| Patentansprüche : 1. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten, mindestens aufweisend die folgenden Schritte: ■ Bereitstellen von Rapssaaten aus Rapskörnern aufweisend einen Schalenanteil und Kernfleisch, ■ Einführen der Rapssaaten in eine Prallmühle (1), ■ Mechanisches Aufbrechen der Schalenanteile der Rapssaaten in der Prallmühle (1), ■ Ausführen des Mahlgutes, bestehend aus aufgebro¬ chenen Schalen- und Kernfleischanteilen, aus der Prallmühle (1), ■ Einführen des Mahlgutes in eine Sichtungsvorrichtung (2) und Separation der Schalenanteile von den Kernfleischanteilen, ■ Ausführen der Schalenanteile und der Kernanteile aus der Sichtungsvorrichtung (2), ■ Einführen der Schalenanteile in eine Siebvorrichtung (3) zur weiteren Separation von Kernfleischresten aus den Schalenanteilen, ■ Separates Ausführen von Schalenanteilen und Kernfleischanteilen aus der Siebvorrichtung (2). 2. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Schalenanteile wieder in die Prallmühle (1) eingeführt werden. 3. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Sichtungsvorrichtung (2) eine Windsichtungsvorrichtung, vorzugsweise eine Zick-Zack-Windsichtungsvorrichtung, oder eine elektromagnetische Sichtungsvorrichtung verwendet wird . 4. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Siebeinrichtung (3) eine Taumelsiebvorrichtung verwendet wird, vorzugsweise mit mindestens einem Siebdeck (3.2, 3.3, 3.4) mit einer Siebfläche, besonders bevor¬ zugt mit zwei oder mehr Siebdecks mit jeweils einer Siebfläche . 5. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Siebeinrichtung (3) ein Siebsichter, ein Schwingsieb oder ein Zyklonsieb verwendet wird. 6. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebflächen übereinander angeordnet werden, wobei die obere Siebfläche jeweils eine größere Maschenweite aufweist als die un¬ tere Siebfläche. 7. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Siebflächen mit einer Ma¬ schenweite von maximal 3 mm, vorzugsweise 1,0 mm bis 0,6 mm verwendet werden. 8. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach einem oder mehreren der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Prallmühle eine Scheibenmühle (1), insbesondere eine Stiftscheibenmühle besonders vorzug¬ weise eine Weitkammermühle mit Stiftscheiben, verwen¬ det wird, die mindestens eine rotierbare Mahlscheibe, vorzugsweise zwei rotierbare Mahlscheiben (1.2, 1.3) aufweist, die in einem Abstand d zueinander angeordnet sind . 9. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Mahlscheiben (1.2, 1.3) ein Abstand d von maximal 200 mm, vorzug¬ weise 40 - 60 mm eingestellt wird. 10. Verfahren zum Schälen von Rapssaaten nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Stiftlänge der Stifte der Stiftscheibenmühle maximal 200 mm, vorzugweise 40 - 50 mm beträgt. 11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, die mindestens eine Prallmühle (1), eine Sichtungsvorrich¬ tung (2) und eine Siebvorrichtung (3) aufweist. 12. Verwendung der Schalenanteile gewonnen aus dem Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalenanteile als Biomasse für eine Festbrennstofffeuerungsanlage zur Erzeugung von thermischer Energie verwendet wird. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schälen von Rapssaaten .
Aus dem Stand der Technik sind bereits Verfahren zum Schälen von Rapssaaten bekannt. So beschreibt die
DE 40 41 994 B4 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Schälung von frischem Rapssaaten, bei der die Rapssaat vorab einer Reinigung und einer Klassifizierung zur Abtrennung von Mindergrößen unterworfen wird und im Ab- schluss daran mittels folgender nacheinander ablaufender Bearbeitungsschritte geschält wird. Zuerst wird ein Po ¬ tentialunterschied des Wassergehaltes zwischen Schale und Kern des Saatgutes durch Reduzierung des Wassergehaltes im Saatgut um 0,6 bis 2,0 % durch Trocknung mit einer Verweilzeit des Saatgutes von 5 min. bei einer Temperatur von 95°C erzeugt. Danach erfolgt eine Druckbehandlung durch Walzung unter Verwendung eines Walzenschälers mit einem Walzspalt, der das 0,2 bis 0,4-fach des mittleren Saatgutdurchmessers beträgt. Darauf folgt das Schlag- pralllösen der aufgebrochenen Schalen vom Kernfleisch durch pneumatische Förderung. Hierauf erfolgt eine Wind ¬ sichtung zum Abscheiden der Fraktionen ungeschälter Kerne. Daran schließt sich die Sichtung und Trennung der Schalen von den Kernen durch Elektroseparation an.
