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Title:
MARINE SECURITY SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/109571
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention proposes a marine security system, which comprises at least two different monitoring elements (IRC, IRS) and a controller (PC) connected thereto in particular for warding off pirates, said controller triggering an alarm and/or activating alarm devices as a function of the displays of the different monitoring elements. In addition, at least two separate line systems (LA, LB) and outlets (DA, DB) connected thereto are provided, from which at least one substance can be discharged. In the event of an alarm, at least one substance is specifically supplied to the outlets (DA, DB), wherein said outlets are installed in different locations or sections (A1–A5, B1-B5) of the hull (S) and can be specifically activated there. The outlets (DA, DB) may also have different designs in order to optimally discharge the respective substance, for example by atomizing, nebulizing, spraying or pouring.

Inventors:
FÜRUS, Sven (Hillebergstraße 45, Pfungstadt, 64319, DE)
STRÖHER, Jan-Hendrik (Haubachweg 6, Darmstadt, 64285, DE)
Application Number:
EP2009/052498
Publication Date:
September 11, 2009
Filing Date:
March 03, 2009
Export Citation:
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Assignee:
FÜRUS, Sven (Hillebergstraße 45, Pfungstadt, 64319, DE)
STRÖHER, Jan-Hendrik (Haubachweg 6, Darmstadt, 64285, DE)
International Classes:
B63G13/00; F41H9/04
Attorney, Agent or Firm:
SCHULTENKÄMPER, Johannes (2K Patentanwälte, Corneliusstrasse 18, Frankfurt am Main, 60325, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Marines Sicherheitssystem (LG), das an einem Schiffsrumpf (S) befestigbare Auslasse (DA, DB; MB) für eine flussige oder gasformige Substanz aufweist, wobei die Substanz mittels mindestens einer Pumpe (PA, PB) über Leitungen (LA, LB) den Auslassen (DA, DB; MB) zugeführt wird, um die Substanz zur Abwehr eines Piraterie-Angriffs außen am Schiffsrumpf (S) ausströmen zu lassen, dadurch gekennzeichnet, dass dass das marine Sicherheitssystem (LG) mindestens zwei verschiedene Uberwachungselemente (IRC, RDR, IRS) und eine damit verbundene Steuerung (PC) aufweist, die in Abhängigkeit von Anzeigen der verschiedenen Uberwachungselemente einen Alarm auslost und/oder Alarmvorrichtungen aktiviert.

2. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Uberwachungselemente als Uberwachungsvorrichtungen

(IRC, RDR) und/oder Uberwachungssensoren (IRS) ausgebildet sind, insbesondere als optische Kamera, Infrarot-Kamera und/oder Radargerat bzw. als akustischer Sensor, Bewegungs-Sensor, optischer Sensor und/oder Infrarot-Sensor ausgebildet sind.

3. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das marine Sicherheitssystem (LG) , insbesondere die Steuerung (PC), abhangig von der Anzeige der mindestens zwei

Uberwachungselemente eine vorgebbare Alarmstufe auslost, insbesondere einen stillen oder einen nichtstillen Alarm auslost.

4. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das marine Sicherheitssystem (LG) eine

Aufzeichnungsvorrichtung (BOX) aufweist, die zumindest im Alarmfall die von den Uberwachungselementen (IRC, RDR, IRS) kommenden Signale und/oder Anzeigen aufzeichnet und/oder die von der Steuerung (PC) ausgelosten Alarme oder Alarmstufen oder Aktivierungen von Alarmvorrichtungen aufzeichnet und insbesondere protokolliert .

5. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung (BOX) zumindest im Alarmfall auch Zustande, insbesondere Position und Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes, auf dem das Sicherheitssystem (LG) installiert ist, aufzeichnet und insbesondere protokolliert.

6. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das marine Sicherheitssystem (LG) mindestens zwei separate Leitungssysteme (LA, LB) und daran jeweils angeschlossene Auslasse (DA, DB; MB) aufweist.

7. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das marine Sicherheitssystem (LG), insbesondere die Steuerung (PC), abhangig von der Anzeige der mindestens zwei Uberwachungselemente

eines oder mehrere der separaten Leitungssysteme (LA, LB) aktiviert, um die über die daran angeschlossenen Auslasse (DA, DB; MB) die mindestens eine Substanz ausströmen zu lassen, und/oder einen oder mehrere Auslasse der separaten Leitungssysteme (LA, LB) aktiviert, um die über diese die mindestens eine Substanz an bestimmten Abschnitten (A1-A5, B1-B5) und/oder Ebenen des Schiffrümpfes (S) ausströmen zu lassen.

8. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslasse (DA, DB) der separaten Leitungssysteme (LA, LB) an verschiedenen Abschnitten (Al-A4, B1-B4) des Schiffsrumpfes (S), insbesondere entlang der Reling (R) , angeordnet sind; und/oder dass die Auslasse (DA, DB; MB) der separaten Leitungssysteme (LA, LB) auf verschiedenen Ebenen des Schiffsrumpfes (S), insbesondere an und unterhalb der Reling (R) , angeordnet sind; und/oder dass die Auslasse

(PA, PB) der separaten Leitungssysteme (LA, LB) abschnittsweise verschachtelt, insbesondere in abwechselnder Folge zueinander, angeordnet sind; und/oder dass die Auslasse (PA, PB) der separaten Leitungssysteme (LA, LB) m teilweise sich überlappenden Abschnitten und/oder Ebenen des Schiffrümpfes angeordnet sind.

9. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslasse als Spritzdusen (DA, DB) und/oder als durchlassige Membran (MB) ausgebildet sind und/oder dass für mindestens eines der Leitungssysteme (LA, LB)

ein steuerbares Ventil (VA, VB) vorgesehen ist, das eine impulsartige Zufuhr der Substanz in dem jeweiligen Leitungssystem (LA, LB) und/oder zu den daran angeschlossenen Auslassen (DA, DB; MB) bewirkt.

10. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens zwei der separaten Leitungssysteme (LA, LB) separat steuerbare Ventile (VA, VB) vorgesehen sind, die in den Leitungssystemen (LA, LB) und/oder den daran angeschlossenen Auslassen (DA, DB; MB) unterschiedliche Zufuhren von verschiedenen Substanzen bewirken, wobei in dem Schiffsrumpf (S) insbesondere mindestens zwei mit Ventilen (VA, VB) und/oder den Pumpen (PA, PB) verbundene Tanks (I, II) vorgesehen sind, die verschiedenen Substanzen oder Konzentrationen davon enthalten.

11. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens zwei der separaten Leitungssysteme (LA, LB) separat steuerbare Ventile (VA, VB) vorgesehen sind, die in den Leitungssystemen (LA, LB) und/oder den daran angeschlossenen Auslassen (DA, DB; MB) unterschiedliche Formen von Zufuhren der einen Substanz bzw. der verschiedenen Substanzen bewirken, wobei die unterschiedlichen Formen der Zufuhren insbesondere getaktete Stromungsimpulse aufweisen, die sich in ihrer Amplitude, Zeitdauer und/oder Zeitlage voneinander unterscheiden.

12. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens eines der separaten Leitungssysteme (LB) ein steuerbares Ventil (VB) vorgesehen ist, das an den an dem Leitungssystem (LB) angeschlossenen Auslässen (MB) ein dosiertes Ausströmen der Substanz bewirkt.

13. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (PC) die Pumpen und/oder Ventile (VA, VB) so steuert, dass die Zufuhr der Substanz zumindest zeitweise nur in einem der separaten Leitungssysteme (LB) zu den daran angeschlossenen Auslässen (MB) erfolgt und/oder dass mindestens eine Pumpe vorgesehen ist, die mit einem unterhalb der Wasseroberfläche am Schiffsrumpf (S) angeordneten Ansaugstutzen und mit mindestens einem der Leitungssysteme (LA, LB) und/oder den Tanks (I, II) verbunden ist, um von Außen Wasser anzusaugen.

14. Marines Sicherheitssystem (LG) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Substanz ein Gemisch aus Wasser, Schmierflüssigkeit und/oder Abwehrflüssigkeit ist; und/oder dass die Abwehrflüssigkeit mindestens einen Reizstoff für menschliche Schleimhäute enthält.

15. Marines Sicherheitssystem (LG) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das marine Sicherheitssystem (LG) mindestens einen Mischer aufweist, der mit dem Ansaugstutzen (E) verbunden ist

und das Gemisch herstellt.

Description:

Anmelder: Jan-Hendrik Stroher

Haubachweg 6 64285 Darmstadt

Sven Furus

Hillebergstraße 45

64319 Pfungstadt

Marines Sicherheitssystem

Die Erfindung betrifft ein marines Sicherheitssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Insbesondere betrifft die Erfindung ein marines Sicherheitssystem, bei dem zur Abwehr eines Piraterie-Angriffs eine Substanz außen am Schiffsrumpf über Auslasse ausströmt.

Zur Sicherung von Schiffen und anderen Wasserfahrzeugen gegen übergriffe durch Piraten und andere Angreifer sind zuverlässige technische Sicherheitssysteme erwünscht. Die Piraterie ist auch m heutiger Zeit ein ernstzunehmendes Risiko für Reedereien, Seeleute, Ladungseigner und Versicherer. Fast taglich ereignen sich auf den Weltmeeren Piratenuberfalle, bei denen es insbesondere zu Geiselnahmen und Kaperung des Schiffes kommt. Heutzutage sind Piraten mit modernsten Waffen ausgerüstet und gut ausgebildet. Dasselbe gilt auch für Terrororganisationen, die zuweilen die Piraterie unterstutzen oder auch selbst überfalle auf Schiffe verüben. Die modernen Piraten agieren auf offener See wie auch in Hafen. Die Bandbreite ihrer Verbrechen reicht von

einfachem Diebstahl bis hin zu Schiffsraub, Entfuhrung und Mord. In letzter Zeit ereignen sich auch immer häufiger überfalle auf Barken und Schleppverbande. Auch nehmen Schiffsentfuhrungen mit Losegeldforderungen drastisch zu. Zudem überfallen Piraten insbesondere abseits der üblichen Routen der kommerziellen Schifffahrt auch Privat] achten. Etwa 80 % des Welthandels erfolgt über die Handelsschifffahrt . Die Transportwege fuhren oft durch politisch unsichere Gebiete und zuweilen durch maritime Nadelohre, wie etwa die Straße von Malaga oder den Suezkanal, überfalle in diesen Passagen und Teilblockaden wurden den Welthandel bereits empfindlich treffen und Zusatzkosten in Milliarden-Euro-Hohe verursachen. Die meisten der derzeit registrierten Piraterie-Falle ereignen sich in Territorialgewassern, also in Küstennahe. Opfer der Piraterie sind insbesondere die Schiffsbesatzung, die Reeder bzw. die Eigentumer, die Handler der verschifften Waren und die Versicherer. Insbesondere unter diesen Kreisen erwachst ein zunehmendes Interesse bzw. Bedürfnis für zuverlässige Sicherheitssysteme.

