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Title:
MAGNETIC BRAKE AND ELECTROMECHANICAL BRAKE DEVICE WITH A MAGNETIC BRAKE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1999/028648
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a magnetic brake (10), preferably designed as a bistable magnetic brake, which is especially intended for setting the actuating device of an electromechanical wheel brake device into its corresponding braking position. In order to release the magnetic brake (10) even in the case of a failure, the invention provides a magnetic brake (10) with two redundant electromagnets (18, 20; 18, 22) for actuating said magnetic brake.

Inventors:
Booz, Othmar (Hans-Krieg-Strasse 28 Vaihingen, D-71665, DE)
Köpff, Georg (Rampacher Strasse 21/1 Vaihingen, D-71665, DE)
Application Number:
PCT/DE1998/002302
Publication Date:
June 10, 1999
Filing Date:
August 11, 1998
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20 Stuttgart, D-70442, DE)
Booz, Othmar (Hans-Krieg-Strasse 28 Vaihingen, D-71665, DE)
Köpff, Georg (Rampacher Strasse 21/1 Vaihingen, D-71665, DE)
International Classes:
F16D55/02; F16D59/02; F16D65/14; F16D65/18; F16D65/22; F16D55/00; (IPC1-7): F16D65/16; F16D59/02; F16D55/02
Foreign References:
EP0488809A21992-06-03
DE19617796A11997-11-06
DE2460121A11976-06-24
US3704766A1972-12-05
DD138701A11979-11-14
DE1133525B1962-07-19
US3400797A1968-09-10
DE4128037A11993-02-25
EP0788957A21997-08-13
US4760895A1988-08-02
DE19611910A11997-10-02
US5185542A1993-02-09
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Claims:
Patentansprüche
1. Magnetbremse mit einem ersten Elektromagneten zur Betätigung der Magnetbremse, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetbremse (10) einen zweiten Elektromagneten (18,22) zu ihrer Betätigung aufweist.
2. Magnetbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Elektromagneten (18,20 ; 18,22) voneinander unabhängige Stromversorgungen aufweisen. <BR> <BR> <P>3.
3. Magnetbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetbremse (10) bistabil ausgebildet ist.
4. Elektromechanische Radbremsvorrichtung für ein Kraftfahrzeug, mit einem Elektromotor, mit einer selbsthemmungsfreien Betätigungseinrichtung, die von dem Elektromotor antreibbar ist und die eine rotierende Antriebsbewegung des Elektromotors in eine translatorische Bewegung umsetzt, mit einem Reibbremsbelag, der durch Antrieb der Betätigungseinrichtung mittels des Elektromotors von der Betätigungseinrichtung an einen drehfest mit einem Fahrzeugrad verbundenen Bremskörper andrückbar ist, und mit einer Magnetbremse, die einen ersten Elektromagneten zu ihrer Betätigung aufweist, wobei mit der Magnetbremse der Elektromotor und/oder die Betätigungseinrichung in ihrer jeweiligen Stellung festsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetbremse (10) einen zweiten Elektromagneten (18,22) zu ihrer Betätigung aufweist.
5. Elektromechanische Bremsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Elektromagneten (18,20 ; 18,22) voneinander unabhängige Stromversorgungen aufweisen.
6. Elektromechanische Bremsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetbremse (10) bistabil ausgebildet ist.
7. Elektromechanische Radbremsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (52,66,68) einen selbsthemmungsfreien Spindeltrieb (52) aufweist.
8. Elektromechanische Radbremsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Spindeltrieb (52) als Wälzgewindetrieb, insbesondere als Rollengewindetrieb ausgebildet ist.
Description:
Beschreibung Magnetbremse und elektromechanische Bremsvorrichtung mit einer Magnetbremse Stand der Technik Die Erfindung betriffl eine Magnetbremse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Magnetbremse ist bekannt aus der US-PS 5 185 542. Die bekannte Magnetbremse weist ein drehbares und ein drehfestes Teil auf, die in einer Bremsstellung der Magnetbremse in reibschlüssiger oder formschlüssiger Verbindung miteinander stehen, so daß das drehbare Teil vom drehfesten Teil gehalten oder zumindest gebremst wird, und die in einer gelösten Stellung der Magnetbremse frei voneinander sind, so daß das drehbare Teil frei drehbar ist.