Problematisch bei diesem Verfahren ist, dass die Rapssaat vor der Zuführung zum Schälprozess zuerst einer Reinigung oder einer Klassifizierung zur Abtrennung von Mindergrößen unterworfen werden muss. Diese zusätzlichen Bearbeitungsschritte verringern die Effizienz des Verfahrens und verteuern den Verfahrensablauf. Zudem kann durch den definierten Walzspalt nur eine bestimmte Korngröße von Rapssaaten aufgebrochen werden.
Ausgehend von dieser Problemstellung ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Schälung von Rapssaaten bereitzustellen, das ohne eine vorgeschaltete Trocknung und Sortierung auskommt und damit ei ¬ ne verbesserte Verfahrenseffizienz ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch das Ver ¬ fahren des Anspruchs 1 sowie die Vorrichtung gemäß An ¬ spruch 10 und die Verwendung der Schalenanteile gemäß An ¬ spruch 11. Weiterführende vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Schälen von Rapssaaten weist dazu mindestens folgende Schritte auf: - Bereitstellen von Rapssaaten aus Rapskörnern aufweisend einen Schalenanteil und Kernfleisch,
- Einführen der Rapssaaten in eine Prallmühle,
- Mechanisches Aufbrechen der Schalen der Rapssaaten in der Prallmühle,
- Ausführen des Mahlgutes, bestehend aus aufgebroche ¬ nen Schalen- und Kernfleischanteilen, aus der Prallmühle,
- Einführen des Mahlgutes in eine Sichtungsvorrichtung und Separation der Schalenanteile von den Kernfleischanteilen,
- Ausführen der Schalenanteile und der Kernanteile aus der Sichtungsvorrichtung,
- Einführen der Schalenanteile in eine Siebvorrichtung zur weiteren Separation von Kernfleischresten aus den Schalenanteilen,
- Separates Ausführen von Schalenanteilen und Kernfleischanteilen aus der Siebvorrichtung.
Vorteilhafterweise kann durch dieses Verfahren eine brei ¬ tere Rohstoffbasis an Rapssaaten für die Schälung verwendet werden, da eine Vorabsortierung der Rapskörner hinsichtlich der Größe nicht zu erfolgen hat. Des Weiteren ist es insbesondere bei einer nachfolgenden Kalt- bzw. Warm- bzw. Heißpressung in einer Ölmühle zur Herstellung von Rapsöl möglich, dass sich durch den geringeren Schalenanteil, der sich mit diesem erfindungsgemäßen Verfahren erzielen lässt, eine verbesserte Qualität des ge- pressten Öls möglich, da z.B. aufgrund der höheren Reinheit der eingesetzten Kernfleischanteile weniger Störstoffe im Öl verbleiben und so z. B. der Aufwand für eine Raffination des gewonnen Öles vermindert werden kann. Des Weiteren kann aufgrund des Futterwertes ein höherer Anteil in der Futtermittelration erreicht und z.B. Sojaschrot in erhöhtem Maße substituiert werden.
Der Presskuchen, der nach dem Pressvorgang in der Ölmühle anfällt, kann aufgrund des geringen Schalenanteils als hochwertiges Futtermittel mit einem verringerten Rohfa ¬ sergehalt und einem erhöhten Proteingehalt für die Tier ¬ fütterung verwendet werden. Aufgrund des gesteigerten Futterwertes dieses Presskuchens kann so auch die Trans ¬ portwürdigkeit des Presskuchens erhöht werden.
Vorteilhafterweise kann zudem die Verarbeitungskapazität einer Ölmühle, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren produzierte Kernfleischanteile auspresst und/oder extra ¬ hiert, gesteigert werden, da ein Großteil der Schalenan ¬ teile durch das erfindungsgemäße Verfahren vorab aussor ¬ tiert wird und ein vergleichsweise höherer Anteil an Kernfleisch in die Ölmühle gelangt, die dann eben nicht durch Schalenanteile belastet wird. Auf diese Weise lässt sich die Effektivität einer nachgeschalteten Ölmühle steigern, insbesondere der Durchsatz einer solchen Ölmühle erhöhen.
