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Title:
MEDICAMENT CONTAINING FLUOROQUINOLONES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/025380
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to the use of quaternary ammonium compounds for preventing fluoroquinolones from being precipitated from the solutions thereof as well as stable, compatible medicaments which are particularly suitable for parenteral application and contain a fluoroquinolone and a quaternary ammonium compound in a dissolved form.

Inventors:
HEEP, Iris (Grüner Weg 7a, Köln, 50859, DE)
FRAATZ, Kristine (Hammerweg 61a, Burscheid, 51399, DE)
HAMANN, Hans-Jürgen (Piwipper Str. 19, Dormagen, 41539, DE)
EDINGLOH, Markus (Friedenberger Str. 6, Leverkusen, 51379, DE)
Application Number:
EP2007/001569
Publication Date:
March 06, 2008
Filing Date:
February 23, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BAYER HEALTHCARE AG (51368 Leverkusen, DE)
HEEP, Iris (Grüner Weg 7a, Köln, 50859, DE)
FRAATZ, Kristine (Hammerweg 61a, Burscheid, 51399, DE)
HAMANN, Hans-Jürgen (Piwipper Str. 19, Dormagen, 41539, DE)
EDINGLOH, Markus (Friedenberger Str. 6, Leverkusen, 51379, DE)
International Classes:
A61K9/00; A61K47/18
Attorney, Agent or Firm:
BAYER HEALTHCARE AG (Law And Patents, Patents And Licensing, Leverkusen, 51368, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen zur Verhinderung von Ausfallungen von Fluorchinolonen aus ihren Lösungen.

2. Verwendung gemäß Anspruch 1 einer quartären Ammoniumverbindung der allgemeinen Formel (m):

[R 1 R 2 R 3 R 4 N] + X " (IH)

wobei

R 1 bis R 4 gleich oder verschieden sind und für Q.is-Alkyl stehen, das gegebenenfalls ein- oder mehrfach durch Sauerstoff unterbrochen sein kann und mit Hydroxyl oder mit einem gegebenenfalls mit einem oder mehreren

Halogenatomen oder C 1 . 8 -Alkylresten substituierten Arylrest substituiert sein kann, oder

R 1 bis R 4 durch Ringschluß von drei Resten 5- oder 6-gliedrige heterocyclische Reste, wie z. B. Pyridin oder Thiazolin, bilden, die ihrerseits gegebenenfalls ein oder mehrfach mit substituiert sind, die gegebenenfalls einen Arylrest tragen, der seinerseits mit Halogen, inbesondere Chlor, Amino oder Dimethylamino substituiert sein kann, und

X für Sulfat, Halogenid, insbesondere Chlorid, Bromid oder Iodid, oder ein ähnliches Gegenion steht.

3. Verwendung gemäß Anspruch 1 oder 2 einer quartären Ammoniumverbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkyl-dimethyl-benzylammoniumchloride, insbesondere Benzalkoniumchlorid [(C 8- i 8 )-Alkyl-dimethyl-benzyl-arrmioniurnchlorid] oder n-(Ci 2 -Ci 8 )- Alkyl-benzyldimethylammoniumchlorid mit durchschnittlichen Molekulargewichten von ca. 380, Benzethoniumchlorid (Diisobutylphenoxyethoxyethyl-dimethylbenzyl-ammo- niumchlorid), Dichlorbenzyl-dimethyl-alkyl-ammoniumchlorid, Benzoxoniumchlorid

(Ben2yl-dodecyl-bis-(2-hydroxyethyl)-ammoniumchlorid), Cetrimoniumbromid (N-Hexa- decyl-N,N-trimethyl-ammoniumbromid, Di-(C 8 -Cig)-alkyl-dimethyl-ammoniumchlorid wie z.B. Dioctyl-dimethyl-ammoniumchlorid oder Di-n-decyl-dimethyl-ammoniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid (1-Hexadecyl-pyridiniumchlorid) sowie Thiazoliniodid (3-Heptyl- 2-(3-heptyl-4-methyl-4-thiazolin-2-yliden-methyl)-4-methyl-thiazoliniumjodid)

4. Verwendung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche für Lösungen eines Fluorchino- lons ausgewählt aus: Ciprofloxacin, Enrofloxacin, Pradofloxacin und Marbofloxacin.

5. Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen zur Verhinderung von Ausfällungen von Pradofloxacin aus seinen Lösungen.

6. Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen zur Verhinderung von Ausfällungen von Enrofloxacin aus seinen Lösungen.

7. Arzneimittel enthaltend in gelöster Form:

(a) ein Fluorchinolon und

(b) eine quartäre Ammoniumverbindung.

8. Arzneimittel gemäß Anspruch 7, enthaltend ein Fluorchinolon der Formel (I) oder (ET)

in welchen

X für Wasserstoff, Halogen, C M -Alkyl, C M -Alkoxy, NH 2 steht,

für Reste der Strukturen

steht, worin

R 4 für gegebenenfalls durch Hydroxy oder Methoxy substituiertes geradkettiges oder verzweigtes d-C 4 -Alkyl, Cyclopropyl, Acyl mit 1 bis 3 C-Atomen steht,

R 5 für Wasserstoff, Methyl, Phenyl, Thienyl oder Pyridyl steht,

R 6 für Wasserstoff oder C I-4 -Alkyl steht,

R 7 für Wasserstoff oder C M -Alkyl steht,

R 8 für Wasserstoff oder C M -Alkyl steht,

sowie

R 1 für einen Alkylrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, Cyclopropyl, 2-Fluorethyl, Methoxy, 4-Fluorphenyl, 2,4-Difluorphenyl oder Methylamino steht,

R 2 für Wasserstoff oder gegebenenfalls durch Methoxy oder 2-Methoxyethoxy substituiertes Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sowie Cyclohexyl, Benzyl, 2- Oxopropyl, Phenacyl, Ethoxycarbonylmethyl, Pivaloyloxymethyl steht,

R 3 für Wasserstoff, Methyl oder Ethyl steht und

A für Stickstoff, =CH-, =C(Halogen)-, =C(OCH 3 )-, =C(CH 3 )- oder =C(CN) steht,

B für Sauerstoff, gegebenenfalls durch Methyl oder Phenyl substituiertes =NH oder

=CH 2 steht,

Z für =CH- oder =N- steht,

gegebenenfalls in Form eines pharmazeutisch verwendbaren Salzes oder Hydrates.

9. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 oder 8 enthaltend zwei- oder dreiwertige

Metall-Kationen.

10. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9 enthaltend Mg 2+ .

11. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 10 enthaltend als quartäre Ammoniumverbindung eine Verbindung der Formel (Hl)

[R 1 R 2 R 3 R 4 N] + X " (III) wobei

R 1 bis R 4 gleich oder verschieden sind und für Ci.ig-Alkyl stehen, das gegebenenfalls ein- oder mehrfach durch Sauerstoff unterbrochen sein kann und mit

Hydroxyl oder mit einem gegebenenfalls mit einem oder mehreren

Halogenatomen oder Ci. 8 -Alkylresten substituierten Arylrest substituiert sein kann, oder

R 1 bis R 4 durch Ringschluss von drei Resten 5- oder 6-gliedrige heterocyclische Reste, wie z. B. Pyridin oder Thiazolin, bilden, die ihrerseits gegebenenfalls ein oder mehrfach mit C 1-4 -Alkyl oder substituiert sind, die gegebenenfalls einen Arylrest tragen, der seinerseits mit Halogen, inbesondere Chlor, Amino oder Dimethylamino substituiert sein kann, und

X für Sulfat, Halogenid, insbesondere Chlorid, Bromid oder Iodid, oder ein ähnliches Gegenion steht.

12. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11 enthaltend als quartäre Ammonium- verbindung eine Verbindung ausgewählt aus: Alkyl-dimethyl-benzylammoniumchloride, insbesondere Benzalkoniumchlorid [(Cg.i 8 )-Alkyl-dimethyl-benzyl-ammoniumchlorid] oder n-(Ci 2 -Ci 8 )-Alkyl-benzyldimethylammoniumchlorid mit durchschnittlichen Molekulargewichten von ca. 380, Benzethoniumchlorid (Diisobutylphenoxyethoxyethyl-dimethyl- benzyl-ammoniumchlorid), Dichlorbenzyl-dimethyl-alkyl-ammoniumchlorid, Benzoxo- niumchlorid (Benzyl-dodecyl-bis-(2-hydroxyethyl)-ammoniumchlorid), Cetrimoniumbro- mid (N-Hexadecyl-N,N-trimethyl-ammoniumbromid, Di-(C 8 -Ci 8 )-alkyl-dimethyl-ammo- niumchlorid wie z.B. Dioctyl-dimethyl-ammoniumchlorid oder Di-n-decyl-dimethyl- ammoniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid (1-Hexadecyl-pyridiniumchlorid) sowie Thia- zoliniodid (3 -Heptyl-2-(3 -heptyl-4-methyl-4-thiazolin-2-yliden-methyl)-4-methyl-thia- zoliniumjodid).

13. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 12, enthaltend als Fluorchinolon Ciprofloxacin, Enrofloxacin, Pradofloxacin oder Marbofloxacin.

14. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 13 enthaltend Enrofloxacin.

15. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 13 enthaltend Pradofloxacin.

16. Arzneimittel gemäß einem der Ansprüche 7 bis 15, zusätzlich enthaltend ein Analgetikum, insbesondere ein NS ADD.

Description:

Arzneimittel enthaltend Fluorchinolone

Die Erfindung betrifft die Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen zur Verhinderung von Ausfällungen von Fluorchinolonen aus ihren Lösungen sowie stabile, verträgliche Arzneimittel, insbesondere geeignet parenteralen Anwendung, die in gelöster Form ein Fluorchinolon und eine quartäre Ammoniumverbindung enthalten.

Es gibt eine umfangreiche Forschung auf dem Gebiet der Solubilisierung von antibiotisch wirksamen Fluorchinolonen. So sind in DE-OS-3 831 514 Lösungen mit Chinolonen durch den Einsatz von Metallionen, insbesondere durch Calciumionen beschrieben. Eine verbesserte Löslichkeit von Chinolonen wird auch in JP 02-264724 sowie von M. Nakano, M. Yamamoto, T. Arita in Chem. Pharm. Bull., Interactions of Aluminium, Magnesium and Calcium ions with

Nalidixic acid, 26 (5) 1505-1510 (1978) durch den Einsatz von Metallionen, insbesondere von Magnesiumionen beschrieben. In EP-A 507 851 sind Komplexe von Chinolonen mit Metallionen sowie Säure beschrieben; in diesen Komplexen soll die Löslichkeit der Chinolone verbessert sein. Durch Zusatz von Metallionen sowie Kosolventien ist die verbesserte Löslichkeit von einem Fluorchinolon in US 5811130 begründet. Die Verträglichkeit dieser Komplexe ist an Kälbern dargestellt. Komplexe von Chinolonen mit Metallionen und speziell mit Magnesiumionen sind auch in WO 99/29322 beschrieben, wodurch eine bessere Löslichkeit der Chinolone erreicht werden soll. Die hier beschriebenen Komplexe sind als gut verträglich und lagerstabil beschrieben, wobei die Verträglichkeit an Kälbern und Ratten untersucht wurde.

Lösungen für pharmazeutische Zwecke müssen frei von Ausfällungen sein. Bei Lösungen, die zur parenteralen Applikation bestimmt sind, ist dies besonders wichtig und auch Ausfällungen in geringem Maßstab, als Partikelbildung bezeichnet, sind nicht akzeptabel. Dies gilt für die gesamte Haltbarkeitsdauer eines pharmazeutisch genutzten Produktes. Es gibt daher viele Veröffentlichungen zu dem Thema der Vermeidung von Partikelbildung respektive Ausfällung von Arznei- Stoffen aus Lösungen. Z. B. ist in WO 98/18492 die Vermeidung von Partikelbildungen in Lösungen mit Cephalosporinen durch den Einsatz von Phospholipiden beschrieben.

