Bodens. Dies erleichtert auch die Realisierung eines hinsichtlich Komfort und Ergonomie optimierten Innenraums der Kabine bzw. Aufbau des Fahrzeugs. Das Chassis kann als achsfrei bezeichnet werden, da es keine Achse aufweist, welche einzelne Radmodule bzw. die linke und rechte Straßenfahrzeugseite miteinander verbindet. Aufgrund des achsfreien Chassis kann nicht zuletzt auch die Flurhöhe besonders niedrig ausgestaltet werden, insbesondere über einen großen Bereich der Grundfläche des Fahrzeugs. Dabei kann das jeweilige Radmodul unterhalb einer

Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet sein, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist.

Dieses konstruktive Konzept für die Anordnung der Radmodule ermöglicht auch, dass die Radmodule (unabhängig davon ob sie komplett unter dem Unterboden angeordnet sind oder zusätzlich auch seitlich daneben) nicht den Platz im Flur beeinträchtigen und insbesondere nicht die gleichbleibende Höhe der Flurebene bzw. nicht die konstante absolute Stehhöhe beeinträchtigen.

Die Räder sind bevorzugt als luftgefüllte Reifen mit Felgen oder als Vollgummireifen ausgestaltet und eingerichtet für einen Transport auf einer weitgehend ebenen Straße. Eine Trassenführung (z.B. durch Schienen wie bei Schienenfahrzeugen) ist nicht erforderlich. Das erfindungsgemäße Straßenfahrzeug erlaubt einen hohen Individualisierungsgrad für logistische Aufgabenstellungen, nicht zuletzt da die Radmodule bzw. Räder eingerichtet sind, auf einem beliebigen (möglichst ebenen) Untergrund abzuwälzen.

An das erfmdungsgemäße Straßenfahrzeug soll nicht die Anforderung gestellt werden, hohe

Bordsteinkanten oder dergleichen Hindernisse überwinden zu können. Das erfmdungsgemäße Straßenfahrzeug ist ausgelegt für optimierte Logistik auf weitgehend ebenen Untergründen. Dank des Raumkonzeptes kann das erfmdungsgemäße Straßenfahrzeug auf der Straße stehen bleiben, zumindest kurzfristig, z.B. zum Be-/Entladen oder zum Ein-/Aussteigen- Diesbezüglich kann auch die

Anordnung und der Schließmechanismus für eine oder mehrere Zugangstüren optimiert sein. Anders ausgedrückt: optimaler Weise muss keine Seitentür nach außen geschwenkt werden; vielmehr kann der Zugang stimseitig vome und/oder hinten erfolgen, so dass der sonstige Verkehr nicht behindert wird. Dies liefert nicht zuletzt auch hohe Sicherheit bei der Nutzung des Straßenfahrzeugs.

Es hat sich gezeigt, dass das erfmdungsgemäße Konzept auch besonders variabel hinsichtlich der Ausgestaltung des Antriebs des Fahrzeugs ist. Beispielsweise können ein, zwei oder vier der

Radmodule mit einem Antrieb ausgestaltet sein oder angetrieben werden. Je nach gewünschter Anwendung können die Radmodule individuell konfiguriert und an die Bodenplatte bzw. in das Chassis montiert werden.

Die erfmdungsgemäße Ausgestaltung des Straßenfahrzeugs begünstigt nicht zuletzt auch simultan ein vorteilhaftes Nutzungskonzept und eine hohe Variabilität seitens der Herstellung und Konfiguration des Fahrzeugs (herstellerseitig).

Als Bugbereich bzw. Heckbereich ist dabei ein Längen-Abschnitt des Fahrzeugs von 5 bis 15% der absoluten Länge zu verstehen, insbesondere ein Bereich der Karosserie oder Kabine, welcher sich von einer bugseitigen bzw. heckseitigen Stirnseite 5 bis 15% der absoluten Länge erstreckt, insbesondere über den Längenabschnitt, in welchem ein Steuerstand im Innenraum der Kabine ausgebildet ist.

Die Radmodule können selbsttragend sein und eine Einzelradaufhängung aufweisen. Wahlweise können die Radmodule mit Narbenmotoren bestückt sein. Wahlweise können die Radmodule eine integrierte Elektronik und eine Seitencrashbox aufweisen. Optional kann eine integrierte

Energiespeichereinheit im Notbetrieb eine bestimmte Reichweite, z.B. ca. 25 km, mit max. 40 km/h Fahrgeschwindigkeit ermöglichen. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Straßenfahrzeug autonom fahrend. Dies ermöglicht z.B. auch eine Nutzung des Fahrzeugs für logistische innerbetriebliche Aufgabenstellungen, insbesondere in Kombination mit den ergonomischen Vorteilen beim Ein-/Aussteigen bzw. beim Be-/Entladen. Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist das Straßenfahrzeug im Innenraum wenigstens einen Steuerstand mit Lenkrad auf, welcher stimseitig vome im Innenraum und lateral (seitlich) neben der Zugangstür angeordnet ist, also seitlich versetzt zur Zugangstür. Die Anordnung von Steuerstand und Zugangstür mit lateralem Versatz, jeweils möglichst weit vome nahe an der Stirnseite oder direkt an der Stirnseite des Fahrzeugs, ermöglicht auch eine weitere Optimierung des Raumangebotes.

Erfmdungsgemäß ist das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des

Straßenfahrzeugs oder unterhalb des Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist, insbesondere kleiner gleich 17cm. Die Verwendung von vergleichsweise kleinen Rädern begünstigt eine sehr niedrige Flurebene und ermöglicht auch eine weitgehend freie Anordnung der Radmodule in einer jeweils optimalen Position am Unterboden bzw. an der Bodenplatte.

Als Konstruktionsebene ist dabei eine Ebene zu verstehen, welche die Anordnung und Ausrichtung der Karosserie vordefinieren kann. Die Konstruktionsebene betrifft definitionsgemäß

Fahrzeugaufbauten, welche nicht dem Chassis zuzuordnen sind; gleichwohl kann die

Konstruktionsebene mittels des Chassis bereitgestellt werden. Gemäß einer Variante definiert die Bodenplatte sowohl die Konstruktionsebene als auch eine Laufebene im Flurbereich; je nach Dicke/Stärke der Bodenplatte kann die Konstruktionsebene jedoch auch leicht unterhalb von der Laufebene angeordnet sein; dies ist nicht zuletzt auch ein Grund dafür, dass hier begrifflich zwischen den Ebenen getrennt wird.

Falls erforderlich, können einzelne Radmodule zumindest teilweise seitlich neben der jeweiligen Seitenwand des Straßenfahrzeugs angeordnet sein oder seitlich aus der Kontur bzw. Silhouette der Kabine herausragen, insbesondere bei einer Spurbreite (des Straßenfahrzeugs bzw. der Räder) größer als 150cm oder größer als 180cm oder größer als 200cm. Dies ermöglicht trotz niedriger Flurhöhe die Verwendung von im Durchmesser vergleichsweise großen Rädern, insbesondere zusätzlich zu den unterhalb des Unterbodens angeordneten Rädern. Wahlweise kann die Spurbreite auch noch deutlich größer sein, z.B. größer als 230cm oder bis zu 250cm, sofern die jeweilige Straßenverkehrsordnung dies zulässt. Als Spurbreite ist dabei eine Abmessung zwischen den Rädern der Radmodule in lateraler/seitlicher Richtung quer zur Fahrtrichtung zu verstehen, insbesondere die Abmessung von Außenkante zu Außenkante der Räder. Diese Spurbreite entspricht der Breite, welche das Straßenfahrzeug benötigt, um sich ungehindert auf einer Straße verlagern zu können.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind die Radmodule selbsttragend, d.h., die Radmodule sind jeweils eingerichtet, die Kräfte und Momente zwischen der Karosserie und dem Untergrund zu übertragen und sich dabei am/im Chassis abzustützen. Dies liefert auch hinsichtlich der Anordnung der Radmodule viele Freiheitsgrade.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel weisen die Räder der Radmodule jeweils eine