Insbesondere bei der Verwendung der Kernfleischanteile in einer Heiß- oder Warmpressung zur Herstellung von Ölen kann eine Lösemittelextraktion nachgeschaltet sein, um Restölbestandteile (Restfettanteile) aus dem Presskuchen herauszulösen. Als Lösemittel kann hierbei Hexan verwendet werden, das auf dem Presskuchen aufgebracht wird und dadurch den bestehenden Restfettgehalt von 18 - 24 % durch diese Lösemittelextraktion auf einen Restfettgehalt im verbleibenden Schrot auf < 1 % senken kann. Insbesondere bei großen Ölmühlen hat die Senkung des Restfettgehaltes einen erheblichen Gewinn steigernden Effekt, da aus diesem Restfett ebenfalls wertvolle Produkte gewonnen werden können. Werden in einem solchen Lösemittelextraktionsverfahren Presskuchen mit einem hohen Schalenanteil eingesetzt, so haben diese Presskuchen eine hö ¬ here Verweildauer in der Extraktionsvorrichtung, da das Lösemittel (Hexan) weniger effektiv auf den Presskuchen einwirken kann, da dieser immer noch Schalenanteile enthält, die ebenfalls von Hexan benetzt werden. Dadurch wird die Effektivität der Fettlösung aus dem Presskuchen verringert .
Insbesondere der Vergleich zum Stand der Technik gemäß der DE 40 41 994 B4 kann das erfindungsgemäße Verfahren auch im großtechnischen Maßstab angewendet werden, da keine besonderen Ansprüche an den Feuchtigkeitsgehalt der Saat und an die Größenverteilung der Rapssaaten gestellt werden. Vorteilhafterweise kann durch das erfindungsgemä ¬ ße Verfahren der Verarbeitungsaufwand bei der Schälung der Rapssaaten sowie im nachgeschalteten Ölherstellungs- prozess gesenkt werden.
Vorteilhafterweise können Schalenanteile oder Rapssaaten, die beim Siebvorgang in der Siebvorrichtung aussepariert werden konnten, zur weiteren Verkleinerung bzw. zum Aufbrechen der Schale erneut in eine oder mehrer Prallmühlen eingeführt werden. Bei diesem zweiten Einführvorgang der Schalenanteile oder der noch nicht aufgebrochener Rapssaaten können diese ein weiteres Mal zerkleinert bzw. aufgebrochen werden. In erfindungsgemäßer Weise ist vorgesehen, dass eine Sichtungsvorrichtung eine Windsichtungsvorrichtung, vorzugsweise eine sogenannte Zick-Zack-Windsichtungs- vorrichtung, vorgesehen werden kann. Es ist ebenfalls auch möglich eine sogenannte elektromagnetische Sich ¬ tungsvorrichtung zu verwenden. Darüber hinaus ist es denkbar, auch andere bekannte Sichtungsvorrichtungen einzusetzen. Durch die Sichtungsvorrichtung wird bereits ein Großteil des Kernfleisches von den Schalen der Stammteile getrennt. Dies geschieht derart, dass die Schalenanteile mit dem Windstrom bzw. Luftstrom, der in die Windsichtungseinrichtung eingeführt wird ausgetragen werden und die schwereren Kernfleischanteile, die nicht vom Wind ¬ bzw. Luftstrom getragen werden können auf den Boden der Windsichtungsvorrichtung herunterfallen und aus der Windsichtungsvorrichtung hinausgeführt werden können.
Vorteilhafterweise kann als Siebeinrichtung eine soge ¬ nannte Taumelsiebvorrichtung vorzugsweise mit mindestens einem Siebdeck besonders bevorzugt jedoch mit zwei oder mehr Siebdecks verwendet werden. Diese Siebdecks weisen ebenfalls eine Siebfläche auf, die eine bestimmte Ma ¬ schenweite aufweist.
Es ist jedoch auch möglich, anstelle einer Taumelsiebvorrichtung einen sogenannten Siebsichter, ein Schwingsieb oder ein Zyklonensieb zur Siebung der Schalenanteile zu verwenden. Bei der Siebung der Schalenanteile wird versucht, die den Schalenanteilen noch anhaftenden Kernfleischanteile zu lösen, die im Windsichtungsverfahren nicht herausgelöst werden konnten. Die Siebflächen, die bei der Taumelsiebvorrichtung verwendet werden, sind bei der Taumelsiebvorrichtung übereinander in sogenannten Siebdecks angeordnet, wobei die obere Siebfläche (oberes Siebdeck) jeweils eine größere Maschenweite aufweist als die untere Siebfläche. Dabei können die Siebflächen beispielsweise eine Maschenweite von 1,0 mm bis 0,6 mm aufweisen.