In EP-A 287 926 ist speziell für die Synthese von Fluorchinolonen ein detailliertes Aufreinigungsverfahren beschrieben, damit es bei der Herstellung von (Injektions-) Lösungen nicht zur Partikelbildung kommt.

Ebenso ist in WO 01/10408 beschrieben, dass für die Herstellung von Injektionslösungen eines

Fluorchinolons Einsatzstoffe mit einem besonders geringen Anteil an Verunreinigungen durch Metallionen verwendet werden müssen, damit gewährleistet ist, dass die Lösungen frei von Partikeln bleiben.

Ein ebenfalls häufig gewählter Ausweg aus der Problematik der Partikelbildung stellt z.B. die Gefriertrocknung von Lösungen dar.

Es ist allgemein bekannt, dass oberflächenaktive Substanzen bei parenteraler Gabe nicht gut verträglich sind. Dies ist unter anderem auf die Affinität der oberflächenaktiven Substanzen zu Bestandteilen der Zellwände zurückzuführen. Oberflächenaktive Substanzen mit einer besonders ausgeprägten Affinität zu Zellwänden werden deshalb u.a. auch als Desinfektionsmittel oder als Konservierungsmittel eingesetzt. Dies gilt auch für Konservierungsmittel aus der Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen, wie z. B. Benzalkoniumchlorid.

Es ist ebenfalls allgemein bekannt, dass die Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen hautreizend und schleimhautreizend sind. So beschreibt K.H. Wallhäuser (in Praxis der

Sterilisation, Desinfektion-Konservierung, Thieme Verlag, 1995, 5. Auflage, S. 586-598) die hautreizende Wirkung von Benzalkoniumchlorid an der gesunden Kaninchenhaut; auch die Ausbildung von Dermatiden an Mäusen wird beschrieben (J. Amer. Vet. Med. Ass., 1972, 161 (6), 652-655. Dermatitis and death in mice accidentially exposed to quaternary ammonium disinfectants). In J. Gen. Microbiol., 1967, 48 (3), 391-400 („Effects of organic cations on the gram-negative cell wall and their bactericidal activity with EDTA and surface active agents") ist der Mechanismus der Wirkung quartärer Ammoniumverbmdungen dargelegt, wobei explizit die Wechselwirkung mit den Zellmembranen und die daraus resultierende Erhöhung der Permeabilität für andere Substanzen beschrieben ist.

Die Verbesserung der Löslichkeit von Fluorchinolonen durch den Zusatz von Metallionen wie z.B. von Magnesiumionen oder Calciumionen ist zwar im Prinzip in der Literatur beschrieben. Dennoch weisen in einigen Fällen Lösungen von Fluorchinolonen bei Lagerung die bekannten Ausfällungen in Form von Partikelbildungen auf. Dies geschieht auch unter Verwendung der allgemein üblichen Substanzen zur Vermeidung von Ausfällungen oder Kristallisationen. So wird z.B. durch Einsatz der in US 5 811 130 beschriebenen Kosolventien oder auch durch säurehaltige

Formulierungen, wie in EP-A 507 851 beschrieben, eine Partikelbildung in Lösungen von Pradofloxacin nicht unterbunden.

Zudem sind Formulierungen der Fluorchinolone in den unterschiedlichen Tierspezies nicht gleichermaßen gut verträglich, so dass von einer Verträglichkeit, die an Kälbern ermittelt wurde, nicht auf eine Verträglichkeit an z.B. Schweinen oder Hunden oder gar Katzen ausgegangen werden kann. Dies gilt auch für den umgekehrten Fall; Injektionslösungen, die an Hunden verträglich sind, sind nicht unbedingt an Katzen oder Kälbern verträglich.

Im Unterschied zum Nutztierbereich (z. B. Rinder), ist neben den objektiven lokalen Befunden die Bewertung der lokalen Toleranz von Injektionslösungen beim Hobbytier (z. B. Hunde oder Katzen) kritischer. So ist die Akzeptanz der Tierbesitzer gegenüber leichten lokalen Unverträglichkeiten (z.B. Schwellungen, Schmerzhaftigkeit) im Hobbytierbereich deutlich niedriger als im Nutztierbereich. Darüber hinaus reagieren besonders die im Hobbytierbereich anzutreffenden

Züchtungsvarianten oft empfindlicher auf subkutane Injektionen verglichen mit Nutztieren. Hier sind besonders die Katzen als sehr empfindliche Tierart zu nennen. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die meisten Injektionslösungen mit Fluorchinolonen unter anderem aufgrund der mangelnden Verträglichkeiten nicht für Hunde oder Katzen zur Verfügung stehen.

Um die Verträglichkeit möglichst gut zu gestalten, empfiehlt es sich, den pH-Wert der Lösungen möglichst neutral (ca. 7,4) zu halten, was aber der Löslichkeit der Fluorchinolone widerspricht, da diese bei neutralem pH in der Regel eine besonders geringe Löslichkeit haben. Dies gilt insbesondere für die bei Chinolonen bevorzugt verwendeten wässrigen Systeme, wobei wegen der schlechten Löslichkeit der Chinolone bei pH-Werten um den Neutralpunkt auf Zusätze wie Kosolventien zurückgegriffen wird. Im neutralen pH-Bereich ist häufig eine Partikelbildung der

Betainform der Fluorchinolone zu beobachten, weshalb Lösungen, wenn sie schon verträglich sein sollten, dann aber oft nicht lange lagerfähig sind und es zur Partikelbildung kommt. Dies wird in der Praxis zum Beispiel dadurch umgangen, dass man auf gefriergetrocknete Produkte ausweicht. Gefriergetrocknete Produkte sind aber in der Praxis umständlich zu handhaben und die rekonstituierte Lösung weist in der Regel eine kurze Haltbarkeit (z. B. 4 Wochen) nach

Rekonstitution auf oder muss aufgrund der möglichen Partikelbildung direkt verworfen werden. Solche Produkte haben also gegenüber einer fertigen, direkt applizierbaren Injektionslösung klare Nachteile.