Zur Betätigung weist die bekannte Magnetbremse ein Federelement auf, das das drehfeste Teil oder das drehbare Teil gegen das jeweils andere Teil drückt, sowie einen Elektromagneten, der durch Bestromen das drehbare Teil und das drehfeste Teil gegen die Kraft des Federelements voneinander trennt, d. h. das Federelement bringt und hält die Magnetbremse in ihrer Bremsstellung, wobei die Magnetbremse mittels des Elektromagneten ösbar ist. Ebenso ist es möglich, eine Magnetbremse durch Bestromen des Elektromagneten in die Bremsstellung zu bringen, wogegen ein Federelement die Magnetbremse lost.

Die bekannte Magnetbremse hat den Nachteil, daß sie im Fehlerfall, d. h. bei Ausfall ihres Elektromagneten oder seiner Stromversorgung nicht betätigbar ist.

Vorteile der Erfindung Die erfindungsgemäße Magnetbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 weist einen zweiten Elektromagneten auf, mit dem sie betätigbar ist. Die erfindungsgemäße Magnetbremse ist wahlweise mit ihrem ersten oder mit ihrem zweiten Elektromagneten betätigbar, die beiden Elektromagneten sind redundant.

Dies hat den Vorteil einer hohen Betriebssicherheit der erfindungsgemäßen Magnetbremse, ein Ausfall ist nahezu ausgeschlossen.

Vorzugsweise sind die beiden Elektromagneten an jeweils eigene, voneinander unabhängige Stromversorgungen angeschlossen, so daß auch im Bereich der Stromversorgung zur Betätigung der Magnetbremse Redundanz besteht, was eine Ausfallwahrscheinlichkeit der Magnetbremse weiter herabsetzt (Anspruch 2).

In bevorzugter Ausgestaltung ist die erfindungsgemäße Magnetbremse bistabil ausgebildet (Anspruch 3), d. h. sie verbleibt sowohl in der gelösten Stellung als auch in der Bremsstellung ohne Bestromung ihrer Elektromagneten. Die Elektromagneten dienen dazu, die Magnetbremse von der gelösten Stellung in die Bremsstellung und umgekehrt von der Bremsstellung in die gelöste Stellung umzuschalten. Zum Umschalten zwischen den beiden Stellungen ist jeweils nur ein kurzzeitiges Bestromen wahlweise des ersten oder des zweiten Elektromagneten notwendig. Die bistabile Ausbildung der Magnetbremse kann beispielsweise mit Hilfe eines Permanentmagneten erfolgen, der die Magnetbremse gegen die Kraft eines Federelements in einer ihrer beiden Stellungen hält, wogegen das Federelement die Magnetbremse nach Umschalten mittels eines ihrer beiden Elektromagneten gegen die Kraft des Permanentmagneten in der anderen Stellung hält, wobei die Kraft des Permanentmagneten in dieser anderen Stellung der Magnetbremse durch einen durch das Umschalten bewirkten Luftspalt in ihrem magnetischen Kreis geschwächt ist.

Bei einer Ausgestaltung der Erfindung gemäß Anspruch 4 ist die Magnetbremse Teil einer elektromechanischen Bremsvorrichtung für ein Kraftfahrzeug, sie dient

dazu, die elektromechanische Bremsvorrichtung in betätigter Stellung festzusetzen, so daß eine mit der Bremsvorrichtung erzeugte Bremskraft konstant gehalten wird, ohne daß die elektromechanische Bremsvorrichtung bestromt wird.

Eine Bestromung der elektromechanischen Bremsvorrichtung ist lediglich zum Erzeugen oder Vergrößern der Bremskraft und/oder zum Verringern der Bremskraft, worunter auch ein vollständiges Lösen der elektromechanischen Bremsvorrichtung verstanden wird, notwendig. Die elektromechanische Bremsvorrichtung faßt sich dadurch als Feststellbremse verwenden, die eine einmal aufgebrachte Bremskraft ohne Bestromung aufrecht erhält. Des weiteren läßt sich die elektromechanische Bremsvorrichtung auch während einer Bremsung mit konstanter Bremskraft mit der Magnetbremse festsetzen, so daß die Bremskraft ohne Bestromung der Bremsvorrichtung aufrecht erhalten wird.

