| Ansprüche 1. Dornsystem zur Ausbildung eines kraftschlüssigen Anschlusses im Dehnfugenbereich zwischen einem ersten Betonbauteil (17) und einem zweiten Betonbauteil (13), wobei das zweite Betonbauteil (13) mit einem Dorn (24) und einer im wesentlichen konzentrisch auf den Dorn (24) aufgezogenen Hülse (43) ausgestattet ist und das erste Betonbauteil (17) ein Hüllrohr (22) zur Aufnahme von Hülse (43) und Dorn (24) aufweist, wobei die Hülse (43) einen Hülsendeckel (41 ) und einen Hülsenfuß (42) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass Hülsendeckel (41 ) und/oder Hülsenfuß (42) eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms (24) umfassen. 2. Dornsystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsenfuß (42) eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms (24) umfasst. 3. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsendeckel (41 ) eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms (24) umfasst. 4. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsendeckel (41 ) und/oder der Hülsenfuß (42) zur Lagefixierung des Doms (24) in drei, sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse (43) erstreckende Kammern unterteilt ist, wobei die mittlere Kammer (40) zur Aufnahme des Doms (24) vorgesehen ist. 5. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Lagefixierung des Doms (24) an der inneren Oberfläche des Hülsendeckels (41 ) und/oder des Hülsenfußes (42) Erhebungen (44) wie Noppen oder Rillen vorgesehen sind. 6. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsendeckel (41 ) und/oder der Hülsenfuß (42) und die Hülse (43) als separate Teile ausgebildet sind. 7. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsendeckel (41 ) und/oder der Hülsenfuß (42) an die Hülse (43) angeformt sind. 8. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms (24) so ausgebildet ist, dass sie durch nach der Montage auftretende Relativbewegungen zwischen dem ersten Betonbauteil (17) und dem zweiten Betonbauteil (13) zerstört wird. 9. Dornsystem nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Hülsendeckel (41 ), Hülsenfuß (42) und/oder Hülse (43) aus Metall, aus Kunststoff oder aus Metall und Kunststoff gefertigt sind. |
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Dornsystem für den Betonbau.
Stand der Technik
Dehnfugen in einem Betonteil sind gewollt hergestellte Fugen, die dazu dienen, größere Betonflächen zu unterbrechen, um die Gefahr von Rissbildung durch
Schwund, Ausdehnung, Setzen oder anderen Veränderungen zu vermeiden. Zwei in der gleichen Ebene verlaufende Betonteile, die voneinander durch eine Fuge getrennt sind, werden häufig mit Querkraftdornen als Verbindungs- und
Druckverteilungselemente ausgestattet. Querkraftdorne verhindern zum einen ein Absinken eines Betonteils relativ zu dem benachbarten Betonteil und nehmen zum anderen durch ihre beweglichen Dorne Längenausdehnungen der Betonteile auf.
Aus dem Stand der Technik sind Querkraftdorne bekannt, die Relativbewegungen von Gebäudeteilen in nur einer Richtung erlauben, aber auch Dorne, die eine Relativbewegung in zwei Richtungen gestatten. Bei dem in Figur 1 dargestellten ersten Fall werden die in einem ersten Gebäudeteil verankerten, in der Regel zylindrischen Querkraftdorne 1 von einer konzentrischen, im zweiten Gebäudeteil verankerten zylindrischen Hülse 2 aufgenommen. Mit dem Bezugszeichen 4 sind Bohrungen bezeichnet, die der Befestigung der Hülse an der Schalung durch Nägel oder Schrauben dienen. Der Dorn 1 kann sich lediglich entlang der Längsachse der zylindrischen Hülse 2 bewegen, wodurch Bewegungen in nur einer Richtung (a- Richtung) möglich sind.
Sollen Bewegungen in zwei Richtungen erlaubt sein, so wird der zylindrische Dorn 1 wie in Figur 2 dargestellt beispielsweise von einer rechteckigen Hülse 3 aufgenommen, wobei die Ausdehnung der Hülse 3 in c-Richtung im wesentlichen dem Durchmesser des Doms 1 entspricht. In diesem Fall kann der Dorn 1 zum einen in Richtung seiner Längsachse (a-Richtung) in die Hülse eindringen, es sind aber auch horizontale Bewegungen des Doms senkrecht zu seiner Längsachse (b- Richtung) möglich.
