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Patent Searching and Data


Title:
MEASURING DEVICE AND METHOD FOR MEASURING ELECTRICAL ENERGY TRANSFERRED FROM A CHARGING STATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/105641
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to means for a calibration standards-compliant determination of the electrical energy transferred from a charging station, which make a measurement at the transfer point, that is to say at the vehicle-side end of the charging cable, unnecessary. Here, the electrical energy transferred from a charging station is determined by a measurement of the energy before the transfer point, wherein the reactive power component from the termination point as far as the transfer point is compensated. The reactive power component is determined from at least one second electrical variable, for example a resistance of a conductor or a conductor shield, which is in a fixed relationship with an analog electrical variable that is relevant to the transferred electrical energy, for example an ohmic total resistance of at least two conductors involved in a charging circuit.

Inventors:
BODE, Sebastian (Im Kreuzkamp 16, Ahlen, 59229, DE)
Application Number:
EP2018/077858
Publication Date:
June 06, 2019
Filing Date:
October 12, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
B60L53/14; B60L53/18; G01R19/165; G07F15/00
Foreign References:
DE102011089567A12012-06-28
DE102011013450A12012-09-13
EP2865558A12015-04-29
US20120253715A12012-10-04
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Messvorrichtung zur Erfassung einer von einer Ladestation (EVSE) übergebenen elektrischen Energie, wobei der Ladestati on zumindest (EVSE) zeitweise ein Ladekabel (CC) zur Ausbil dung einer elektrischen Verbindung zwischen einem Anschluss punkt des Ladekabels (CC) an der Ladestation (EVSE) und einen Übergabepunkt des Ladekabels (CC) an einer Energiesenke (EV) zuordenbar ist und wobei das Ladekabel (CC) eine Leitergarni tur mit einer Mehrzahl von Leiter (L1,L2) umfasst, wobei die Messvorrichtung umfasst:

eine erste Messeinheit (Ml) zur Messung einer ersten elektrischen Leistung an mindestens zwei Leiter (L1,L2) im Anschlusspunkt ;

eine zweite Messeinheit (M2) zur Messung zumindest einer zweiten elektrischen Größe am Anschlusspunkt; und;

eine Bestimmungseinheit (DU) zur Bestimmung eines Blind leistungsanteils aus der zweiten elektrischen Größe und zur Bestimmung der am Übergabepunkt übergebenen elektri schen Energie anhand der um den Blindleistungsanteil kom pensierten ersten elektrischen Leistung.

2. Messvorrichtung gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe an mindestens einem Leiter des Ladekabels (CC) erfolgt, welcher mit keinem der zur Messung der ersten elektrischen Leistung vorgesehenen Leiter übereinstimmt.

3. Messvorrichtung gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe an mindestens einer Leiterschirmung (S1,S2) erfolgt.

4. Messvorrichtung gemäß einem der vorgenannten Patentansprü che dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe eine Messung eines elektrischen Wider stands, eine elektrische Spannungsmessung, eine elektrische Strommessung und/oder eine Messung einer elektrischen Energie am Anschlusspunkt umfasst.

5. Verfahren zur Erfassung einer von einer Ladestation (EVSE) übergebenen elektrischen Energie, wobei der Ladestation

(EVSE) zumindest zeitweise ein Ladekabel (CC) zur Ausbildung einer elektrischen Verbindung zwischen einem Anschlusspunkt des Ladekabels (CC) an der Ladestation (EVSE) und einen

Übergabepunkt des Ladekabels (CC) an einer Energiesenke (SV) zuordenbar ist und wobei das Ladekabel (CC) eine Leitergarni tur mit einer Mehrzahl von Leiter (L1,L2) umfasst, umfassend folgende Schritte:

Messung einer ersten elektrischen Leistung an mindestens zwei Leiter (L1,L2) im Anschlusspunkt;

Messung zumindest einer zweiten elektrischen Größe am An schlusspunkt; und;

Bestimmung eines Blindleistungsanteils aus der zweiten elektrischen Größe und Bestimmung der am Übergabepunkt übergebenen elektrischen Energie anhand der um den Blind leistungsanteil kompensierten ersten elektrischen Leis tung .

