PASCHER, Gerald (Schwarzhubergasse 8, Purkersdorf, A-3002, AT)
Ansprüche :
1. Verfahren zur Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten (4, β) einer Vorrichtung (1, 1') zum Lackieren von Draht (2) bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht (2) auf einer Spule (3), wobei zur Steuerung der Vorrichtung (1, 1') zumindest ein Sollwert (6) vorgegeben wird, der direkt frei einstellbar bzw. aus einer Vielzahl von Rezepturwerten (4) auswählbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert (6) und der Rezepturwert (4) zumindest zeitlich hintereinander der selben grafischen Darstellung der Vorrichtung (1, 1') zugeordnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wahlweise der Sollwert (6) oder der Rezepturwert (4) an der selben Stelle zeitlich nacheinander grafisch dargestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Soll- oder Rezepturwert (6, 4) direkt während einer der grafischen Darstellung der Vorrichtung (1, 1') zugeordneten Anzeige einstellbar ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Soll- und Rezepturwerte (6, 4) Temperatur-, Drehzahl- bzw. Maßangaben eingestellt bzw. ausgewählt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart des Sollwerts (6) und/oder des Rezepturwerts (4) ein Istwert (7) grafisch dargestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer auf einem Datenträger (15) gespeicherten Anzahl an Rezepturwerten (4) ein Sollwert (6) ausgewählt wird.
7. Verfahren nach Anspruch β, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Rezepturwerte (4) zu einem gemeinsamen Rezeptur-Datensatz (18) zusammengefasst sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Datenträger (15) neue Rezepturwerte (4) bzw. Rezeptur-Daten- satz (18) gespeichert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Datenträger (15) Rezepturwerte (4) bzw. Rezeptur-Datensatz (18) gelöscht werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zum Lackieren von Draht bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht eine Drahtziehvorrichtung (8 1 ), eine Drahtglühvorrichtung (8), eine Lackauftragsvorrichtung (9) , einen Ofen (10) , eine Drahtkühlvorrichtung (11) , und/oder eine Drehvorrichtung (14) aufweist, denen jeweils zumindest ein Sollwert (6) zugeordnet ist. |
Verfahren zur Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten einer
Vorrichtung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten einer Vorrichtung zum Lackieren von Draht bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht auf einer Spule, wobei zur Steuerung der Vorrichtung zumindest ein Sollwert vorgegeben wird, der direkt frei einstellbar bzw. aus einer Vielzahl von Rezepturwerten auswählbar ist.
Bei der Herstellung von lackiertem Draht bzw. dem Aufwickeln des lackierten Drahtes sind eine Vielzahl von Prozessparametern bzw. -werten in Abhängigkeit des gewünschten Lackdrahts bzw. der Geometrie der Spule zum Aufwickeln des Lackdrahts usw. einzustellen. Zur Einstellung der Prozesswerte sind in der Regel eine Vielzahl von Sollwerten anzugeben, wobei diese Prozesswerte entweder direkt eingestellt oder jedoch aus einer Vielzahl von vorbestimmten Rezepturwerten ausgewählt werden können.
Bei bekannten Verfahren ist es bisher lediglich möglich, einen Sollwert benachbart einer grafischen Darstellung der Vorrichtung, welcher der Sollwert zugeordnet ist, anzuzeigen. Zwischen der Vielzahl von Rezepturwerten, aus welchen ein Sollwert ausgewählt werden kann, und der zugehörigen Vorrichtung ist bisher jedoch kein direkter Zusammenhang für den Bediener gegeben. Hierdurch ergab sich ein äußerst unübersichtliches Verfahren zur Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten, d.h. von Soll- und Rezepturwerten, durch welche die Bedienungssicherheit der Vorrichtung relativ gering ist.
Aus der US 5 368 715 A sind ein gattungsfremdes Verfahren und ein System zum Steuern der Parameter einer Beschichtungsvorrich- tung bekannt. Parameter wie pH-Wert, Temperatur und Flüssigkeitsspiegel werden überwacht und automatisch gesteuert, der Maschinenbediener hat auf einem Bildschirm die Sollwerte den Direktwerten gegenübergestellt.