Von Vorteil ist demnach eine gebrauchsfertige Lösung als Injektionslösung, auch als „ready to use - Formulierung" bezeichnet. Des weiteren ist es erforderlich, dass nach Applikation, wie auch in

WO 99/29322 beschrieben, das Fluorchinolon in der entsprechenden Menge in das Serum übergeht. Auch dies ist mit injizierbaren Formulierungen von Fluorchinolonen nicht selbstverständlich und kann ebenfalls von den jeweiligen Tierspezies abhängen.

Es wurde eine Möglichkeit gefunden Fluorchinolone mit pharmazeutisch annehmbaren Zusatzstoffen zuverlässig in Lösung zu halten. So können direkt anwendbare (ready to use)

Formulierungen mit Fluorchinolonen bereitgestellt werden, die eine ausreichende Konzentration des Fluorchinolons enthalten, die nach parenteraler Applikation bei verschiedenen Tierspezies gut lokal verträglich sind, die unter pharmazeutischen Lagerbedingungen stabil, sowie frei von Partikelbildung sind, und die ein vorteilhaftes serumkinetisches Profil aufweisen.

Die Erfindung betrifft:

Die Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen zur Verhinderung von Ausfallungen von Fluorchinolonen aus ihren Lösungen.

Die Erfindung betrifft weiterhin:

Ein Arzneimittel enthaltend in gelöster Form:

(a) ein Fluorchinolon gegebenenfalls in Form eines pharmazeutisch verwendbaren Salzes und

(b) eine quartäre Ammoniumverbindung.

Fluorchinolone sind Verbindungen, wie sie unter anderem in folgenden Dokumenten offenbart sind: US 4 670 444 (Bayer AG), US 4 472 405 (Riker Labs), US 4 730 000 (Abbott), US 4 861

779 (Pfizer), US 4 382 892 (Daiichi), US 4 704 459 (Toyama), als konkrete Beispiele seien genannt: Benofloxacin, Binfloxacin, Cinoxacin, Ciprofloxacin, Danofloxacin, Difloxacin,

Enoxacin, Enrofloxacin, Fleroxacin, Ibafloxacin, Levofloxacin, Lomefloxacin, Marbofloxacin,

Moxifloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin, Orbifloxacin, Pefloxacin, Temafloxacin, Tosufloxacin, Sarafloxacin, Sparfloxacin.

Eine bevorzugte Gruppe von Fluorchinolonen sind die der Formel (I) oder (II):

in welchen

X für Wasserstoff, Halogen, C M -Alkyl, Ci -4 -AIkOXy, NH 2 steht,

Y für Reste der Strukturen

steht, worin

R 4 für gegebenenfalls durch Hydroxy oder Methoxy substituiertes geradkettiges oder verzweigtes Ci-C 4 -Alkyl, Cyclopropyl, Acyl mit 1 bis 3 C-Atomen steht,

R 5 für Wasserstoff, Methyl, Phenyl, Thienyl oder Pyridyl steht,

R 6 für Wasserstoff oder C M -Alkyl steht,

R 7 für Wasserstoff oder C 1-4 -Alkyl steht,

R 8 für Wasserstoff oder C 1-4 -Alkyl steht,

sowie

R 1 für einen Alkylrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, Cyclopropyl, 2-Fluorethyl, Methoxy, 4-

Fluorphenyl, 2,4-Difluorphenyl oder Methylamino steht,

R 2 für Wasserstoff oder gegebenenfalls durch Methoxy oder 2-Methoxyethoxy substituiertes Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sowie Cyclohexyl, Benzyl, 2-Oxopropyl, Phenacyl, Ethoxycarbonylmethyl, Pivaloyloxymethyl steht,

R 3 für Wasserstoff, Methyl oder Ethyl steht und

A für Stickstoff, =CH-, =C(Halogen)-, =C(OCH 3 )-, =C(CH 3 )- oder =C(CN) steht,

B für Sauerstoff, gegebenenfalls durch Methyl oder Phenyl substituiertes =NH oder =CH 2 steht,

Z für =CH- oder =N- steht,

und deren pharmazeutisch verwendbaren Salze und Hydrate.

Bevorzugt sind Verbindungen der Formel (I),

in welcher

A für =CH- oder =C-CN steht,

R.1 für gegebenenfalls durch Halogen substituiertes Cj-C3-Alkyl oder Cyclopropyl steht,

R 2 für Wasserstoff oder C , ^-Alky 1 steht,

Y für Reste der Strukturen

steht, worin

R 4 für gegebenenfalls durch Hydroxy substituiertes geradkettiges oder verzweigtes C r C 3 -Alkyl, Oxalkyl mit 1 bis 4 C-Atomen steht,

R 5 für Wasserstoff, Methyl oder Phenyl steht,

R 6 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R 7 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R 8 für Wasserstoff oder Methyl steht,

und deren pharmazeutisch verwendbaren Hydrate und Salze.

Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (I),

in welcher

A für =CH- oder =C-CN steht,

R! für Cyclopropyl steht,

R 2 für Wasserstoff, Methyl oder Ethyl steht,

Y für Reste der Strukturen

steht, worin

R 4 für Methyl, gegebenenfalls durch Hydroxy substituiertes Ethyl steht,

R 5 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R 6 für Wasserstoff steht,

R 7 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R 8 für Wasserstoff steht,

und deren pharmazeutisch verwendbaren Salze und Hydrate.

Als bevorzugtes Beispiel für ein Fluorchinolon der Formel (ET) sei Marbofloxacin genannt:

Als besonders bevorzugte Fluorchinolone seien die in WO 97/31001 beschriebenen Verbindungen genannt, insbesondere 8-Cyan-l-cyclopropyl-7-((l S,6S)-2,8-diazabicyclo[4.3.0]nonan-8-yl)-6-fluor- l,4-dihydro-4-oxo-3-chinolincarbonsäure (Pradofloxacin) mit der Formel

Weiterhin besonders bevorzugt eingesetzt wird Enrofloxacin:

1 -Cyclopropyl-7-(4-ethyl-l -piperazinyl)-6-fluor-l ,4-dihydro-4-oxo-3-chinolincarbonsäure

Ebenfalls denkbar ist die Verwendung des ansonsten in der Humanmedizin eingesetzten Wirkstoffs Ciprofloxacin.