6. Verfahren gemäß Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe an mindestens einem Leiter des Ladekabels (CC) erfolgt, welcher mit keinem der zur Messung der ersten elektrischen Leistung vorgesehenen Leiter übereinstimmt.

7. Verfahren gemäß Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe an mindestens einer Leiterschirmung (S1,S2) erfolgt.

8. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patentansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der zweiten elektrischen Größe eine Messung eines elektrischen Wider stands, eine elektrische Spannungsmessung, eine elektrische Strommessung und/oder eine Messung einer elektrischen Energie am Anschlusspunkt umfasst.

9. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patentansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine zweite elektrische Größe laufend, vorzugsweise zyklisch und/oder in einstellbaren zeitlichen Abständen gemessen wird.

Description:
Beschreibung

Messvorrichtung und Verfahren zur Erfassung einer von einer Ladestation übergebenen elektrischen Energie

Die Erfindung betrifft eine Messvorrichtung und ein Verfahren zur Erfassung einer von einer Ladestation übergebenen elekt rischen Energie.

Elektrofahrzeuge bzw. zumindest teilweise mit elektrischer Energie angetriebene Fahrzeuge weisen mindestens einen Akku mulator auf, welcher in einem laufenden Betrieb des Elektro fahrzeugs regelmäßig zu laden ist. Ein Laden des Elektrofahr zeugs erfolgt an einer Ladestation - in der Fachwelt auch als Electric Vehicle Supply Equipment oder abkürzend EVSE be kannt - welche über ein Ladekabel mit dem Elektrofahrzeug verbunden wird.

Eine in der Ladestation vorgesehene oder dieser zugeordnete Messvorrichtung dient einer Erfassung der von der Ladestation an das Elektrofahrzeug übergebenen elektrischen Energie. Die se übergebene elektrische Energie wird dem Fahrzeughalter üb licherweise in Rechnung gestellt.

Eichrechtlichen Vorgaben gemäß ist die übergebene elektrische Energie am Übergabepunkt zu messen, d.h. an dem Ort, an dem die elektrische Energie in das Elektrofahrzeug eingespeist wird. Derzeit erfolgt eine Energiemessung allerdings überwie gend in einer Messvorrichtung der Ladestation. Die dort ge messene Energie beinhaltet jedoch auch einen Energieanteil, welche in einem ohmschen Widerstand des Ladekabels in thermi sche Energie umgesetzt wird und somit am Übergabepunkt nicht als elektrische Energie übergeben wird. Bei heute angestreb ten Schnellladevorgängen mit hohen Ladeleistungen - in der Fachwelt auch als High Power Charging bekannt - kann der in thermische Energie umgesetzte Energieanteil - im Folgenden thermischen Blindenergie - durchaus zwei Prozent der von der Ladestation gelieferten Energie überschreiten. Aufgrund der Gegebenheiten im Umfeld einer Ladestation wäre der Übergabepunkt am fahrzeugseitigen Ende des Ladekabels, also am Stecker zu messen, welcher in eine entsprechende Buchse am Fahrzeug eingesteckt wird. An dieser Stelle eine Messeinrichtung vorzusehen ist - unter anderem aufgrund von Größen- und Gewichtseinschränkungen des Steckers - allerdings nicht praktikabel.

Eine pauschale Berücksichtigung der thermischen Blindenergie bei der Verrechnung der elektrischen Energie, etwa durch Ab zug eines prozentualen Anteils, ist eichrechtlich nicht zu lässig, da dieser Abzug auf einem bloßen Schätzwert beruhen würde, welche aufgrund von technischen Gegebenheiten Schwan kungen unterliegt. Eine eichrechtskonforme Verrechnung erfor dert insbesondere einen nachweisbaren und nicht bestreitbaren Beleg der an einem Übergabepunkt übergebenen elektrischen Energie .

