| Patentansprüche 1. Manipulationsvorrichtung für ein Flachglaslager, dadurch gekennzeichnet, dass die Manipulationsvorrichtung mit einer Trennvorrichtung (5) , welche dazu in der Lage ist, eine Flachglasscheibe in zwei Teile zu teilen, ausgestattet ist. 2. Manipulationsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennvorrichtung (5) durch die Manipulationsvorrichtung an eingelagertes Flachglas heran bewegbar ist und an diesem arbeitsfähig ist. 3. Manipulationsvorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennvorrichtung (5) eine Vorrichtung für das thermische Trennen von Flachglas ist . 4. Manipulationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das eingelagerte Flachglas durch Glasrohtafeln (1) gebildet ist. 5. Manipulationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit Mitteln (4) ausgestattet ist, die dazu dienen, Flachglas aus dem Lager zu entnehmen. 6. Manipulationsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie Teil einer Verarbeitungsstrecke für Flachglas ist, in welcher nach ihrer Position ein Schneideanlage für Flachglas angeordnet ist. |
Die US 1 777 644 zeigt schon 1930 das Grundprinzip des thermischen Brechens von Flachglasscheiben. Nur entlang der gewünschten Bruchlinie wird die Glasscheibe stark erhitzt, vorzugsweise durch einen daran angelegten, elektrisch beheizten Draht. Beim Erhitzen oder beim nachfolgenden, vorzugsweise plötzlichen Abkühlen, bricht das Glas entlang dieser Linie zufolge Wärmespannung in zwei Teile. Inzwischen gibt es eine Fülle von Veröffentlichungen zu Weiterentwicklungen an diesem Grundprinzip. Viele davon zielen darauf ab, Reproduzierbarkeit und Ebenheit der Bruchlinie zu verbessern und auch Brüche entlang gekrümmten Linien zu ermöglichen. Als Beispiele dazu seien die DE 1 025 113 B und die DE 28 05 733 AI genannt.
Die CH 626 596 A5 zeigt eine Schneideanlage, welche eine rechteckige Flachglastafel in kleinere rechteckige Scheiben zerteilt. Die Flachglastafel ist auf einer horizontalen Fläche liegend angeordnet und wird auf dieser Fläche zwischen zwei unterschiedlichen Schneidestationen bewegt. In der ersten Station werden alle zu einer ersten Randlinie parallel verlaufenden Schnitte bzw. Brüche vorgenommen. In der zweiten Station werden die dazu normal verlaufenden Schnitte bzw. Brüche vorgenommen.
Die DE 4243536 C2 zeigt eine Anlage zum Schneiden von Glasscheiben. Eine Scheibe ist dabei annähernd vertikal an eine Fläche gelehnt und an einer waagrechten unteren Leiste aufgestützt. In einer Unterbrechung der Fläche ist eine Schneid-Brech- und Trenneinrichtung angebracht, welche die Scheibe entlang einer normal zur unteren Leiste verlaufenden Linie trennt. Ein Manipulator ist entlang der Leiste verfahrbar. Er ist mit Mitteln ausgestattet um die Scheibe bzw. Scheibenteile zu bewegen, auch in ihrer Ebene zu drehen und abzulegen. In einer Weiterentwicklung können an der Anlage auch unfertige Zuschnitte, also Scheiben, welche schon aus der Teilung einer größeren Scheibe hervorgegangen sind und noch weiter geteilt werden müssen, zwischengelagert werden.
Die Schriften DE 101 39 715 AI, DE 101 64 071 AI, DE 202 16 438 Ul und EP 1 900 695 AI zeigen Verfahren und Vorrichtungen für das Bearbeiten von Glastafeln, wobei rechnergestützt auf zur Verfügung stehenden Glasrohtafeln und auf Restglastafeln möglichst optimale Schnitteinteilungen geplant und Schnitte durchgeführt werden. Je nach Situation werden Glasrohtafeln von deren Lager oder Restglastafeln von deren Zwischenlager an die Schneidanlage herangeführt und geschnittene Scheiben entweder der Weiterverarbeitung oder dem Zwischenlager zugeführt. Die Anlage kann mächtig und leistungsfähig sein, ist aber in der Anschaffung teuer, platzaufwändig und l auf Grund der vielen Manipulationsvorgänge und der dazu erforderlichen Geräte auch wartungsaufwändig und nicht all zu schnell.