Die erfindungsgemäße Prallmühle kann insbesondere eine Scheibenmühle sein, nämlich insbesondere eine Stiftschei ¬ benmühle oder besonders bevorzugt eine Weitkammermühle mit Stiftscheiben, die mindestens eine rotierbare Mahl ¬ scheibe, vorzugsweise zwei rotierbare Mahlscheiben, auf ¬ weist, die in einem Abstand d zueinander angeordnet sind, und bei der auf den Mahlscheiben eine Anzahl von Stiften angeordnet ist, die für den mechanischen Aufschluss bzw. das mechanische Aufbrechen der Schalenanteile der Raps ¬ saaten verantwortlich sind, wenn sich bei geschlossener Mühle zumindest eine Mahlscheibe dreht.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn der Abstand d zwischen den Mahlscheiben 40 bis 60 mm beträgt, wobei dann die Stift ¬ länge der Stifte der Stiftscheiben 40 bis 50 mm beträgt. Es ist möglich die Rapssaaten durch das Zentrum der
Prallmühle oder radial in die Prallmühle, insbesondere die Stiftscheibenmühle einzuführen.
Vorteilhafterweise können bei der Verwendung einer Stift ¬ scheibenmühle mit zwei mit unterschiedlichen Drehzahlen rotierend Mahlscheiben, Anhaftungen von Kernfleisch und/oder Schalenanteilen verhindert werden.
Zur Problemlösung wird außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens vorgeschlagen, die mindestens eine Prallmühle eine Sichtungsvorrichtung und eine Sieb ¬ vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens aufweist.
Mit dieser erfindungsgemäßen Kombination von Prallmühle, Sichtungsvorrichtung und Siebvorrichtung kann das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden.
Es hat sich gezeigt, dass die Schalenanteile, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren anfallen, besonders gut dafür geeignet sind, als Biomasse für eine Festbrennstofffeue- rungsanlage, insbesondere für eine Biomassenfeuerungsan ¬ lage, zur Erzeugung von thermischer Energie verwendet zu werden. Dies ist besonders vorteilhaft, da die indus ¬ trielle Verarbeitung von Raps einen hohen energetischen Aufwand erfordert.
Ebenso kann der Bedarf an thermischer Energie, der sehr hoch ist, da die gesamte Saat auf mehr als 100°C erhitzt bzw. aufgeschlossen werden muss, um das enthaltende Öl optimiert gewinnen zu können, durch die Verbrennung der Schalenanteile gedeckt werden.
Insbesondere kann für die Bereitstellung der thermischen Energie ein betriebsintegriertes Kraftwerk in einer Öl ¬ mühle betrieben werden. Dieses Kraftwerk kann dabei z. B. aus einer Biomassefeuerung bestehen, an die eine sogenannte ORC-Anlage (Organic Rankine Anlage) gekoppelt ist. Dabei wird thermische Energie sowie elektrische Energie durch eine Kraft-Wärme-Kopplung generiert.
Mit den Schalenanteilen, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren anfallen, ist es möglich, dieses Kraftwerk zu betreiben und so extern zu beziehende Energieträger z. B. biologische Energieträger wie beispielsweise Holz oder fossile Energieträger zu substituieren. Anhand bisher durchgeführter Versuche ist es möglich, daws die Schalenanteile die ansonsten extern zu beziehende Biomassen oder fossilen Energieträger vollständig ersetzen kann bzw. mehr Schalenanteile zur Verfügung stehen als zur Energie ¬ erzeugung für das erfindungsgemäße Verfahren sowie für den Betrieb der Ölmühle benötigt werden.
Überschüssige Schalenanteile könnten sogar gewinnbringend veräußert werden. Mit der Schalenfraktion, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt wird, kann also die gesamte Energie für die industrielle Verarbeitung von Raps, nämlich für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens und eine anschließende Ölmüllerei z. B. Heiß ¬ bzw. Warmpressung oder auch eine Kaltpressung, zur Verfügung gestellt werden, ohne dass weitere bzw. andere Ener ¬ gieträger zugekauft werden müssen.