Nur zum Ändern der Bremskraft wird die Magnetbremse in ihre gelöste Stellung geschaltet und die Bremsvorrichtung so bestromt, daß sich ihre Bremskraft in gewünschtem Sinn verändert. In bevorzugter Ausgestaltung ist die elektromechanische Bremsvorrichtung selbsthemmungsfrei ausgebildet, d. h. sie löst sich bei unbestromtem Elektromotor und gelöster Magnetbremse aufgrund einer Reaktionskraft zur Andruckkraft, mit der ihre Reibbremsbeläge gegen einen Bremskörper, beispielsweise eine Bremsscheibe oder eine Bremstrommel, gedrückt werden, bis auf eine vernachlässigbare Restbremskraft. Diese Ausgestaltung der Erfindung hat den Vorteil, daß die elektromechanische Bremsvorrichtung auch bei Ausfall ihres Elektromotors oder seiner Stromversorgung durch die Redundanz der Magnetbremse in jedem Fall lösbar ist. Es erübrigt sich daher, einen zweiten Elektromotor zum Lösen der elektromechanischen Bremsvorrichtung im Fehlerfall vorzusehen. Der Aufwand, um die elektromechanische Bremsvorrichtung auch im Fehlerfall loden zu können, ist minimal, er beschränkt sich auf das Vorsehen eines zweiten Elektromagneten für die Magnetbremse.

Zeichnung Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen : Figur 1 einen Achsschnitt einer erfindungsgemäßen Magnetbremse,

und Figur 2 einen Achsschnitt einer erfindungsgemäßen, elektromechanischen Bremsvorrichtung.

Die beiden Figuren sind der Klarheit wegen schematisierte Darstellungen von Ausführungsbeispielen der Erfindung, sie weisen unterschiedliche Maßstäbe auf.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele Die in Figur 1 dargestellte, erfindungsgemäße Magnetbremse 10 weist ein topfförmiges Gehäuse 12 aus ferromagnetischem Material auf. An einem Boden 14 des Gehäuses 12 ist ein ringförmiger Permanentmagnet 16 mit axialer Magnetisierung konzentrisch im Gehäuse 12 angebracht. In Fortsetzung des Permanentmagneten 16 ist ein hohlzylindrischer Magnetkern 18 aus ferromagnetischen Material konzentrisch zum Gehäuse 12 am Permanentmagneten 16 angebracht. Auf den Magnetkern 18 sind zwei ringförmige Magnetspulen 20,22 einander axial benachbart aufgeschoben. Die Magnetspulen 20,22 befinden sich in einem ringförmigen Zwischenraum zwischen dem Magnetkern 18 und dem Gehäuse 12. Jede Magnetspule 20,22 bildet zusammen mit dem Magnetkern 18 einen Elektromagneten 18,20 ; 18,22.

In einen zylindrischen Innenraum 24 innerhalb des hohlzylindrischen Magnetkerns 18 und des ringförmigen Permanentmagneten 16 ist eine Schraubendruckfeder 26 als Federelement eingesetzt, die sich gegen den Boden 16 des Gehäuses 12 abstützt und die gegen eine Ankerscheibe 28 drückt, die auf einer dem Boden 14 abgewandten Seite des Permanentmagneten 16 und der beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 im Gehäuse 12 der Magnetbremse 10 angeordnet ist. Die Ankerscheibe 28 ist mittels vorzugsweise mehrerer über den Umfang des Gehäuses 12 verteilt angeordneter, in Gehäuselängsrichtung verlaufender, mit dem Gehäuse 12 einstückiger Federn 30, die im Gehäuse 12 nach innen abstehen und die in komplementäre Nuten 32 im Umfangsrand der Ankerscheibe 28 eingreifen, drehfest und axialverschieblich mit dem Gehäuse 12 verbunden. Von den Federn 30 und Nuten 32 ist in der Zeichnung lediglich ein Paar zu sehen.

Auf einer dem Permanentmagneten 16 und den beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 abgewandten Stirnfläche der Ankerscheibe 28 ist ein ringscheibenförmiger Bremsbelag 34 fest angebracht. Auf der Seite des Bremsbelags 34 ist eine Kupplungsscheibe 36 im Gehäuse 12 auf dessen dem Boden 14 abgewandter, offener Stirnseite angeordnet. Die Kupplungsscheibe 36 ist beispielsweise auf eine mit dem Gehäuse 12 koaxiale Welle 38 eines in Figur 1 nicht dargestellten Elektromotors aufgepreßt und auf diese Weise drehbar im Gehäuse 12 des Elektromagneten 10 angeordnet.