Aufgabe der Erfindung ist es, Mittel für eine eichrechtskon forme Bestimmung der von einer Ladestation übergebenen elekt rischen Energie anzugeben, welche eine Messung am

Übergabepunkt, also am fahrzeugseitigen Ende des Ladekabels, unnötig machen.

Die Aufgabe wird durch eine Messvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Der erfindungsgemäße Messvorrichtung zur Erfassung einer von einer Ladestation übergebenen elektrischen Energie ist zumin dest zeitweise ein Ladekabel zur Ausbildung einer elektri schen Verbindung zwischen einem Anschlusspunkt des Ladekabels an der Ladestation und einen Übergabepunkt des Ladekabels an einer Energiesenke - beispielsweise ein Elektrofahrzeug - zu ordenbar. Dieses Ladekabel umfasst eine Leitergarnitur mit einer Mehrzahl von Leitern. Erfindungsgemäß umfasst die Mess vorrichtung zwei Messeinheiten und eine Bestimmungseinheit. Eine erste Messeinheit ist zur Messung einer ersten elektri- sehen Leistung an mindestens zwei Leitern im Anschlusspunkt des Ladekabels eingerichtet. Im Fall eines alternierenden einphasigen Ladestroms oder im Fall eines Gleichstroms er folgt die Messung der ersten elektrischen Leitung an zwei Leitern, im Fall eines mehrphasigen Ladestroms an mindestens drei Leitern des Ladekabels. Eine zweite Messeinheit ist zur Messung zumindest einer zweiten elektrischen Größe am An schlusspunkt vorgesehen. Eine Bestimmungseinheit bestimmt aus der mindestens einen zweiten elektrischen Größe einen Blind leistungsanteil, aus der eine am Übergabepunkt übergebene elektrische Energie anhand der um den Blindleistungsanteil kompensierten ersten elektrischen Leistung bestimmt wird. Die erste und die zweite Messeinheit sowie die Bestimmungseinheit sind optional auch in einer oder mehreren Einheiten zusammen gefasst und können jeweils oder insgesamt als analoge, digi tale oder hybride Einheiten ausgeführt sein.

Die Begriffe »Blindleistungsanteil« oder »Blindleistung« sind in diesem Zusammenhang als elektrische Energie zu erstehen, welche entlang des Ladekabels in Wärmenergie umgesetzt wird (»ohmscher Übertragungsverlust«) und daher am Übergabepunkt nicht als elektrische Energie zur Verfügung steht. Eine

Blindleistung im Sinne dieser Beschreibung ist nicht mit dem aus der Wechselstromtechnik bekannten Begriff zu verwechseln, welcher eine zum Auf- und Abbau elektromagnetischer Felder über das Wechselstromnetz als Blindleistung in Abgrenzung zu einer Wirkleistung versteht.

Die erfindungsgemäße Messvorrichtung löst die gestellte Auf gabe einer eichrechtskonforme Bestimmung der von einer Lade station übergebenen elektrischen Energie durch eine Messung der Energie vor dem Übergabepunkt, wobei der Blindleistungs anteil vom Abschlusspunkt bis zum Übergabepunkt durch die Messvorrichtung kompensiert werden.

Hierzu wird der Blindleistungsanteil aus mindestens einer zweiten elektrischen Größe - beispielsweise ein ohmscher Wi derstand eines Leiters oder einer Leiterschirmung - bestimmt, welche zu einer für die übergebene elektrische Energie rele vanten analogen elektrischen Größe - beispielsweise ein ohm scher Gesamtwiderstand mindestens zweier an einem Ladestrom kreis beteiligten Leiter - in einem festen Verhältnis steht, oder deren analoge elektrische Größe - beispielsweise ein je weiliger Spannungsabfall am jeweiligen ohmschen Widerstand der an einem Ladestromkreis beteiligten Leiter - für eine Kompensation von Zwischenmesswerten verwendet wird, ohne den Wert der zweiten elektrischen Größe zu bestimmen.