Die Beweglichkeit in b-Richtung ist somit durch die Breite des Hülsenhohlraumes limitiert. Aus dem Stand der Technik ist als Bedingung für die Breite des Hülsenhohlraumes bekannt, dass diese dem Dorndurchmesser plus ca. 4 Zentimeter entsprechen soll.
In c-Richtung bewegt sich der Dorn nicht. In dieser Richtung überträgt der Dorn im Endzustand die Querkräfte von einem Bauteil auf das andere Bauteil. Am Markt erhältliche Dornsysteme können nicht alle Bereiche abdecken. Deshalb werden andere technische Lösungen eingesetzt.
Als Nachteil haben diese bekannten Anschlüsse mit Querkraftdornen zum einen gemeinsam, dass im Handel lediglich vorgegebene Standardlängen von rund 16 cm bis 20 cm Hülsenlänge erhältlich sind und zum anderen, dass zumindest die anschließende Konstruktion in Ortbeton ausgeführt werden muss. Im Industrie- und Gewerbebau ist die Verwendung von Ortbeton in großen Höhen des Gebäudes aber mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
Im Bereich des Stahlbetonfertigteilbaus kommt daher die sogenannte „Auflagerung der beweglichen Fertigteilkonstruktion auf die nichtbewegliche Fertigteilkonstruktion mit einer Gabel" zur Anwendung, welche mit Bezug auf die Figuren 3 und 4 kurz erläutert werden soll. Figur 3 zeigt einen vertikalen Schnitt durch einen in Fertigteilbauweise errichteten Gebäudeteil. Figur 4 zeigt den selben Gebäudeteil in einem horizontalen Schnitt.
In den Fertigteilunterzug 1 1 werden bei der Herstellung im Werk Hüllrohre 12 und in den Fertigteilabfangträger 13 Dorne 14 eingebaut. Daneben wird an den Fertigteilabfangträger 13 eine Gabel 15 angeformt. Nach der Montage des Unterzuges 1 1 wird der Hohlraum zwischen Dorn 14 und Hüllrohr 12 mit Vergussmörtel 16 verfüllt. Nach dem Erhärten des Vergussmörtels 16 ist der Unterzug 11 mit dem Abfangträger 13 durch die Dorne 14 kraftschlüssig verbunden. Dann wird ein zweiter Fertigteilunterzug 17 auf den Abfangträger 13 zwischen die Gabel 15 aufgelegt und Kipplager 18 zwischen Gabel 15 und Unterzug 17 eingesteckt. Auf dem Fertigteilunterzug 11 und dem Fertigteilunterzug 17 ist die als Trapezblech 10 ausgebildete Decke angeordnet. Im Endzustand kann sich der Unterzug 17 zwar in X-Richtung, nicht aber in Y-Richtung bewegen.
Die Ausbildung eines solchen Anschlusses unter Verwendung von Abfangträgern 13 mit angeformter Gabel 15 ist zeitaufwändig und mit hohen Kosten verbunden.
In Filigrandecken und im Ortbetonbau erstellte Decken werden häufig zweiachsig verschiebliche Dorne eingebaut. Insbesondere bei langen Deckendehnfugen oder bei Dehnfugen, welchen den Gebäudeecken folgen, werden solche zweiachsig verschieblichen Dorne eingesetzt. In Fig. 5, die eine Deckendraufsicht zeigt, ist der Dorneinbau dargestellt. Zu sehen sind die Fuge 5 sowie eine Reihe von zylindrischen Dornen 1 , zylindrischen Hülsen 2 und rechteckigen Hülsen 3.
In Deutschland werden für diese Zwecke Dornsysteme der Firmen Frank und Schock eingesetzt. Allerdings ist in diesen Dornsystemen keine Vorrichtung für Dornlagefixierung im Bauzustand vorgesehen. Der Einsatz dieser Dornsysteme ist zum einen sehr zeitaufwändig und zum anderen sind die eingebauten Dornsysteme nicht immer maßgenau, was zu inneren Spannungen in den Betonteilen führt.