Die Funktion der erfindungsgemäßen Magnetbremse 10 ist folgende : Die Magnetbremse 10 weist zwei stabile Stellungen, nämlich die in Figur 1 dargestellte Bremsstellung sowie eine nicht dargestellte, gelöste Stellung auf, bei der die Ankerscheibe 28 an einer ihr zugewandten Stirnseite der beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 anliegt. Die Magnetbremse 10 ist also bistabil ausgebildet. In der dargestellten Bremsstellung drückt die Schraubendruckfeder 26 die im Zwischenraum zwischen der Kupplungsscheibe 36 und den beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 axial bewegliche Ankerscheibe 28 mit ihrem Bremsbelag 34 gegen die Kupplungsscheibe 36. Anker-und Kupplungsscheibe 28,36 sind durch die Andruckkraft der Schraubendruckfeder 26 aufgrund Reibschlusses drehfest miteinander verbunden, d. h. die im Gehäuse 12 drehfeste Ankerscheibe 28 hä ! t die Kupplungsscheibe 36 drehfest im Gehäuse 12. Da in der Bremsstellung ein axialer Luftspalt zwischen dem Magnetkern 18 und der Ankerscheibe 28 besteht, der ein vom Permanentmagneten 16 über den Magnetkern 18 auf die Ankerscheibe 28 wirkendes Magnetfeld schwächt, ist die Kraft der Schraubendruckfeder 26 größer als die vom Permanentmagneten 16 auf die Ankerscheibe 28 ausgeübte Magnetkraft, d. h. die Schraubendruckfeder 26 drückt die Ankerscheibe 28 gegen die Magnetkraft des Permanentmagneten 16 gegen die Kupplungsscheibe 36.

Zum Umschalten der Magnetbremse 10 in die gelöste Stellung wird eine der beiden Magnetspulen 20,22 so bestromt, daß sie das Magneffeld des Permanentmagneten 16 verstärkt, und zwar so stark, daß die Magnetkraft größer

als die Kraft der Schraubendruckfeder 26 ist, so daß die Ankerscheibe 28 gegen die Kraft der Schraubendruckfeder 24 gegen den Magnetkern 18 gezogen wird.

Der Bremsbelag 34 ist dadurch von der Kupplungsscheibe 36 abgehoben, die Kupplungsscheibe 36 ist frei drehbar. Nach dem Umschalten in die gelöste Stellung wird der Strom durch die Magnetspule 20,22 wieder abgeschaltet. Da die Ankerscheibe 28 in der gelösten Stellung der Magnetbremse 10 unmittelbar an der Stirnseite des Magnetkerns 18 anliegt, so daß kein Luftspalt mehr besteht, reicht die vom Permanentmagneten 16 über den Magnetkern 18 ausgeübte Magnetkraft aus, die Ankerscheibe 28 gegen die Kraft der Schraubendruckfeder 26 in Anlage am Magnetkern 18 zu halten. Die Magnetbremse 10 verbleibt also auch unbestromt in ihrer gelösten Stellung. Der Magnetkreis wird vom Magnetkern 18 über die in gelöster Stellung der Magnetbremse 10 an ihm anliegende Ankerscheibe 28 und das Gehäuse 12 geschlossen.

Um die Magnetbremse 10 wieder in die Bremsstellung umzuschalten, wird eine der beiden Magnetspulen 20,22 bestromt, und zwar nun in entgegengesetztem Sinn, so daß das von der bestromten Magnetspule 20,22 erzeugte Magneffeld dem Magneffeld des Permanentmagneten 16 entgegengerichtet ist. Auf diese Weise wird das Magneffeld geschwächt, und zwar so stark geschwächt, daß die Schraubendruckfeder 26 die Ankerscheibe 28 vom Permanentmagneten 16 und den beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 abdrückt und mit ihrem Bremsbelag 34 gegen die Kupplungsscheibe 36 drückt, womit sich die Magnetbremse 10 wieder in der Bremsstellung befindet. Die Magnetbremse 10 faßt sich also durch einen kurzen Stromimpuls durch eine ihrer beiden Magnetspulen 20,22 von der Bremsstellung in die gelöste Stellung und durch einen Stromimpuls entgegengesetzter Polung wieder von der gelösten in die Bremsstellung umschalten. Sowohl in der Bremsstellung als auch in der gelösten Stellung hält die Magnetbremse 10 unbestromt.