Die Fluorchinolone können in Form ihrer Racemate oder in enantiomeren Formen vorliegen. Sowohl die reinen Enantiomere als auch deren Mischungen können erfindungsgemäß eingesetzt werden.

Als Salze kommen pharmazeutisch verwendbare Säureadditionssalze und basische Salze in Frage.

Als pharmazeutisch verwendbare Salze sind beispielsweise die Salze der Salzsäure,

Schwefelsäure, Essigsäure, Glykolsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Methansulfonsäure, 4-Toluolsulfonsäure, Galacturonsäure, Gluconsäure, Embonsäure, Glutaminsäure oder Asparaginsäure zu verstehen. Ferner lassen sich die erfindungsgemäßen Verbindungen an saure oder basische Ionenaustauscher binden. Als pharmazeutisch verwendbare basische Salze seien die Alkalisalze, beispielsweise die Natrium- oder Kaliumsalze, die Erdalkalisalze, beispielsweise die Magnesium-, oder Calciumsalze; die Zinksalze, die Silbersalze und die Guanidiniumsalze genannt.

Unter Hydraten werden sowohl die Hydrate der Fluorchinolone selbst als auch die Hydrate von deren Salzen verstanden. Als Beispiel sei Pradofloxacin genannt, das ein stabiles Trihydrat bildet (siehe WO 2005/097789).

Fluorchinolone können als Feststoff unter Umständen verschiedene Kristallmodifϊkationen bilden. Vorteilhaft für die Arzneimittel der vorliegenden Erfindung sind solche Modifikationen, die entsprechende Löslichkeitseigenschaften haben.

In den erfindungsgemäßen Arzneimitteln wird das Fluorchinolon für Tiere mit einem Körpergewicht bis zu ca. 80 kg typischerweise in einem Anteil von 0,1 bis 15 %, bevorzugt 0,5 bis

15 % und besonders bevorzugt mit 1 bis 15 % eingesetzt. Bei Tieren mit einem Körpergewicht ab ca. 80 kg wird das Fluorchinolon typischerweise in einem Anteil für von 1 bis 30 %, bevorzugt 3 bis 25 % und besonders bevorzugt mit 4 bis 20 % eingesetzt. Hier und im Folgenden sind - soweit nicht anders angegeben - unter den Prozentangaben Prozent (M/V) zu verstehen. Dies bedeutet: Masse der betreffenden Substanz in Gramm pro 100 ml fertiger Lösung.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können weitere geeignete Wirkstoffe wie z.B. Analgetika, insbesondere NSAID's (nichtsteroidale, antiinflammatorische Substanzen), enthalten. Solche NSAID 's können z.B. sein: Meloxicam, Flunixin, Ketoprofen, Carprofen, Metamizol oder (Ace- tyl-) Salicylsäure.

Quartäre Ammoniumverbindungen im Sinne dieser Erfindung sind üblicherweise organische

Ammoniumverbindungen, die unpolare Substituenten aufweisen und verschiedene Gegenionen wie z. B. Chlorid, Bromid, Iodid oder Fluorid haben können. Bevorzugt sind dies Verbindungen der allgemeinen Formel (HI):

[R 1 R 2 R 3 R 4 N] + X " (ffl)

wobei

R 1 bis R 4 gleich oder verschieden sind und für Ci.js-Alkyl stehen, das gegebenenfalls ein- oder mehrfach durch Sauerstoff unterbrochen sein kann und mit Hydroxyl oder mit einem gegebenenfalls mit einem oder mehreren Halogenatomen oder Ci-s-Alkylresten substituierten Arylrest substituiert sein kann, oder

R 1 bis R 4 durch Ringschluss von drei Resten 5- oder 6-gliedrige heterocyclische Reste, wie z. B.

Pyridin oder Thiazolin, bilden, die ihrerseits gegebenenfalls ein oder mehrfach mit Ci -4 -AIlCyI oder Ci- 4 -Alkenyl substituiert sind, die gegebenenfalls einen Arylrest tragen, der seinerseits mit Halogen, inbesondere Chlor, Amino oder Dimethylamino substituiert sein kann, und

X für Sulfat, Halogenid, insbesondere Chlorid, Bromid oder Iodid, oder ein ähnliches

Gegenion steht.

Mindestens einer der Reste R 1 bis R 4 weist vorzugsweise eine Kettenlänge von 8 bis 18, besonders bevorzugt 12 bis 16 C-Atomen auf.

Aryl steht bevorzugt für einen Phenylrest, der gegebenenfalls mit 1 oder 2 Resten ausgewählt aus Halogen, inbesondere Chlor, und C 1-8 -AIlCyI substituiert ist.

Beispiele sind Alkyl-dimethyl-benzylammoniumchloride, insbesondere Benzalkoniumchlorid [(C 8 . i 8 )-Alkyl-dimethyl-benzyl-ammoniumchlorid] oder n-(C 12 -Ci 8 )-Alkyl-benzyldimethylammoniurn- chlorid mit durchschnittlichen Molekulargewichten von ca. 380, Benzethoniumchlorid (Diisobutyl- phenoxyethoxyethyl-dimethylbenzyl-ammoniumchlorid), Dichlorbenzyl-dimethyl-alkyl-ammoni- umchlorid, Benzoxoniumchlorid (Benzyl-dodecyl-bis-(2-hydroxyethyl)-ammoniumchlorid), Cetri- moniumbromid (N-Hexadecyl-N,N-trimethyl-ammoniumbromid, Di-(C 8 -Ci 8 )-alkyl-dimethyl- ammoniumchlorid wie z.B. Dioctyl-dimethyl-ammoniumchlorid oder Di-n-decyl-dimethyl-ammo- niumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid (l-Hexadecyl-pyridiniumchlorid) sowie Thiazoliniodid (3- Heptyl-2-(3-heptyl-4-methyl-4-thiazolin-2-yliden-methyl)-4-m ethyl-thiazoliniumjodid). Von diesen besonders bevorzugt sind Benzethoniumchlorid und Benzalkoniumchlorid.