Im ersten Fall - Bestimmung einer zweiten elektrischen Größe, welche zu einer für die übergebene elektrische Energie rele vanten analogen elektrischen Größe in einem festen Verhältnis steht - könnte gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung bei spielsweise vorgesehen sein, den Widerstand einer Leiter schirmung zu erfassen, welche bei gegebener Ladekabellänge in einem festen Verhältnis zum ohmschen Widerstand des am Lade stromkreis beteiligten Leiters steht. Der Vorteil der erfin dungsgemäßen Lösung besteht darin, dass eine Widerstandsände rung aufgrund einer Temperaturerhöhung sowohl die erfindungs gemäß bestimmte zweiten elektrischen Größe - den ohmschen Wi derstand der Leiterschirmung - als auch die relevante analo gen elektrischen Größe - den ohmsche Gesamtwiderstand der am Ladestromkreis beteiligten Leiter - in gleicher Weise verän dert, so dass in eichrechtlich nicht zu beanstandender Weise aus der zweiten elektrischen Größe nachweisbar und nicht be streitbar eine Bestimmung des Blindleistungsanteils und schließlich eine Bestimmung der übergebenen elektrischen Energie erfolgen kann.

Im zweiten Fall - Bestimmung einer zweiten elektrischen Grö ße, deren analoge elektrische Größe für eine Kompensation von Zwischenmesswerten verwendet wird, ohne den Wert der zweiten elektrischen Größe zu bestimmen - könnte gemäß einer Ausge staltung der Erfindung beispielsweise vorgesehen sein, den Widerstand einer Leiterschirmung zu erfassen, welche bei ge gebener Ladekabellänge in einem festen Verhältnis zum ohm schen Widerstand des am Ladestromkreis beteiligten Leiters steht, um schaltungstechnisch einen jeweiligen Spannungsab fall als analogen Zwischenwert an dem am Ladestromkreis be teiligten Leiter hinzuzufügen, welcher bei einem zu messenden oder bekannten Ladestrom zur jeweiligen Blindleistung führt. In diesem Fall ist die analoge elektrische Größe nicht not wendigerweise als Wert zu erfassen, sondern beispielsweise schaltungstechnisch bzw. analog in die Erfassung der von der Ladestation übergebenen elektrischen Energie zu integrieren.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht da rin, dass Austausch des Ladekabels sowohl die erfindungsgemäß bestimmte zweiten elektrischen Größe - beispielsweise den ohmschen Widerstand der Leiterschirmung oder eines anderen Leiters - als auch die relevante analogen elektrischen Größe - den ohmsche Gesamtwiderstand der am Ladestromkreis betei ligten Leiter - in gleicher Weise verändert, so dass auch in diesem Fall in eichrechtlich nicht zu beanstandender Weise aus der zweiten elektrischen Größe nachweisbar und nicht be streitbar eine Bestimmung des Blindleistungsanteils und schließlich eine Bestimmung der übergebenen elektrischen Energie erfolgen kann.

Durch eine derartige mechanische Kopplung der erfindungsgemäß bestimmten zweiten elektrischen Größe mit der analogen für eine Kompensation der Blindleistung verwendeten elektrischen Größe wäre eine Manipulation in vorteilhafter Weise erschwert und zudem leicht erkennbar.

Außerdem ist es in vorteilhafter Weise zulässig, ein Kabel bei der Montage zu kürzen, durch weitere Kabel mit möglicher weise andersgearteten Leitermaterialen zu verlängern oder bei einer Reparatur zu ersetzen.