Aus der US 2004/0168767 Al ist eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Halbleiterscheiben bekannt. über eine Kontrolleinheit und eine Eingabeeinheit kann die Temperatur eines Wafers in der Kam-
mer der Haupteinheit überwacht und eingestellt werden. Auf ein und derselben grafischen Darstellung der Vorrichtung kann ein Sollwert und ein Ist-Wert abgelesen werden.
Aus der WO 1994/07191 Al ist noch ein Verfahren zur Eingabe und Anzeige der Einstellungsparameter einer Vorrichtung zum Beschichten von Gegenständen bekannt.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es demzufolge ein Verfahren der eingangs angeführten Art zu schaffen, durch welches die übersichtlichkeit bei der Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten erhöht wird und somit zugleich die Bedienungssicherheit der Vorrichtung zum Lackieren von Draht bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht erhöht wird.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erzielt, dass der Sollwert und der Rezepturwert zumindest zeitlich hintereinander ein und der selben grafischen Darstellung der Vorrichtung zugeordnet werden. Durch die Zuordnung sowohl eines Sollwerts als auch eines Rezepturwerts zu der selben grafischen Darstellung der zugehörigen Vorrichtung ergibt sich eine visuelle Verbindung zwischen dem Rezeptur- und dem Sollwert. Hierbei können Rezeptur- und Sollwert zeitgleich oder jedoch hintereinander benachbart der entsprechenden Vorrichtung dargestellt werden, so dass sich eine wesentlich erhöhte übersichtlichkeit bei der Einstellung bzw. Auswahl von Sollwerten der Vorrichtung ergibt und somit die Bedienungssicherheit der Vorrichtung als Ganzes erhöht wird.
Um die Darstellung auf einem Prozessbildschirm nicht mit Prozesswerten zu überladen und somit dem Benutzer des Verfahrens eine besonders übersichtliche Verwaltung der Prozesswerte zu ermöglichen, ist es günstig, wenn wahlweise der Sollwert oder der Rezepturwert an der selben Stelle zeitlich nacheinander grafisch dargestellt wird.
Um weiters die Bedienerfreundlichkeit zu erhöhen, ist es vorteilhaft, wenn der Soll- oder Rezepturwert direkt während einer der grafischen Darstellung der Vorrichtung zugeordneten Anzeige einstellbar ist. Hierdurch wird die Anzeige und die Eingabe der Prozesswerte zusammengeführt, wobei sowohl die Anzeige als auch
die Eingabe direkt in einer Zuordnung zu der entsprechenden Vorrichtung erfolgt, so dass wiederum aufgrund der visuellen Verbindung zwischen der Vorrichtung und der Eingabemöglichkeit eine erhöhte übersichtlichkeit und somit Bedienerfreundlichkeit gegeben ist.
Wenn als Soll- und Rezepturwerte Temperatur-, Drehzahl- bzw. Maßangaben eingestellt bzw. ausgewählt werden, können mit Hilfe des Verfahrens vorteilhafterweise die üblichsten Sollwerte bei einer Vorrichtung zum Lackieren und zum Aufwickeln von Draht eingestellt werden bzw. die wichtigsten und üblichsten Sollwerte aus vorbestimmten Rezepturwerten ausgewählt werden.
Hinsichtlich einer hohen Bedienerfreundlichkeit ist es weiters vorteilhaft, wenn benachbart des Sollwerts und/oder des Rezepturwerts ein Istwert grafisch dargestellt wird. Hierdurch ist unmittelbar ersichtlich, ob der aktuelle Istwert von dem vorgegebenen Sollwert abweicht, oder jedoch eine gewünschte übereinstimmung vorliegt.
Hinsichtlich einer einfachen zur-Verfügung-Stellung von einer Vielzahl von Prozesswerten ist es vorteilhaft, wenn aus einer auf einem Datenträger gespeicherten Anzahl an Rezepturwerten ein Sollwert ausgewählt wird.
Da bestimmte Lackdrähte bzw. bestimmte Spulen zum Aufwickeln der Lackdrähte üblicherweise eine Vielzahl von aufeinander abgestimmten Rezepturwerten aufweisen, ist es hinsichtlich einer hohen Bedienerfreundlichkeit vorteilhaft, wenn zumindest zwei Rezepturwerte zu einem gemeinsamen Rezeptur-Datensatz zusammen- gefasst sind.