Die DE 101 61 813 AI zeigt eine Vorrichtung für das Schneiden von Glasscheiben. Die Vorrichtung besteht aus einer vielstufigen alternierenden Verkettung von Schneideeinrichtungen und Zwischenlagern, wobei in den Zwischenlagern die Reihenfolgen nach denen Scheibenteile weiterverarbeitet werden, umgestellt werden können. Bei guter datentechnischer Unterstützung sind damit sehr schnelle Durchlaufzeiten für viele verschiedene Glassorten und Teilegeometrien erreichbar. Die Anlage ist aber sehr teile- und platzaufwän- dig und damit sehr teuer. Einfache Zuschnitte können eine unverhältnismäßig lange Durchlaufzeit aufweisen.
In flachglasverarbeitenden Betrieben wird Flachglas zugeschnitten und weiterverarbeitet. Die von Lieferanten bereitgestellten Rohglastafeln werden im Rohglaslager des Betriebes gelagert und bei Bedarf einer Schneideanlage - in fast allen Fällen ein Schneidetisch - zugeführt und dort zu kleineren Scheiben geschnitten (in den allermeisten Fällen durch mechanischen Anritzen und nachfolgendes Brechen) . Trotz üblicher datentechnisch unterstützter Verschnittoptimierung ist es unvermeidlich, dass häufig von einer Rohglasplatte beim Schneiden ein derart großer Rest übrig bleibt, dass es sich lohnt, diesen weiter aufzubewahren und bei einem der folgenden Aufträge weiter zuzuschneiden. Das erforderliche Manipulieren mit Restglastafeln, also das Abtransportieren von der Schneideanläge, das Einlagern, das spätere erneute Auslagern und Wiederzuführen, bedeutet aufwändige, zeitintensive und oftmals auch gefährliche Arbeitsvorgänge für welche auch aufwändige Anlagenteile erforderlich sind.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin den Transport von Restglastafeln zu erübrigen.
Zum Lösen der Aufgabe wird vorgeschlagen, schon am Rohglaslager eine Manipulationsvorrichtung vorzusehen, welche in der Lage ist, Glasrohtafeln zu teilen, sodass schon vom Rohglaslager nur ein solcher Teil einer Glasrohtafel zu Schneideanlage gebracht wird, welcher auf dieser dann so weit in kleinere Scheiben zerschnitten wird, dass ein allfällig verbleibender Rest so klein ist, dass er ohne weitere Zwischenlagerung direkt dem Recycling zugeführt werden kann .
Die Erfindung wird an Hand einer Zeichnung veranschaulicht Fig. 1: zeigt skizzenhaft in Aufrissansicht eine beispielhafte erfindungsgemäße Manipulationsvorrichtung an einem Rohglas- lager .
Gemäß dem skizzierten Beispiel sind Glasrohtafeln 1 gelagert indem sie annähernd vertikal an Stützstäbe 3 gelehnt sind und mit ihrem unteren Rand auf Auflageteile 2 aufliegen. Es sind viele Scheiben parallel zueinander in einzelnen Abteilen paketweise gelagert, die durch Stützstäbe 3 voneinander getrennt sind. (Gemäß der Ansicht in Fig. 1 stehen die Glasrohtafeln 1 etwa parallel zur Zeichenebene hintereinander.)