Anhand von Zeichnungen sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Durchfluss ¬ schemas der Rapssaaten durch die einzelnen Bestandteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Schälung von Rapssaaten;
Fig. 2 ein Schaubild mit der Bezeichnung der einzelnen
Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Ver ¬ fahrens und
Fig. 3 das Schaubild aus Fig. 2 mit einem zusätzlichen
Verfahrensschritt .
Fig. 1 zeigt eine Prallmühle, die hier als Stiftscheiben ¬ mühle 1 ausgebildet ist. Die Stiftscheibenmühle weist ei- nen Scheibenmühleneingang 1.1 auf, durch den die Rapssaaten in die Mühle gelangen (siehe Pfeil) . Durch die Drehung der beiden Mahlscheiben 1.2 und 1.3, die einen Durchmesser von 150 bis 1.000 mm aufweisen können und die eine Vielzahl von Stiften 1.4 aufweisen, erfolgt das mechanische Aufbrechen der Rapssaaten in der Stiftscheibenmühle 1. Das so gewonnene Mahlgut verlässt durch den Scheibenmühlenausgang 1.5 die Stiftscheibenmühle 1 und gelangt in den Mahlguteingang 2.1 der nachgeschalteten Sichtungsvorrichtung 2, die hier als sogenannte Zick- Zack-Sichtungsvorrichtung ausgebildet ist.
Diese Zick-Zack-Windsichtungsvorrichtung 2 weist einen Lufteinlass auf, durch den ein Luftstrom 2.3 in die Wind ¬ sichtungsvorrichtung gelangt. Durch diesen Wind- bzw. Luftstrom wird das in die Sichtungsvorrichtung 2 geleitete Mahlgut, bestehend aus Kernfleischanteilen und Scha ¬ lenanteilen separiert. Das heißt, dass die schwereren Kernfleischanteile, die sehr geringe Schalenanteile auf ¬ weisen auf dem schräg verlaufenden Boden der Zick-Zack- Windsichtungsvorrichtung liegenbleiben und aus dem Kernfleischausgang 2.5 der Sichtungsvorrichtung 2 ausgetragen werden können, um beispielsweise direkt einer nachfolgenden Kalt-, Heiß- oder Warmpressung in einer Ölmühle zugeführt zu werden.
Die leichteren Schalenanteile des Mahlgutes werden auf ¬ grund des Luft- bzw. Windstromes entlang der im Zick-Zack verlaufenden Leitbleche 2.4 innerhalb der Sichtungsvorrichtung 2 nach oben befördert und verlassen die in Sichtungsvorrichtung 2 aus dem Schalenanteilausgang 2.6. Diejenigen Schalenanteile, die die Windsichtungsvorrichtung 2 verlassen haben, gelangen über den Schalenanteil- eingang 3.1 in eine Siebvorrichtung 3, die hier als Taumelsiebvorrichtung ausgebildet ist. Die Taumelsiebvorrichtung weist ein erstes Siebdeck 3.2, ein zweites Siebdeck 3.3 sowie ein drittes Siebdeck 3.4 auf. Die Sieb ¬ decks 3.2 ... 3.4 weisen jeweils eine Siebfläche mit einer bestimmten Maschenweite auf.
Die Maschenweite der Siebfläche des ersten Siebdecks 3.2 beträgt 1,0 mm und die Maschenweite beim dritten Siebdeck
3.4 beträgt 0,6 mm. Die Maschenweite der Siebfläche des zweiten Siebdecks 3.3 liegt im Bereich zwischen 1,0 und 0 , 6 mm .
Durch die Siebvorrichtung 3 kann erreicht werden, dass die noch in den Schalenanteilen befindlichen Kernfleischreste, die beim Windsichtungsvorgang nicht ausreichend vom Schalenanteil getrennt werden konnten, durch die Tau ¬ melsiebvorrichtung weiter herausgelöst werden können, sodass unterhalb des dritten Siebdecks 3.4 diejenigen Kern ¬ fleischanteile gesammelt werden können, welche durch die Behandlung in der Taumelsiebvorrichtung aus dem Schalenanteil herausgelöst werden können.