Einzelradaufhängung auf. Dies ermöglicht eine sehr variantenreiche Anordnung der Räder und erleichtert auch das Individualisieren des Antriebs je nach gewünschter Ausgestaltung des Fahrzeugs.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind an jedem Radmodul ein Rad oder zwei paarweise Räder angeordnet, wobei die Räder einen Durchmesser kleiner als 20cm aufweisen, insbesondere kleiner gleich 17cm, wobei die Räder bevorzugt in Fahrtrichtung hintereinander angeordnet sind. Diese Ausgestaltung der Radmodule ermöglicht auch, bei vergleichsweise kleinen Raddurchmessem die Lastverteilung durch Redundanz hinsichtlich der Räder zu optimieren, wobei jedes Radmodul für sich individuell angeordnet und bezüglich der Anzahl der Räder ausgestaltet werden kann. Auch hierin ergibt sich ein Vorteil des achsfreien Aufbaus des Fahrzeugs.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel umfasst das (jeweilige) Antriebsmodul einen Nabenmotor. Dies liefert nicht zuletzt auch Platzvorteile.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel stellt der Elektroantrieb, insbesondere ein jeweiliges

Antriebsmodul, eine Leistung von mindestens 13 bis 15 kW bereit. Dies ermöglicht auch eine Reichweite im Bereich von mindestens 100km.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist der Elektroantrieb wahlweise ein, zwei oder drei oder vier Antriebsmodule auf, die jeweils individuell mit einem Radmodul gekoppelt sind. Diese modulartige Ausgestaltung des Antriebs ermöglicht auch einen hohen Variationsgrad, je nachdem wie ausgeprägt die einzelnen Charakteristika des Antriebs sein sollen (z.B. Stärke, Masse, Redundanz, Sicherheit, Handling und Traktion, Kostenvorteile). Die Antriebsmodule können jeweils auch bezüglich einer von zwei Fahrtrichtungen optimiert sein (im Sinne von Vorwärtsgang, Rückwärtsgang). ITEM B Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern; einem Chassis zum Abstützen der Radmodule; einem

Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist; einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts-/Lagerbereich („green house“) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei

gegenüberliegende Zugangstüren, wobei das Chassis eine erste Gruppe von Radmodulen umfasst, welche im Bugbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im vorderen Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei bugseitige Radmodule, und ferner eine zweite Gruppe von Radmodulen umfasst, welche im Heckbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im hinteren Drittel der absoluten Länge des Chassis oder der

Karosserie, insbesondere zwei heckseitige Radmodule, wobei die Radmodule unabhängig voneinander gelagert sind, mit deren Rädern jeweils an wenigstens einer individuell gelagerten Radachse

(insbesondere Einzelradaufhängung) des jeweiligen Radmoduls, und wobei die Radmodule derart angeordnet und gelagert sind, dass eine Laufebene des Flurs unabhängig von den Radmodulen geometrisch angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des

Untergrundes/Bodens, und wobei das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des Straßenfahrzeugs oder unterhalb des Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet ist, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist, insbesondere kleiner gleich 17cm, wobei an jedem Radmodul wenigstens ein Rad oder wenigstens zwei paarweise Räder angeordnet sind, das wenigstens eine Antriebsmodul einen Nabenmotor umfasst. Hierdurch ergeben sich zahlreiche der zuvor genannten Vorteile, insbesondere in Hinblick auf eine möglichst freie Auslegung des Fahrzeug-Innenraums (insbesondere Höhenebenen), ohne dass nachteilige Einschränkungen aufgrund von Achsen oder Antrieben erfolgen müssen.

Bereitgestellt wird ferner ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: -wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern;

-einem Chassis zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts-/Lagerbereich („green house“) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren. Das Straßenfahrzeug weist insbesondere auch Merkmale des zuvor bereits beschriebenen Straßenfahrzeugs auf.

Erfindungsgemäß (insbesondere gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung) ist die Karosserie modular ausgebildet und aus einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul aufgebaut, wobei die Module in Längsrichtung mittels form- und/oder kraftschlüssiger Kupplungen aneinander gekoppelt/gekuppelt sind, wobei das Grundmodul und das wenigstens eine Anbaumodul derart angeordnet und gelagert sind, dass eine durch eine modulare Bodenplatte des Chassis bereitgestellte Laufebene im Flur jeweils abschnittsweise vom Grundmodul und vom/von Anbaumodul(en) gebildet wird, und dass der Flur unabhängig von der Ausgestaltung und Anzahl der Module geometrisch angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in vollständiger Längserstreckung zwischen den beiden gegenüberliegenden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs. Dies liefert hohe Variabilität und ermöglicht nicht zuletzt auch das effiziente Bereitstellen von hinsichtlich Nutzeranforderungen individualisierbaren Fahrzeugen, ohne die Produktion besonders komplex ausgestalten zu müssen.

Diese Konfiguration ermöglicht auch eine langfristige Mehrzweck-Nutzung, auch für neue

Nutzungsarten, die sich erst auf lange Sicht ergeben. Aufgrund der Modularität ist das Fahrzeug wahlweise auch im Nachgang zur Herstellung neu konfigurierbar. Beispielsweise kann zunächst die Anschaffung eines Grundmoduls erfolgen. Wahlweise kann bei neuen Nutzungszwecken wenigstens ein Anbaumodul nachgerüstet werden.

Es hat sich gezeigt, dass das erfindungsgemäße Konzept zum Bereitstellen eines niederflurigen Personenkraftwagens auch mittels eines modularen Aufbaus von Chassis und Karosserie auf besonders vorteilhafte Weise realisiert werden kann.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Straßenfahrzeugs begünstigt nicht zuletzt auch die Optimierung des elektrischen Antriebs. Ein Antriebsmodul wird bevorzugt am Grundmodul der Karosserie bzw. des Chassis montiert. Wahlweise können auch weitere Antriebsmodule an den Anbaumodulen vorgesehen sein. Auch in Bezug auf den modularen Aufbau ist es vorteilhaft, wenn das Straßenfahrzeug achsfrei ausgestaltet ist, also ohne eine die Breite des Fahrzeugs überspannende Radachse. Für die Auslegung der Reichweite kann die Kapazität eines Akkumulators entsprechend angepasst werden. Das Grundmodul kann dabei auch aus zwei einzelnen Modulen bestehen, nämlich einem Flurmodul und einem Aufenthaltsmodul, wobei das Aufenthaltsmodul auch dem Bordtechnikmodul entsprechen kann. Das Flurmodul und das Aufenthaltsmodul können dabei jeweils teilweise eine/die Bodenplatte bilden, auf welcher das Fahrzeug konstruktiv aufgebaut wird.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel definieren die einzelnen Module einen über alle Module homogen in derselben Höhenposition verlaufenden Boden für den Innenraum, welcher Boden eine Laufebene bildet, die in einer Höhenebene angeordnet ist, insbesondere stufenlos in einer einzigen Höhenebene niedriger als 25cm oder 20cm über dem Untergrund, wobei die Laufebene den Flurbereich definiert. Dies optimiert die Nutzbarkeit des Innenraumes, beispielsweise auch in Hinblick auf die Verwendung von Gehhilfen.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Grundmodul in ein Flurmodul und ein Aufenthaltsmodul unterteilt. Dies hat nicht zuletzt auch in fertigungstechnischer Hinsicht Vorteile. Das Flurmodul kann dabei eine tragende Struktur mit begehbarem Boden liefern, welche die Antriebsmodule mit einem/dem Bordtechnikmodul verbindet. Im Falle eines Unfalls (crash) kann das Flurmodul dabei auch eine Funktion als zusätzliche Knautschzone erfüllen.

Das Bordtechnikmodul bzw. das Aufenthaltsmodul kann eine tragende Struktur mit begehbarem Boden bereitstellen. Das Bordtechnikmodul ist eingerichtet zur Aufnahme von Energiespeichem, insbesondere vom Haupt-Akkumulator für den Elektroantrieb des Fahrzeugs. Das Bordtechnikmodul ist stellt Raum (Volumen) bereit, nämlich einerseits zur Klimatisierung des/der Energiespeicher/s und andererseits auch für die Elektronik des Fahrzeugs. Auf der oberen Seite des Bordtechnikmoduls, also an der Seite zum Innenraum der Kabine, können flexible standardisierte Befestigungspunkte zur Arretierung von Sitzen, Trennwänden und/oder Multifunktionseinheiten vorgesehen sein.