Zum Schutz vor Piraten schließen Schiffsbesatzungen auf großen Schiffen alle offenen Türen und Luken, sobald die Gefahr eines überfalls besteht. Auf den unteren Decks werden die Türen teilweise verschweißt. Die eigentliche Abwehr erfolgt dann mit Wasserschlauchen, aus denen mit hohem Druck Wasser auf die Angreifer gespritzt wird. Es sind auch Elektrozaun-Systeme bekannt, die das Erklettern von Bordwanden unmöglich machen sollen. Zudem weisen manche Reeder ihre Mannschaften dazu an, leere Flaschen auf dem Wetterdeck zu zerschlagen, weil viele Piraten die Schiffe barfuss entern. Es gibt auch insbesondere große Schiffe, bei denen zur Abwehr von Piratenangriffen ein Hochspannungszaun

um das Schiff herum installiert ist. Neuerdings ist auch eine Art „akustische Kanone" bekannt, mit der Angreifer durch hochenergetisch gebündelte hochfrequente Töne vertrieben werden sollen. Diese Abwehrmaßnahme wird auch als Long Range Acoustic Device bezeichnet und z.B. im Internet unter der URL http://de.wikipedia.org/wiki/Long Range Acoustic Device beschrieben.

Aus der JP-A-2002037178 ist ein marines Sicherheitssystem bekannt, bei dem eine mit kleinen Löchern versehene Leitung entlang der Reling eines Schiffes verlegt wird, wobei in die Leitung heißer Dampf eingelassen wird, der aus den Löchern ausströmt, um Angreifer abzuwehren. Aus der JP-A-2002037179 ist ein ähnliches System bekannt, bei dem hochsiedendes Wasser aus einer mit Löchern versehenen Leitung austritt.

Aus der DE 1 505 259 A ist ein Sicherheitssystem für Kraftfahrzeuge, insbesondere Taxifahrzeuge, bekannt, dass zwei mit Sprühdüsen versehene Leitungen aufweist, die zur Verteilung und zum Versprühen von gasförmigen oder flüssigen Medien im Fahrgastraum vorgesehen sind. über einen Mischer kann das Mischen und Versprühen verschiedener Medien erreicht werden. Eine Anwendung im marinen Bereich ist nicht beschrieben.

Aus der DE 464 757 A ist eine Vernebelungseinrichtung für Seefahrzeuge bzw. Schiffe bekannt, die am Heck installierte Zerstäuberdüsen für säurehaltige Flüssigkeit aufweist, die geeignet ist, an feuchter Luft weißen Nebel zu erzeugen. Am Bug des Schiffes ist dazu eine Wasserzerstäubungseinrichtung vorgesehen, die die Luft mit Wasserdampf sättigt, wobei die Wasserzerstäubungseinrichtung am Ende eines in der Höhe

verstellbaren Rohres angebracht ist, so dass die Schiffbesatzung nicht belästigt wird.

Somit sind marine Sicherheitssysteme bekannt, die an dem Schiffsrumpf befestigbare Auslässe für flüssige oder gasförmige Substanzen aufweisen, wobei die Substanz mittels einer Pumpe über Leitungen den Auslässen zugeführt wird, welche die Substanz zur Abwehr von Piraterie-Angriffen außen am Schiffsrumpf ausströmen lassen. Des weiteren sind Sicherheitssysteme für Landfahrzeuge bekannt, die mehrere Leitungen zum Verteilung und Mischen von zu versprühenden gasförmigen und/oder flüssigen Medien aufweisen.

Diese bekannten Systeme sind jedoch nicht besonders effektiv oder kaum geeignet, was ihren Einsatz im marinen Bereich angeht. Sofern nur Wasserdampf versprüht wird, kann das Ausströmen von Wasserdampf durch entsprechende Schutzkleidung oder Schutzschilde leicht abgewehrt werden. Außerdem erfordert das Erzeugen und Ausströmen von Wasserdampf wie auch von hochsiedendem Wasser einen relativ hohen Energieaufwand. Zudem kann der Einsatz von hochsiedendem Wasser ebenfalls durch einfache Gegenmaßnahmen, wie etwa Schutzschilde oder dergleichen, abgewehrt werden. Sofern säurehaltige Substanzen versprüht werden, können auch diese durch spezielle Schutzkleidung abgewehrt werden. Somit können die herkömmlichen Lösung nicht sehr effektiv verhindern, dass die Angreifer sich Zugang zum Schiff verschaffen.

Deshalb ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein marines Sicherheitssystem der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass die oben genannten Nachteile vorteilhaft überwunden werden. Insbesondere soll ein marines

Sicherheitssystem vorgeschlagen werden, das den Piraten bzw. Angreifern den Zugang zum Schiff unmöglich macht oder zumindest deutlich erschwert.

Gelost wird die Aufgabe durch ein marines Sicherheitssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Demnach wird ein marines Sicherheitssystem vorgeschlagen, das mindestens zwei verschiedene Uberwachungselemente und eine damit verbundene Steuerung aufweist, die in Abhängigkeit von Anzeigen der verschiedenen Uberwachungselemente einen Alarm auslost und/oder Alarmvorrichtungen aktiviert.

Als Uberwachungselemente können verschiedene Uberwachungs- vorrichtungen, wie z.B. optische Kamera, Infrarot-Kamera und/oder Radargerat, verwendet werden und/oder können verschiedene Uberwachungssensoren, wie z.B. akustischer Sensor, Bewegungs-Sensor, optischer Sensor und/oder Infrarot- Sensor, verwendet werden.

Somit verfugt das hier vorgeschlagene Sicherheitssystem über verschiedene mit einer Steuerung verbundene Uberwachungselemente, die eine davon abhangige Alarmierung und/oder Aktivierung von Abwehrmaßnahmen ermöglichen.

Das hat u.a. den Vorteil, dass potentielle Angreifer ein intelligentes Uberwachungs- und Alarmsystem überwinden müssen, um das Schiff zu entern.

Dabei kann als Uberwachungsvorrichtung, z.B. eine optische Kamera, Infrarotkamera und/oder Radargerat vorgesehen sein, mittels der ein Piraterie-Angriff angezeigt wird. Ebenso kann

auch als überwachungssensor z.B. ein akustischer Sensor, Bewegungssensor, optischer Sensor, und/oder Infrarotsensor vorgesehen sein. In diesem Zusammenhang ist es möglich, dass das System bzw. die Steuerung einen Alarm auslöst und/oder Alarmvorrichtungen aktiviert, wenn die mindestens eines der verschiedenen überwachungselemente (überwachungsvorrichtungen bzw. -Sensoren) einen Piraterie-Angriff anzeigt.