Die erfindungsgemäße Messvorrichtung gestattet es ferner, den Abstand zwischen dem Anschlusspunkt - dem Ort der Messung - und dem Übergabepunkt - dem Ort der Einspeisung an die Ener giesenke - deutlich größer zu wählen und damit die Messvor richtung in vorteilhafter Weise auch in einer vom eigentli- chen Ladeort abgesetzten Einheit - z.B. in einer mehrere La desäulen versorgenden Zentraleinheit - vorzusehen. Eine der artige Zentraleinheit beherbergt die Einrichtungen einer La destation und wird über Verbindungskabel mit mehreren abge setzten Ladesäulen versehen. Eine von der Zentraleinheit ab gesetzte Ladesäule beinhaltet im Vergleich zu einer Ladesta tion dann lediglich die Mechanik zur Handhabung des Ladeka bels.

Die Vorsehung einer abgesetzten Zentraleinheit mit daran an geschlossenen Ladesäulen erleichtert wiederum einen Betrieb der Messvorrichtung innerhalb vorgeschriebener Temperatur grenzen, da eine Mehrzahl von Messvorrichtungen in einer kli matisierten Behausung der Zentraleinheit verbaut werden kann.

Außerdem wird durch die Vorsehung einer abgesetzten Zentral einheit ein jeweiliger Bauraumbedarf von damit verbundenen Ladesäulen deutlich reduziert. Zudem entfällt ein Bedarf für eine Hilfsstromversorgung derartiger Ladesäulen in der Nähe des Übergabepunktes zumindest für einen Betrieb einer jewei ligen Messvorrichtung, welche in vorteilhafter Weise in der abgesetzten Zentraleinheit betrieben werden kann.

Aufgrund der verschiedenen Vorteile der Erfindung kann bei spielsweise eine Zentraleinheit für eine Mehrzahl von

Schnellladevorgänge mit hoher Ladeleistung ermöglichende La desäulen deutlich einfacher und kostengünstiger aufgebaut und gewartet werden.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der ab hängigen Patentansprüche.

Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Messung der zumindest einen zweiten elektrischen Größe an mindestens einem Leiter, welcher mit keinem der zur Messung der ersten elektrischen Leistung vorgesehenen Leiter übereinstimmt, also nicht an den mindestens zwei Leiter, an der die Messung der ersten elektrischen Leitung erfolgt. Wenngleich im Rahmen der Erfindung eine Messung der zweiten elektrischen Größe auch auf denselben Leitern erfolgen kann, an denen auch die Mes sung der ersten elektrischen Leistung erfolgt, bietet die Messung der zweiten elektrischen Größe an anderen Leitern des Ladekabels gemäß dieser Ausgestaltung in vielen Fällen Vor teilen. Während eine Messung der zweiten elektrischen Größe auf denselben Leitern zu berücksichtigen ist, dass Messungen einer bestimmten zweiten elektrischen Größe - z.B. eine Mes sung des elektrischen Widerstands - nicht während des Lade vorgangs - und daher nur vor, nach oder umschaltend während eines Ladevorgangs - erfolgen können, ist eine kontinuierli che Messung auf anderen Leitern durchaus möglich. Diese vor teilhafte Ausgestaltung bietet sich also beispielsweise an, wenn die zweite elektrische Größe laufend, also während des Ladevorgangs bestimmt werden soll.

Gemäß einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Messung der zweiten elektrischen Größe zumindest teilwei se an mindestens einer Leiterschirmung oder an einer Ladeka belschirmung, also beispielsweise einem Schirmgeflecht, wel ches einen Leiter die vollständige Leitergarnitur innerhalb des Ladekabels umgibt. Eine Zweipol-Messung, beispielsweise des Widerstands, erfolgt entweder vollständig über zwei Lei terschirmungen, also auf einem Stromkreis hin zur Energiesen ke und zurück auf einer Leiterschirmung eines anderen Lei ters, oder teilweise, also auf einem Stromkreis hin zur Ener giesenke und zurück auf einem anderen Leiter. Im Fall einer Messung des ohmschen Widerstands als zweite elektrische Größe steht auch unter Beteiligung einer Leiterschirmung der gemes sene ohmsche Widerstand in einem bestimmten vorbekannten Ver hältnis zu dem des Leiters, was sich bei Verwendung des glei chen leitenden Materials in einem bestimmten Verhältnis der Querschnitte niederschlägt. Das Verhältnis kann für gefertig te Leitungen in vorteilhafter Weise leicht überprüft aber