Die Dornachse und die Hülsenachse müssen beim Einbau des Doms im Bauzustand in einer Achse fluchtend ausgerichtet sein. Das kann entweder durch spezielle Hilfsmittel oder durch eine Vorrichtung für die Dornlagefixierung im Bauzustand erreicht werden. Der Einsatz von Hilfsmitteln zur Dornlagefixierung im Bauzustand ist bei kurzen Hülsen zwar grundsätzlich möglich, aber nur auf sehr komplizierte Weise und unter hohem Zeitaufwand. Bei langen Hülsen ist die Dornlagefixierung mit Hilfsmitteln nicht möglich, da sich der Dorn beim Betoniervorgang dreht und verschiebt. Eine ungenaue Lage des Doms im Bauzustand führt zu inneren Spannungen und zu Rissen in den Anschlussbauteilen. - A -
Eine Alternative zu den Hilfsmitteln, den Dorn im Bauzustand genau zu fixieren, stellt eine Vorrichtung zur Dornlagefixierung im Bauzustand dar. Eine solche Vorrichtung spart beim Dorneinbau Zeit und schließt ungewollte innere Spannungen in den Anschlussbauteilen aus. Aus der DE 89 01 117 U1 ist beispielsweise eine Gleithülse zur Aufnahme eines Querkraftdornes bekannt, die einen rechteckigen Querschnitt aufweist. An den Seitenwänden der Gleithülse sind nach innen versetzte doppelte Wandungen vorgesehen, wobei die zwischen den zusätzlichen Wandungen und den Seitenwänden der Gleithülse gebildeten Hohlräume als deformierbare Knautschzonen dienen. Diese Art von Anschlüssen mit Querkraftdornen sind im Handel lediglich in vorgegebenen Standardlängen von rund 16 cm bis 20 cm Hülsenlänge erhältlich.
Es besteht weiter ein Bedarf an Anschlüssen eines Betonbauteils an andere Bauteile, die kostengünstig und mit geringem Zeitaufwand auszubilden sind.
Darstellung der Erfindung
Hier setzt die Erfindung an. Es soll ein Anschluss eines Betonbauteils an ein anderes Betonbauteil zur Verfügung gestellt werden, der kostengünstig und mit geringem Zeitaufwand auszubilden ist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Dornsystem gemäß unabhängigem Patentanspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
Die vorliegende Erfindung stellt ein Dornsystem zur Ausbildung eines kraftschlüssigen Anschlusses im Dehnfugenbereich zwischen einem ersten Betonbauteil und einem zweiten Betonbauteil zur Verfügung. Das zweite Betonbauteil ist mit einem Dorn und einer im wesentlichen konzentrisch auf den Dorn aufgezogenen Hülse ausgestattet. Das erste Betonbauteil weist ein Hüllrohr zur Aufnahme von Hülse und Dorn auf. Die Hülse weist einen Hülsendeckel und einen Hülsenfuß auf, wobei Hülsendeckel und/oder Hülsenfuß eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms umfassen. Bei der Hülse handelt es sich um eine Standardhülse, die auf der Baustelle in der gewünschten Länge zugeschnitten wird. Erfindungsgemäß ist im Hülsenfuß und/oder im Hülsendeckel eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Domes im Bauzustand vorgesehen. Es können entweder Hülsenfuß und Hülsendeckel gleichzeitig oder nur der Hülsenfuß oder nur der Hülsendeckel eine Vorrichtung für die Dornlagefixierung im Bauzustand aufweisen.
Die aus dem Stand der Technik bekannte, an einem Bauteil angeformte Gabel wird durch ein Dornsystem bestehend aus Hüllrohr, Hülse und Dorn ersetzt. Das Dornsystem stellt einen Anschluss zwischen einem ersten Bauteil und einem weiteren Bauteil her, wobei zwischen den beiden Bauteilen eine Dehnfuge angeordnet sein kann. Bei beiden Bauteilen kann es sich Stahlbetonfertigbauteile oder um aus Ortbeton hergestellte Betonbauteile handeln.
Bei der Herstellung des ersten Bauteils als Stahlbetonfertigbauteil oder im Ortbetonverfahren wird das zur Aufnahme von Hülse und Dorn vorgesehene Hüllrohr maßgenau einbetoniert. Bei der Herstellung des zweiten Bauteils als Stahlbetonfertigbauteil oder im Ortbetonverfahren wird der Dorn maßgenau einbetoniert. Auf der Baustelle werden dann nacheinander der Hülsenfuß, die Hülse und der Hülsendeckel im wesentlichen konzentrisch auf den Dorn aufgezogen. Hülsenfuß und Hülsendeckel weisen die dazu erforderlichen Durchbrechungen auf. Nach der Montage bzw. dem Betonieren des ersten und des zweiten Bauteils befinden sich Hülse und Dorn im Inneren des Hüllrohrs. Das erfindungsgemäße Dornsystem ist einfach und kostensparend zu montieren sowie universell einsetzbar. Das Hüllrohr und die Hülse werden kostensparend in laufenden Metern hergestellt und vor Ort auf die benötigte Konstruktionshöhe zugeschnitten.