Die gezeigte, beispielhafte erfindungsgemäße Manipulationsvorrichtung 4 ist ähnlich einem Portalkran aufgebaut. Mit Ausnahme der Trennvorrichtung 5 entspricht die Manipulationsvorrichtung dem Stand der Technik. Auf feststehenden, am Untergrund verankerten, horizontal ausgerichteten Querschienen 4.6 ist ein fahrbares Gestell, horizontal normal zur Ausrichtung jener Ränder der Glasrohtafeln 1 auf denen diese aufliegen, verfahrbar. Das fahrbare Gestell besteht aus vertikalen Stützen 4.1, welche von den Schienen bis über die Höhe der Glasrohtafeln 1 hinaus emporragen, und eine horizontal, parallel zu den besagten Rändern der Glasrohtafeln 1 ausgerichtete Längsschiene 4.2 tragen. Entlang dieser Längsschiene 4.2 ist ein Schlitten 4.3 verfahrbar, welcher Haltemittel für Glasrohtafeln 1 trägt. Die Haltemittel bestehen aus Stäben 4.4 und daran befestigten Glassaugern 4.5. Die Stäbe 4.4 hängen vom Schlitten 4.3 nach unten und sind am Schlitten vertikal bewegbar und auch schwenkbar gehalten. Zur Entnahme einer Glasrohtafel 1 fährt das Gestell links an den gelagerten Glasrohtafeln 1 vorbei in die passende Ebene (normal zur Zeichenebene) . Dann fährt der Schlitten entlang der Schiene 4.2 nach rechts über die Glasrohtafeln 1, wobei die Haltemittel in den Freiraum zwischen voneinander beabstandeten, benachbarten Paketen von Glasrohtafeln 1 ragen. Die Stäbe 4.4 werden an die zu entnehmende Glasrohtafel 1 herangeführt. Sobald die Glassauger 4.5 an der zu entnehmenden Glasrohtafel 1 anliegen, werden sie mit Unterdruck beaufschlagt sodass sie mit der Glasrohtafel 1 verbunden sind. Dann werden die Haltemittel etwas angehoben und die gefasste Glasrohtafel 1 vereinzelt. Dann wird durch den Schlitten 4.3 die gefasste Glasrohtafel 1 nach links von den anderen Glasrohtafeln 1 heraus bewegt.
Erfindungsgemäß ist die Manipulationsvorrichtung mit einer Trennvorrichtung 5 ausgestattet, mit Hilfe derer Glasrohtafeln 1 schon im Bereich des Rohglaslagers in zwei Teile trennbar sind. In der dargestellten, vorteilhaften Bauweise ist die Trennvorrichtung als Leiste aufgebaut, welche parallel zu den Stäben 4.4 der Haltemittel ausgerichtet und in ebenso schwenkbar und vertikal bewegbar am Schlitten 4.2 befestigt ist. Vorteilhafter Weise sollte die Trennvorrichtung 5 am Schlitten 4.3 gegenüber diesem auch horizontal verfahrbar sein.
Als Trennverfahren eignet sich am besten das eingangs erwähnte, für andere Anwendung aus dem Stand der Technik bestens bekannte thermische Trennen von Flachglas. Dazu weist die Trennvorrichtung einen beheizbaren Stab oder einen beheizbaren Draht auf, welcher entlang jener Linie entlang welcher eine Glasrohtafel 1 zu trennen ist, an die Glasrohtafel 1 gelegt wird. Die Glasrohtafel 1 wird örtlich erhitzt und dann wieder abgekühlt. Spätestens beim Abkühlen bricht sie entlang der Linie. Der Bruch ist zwar im Allgemeinen nicht so exakt und sauber wie der Bruch der beim üblicheren Glasschneiden durch Vorritzen und nachträgliches Brechen entsteht, aber das thermische Trennverfahren ist einfacher durchführbar und wartungsärmer. Für den vorliegenden Anwendungsfall , bei dem man davon ausgeht, dass die durch thermisches Trennen hervorgegangen Teile der Glasrohtafel 1 ohnedies später einzeln auf einem Schneidetisch endgültig noch weiter zerschnitten werden, reicht die Genauigkeit durchaus aus. Sofern die zu teilenden Glasrohtafeln 1 nicht in einem Stapel von Tafeln angeordnet sind, welche thermisch empfindliche Schichten aufweisen, kann das thermische Trennverfahren einer einzelnen Glasrohtafeln 1 direkt im Scheibenstapel (gemäß Fig. 1 im rechten Teil) durchgeführt werden; andernfalls ist eine Glasrohtafel 1 erst von den anderen Tafeln des Stapels abzuheben, dann zu trennen, dann sind die einzelnen Teile wieder anzulehnen, und nur der gewünschte Teil der Glasrohtafel in weiterer Folge abzutransportieren. Alternativ dazu kann eine zu teilende Glasrohtafel 1 auch gefasst, vereinzelt und soweit aus dem Stapel herausgezogen werden, dass die Linie an welcher die Glasrohtafel zu trennen ist, genau am Rand des verbleibenden Stapels liegt und dass jener Teil, welcher nach dem Trennen sofort weiterverarbeitet werden soll, aus dem Stapel herausragt. Bei dieser zweiten Methode findet man mit einem Minimum an Manipulationsaufwand das Auslangen .