Für das modulare Konzept des Fahrzeugs können entsprechende Kupplungs- bzw. Befestigungspunkte vorgesehen sein, insbesondere Befestigungspunkte am Flurmodul und an den Antriebsmodulen und an den Radmodulen sowie an einer/der Rahmenstruktur der Karosserie bzw. der Kabine. Die

Verbindungen bzw. Befestigungspunkte sind bevorzugt als kalte Verbindungspunkte (nicht stoffschlüssige Verbindungstechniken) im Rahmen von Form- und/oder Kraftschluss ausgestaltet, optional mit zusätzlicher Klebenaht bzw. Fügestelle (falls im Einzelfall erforderlich oder zwecks größerer Sicherheit erwünscht). Wahlweise kann wenigstens eine Crashbox am Chassis und/oder an der Karosserie vorgesehen sein. Die Crashbox kann z.B. mit einem der Module verbunden werden; insbesondere ist die Crashbox direkt am Bordtechnikmodul (Aufenthaltsmodul) befestigt. Die (jeweilige) Crashbox dient zum Schutz der Passagiere, insbesondere bei Front- und/oder Heck-Kollisionen. Die (jeweilige) Crashbox dient zum Schutz von Energieträgern (insbesondere Haupt- Akkumulator). Die (jeweilige) Crashbox kann optional auch Klimageräte für den Innenraum und das Bordtechnikmodul aufweisen.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel gibt der modulare Aufbau der Karosserie auch die Struktur des Innenraums der Kabine vor, indem die einzelnen Module innen jeweils durch Trennschotte oder Trennwände voneinander abgegrenzt sind und dadurch mehrere miteinander verbundene Abteile (Kompartimente) bilden, insbesondere wenigstens drei Abteile aus der folgenden Gruppe: Steh- oder Lagerabteil, Sitz- oder Liegeabteil, Abstell-Abteil, Fahrrad-Abteil. Dies liefert auch hohe Variabilität und kann die Funktionalität erweitern.

Als Steh- oder Lagerabteil ist dabei ein abgrenzbarer Bereich zu verstehen, in welchem Individuen (insbesondere ausgewachsene Menschen) sich stehend aufhalten können und/oder in welchem Güter für den Transport gelagert werden können, insbesondere auch entsprechend gesichert während der Fahrt.

Als Sitz- oder Liegeabteil ist dabei ein abgrenzbarer Bereich zu verstehen, in welchem Individuen (insbesondere ausgewachsene Menschen) sich sitzend oder liegend aufhalten können, insbesondere auch entsprechend gesichert während der Fahrt.

Als Abstell-Abteil ist dabei ein abgrenzbarer Bereich zu verstehen, in welchem Güter oder

Gegenstände (z.B. Kinderwagen) für den Transport gelagert werden können, insbesondere auch entsprechend gut zugänglich für leichte Entwendung aus dem Bereich, insbesondere während der Fahrt.

Als Fahrrad-Abteil ist dabei ein abgrenzbarer Bereich zu verstehen, in welchem Fahrräder für den Transport gelagert werden können, insbesondere auch entsprechend gut zugänglich für leichte Entwendung aus dem Bereich, insbesondere während der Fahrt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das jeweilige Modul, insbesondere das Grundmodul, mittels wenigstens einer Trennwand von einem benachbarten Modul abschottbar, insbesondere indem die Trennwand an einer Schiene oder Kante des Moduls zumindest abschnittsweise entlang des Moduls führbar ist. Dies erhöht nicht zuletzt auch die Variabilität.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist das Grundmodul eine Standard-Länge von 3500 bis 4000mm auf, insbesondere 3750mm. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Grundmodul in der Länge verkürzbar, insbesondere um mindestens 500mm, insbesondere indem ein Teil Bodens des

Grundmoduls vom Grundmodul entkoppelt werden kann. Dies ermöglicht jeweils auch einen hohen Variantenreichtum und kann ein vergleichsweise kompaktes universelles Basismodul mit

unterschiedlichen spezielleren Zusatzmodulen kombinierbar machen, je nachdem, welche

Anforderungen hinsichtlich Rangierbarkeit und Raumangebot an das Fahrzeug gestellt werden.

ITEM C Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: wenigstens vier Radmodulen, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern; einem Chassis zum Abstützen der Radmodule; einem

Elektroantrieb mit wenigstens einem Antriebsmodul, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist; einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur und einen Aufenthalts-/Lagerbereich („green house“) definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür von der Umgebung zum Innenraum der Kabine aufweist, bevorzugt zwei

gegenüberliegende Zugangstüren, wobei die Karosserie modular ausgebildet ist und aus einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul aufgebaut ist, wobei die Module in Längsrichtung mittels form- und/oder kraftschlüssiger Kupplungen aneinander gekuppelt sind, wobei das

Grundmodul und das wenigstens eine Anbaumodul derart angeordnet und gelagert sind, dass eine durch eine modulare Bodenplatte des Chassis bereitgestellte Laufebene im Flur jeweils

abschnittsweise vom Grundmodul und vom/von Anbaumodul(en) gebildet wird, und dass der Flur in vollständiger Längserstreckung zwischen den beiden gegenüberliegenden Stirnseiten des

Straßenfahrzeugs unabhängig von der Ausgestaltung und Anzahl der Module geometrisch

angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, wobei die einzelnen Module einen über alle Module homogen in derselben Höhenposition verlaufenden Boden für den Innenraum definieren, welcher Boden eine Laufebene bildet, die stufenlos in einer einzigen Höhenebene niedriger als 25cm oder 20cm über dem Untergrund angeordnet ist, wobei die Laufebene den Flurbereich definiert.

Hierdurch ergeben sich zahlreiche der zuvor genannten Vorteile, insbesondere in Hinblick auf hohe Variabilität. Dabei kann das jeweilige Radmodul unterhalb einer Konstruktionsebene des

Straßenfahrzeugs oder unterhalb eines Unterbodens des Straßenfahrzeugs angeordnet sein, mit dem jeweiligen Rad in einer Anordnung vollständig unterhalb davon, wobei der Durchmesser des jeweiligen Rades kleiner als 20cm ist. Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch einen Verband umfassend wenigstens zwei zuvor beschriebene Straßenfahrzeuge, wobei die Straßenfahrzeuge stimseitig aneinander gekuppelt sind, insbesondere in einem Abstand von mindestens lm oder mindestens 1,5m, insbesondere mittels wenigstens einer form- und/oder kraftschlüssigen Kupplung (insbesondere etablierten Kupplungen eingerichtet zur Aneinanderreihung von Wagen). Dies liefert zuvor genannte Vorteile insbesondere in Hinblick auf noch größere Variabilität hinsichtlich der

Verwendungsmöglichkeiten. Die Kupplung kann beispielsweise an der jeweiligen Bodenplatte angreifen. Der Mindestabstand ermöglicht eine uneingeschränkte Zugänglichkeit und wahlweise auch die Verwendung von Plattformen.

Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, insbesondere zuvor beschriebenes Straßenfahrzeug, hergestellt durch Montieren von einem Innenraum einer/der durch eine/die Karosserie des

Straßenfahrzeugs definierten Kabine und durch darauffolgendes Montieren von Seitenwänden und Dach der Kabine derart, dass die Karosserie um einen/den im Innenraum bereits ausgestalteten Flurbereich und um ein in einem/im Aufenthalts-/Lagerbereich bereits vormontiertes

Bordtechnikmodul gebildet wird, wobei die Kabine zumindest im Flurbereich auf einer Ebene, insbesondere Laufebene erstellt wird, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes angeordnet ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei an der Karosserie wenigstens eine zum Flurbereich führende Zugangstür angeordnet wird, wobei eine/die Schwelle der Zugangstür in der Höhe der Laufebene angeordnet wird. Dies liefert zuvor genannte Vorteile, insbesondere in Hinblick auf Ergonomie und Komfort bei diversen Nutzungsarten, insbesondere auch in Hinblick auf noch größere Variabilität und Anpassung des Fahrzeugs bzw. der Fahrzeuge an die gewünschte Art der Nutzung. Insbesondere kann das Herstellungsverfahren dabei in vier separat voneinander abzuarbeitende und individualisierbare Herstellungsschritte untergliedert werden, was nicht zuletzt auch Vorteile hinsichtlich Zulieferern und Aufsplittung der Wertschöpfungskette liefert.

Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen eines Straßenfahrzeugs für den Transport von Individuen und/oder Gütern, insbesondere eines zuvor beschriebenen Straßenfahrzeugs, wobei das Straßenfahrzeug mit wenigstens vier Radmodulen, mit einem Chassis zum Abstützen der Radmodule, mit einem Elektroantrieb mit wenigstens einem an wenigstens eines der Radmodule gekoppelten Antriebsmodul, sowie mit einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie ausgestaltet wird; wobei das Verfahren in vier separaten Herstellungsschritten durchgeführt wird, wobei die

Herstellungsschritte jeweils unabhängig voneinander durchführbar sind:

-erster Herstellungsschritt: Bereitstellen des Chassis mit einer Bodenplatte oder einem Bodenträger jeweils zur Definition einer Konstruktionsebene für die Karosserie des Straßenfahrzeugs und zur Definition einer Laufebene eines von der Kabine des Straßenfahrzeugs umgrenzten und von

Individuen nutzbaren Flurbereichs;

-zweiter Herstellungsschritt: Anordnen von wenigstens vier Radmodulen am Chassis und Bereitstellen eines Elektroantriebs mit wenigstens einem Antriebsmodul, welches an wenigstens eines der Radmodule gekoppelt wird und am Chassis abgestützt wird, insbesondere an der Bodenplatte;

-dritter Herstellungsschritt: Erstellen des Flurbereichs und eines Aufenthalts-/Lagerbereichs auf dem Chassis auf der Konstruktionsebene bzw. auf der Bodenplatte, wobei der Flurbereich und der Aufenthalts-/Lagerbereich mittels Trennwänden zumindest teilweise voneinander abgeschottet werden, und wobei der Aufenthalts-/Lagerbereich zumindest abschnittsweise in einer Höhenebene (Aufenthaltsebene) oberhalb der Laufebene angeordnet wird, so dass ein gesamter Innenraum innerhalb der Kabine auf nur zwei unterschiedlichen Höhenebenen angeordnet/anordenbar ist/wird; und

-vierter Herstellungsschritt: Erstellen der Kabine mit Seitenwänden und Dach mittels der Karosserie um den Flurbereich und um den Aufenthalts-/Lagerbereich, insbesondere derart, dass sich der Flurbereich vollständig zwischen gegenüberliegenden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs innerhalb der Kabine erstreckt, bevorzugt zwischen zwei gegenüberliegenden Zugangstüren, welche in die

Karosserie integriert werden/sind, insbesondere in Ausgestaltung als zur Fahrzeugmitte hin aufgehende Schwenkschiebetüren. Dies liefert zuvor genannte Vorteile. Insbesondere kann die Herstellung besonders flexibel und variantenreich ausgestaltet werden.

Gemäß einer Ausführungsform wird im ersten Herstellungsschritt das Chassis aus einer Mehrzahl von Modulen gebildet, insbesondere einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul, wobei die Module mittels form- und/oder kraftschlüssiger Kupplungen miteinander verbunden werden. Dies erhöht nicht zuletzt die Variabilität und kann die Herstellung noch flexibler ausgestalten, insbesondere da einzelne Module/Komponenten zeitlich oder herstellerbezogen jeweils individuell bereitgestellt werden können.

Erfmdungsgemäß werden im zweiten Herstellungsschritt die Radmodule an der Unterseite der Bodenplatte unter der Bodenplatte angeordnet und abgestützt. Dies liefert nicht zuletzt Vorteile hinsichtlich optimiertem Raumangebot; die Anordnung der Radmodule kann dabei bezüglich einer jeweiligen Nutzungsart des Fahrzeugs optimiert werden, sei es in der Breite und/oder in der Länge. Gemäß einer Ausführungsform wird im dritten Herstellungsschritt ein Bordtechnikmodul zur Aufnahme eines Akkumulators des Straßenfahrzeugs im Aufenthalts-/Lagerbereich angeordnet, wobei das Bordtechnikmodul eine Aufenthaltsebene des AufenthaltsVLagerbereichs bildet. Dies ermöglicht nicht zuletzt auch eine Entkopplung des Flurbereichs und kann die Mindesthöhe der Flurebene weiter minimieren.

Gemäß einer Ausführungsform werden im vierten Herstellungsschritt die Karosserie und die Kabine symmetrisch in Bezug auf die beiden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs ausgebildet, insbesondere derart, dass das Straßenfahrzeug eingerichtet ist zur bidirektionalen Fahrweise in entgegengesetzte Fahrtrichtungen. Dies liefert nicht zuletzt auch einen einfachen Aufbau des Innenraums und kann auch den Ausbau des Innenraums vereinfachen; nicht zuletzt können dieselben Komponenten für beide Stirnseiten verwendet werden, so dass ich auch Kosten- und Zeitvorteile insbesondere auch bei der Herstellung ergeben können.

Erfmdungsgemäß wird das Chassis mit einer absoluten Höhe von weniger als 25cm oder 20cm bereitgestellt, wobei die Bodenplatte des Chassis derart angeordnet wird, dass eine/die Faufebene für den Flurbereich in einer absoluten Höhe von weniger als 25cm oder 20cm auf der Bodenplatte anordenbar ist. Dies ermöglicht nicht zuletzt eine konstruktive Entkopplung von Chassis und

Radmodulen einerseits und Aufteilung und Höhenpositionen im Innenraum der Kabine andererseits.

Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch Verwendung eines Chassis zur Definition einer Faufebene in einem Flurbereich in einem zuvor beschriebenen Straßenfahrzeug, wobei mittels des Chassis die Faufebene in einer Höhenposition kleiner 20cm, insbesondere kleiner gleich 17cm bereitgestellt wird. Hierdurch ergeben sich zuvor genannte Vorteile, insbesondere auch in Hinblick auf eine flexible Integration von Antriebskomponenten in das Chassis. Das Chassis ist vergleichsweise einfach aufgebaut und kann auch in Hinblick auf eine bevorzugte Fänge oder Breite des Fahrzeugs auf einfache Weise angepasst werden. Das Chassis kann dabei zusammen mit

Radmodulen und wenigstens einem Antriebsmodul eines Elektroantriebs mit einer absoluten Höhe von wenige als 25cm oder 20cm bereitgestellt werden.

Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch Verwendung von wenigstens vier Radmodulen mit wenigstens einem individuell im jeweiligen Radmodul gelagerten Rad zum achsfreien Fagem eines zuvor beschriebenen Straßenfahrzeugs, wobei die Radmodule unterhalb einer Bodenplatte des Chassis in einer Höhe von weniger als 25cm oder 20cm angeordnet werden.

Hierdurch ergeben sich zuvor genannte Vorteile, insbesondere auch in Hinblick auf eine möglichst niedrige Flurhöhe weitgehend unabhängig von der gewählten oder geforderten Ausgestaltung des Chassis.

Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird auch gelöst durch Verwendung wenigstens eines Grundmoduls und wenigstens eines Anbaumoduls für einen modularen Aufbau eines Chassis und einer Karosserie eines zuvor beschriebenen Straßenfahrzeugs, wobei die Module zusammen eine Laufebene für einen sich über die gesamte Länge des von der Karosserie gebildeten Innenraums erstreckenden Flurbereichs definieren, wobei die Laufebene in einer einzigen Höhenebene (Höhe) angeordnet ist, insbesondere in einer Höhe kleiner 20cm. Hierdurch ergeben sich zuvor genannte Vorteile, insbesondere auch in Hinblick auf ein möglichst flexibles Fertigungskonzept und auf möglichst maximale Freiheitsgrade bei der Individualisierung des jeweiligen Fahrzeugs gemäß den Anforderungen der Nutzer.

Die Erfindung kann auch wie folgt zusammengefasst werden, wobei das einheitliche erfinderische Konzept auch darauf beruht, das Straßenfahrzeug derart zu konzipieren, dass das Fahrzeug einerseits besonders vorteilhaft bezüglich unterschiedlicher Verwendungsarten ist, und dass das Fahrzeug andererseits auch auf einfache Weise hergestellt werden kann und ohne großen Aufwand an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann:

Das erfmdungsgemäße elektrisch antreibbare Straßenfahrzeug kann hinsichtlich wenigstens eines der folgenden Merkmale für den Transport von Individuen und/oder Gütern auf der Straße optimiert werden: a) Flur mit ebenerdiger Laufebene in nur einer niederflurigen Höhenposition unter 20cm, bevorzugt geradliniger Flur, bevorzugt komplett zwischen den gegenüberliegenden Stirnseiten des Fahrzeugs verlaufender Flur; und/oder b) achsfreie Radmodule in einer Anordnung unterhalb einer Bodenplatte des Chassis, jeweils individuell anordenbar; und/oder c) modularer Aufbau von Chassis und/oder Karosserie bestehend aus einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul, wobei die Module zusammen den Flur mit der einheitlich hohen Laufebene bereitstellen können, und wahlweise auch den Aufenthaltsbereich mit einer einheitlich hohen Aufenthaltsebene. Eine Optimierung zumindest der Merkmale a) und b) in Kombination miteinander hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.

KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN

In den nachfolgenden Zeichnungsfiguren wird die Erfindung noch näher beschrieben, wobei für Bezugszeichen, die nicht explizit in einer jeweiligen Zeichnungsfigur beschrieben werden, auf die anderen Zeichnungsfiguren verwiesen wird. Es zeigen: Figuren 1A, 1B, IC, ID in verschiedenen zumindest teilweise geschnittenen Ansichten jeweils in schematischer Darstellung ein Straßenfahrzeug gemäß einem Ausführungsbeispiel;

Figuren 2A, 2B in zumindest teilweise geschnittener Seitenansicht und in Draufsicht in schematischer Darstellung ein Straßenfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;

Figur 3 in einer Draufsicht in schematischer Darstellung ein Straßenfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;

Figur 4 in einer geschnittenen Seitenansicht in schematischer Darstellung ein Straßenfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel mit zusätzlichen seitlich angeordneten Radmodulen; Figuren 5A, 5B jeweils in Draufsicht in schematischer Darstellung Bewegungspfade für

Individuen und/oder Güter in einem Straßenfahrzeug gemäß Ausführungsbeispielen;

Figuren 6A, 6B jeweils in Draufsicht in schematischer Darstellung ein Straßenfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;

Figur 7 in schematischer Darstellung Schritte eines Herstellungsverfahrens gemäß

Ausführungsformen der Erfindung;

Figuren 8A, 8B, 8C in einer Draufsicht und in einer Seitenansicht und in einer

Explosionszeichnung jeweils in schematischer Darstellung Komponenten bzw. Module eines

Straßenfahrzeugs und Schritte eines Herstellungsverfahrens gemäß Ausführungsbeispielen; und Figuren 9A, 9B, 9C, 9D, 9E, 9F, 9G, 9H, 9J, 9K, 9L, 9M, 9N, 90 in Draufsichten und in Seitenansichten jeweils in schematischer Darstellung Komponenten bzw. Module eines

Straßenfahrzeugs und in chronologischer Reihenfolge Schritte eines Herstellungsverfahrens gemäß Ausführungsbeispielen.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER FIGUREN

Im Folgenden wird die Erfindung zunächst allgemein unter Bezugnahme auf alle Figuren beschrieben. Einzelne Aspekte der Erfindung werden daraufhin unter Bezugnahme auf die jeweilige Figur spezifisch beschrieben.

Die Erfindung betrifft ein Straßenfahrzeug 10 für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: -wenigstens vier Radmodulen 5, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern 5.1;

-einem Chassis 1 zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb 6 mit wenigstens einem Antriebsmodul 6.1, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine 3 umgrenzenden Karosserie 2, wobei die Kabine einen Flur 4a und einen

Aufenthalts-/Lagerbereich 4b definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür 18 von der Umgebung U zum Innenraum 4 der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Zugangstüren; wobei die wenigstens eine Zugangstür 18 an einer Stirnseite vome und/oder hinten an der Karosserie 2 angeordnet ist, wobei die Zugangstür den Zugang zum Flur 4a ermöglicht, wobei die Zugangstür eine Schwelle 9 aufweist, welche in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes F angeordnet ist und in die Karosserie 2 integriert ist, insbesondere maximal 17cm, und wobei die Schwelle 9 an der Karosserie den Zugang zu einer Faufebene E4a im Flur freigibt, insbesondere zu einer ebenerdigen Faufebene ohne Stufen oder Absätze oder Höhendifferenzen, insbesondere zu einer zumindest annähernd horizontal ausgerichteten Faufebene, welche sich bevorzugt vollständig zwischen den gegenüberliegenden Stirnseiten in einer einzigen Horizontalebene erstreckt.

Die Erfindung betrifft ferner ein Straßenfahrzeug 10 für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen 5, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern 5.1;

-einem Chassis 1 zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb 6 mit wenigstens einem Antriebsmodul 6.1, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine 3 umgrenzenden Karosserie 2, wobei die Kabine einen Flur 4a und einen

Aufenthalts-/Fagerbereich 4b definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür 18 von der Umgebung U zum Innenraum 4 der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende

Zugangstüren; insbesondere ein zuvor beschriebenes Straßenfahrzeug;

wobei das Chassis 1 eine erste Gruppe von Radmodulen 5 umfasst, welche im Bugbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im vorderen Drittel der absoluten Fänge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei bugseitige Radmodule, und ferner eine zweite Gruppe von Radmodulen 5 umfasst, welche im Heckbereich des Straßenfahrzeugs angeordnet sind, insbesondere im hinteren Drittel der absoluten Fänge des Chassis oder der Karosserie, insbesondere zwei heckseitige Radmodule, wobei die Radmodule unabhängig voneinander gelagert sind, mit deren Rädern jeweils an wenigstens einer individuell gelagerten Radachse des jeweiligen Radmoduls 5, und wobei die Radmodule derart angeordnet und gelagert sind, dass eine Faufebene E4a des Flurs 4a unabhängig von den Radmodulen geometrisch anordenbar und ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in einer Höhe von maximal 25cm oder 20cm bezüglich des Untergrundes.

Die Erfindung betrifft ferner ein Straßenfahrzeug 10 für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit:

-wenigstens vier Radmodulen 5, insbesondere mit jeweils wenigstens zwei Rädern 5.1; -einem Chassis 1 zum Abstützen der Radmodule;

-einem Elektroantrieb 6 mit wenigstens einem Antriebsmodul 6.1, das an wenigstens eines der Radmodule und/oder an das Chassis gekoppelt ist;

-einer eine Kabine 3 umgrenzenden Karosserie 2, wobei die Kabine einen Flur 4a und einen

Aufenthalts-/Lagerbereich 4b definiert, wobei die Kabine wenigstens eine Zugangstür 18 von der Umgebung U zum Innenraum 4 der Kabine aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende

Zugangstüren; insbesondere ein zuvor beschriebenes Straßenfahrzeug; wobei die Karosserie 2 modular ausgebildet ist und aus einem Grundmodul 11 und wenigstens einem Anbaumodul 12, 12b aufgebaut ist, wobei die Module in Längsrichtung mittels form- und/oder kraftschlüssiger Kupplungen

(insbesondere etablierten Kupplungen mit optional elastischen Elementen für Lagetoleranzen mit translatorischem und/oder rotatorischem Freiheitsgrad) aneinander gekuppelt sind, wobei das

Grundmodul und das wenigstens eine Anbaumodul derart angeordnet und gelagert sind, dass eine durch eine modulare Bodenplatte L I des Chassis 1 bereitgestellte Laufebene E4a im Flur jeweils abschnittsweise vom Grundmodul und vom/von Anbaumodulen gebildet wird, und dass der Flur 4a unabhängig von der Ausgestaltung und Anzahl der Module geometrisch angeordnet/anordenbar und ausgestaltet/ausgestaltbar ist, insbesondere in einer einzigen Höhenebene, insbesondere in

vollständiger Längserstreckung zwischen den beiden gegenüberliegenden Stirnseiten des

Straßenfahrzeugs 10.

Diese drei zuvor beschriebenen vorteilhaften Ausgestaltungen des Straßenfahrzeugs können auch in Kombination miteinander realisiert werden.

Die Erfindung kann auch durch allgemeine Bezugnahme auf die folgenden Bezugsziffem beschrieben werden. Ein elektrisch angetriebenes Straßenfahrzeug 10 umfasst ein Chassis 1 mit einer Bodenplatte 1.1 und mit mehreren Radmodulen 5 jeweils mit wenigstens einem Rad 5.1, eine Karosserie 2, eine Kabine 3 mit Seitenwänden 3.1 und Dach 3.2 und mit Sitzen oder Bänken 3.3 und einem Stauraum- Kasten oder Ablagefach 3.4 und mit wenigstens einer Gepäckablage 3.5 und einem

Bordtechnikbereich 3.6, wobei der von der Kabine umgrenzte (nutzbare) Innenraum 4 in einen Flurbereich 4a und in einen Aufenthaltsbereich 4b bzw. Lagerraum („green house“) unterteilt ist. Der Aufenthaltsbereich 4b kann in mehrere Kompartimente bzw. Abteile 4.1, 4.2, 4.3 untergliedert sein, insbesondere mittels wenigstens einem Trennschott 13, und kann ferner Platz für wenigstens einen Steuerstand 7 mit einem Steuer 7.1 liefern.