Dabei ist es vorteilhaft, wenn abhängig von der Anzeige der überwachungsvorrichtung bzw. des Sensors eine vorgebbare Alarmstufe ausgelöst wird, insbesondere ein stiller oder ein nicht-stiller Alarm ausgelöst wird.

Auch ist es vorteilhaft, wenn abhängig von der Anzeige ein oder mehrere der Leitungssysteme aktiviert wird bzw. werden, um die mindestens eine Substanz ausströmen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist es auch von Vorteil, wenn abhängig von der Anzeige ein oder mehrere Auslässe aktiviert wird bzw. aktiviert werden, um über diese die Substanz an bestimmten Abschnitten und/oder Ebenen des Schiffsrumpfes ausströmen zu lassen .

Außerdem können die separaten Leitungssysteme auch an verschiedenen Orten bzw. Abschnitten des Schiffsrumpfes installiert und dort gezielt aktiviert werden, wodurch wiederum der benötigte Energieaufwand sowie der Materialverbrauch an verwendeter Substanz reduziert werden können. Auch ist es möglich, durch die verschiedenen separaten Leitungssysteme unterschiedliche Substanzen gezielt zum Einsatz zu bringen. Zudem ist es möglich, die separaten Leitungssysteme und die daran angeschlossenen Auslässe unterschiedlich konstruktiv zu gestalten, um die Substanz

oder die verschiedenen Substanzen unterschiedlich abzugeben, beispielsweise durch Versprühen, Vernebeln, Spritzen oder Ausgießen.

Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich auch aus den Unteransprüchen.

Demnach ist es vorteilhaft, wenn das marine Sicherheitssystem eine Aufzeichnungsvorrichtung aufweist, die zumindest im Alarmfall die von den überwachungselementen kommenden Signale und/oder Anzeigen aufzeichnet und/oder die von der Steuerung ausgelösten Alarme oder Alarmstufen oder Aktivierungen von Alarmvorrichtungen aufzeichnet und insbesondere protokolliert. Damit wird eine sog. Blackbox vorgeschlagen, die die Besonderheit aufweist insbesondere alarmbezogene Signale, Anzeigen und/oder Ereignisse (Auslösen, Aktivieren) aufzuzeichnen und zu protokollieren. Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Aufzeichnungsvorrichtung zumindest im Alarmfall auch Zustände, insbesondere Position und Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes, auf dem das Sicherheitssystem installiert ist, aufzeichnet und insbesondere protokolliert. Damit wird mit einer sehr hohen Nachvollziehbarkeit jeder auftretende Piraterieangriff dokumentiert. In dieser sog. Blackbox werden sämtliche Aufzeichnungen durch das System (Sensorik und die damit zusammenhängende Auswertung, Protokoll) gespeichert. Zusätzlich können können sämtliche Schiffsbewegungen dokumentiert werden. Die aufgezeichneten Daten lassen sich z.B. durch regelmäßiges Senden per Satellit auch außerhalb des Schiffes sichern. Die Blackbox lässt sich auf Grund ihres geringen Aufbaus an einem beliebigen Ort auf dem Schiff installieren und verstecken. Es ist auch möglich, eine

Mehrzahl dieser Aufzeichnungsgerate mit dem Sicherheitssystem zu betreiben, die ggf. parallel arbeiten und somit eine Redundanz für höhere Sicherheit bzgl. Datengewinnung und Speicherung bieten.

Im Zusammenhang mit mehreren separaten Leitungssystemen ist es besonders vorteilhaft, wenn die Auslasse der separaten Leitungssysteme an verschiedenen Abschnitten des Schiffsrumpfes, insbesondere entlang der Reling, angeordnet sind. Auch ist es vorteilhaft, wenn die separaten Leitungssysteme auf verschiedenen Ebenen des Schiffsrumpfes, insbesondere an oder unterhalb der Reling, angeordnet sind.

Weiterhin können in vorteilhafter Weise die Auslasse der separaten Leitungssysteme abschnittsweise verschachtelt werden, insbesondere in abwechselnder Folge zueinander angeordnet werden. Auch können die Auslasse bevorzugt in teilweise sich überlappenden Abschnitten und/oder Ebenen des Schiffsrumpfes angeordnet werden.

Von Vorteil ist es auch, wenn die Auslasse als Spritzdusen und/oder als durchlassige Membran ausgebildet sind.

Bevorzugt ist ein steuerbares Ventil vorgesehen, das eine impulsartige Zufuhr der Substanz in dem jeweiligen Leitungssystem und/oder zu den daran angeschlossenen Auslassen bewirkt. Vorzugsweise sind für mindestens zwei der separaten Leitungssysteme separat steuerbare Ventile vorgesehen, die in den Leitungssystemen und/oder den daran angeschlossenen Auslassen unterschiedliche Zufuhren von verschiedenen Substanzen bewirken. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn in dem Schiffsrumpf mindestens zwei mit

den Ventilen oder Pumpen verbundene Tanks vorgesehen sind, die verschiedene Substanzen oder Konzentrationen davon enthalten.

Zudem ist es von Vorteil, wenn für mindestens zwei der separaten Leitungssysteme separat steuerbare Ventile vorgesehen sind, die in den Leitungssystemen und/oder den daran angeschlossenen Auslässen unterschiedliche Formen von Zufuhren der einen Substanz bzw. der verschiedenen Substanzen bewirken. In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn die Ventile von einer Steuerung so gesteuert werden, dass die unterschiedlichen Formen der Zufuhren getaktete Strömungsimpulse aufweisen, die sich in ihrer Amplitude, Zeitdauer und/Zeitlage voneinander unterscheiden.