Die beiden Magnetspulen 20,22 sind an in der Zeichnung nicht dargestellte, voneinander unabhängige Stromversorgungen angeschlossen. Bei Ausfall eines ihrer beiden Elektromagneten 18,20 ; 18,22 oder einer der beiden voneinander unabhängigen Stromversorgungen für die Elektromagneten 18,20 ; 18,22 faßt

sich die Magnetbremse 10 also immer noch umschalten, sie weist infolge dessen eine hohe Betriebssicherheit auf.

Das Gehäuse 12 weist an seiner offenen Stirnseite einen mit dem Gehäuse 12 einstückigen Schraubenflansch 40 mit Schraubenlöchern 42 auf, mit dem die Magnetbremse 10 beispielsweise an einem in Figur 1 nicht dargestellten Elektromotor oder an einem sonstigen Gerät mit einer zeitweise festzusetzenden Welle 38 anflanschbar ist.

Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße, elektromechanische Radbremsvorrichtung 44, die als Scheibenbremse ausgebildet und die mit der in Figur 1 dargestellten, und vorstehend erläuterten Magnetbremse 10 festsetzbar ist. Die Radbremsvorrichtung 44 weist einen Schwimmsattel 46 auf, in dem ein Paar Reibbremsbeläge 48 beiderseits einer zwischen ihnen in Rotation versetzbaren Bremsscheibe 50 angebracht sind.

Zum Andrücken eines der beiden Reibbremsbeläge 48 an die Bremsscheibe 50 weist die erfindungsgemäße Radbremsvorrichtung 44 einen in ihren Schwimmsattel 46 eingebauten Spindeltrieb 52 auf. Wegen der Reibungsarmut und eines hohen Wirkungsgrades ist der Spindeltrieb 52 als Wälzgewindetrieb in Form eines Rollengewindetriebs ausgebildet. Er weist eine in einer Spindelmutter 54 koaxial einliegende Gewindespindel 56 und acht Profilrollen 58 auf, die in einem Zwischenraum zwischen Spindelmutter 54 und Gewindespindel 56 angeordnet sind. Die Profilrollen 58 weisen eine umlaufende Profilierung auf, die komplementär zu einem Profil eines Mutterngewindes 60 der Spindelmutter 54 und zu einem mit dem Gewindeprofil des Mutterngewindes 60 übereinstimmenden Gewindeprofil 62 der Gewindespindel 56 komplementäre Form aufweist. Die umlaufende Profilierung der Profilrollen 58 hat keine Steigung.

Es ist allerdings auch möglich, die Profilrollen 58 abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer Profilierung mit Steigung, also mit einem Gewinde auszubilden (nicht dargestellt). Die Profilrollen 58 stehen mit ihrer Profilierung in Eingriff sowohl mit dem Mutterngewinde 60 als auch mit dem Spindelgewinde 62.

Durch rotierenden Antrieb der Spindelmutter 54 werden die Profilrollen 58 zu

einer umlaufenden Bewegung um die Gewindespindel 56 herum wie Planetenräder eines Planetengetriebes angetrieben. Während ihrer Umlaufbewegung rollen die Profilrollen 58 auf dem Spindelgewinde 62 ab, sie führen während der Umlaufbewegung um die Gewindespindel 56 herum eine Rotationsbewegung um ihre eigene Achse aus. Über die umlaufenden Profilrollen 58 bewirkt ein rotierender Antrieb der Spindelmutter 54 eine translatorische Bewegung der Gewindespindel 56 in axialer Richtung.

Der Spindeltrieb 52 ist selbsthemmungsfrei ausgebildet, d. h. eine Gewindesteigung des Spindelgewindes 62 und des Mutterngewindes 60 sind so groß gewählt, daß eine in axialer Richtung auf die Gewindespindel 56 wirkende Kraft die Spindelmutter 54 in Drehung versetzt und die Gewindespindel 56 in axialer Richtung verschiebt.