Erfindungsgemäß weisen Hülsenfuß und/oder Hülsendeckel eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms auf. Eine solche Vorrichtung bringt eine Fixierung der Lage des Doms während des Betoniervorgangs bzw. während der Montage der Bauteile mit sich, wodurch eine exakte konzentrische Ausrichtung von Hülse und Dorn im Bauzustand ermöglicht wird. Die konzentrische Ausrichtung von Hülse und Dorn im Bauzustand schließt innere Spannungen und Risse in den fertigen Betonbauteilen aus. Die Fixierung des Domes im Bauzustand erfolgt also nicht wie aus dem Stand der Technik bekannt durch Annageln oder Verschrauben der Hülse an der Schalung, durch etwaige sonstige Hilfsmittel oder durch eine mit einer Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms ausgestattete Hülse, sondern durch eine im Hülsenfuß und/oder im Hülsendeckel vorgesehene Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms. Die Hülse selbst ist eine Standardhülse ohne Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms und wird auf der Baustelle auf die gewünschte Länge zugeschnitten. Bei dem erfindungsgemäßen Dornsystem handelt es sich um universal einsetzbares Dornsystem, das in allen Baubereichen und für alle Laststufen verwendet werden kann, bei denen sich der Dorn im Dehnfugenbereich in zwei Richtungen bewegen kann.
Für die Fixierung der Lage des Doms während des Betoniervorgangs bzw. während der Montage der Bauteile und die damit verbundene exakte konzentrische Ausrichtung von Hülse und Dorn im Bauzustand ist es bereits ausreichend, wenn entweder der Hülsenfuß oder der Hülsendeckel eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms aufweist. Diese Ausführungsformen sind besonders bevorzugt, da ohne besondere weitere Maßnahmen ein Standardbauteil entweder als Hülsenfuß oder als Hülsendeckel eingesetzt werden kann, womit eine Kostenersparnis verbunden ist.
Eine ganz besonders sichere und exakte Fixierung der Lage des Doms kann erreicht werden, wenn sowohl Hülsenfuß wie auch Hülsendeckel mit einer Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms ausgestattet sind. Diese Ausführungsform bringt daher ganz besondere Vorteile mit sich und wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ganz besonders bevorzugt.
Bevorzugt handelt es sich bei dem ersten und/oder zweiten Bauteil um Stahlbetonfertigbauteile. Das erfindungsgemäße Dornsystem kann zwar mit jeder Art von Kombination von Stahlbetonfertigbauteilen und aus Ortbeton hergestellten Betonbauteilen eingesetzt werden, bevorzugt erfolgt der Einsatz aber zur Verbindung zweier Stahlbetonfertigbauteile. Ebenso ist aber auch die Verwendung beispielsweise bei Auflagerung einer Fertigteilwand auf ein Fundament möglich. Nach dem Betoniervorgang bzw. nach der Montage der beiden Betonbauteile befinden sich Hülse und Dorn im Inneren des Hüllrohrs. Der dadurch entstehende Hohlraum zwischen Hüllrohr und Hülse wird bevorzugt mit Vergussmörtel verfüllt. Durch das Verfüllen mit Vergussmörtel wird die Hülse innerhalb des Hüllrohrs fixiert.
Bevorzugt weist zusätzlich zu der im Hülsenfuß und/oder Hülsendeckel vorgesehenen Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms auch die Hülse eine Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms auf. Besonders bevorzugt sind zur Lagefixierung des Doms an der inneren Oberfläche der Hülse Erhebungen wie Noppen oder Rillen vorgesehen. Der Dorn wird im Klemmsitz durch die Erhebungen exakt in seiner vorbestimmten Position gehalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der Hülse um eine längliche quaderförmige Hülse mit im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Vorder- und Rückwänden und im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Seitenwänden, wobei die Seitenwände eine geringere Fläche aufweisen als Vorder- und Rückwand. In einem Schnitt senkrecht zur ihrer Längsachse besitzt die Hülse eine rechteckige Form. Der rechteckige Querschnitt der Hülse ermöglicht vorteilhafterweise eine Bewegung des Doms in einer Richtung senkrecht zur Längsachse der Hülse.