- ebenso vorteilhaft - nur schwer verändert werden. Darüber hinaus erfolgt eine Änderung des elektrischen Widerstands

- insbesondere aufgrund einer ansteigenden Temperatur des La dekabels beim Ladevorgang - sowohl auf die ladestromführenden Leitungen als auch auf die Leiterschirmung ein, sodass der mit Hilfe des gemessenen ohmschen Widerstands ermittelte Blindleistungsanteil exakt bestimmbar ist.

Eine Energiemessung umfasst beispielsweise eine Messung des elektrischen Widerstands eines Leiterschirms, multipliziert mit dem proportionalen Verhältnis zum elektrischen Widerstand der Ladestromleitungen und multipliziert mit dem Quadrat ei nes anderweitig gemessenen Integrals eines Ladestroms. Alter nativ wird gegenüber einem Massepotential eine äquivalente Spannung an eine Leiterschirmung angelegt und die Spannung am zweiten Ende der Leiterschirmung so eingestellt, dass der Strom durch den Schirm wiederum in einem festen Verhältnis zum gemessenen Strom steht, wobei dieses Verhältnis wiederum durch das Querschnittsverhältnis von Leiter und Schirm be stimmt wird wodurch die zweite Spannung die Spannung am

Übergabepunkt repräsentiert. Auf diese Weise ist eine Bestim mung des Blindleistungsanteils aus der Spannung, der zweiten elektrischen Größe, möglich, ohne dass diese gemessen wird.

Im Weiteren werden Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung unter Bezug auf die beigefügten Figuren beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 ein Blockschaltbild zur Darstellung einer Lade infrastruktur in Zusammenwirkung mit erfindungs gemäßen Funktionseinheiten; und;

Fig. 2 ein Blockschaltbild zur Darstellung einer Mess vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung .

FIG.l zeigt eine Ladeinfrastruktur mit drei Elektrofahrzeugen EC, welche über ein jeweiliges Ladekabel CC mit einer Lade säule CP verbunden sind. Die Ladesäulen CP sind jeweils mit einem Verbindungskabel C mit einer Ladestation EVSE verbun- den. Die Ladestation EVSE enthält eine Vorrichtung PU zur fachüblichen Bereitstellung, Aufbereitung und Steuerung eines elektrischen Ladestromstroms, auf die hier nicht näher einge gangen wird. An jeweiligen drei Ausgangsleitungen dieser Vor richtung PU ist eine jeweilige Messvorrichtung MD instal liert, an welche das Verbindungskabel C angeschlossen ist.

Diese Ausgestaltung der Erfindung betrifft also eine eingangs angesprochene Konstellation, bei der die als Zentraleinheit ausgestaltete Ladestation EVSE mehrere Ladesäulen CP ver sorgt. Die von der Ladestation EVSE abgesetzten Ladesäulen CP beinhalten dann - von einigen Anzeigen- und Steuerelementen abgesehen - im Wesentlichen lediglich die Mechanik zur Hand habung des Ladekabels CC, nicht aber Vorrichtungen zur Be reitstellung, Aufbereitung und Steuerung des elektrischen La destromstroms, welche in der Vorrichtung PU der zentralen La destation EVSE vorgesehen sind.

Diese Konstellation ermöglicht es, den Abstand zwischen dem Anschlusspunkt - dem Ort der Messung - und dem Übergabepunkt

- dem Ort der Einspeisung am Elektrofahrzeug EV - deutlich größer zu wählen und damit die Messvorrichtung MD in vorteil hafter Weise auch in der vom eigentlichen Ladeort abgesetzten Ladestation EVSE vorzusehen.