Die Erfindung ist unter Anwendung des beschriebenen Verfahrens der thermischen Trennung auch für Verbundsicherheitsglas anwendbar. Dieses Glas ist ein Verbund aus zwei einzelnen Flachglasscheiben und einer dazwischen liegenden, mit beiden Flachglasscheiben haftend verbundenen Folie. Beim bestimmungsgemäßen beschriebenen Erwärmen der Flachglasscheiben wird auch die Folie so sehr erwärmt, dass sie nach dem Teilen der Glasflächen durch Auseinanderziehen während des Wegbewegens einer Fläche von der anderen Fläche getrennt wird. Für das thermische Trennen von Verbundsicherheitsglas ist es vorteilhaft, eine thermische Trennvorrichtung vorzusehen, welche von beiden Glasseiten her auf die zu trennende Scheibe einwirkt .
Im Rahmen der Erfindung sind auch andere Trennverfahren als das thermische Trennverfahren anwendbar. Im Allgemeinen wird man dabei aber eher höheren Aufwand als mit dem thermischen Trennverfahren haben .
Natürlich ist es sinnvoll, die Manipulationsvorrichtung möglichst hoch zu automatisieren, also mit einer zentralen Steuerung für die einzelnen Antriebe und mit Messmitteln für Positionen und Scheibenabmessungen auszustatten, sowie durch eine Datenverarbeitungsanlage aus einem Lagerverwaltungs- und Verschnittoptimierungsprogramm heraus ansteuern zu lassen. Da man zu dieser Thematik im Rahmen des fachmännischen Handelns durchaus gute Lösungen bereitstellen kann, wird hier nicht näher darauf eingegangen.
Im Rahmen der Erfindung sind auch andere Aufbauten von Lager und Manipulationsvorrichtungen als im Beispiel gezeigt denkbar und sinnvoll. Prinzipiell ist die Erfindung an allen zurzeit schon verwendeten Lager- und Manipulationssystemen für Glasrohtafeln 1 sinnvoll anwendbar.
Es ist vorteilhaft, genau jene Manipulationsvorrichtung, welche bestimmungsgemäß Glasrohtafeln 1 bzw. Teile davon bewegt, mit einer Trennvorrichtung 5 auszustatten. Im Rahmen der Erfindung ist es aber auch denkbar, nur für das Halten und Bewegen der Trennvorrichtung 5 eine separate Manipulationsvorrichtung vorzusehen. Ebenso ist es im Rahmen der Erfindung denkbar an einer Manipulationsvorrichtung mehrere unabhängig voneinander bewegbare Vorrichtungsteile vorzusehen, von denen einer Haltemittel für Glasrohtafeln 1 bewegt und ein anderer eine Trennvorrichtung 5. Die Gesamt - anläge wird dadurch zwar mechanisch und auch steuerungstechnisch aufwändiger, aber im Betrieb können mehrere Vorgänge zeitlich überlappend durchgeführt werden, womit Leistungsfähigkeit gewonnen werden kann.
Es sei darauf hingewiesen, dass es im Rahmen der Erfindung auch möglich ist, nicht die Trennvorrichtung an die Flachglasscheibe heranzubringen, sondern umgekehrt die Flachglasscheibe an die Trennvorrichtung. Die Trennvorrichtung kann dazu an einem stillstehenden oder an einem beweglichen Teil der Manipulationsvorrich- tung angebracht sein. Ein relativ dazu beweglicher Teil der Manipulationsvorrichtung bewegt die Flachglasscheibe an die Trennvorrichtung sowie die getrennten Teile auch wieder davon weg.
In jedem Fall wird der Mehraufwand durch erfindungsgemäßes Vorsehen einer Trennvorrichtung an einer Manipulationsvorrichtung für ein Flachglastafellager, durch Einsparungen an ansonsten erforderlichen Zwischenlagern und Manipulationsvorgängen für das Ein- und Auslagern in und von diesen, vielfach aufgewogen.
Next Patent: APPARATUS AND METHOD BY MEANS OF WHICH AN ITEM OF FOOTWEAR IS ADAPTED
