Hermann, Manfred (Wilhelm-Raabe-Str. 15, Nürnberg, 90491, DE)
| 1. | Membranfilterplatte (1 ) für eine Filterpresse mit einer an der Filterplatte (1 ) fixierten Membran (8), dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (8) aus einer elastischen Trägerschicht (9) und einer von der elastischen Trägerschicht (9) verschiedenen Funktionsschicht (11 ) besteht. |
| 2. | Filterplatte (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (11 ) aus einem harten Thermoplast besteht. |
| 3. | Filterplatte (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (11 ) aus einem temperaturbeständigen Werkstoff besteht. |
| 4. | Filterplatte (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (11 ) aus einem hochfesten Werkstoff besteht. |
| 5. | Filterplatte (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (11 ) aus einem chemisch hochresistenten Werkstoff besteht. |
| 6. | Filterplatte (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (8) funktionsschichtfreie Randbereiche (13) aufweist und ei nen mit der Funktionsschicht (11 ) versehenen zentralen Bereich. |
| 7. | Filterplatte (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (11 ) auf die Trägerschicht (9) aufgeschweißt ist. |
| 8. | Filterplatte (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (8) formschlüssig mit Hilfe von Formvorsprüngen (7) nach Art einer NutFederVerbindung an der Filterplatte (1 ) fixiert ist. |
Membranplatte für eine Filterpresse
Die Erfindung betrifft eine Membranplatte für eine Kammerfilterpresse. Bei derartigen Kammerfilterpressen sind die Filterkammern dadurch gebildet, dass zwei Filterplatten nebeneinander angeordnet sind. Die Filterplatten weisen einen gegenüber dem Plattenkörper deutlich verdickten Plattenrand auf. Mit dem Plattenrand liegen die einander benachbarten Filterplatten aneinander und bilden innerhalb der Ränder aufgrund des gegenüber den Plattenrändern zurückspringenden Plattenkörpers jeweils eine Filterkammer. Nach dem Auspressen der auszupressenden Substanz wird ein flüssiges FiIt- rat in bekannter Weise durch Ablaufbohrungen in der Filterplatte abgeleitet. In der Filterkammer bleibt ein ausgepresster Filterkuchen zurück. Dieser Filterkuchen wird dadurch entfernt, dass die beiden die Filterkammer bildenden Filterplatten auseinander gefahren werden, so dass ihre Randbereiche nicht mehr aneinander anliegen. Die an der mindestens einen die Filterkammer bildenden Filterplatte angebrachte Membran wird in Schwingung versetzt und stößt so den Filterkuchen aus.
Austauschbare Membrane sind mit Hilfe einer Nut-Feder-Verbindung formschlüssig am Plattengrundkörper im Bereich des Plattenrandes fixiert. Unter Berücksichtigung der Fertigungstoleranzen, der Schrumpfung bei der Fertigung und bei den Pressvorgängen innerhalb der Filterpresse infolge des hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten von thermoplastischen Kunststoffen bzw. Elastomeren muss die Membran eine ausreichende Flexibilität aufweisen, um problemlos an der Filterplatte befestigt werden zu können. Dieser Notwendigkeit der Flexibilität steht jedoch in vielen Anwendungsfällen die Notwendigkeit entgegen, die Membran aus einem harten Thermoplast fertigen zu müssen. Harte Thermoplaste werden üblicherweise eingesetzt bei hohen Temperaturen, hohen Filtrationsdrücken, hohen Auspressdrücken und hoher chemischer Beanspruchung der Filterplatte und ihrer Membran. Ausgehend von diesen Problemen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Filterplatte so auszugestalten, dass eine harte und unelastische Membran gleichwohl an der Filterplatte leicht montierbar ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung eine sandwichartig aufgebaute Membran vor. Die Membran besteht aus einer dicken und flexiblen Trägerschicht und einer dünnen auf die Trägerschicht aufgebrachten Funktionsschicht. Die Funktionsschicht besteht dabei aus dem harten, resistenten Material, welches hohen Temperaturen, ho- hen Drücken oder hohen chemischen Belastungen ohne weiteres standhält. In vorteilhafter Ausgestaltung kann die Trägerschicht eine Dicke von 3 bis 4 mm aufweisen, während die Funktionsschicht demgegenüber nur eine Stärke von 0,5 mm aufweist.
