Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
MASKING MODULE FOR A VIDEO MONITORING SYSTEM METHOD FOR MASKING SELECTED OBJECTS AND COMPUTER PROGRAMME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/095106
Kind Code:
A1
Abstract:
In addition to the clear advantages of video monitoring systems for securing monitoring regions and optionally for following suspicious objects, there is the requirement to secure the private environments of people in the regions being monitored. A masking module (4) for a monitoring system (1) is disclosed for the above, wherein the monitoring system (1) has at least one monitoring camera (2) designed and/or arranged for observing monitoring regions with moving objects (14, 16), comprising a selection device for selecting objects as selected objects (16), wherein the masking module (4) is designed to output the selected objects (16) or partial regions thereof subsequently together called selected objects (16) in a masked form, wherein the masking module (4) is designed to limit the masking of objects (16) to at least one selected physical partial region (15, 18) of the monitoring region.

Inventors:
MERKEL, Marcel (Aprikosenstr. 19, Zürich, CH-8051, CH)
LOOS, Hartmut (Martin-Boyken-Ring 102, Hildesheim, 31141, DE)
WARZELHAN, Jan Karl (Einumer Str. 15, Hildesheim, 31135, DE)
Application Number:
EP2008/065305
Publication Date:
August 06, 2009
Filing Date:
November 11, 2008
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
MERKEL, Marcel (Aprikosenstr. 19, Zürich, CH-8051, CH)
LOOS, Hartmut (Martin-Boyken-Ring 102, Hildesheim, 31141, DE)
WARZELHAN, Jan Karl (Einumer Str. 15, Hildesheim, 31135, DE)
International Classes:
G06K9/00; G08B13/196; H04N7/18
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
Download PDF:
Claims:

Ansprüche

1. Maskierangsmodul (4) für ein überwachungssystem (1), wobei das überwachungssystem (1) mindestens eine überwachungskamera (2) aufweist und zur

Beobachtung von überwachungsbereichen mit bewegten Objekten (14, 16) geeignet und/oder angeordnet ist,

mit einer Auswahleinrichtung zur Auswahl von Objekten als Auswahlobjekte (16),

wobei das Maskierungsmodul (4) ausgebildet ist, die Auswahlobjekte (16) oder Teilbereiche davon - nachfolgend zusammenfassend als Auswahlobjekte (16) bezeichnet - maskiert auszugeben,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Maskierungsmodul (4) ausgebildet ist, die Maskierung auf Objekte (16) in mindestens einem selektierten, räumlichen Teilbereich (15, 18) des überwachungsbereichs zu begrenzen.

2. Maskierungsmodul (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der selektierte Teilbereich (15, 18) in Abhängigkeit der Entfernung von der überwachungskamera (2) festlegbar ist.

3. Maskierungsmodul (4) nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch ein

Tiefenkarteneinrichtung (6), welche eine Tiefenkarte der überwachungsszene umfasst, wobei der räumliche Teilbereich (15, 18) aus der Tiefenkarte selektierbar ist.

4. Maskierungsmodul (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der räumliche Teilbereich (15, 18) als mindestens ein 3D-0bjekt ausgebildet ist.

5. Maskierungsmodul (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Modelleinrichtung (7), welche ein 3D-Modell der

überwachungsszene umfasst, wobei das den selektierten Teilbereich (15, 18) bildende mindestens eine 3D-0bjekt aus dem 3D-Modell selektierbar ist.

6. Maskierungsmodul (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Maskierungseinrichtung (8), welche ausgebildet ist, alle

Objekte (14, 16) in dem beobachteten überwachungsbereich oder eine Teilmenge davon, insbesondere nur die Auswahlobjekte (16) zu maskieren.

7. Maskierungsmodul (4) nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine Demaskierungseinrichtung (9), welche ausgebildet ist, die Maskierung aller maskierten

Objekte (14, 16) und/oder einer Teilmenge der maskierten Objekte, insbesondere einer Komplementärmenge (14) zu der Menge der Auswahlobjekte (16), aufzuheben.

8. Maskierungsmodul (4) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Demaskierungseinrichtung (9) zur Bestimmung der zu demaskierenden Objekte (14) anhand des Objektverhaltens ausgebildet ist.