Auf den Siebdecks 1 und 2 verbleiben Schalenanteile, die aus der Siebvorrichtung über die Ausgänge 3.7 und 3.6 entweder zurück in die Prallmühle, insbesondere in die Stiftscheibenmühle, eingeführt werden können oder als Biomasse für eine Festbrennstofffeuerungsanlage verwendet werden können. Es ist auch möglich, dass Schalenanteile bereits oberhalb des ersten Siebdecks 3.2 aus dem Ausgang
3.5 aus der Siebvorrichtung herausgefördert werden können und ebenfalls entweder direkt der Stiftscheibenmühle oder einer weiteren Verwendung als Biomasse in einer Festbrennstofffeuerungsanlage, insbesondere einer Biomassen ¬ feuerung, zugeführt werden können.
Sofern beim Mahlvorgang in der Stiftscheibenmühle 1 Rapssaaten nicht aufgebrochen worden sind, können diese - sofern sie in die Siebvorrichtung 3 gelangen - aussortiert werden und zum weiteren Aufmahlen in die Stiftscheibenmühle verbracht werden.
Der Abstand d zwischen den Mahlscheiben 1.2 und 1.3 ist abhängig von der Länge der Stifte 1.4. Bei Versuchen hat sich gezeigt, dass mit einer Stiftlänge von 40 - 50 mm und einem Anstand von 50 - 60 mm gute Ergebnisse bezüg ¬ lich des Aufbrechens der Rapssaaten erzielt werden konnten .
Fig. 2 zeigt noch einmal die einzelnen Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens beginnend mit der Be ¬ reitstellung der Ölsaaten, insbesondere der Rapssaaten, in einem Ölsaaten bzw. Rapssaatenlager.
Von diesem Lager gelangen die Rapssaaten in die Stiftmühle (Prallmühle, Stiftscheibenmühle) wo sie durch einen Mahlvorgang aufgebrochen werden. Das so erzeugte Mahlgut gelangt in eine Sichtungsvorrichtung und wird dort ge ¬ sichtet .
Nach der Sichtung steht eine sogenannte Kernfraktion mit Schalenanteil zur Verfügung, die sich aus einem überwie ¬ genden Kernfleischanteil mit einem nur geringfügigen Schalenanteil zusammensetzt. Des Weiteren steht eine Schalenfraktion zur Verfügung, die nur einen geringen Kernanteil aufweist. Die Schalenfraktion mit nur einem geringfügigen Kernfleischanteil wird zur weiteren Heraus ¬ lösung der Kernfleischanteile in eine nachgeschaltete Siebvorrichtung gegeben, in welcher der Restkernfleischanteil aus den Schalen herausgelöst wird und die Schalen von der verbleibenden Restfraktion bestehend aus Kernfleisch und Schalen separiert werden.
Der in der Kernfraktion und der Restfraktion verbleibende Schalenanteil ist sehr gering und stört den weiteren Öl- herstellungsprozess in einer Ölmühle kaum. Die nach der Siebung zur Verfügung stehenden Schalen können als Biomasse in einer Festbrennstofffeuerungsanlage eingesetzt werden .
Fig. 3 zeigt eine Alternative des Verfahrensablaufs zur Fig. 2, bei dem im Sichtungsvorgang eine Kernfraktion mit Schalenanteil und intakten Körnern aussepariert und einem separaten Siebvorgang zugeführt wird. In dem Siebvorgang werden die intakten , nicht aufgebrochenen Körner heraus gesiebt und wieder in die Stiftscheibenmühle ) zum Auf ¬ brechen der Schalen eingeführt. Die verbleibende Kern ¬ fleischfraktion mit geringen Schalenanteilen kann dann einer Ölmühle zur Erzeugung von Rapsöl zugeführt werden.
Die nach der Siebung verbleibenden Schalen können, wie bereits unter Fig. 2 beschrieben, als Biomasse in einer Festbrennstofffeuerungsanlage eingesetzt werden. Bezugs zeichenliste
1 Stiftscheibenmühle (Prallmühle)
1.1 Scheibenmühleneingang
1.2 Mahlscheibe
1.3 Mahlscheibe
1.4 Stift
1.5 Stiftscheibenmühlenausgang
2 Sichtungsvorrichtung
2.1 Mahlguteingang
2.3 Luft- bzw. Windstrom
2.4 Leitblech
2.5 Kernfleischanteilausgang
2.6 Schalenanteilausgang
3 Siebvorrichtung
3.1 Schalenanteileingang
3.2 Erstes Siebdeck
3.3 Zweites Siebdeck
3.4 Drittes Siebdeck
3.5 Ausgang
3.6 Ausgang
3.7 Ausgang
3.8 Ausgang