Dehnungen oder Spannungen werden bei dieser erfindungsmäßigen Membran von der elastischen Trägerschicht gleichsam aufgefangen. Die Funktionsschicht muss keine Kräfte übertragen. Sie kann sich auf ihre Schutzfunktion beschränken. Die Funktionsschicht und die Trägerschicht können beispielsweise durch Schweißen miteinander verbunden sein. Auch ist es möglich, die Funktionsschicht auf eine geeignete Trägerschicht aufzuspritzen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, die Randbereiche der Membran ausschließlich aus dem Trägermaterial der Trägerschicht zu fertigen und die Funktionsschicht auf das beim Pressen belastete Plattenzentrum zu konzentrieren.
Anhand des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels ist die Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Aufsicht auf eine Kammerseite einer erfindungsmäßigen Filterplatte mit teilweise dargestellter Membran, Fig. 2 zeigt den Schnitt H-Il in Fig. 1.
Die Filterplatte 1 weist den umlaufenden Plattenrand 2 auf, in welchen Filtratboh- rungen 3 eingebracht sind. Der um die Filterplatte 1 umlaufende Plattenrand 2 begrenzt in sich den von der Plattenoberfläche gebildeten Kammerboden 4. Aus dem Kammer- boden 4 springt der Plattenrand 2 in Plattenquerrichtung 5 hervor, was in Fig. 2 deutlich erkennbar ist. Die Dicke des Plattenrandes 2 in Plattenquerrichtung 5 ist folglich sehr viel größer als die in Plattenquerrichtung 5 gemessene Dicke des Kammerbodens 4. In Plattenquerrichtung 5 stehen aus dem Kammerbogen 4 noch Stütznocken 6 hervor. Die
Stütznocken 6 dienen zur Abstützung des Kammerbodens 4 an entsprechenden Stütznocken des gegenüberliegenden Kammerbodens der benachbarten Filterplatte. Auf diese Weise soll ein Durchbiegen des Kammerbodens 4 während des Filtervorgangs in der Filterpresse vermieden werden.
Mit Hilfe der Formvorsprünge 7 ist die in Fig. 1 nur teilweise dargestellte Membran 8 in Befestigungsnuten sowohl des Plattenrandes 2 als auch des Stütznockens 6 beim Ausführungsbeispiel befestigt. Die Formvorsprünge 7 sind hierbei die Federn der Nut- Feder-Kombination, mit welcher die Membranplatte 8 an der Filterplatte 1 formschlüssig gelagert ist.
Die Membrane 8 hat die in Fig. 2 dargestellte elastische Trägerschicht 9. Die elastische Trägerschicht 9 erstreckt sich über die gesamte Länge der Membran 8 in der zur Plat- tenquerrichtung 5 senkrecht verlaufenden Plattenlängsrichtung 10. Im zentralen Be- reich der Membran ist auf die Trägerschicht 9 die in Fig. 2 schwarz ausgezeichnete temperatur- und chemiebeständige Funktionsschicht 11 aufgebracht. Die Funktionsschicht 11 trägt hierbei eine aus Noppen 12 bestehende Profilierung als Drainage. Die Funktionsschicht 11 ist im Zentrum der Membran 8 so angebracht, dass die Randbereiche 13 der Membran 8 von der Funktionsschicht 11 bzw. der die Funktionsschicht 11 bildenden Beschichtung freigehalten sind. Die ausschließlich aus der elastischen Trägerschicht 9 bestehenden Randbereiche 13 erleichtern die Montierbarkeit der Membran 8 an der Filterplatte 1 und verbessern auch die Elastizität der Membran 8 während des Betriebs der Filterplatte 1.
Mit der Erfindung lässt sich die erfindungsmäßige Filterplatte 1 leichter fertigen. Infolge der erhöhten Elastizität der Membran 8 können Schrumpfungstoleranzen ausgeglichen werden, welche bei der Fertigung auftreten. Die Materialschrumpfung bei der Fertigung ist nämlich zeitabhängig. Auch ist zu berücksichtigen, dass die Membran während der Pressarbeit einer gewissen Schrumpfung ausgesetzt ist. Schließlich ist die Montierbar- keit erleichtert. Infolge der verbesserten Elastizität der Membran 8 ist ein Toleranzausgleich von vornherein realisiert.
- A -
Bezugszeichenliste
Filterplatte
Plattenrand
Filtratbohrung
Kammerboden
Plattenquerrichtung
Stütznocke
Formvorsprung
Membran
Trägerschicht
Plattenlängsrichtung
Funktionsschicht
Noppe
Randbereich