Auch ergeben sich besondere Vorteile, wenn zumindest eines der separaten Leitungssysteme ein steuerbares Ventil vorgesehen ist, das an den Auslässen ein dosiertes Ausströmen der Substanz bewirkt.

Von Vorteil ist es ebenfalls, wenn die Steuerung die Pumpen und/oder die Ventile so steuert, dass die Zufuhr der Substanz mindestens zeitweise nur in einem der separaten Leitungssysteme zu den daran angeschlossenen Auslässen erfolgt. Außerdem ist es von Vorteil, wenn mindestens eine Pumpe vorgesehen ist, die mit einem unterhalb der Wasseroberfläche am Schiffsrumpf angeordneten Ansaugstutzen und mit mindestens einem der Leitungssysteme/und/oder den Tanks verbunden ist, um von außen Wasser anzusaugen.

Von Vorteil ist es weiterhin, wenn zumindest einer der Auslasse als manuell bedienbare Bord-Spritzkanone ausgebildet ist.

Bevorzugt ist die eingesetzte Substanz ein Gemisch aus Wasser, Schierflussigkeit und/oder Abwehrflussigkeit . Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Abwehrflussigkeit mindestens einen Reizstoff für menschliche Schleimhaute enthalt.

Auch kann das marine Sicherheitssystem bevorzugt einen Mischer aufweisen, der mxt dem Ansatzstutzen verbunden ist und das Gemisch, insbesondere unter Ansaugen von Meerwasser, herstellt .

Nachfolgend wird die Erfindung und sich daraus ergebenden Vorteile naher anhand von Ausfuhrungsbeispielen und unter Bezugnahme auf beiliegende , Zeichnungen beschrieben, wobei die Zeichnungen folgendes darstellen:

Fig. 1 zeigt eine erste Ausfuhrungsform der Erfindung, bei der verschiedene Abschnitte eines Schiffsrumpfes mit separaten Leitungssystemen und daran angeschlossenen Auslassen ausgestattet sind.

Fig. 2 zeigt im Detail den Aufbau des marinen

Sicherheitssystems für einen solchen Abschnitt.

Fig. 3 zeigt in einer weiteren Ausfuhrungsform die

Anordnung von Auslassen zum impulsartigen Ausstromen der Substanz.

Fig. 4a und b zeigen verschiedene Taktungen zur Ansteuerung der Leitungssysteme.

Fig. 5 zeigt in einer weiteren Ausführungsform die Anordnung von zwei Leitungssystemen auf verschiedenen Ebenen des Schiffsrumpfes.

Fig. 6 zeigt in einer Variante zur Fig. 5 die Ausgestaltung eines Auslasses des unteren Leitungssystems als durchlässige Membran.

Fig. 7 zeigt zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Erweiterung des marinen Sicherheitssystems.

Fig. 8 und Fig. 9 zeigen Ablaufdiagrame für jeweils eines

überwachungs- und Alarmierungsprogramms, welches das System ausführt.

Die Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung die Draufsicht auf einen Schiffsrumpf S mit darin angeordnetem Sicherheitssystem LG, wobei verschiedene Abschnitte Al, A2, ... A5, Bl, B2... B5 entlang der Reling des Schiffsrumpfes S über separate Leitungssysteme und daran angeschlossene Auslässe versorgt sind. Dazu sind entlang der Reling in vorbestimmten Abständen Auslässe vorzugsweise in Form von Spritzdüsen angeordnet, welche abschnittsweise mit einem der Leitungssysteme verbunden sind, die wiederum bei einem zentralen Rechner bzw. eine Steuerung gesteuert werden. Die Details dazu sind in den Fig. 2, 3 sowie 5 und 6 dargestellt.

Im in der Fig. 1 dargestellten Beispiel werden insgesamt zehn Abschnitte Al, A2, ... A5, Bl, B2... B5 entlang der Reling R

versorgt und können separat angesteuert werden. Somit kann z.B. der Abschnitt Al am Heck einzeln angesteuert werden und gezielt einen eventuell dort stattfindenden Angriff abwehren. Gleiches gilt für die anderen einzelnen Abschnitte. Auch können mehrere Abschnitte gemeinsam angesteuert werden, wie etwa die steuerbordseitigen Abschnitte A2 und B2. Oder der Bugbereich kann durch Ansteuerung der Abschnitte A3, B3, A4 und B4 vollständig angesteuert und abgewehrt werden. Durch die Aufteilung des marinen Sicherheitssystems in mehrere verschiedene Leitungsabschnitte und den damit verbundenen Auslassen DA und DB ist eine sehr flexible und gezielte Abwehr möglich. Außerdem können die verschiedenen Abschnitte Al, A2, ... A5, Bl, B2... B5 auch mit unterschiedlichen Substanzen oder Gemischen von diversen Stoffen versorgt werden. Beispielsweise verfugt das System grundsätzlich über zwei unterschiedlich befullte Tanks I und II, die zum einen ein Schmiermittel und zum anderen eine Abwehrflussigkeit enthalten. Durch m dem System vorgesehene Mischer werden diese verschiedenen Stoffe zusammen mit Wasser zu einer effektiven Substanz gemischt, die dann über die Leitungssysteme LA oder LB den Auslassen DA bzw. DB zugeführt werden kann. Das Wasser kann beispielsweise durch einen Ansaugstutzen E aus dem Meerwasser gewonnen werden (s. Fig. 5 und 6) .

Die Fig. 2 zeigt xn einem Ausschnitt die wesentlichen Elemente des marinen Sicherheitssystems nach Fig. 1. So enthalt das System die Auslasse DA und DB, die xn Form von Spritzdusen gestaltet sind, welche jeweils mit einem der verschiedenen Leitungssysteme LA bzw. LB verbunden sind. Die verschiedenen Leitungssysteme werden zentral über eine Steuerung PC angesteuert, wobei diese vorzugsweise die xn den

Leitungssystemen vorhandenen Pumpen PA bzw. PB oder Ventile steuert .