Die Spindelmutter 54 ist mit einem Paar Axial-Schrägrollenlagern 70 drehbar im Schwimmsattel 46 gelagert und stützt sich über die Schrägrollenlager 70 axial am Schwimmsattel 46 ab.

Zum rotierenden Antrieb der Spindelmutter 54 weist die erfindungsgemäße Radbremsvorrichtung 44 einen Elektromotor 64 auf, der rechtwinklig zum Spindeltrieb 52 am Schwimmsattel 46 angeflanscht ist. Der Elektromotor 64 treibt die Spindelmutter 64 über ein Kegelzahnradbetriebe 66,68 an, das ein auf die Spindelmutter 54 drehfest aufgepreßtes Tellerzahnrad 66 aufweist, mit dem ein Kegeizahnrad 68 kämmt, das drehfest auf eine Welle 38 des Elektromotors 64 aufgepreßt ist. Der Elektromotor 64 ist als elektronisch kommutierbarer Motor ausgebildet.

Die Gewindespindel 56 ist einstückig mit einer Bremsbelagplatte 72, die an einem der Bremsscheibe 50 zugewandten Stirnende der Gewindespindel 56 ausgebildet ist. Die Bremsbelagplatte 72 weist eine in der Zeichnung nicht sichtbare Nut auf, in die eine mit dem Schwimmsattel 46 einstückige Feder 74 eingreift. Auf diese Weise ist die Gewindespindel 56 verdrehsicher im Schwimmsattel 46 gehalten.

Einer der beiden Reibbremsbeläge 48 ist fest auf der Bremsbelagplatte 72 der

Gewindespindel 56 angebracht. Der andere Reibungsbelag 48 liegt in an sich bekannter Weise im Schwimmsattel 46 ein.

Die Magnetbremse 10 ist auf einer dem Spindeltrieb 52 abgewandten Stirnseite am Elektromotor 64 angebracht. Sie ist mittels durch ihren Schraubenflansch 40 durchgesteckter Schrauben 76 mit dem Elektromotor 64 verschraubt. Die Welle 38 des Elektromotors 64 steht auf beiden Seiten aus dem Elektromotor 64 vor.

Auf einer dem Schwimmsattel 46 abgewandten Seite des Elektromotors 64 ist die Kupplungsscheibe 36 der Magnetbremse 10 auf die Welle 38 des Elektromotors 64 drehfest aufgepreßt.

Die Funktion der erfindungsgemäßen Radbremsvorrichtung 44 ist folgende : Zum Betätigen wird die Spindelmutter 54 mit dem Elektromotor 64 rotierend in einer Betätigungsdrehrichtung angetrieben, so daß die Gewindespindel 56 translatorisch axial in Richtung der Bremsscheibe 50 verschoben wird. Die Feder 74 des Schwimmsattels 46 verhindert eine Rotation der Gewindespindel 56. Die Gewindespindel 56 drückt den an ihrer Bremsbelagplatte 72 angebrachten Reibbremsbelag 48 gegen eine Seite der Bremsscheibe 50. Über eine Reaktionskraft wird der zweite Radbremsbelag 48 über den Schwimmsattel 46 in an sich bekannter Weise an die andere Seite der Bremsscheibe 50 gedrückt. Die Bremsscheibe 50 wird gebremst, wobei eine Bremskraft bzw. ein Bremsmoment dem mit dem Elektromotor 64 aufgebrachten Antriebsmoment proportional ist.

Zum Lösen der Radbremsvorrichtung 44 oder zum Verringern der Bremskraft wird die Spindelmutter 54 in entgegengesetzter Rückstettdrehrichtung angetrieben, wodurch die Gewindespindel 56 translatorisch von der Bremsscheibe 50 wegbewegt wird. Der an ihrer Bremsbelagplatte 72 angebrachte Reibbremsbelag wird von der Bremsscheibe 50 abgehoben. Die Gewindespindel 56 wird soweit rückgestellt, daß ein unabhängig von einer Abnutzung der Reibbremsbeläge 48 gleichbleibender Spalt zwischen den Rreibbremsbelägen 48 und der Bremsscheibe 50 bei nicht betätigter Radbremsvorrichtung 44 besteht, das sog."Lüftspiel"der erfindungsgemäßen Radbremsvorrichtung 44 bleibt konstant.