Das Straßenfahrzeug 10 umfasst ferner einen Elektroantrieb 6 mit wenigstens einem Antriebsmodul 6 1 Wenigstens eine Zugangstür 18 ist an wenigstens einer der Stirnseiten yz des Fahrzeugs 10 angeordnet. Optional kann an wenigstens einer der Stirnseiten des Fahrzeugs 10 eine Plattform 17 vorgesehen sein, insbesondere über der gesamten Breite der Stirnseite, insbesondere in der Höhe einer/der Laufebene des Flurbereichs.

Die Kabine 3 grenzt das Fahrzeug 10 von der Umgebung U ab. Das Fahrzeug steht mit den Rädern 5.1 des Chassis auf dem Untergrund F, insbesondere auf einer Straße (z.B. Teer- oder Betondecke).

In der Kabine 3 ist ein Bordtechnikmodul 8 (Aufenthaltsmodul) angeordnet, wobei die Oberseite 8.1 des Bordtechnikmoduls bevorzugt eine Ebene bzw. Oberfläche zur Anordnung von Sitzen 3.3 liefert. Wahlweise kann auf dem Bordtechnikmodul 8 ein Stauraum-Kasten 3.4 vorgesehen sein. Das Bordtechnikmodul 8 bildet eine Flur-Stufe bzw. Flur- Absatz 19 zur Flurebene (Uaufebene E4a), mit einer vordefinierten maximalen Höhe bevorzugt kleiner gleich 20cm.

Das Straßenfahrzeug 10 kann modulartig aufgebaut sein: Ein Grundmodul 11 stellt die wesentlichen Funktionen des Fahrzeugs (insbesondere Antrieb, Kabine) bereit und kann durch wenigstens ein Anbaumodul 12a, 12b erweitert werden. Das Grundmodul 11 kann dabei funktional in Hinblick auf die Nutzung durch Passagiere unterteilt sein, insbesondere in ein Flurmodul 1 la und in ein

Aufenthaltsmodul 8 (insbesondere bereitgestellt durch wenigstens ein Bordtechnikmodul).

Im Folgenden wird der konstruktive Aufbau des Fahrzeugs unter Bezugnahme auf das zweistufige Konzept der Ebenen des Fahrzeugs näher beschrieben. Das Fahrzeug 10 wird auf einer

Konstruktionsebene El errichtet, wobei für den Nutzer eine Laufebene E4a und eine Aufenthaltsebene E4b zugänglich sind, jeweils durch Überwindung einer Stufe bzw. einer Höhe, die bevorzugt kleiner gleich 20cm ist. Der Flur 4a ist entlang einer Längsachse X4a angeordnet und erstreckt sich geradlinig.

Die Längsrichtung, Querrichtung (Breite) und Höhenrichtung werden mit x, y, z bezeichnet. Die Länge, Breite und Höhe des Straßenfahrzeugs werden entsprechend mit xlO, ylO, zlO bezeichnet. Die Spurbreite y5 (Fig. 4) bezeichnet die Breite zwischen den Radmodulen, welche Breite einer Straße oder eines vergleichbar ebenen Untergrunds zur Verlagerung des Fahrzeugs mindestens erforderlich ist. Der Bugbereich XI und der Heckbereich X2 des Fahrzeugs können optional symmetrisch ausgebildet sein, insbesondere zwecks bidirektionaler Fahrmöglichkeit.

Im Folgenden werden konstruktive Details in Bezug auf die Höhenrichtung (Hochachse) beschrieben. Die Höhe zO bezeichnet die Mindest-Höhe der Zugangs-Stufe (Höhe der Schwelle), die ein Passagier überwinden muss. Die Höhe zl.l bezeichnet die Höhe einer/der Bodenplatte 1.1. Eine separate Bodenplatte einer Mindeststärke ist nicht notwendigerweise erforderlich. Je nach Stärke der

Bodenplatte muss der Passagier die Höhe zl. l überwinden. Die Höhe z4a bezeichnet die Höhe des Flurs bzw. die Höhe der Laufebene (Flurhöhe); diese Höhe ist bevorzugt größer 175cm, insbesondere in Hinblick auf aufrechten Gang von Europäern. Die Höhe z4b bezeichnet die Höhe des

Aufenthaltsbereichs 4b; diese Höhe ist um die Höhe der Stufe 19 kleiner als die Höhe z4a des Flurs 4a. Die Höhe z2 bezeichnet die Höhe der Karosserie. Diese Höhe ist bevorzugt kleiner 180cm. Der Durchmesser z5.1 eines jeweiligen Rades 5.1 ist (insbesondere bei Anordnung der Radmodule unterhalb des Flur- und Aufenthaltsbereiches 4a, 4b) bevorzugt kleiner 17cm.

Die Höhe z8 der Flur-Stufe bzw. des Flur-Absatzes (insbesondere entsprechend der Höhe des Bordtechnikmoduls 8) ist bevorzugt kleiner gleich 20cm. Die Höhe zl8 der jeweiligen Zugangstür 18 ist bevorzugt größer 170cm oder 175cm, insbesondere in Hinblick auf maximale Ergonomie für Personen mit der Durchschnittsgröße von Europäern.

In Fig. 1A wird eine Anordnung der Radmodule 5 unterhalb der Bodenplatte 1.1 beschrieben. Die Räder 5.1 haben einen vergleichsweise kleinen Durchmesser. Die Bodenplatte 1.1 stellt die Flurebene E4a bereit. Ein Individuum muss vom Boden F die erste Stufe 9 zur Flurebene E4a überwinden. Um in den Aufenthaltsbereich 4b zu gelangen, muss auch noch die zweite Stufe 19 überwunden werden. Beide Stufen sind bevorzugt niedriger als 20cm.

Fig. 1B illustriert den geradlinigen Flur 4a, welcher sich vollständig entlang des Aufenthaltsbereichs 4b erstreckt und die beiden Stirnseiten des Fahrzeugs 10 miteinander verbindet. Über den Flur 4a sind dabei auch alle weiteren Abteile 4b oder Kompartimente oder Steuerstände 7 miteinander verbunden bzw. erreichbar. Die Radmodule 5 weisen jeweils ein einzelnes Rad 5.1 auf.

Fig. IC veranschaulicht das Raumkonzept der Kabine 3 in einer weiteren Ansicht: Das

Bordtechnikmodul 8 erstreckt sich über die gesamte Länge des Aufenthaltsbereichs 4b. Optional kann sich das Bordtechnikmodul 8 auch bis in die beiden Steuerstände 7 hinein erstrecken, also von Stirnseite zu Stirnseite. Die Oberseite 8.1 des Bordtechnikmoduls 8 ist in einer einzigen Höhe in einer Horizontalebene angeordnet. Das zweite Kompartiment bzw. Abteil 4.2 ist teilweise abgeschottet (Strichlinie). Beispielhaft sind die Radmodule 5 hier jeweils mit zwei Rädern 5.1 gezeigt.

In Fig. ID ist die Zugangstür 18 mit Schwelle 9 gezeigt. Die Zugangstür ist stimseitig vor dem Flurbereich 4a angeordnet. Bevorzugt wird die Zugangstür zum Öffnen mittels einer Schiebeschwenk- Kinematik zur Fahrzeugmitte hin verlagert. Die Zugangstür weist z.B. eine Breite entsprechend maximal 1/3 der Fahrzeugbreite auf, so dass die Sicht von einem Steuerstand nach vome noch frei ist, selbst wenn die Zugangstür zur Fahrzeugmitte hin verschwenkt/verlagert wurde und dann (maximal) das mittlere Drittel der Fahrzeug-Stirnseite bedeckt. Die Höhe zl8 der Zugangstür entspricht zumindest annähernd der Höhe z4a des Flurs.

In Fig. 2A, 2B wird ein Ausführungsbeispiel mit zwei Antriebsmodulen 6.1 dargestellt. Die

Antriebsmodulen 6.1 sind asymmetrisch auf die Radmodule 6 verteilt, können jedoch auch symmetrisch verteilt sein. Die Zugangstür 18 ist stimseitig angeordnet und erstreckt sich optional auch über eine laterale Wölbung im Bug- und/oder Heckbereich.

Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit drei Rädern 5.1 je Radmodul 5. Dabei ist nur ein einzelner Steuerstand 7 vorgesehen.

In Fig. 4 ist ein konstruktiver Aufbau gezeigt, bei welchem einzelne Radmodule 5 seitlich neben dem Flur 4a und seitlich neben dem Aufenthaltsbereich 4b angeordnet sind, wobei diese einzelnen Radmodule 5 die Höhenposition der Laufebene E4a überragen können. Die Räder 5.1 können einen vergleichsweise großen Durchmesser aufweisen, beispielsweise im Bereich von 12 bis 14 Zoll, beispielsweise auch zwecks sportlicher Ausgestaltung der Fahreigenschaften. Die Kabine 3 kann optional eine Neigung der Seitenwände 3.1 aufweisen, insbesondere in einem Winkel a von einigen Grad gegenüber der Vertikalebene. Dies ermöglicht eine optimale Ausnutzung des Raumes, welcher durch die absolute Breite (insbesondere Spurbreite y5) vordefiniert ist. Dieser konstruktive Aufbau ist z.B. dann vorteilhaft, wenn die Räder 5.1 einen vergleichsweise großen Durchmesser aufweisen sollen. Die Mindesthöhe zO der Zugangsstufe ist hierbei unabhängig vom Durchmesser der Räder und liegt z.B. bei 17cm oder im Bereich von 17cm bis 20cm. Nicht dargestellt sind diejenigen Radmodule mit vergleichsweise kleinem Durchmesser, die unterhalb des Unterbodens angeordnet werden können (wie in den weiteren Figuren beschrieben). Fig. 4 bezieht sich demnach auf einen Spezialfall, bei welchem die Fahreigenschaften oder Stabilitäts-Eigenschaften durch zusätzliche Räder mit vergleichsweise großem Durchmesser verbessert werden können. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5A ist ein einzelner Steuerstand 7 vorgesehen, und die Kabine umfasst neben dem Flur 4a vier einzelne Abteile 4.1, 4.2, 4.3, die jeweils zumindest teilweise voneinander abgeschottet sind. Die Aufteilung und Anordnung der Abteile kann dabei auch variieren. Unabhängig von der Art der Nutzung der einzelnen Abteile bleibt jedes Abteil über den Flur 4a zugänglich. Fig. 5A veranschaulicht zudem einen modularen Aufbau: ein Grundmodul 11 und zwei Anbaumodule 12a, 12b bilden zusammen den Boden der Kabine, und damit auch die Laufebene E4a und die Aufenthaltsebene E4b.

In Fig. 5B ist die Haupt-Funktion des Flurs 4a erkennbar, nämlich das Sicherstellen der möglichst ergonomischen komfortablen Zugänglichkeit zu allen Abteilen und zum Fahrzeug.

Fig. 6A beschreibt eine Variante mit stimseitig angeordneten Plattformen 17. Die Plattformen können z.B. als Verlängerung der Bodenplatte 1.1 ausgestaltet sein und in derselben Höhenposition angeordnet sein wie die Flurebene/Laufebene E4a (ebene Fläche umfassend Plattform und Laufebene).

Fig. 6B illustriert eine Variante, bei welcher die Kabine 3 an den vier lateralen Ecken einen vergleichsweise großen Krümmungsradius aufweist, insbesondere einen Krümmungsradius im Bereich von 60 bis 90cm, insbesondere im Bereich von 70 bis 90% der halben Breite des

Straßenfahrzeugs. Hierdurch kann die Ergonomie oder Zugänglichkeit für bestimmte Verwendungen des Fahrzeugs weiter optimiert werden. Die Zugangstüren verlagern sich bevorzugt an der Stirnseite und sind bevorzugt optisch transparent ausgestaltet.

In Fig. 7 sind Schritte eines Herstellungsverfahrens veranschaulicht, welche jeweils unabhängig voneinander durchführbar sind.

Ein erster Herstellungsschritt S1 umfasst insbesondere das Bereitstellen des Chassis 1 mit der Bodenplatte 1.1 bzw. einem Bodenträger jeweils zur Definition einer Konstruktionsebene El für die Karosserie des Straßenfahrzeugs und zur Definition der Laufebene E4a des von der Kabine des Straßenfahrzeugs umgrenzten und von Individuen nutzbaren Flurbereichs 4a. Das Chassis 1 kann auch mehrere Bodenplatten aufweisen, oder eine/die Bodenplatte des Chassis kann jeweils durch einzelne aneinander gekuppelte Module gebildet sein. Der erste Herstellungsschritt S1 kann die im

Zusammenhang mit den Figuren 9 erläuterten Teilschritte Sl. l, S 1.2, S 1.3 umfassen.

Ein zweiter Herstellungsschritt S2 umfasst insbesondere das Anordnen der wenigstens vier

Radmodule 5 am Chassis 1 und das Bereitstellen des Elektroantriebs 6 mit dem wenigstens einen Antriebsmodul 6.1, welches an wenigstens eines der Radmodule gekoppelt wird und am Chassis abgestützt wird, insbesondere an der Bodenplatte. Der zweite Herstellungsschritt S2 kann den im Zusammenhang mit den Figuren 9 erläuterten Teilschritt S2.1 umfassen.

Dank der Radmodule und des Elektroantriebs kann die Herstellung auch basierend auf autonomem Fahren des Fahrzeugs zumindest teilweise automatisiert werden. Beispielsweise kann für die Montage in einer Montagehalle ein Fahrmodus bei ca. 6m/min. Geschwindigkeit (wahlweise mit Notstop) freigeschaltet werden. Dies ermöglicht nicht zuletzt auch den Verzicht auf Materialfluss- oder Fördertechnik in der Montagehalle. Eine Aktivierung der Haupt-Energiespeichereinheit (Akku) des Fahrzeugs ist dabei erst am Ende der Montagelinie erforderlich. Weitere Fahrmodi für interne Fabrikgeschwindigkeiten können z.B. auf 4km/h und 8 km h eingestellt sein/werden, z.B. um den autonomen Transport zwischen Montagebändern oder Hallen zu ermöglichen. Nach der Freigabe des Fahrzeugs für den Straßenverkehr kann der Fahrmodus für eine Geschwindigkeit von 4 km h für das automatische Parken aktiviert werden.

Ein dritter Herstellungsschritt S3 umfasst insbesondere das Erstellen des Flurbereichs 4a und eines Aufenthalts-/Lagerbereichs 4b auf dem Chassis 1 auf der Bodenplatte, wobei der Flurbereich und der Aufenthalts-/Lagerbereich mittels Trennwänden 13 zumindest teilweise voneinander abgeschottet werden, und wobei der Aufenthalts-/Lagerbereich zumindest abschnittsweise in einer Höhenebene E4b oberhalb der Laufebene E4b angeordnet wird, so dass der gesamte Innenraum 4 innerhalb der Kabine auf nur zwei unterschiedlichen Höhenebenen E4a, E4b angeordnet/anordenbar ist/wird. Der dritte Herstellungsschritt S3 kann den im Zusammenhang mit den Figuren 9 erläuterten Teilschritt

53.1 umfassen.

Ein vierter Herstellungsschritt S4 umfasst insbesondere das Erstellen der Kabine 3 mit Seitenwänden

3.1 und Dach 3.2 mittels der Karosserie 2 um den Flurbereich 4a und um den

Aufenthalts-/Lagerbereich 4b, insbesondere derart, dass sich der Flurbereich vollständig zwischen gegenüberliegenden Stirnseiten yz des Straßenfahrzeugs innerhalb der Kabine erstreckt, bevorzugt zwischen zwei gegenüberliegenden Zugangstüren 18, welche in die Karosserie integriert werden/sind, insbesondere in Ausgestaltung als zur Fahrzeugmitte hin aufgehende Schwenkschiebetüren. Der vierte Herstellungsschritt S4 kann die im Zusammenhang mit den Figuren 9 erläuterten Teilschritte S4.1, S4.2, S4.3 umfassen.