9. Maskierungsmodul (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Maskierungsmodul (4) und/oder die Maskierungseinrichtung (8) zur schlüsselgesicherten (10) Kodierung der zu maskierenden Objekte (16) in dem

Bilddatenstrom ausgebildet ist.

10. Maskierungsmodul (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüssel zur schlüsselgesicherten Kodierung nur für die (16) oder eine Teilmenge der zu demaskierenden Auswahlobjekte freigegeben wird.

11. Verfahren zur Maskierung von bewegten Objekten in einem Videoüberwachungsbereich, vorzugsweise unter Verwendung des Maskierungsmoduls (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nur Objekte in einem selektierten räumlichen Teilbereich, welcher einen Unterbereich des überwachungsbereichs bildet, maskiert ausgegeben werden.

12. Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln, um alle Schritte des Verfahrens nach Anspruch 11 durchzuführen, wenn das Programm auf einem Computer und/oder auf dem Maskierungsmodul (4) nach den Ansprüchen 1 bis 10 ausgeführt wird.

Description:

Beschreibung

Titel

Maskierungsmodul für ein Videoüberwachungssystem, Verfahren zur Maskierung von selektierten Objekten sowie Computerprogramm

Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Maskierungsmodul für ein überwachungssystem, wobei das überwachungssystem mindestens eine überwachungskamera aufweist und zur Beobachtung von überwachungsbereichen mit bewegten Objekten geeignet und/oder angeordnet ist, mit einer Auswahleinrichtung zur Auswahl von Objekten als Auswahlobjekte, wobei des Maskierungsmodul ausgebildet ist, Auswahlobjekte oder Teilbereiche davon - nachfolgend zusammenfassend als Auswahlobjekte bezeichnet - maskiert auszugeben. Die Erfindung betrifft im Weiteren ein entsprechendes Verfahren zur Maskierung von selektierten Objekten sowie ein Computerprogramm.

Videoüberwachungssysteme umfassen meist eine Mehrzahl von überwachungskameras, welche auf überwachungsbereiche gerichtet sind, und die überwachungsbereiche als überwachungsszenen abzubilden. Beispielsweise werden Videoüberwachungssysteme in Betrieben oder Firmen, aber auch an öffentlichen Plätzen, Kreuzungen, Bahnhöfen oder anderen Gebäuden eingesetzt. Die Bilddatenströme der überwachungskameras werden oftmals in einer überwachungszentrale zusammengeführt und dort gespeichert oder manuell bzw. automatisiert ausgewertet.

Neben den offensichtlichen Vorteilen derartiger Videoüberwachungssysteme zur

Sicherung von überwachungsbereichen und gegebenenfalls zur Nachverfolgung von verdächtigen Objekten stellt sich jedoch auch die Herausforderung, die Privatsphäre von Personen in videoüberwachten Bereichen zu sichern. Die Notwendigkeit der Sicherung der Privatsphäre kann eine Vielzahl von Gründen haben. So kann es Passanten unangenehm sein, dauerhaft und nachverfolgbar von jedem beliebigen

Videoüberwachungssystem beobachtet zu werden. Auch stellt sich die Frage des Datenschutzes und die der Speicherung von personenbezogenen Daten, wenn beliebige Passanten aufgenommen und deren Abbilder dauerhaft gespeichert werden.

Um die Privatsphäre ausreichend zu respektieren, ist es üblich, die

überwachungskameras so zu positionieren, dass nur relevante überwachungsbereiche beobachtet und aufgenommen werden. Eine andere Möglichkeit ist durch bauliche Abschirmungen von schützenswerten Bereichen, also z.B. durch einen Sichtschutz gegeben oder die Ausblendung von Bereichen bei der Kamerakonfiguration, wobei in einfacher Weise ein Detailbereich des Kamerabildes ausgeblendet oder geschwärzt wird.

Die Druckschrift US 2007/0116328 Al offenbart ein Verfahren zur Maskierung von entblößter Haut in Videobildaufnahmen, mit dem Ziel gesellschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Die Bereiche der entblößten Haut werden durch eine Inhaltsanalyse des Videobilds erfasst und danach mit einer Maske abgedeckt.