Außerdem weist das System eine Aufzeichnungsvorrichtung BOX auf, die zumindest im Alarmfall die von den Uberwachungselementen kommenden Signale und/oder Anzeigen aufzeichnet und/oder die von der Steuerung ausgelosten Alarme oder Alarmstufen oder Aktivierungen von Alarmvorrichtungen aufzeichnet und insbesondere protokolliert. Dabei handelt es sich z.B. um eine sog. Blackbox, die die Besonderheit aufweist, insbesondere alarmbezogene Signale, Anzeigen und/oder Ereignisse (Auslosen, Aktivieren) aufzuzeichnen und zu protokollieren (s. auch Fig. 5) . Zusatzlich kann vorgesehen sein, dass die Aufzeichnungsvorrichtung BOX zumindest im Alarmfall auch Zustande, insbesondere Position und Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes, auf dem das Sicherheitssystem installiert ist, aufzeichnet und insbesondere protokolliert. Damit wird mit einer sehr hohen Nachvollziehbarkeit jeder auftretende Piraterieangriff dokumentiert. In dieser sog. Blackbox werden samtliche Aufzeichnungen durch das System (Sensorik und die damit zusammenhangende Auswertung, Protokoll) gespeichert. Zusatzlich können können samtliche Schiffsbewegungen dokumentiert werden. Die aufgezeichneten Daten lassen sich z.B. durch regelmäßiges Senden per Satellit auch außerhalb des Schiffes sichern. Die Blackbox lasst sich auf Grund ihres geringen Aufbaus an einem beliebigen Ort auf dem Schiff installieren und verstecken. Es ist auch möglich, eine Mehrzahl dieser Aufzeichnungsgerate mit dem Sicherheitssystem zu betreiben, die ggf- parallel arbeiten und somit eine Redundanz für höhere Sicherheit bzgl. Datengewinnung und Speicherung bieten.

Wie die Fig. 3 darstellt, können die Auslässe bzw. Spritzdüsen DA und DB verschachtelt zueinander angeordnet sein. Somit ist beispielsweise eine abwechselnde Besprühung von Angreifern aus den jeweiligen Düsen DA oder DB möglich. Zudem weist das System eine Steuerung PC auf, die eine impulsförmige Zufuhr der jeweiligen Substanz in den Leitungssystemen LA oder LB erlaubt. Durch die impulsartige Zufuhr und das anschließende Ausströmen aus den Auslässen bzw. Spritzdüsen DA und DB wird eine sehr effektive und gleichzeitig materialsparende Abwehr erreicht. Das impulsartige Ausströmen kann beispielsweise durch Taktung entsprechender Ventile erreicht werden.

In Fig. 4a und 4b sind verschiedene Taktungen TA und TB dargestellt. Nach Fig. 4a werden im Wechsel zeitweise zunächst die Spritzdüsen DA mehrmals impulsartig angesteuert und danach die Spritzdüsen DB. Mit den Taktungen nach Fig. 4b erfolgt eine wechselweise Ansteuerung der Düsen DA und DB. Viele weitere Taktungen sind denkbar und können je nach Anwendungsfall optimiert werden.

In Fig. 5 ist ein Teilquerschnitt durch den Schiffsrumpf S dargestellt, welcher die Anordnung des marinen Sicherheitssystems mit den verschiedenen Leitungssystemen LA und LB näher darstellt. Die zentrale Steuerung PC steuert insbesondere die für die Leitungssysteme vorgesehenen Pumpen PA und PB, welche wiederum mit einer zentralen Pumpe verbunden sind, die über einen Ansaugstutzen E Meerwasser ansaugt. Die Pumpen PA und PB sind zudem mit den zuvor beschriebenen Tanks I und II verbunden, um das besagte Gemisch herzustellen, welches dann über die Leitungssysteme

LA und LB den jeweiligen Auslassen bzw. Spritzdusen DA und DB zugeführt wird. In dem hier dargestellten Beispiel sind die Leitungssysteme bzw. Auslasse DA und DB für verschiedene Ebenen des Schiffsrumpfes S vorgesehen, um somit eine raumlich kaskadierte mehrfache Abwehrmaßnahme zu erreichen.

Die Düsen DA des ersten Leitungssystems LA befinden sind beispielsweise entlang der Reling R installiert und sind als Spritzdusen ausgebildet. Die Düsen DB des zweiten Leitungssystems LB befinden sich unterhalb der Reling R und ragen dort aus dem Schiffsrumpf S hervor, wobei diese Düsen vorzugsweise die Substanz in Form eines Spruhnebels abgeben, der sich an der Außenwand des Schiffsrumpfes niederschlagt. Dadurch, dass die Substanz unter anderem Schmier- oder Gleitmittel enthalt, wird die Außenwand des Schiffsrumpfes S für Angreifer glatt und rutschig und kann somit nur schwer geentert werden. Als zweite und zusatzliche Abwehrmaßnahme wir dann entlang der Reling R die Substanz gezielt auf die Angreifer abgesprüht. Beide Maßnahmen zusammen erschweren ein Entern des Schiffes erheblich.

Die Fig. 6 zeigt eine Variante zur Ausfuhrung nach Fig. 5, wobei die Auslasse des zweiten Leitungssystems LB nun als durchlassige Membran MB ausgebildet sind, welche in den Schiffsrumpf S integriert sind. Dadurch wird die Substanz entlang der Schiffsrumpfwand abgegeben, wobei die Wand quasi schwitzt und ebenfalls rutschig und glatt für die Angreifer wird. Weitere Ausgestaltungen der Auslasse bzw. Düsen und Membrane ist denkbar.