Ein übliches Ladekabel CC umfasst eine Kabelgarnitur beste hend aus mehreren Leitungen zur jeweiligen Ladestromführung

- beispielsweise Außenleiter bzw. Phasenleiter, Neutrallei ter, Schutzleiter etc. - sowie mindestens eine Signalleitung. Ein Schutzleiter in der Kabelgarnitur bildet dabei aus

Sicherheitsgründen eine Rückleitung für die Signalleitung.

Die Durchgängigkeit der Geräteerde zwischen der Signalleitung und dem Elektrofahrzeugs wird seitens der Ladesteuerungsein richtung durch Messung des Stromflusses (des sog. »Pilotsig nals«) in der Signalleitung überprüft. Ein Stromfluss in die Kabel-garnitur und somit ein Laden des Akkumulators darf nur erfolgen, wenn der Signalleitungsstromkreis ordnungsgemäß ge schlossen ist. Der Übergabepunkt ist definiert als der Ort, an die elektri sche Energie in die Energiesenke - Elektrofahrzeug EV - ein gespeist wird. Dieser Übergabepunkt entspricht in der Zeich nung dem fahrzeugseitigen Ende des Ladekabels CC .

Der Anschlusspunkt ist definiert als der Ort, an die elektri sche Energie zum Betrieb bzw. zum Laden der Energiesenke - Elektrofahrzeug EV - entnommen wird. Dieser Anschlusspunkt entspricht in der Zeichnung dem Anschluss des Verbindungska bels C der Ladestation EVSE, an der auch die jeweilige Mes sung durch die jeweilige Messvorrichtung MD vorgenommen wird.

Fig. 2 zeigt ein eine Messvorrichtung MD gemäß einem Ausfüh rungsbeispiel der Erfindung. Die Messvorrichtung MD umfasst eine erste Messeinheit Ml zur Messung einer ersten elektri schen Leistung an zwei Leiter L1,L2 im Anschlusspunkt, eine zweite Messeinheit zur Messung zumindest einer zweiten elekt rischen Größe an den Leiterschirmen der beiden Leiter L1,L2 und Bestimmungseinheit DU zur Bestimmung eines Blindleis tungsanteils aus der zweiten elektrischen Größe und zur Be stimmung der am Übergabepunkt übergebenen elektrischen Ener gie anhand der um den Blindleistungsanteil kompensierten ers ten elektrischen Leistung.

Die Messeinheit Ml erfasst die erste elektrische Leistung in fachüblicher Weise durch eine Messung der an den Leitungen LI, L2 anliegenden elektrischen Spannung und des Ladestroms.

Auf der linken Seite der schematisch dargestellten Messvor richtung MD sind zwei interne Leitungen mit entsprechenden Kontakten, jeweils ohne Bezugszeichen dargestellt. Diese in ternen Leitungen dienen der Verbindung der Messvorrichtung MD mit der Vorrichtung PU innerhalb der Ladestation EVSE.

Gemäß der hier erläuterten Ausgestaltung der Erfindung er folgt die Messung der zweiten elektrischen Größe am Schirmge flecht der beiden Leiterschirmen L1,L2. Die beiden Leiter- schirmen L1,L2 sind hierzu galvanisch mit den Eingängen der zweiten Messeinheit M2 verbunden. In alternativen Varianten kann die zweite Messeinheit M2 beliebig mit anderen oder wei teren - nicht dargestellten - Leiter oder Leiterschirmen des Ladekabels bzw. mit der Ladekabelschirmung selbst verbunden sein .

Eine Zweipol-Messung, beispielsweise eines komplexen Wechsel stromwiderstands, erfolgt über den ersten Leiterschirm LI auf einem geschlossenen Stromkreis hin zur - nicht dargestell ten - Energiesenke, dem Elektrofahrzeug EV, und zurück auf einer Leiterschirmung S2 des anderen Leiters L2.