Die Druckschrift US 2005/0129272 Al, die wohl den nächstkommenden Stand der Technik bildet, offenbart ein Videoüberwachungssystem mit einer Objektmaskierung, wobei ein Prozessor wenigstens ein Objekt in einer überwachungsszene identifiziert und wobei das mindestens eine Objekt mittels einer Farbmaske oder dergleichen visuell maskiert wird. Die Identifizierung des Objekts erfolgt über die Auswertung einer Farbverteilung, einer geometrischen Form, einer Abhängigkeit einer ersten geometrischen Form zu einer zweiten geometrischen Form, über einen Grauwert oder eine Texturinformation.

Offenbarung der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Maskierungsmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , ein Verfahren zur Maskierung von selektierten Objekten mit den Merkmalen des Anspruchs 11 sowie ein Computerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs 12. Vorteilhafte oder bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den beigefügten Figuren offenbart.

Das Maskierungsmodul ist bevorzugt wahlweise als ein Zusatzgerät oder als integrierter Bestandteil eines überwachungssystems realisiert. Damit wird auch ein

überwachungssystem mit dem Maskierungsmodul im Rahmen der Erfindung offenbart. Das überwachungssystem weist mindestens eine überwachungskamera auf, welche in beliebiger Weise, zum Beispiel als Farbkamera, Schwarzweißkamera, Infrarotkamera PTZ (Pan TiIt Zoom)-Kamera oder dergleichen ausgebildet sein kann. Das überwachungssystem ist zur Beobachtung von überwachungsbereichen mit bewegten

Objekten geeignet und/oder angeordnet.

Das Maskierungsmodul weist eine Auswahleinrichtung zur Auswahl von Objekten als Auswahlobjekte auf. Vorzugsweise werden die bewegten Objekte in der oder den überwachungsszenen zunächst über bekannte Bildverarbeitungsalgorithmen detektiert und gegebenenfalls verfolgt. Nachfolgend werden diese detektierten und/oder verfolgten Objekte, insbesondere nach vorgegebenen Regeln, als Auswahlobjekte identifiziert.

Das Maskierungsmodul ist ferner ausgebildet, Auswahlobjekte oder Teilbereiche davon - nachfolgend zusammenfassend als Auswahlobjekte bezeichnet - maskiert auszugeben.

Bei einer bevorzugten Anwendung der Erfindung entsprechen die Auswahlobjekte den Schutzobjekten, also bewegten Objekten, deren Privatsphäre durch Maskierung geschützt werden soll. Die Maskierung erfolgt vorzugsweise durch eine überdeckung, Verzerrung oder eine andere Möglichkeit zur Unkenntlichmachung des Auswahlobjekts. Bei einer möglichen Ausführungsform werden nur und ausschließlich die Auswahlobjekte maskiert, bei einer anderen Ausführungsform werden zunächst alle bewegten Objekte maskiert und die Maskierung der Objekte einer Komplementärmenge zu der Menge der Auswahlobjekte aufgehoben.

Im Rahmen der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Maskierungsmodul ausgebildet ist, die Maskierung auf Objekte in mindestens einem selektierten bzw. selektierbaren, räumlichen Teilbereich zu begrenzen. Anders ausgedrückt, werden die Auswahlobjekte bevorzugt anhand ihrer Zugehörigkeit zu dem selektierten, räumlichen Teilbereich ausgewählt. Somit wird zum Beispiel bei der Initialisierung des Maskierungsmoduls einer oder mehrere räumliche Teilbereiche in dem überwachungsbereich selektiert und nachfolgend ausschließlich Objekte maskiert, die sich in dem selektierten, räumlichen Bereich befinden.

Eine überlegung der Erfindung ist es, dass die bislang verwendeten Techniken, welche die Maskierung auf festgelegte Bildbereiche oder vorgegebene Merkmale beschränken,

- A -

den Mangel aufweisen, dass kein Wissen über den videoüberwachten überwachungsbereich bzw. über die bewegten Objekte und deren Verhalten genutzt wird. In Abgrenzung zum bekannten Stand der Technik werden bei dem erfindungsgemäßen Maskierungsmodul Kenntnisse über den überwachungsbereich, insbesondere dessen räumlichen Aufbau, bzw. über das Verhalten der Objekte genutzt, um eine Maskierung bzw. Demaskierung von Objekten zu steuern. Die Kenntnisse können als Vorab- Kenntnisse dem Maskierungsmodul zugeführt werden, alternativ werden die Kenntnisse durch das Maskierungsmodul bzw. durch das überwachungssystem erfasst oder aktualisiert.