Die quartären Ammoniumverbindungen werden üblicherweise in Konzentrationen von 0,001 bis 10 %, bevorzugt von 0,005 bis 6 % und besonders bevorzugt von 0,005 bis 3 % eingesetzt. Die Prozentangaben bedeuten % (M/V).

Die erfmdungsgemäßen Arzneimittel können zusätzlich zu den quartären Ammoniumverbindungen weitere Substanzen enthalten, die eine Partikelbildung vermeiden können; z.B. Poloxamere,

Lecithine, Polyvinylpyrrolidone, Kosolventien, Antioxidantien oder Komplexbildner. Auch diese werden üblicherweise in Konzentrationen von 0,001 bis 20 %, bevorzugt von 0,01 bis 10 % und besonders bevorzugt von 0,05 bis 3 % eingesetzt. Die Prozentangaben bedeuten % (M/V).

Die flüssigen Formulierungen können Substanzen enthalten, welche die lokale Verträglichkeit bei Applikation verbessern. Als Beispiele seien genannt: Radikalfänger oder Antioxidantien wie z.B.

Vitamin E, wasserlösliche Vitamin E-Ester oder Vitamin C, Butylhydroxyanisol, Butylhy- droxytoluol, Cysteamin, Cystein, Glutathion, Thioglykol, Thiomilchsäure, Natriumdisulfid oder auch Acetylcystein. Komplexbildner wie z.B. Cyclodextrine (z. B. Hydroxyproypl-Cyclodextrin), Natrium-EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure), Polyvinlypyrrolidon, Dexpanthenol, Salze von Fettsäuren wie z.B. Natriumcaprylat, Salze mehrwertiger Metallkationen (z. B. Me 2+ bzw. Me 3+ ), insbesondere der Erdalkalimetalle und hier insbesondere das Magnesium in seinen Salzformen, Aminosäuren und hierunter besonders Arginin oder Lysin, Poloxamere, Poloxamine, Kosolventien wie z.B. n-Butanol, Glycerin, Polyethylenglykol, Propylenglykol oder Dimethylacetamid, Dextrane, Kreatin, Kreatinin, Säuren wie z.B. die Gluconolactonsäure, Milchsäure, Embonsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Schleimsäure oder Hyaluronsäure, Lecithine mit einem Gehalt an

Phosphatidylcholin von 70-100 % aus Soja oder Hühnereiweiß. Von den vorstehend genannten Substanzen werden bevorzugt die Salze mehrwertiger Metallkationen eingesetzt, und zwar bevorzugt die Erdalkalimetallsalze insbesondere Magnesiumsalze.

Substanzen, die die Verträglichkeit verbessern, sind üblicherweise in Konzentrationen von 0,05 bis 10 %, bevorzugt mit 0,1 bis 8 % und besonders bevorzugt mit 0,5 bis 5 % eingesetzt. Die Prozentangaben bedeuten % (M/V).

Als Solvens kann die flüssige Formulierung Wasser oder wassermischbare Substanzen enthalten. Als Beispiele seien genannt Glycerin, Propylenglykol, Polyethylenglykole, verträgliche Alkohole wie Ethanol, Benzylalkohol oder n-Butanol, Ethyllactat, Ethylacetat, Triacetin, N-Methyl- pyrrolidon, Propylencarbonat, Glycofurol, Dimethylacetamid, 2-Pyrrolidon, Isopropyliden- glycerol, oder Glycerinformal. Kombinationen der Solventien sind ebenfalls denkbar. Bevorzugt sind Formulierungen auf Wasserbasis, in denen selbstverständlich weitere Solventien und Kosolventien enthalten sein können.

Als Solvens kann die flüssige Formulierung außer Wasser oder wassermischbaren Substanzen auch öle in Form einer Emulsion enthalten. Hierunter seien die pflanzlichen, tierischen und synthetischen öle wie Baumwollsamenöl, Sesamöl, Sojaöl, Mittelkettige Triglyceride einer Kettenlänge von Cj 2 -C 18 , Propylenglykoloctanoat-decanoat oder auch Paraffin genannt.

Das Solvenz ist üblicherweise in Konzentrationen von bis zu 98,5 %, bevorzugt bis zu 97% besonders bevorzugt bis zu 96,5% enthalten. In der Regel liegen die Konzentrationen des Solvenz über 50 %, bevorzugt über 60%, besonders bevorzugt über 70%. Die Prozentangaben bedeuten % (M/V).

Die erfmdungsgemäßen Formulierungen können auch Kosolventien enthalten, und zwar bevorzugt dann wenn die Formulierungen Wasser enthalten; die Kosolventien können die Löslichkeit bestimmter Formulierungsbestandteile verbessern. Die Kosolventien werden üblicherweise in Anteilen von 1 bis 10 % bevorzugt von 3 bis 8 % eingesetzt (Prozentangaben jeweils M/V). Als Kosolventien seien beispielsweise genannt: Pharmazeutisch verträgliche Alkohole, Dimethyl- sulfoxid, Ethyllactat, Ethylacetat, Triacetin, N-Methylpyrrolidon, Propylencarbonat, Propylen- glykol, Glycofurol, Dimethylacetamid, 2-Pyrrolidon, Isopropylidenglycerol, Glycerinformal, Glycerin und Polyethylenglykole. Als Kosolvenz eignen sich insbesondere pharmazeutisch verträgliche Alkohole, wie z. B. Ethanol, Benzylalkohol oder n-Butanol. Auch Mischungen der vorstehend genannten Lösungsmittel können als Kosolvenz eingesetzt werden.

Konservierungsmittel können in der flüssigen Formulierung enthalten sein. Die oben genannten quartären Ammoniumverbindungen haben in der Regel konservierende Wirkung, z. B. Benz- alkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid oder Cetylpyridiniumchlorid. Als Beispiele für weitere verwendbare Konservierungsmittel seien genannt: Aliphatische Alkohole wie Benzylalkohol, Ethanol, n-Butanol, Phenol, Cresole, Chlorbutanol, para-Hydroxybenzoesäureester (insbesondere

die Methyl- und Propylester), Salze oder die freien Säuren der Carbonsäuren, wie Sorbinsäure, Benzoesäure, Milchsäure oder Propionsäure.