Die Magnetbremse 10 befindet sich während des Betätigens und des Lösens der Radbremsvorrichtung 44 in ihrer gelösten Stellung, so daß die Welle 38 des Elektromotors 64 frei drehbar ist. Bei Verwendung der Radbremsvorrichtung 44 als Feststellbremse wird die Radbremsvorrichtung 44 betätigt, so daß die Bremsscheibe 50 drehfest zwischen den Reibbremsbelägen 48 gehalten ist.

Anschließend wird die Magnetbremse 10 durch Bestromen eines ihrer beiden Elektromagnete 18,20 ; 18,22 in ihre Bremsstellung umgeschaltet und auf diese Weise die Welle 38 des Elektromotors 64 blockiert, wodurch die Radbrems- vorrichtung 44 festgesetzt und die einmal aufgebrachte Bremskraft bei unbe- stromtem Elektromotor 64 und unbestromter Magnetbremse 10 aufrechterhalten bleibt.

Auch wenn bei Verwendung der Radbremsvorrichtung 44 als Betriebsbremse eine auf die Bremsscheibe 50 ausgeübte Bremskraft vorübergehend konstant gehalten wird, kann dies dadurch erfolgen, daß nach Aufbringen der Bremskraft mit dem Elektromotor 64 die Magnetbremse 10 in ihre Bremsstellung umgeschaltet wird, wozu lediglich ein kurzer Stromimpuls auf einen ihrer beiden Elektromagnete 18,20 ; 18,22 notwendig ist. Die Bremskraft wird dadurch ohne Bestromen des Elektromotors 64 und ohne Bestromen der Magnetbremse 10 konstant gehalten. Zum Ändern der Bremskraft wird die Magnetbremse 10 in ihre gelöste Stellung umgeschaltet. Auf diese Weise wird der Elektromotor 64 nur zum Ändern der Bremskraft, insbesondere zum Erhöhen der Bremskraft bestromt.

Dies spart zum einen Energie und entlastet ein Bordnetz eines mit der Radbremsvorrichtung 44 bremsbaren Fahrzeugs. Des weiteren wird eine Erwärmung des Elektromotors 64 verringert, da dieser nur zum Ändern der Bremskraft bestromt wird, beim Konstanthalten der Bremskraft jedoch stromlos ist. Es wird also auch der Elektromotor 64 geringer belastet, so daß ein weniger leistungsstarker und damit kleinerer und leichterer Elektromotor 64 verwendet werden kann.

Im Fehlerfall, d. h. bei Ausfall einer Steuerelektronik des Elektromotors 64, seiner Stromversorgung oder des Elektromotors 64 selbst wird die Magnetbremse 10 in ihre gelöste Stellung geschaltet, so daß die Welle 38 des Elektromotors 64 frei drehbar ist. Dadurch ist auch die Gewindemutter 54 frei drehbar. Die

Gewindespindel 56 wird von dem an die Bremsscheibe 50 angedrückten Reibbremsbelag 48 in axialer Richtung von der Bremsscheibe 50 weggedrückt und setzt, da der Spindeltrieb 52 selbsthemmungsfrei ist, die Spindelmuter 54 in Rotation. Die Radbremsvorrichtung 44 wird gelöst bis die Andruckkraft der Reibbremsbeläge 48 an die Bremsscheibe 50 so gering ist, daß sich die Gewindespindel 56 aufgrund innerer Reibung des Spindeltriebs 52, des Kegeizahnradgetriebes 66,68 und des Elektromotors 64 nicht weiterbewegt. Die Reibbremsbeläge 48 liegen mit vernachlässigbarer Restkraft an der Bremsscheibe 50 an, die so gering ist, daß die Bremsscheibe 50 nahezu frei drehbar ist und ein mit der Radbremsvorrichtung 10 ausgerüstetes Kraftfahrzeug gefahren werden kann, ohne daß es zu einer Überhitzung der Radbremsvorrichtung 44 kommt. Die Magnetbremse 10 kann selbstverständlich auch an anderer Stelle der Radbremsvorrichtung 44 angeordnet sein und beispielsweise die Spindelmutter 54 unmittelbar lösbar festsetzen (nicht dargestellt).