Bevorzugt wird die Erfindung mittels digitaler Bildverarbeitung ausgeführt oder umgesetzt. Bei abgewandelten Ausführungsformen kann die Erfindung auch mittels analoger Bildverarbeitung und/oder einer Mischung von analoger und digitaler Bildverarbeitung realisiert werden.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Privatsphäre von Unbeteiligten sehr genau und auch selektiv geschützt wird. Ferner trägt die Erfindung in vorteilhafter Weise dazu bei, dass öffentliche Bereiche geschützt sind. Damit trägt die Erfindung in besonders vorteilhafter Weise dazu bei, dass die Akzeptanz zur Installation von Kamera zur Videoüberwachung deutlich erhöht wird.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Maskierungsmodul ausgebildet, den selektierten Teilbereich in Abhängigkeit einer Entfernung von der überwachungskamera festzulegen. Bei dieser Ausführungsform ist es beispielsweise möglich, unterschiedliche Bereiche, zum Beispiel private und öffentliche Bereiche, durch eine Trennlinie voneinander zu trennen, wobei nur Objekte aus einem der Bereiche maskiert ausgegeben werden. Hierbei können beispielsweise zur Initialisierung vorhandene Trennlinien, wie zum Beispiel Zäune oder Grundstückslinien ausgenutzt werden. In gleicher Weise können flächige Bereiche mit beliebigem Umriss als Teilbereich selektiert werden.

Bei einer ergänzenden oder alternativen Ausführungsform umfasst das Maskierungsmodul eine Tiefenkarteneinrichtung mit einer Tiefenkarte, wobei der räumliche Teilbereich aus oder mithilfe der Tiefenkarte selektiert wird. Eine Tiefenkarte in bevorzugter Ausführungsform umfasst Informationen, wie der Boden oder Untergrund

der im Videobild dargestellten überwachungsszene tatsächlich räumlich verläuft. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, Personen, also ausgedehnten Objekten, über deren Fußpunkt in dem Videobild über die Tiefenkarte eine räumliche Position in dem überwachungsbereich zuzuordnen und diese je nach Vorgabe zu maskieren bzw. zu demaskieren. Die Tiefenkarte kann manuell eingegeben sein, über

Kalibrierungsmethoden bei der Initialisierung des überwachungssystems erzeugt oder während des Betriebs des überwachungssystems bzw. des Maskierungsmoduls gelernt sein.

Bei einer bevorzugten Realisierung werden die räumlichen Teilbereiche und/oder ein

Verlauf der Entfernung manuell eingegeben. Diese Eingabe kann beispielsweise durch eine Mensch-Maschinen-Schnittstelle, wie zum Beispiel eine Computermaus oder dergleichen erfolgen.

Bei einer anderen möglichen Ergänzung der Erfindung ist der selektierte, räumliche

Teilbereich als ein 3-D-Objekt bzw. ein Teilabschnitt davon ausgebildet. Diese Ausführungsform erlaubt es, ausgedehnte Objekte, insbesondere stationäre Objekte, in dem überwachungsbereich von einer überwachung auszunehmen, indem die darin befindlichen, bewegten Objekte maskiert werden. Ein derartiges 3-D-Objekt kann beispielsweise als ein Gebäude ausgebildet sein, in dem sich Privatpersonen aufhalten.

Bei einer möglichen Umsetzung der Erfindung weist das Maskierungsmodul eine Modelleinrichtung auf, welche ein 3 -D-Modell der überwachungsszene umfasst, wobei der räumliche Bereich und/oder das den selektierten Bereich bildende 3-D-Objekt aus dem 3 -D-Modell ermittelt wird. Das 3 -D-Modell umfasst bevorzugt Abbildungen der stationären Objekte in dem überwachungsbereich. Die Erzeugung des 3-D-Modells kann analog zu der Erzeugung der Tiefenkarte erfolgen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Maskierungsmodul eine Maskierungseinrichtung, welche zur Maskierung der Objekte ausgebildet ist. Je nach

Ausprägung der Erfindung kann die Maskierungseinrichtung zur Maskierung ausschließlich der Auswahlobjekte ausgebildet oder zur Maskierung aller bewegten Objekte realisiert sein.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung umfasst das Markierungsmodul ergänzend eine Demaskierungseinrichtung, welche ausgebildet ist, die Maskierung einer Teilmenge der maskierten Objekte aufzuheben.