In Fig. 7 ist als Zusatzmaßnahme eine Abwehrklappe bzw. palisadenartige Luke in Form eines Palisaden-Fertigbauteils

PLS dargestellt, bei dem die jeweilige Palisaden mit ihrem Sporn SP im Angriffsfall aus der Bordwand herausragt und die Angreifer am Hinaufklettern hindert. Bei Alarm wird der jeweilige Sporn SP hydraulisch mittels einer Hydraulik HD oder pneumatisch ruckartig ausgefahren. Daraufhin wird eine dahinter gelegene Düse DA aktiviert und das Abwehrgemisch, wie bereits beschrieben, ausgestoßen. Im Ruhezustand wird das Palisaden-Schild bzw. die Palisade selbst wird mittels Magneten MG, die z.B. Elektromagneten sein können, zurückgehalten und somit im eingefahrenen Zustand gesichert. Im Alarmfall werden dann die Palisaden bzw. Sporne SP freigegeben, um aus der Bordwand ruckartig auszufahren, damit die dahinter befindlichen Spritzdusen DA anschließend die Substanz gezielt auf die Angreifer absprühen können.

Die Düsen können mit verschiedenen Takten angesteuert werden (s. auch Fig. 4a/b) . Beispielsweise werden im ersten Takt die Düsen 1, 3, 5 und im zweiten Takt die Düsen 2, 4, 6 angesteuert. Die Substanz bzw. Flüssigkeit wird durch die Pumpen so komprimiert, dass ein relativ starker Druck erreicht werden. Somit wird die Substanz bzw. Flüssigkeit nicht einfach abgegeben, sondern vielmehr stoßartig versprüht .

Das hier beschriebene marine Sicherheitssystem ist auch mit einem intelligenten Uberwachungs- und Alarmsystem ausgestattet, das nach einem Programm arbeitet, welches weiter unten anhand der Figuren 8 und 9 naher beschrieben wird. Das das System verfugt über Uberwachungsvorrichtungen bzw. Sensoren, die mit der Steuerung PC verbunden sind. Als Vorrichtungen bzw. Sensoren sind beispielsweise Kameras, Radargerate, Bewegungssensoren und dergleichen denkbar. Wenn

durch diese Uberwachungselemente exn Alarm bzw. Angriff angezeigt wird, so lost die Steuerung PC einen Alarm aus, und/oder aktiviert Alarmsysteme, wie beispielsweise Vorfeldbeleuchtung oder Signalraketen, etc. Der ausgeloste Alarm kann in bestimmten Stufen, beispielsweise als stiller Alarm oder nicht-stiller Alarm erfolgen, wobei dies m Abhängigkeit der von den Uberwachungselementen angezeigten Zustande erfolgt. Das Auslosen eines Alarms bzw. die Aktivierung von Alarmvorrichtungen kann beispielsweise xn folgenden Stufen erfolgen:

Zunächst wird eine Vorfeldbeleuchtung aktiviert und es werden Signalraketen abgefeuert. Dann wird ein Notsignal gesendet. Dann offnen sich die Ventile an den Tanks I und II oder an den Frischwasserpumpen. Das Mischungsverhältnis zwischen der Abwehrflussigkeit , dem Schiermittel und/dem Meerwasser wird durch Ansteuerung der Ventile bzw. Pumpen gezielt eingestellt. Die Ventile zerstauben das Gemisch bestehend aus Wasser, Schmierflussigkeit und Abwehrflussigkeit zu einem feinen Nebel in einem großen Radius von bis zu 360° von der Bordwand. Das Gemisch legt sich an die Bordwand und auf Entergerate der Angreifer und reizt die Schleimhaute. Das Schiffspersonal besetzt die mit dem marinen Sicherheitssystem verbundenen Wasserkanonen und Schlauche, welche mit demselben Abwehrgemisch betrieben werden. Durch dieses Sicherheitssystem wird der Angreifer stark behindert, bestenfalls gestoppt. Dies fuhrt zu einem wichtigen Zeitvorteil, der es der Crew erlaubt, auf den Angriff zu reagieren .

Des weiteren kann auch noch an jedem Bord-Abschnitt (siehe Al bis A5, Bl bis B5 xn Fig. 1) eine Signallampe, gut sichtbar

für die Crew, installiert sein. Somit wird die Schiffsbesatzung in die Lage versetzt, den angegriffenen Bereich vom Deck aus schnell visuell orten zu können.

Wie die Fig. 8 zeigt kann das von der Steuerung PC durchgeführte Verfahren 100 bzw. Programm wie folgt ablaufen:

Die überwachungs-Vorrichtungen oder -Sensoren, wie z.B. eine Wärmebildkamera IRC, ein Radargerät RDR oder ein Infrarot- Sensor IRS melden eine Alarmsituation an die Steuerung PC. Diese leitet das Bild der Wärmebildkamera IRC sowie auch das des Radargerätes RDR weiter an bestimmte Monitore MON auf der Brücke des Schiffes. Dann erfolgt in einem ersten Schritt 110 eine visuelle Datenverarbeitung und/oder in einem Schritt 120 eine von der Steuerung PC durchgeführte Datenauswertung der empfangenen Daten. Die Auswertung führt in mindestens einem nachfolgenden Schritt 121 bis 123 zur Einstufung der Situation in eine vorgebbare Alarmstufe. Beispielsweise wird abhängig von den empfangenen Daten im Teilschritt 121 ein echter Alarm, d.h. eine echte Bedrohungs-Situation, erkannt oder in einem Teilschritt 123 ein Fehlalarm erkannt. Ist die Datenlage nicht eindeutig, so erkennt das System in dem Teilschritt 122 auf „Unsicher" und löst in einem Folgeschritt 132 einen stillen Alarm aus, damit noch nicht die ganze Schiffbesatzung alarmiert wird, sondern nur die wachhabende Besatzung der Brücke, die dann selbst die Situation klären kann. Hingegen führt der erste Teilschritt 121 direkt zu einem Folgeschritt 131, bei dem ein echter Alarm ausgelöst wird. Der Teilschritt 123 wiederum führt zu einem Folgeschritt 133, bei dem kein Alarm ausgelöst wird.