Je nach Art der Formulierung und Applikationsform können die erfϊndungsgemäßen Arzneimittel weitere übliche, pharmazeutisch verträgliche Zusatz- und Hilfsstoffe enthalten. Als Beispiele seien genannt

• Antioxidantien wie zum Beispiel Sulfite (Na-sulfit, Na-metabisulfit), organische Sulfide (Cystin, Cystein, Cysteamin, Methionin, Thioglycerol, Thioglykolsäure, Thiomilchsäure) Phenole (Tocopherole, wie auch Vitamin E und Vitamin-E-TPGS (d-alpha-Toco- pherylpolyethylenglykol-1000-succinat)), Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Octyl- und Dodecylgallat), organische Säuren (Ascorbinsäure, Citronensäure, Weinsäure, Milchsäure) und deren Salze und Ester

• Netzmittel wie zum Beispiel Fettsäuresalze, Fettalkylsulfate, Fettalkylsulfonate, lineare Alkylbenzolsulfonate, Fettalkylpolyethylen-glykolethersulfate, Fettalkylpolyethylenglykol- ether, Alkylphenolpolyethylenglykolether, Alkylpolyglykoside, Fettsäure-N-methylglucamide, Polysorbate, Sorbitanfettsäureester und Poloxamere.

• Substanzen zur Isotonisierung wie z.B. Natriumchlorid, Glucose oder Glycerin.

• Pharmazeutisch akzeptable Farbstoffe wie zum Beispiel Eisenoxide, Carotinoide, etc.

Der pH- Wert der flüssigen Formulierungen beträgt 2-11, bevorzugt 3-8 und besonders bevorzugt 4-7,6.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können hergestellt werden, indem das Fluorchinolon in dem

Solvens dispergiert wird, die Substanzen zur Verbesserung der Verträglichkeit und gegebenenfalls zur Vermeidung von Partikelbildung ebenfalls ergänzt werden. Kosolventien sowie weitere Inhaltsstoffe wie z.B. Konservierungsstoffe können bereits dem Solvens zugegeben oder später zugemischt werden.

Alternativ können Kosolventien, Konservierungsmittel, Substanzen die die Verträglichkeit oder

Partikelbildung beeinflussen auch zunächst im Solvens gelöst werden und anschließend erst das Fluorchinolon ergänzt werden.

Die erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zubereitungen eignen sich generell für die Anwendung bei Mensch und Tier. Bevorzugt werden sie in der Tierhaltung und Tierzucht bei Nutz-, Zucht-, Zoo-, Labor-, Versuchs- und Hobbytieren eingesetzt.

Zu den Nutz- und Zuchttieren gehören Säugetiere wie z.B. Rinder, Pferde, Schafe, Schweine, Ziegen, Kamele, Wasserbüffel, Esel, Kaninchen, Damwild, Rentiere, Pelztiere wie z.B. Nerze, Chinchilla, Waschbär sowie Vögel wie z.B. Wachteln, Hühner, Gänse, Puten, Enten, Tauben und Vogelarten für Heim- und Zoohaltung.

Zu Labor- und Versuchstieren gehören Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Goldhamster,

Kaninchen, Affen, Hunde und Katzen.

Zu den Hobbytieren gehören Kaninchen, Hamster, Ratten, Meerschweinchen, Mäuse, Pferde, Reptilien, entsprechende Vogelarten, Hunde und Katzen.

Weiterhin seien Fische genannt, und zwar Nutz-, Zucht-, Aquarien- und Zierfische aller Altersstufen, die in Süß- und Salzwasser leben.

Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Zubereitungen bei Hobbytieren wie Pferden, Kaninchen, Katzen und Hunden, eingesetzt. Insbesondere eignen sie sich für die Anwendung bei Katzen und Hunden.

Beispiele für bevorzugte Nutztiere sind Rind, Schaf, Schwein, Ziege, Pute und Huhn. Besonders bevorzugte Nutztiere sind Rind und Schwein.

Die Anwendung kann sowohl prophylaktisch, metaphylaktisch als auch therapeutisch erfolgen.

Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen flüssigen Formulierungen als Lösungen oder Emulsion gegeben, besonders bevorzugt sind homogene Lösungen.

Die hier beschriebenen Formulierungen können auf verschiedene Arten dem Zielorganismus (Mensch oder Tier) zugeführt werden. Sie können beispielsweise parenteral, insbesondere durch

Injektion (z. B. subkutan, intramuskulär, intravenös, intramammär, intraperitoneal), dermal, oral, rectal, vaginal oder nasal appliziert werden, wobei die parenterale Applikation - insbesondere durch Injektion - bevorzugt ist.

Die Verwendung mit den genannten Substanzen fuhrt zu Arzneimitteln mit guter Löslichkeit des Wirkstoffs und guter Stabilität der Formulierung, insbesondere bezüglich Ausfällungen. Weiterhin zeichnet sich das erfmdungsgemäße Arzneimittel durch gute Verträglichkeit und geeignete Serumkinetik bei den genannten verschiedenen Tierspezies insbesondere nach parenteraler Gabe aus.

Beispiele

Die Formulierungen der folgenden Beispiele werden hergestellt, indem die angegebenen Einsatzstoffe in Aqua pro Injektione gemischt oder gelöst werden. Der pH- Wert der Lösungen kann durch Zugabe von Säuren oder Basen eingestellt werden. Die Lösungen zur Injektion werden sterilfϊltriert und in geeignete Behältnisse überführt. Pradofloxacin kann als Anhydrat oder als

Trihydrat eingesetzt werden; die Zahlenwerte sind jeweils für das Anhydrat berechnet.

(Prozentangaben in Gewichtsprozent bezogen auf das Gesamtvolumen des fertigen Präparats, [M/V]).