Eine derartige Demaskierungseinrichtung kann vorteilhaft eingesetzt werden, wenn eine

Maskierung der Auswahlobjekte erfolgt ist, diese Maskierung aber aus bestimmten Gründen wieder aufzuheben ist. Bei einer möglichen Ausführungsform der Erfindung kann die Demaskierung manuell durchgeführt werden, das heißt, ein Benutzer kann zum Beispiel selektiv bestimmte maskierte Objekte wieder demaskieren. Bei einer alternativen Ausführungsform erfolgt eine automatische Demaskierung von maskierten Objekten, wobei die Demaskierung anhand von vorgebbaren Bedingungen erfolgt. Eine mögliche Bedingung ist das Objektverhalten des maskierten Objekts. Entspricht das Objektverhalten einem vorgegebenen Verhaltensmuster, wie zum Beispiel Herumlungern, Bewegung gegen eine vorgegebene Bewegungsrichtung (z. B. Fahren in Gegenrichtung zu einer Einbahnstraße), Bewegen mit einer bestimmten Geschwindigkeit

(z. B. Bewegung über einer vorbestimmten Maximalgeschwindigkeit), Beschleunigung des Objekts über eine vorbestimmte Beschleunigungsgrenze (z. B. Wegrennen des Objekts oder Fallen des Objekts), Position des maskierten Objekts, etc., so wird die Maskierung aufgehoben.

Eine andere oder ergänzende Ausprägung der Demaskierungsvorrichtung sieht vor, dass zunächst alle bewegten Objekte in dem überwachungsbereich maskiert werden und die Demaskierungsvorrichtung zur Demaskierung aller maskierten Objekte ausgebildet ist, die nicht zu den Auswahlobjekten gehören. Diese Ausprägung weist den Vorteil auf, dass zur Sicherung der Privatsphäre zunächst alle detektierten Objekte mit einer Maskierung geschützt werden, wobei die Maskierung nur unter dem Vorliegen bestimmter Bedingungen aufgehoben wird.

Bei einer bevorzugten Realisierung der Erfindung ist die Maskierungseinrichtung zur schlüsselgesicherten Kodierung der zu maskierende Bereiche vorzugsweise bereits in dem Bilddatenstrom ausgebildet. Bei der Maskierung wird somit eine reversible Kodierung eingesetzt, welche nur durch Anwendung eines bevorzugt für jedes einzelne Objekt selektiv funktionierenden Schlüssels ermöglicht wird.

Unter einem Schlüssel wird bevorzugt ein Autorisierungswerkzeug verstanden, welches beispielsweise digital ausgebildet ist. Der Schlüssel kann eine beliebige Bit-Länge, z.B. eine Bit-Länge größer als 8-Bit, vorzugsweise größer als 32-Bit und insbesondere größer als 64-Bit aufweisen. Beispielsweise kann der Schlüssel analog oder ähnlich zu einem pgp-Schlüssel aufgebaut sein. Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann eine

Codierung-Dekodierung über eine symmetrische und/oder asymmetrische Verschlüsselung erreicht werden. Insbesondere wird der Inhalt mit einer symmetrischen Verschlüsselung bzw. Schlüssel codiert und der Schlüssel mit einer asymmetrischen Verschlüsselung an den Benutzer übergeben.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Schlüssel der schlüsselgesicherten Kodierung für den Benutzer nicht zugreifbar sind, sondern automatisiert nach einem bestimmten Zeitraum vernichtet oder deaktiviert werden. Weiterhin ist es bevorzugt, dass Schlüssel von den zu demaskierenden Objekten freigegeben werden. Bevorzugt weist das Maskierungsmodul einen Schlüsselspeicher auf, welcher zur Erzeugung und/oder zur temporären oder dauerhaften Speicherung der Schlüssel ausgebildet ist.

Die Erfindung betrifft im Weiteren ein Verfahren zur Maskierung von bewegten Objekten in einem Videoüberwachungsbereich, wobei die Maskierung nur für bewegte

Objekte in einem selektierten räumlichen Teilbereich des Videoüberwachungsbereichs, welcher einen Unterbereich des überwachungsbereichs bildet, erfolgt.

Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Computerprogramm zur Durchführung des Verfahrens.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung sowie der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:

Figur 1 ein Blockdiagramm eines überwachungssystems mit einem Maskierungsmodul als ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung;

Figur 2 eine erste Beispielszene zur Illustration der Funktionsweise des überwachungssystems in der Figur 1;

Figur 3 eine zweite Beispielszene zur Illustration der Funktionsweise des überwachungssystems in der Figur 1.

Ausführungsform(en) der Erfindung

Figur 1 zeigt in einer schematischen Blockdarstellung ein Videoüberwachungssystem 1, welches eine Mehrzahl von überwachungskameras 2 aufweist, die auf

überwachungsbereiche zur überwachung gerichtet sind. Beispielsweise können die überwachungskameras 2 als PTZ (Pan-Tilt-Zoom)-Kameras in Kameranetzen ausgebildet sein, die eine komplette 3 -D-Umgebung observieren können. Der von den überwachungskameras 2 aufgenommene Bilddatenstrom wird zu einer Zentraleinheit 3 des überwachungssystems 1 geführt.

Neben optionalen weiteren, bekannten Modulen umfasst die Zentraleinheit 3 ein Maskierungsmodul 4, welches die Aufgabe umsetzt, die Privatsphäre in Teilbereichen der überwachungsbereiche zu schützen, indem Personen - oder allgemein bewegte Objekte - als Auswahlobjekte mittels digitaler Bildverarbeitungsalgorithmen und/oder analoger

Bildverarbeitung unkenntlich und/oder unidentifizierbar gemacht werden.

Zur Festlegung der räumlichen Teilbereiche, in denen die bewegten Objekte mittels Maskierung unkenntlich gemacht werden sollen - nachfolgend Maskierungsbereiche genannt -, ist das Maskierungsmodul 4 mit einer Mensch-Maschinen- Schnittstelle 5 verbunden, welche die Selektion der Maskierungsbereiche durch einen Benutzer erlaubt.

Eine erste Möglichkeit der Selektion besteht darin, die Maskierungsbereiche anhand von Tiefenkarten oder Tiefeninformation in einer Tiefenkartenvorrichtung 6 festzulegen, wobei Objekte, die sich in einer festgelegten Entfernung zur überwachungskamera 2 oder

Entfernungsbereich in dem überwachungsbereich bewegen, maskiert werden. Beispielsweise werden Personen oder Nummernschilder von Autos, die sich außerhalb eines Firmengeländes bewegen oder die außerhalb eines Einkaufsladens am Schaufenster entlanggehen, etc. maskiert, um deren Privatsphäre zu schützen.

Eine zweite Möglichkeit ist durch die Verwendung einer Modelleinrichtung 7 gegeben, welche ein 3 -D-Modell des überwachungsbereichs bereitstellt. Bei dieser Möglichkeit können ausgedehnte 3D-Bereiche des überwachungsbereichs, wie zum Beispiel Gebäude oder Gebäudeabschnitte, als Maskierungsbereiche selektiert werden. So können zum Beispiel Personen in einem Gebäude, die hinter Fenstern detektiert werden, anonymisiert werden. Dagegen werden beispielsweise Personen, die sich vor dem Gebäude bewegen, nicht anonymisiert.

Nach der Festlegung der räumlichen Maskierungsbereiche in den überwachungsbereichen werden erfasste, bewegte Objekte in dem Maskierungsbereich maskiert aus dem Maskierungsmodul 4 ausgegeben. Bei einer alternativen Ausführungsform kann das Maskierungsmodul 4 oder Teile davon auch dezentral in den überwachungskameras 2 angeordnet sein, so dass sichergestellt ist, dass die überwachungskameras 2 nur Bilddatenströme mit bereits maskierten Objekten ausgegeben werden.