Bevorzugt ist die Hülse zur Lagefixierung des Doms in drei, sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse erstreckende Kammern unterteilt, wobei die mittlere Kammer zur Aufnahme des Doms vorgesehen ist. Die Unterteilung der Hülse in im wesentlichen parallel zueinander verlaufende Kammern stellt ein zusätzliches Mittel für eine exakte Fixierung des Doms relativ zur Hülse während der Montage bzw. dem Betonieren der Bauteile dar.
Die Hülse umfasst einen Hülsendeckel und einen Hülsenfuß. Hülsendeckel und/oder Hülsenfuß können entweder an die Hülse angeformt sein oder aber Hülsendeckel und/oder Hülsenfuß und Hülse sind als separate Teile ausgebildet.
Bevorzugt sind zur Lagefixierung des Doms an der inneren Oberfläche des Hülsendeckels und/oder des Hülsenfußes Erhebungen wie Noppen oder Rillen vorgesehen. Der Dorn wird im Klemmsitz durch die Erhebungen exakt in seiner vorbestimmten Position gehalten.
Alternativ oder zusätzlich ist der Hülsendeckel zur Lagefixierung des Doms in drei, sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse erstreckende Kammern unterteilt, wobei die mittlere Kammer zur Aufnahme des Doms vorgesehen ist.
Diese Ausführungsformen stellen ein besonders preisgünstiges, einfaches und sicheres Mittel für eine exakte Fixierung des Doms relativ zur Hülse während der
Montage der Bauteile bzw. während des Betoniervorgangs dar. Als besonders vorteilhaft erweist es sich, dass eine einfache, aus dem Stand der Technik bekannte
Hülse verwendet werden kann, die keine besonderen Vorrichtungen oder Kammern für die Lagefixierung des Doms aufzuweisen braucht.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Hülsenfuß zur Lagefixierung des Doms in drei, sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse erstreckende Kammern unterteilt, wobei die mittlere Kammer zur Aufnahme des Doms vorgesehen ist. Diese Ausführungsformen stellen ein besonders preisgünstiges, einfaches und sicheres Mittel für eine exakte Fixierung des Doms relativ zur Hülse während der Montage der Bauteile bzw. während des Betoniervorgangs dar. Als besonders vorteilhaft erweist es sich, dass eine einfache, aus dem Stand der Technik bekannte Hülse verwendet werden kann, die keine besonderen Vorrichtungen oder Kammern für die Lagefixierung des Doms aufzuweisen braucht.
Besonders bevorzugt ist die Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms so ausgebildet, dass sie durch nach der Montage bzw. nach dem Betoniervorgang auftretende Relativbewegungen zwischen dem ersten Betonbauteil und dem zweiten Betonbauteil zerstört wird. Die beiden Betonbauteile können sich dann ungehindert in zwei Richtungen bewegen. Durch die Zerstörung der Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms kann sich insbesondere der Dorn und damit auch das erste Betonbauteil im wesentlichen ungehindert in horizontaler Richtung auf einer Länge, die der inneren Breite der Hülse entspricht, bewegen. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind Hülsendeckel, Hülsenfuß und/oder Hülse aus Metall, aus Kunststoff oder aus Metall und Kunststoff gefertigt. In beliebiger Kombination können also Hülsendeckel, Hülsenfuß und Hülse aus Metall oder aus Kunststoff gefertigt sein. Für die einzelnen Elemente sind auch Kombinationen aus Metall und Kunststoff denkbar. So kann beispielsweise die Hülse aus Metall bestehen, der Hülsendeckel zum Teil aus Metall und zum Teil aus Kunststoff und der Hülsenfuß aus Kunststoff. Es können aber auch sämtliche Teile aus Metall gefertigt sein und lediglich die im Hülsendeckel und/oder Hülsenfuß vorgesehene Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms kann aus Kunststoff bestehen.