Sofern auf dem Datenträger neue Rezepturwerte bzw. Rezeptur-Datensätze gespeichert werden, kann auf einfache Weise eine Anpassung bzw. Ergänzung der für die Auswahl als Sollwert zur Verfügung stehenden Rezepturwerte bzw. Rezeptur-Datensätze erfolgen.
Um nicht mehr benötigte Rezepturwerte bzw. Rezeptur-Datensätze nicht länger zur Auswahl als Sollwert zur Verfügung zu stellen,
- A - ist es günstig, wenn auf dem Datenträger Rezepturwerte bzw. Rezeptur-Datensätze gelöscht werden.
Wenn die Vorrichtung zum Lackieren von Draht bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht eine Drahtziehvorrichtung, eine Drahtglühvorrichtung, eine Lackauftragsvorrichtung, einen Ofen, eine Drahtkühlvorrichtung, und/oder eine Drehvorrichtung aufweist, denen jeweils zumindest ein Sollwert zugeordnet ist, wird auf einfache Weise eine präzise Steuerung der einzelnen Verfahrensstufen bzw. der einzelnen (Teil) Vorrichtungen zum Lackieren und Aufwickeln von lackiertem Draht erzielt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von einem in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel, auf das sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch näher erläutert. Im Einzelnen zeigen in der Zeichnung:
Fig. Ia eine Abbildung eines Prozessbildschirms, wobei die Rezepturwerte angezeigt werden;
Fig. Ib eine Abbildung des Prozessbildschirms gemäß Abbildung Ia, wobei die Sollwerte angezeigt werden;
Fig. 2a eine Abbildung eines weiteren Prozessbildschirms mit der Anzeige der Rezepturwerte;
Fig. 2b eine Abbildung des Prozessbildschirms gemäß Fig. 2a mit Anzeige der Sollwerte;
Fig. 3a eine Abbildung eines Eingabefeldes, welches zur Eingabe von Rezepturwerten im Prozessbildschirm erscheint;
Fig. 3b eine Abbildung eines Eingabefeldes von Sollwerten, welches im Prozessbildschirm erscheint;
Fig. 4 ein Ablaufdiagramm, welches schematisch die Verwaltung von Prozesswerten darstellt;
Fig. 5 im Detail eine Abbildung einer Bedienungsschaltfläche; und
Fig. 6 ein Bildschirm-Dialogfeld zur Auswahl eines Rezeptur-Datensatzes .
In Fig. 1 ist eine Abbildung eines Prozessbildschirms zur Verwaltung und Darstellung von Prozesswerten einer Vorrichtung 1 zum Lackieren von einem Draht 2 bzw. zum Aufwickeln von lackiertem Draht auf einer Spule 3 (vgl. Fig. 2a und Fig. 2b) ersichtlich. Hierbei ist in Fig. 1 benachbart einer grafischen Darstellung einer (Teil) Vorrichtung I 1 , welche jeweils eine Verfahrensstufe der Vorrichtung 1 zum Lackieren von Draht bzw. zum Abwickeln von lackiertem Draht darstellt, ein zugeordneter Rezepturwert 4 dargestellt.
Durch eine einfache Betätigung eines Bedienungsfeldes 5 ' einer Bedienungsschaltfläche 5 (vgl. Fig. 5) kann wahlweise die Darstellung, der in Fig. Ia angezeigten Prozesswerte 4 oder jedoch durch die Betätigung eines entsprechenden Bedienungsfeldes 5 1 ' die Anzeige von Sollwerten 6, die jeweils der grafischen Darstellung einer Vorrichtung 1 ? zugeordnet sind, erfolgen.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Rezepturwerte 4 und die Sollwerte 6 wahlweise an der am Prozessbildschirm iden- ten Stelle angezeigt, so dass auf einfache Weise eine visuelle Verbindung zwischen Rezepturwerten 4 und Sollwerten 6 erzielt wird, wodurch eine hohe Bedienungssicherheit der Vorrichtung 1 erzielt wird.
In den Figuren Ia und Ib sind hierbei als Vorrichtungen 1 ' ein Ziehstein 8', eine Drahtglühvorrichtung 8, eine an die Drahtglühvorrichtung 8 anschließende in der Darstellung am Prozessbildschirm in einer nächsten Zeile angeordnete
Lackauftragsvorrichtung 9, ein Ofen 10 und wiederum in der Abbildung um eine Zeile versetzt angeordnet eine Drahtkühlvorrichtung 11 ersichtlich.