Die Maskierung erfolgt in einer Maskierungseinrichtung 8, bevorzugt im Bilddatenstrom der Videoüberwachungskameras 2 vor einer Speicherung des Bilddatenstroms, um ein Höchstmaß an Sicherheit für die Privatsphäre zu gewährleisten. Der Maskierungseinrichtung 8 ist eine Demaskierungseinrichtung 9 nachgeschaltet, die unter bestimmten Bedingungen, wie nachfolgend noch erläutert wird, eine Demaskierung der maskierten Objekte zu ermöglichen. Die Maskierung erfolgt in der Maskierungseinrichtung 8 bevorzugt über eine schlüsselgeschützte Kodierung der jeweiligen Bildbereiche, wobei der oder die Schlüssel der schlüsselgestützten Kodierung in einem Schlüsselspeicher 10 abgelegt sind. Die Demaskierung der maskierten Objekte in der Demaskierungseinrichtung 9 ist nur unter Einsatz des oder der Schlüssel möglich. Bevorzugt erhält jedes maskierte Objekt einen individuellen Schlüssel.

Eine Bedingung zur Demaskierung liegt beispielsweise dann vor, wenn das bewegte Objekt ein abnormales oder auffälliges Verhalten zeigt. Für diesen Fall verliert das bewegte Objekt das Recht an der Privatsphäre und die Maskierung wird aufgehoben.

Bei einer anderen Betriebsart werden in der Markierungsvorrichtung 8 zunächst alle bewegten Objekte maskiert und dann in der Demaskierungseinrichtung 9 alle maskierten

Objekte demaskiert, welche nicht zu den Auswahlobjekten und/oder bewegungsauffälligen Objekten gehören.

Bevorzugt ist vorgesehen, dass Schlüssel, welche nicht unmittelbar in der Demaskierungseinrichtung 9 genutzt werden, in dem Schlüsselspeicher 10 vernichtet werden. Der Bilddatenstrom mit den unmaskierten, maskierten und/oder teilweise demaskierten Objekten wird schließlich in bekannter Weise über eine Schnittstelle 11 ausgegeben und beispielsweise einem überwachungspersonal angezeigt.

Die Figur 2 zeigt eine beispielhafte überwachungsszene zum Einsatz des

Maskierungsmoduls 4. In der überwachungsszene ist ein Einkaufszentrum 12 dargestellt, wobei eine überwachungskamera auf öffentlich zugängliche Bereiche 13 mit Passanten 14 vor Geschäften gerichtet ist und zugleich auch den privaten Innenraum 15 der Geschäfte mit Personen 16 aufnimmt. Während die Passanten 14 in dem öffentlichen Bereich keinen Privatsphärenschutz genießen, liegt dieser bei den Personen 16 in den

Geschäften vor.

Zur Selektion der Innenräume 15 als Maskierungsbereiche kann zum einen der Laden in der Modelleinrichtung 7 als 3 -D-Objekt selektiert werden und als Maskierungsbereich identifiziert werden. Zum anderen ist es möglich, über eine Entfernung zu der Kamera, welche an der Grenzlinie zwischen öffentlichem Bereich 13 und Geschäftsbereich 14 verläuft, mit der Tiefenkarteneinrichtung 6 einen Maskierungsbereich zu generieren. Wie sich aus der Figur 2 ergibt sind die Personen 16 in dem Maskierungsbereich durch ein schwarzes Rechteck maskiert. Für den Fall, dass die maskierten Personen 16 verhaltensauffällig reagieren, ist es möglich, dass die Demaskierungseinrichtung 9 die

Maskierung wieder aufhebt. Die Passanten 14 vor den Geschäften sind dagegen nicht oder nicht mehr maskiert. Selbstverständlich ist auch der umgekehrte Fall möglich, dass der öffentliche Bereich 13 als Maskierungsbereich und die Innenräume 15 als Demaskierungsbereiche selektiert sind.

Die Figur 3 zeigt in einer schematischen Darstellung die Anwendung des Maskierungsmoduls 4 auf einem Parkplatz 17, welcher sich innerhalb eines Firmengeländes befindet. Nur der Parkplatzbereich 17 soll observiert werden, während der öffentliche Bereich 18 jenseits des Zauns, einen Privatsphärenschutz genießen soll. Durch entsprechende Eingaben über die Tiefenkarteneinrichtung 6 bzw. die

Modelleinrichtung 7 kann der öffentliche Bereich 18 als Maskierungsbereich ausgewiesen werden, so dass Personen 16 in dem Maskierungsbereich maskiert werden. Passanten 14 in dem Parkplatzbereich 17 werden dagegen unmaskiert oder demaskiert dargestellt.