Selbstverständlich umfasst die vorliegende Erfindung auch sämtliche Kombinationen der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Sämtliche Figuren zeigen die Erfindung lediglich schematisch und mit ihren wesentlichen Bestandteilen. Gleiche Bezugszeichen entsprechen dabei Elementen gleicher oder vergleichbarer Funktion. Es zeigen
Fig. 1 einen zylindrischen Dorn mit zylindrischer Hülse (Stand der Technik);
Fig. 2 einen zylindrischen Dorn mit rechteckiger Hülse (Stand der Technik);
Fig. 3 einen vertikalen Schnitt durch einen in Fertigteilbauweise errichteten Gebäudeteil (Stand der Technik);
Fig. 4 zeigt den Gebäudeteil gemäß Figur 3 in einem horizontalen Schnitt (Stand der Technik); Fig. 5 eine Draufsicht auf eine Decke im Dehnfugenbereich mit Dornsystemen gemäß Figur 1 und Figur 2 (Stand der Technik);
Fig. 6 einen vertikalen Schnitt durch einen in Fertigteilbauweise errichteten Gebäudeteil mit einem Dornsystem gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 7 den Gebäudeteil gemäß Figur 6 in einem horizontalen Schnitt;
Fig. 8A einen horizontalen Schnitt durch einen Hülsenfuß bzw. einen Hülsendeckel mit drei Kammern;
Fig. 8B eine alternative Ausgestaltung eines Hülsenfußes bzw. eines Hülsendeckels im horizontalen Schnitt;
Fig. 9A einen vertikalen Schnitt durch eine Hülse, durch den Hülsendeckel der Hülse und durch den Hülsenfuß der Hülse;
Fig. 9B den Hülsendeckel der Hülse bzw. den Hülsenfuß der Hülse gemäß Figur 9A in einem Schnitt senkrecht zur Schnittebene der Fig. 9A.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Figur 6 zeigt einen vertikalen Schnitt durch einen in Fertigteilbauweise errichteten Gebäudeteil. Figur 7 zeigt den selben Gebäudeteil in einem horizontalen Schnitt.
Wie aus den Figuren 6 und 7 zu ersehen ist, werden in den Stahlbetonfertigteilunterzug 11 bei der Herstellung im Werk Hüllrohre 12 und in den Stahlbetonfertigteilabfangträger 13 Dorne 14 eingebaut. Nach der Montage des Unterzuges 1 1 wird der Hohlraum zwischen Dorn 14 und Hüllrohr 12 mit Vergussmörtel 16 verfüllt. Nach dem Erhärten des Vergussmörtels 16 ist der Unterzug 11 mit dem Abfangträger 13 durch die Dorne 14 kraftschlüssig verbunden. In den Stahlbetonfertigteilunterzug 17 werden bei der Herstellung im Werk Hüllrohre 22 maßgenau einbetoniert. Auf der dem Stahlbetonfertigteilunterzug 17 zugewandten Seite des Stahlbetonfertigteilabfangträger 13 werden bei der Herstellung glatte, nicht rostende Dorne 24 maßgenau einbetoniert. Auf der Baustelle werden auf die Dorne 24 die mit Fuß und Deckel ausgestatteten Hülsen 43 aufgezogen. Durch die an der inneren Oberfläche des Hülsenfußes und des Hülsendeckels vorgesehene Vorrichtung zur Lagefixierung des Doms 24 wird der Dorn unbeweglich in der Hülse justiert.
Der Hohlraum zwischen den Hüllrohren 22 und den Hülsen 43 wird mit Vergussmörtel 26 verfüllt. Nach dem Erhärten des Vergussmörtels 26 ist der Unterzug 17 mit dem Abfangträger 13 durch die Dorne 24 verbunden.
Der Unterzug 17 kann sich nunmehr in X-Richtung auf einer Länge, die der inneren Breite des Hülsen 43 entspricht, bewegen. Eine Bewegung in Y-Richtung ist ausgeschlossen. Auf dem Stahlbetonfertigteilunterzug 1 1 und dem Stahlbetonfertigteilunterzug 17 ist die als Trapezblech 10 ausgebildete Decke angeordnet.
Aus der Figur 8A ist zu ersehen, dass der Hülsendeckel 41 bzw. der Hülsenfuß 42 in drei sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse erstreckende Kammern unterteilt ist. Dabei ist die Kammer 40 zur Aufnahme des Doms 24 vorgesehen. Durch die Kammer 40 wird eine Lagesicherung des Doms 24 während der Montage der Stahlbetonfertigbauteile bzw. während des Betoniervorgangs erreicht. Dies ist erforderlich, da sich die Lage des Doms 24 während des Bauvorgangs weder in X- noch in Y-Richtung verändern darf.