In den Fig. 2a und 2b sind die weiteren Verfahrensstufen bzw. (Teil) Vorrichtungen I 1 der Vorrichtung 1 gezeigt, welche eine Mess- bzw. PrüfVorrichtung 12 und anschließend an eine Umlenkrolle 13 eine DrahtaufWickelvorrichtung 14 aufweist. In Fig. 2a
ist benachbart der jeweiligen Vorrichtung 1' wiederum der Rezepturwert 4 angezeigt, wohingegen durch Betätigung des Bedienungsfelds 5'' an der identen Stelle eine Darstellung der Sollwerte 6 erzielbar ist (vgl. Fig. 2b) .
Eine Eingabe bzw. änderung der angezeigten Rezepturwerte 4 bzw. Sollwerte 6 kann hierbei direkt in den in den Figuren Ia, Ib, 2a, 2b dargestellten Prozessbildschirmen über die Rezepturwerte 4 bzw. Sollwerte 6 umgebende Datenfelder 4' bzw. 6' erfolgen.
Sofern jedoch für die direkte Eingabe in dem am Prozessbildschirm dargestellten Datenfeld 4', 6' nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht, werden bei Betätigung der Datenfelder 4', 6' Eingabe-Dialogfelder 4'' bzw. 6 11 geöffnet (vgl. Fig. 3a und Fig. 3b) , in welchen die gewünschten Rezepturwerte 4 bzw. Sollwerte 6 eingetragen bzw. geändert werden können.
In Fig. 4 ist schematisch ein Ablaufdiagramm der Verwaltung der Rezepturwerte 4 bzw. Sollwerte 6 dargestellt. Hierbei ist ersichtlich, dass auf einem Datenträger 15 eine Vielzahl von Rezepturwerten 4 gespeichert ist, wobei durch Betätigung eines Kommandofelds 16 in der Bedienungsschaltfläche (vgl. Fig. 5) die Datenbank geöffnet wird, so dass auf dem Prozessbildschirm ein Rezeptureditor 17 erscheint.
Eine Abbildung eines Rezeptureditors 17 ist beispielsweise in Fig. 6 ersichtlich, wobei hier fünf verschiedene zur Auswahl stehende Rezeptur-Datensätze 18 vorgesehen sind, wobei ein Rezeptur-Datensatz 18 jeweils eine Vielzahl von Rezepturwerten 4 umfasst. Nach Auswahl einer speziellen Rezeptur durch Betätigung eines Kommandofelds 18 wird der Rezeptureditor 17 geschlossen. Anschließend kann der gewählte Rezepturwert 4 bzw. gewählte Rezeptur-Datensatz 18 durch Betätigung des Kommandofelds 19 in Sollwerte 6 übertragen werden, so dass die Sollwerte 6 aktiv der SPS-Steuerung der Vorrichtung 1 zum Lackieren und Aufwickeln von Draht zugeführt werden.
Die nunmehr der Steuerung zugrundeliegenden Sollwerte 6 können wie in Fig. 3b ersichtlich direkt am Prozessbildschirm geändert werden. Sofern die geänderten Sollwerte 6 als Rezeptur-Datensatz
18 in der Datenbank 15 abgespeichert werden sollen, kann über Betätigung eines Kommandofelds 21 der Prozesseditor 17 geöffnet werden und die nunmehrigen Sollwerte 6 durch Betätigung des Kommandofelds 22 unter einem speziellen Namen als Rezeptur-Datensatz 18 oder Rezepturwert 4 auf dem Datenträger 15 gespeichert werden.
Wesentlich ist jedoch lediglich, dass die Rezepturwerte 4 und Sollwerte 6 im Zusammenhang mit der grafischen Darstellung einer Vorrichtung 1, 1', welcher sie zugeordnet sind, dargestellt werden können, so dass durch die visuelle Verbindung der Prozesswerte 4 und der Sollwerte 6 mit der zugehörigen Vorrichtung 1, 1' eine verbesserte übersichtlichkeit und somit erhöhte Bedienungssicherheit gegeben ist.
Next Patent: DEVICE FOR STOVING AN ENAMEL LAYER AND METHOD FOR CONTROLLING THE TEMPERATURE