In den Figuren 8A, 8B, 8C ist eine Bodengruppe 15 dargestellt, welche aus vier Radmodulen 5, einem Flurmodul 1 la und einem Bordtechnikmodul 8 (bzw. Aufenthaltsmodul) gebildet wird. Die Bodengruppe 15 kann dabei auch ein Grundmodul 11 (mit oder ohne Radmodulen) bilden, welches optional durch weitere Anbaumodule (nicht dargestellt) erweiterbar ist. Zu Beginn des Herstellungs- bzw. Montageverfahrens sind die einzelnen Komponenten bzw. Baugruppen der Bodengruppe 15 jeweils separat vorhanden (Fig. 8C) und müssen aneinander befestigt bzw. montiert werden. In Fig. 8B ist erkennbar, dass die Radmodule 5 derart ausgestaltet sein können, dass deren Unterseite flächig in der Konstruktionsebene El angeordnet ist, in welcher auch das Flurmodul 11a und das

Bordtechnikmodul 8 angeordnet sind, so dass eine durchgehende Ebene El gebildet wird (identische Höhe). Nur die Räder 5.1 ragen nach unten aus dieser Ebene hervor, insbesondere mit max. 17cm.

In den Figuren 9A, 9B, 9C, 9D, 9E, 9F, 9G, 9H, 9J, 9K, 9L, 9M, 9N, 90 werden die einzelnen Montage schritte jeweils am Beispiel des in den Figuren 8 gezeigten Aufbaus erläutert. Fig. 9A zeigt den Schritt Sl. l, in welchem das Flurmodul l la mit dem Bordtechnikmodul 8 verbunden wird, wobei optional auch wenigstens eine Crashbox 14 montiert wird (Schritt S1.2). Fig. 9B zeigt den Schritt S2.1, in welchem die Radmodule 5 mit dem Flurmodul 11a bzw. mit dem Bordtechnikmodul 8 verbunden werden. Dieser Montageschritt kann auch als„Hochzeit“ bezeichnet werden. Wahlweise kann dieser Montage schritt auch ein Abdichten umfassen, insbesondere ein Abdichten der gesamten Bodengruppe und deren Montageschnittstellen. Die Figuren 9C, 9D zeigen den Schritt S2.2, in welchem die Sitzeinheiten 3.3 auf dem Aufenthaltsmodul 8 montiert werden; je nach Ausgestaltung der Oberfläche des Aufenthaltsmoduls 8 kann dafür optional auch vorab eine Bodeneinheit

(angedeutet durch Rechteckumriss in Fig. 9C, 9D) auf dem Aufenthaltsmodul 8 montiert werden. Die Figuren 9E, 9F zeigen den Schritt S3.1, in welchem ein Rahmen für die Seiten- und Dachflächen vorgesehen wird, als Grundgerüst für die Außenwände der Karosserie (Rahmen für„green house“).

Die entsprechenden Rahmenelemente sind durch Strichlinien und durch geschnittene Rechteckflächen angedeutet. Die Figuren 9G, 9H zeigen den Schritt S4.1, in welchem die Inneneinrichtung

vervollständigt wird, insbesondere alle Komponenten und Baugruppen außer den zuvor bereits montierten Sitzen. Die Inneneinrichtung kann dabei alle Trennwände und z.B. auch eine

Gepäckablage 3.5 umfassen. Die Figuren 9J, 9K zeigen den Schritt S4.2, in welchem die Seitenwände 3.1 und das Dach 3.2 komplettiert werden, insbesondere indem Flächenelemente auf die zuvor erstellte Rahmenstruktur montiert werden. Die Figuren 9L, 9M zeigen den Schritt S4.3, in welchem die Montage der Tür(en) 18 erfolgt. Die Figuren 9N, 90 zeigen den Schritt S1.3, in welchem eine weitere Crashbox 14 montiert wird, wobei in diesem Schritt auch das Laden eines Akkumulators und/oder die Montage von Serviceklappen erfolgen kann.

Die Erfindung kann auch wie folgt zusammengefasst werden. Transport und Logistik unterliegen einer Vielzahl von hohen, gegensätzlichen Anforderungen, die sich nicht auf einfache Weise simultan verwirklichen lassen. Insbesondere können genannt werden: Flexibilität hinsichtlich

Nutzungsmöglichkeiten, maximaler Komfort, hohe Variabilität, hoher Grad an Individualität, maximale Sicherheit, Schnelligkeit, Kosten- und Zeiteffizienz. Einige dieser Anforderungen gelten gleichermaßen auch für den Gütertransport. Um möglichst vielen dieser Anforderungen gerecht werden zu können, wird nun bereitgestellt ein Straßenfahrzeug für den Transport von Individuen und/oder Gütern, mit: wenigstens vier Radmodulen; einem Chassis; einem Elektroantrieb; einer eine Kabine umgrenzenden Karosserie, wobei die Kabine einen Flur mit wenigstens einer Zugangstür und einen Aufenthalts-/Lagerbereich definiert. Wahlweise kann das Straßenfahrzeug zusätzlich auch wenigstens eines der folgenden Merkmale aufweisen: a) Flur mit ebenerdiger Laufebene in nur einer niederflurigen Höhenposition unter 20cm; und/oder b) Flur in vollständiger Erstreckung zwischen gegenüberliegenden Stirnseiten des Straßenfahrzeugs, insbesondere gradlinig in Längsrichtung;

und/oder c) modularer Aufbau von Chassis und/oder Karosserie bestehend aus einem Grundmodul und wenigstens einem Anbaumodul.

Bezugszeichenliste

1 Chassis

1.1 Bodenplatte oder Bodenträger(-struktur), insbesondere modular mit wenigstens zwei Modulen

2 Karosserie

3 Kabine

3.1 Seitenwand

3.2 Dach

3.3 Sitz oder Bank

3.4 Stauraum-Kasten oder Ablagefach

3.5 Gepäckablage

3.6 Bordtechnikbereich

4 (nutzbarer) Innenraum, umgrenzt von der Kabine

4a Flur bzw. Flurbereich

4b Aufenthaltsbereich bzw. Lagerraum („green house“)

4.1 Kompartiment bzw. Abteil im Aufenthaltsbereich, insbesondere Steh- oder Lagerabteil

4.2 Kompartiment bzw. Abteil im Aufenthaltsbereich, insbesondere Sitz- oder Liegeabteil

4.3 Kompartiment bzw. Abteil im Aufenthaltsbereich, insbesondere AbstelL/Fahrrad-Abteil

5 Radmodul

5.1 Rad

6 Elektroantrieb

6.1 Antriebsmodul

7 Steuerstand

7.1 Steuer, insbesondere Lenkrad

8 Bordtechnikmodul oder Aufenthaltsmodul

8.1 Oberseite des Bordtechnikmoduls

9 Zugangs-Stufe bzw. Schwelle

10 elektrisch angetriebenes Straßenfahrzeug

11 Grundmodul

11a Flurmodul

12a, 12b Anbaumodul

13 Trennschott oder Trennwand

14 Crashbox

15 Bodengruppe

17 Plattform 18 Zugangstür, insbesondere Falt- und/oder Pendel- und/oder Schiebetür oder Schwenkschiebetür

19 Flur-Stufe bzw. Flur-Absatz

El Konstruktionsebene bzw. Unterboden des Straßenfahrzeugs

E4a Laufebene

E4b Aufenthaltsebene

F Untergrund bzw. Boden

Sl; Sl.l, S1.2, S1.3 erster Herstellungsschritt

S2; S2.1 zweiter Herstellungsschritt

S3; S3.1 dritter Herstellungsschritt

S4; S4.1, S4.2, S4.3 vierter Herstellungsschritt

U Umgebung x Längsrichtung

xlO Länge des Straßenfahrzeugs

XI Bugbereich

X2 Heckbereich

X4a Längsachse des Flurs

y Querrichtung (Breite)

y5 Spurbreite/Spurweite

ylO Breite des Straßenfahrzeugs

yz Stirnseite

z Höhenrichtung

zO Mindest-Höhe der Zugangs-Stufe (Höhe der Schwelle)

z 1.1 Höhe der Bodenplatte

z2 Höhe der Karosserie

z4a Höhe des Flurs bzw. Höhe der Laufebene (Flurhöhe)

z4b Höhe des Aufenthaltsbereichs

z5.1 Durchmesser eines Rades

z8 Höhe der Flur-Stufe bzw. des Flur-Absatzes

zlO Höhe des Straßenfahrzeugs

z 18 Höhe der Zugangstür a Winkel der Seitenwand, insbesondere Negativwinkel (Einschnürung)