Figur 8B zeigt in vergrößerter Darstellung eine Ausführungsform des Hülsenfußes bzw. des identisch gestalteten Hülsendeckels. Anstelle der in Figur 8A gezeigten Kammer 40 sind hier zur Lagesicherung des Doms 24 an der inneren Oberfläche des Hülsendeckels 41 bzw. des Hülsenfußes 42 die Erhebungen 44 vorgesehen, durch die der Dorn 24 im Klemmsitz gehalten wird. Bei Relativbewegungen der Gebäudeteile treten starke Kräfte auf, die die Trennwände, welche die Kammer 40 ausbilden, bzw. die Erhebungen 44 zerstören. Der Unterzug 17 kann sich dann in X-Richtung auf einer Länge, die der inneren Breite der Hülse 43 entspricht, bewegen.
Figur 9A zeigt eine längliche quaderförmige Hülse 43 mit parallel zueinander verlaufenden Vorder- und Rückwände und parallel zueinander verlaufenden Seitenflächen, wobei die Seitenflächen eine geringere Ausdehnung aufweisen als Vorder- und Rückwand. Dargestellt ist ein die Längsachse der Hülse enthaltender Schnitt, wobei die Schnittebene parallel zu Vorder- und Rückwand verläuft. Im selben Schnitt sind außerdem der Hülsendeckel 41 und der Hülsenfuß 42 dargestellt. Figur 9B zeigt den Hülsendeckel 41 der Hülse 43 bzw. den identisch ausgebildeten Hülsenfuß 42 der Hülse 43 in einem Schnitt senkrecht zur Schnittebene der Figur 9A.
Aus den Figuren 9A und 9B ist zu ersehen, dass die Hülse 43 keine Kammern oder sonstigen Vorrichtungen zur Lagefixierung des Doms 24 während der Montage aufweist. Die Lagefixierung wird durch den Hülsendeckel 41 der Hülse 43 und durch den Hülsenfuß 42 der Hülse 43 übernommen. Der Hülsendeckel 41 und der Hülsenfuß 42 sind in jeweils drei sich im wesentlichen in Richtung der Längsachse der Hülse erstreckende Kammern unterteilt. Dabei ist jeweils die Kammer 40 zur Aufnahme des Doms 24 vorgesehen. Auf der Baustelle wird der Hülsenfuß 42 auf den Dorn 24 aufgezogen. Dazu ist im Hülsenfuß 42 eine Durchbrechung vorgesehen, deren Ausdehnung in dem in Figur 9A dargestellten Ausführungsbeispiel der Kammer 40 entspricht. Dann wird die Hülse 43 auf den Hülsenfuß 42 aufgezogen. Schließlich wird der Hülsendeckel 41 in die Hülse 43 eingesteckt. Dazu ist im Hülsendeckel 41 eine Durchbrechung vorgesehen, deren Ausdehnung in dem in Figur 9A dargestellten Ausführungsbeispiel der Kammer 40 entspricht.
Wie schon im Zusammenhang mit den Figuren 8A und 8B erläutert wird durch die Kammern 40 eine Lagesicherung des Doms 24 während der Montage der Stahlbetonfertigbauteile erreicht. Dies ist erforderlich, da sich die Lage des Doms 24 während des Bauvorgangs weder in X- noch in Y-Richtung verändern darf. Bei Relativbewegungen der Gebäudeteile treten starke Kräfte auf, die die Trennwände, welche die Kammer 40 ausbilden, zerstören. Der Unterzug 17 kann sich dann in X-Richtung auf einer Länge, die der inneren Breite der Hülse 43 entspricht, bewegen.
Bezugszeichenliste
1 Querkraftdorn
2 zylindrische Querkraftdornhülse
3 rechteckige Querkraftdornhülse
4 Bohrungen für die Befestigung der Querkraftdornhülse an der Schalung
5 Fuge
10 Trapezblech
11 Fertigteilunterzug
12 Hüllrohr für Dorn
13 Fertigteilabfangträger
14 Dorn
15 Gabel
16 Vergussmörtel
17 Fertigteilunterzug
18 Kipplager
22 Hüllrohr für Hülse mit Dorn
24 nichtrostender Dorn
26 Vergussmörtel
40 Kammer
41 Hülsendeckel
42 Hülsenfuß
43 Hülse
44 Erhebungen
Next Patent: METHOD FOR COOLING THE TROPOSPHERE