Die Steuerung PC lost auch in regelmäßigen Intervallen in einem Schritt 120 ein Wartungsprogramm für das System aus, bei dem insbesondere die Leitungssysteme LA und LB sowie die Auslasse mit Frischwasser gespult und gereinigt werden.

In der Fig. 9 ist ausgehende vom Schritt 120 bzw. 130 beschrieben, wie das System in der Schrittfolge 140 verschiedene Alarme auslost und einzelne Komponenten des Systems aktiviert:

Wird z.B. ein echter Alarm erkannt, so lost das System bzw. die Steuerung PC in einem Schritt 141 das Aussenden eines Notruf-Signales (SOS) aus. Ebenfalls kann in einem Schritt 142 das Schießen von Signalraketen ausgelost werden. In einem Schritt 143 kann zudem auch die Vorfeldbeleuchtung auf dem Schiff automatisch eingeschaltet werden.

In einer Schrittfolge 150 werden die verschiedenen Komponenten angesteuert, insbesondere die Pumpen und/oder die Ventile des System zum Aktivieren der Leitungssysteme für das gezielte Versprühen der mindestens einen Substanz auf mögliche Angreifer:

In einem Schritt 151 wird Meerwasser angesaugt. Und im Schritt 152 werde die Tanks mit den Zutaten für die mindestens eine Substanz angesaugt, über die Aktivierung der entsprechenden Pumpen im Schritt 160 erfolgt die Aufbereitung der Substanzen durch Mischung der verschiedenen Zutaten im Schritt 165. Anschließend wird die jeweilige Substanz gezielt den gewünschten Bereichen bzw. Auslassen zugeführt. Im Schritt 171 werden die Düsen an dem als Angriffstelle erkannten Abschnitt bzw. Bereich des Schiffsrumpfes

aktiviert. Im Schritt 171 werden die an Bord befindlichen Spritzkanonen mit der Substanz beschickt.

Zusammenfassend wird ein marines Sicherheitssystem vorgeschlagen, welches das Kapern von Schiffen durch Piraten, Terroristen oder sonstigen unerwünschten Personen behindert oder völlig unterbindet. Die unterhalb der Reling gelegene Außenhaut bzw. Bordwand des Schiffes wird standig durch elektronische Sensoren, wie etwa Bewegungssensoren, Kontaktdrahten usw., und/oder durch visuelle Sensoren, wie etwa Warmekameras überwacht. Sobald sich ein Angreifer nähert und insbesondere versucht, mit Hilfe von Leitern, Enterhaken oder drgl . , sich Zugang zum Deck des Schiffes zu verschaffen, wird dies durch die Sensoren erkannt und ein Alarm ausgelost. Gleichfalls wird das Ausstromen der Substanz aktiviert. Sobald ein akuter Alarm durch das Sicherheitssystem ausgelost wird, offnen sich die Ventile und das in den Tanks gelagerte bzw. dort gemischte Gemisch wird über die Leitungssysteme den Auslassen dazugefuhrt. Wenn die Piraten oder Angreifer mit der versprühten Substanz in Berührung kommen, werden sie sowohl durch die schmierenden Eigenschaften der Substanz wie auch durch die Schleimhautreizenden Eigenschaften in mehrfacher Hinsicht an ihrem Vorhaben gehindert. Als Schmiermittel hat sich Seifenlauge als besonders vorteilhaft herausgestellt, weil sie ein Naturprodukt darstellt, das keine Umweltbelastung bewirkt. Das System kann im einfachsten Fall ahnlich einer Brandschutzanlage bzw. Sprinkleranlage aufgebaut sein, kann aber auch, je nach Anwendungsfall, sehr umfangreich und im jeweiligen Ansatz optimiert ausgeführt werden. Mit dem vorgeschlagenen System ist es möglich, insbesondere Hochseeschiffe mit einem besseren Schutz auszustatten, sodass keine trainierten Einsatzkrafte zum

Schutz des Schiffes erforderlich sind. Durch die automatische überwachung und Aktivierung der Systemkomponenten ist ebenso ein Einsatz von geschultem Personal nicht erforderlich. Die Substanz wird vorzugsweise impulsartig versprüht und ist ein Gemisch aus Wasser, Schierflüssigkeit und/oder Abwehrflüssigkeit .

Bezugszeichenliste

S Schiffsrumpf des Schiffes bzw. Wasserfahrzeuges

LG Marines Sicherheitssystem

PA, PB Pumpen verbunden mit Tanks I, II

I, II Tanks bzw. Behalter

LA, LB Leitungen bzw. Leitungssysteme

DA, DB Düsen bzw. Auslasse

MB als durchlassige Membran gestalteter Auslass

Al-A4; B1-B4 Abschnitte des Schiffrümpfes

R Reling

PC Steuerung

TA, TB Taktungen

PA, PB Pumpen

VA, VB Ventile

IRC überwachungs-Vorrichtung in Gestalt einer Warmebildkamera RDR Uberwachungs-Vorrichtung m Gestalt eines Radargerates IRS Uberwachungs-Sensor in Gestalt eines Infrarot-Sensors

MON Monitor bzw. Bildschirm auf Brücke des Schiffes BOX Aufzeichnungsvorrichtung (sog. Blackbox) 100 Verfahren zur überwachung und Alarmierung 110 bis 172 einzelne Verfahrensschritte PLS Palisaden-Fertigbauteil SP Sporn, hydraulisch ausfahrbar HD Hydraulik MG Magnete bzw. Elektromagnete