Beispiel 1

1 % Enrofloxacin

3,0 % Magnesiumchloridhexahydrat 0,02 % Benzalkoniumchlorid quantum satis Kaliumhydroxid ad 100 % Aqua pro Injektione

0,5 g Enrofloxacin, 1,5 g Magnesiumchloridhexahydrat und 0,01 g Benzalkoniumchlorid werden in Aqua pro Injektione zu 50 ml gelöst und gegebenenfalls der pH- Wert mit Kaliumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 2

3,0 % Pradofloxacin (Trihydrat) 3,0 % Magnesiumchloridhexahydrat

0,02 % Benzalkoniumchlorid quantum satis Natriumhydroxid ad 100 % Aqua pro Injektione

1,5 g Pradofloxacin (als reines Pradofloxacin berechnet, als Trihydrat eingesetzt), 1,5 g Magnesiumchloridhexahydrat und 0,01 g Benzalkoniumchlorid werden in Aqua pro Injektione zu

50 ml gelöst und gegebenenfalls der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 3

1,5 % Pradofloxacin 3 % Magnesiumchloridhexahydrat 0,01 % Benzethoniumchlorid

ad 100 % Aqua pro Injektione

0,75 g Pradofloxacin, 1,5 g Magnesiumchloridhexahydrat und 0,005 g Benzethoniumchlorid werden in Aqua pro Injektione zu 50 ml gelöst und gegebenenfalls der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 4

1,5 % Pradofloxacin (Trihydrat) 3 % Magnesiumchloridhexahydrat 0,02 % Benzalkoniumchlorid ad 100 % Aqua pro Injektione

0,75 g Pradofloxacin (als reines Pradofloxacin berechnet, als Trihydrat eingesetzt), 1,5 g

Magnesiumchloridhexahydrat und 0,01 g Benzalkoniumchlorid werden in Aqua pro Injektione zu 50 ml gelöst und gegebenenfalls der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 5

5 % Pradofloxacin (Trihydrat) 0,02 % Benzalkoniumchlorid

3 % Magnesiumchloridhexahydrat ad 100 % Aqua pro Injektione

80 g Aqua pro Injektione werden mit 0,02 g Benzalkoniumchlorid und 3 g Magnesiumchloridhexahydrat gemischt. Darin werden 5 g Pradofloxacin (als reines Pradofloxacin berechnet; als Trihydrat eingesetzt) gelöst. Mit den restlichen Aqua pro Injektione wird auf das Endgewicht zu

100 ml und zuvor gegebenenfalls der pH- Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 6

1 ,5 % Pradofloxacin (Trihydrat) 0,015 % Benzalkoniumchlorid 3 % Magnesiumchloridhexahydrat ad 100 % Aqua pro Injektione

80 g Aqua pro Injektione werden mit 0,015 g Benzalkoniumchlorid und 3 g Magnesiumchloridhexahydrat gemischt. Darin werden 1,5 g Pradofloxacin (als reines Pradofloxacin berechnet; als Trihydrat eingesetzt) gelöst. Mit dem restlichen Aqua pro Injektione wird auf das Endgewicht zu 100 ml aufgefüllt und zuvor gegebenenfalls der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Beispiel 7

1,5 % Pradofloxacin (Trihydrat) 0,01 % Benzalkoniumchlorid 3 % Magnesiumchloridhexahydrat ad 100 % Aqua pro Injektione

80 g Aqua pro Injektione werden mit 0,01 g Benzalkoniumchlorid und 3 g Magnesiumchloridhexahydrat gemischt. Darin werden 1,5 g Pradofloxacin (als reines Pradofloxacin berechnet; als Trihydrat eingesetzt) gelöst. Mit dem restlichen Aqua pro Injektione wird auf das Endgewicht zu 100 ml aufgefüllt und zuvor gegebenenfalls der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf 6,0 eingestellt.

Verträglichkeit in vivo

Die hier beschriebenen Formulierungen haben im klinischen Versuch eine verbesserte lokale Verträglichkeit gegenüber anderen Formulierungen gezeigt. Wirkstoffabhängige Gewebeiπϊta- tionen und Schwellungen an der Injektionsstelle sind in ihrer Ausprägung von der eingesetzten

Formulierung abhängig. In der nachfolgenden Tabelle sind ausgewählte Beispiele dazu aufgelistet.

Das angewendete Testsystem besteht aus einer kombinierten Prüfung von lokaler Verträglichkeit initial und über 36 Tage und Serumpharmakokinetik von 0 - 72 h. Jede Formulierung wird an je 6 Tieren der beiden Spezies Hund und Katze nach subkutaner Einfachinjektion getestet. Die Serumproben (n = 1 l/Tier) werden mittels HPLC auf ihre Substanzkonzentration hin geprüft und die pharmakokinetischen Parameter daraus berechnet. Die lokale Verträglichkeit wird anhand der Parameter Schwellung, Schmerzhaftigkeit, Rötung und Hautirritation/-veränderung visuell und palpatorisch beurteilt.

Tabelle 1. Ausgewählte Ergebnisse der klinischen Prüfung auf lokale Verträglichkeit verschiedener Formulierungen

Lokale Reaktionen (n)

Tag Tag Tag Tag

Formulierung (n) Sofort Tag 1 Tag 7 14 21 28 36

Katze: Bsp. 4

Hund:

Bsp. 2

(n): Anzahl der Tiere

Serumpharmakokinetisches Profil

Neben der unterschiedlichen Verträglichkeit, hat die Formulierung auch einen Einfluß auf das serumpharmakokinetische (PK) Profil. Verschiedene Formulierungen weisen deutliche Unterschiede in der Serumkonzentrations-Zeitkurve auf. Bevorzugt werden für Chinolone Kurven mit schneller Absorption, hohen Peakkonzentrationen und langen Eliminationsphasen. Die nachstehende Tabelle zeigt das PK-Profil einer erfϊndungsgemäßen Formulierung. Das verwendete Testsystem ist im Abschnitt „lokale Verträglichkeit" beschrieben worden.

Tabelle 2. Ergebnisse zur Serumpharmakokinetik

PK Parameter (9 mg/kg, SC, Hund)

Qnax Tmax tj/2 AUCjnf AUQast

Formulierung n (μg/mL) (hr) Qa) (h*μg/mL) (h*μg/mL)

Bsp. 2 3.8 1.5 4.6 31.0 30.7