Der Stromkreis wird im Elektrofahrzeug durch eine galvanische Verbindung der beiden Leiterschirme, einen definierten Wider stand oder eine definierte Kapazität geschlossen, wobei die ser definierte Widerstand in der Messung berücksichtigt wird. Im Fall einer galvanischen Verbindung wird der Stromkreis im Elektrofahrzeug EV über einen gemeinsamen Bezugspunkt bzw. Massepotential geschlossen. Im Fall einer Messung des ohm schen Widerstands oder des komplexen Wechselstromwiderstands mit Ermittlung des ohmschen Widerstands als zweite elektri sche Größe steht der gemessene oder bestimmte ohmsche Wider stand in einem bestimmten vorbekannten Verhältnis zu dem der Leiters L1,L2, was sich bei Verwendung des gleichen leitenden Materials in einem bestimmten Verhältnis der Querschnitte niederschlägt .

Das Verhältnis kann für gefertigte Leitungen in vorteilhafter Weise leicht überprüft aber nur schwer verändert werden, was eichrechtlichen Vorgabe eines nachweisbaren und nicht be streitbaren Belegs entspricht. Die Messergebnisse werden hierzu protokolliert.

Insbesondere aufgrund einer ansteigenden Temperatur des Lade kabels beim Ladevorgang wird eine laufende oder zyklische Er hebung der zweiten elektrischen Größe erforderlich sein, da der Widerstand der ladestromführenden Leiter L1,L2 im Ladeka- bei und mit ihm der Blindleistungsanteil ebenfalls tempera turbedingt ansteigt.

Dieser Anstieg des elektrischen Widerstands wirkt allerdings sowohl auf die ladestromführenden Leitungen L1,L2 als auch auf die Leiterschirmung S1,S2 ein, sodass der mit Hilfe des gemessenen ohmschen Widerstands ermittelte Blindleistungsan teil weiterhin exakt bestimmbar ist.

Statt einer wertemäßigen Bestimmung der zweiten elektrischen Größe und des daraus bestimmbaren Blindleistungsanteils kann eine Bestimmung der übergebenen elektrischen Energie anhand der um den Blindleistungsanteil kompensierten ersten elektri schen Leistung - also der zu verrechnenden elektrischen Leis tung - auch durch Kompensation der ersten elektrischen Leis tungsmessung durchgeführt werden. Hierzu wird von der zweiten Messeinheit M2 gegenüber einem - nicht dargestellten - Masse potential eine äquivalente Spannung an eine der beiden Lei terschirmungen S1 angelegt und die Spannung am zweiten Ende der anderen Leiterschirmung S2 so eingestellt, dass der Strom durch den Leiterschirmungen S1,S2 in einem festen Verhältnis zu dem von der ersten Messeinheit Ml gemessenen Ladestrom steht, wodurch die eingestellte Spannung am Ende der zweiten Leiterschirmung S2 die Spannung am Übergabepunkt repräsen tiert. Auf diese Weise ist eine Bestimmung des Blindleis tungsanteils aus der Spannung, der zweiten elektrischen Grö ße, möglich, ohne dass diese gemessen wird.

Zusammenfassend stellt die vorliegende Erfindung Mittel für eine eichrechtskonforme Bestimmung der von einer Ladestation übergebenen elektrischen zur Verfügung, welche eine Messung am Übergabepunkt, also am fahrzeugseitigen Ende des Ladeka bels, unnötig machen. Hierbei wird die von einer Ladestation übergebene elektrische Energie durch eine Messung der Energie vor dem Übergabepunkt bestimmt, wobei der Blindleistungs anteil vom Abschlusspunkt bis zum Übergabepunkt durch kompen siert werden. Der Blindleistungsanteil wird aus mindestens einer zweiten elektrischen Größe, beispielsweise ein Wider- stand eines Leiters oder einer Leiterschirmung, bestimmt, welche zu einer für die übergebene elektrische Energie rele vanten analogen elektrischen Größe, beispielsweise ein ohm scher Gesamtwiderstand mindestens zweier an einem Ladestrom- kreis beteiligten Leiter, in einem festen Verhältnis steht.